Archiv für April 2018

Iran: Proteste gegen Grenzschließung weiten sich aus

Die Proteste gegen die Schließung der irakisch-iranischen Grenze durch die Sicherheitsorgane weiten sich aus.


Fotos von geschlossenen Basar-Läden und zum Protest auf der Straße ausgebreiteten Tischtüchern

Wir hatten berichtet, dass es in den Städten Bane und Dschawandud zu Protesten kam, nachdem den vielen am Grenzhandel Beschäftigten die Lebensgrundlage entzogen worden war. Die Proteste weiteten sich heute auf die Städte Marivan und Zaghes aus.


Versammlung von Protestierenden in Marivan

Durch die Grenzschließung können tausende Menschen, die die Ware regelmäßig über die Grenze transportieren sowie die Basarhändler, die die Waren in ihren Geschäften anbieten, ihrem Lebensunterhalt nicht mehr nachgehen.

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Angriff auf Polizeistation an der Grenze zu Pakistan

Heute wurde bekannt, dass es einen Angriff auf einen Posten der Grenzpolizei an der iranisch-pakistanischen Grenze gegeben hat, bei dem es mindestens 7 Tote gab.


Mirjaveh, an der iranisch-pakistanischen Grenze

Laut Nachrichtenagentur ISNA fand der Angriff in Mirjaveh statt, das etwa 75 km südöstlich von Sahedan liegt. Die Angreifer töteten zwei Grenzpolizisten sowie zwei Bassidschi. Es gab darüberhinaus auch mehrere Verletzte.

Angeblich sollen auch die Angreifer drei Verluste zu beklagen haben. Es heisst, die Angreifer seien Wahabiten, einem Zweig der Sunniten, und würden von Saudi-Arabien unterstützt.

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Iran: Tulpen im Schnee


Tulpen in Karadsch (bei Teheran), 16. April 2018

Neujahrsanfang ist im Iran der Frühlingsbeginn. Eigentlich. Die Bauern bangen immer bis Anfang Mai, ob nicht noch Frost oder Schnee kommt, damit die Blüte der Obstbäume nicht erfriert. Dieses Jahr haben sie kein Glück. Hier sieht man Tulpen im Schnee, aber der Schaden bei den Obstbäumen dürfte viel größer sein.

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Iran: Lehrer als Leiharbeiter


Wenn es um die Ausbeutung von Arbeitskräften geht, können die westlichen Kapitalisten noch manches aus dem islamischen Paradies auf Erden lernen. So hat das iranische Kultusministerium inzwischen 10.000 Lehrer nicht direkt eingestellt, sondern als Leiharbeiter angestellt, die es jederzeit entlassen kann. Diese Lehrer bekommen 700.000 Tuman im Monat als Lohn, was unter dem Mindestlohn des Ministeriums liegt. Und es ist nicht gesagt, dass sie den Lohn auch wirklich ausgezahlt bekommen. Hinzu kommt, dass sie auch keine vollständige Sozialversicherung haben, wie direkt angestellte Lehrer. Aus diesem Grund haben am gestrigen Sonntag diese Leihlehrkräfte vor den Filialen des Kultusministeriums in verschiedenen Städten wie Qaswin und Kerman protestiert.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86026
vom 26. Farwardin 1397 (15. April 2018)
tajammo°e mo°allemane xaride xadamate amuzeshi dar shahr-haye moxtalef

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Iran – Kurdistan: Protest der Basarhändler von Bane und Dschawanrud


leeres Tischtuch…

Aus Protest gegen die Schließung der iranisch-irakischen Grenze und gegen die Erhöhung der Zölle haben die Basarhändler von Bane und Dschawanrud vergangenen Samstag ihre Läden geschlossen und ein leeres Tischtuch auf der Straße ausgebreitet. Der Protestzug der Händler wurde von Sicherheitskräften auseinander getrieben. Die Staatskräfte gaben dabei Schüsse in die Luft ab. Die Proteste gingen am Montag weiter: diesmal versammelten sich die Händler vor dem Sitz des Verwaltungschefs von Bane.

http://news.gooya.com/2018/04/post-13852.php
vom 15. April 2018
e°tesabe bazaryane bane wa jawanrud w pahn kardane sofreye xali dar xiyaban

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Iran – Rom: das zensierte Wappentier


Das vom iranischen Fernsehen zensierte römische Wappentier – mit bissigen Kommentaren von Iranern

Im Zusammenhang mit den Fußballmeisterschaften in Rom berichtete auch das iranische Fernsehen über Rom und den dortigen Fußballclub AS Rom. Das Problem begann beim Wappen. Die Wölfin, die zwei Kinder säugt. Dem iranischen Fernsehen, das fest in der Hand der islamischen Fundamentalisten ist, war das zu viel. Der Kopf wurde noch gezeigt, der Rest des Körpers mit den beiden Säuglingen wurde mit Zensurnebel verhüllt. Für die Iraner ein willkommenes Fressen. Der Humor hat ein neues Spielfeld gefunden.
Hier ein paar Kostproben von dem, was im Iran dazu kursiert:


Hier trägt die Wölfin ein Kopftuch, hat natürlich keine Brüste zu zeigen und gibt den Kindern die Flasche..

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Iran: Der Folterer von Kahrisak trotz Urteil auf freiem Fuß

Wie durch eine Bemerkung des Justizsprechers Mohsen Esche‘i bekannt wurde, ist Sa‘id Mortasawi, einer der Hauptverwantwortlichen für die Folterungen in Kahrisak, der auf Betreiben der Angehörigen des dabei verstorbenen Sohns von Abdolhossein Ruh ol-Amini zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, noch immer in Freiheit. Der Rechtsanwalt der Familie Ruh ol-Amini hat darauf hingewiesen, dass Sa‘id Mortasawi vor Gericht stets in Begleitung dreier Leibwächter aufgetreten ist, die vom Staat gestellt wurden. In einer 8-Stunden-Schicht macht das mindestens 9 Leibwächter. Der Anwalt hielt es für befremdlich, dass die Leibwächter, die ja vom Staat bezahlt werden, nicht wissen sollen, wo sich ihr Schützling befindet…

https://www.radiofarda.com/a/latest-on-mortazavi-case/29170098.html
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
wakile xanewadeye ruhol-amini: parwandeye mortazawi dar extiyare zabetane qaza‘i ast

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Iran – USA: Sacharow-Preis für Narges Mohammadi


Die derzeit inhaftierte iranische Menschenrechtlerin und ausgebildete Physikerin Narges Mohammadi hat dieses Jahr den Sacharow-Preis erhalten – zusammen mit Ravi Kuchimanchi aus Indien.
Der Preis wird jährlich von der US-Physiker-Vereinigung vergeben.
Aufgrund ihrer Haft konnte sie den Preis nicht entgegen nehmen. Aufgrund der Repressalien des US-Präsidenten Trump gegen Iraner konnte auch ihr Bruder den Preis nicht entgegen nehmen. Er erhielt kein Einreisevisum.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74316/
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
jayezeye fizike saxarow be narges mohammadi e°ta shod

https://www.aps.org/programs/honors/prizes/prizerecipient.cfm?last_nm=Mohammadi&first_nm=Narges&year=2018

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Iran – Ahwas: 500 Verhaftungen – der Protest geht weiter

Nach den Protesten der arabischsprachigen Bevölkerung in Ahwas gegen eine staatliche Fernsehsendung haben die Staatsorgane rund 500 Menschen verhaftet. Heute haben Angehörige der Verhafteten vor der Provinzverwaltung vor der Provinzverwaltung der Provinz Chusestan und vor dem Sitz zweier Parlamentsabgeordneter aus Ahwas im Parlament in Teheran protestiert. Die Angehörigen weisen darauf hin, dass die Verhaftung wegen friedlicher Kundgebungen im Rahmen der Gesetze jeglicher Grundlage entbehrt. Ihr Versuch, mit dem zuständigen Richter der 12. Kammer des Revolutionstribunals Kontakt aufzunehmen, scheiterten an der Verweigerungshaltung des Gerichts.
Die arabische Bevölkerung von Ahwas protestiert gegen die Leugnung ihrer Identität durch den iranischen Staat und fordert auch das Recht auf Unterricht in der Muttersprache, also auf Arabisch.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86052
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
tajammo°e xanewadehaye bazdashtshodegane ahwaz dar moqabele nehadhaye hokumati

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Iran: Über 400 Verhaftete in Ahwas und Umgebung

Wie berichtet, hat die arabischsprachige Bevölkerung in Ahwas gegen die Missachtung ihrer Minderheitsrechte protestiert. Seit Beginn der Proteste wurden über 400 Menschen verhaftet und auf die Gefängnisse verschiedener Institutionen wie Geheimdienst, Militär und Pasdaran verteilt. Die Verhaftungswelle nahm größere Ausmaße an, nachdem im Cafe Al-Nawares in Kiyan-Schahr in Ahwas ein Feuer ausgebrochen war, bei dem 11 Menschen ums Leben kamen. Zu den Todesopfern gehörten auch Menschen, die nach der Verhaftung gegen Kaution auf freien Fuß gekommen waren. Die Tatsache, dass dieser Brand an einem Treffpunkt der Araber zum Vorwand genommen wird, um die arabische Minderheit in großer Zahl in zahlreichen Orten um Ahwas zu verhaften, deutet darauf hin, dass der Brandanschlag möglicherweise im Auftrag der sogenannten Sicherheitsorgane erfolgte, die so einen Vorwand für die Verhaftungswelle schaffen wollte. Auch dieses Gerücht lässt sich nicht überprüfen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85912
vom 19. Farwardin 1397 ( 8. April 2018)
te°dade bazdashshodegan dar ahwaz be bish az 400 nafar resid

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Iran: Golroch Irani im Krankenhaus


Golroch Irani

Nach sechzig Tagen Hungerstreik wurde die iranische Bürgerrechtlerin Golroch Irani vergangenen Dienstag (3. April 2018) in ein Krankenhaus verlegt. Die Familie wurde nicht informiert, in welches Krankenhaus sie eingewiesen wurde. Mit ihrem Hungerstreik protestierte Golroch Irani gegen ihre illegale Verlegung und gegen die erlittene Misshandlung in Haft. Infolge des Hungerstreiks hat sie 20 kg an Gewicht verloren.
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85842
vom 15. Farwardin 1397, 4. April 2018

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Iran: Dollarkurs an einem Tag um 10% gestiegen

Am gestrigen Sonntag ist der Kurs des Dollars auf dem freien Markt in Teheran um 10 Prozent gestiegen. In einem Land, in dem die Nationalwährung für viele Zwecke wertlos ist und viele Waren (auch Medikamente) in Dollar bezahlt werden müssen, während die Löhne nach wie vor in Rial und Tuman ausgezahlt werden, hat so ein Preisanstieg drastische Auswirkungen. Es spricht manches dafür, dass hinter dem plötzlichen Preisanstieg Währungsspekulationen stehen, die in diesem Fall politisch motiviert sein können. Erneut bemühen wir die Gerüchteküche, die behauptet, dass dieser Preisanstieg ein Klima erzeugen soll, in dem die Pasdaran als „Retter“ durch einen Putsch eingreifen. Da die Pasdaran in der Schattenwirtschaft die Hauptrolle spielen, hätten sie durchaus die finanziellen Möglichkeiten, den Dollarpreis jetzt hochzutreiben und ihn nach einem Putsch wieder fallen zu lassen. Die langfristigen Folgen wären zwar andere, aber das interessiert in der Politik ja nicht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74167/
vom 8.04.2018

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Iran – Syrien: Bewaffnete iranische Kräfte in Syrien

Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Pasdaran nahesteht, meldet, sollen bei einem Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt der syrischen Regierungskräfte in Homs 14 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter auch mehrere Iraner. Laut Radiofarda handelt es sich um vier Iraner, darunter ein Angehöriger der Bassidschi-Milizen namens Mehdi Lotfi Niyasar aus Qom, eines Bruders von Hodschat-ol-Eslam Lotfi Niyasar, dem Leiter der Filiale der staatlichen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Seda wa Sima in Qom.

https://www.radiofarda.com/a/three-iranians-dead-amont-14-killed-in-homs-military-attack-on-sunday/29154636.html
vom 20. Farwardin 1397 ( 9. April 2018)
chahar iraniy dar jarayane hamle be paygahe hawa‘iye homs dar suriye koshte shodand

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Iran – Isfahan: Demonstrationen der Bauern für ihr Wasser

Heute fand in der Stadt Isfahan eine personenstarke Kundgebung der Bauern und in schwarze Tschadors gehüllter Frauen statt, die ihr Wasser einforderten, dass durch das Ableiten des Wassers des Flusses Sayande-Rud für ihre Felder fehlt. Auch ihre Trinkwasserversorgung ist dadurch weggefallen. Im Gegensatz zur Region, wo die Sicherheitskräfte massiv eingreifen, greift die Polizei gegen diese Kundgebungen nicht ein. Auffallend ist, dass die Demonstrierenden direkt Parolen gegen die Regierung rufen, also gegen Präsident Hassan Rouhani und seine Minister. Inwieweit der Protest von Kreisen um den Religiösen Führer instrumentalisiert wird, um damit Rouhani unter Druck zu setzen, lässt sich derzeit mangels Informationen nicht beurteilen. Es gehen auch Gerüchte, dass damit die Atmosphäre für einen Putsch der Revolutionswächter (Pasdaran) geschaffen werden soll, die dann als Retter in der Not inszeniert werden.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=152155
vom 20. Farwardin 1397 ( 9. April 2018)
film / tazaharate bozorge haqq-abe-daran-e esfahan. emruz, 20 farwardin 97

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Iran – Ahwas: Proteste der arabischen Minderheit halten an


In Ahwas protestiert die arabischsprachige Bevölkerung schon den siebten Tag gegen die Leugnung der arabischen Identität durch den iranischen Staat. Am 1. April 2018 gingen die Proteste bis in die Nachtstunden. Wie die Menschenrechtsorganisation von Ahwas berichtet, wurden in Ahwas an verschiedenen Stellen Kontrollposten eingerichtet. Die Polizeibeamten zwangen Araber, aus dem Auto auszusteigen und nahmen ihnen die Tschafiya ab (als Kufiya oder auch als Palästinensertuch im Deutschen bekannt). In der arabischen Kultur gilt dies als entehrend.
Ein solches Vorgehen ist geeignet, den Konflikt weiter anzuheizen. Es ist anzunehmen, dass die Behörden dies bewusst tun. Ist es das Ziel der Machthaber, auf diesem Weg einen Krieg mit arabischen Staaten wie Saudiarabien anzuzetteln, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken, die Wirtschaft in Gang zu bringen?
Dass es den iranischen Machthabern nach wie vor gelingt, die Bevölkerung mit nationalistischen Parolen anzuheizen, zeigt die Berichterstattung von Medien wie iran-emrooz, denen diese Meldung entnommen ist. Dort wird der Vorwurf des „Rassismus“ und der „Araberfeindlichkeit“, den die iranischen Araber erheben, nur in Anführungszeichen zitiert, wobei Anführungszeichen in iranischen Zeitungen selten sind und nicht verwendet werden, um Zitate zu markieren.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74063/
iran-emrooz.net | Mon, 02.04.2018, 15:35
e°terazate shahrwandane °arabe ahwaz wared ruze haftom shod

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