Iran: Die Revolutionäre hüten das Erbe des Schahs

Dehloran liegt westlich der Linie, die die Städte Ahwas, Desful und Chorramschahr verbindet. Die Stadt liegt nahe der irakischen Grenze. Dschelisi (Jelizi) ist eine Ortschaft im Kreis Dehloran. Dort kam es vergangene Woche (am 7. Dezember) zu einer Auseinandersetzung zwischen den „Sicherheitsorganen“ und der Dorfbevölkerung, etwa 800 Menschen, wie Oberst Manutschehr Maki, der stellvertretende Direktor der Polizei der Provinz Ilam, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärte.

Streit ums Land
Worum geht es? Zur Schahzeit wurde zur Unterstützung der Militärs eine Geschäftskette namens Etteka geschaffen, deren Aufgabe es war, die Soldaten mit günstigen Nahrungsmitteln und Kleidung, später auch mit Wohnraum und landwirtschaftlich nutzbarem Land zu versorgen. Der Schah kannte keine Skrupel. Das Land nahm er den Bauern weg. Dann kam die Revolution. Die Revolutionäre enteigneten Etteka, genauer, sie übernahmen das Unternehmen. Nun hatte es die Aufgabe, die bewaffneten Organe des Islamischen Staates zu versorgen. Dass das Land geklaut war, interessierte niemand. Auch die Revolutionswächter und Co. kennen da keine Skrupel. Aber angesichts der Wirtschaftskrise hat die Bevölkerung von Dschelisi beschlossen, sich das Land wieder zurück zu holen. Die sogenannten Ordnungskräfte griffen gegen sie ein, verprügelten Frauen, verhafteten mindestens 15 Dorfbewohner als angebliche Unruhestifter und beschlagnahmten Traktoren und andere „Tatwerkzeuge“. Oberst Manutschehr Maki versäumte auch nicht zu erwähnen, dass man die Bevölkerung aufgefordert habe, ihre Forderungen auf dem gesetzlichen Weg zu stellen. Damit hat die Bevölkerung nun schon fast 40 Jahre Erfahrung…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=143057
vom 16. Adhar 1396 (7. Dezember 2017)

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