Archiv für Juli 2018

Iran: Hochschuldozenten kritisieren Staatspräsident

125 iranische Hochschuldozenten haben in einem offenen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani kritisiert, dass in der Folge der landesweiten Proteste vom Dezember 2017/Januar 2018 zahlreiche Studenten verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Dozenten weisen darauf hin, dass Hassan Rouhani im Wahlkampf versprochen habe, für mehr akademische Freiheit zu sorgen. Die Studierenden, die inhaftiert und verurteilt wurden, seien für ihre Kritik am System bekannt gewesen. Von mehr Freiraum für die Universitäten könne da nicht die Rede sein.

https://www.radiofarda.com/a/iran-students-uninersities-rohani-/29367724.html
vom 25. Tir 1397 (16. Juli 2018)
name be hasan rouhani: 125 ostade daneshgah be bazdasht wa sodure ahkame qaza‘i °aleyhe daneshjuyan e°teraz kardand

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Iran: Geplünderte Sozialversicherung


Gewerkschaftsvertreter vor der Iranischen Sozialversicherung in Teheran

Heute haben Gewerkschaftsvertreter vor der Iranischen Sozialversicherung in Teheran protestiert. Sie wiesen darauf hin, dass der Staat die Gelder der Sozialversicherung, also die eingezahlten Beträge der Arbeitnehmer, veruntreut hat, indem er sie an Leute mit Beziehungen als Kredit verlieh. Diese Leute meldeten dann den Konkurs an und zahlten weder den Kredit zurück noch die Zinsen. Said Mortasawi, der ehemalige Richter, Staatsanwalt und Folterer von Sahra Kasemi, hatte als Direktor der Sozialversicherung solche korrupten Sitten praktiziert. Jetzt, bei geplünderten Kassen, wird gespart. Es heißt, dass zwischen 70 und 120 Medikamente, von der Liste der Arzneien gestrichen werden, die die Sozialversicherung für die Arbeitnehmer und Rentner übernimmt. So werden also die Verluste aus dem staatlich organisierten Betrug an die Arbeiter und Rentner weitergereicht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/75875/
vom 16.07.2018, 12:45
tajammo°e e°teraziye kargaran dar moqabele sazemane tamine ejtema°i

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Ewin-Gefängnis (Teheran, Iran): Ex-Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik

Mahmud Beheschti Langarudi, Gewerkschaftsaktivist und ehemaliger Sprecher der Lehrergewerkschaft für die Region Teheran, ist aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit im Ewin-Gefängnis inhaftiert. Da die Behörden seine Forderungen ignorieren, befindet er sich seit 14 Tagen im Hungerstreik. Er hat mindestens 6,5 kg Gewicht verloren, außerdem hat er möglicherweise eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Eine Infusion lehnte Mahmud Beheschti Langarudi ab.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=160012
vom 24. Tir 1397 (15. Juli 2018)
chahardahomin ruze e°tesabe ghaza‘iye mahmud beheshti langarudi, fa°°ale senfiye mo°alleman dar zendan

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Iranschahr (Iran): Staat schützt Vergewaltiger


Am 25. Chordad (vor ca. einem Monat) hatte der sunnitische Geistliche Moulawi Teyyeb Molahezi, der Freitagsimam von Iranschahr, in seiner Freitagsansprache zum Fest des Fastenbrechens (Eide Fetr) darauf hingewiesen, dass in Iranschahr bis jetzt 41 Mädchen Vergewaltigungen zum Opfer gefallen seien. Er behauptete, eine Person sei in diesem Zusammenhang festgenommen worden, und zwar jemand, der viel Geld habe. Er bezeichnete ihn als Oubasch, also als gewalttätigen Kriminellen aus dem Umkreis der Bassidschis und Pasdaran. Die Reaktion der Behörden kam umgehend. Der Generalstaatsanwalt des Irans erklärte, die Zahl von 41 Vergewaltigungsopfern in Iranschahr sei eine Lüge und drohte dem Freitagsimam von Iranschahr damit, ihn deshalb gerichtlich zu verfolgen.
Weiterhin wurde bekannt, dass am 19. Tir (also am 10. Juli) vom Geheimdienst der Pasdaran Videos mit „Geständnissen“ von sieben verhafteten Balutschen ausgestrahlt wurden, die wegen der Vergewaltigungen in Iranschahr protestiert hatten und zum Teil auf Instagram Fotos und Filme von diesen Protesten veröffentlicht hatten.
Moulawi Abdo-l-Ghaffar Naqschbandi, der provisorische Freitagsimam des Landkreises Rask, sowie Moulawi Fasl-o-r-Rahman Kuhi, der Freitagsimam von Paschamag Sarbas, kritisierten, dass die Behörden deutlich mehr Eifer an den Tag legten, diejenigen zu verfolgen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzten, als diejenigen, die für die Vergewaltigungen verantwortlich seien. Es sei offenkundig Ziel der Behörden, die Menschen einzuschüchtern, die gegen diese Zustände protestierten. Die Geistlichen kritisierten auch, dass die sogenannten Geständnisse nicht vor den gesetzlich zuständigen Instanzen abgelegt wurden.
Das alles spricht dafür, dass die Vergewaltiger tatsächlich aus dem Kreis derjenigen stammen, die über den Gesetzen stehen, und das sind namentlich die Angehörigen der sogenannten Sicherheitsorgane.

https://www.radiofarda.com/a/iranshahr-baluchestan-rape-case/29362673.html
vom 23. Tir 1397 (14. Juli 2018)
do emam jom°eye ahle sonnat: be jaye e°teraf-giri, be parwandeye tajawozha residegi konid

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Südiran: Wasserproteste und ein Toter in Kamaraj

Kamaraj, ein Dorf westlich von Kazerun, Südiran, war diese Woche Schauplatz von heftigen Auseinandersetzung rund um die knappe Wasserversorgung.

Seit einigen Jahren nimmt der Wasserspiegel des in der Nähe von Kamaraj gelegenen Flusses stetig ab. Grund ist die zunehmende Trockenheit der Region, verstärkt durch Bewässerungsmassnahmen der Landwirte. Es ist in der Gegend nämlich üblich, seine für den täglichen Bedarf und für die Bewässerung der Landwirtschaftsflächen erforderlichen Wassermengen direkt dem Fluss zu entnehmen. Dafür kommen zahlreiche kleine Pumpen zum Einsatz.

Die Bezirksregierung hat diese Wasserentnahme verboten, das Verbot bislang aber nicht effektiv durchgesetzt. Den Dorfbewohner wurde keine Alternative aufgezeigt. Die Pumpen blieben somit weiter in Betrieb und der Wasserspiegel sank weiter.

Diese Woche hat sich die Bezirksregierung aus Kazerun zusammen mit der örtlichen Polizei vorbereitet und die illegalen Pumpen eingesammelt. Daraufin kam es zu starken auch gewaltförmigen Protesten in Kamaraj. Es flogen Steine und brennende Barrikaden wurden errichtet. Die Polizei reagierte mit Schusswaffen. Heute starb ein Bauer durch Schüsse. Ca. 20 Demonstranten wurden verletzt. Auch die Polizei beklagte ca. 12 Verletzte in ihren Reihen.

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Iran: 20 Jahre Gefängnis für das Abnehmen des Kopftuchs


Wie gestern bekannt wurde, hat die iranische Justiz Schaparak Schadscharsade zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abgenommen hat, um gegen die Zwangsbekleidung zu protestieren. Sie gehört zu den „Frauen der Revolutionsstraße“, die diese Protestform gewählt hatte.
Heute hat sie in einem Gespräch, das auf youtube veröffentlicht wurde, darauf hingewiesen, dass sie zwei Jahre dieser Strafe in Haft verbüßen muss, die weiteren 18 Jahre hängen dann wie ein Damokles-Schwert über ihre Zukunft. Hinzu kommt, dass der Staatsanwalt gegen das Urteil Widerspruch eingelegt hat. Er findet die zwei Jahre Haft, die sie auf alle Fälle hinter Gittern muss, zu wenig. Schaparak Schadscharsade hat einen 9-jährigen Sohn und ist verheiratet.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=159454
vom 17. Tir 1397 (8. Juli 2018)
shaparak shajarzade az doxtarane xiyabane enqelab be do sale habse ta°ziri wa 18 sale ta°liqi mahkum shod

https://news.gooya.com/2018/07/post-16547.php
vom 9. Juli 218
hokme shaparak shajarzade az zabane xodash, e°teraz be hejabe ejbari: 20 sal
https://youtu.be/0PrKQn9vbCY

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Iran: Protest gegen Wasserrationierung in Borasdschan (Region Buschehr)


Wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtet, sind am gestrigen Sonntag in Borasdschan (Region Buschehr) mehrere Hundert Menschen auf die Straße gegangen, um dagegen zu protestieren, dass das Wasser abgestellt und rationiert wurde. Die Demonstration dauerte vier Stunden. In der Region gab es in letzter Zeit schon mehrfach Proteste gegen den Wassermangel, der anscheinend mit dadurch verursacht wurde, dass Trinkwasser in den benachbarten Irak verkauft wurde, statt damit die iranische Bevölkerung zu versorgen.

https://www.radiofarda.com/a/iran_bushehr_borazjan_protest_water_shortage/29352382.html
vom 18. Tir 1397 (9. Juli 2018)
dowomin tajammo° dar borazjan; sadha tan be qat°i wa jire-bandiye ab e°teraz kardand

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Iran: Haft für Tänze auf Instagram


Die 17-jährige Ma‘ede, die selbst Gymnastik, Hindernislauf und Tänze unterrichtet, hatte auf Instagram ihre Tänze veröffentlicht. Nun wurde sie von der iranischen „Cyber-Polizei“ (Fata) verhaftet. Das staatliche Fernsehen Seda wa Sima, das fest in der Hand von islamistischen Ideologen aus dem Lager von Ajatollah Chamene‘i ist, hat ihr unter Tränen abgelegtes „Geständnis“ im ganzen Land veröffentlicht. Sie ist noch immer in Haft. Im Iran ist das öffentliche Tanzen von Frauen in keinem Gesetz verboten, auch nicht die Veröffentlichung solcher Tänze im Internet und ähnlichen Medien. Aber die fundamentalistische Auslegung des Islams besagt, dass solche Dinge religiös verboten „haram“ sind, und das genügt, um die Polizei und die iranische Form der Bild-Zeitung auf die Frauen zu hetzen.

https://news.gooya.com/2018/07/post-16524.php
vom 9. Juli 2018
xabargozari daxele iran: ma‘ede, raqs wa e°terafe boghz-alud-e telewizyuni .. che xabar az dozdane beyt-o l-mal

https://news.gooya.com/2018/07/post-16500.php
vom 9. Juli 2018
bar-xorde polise iran ba shaxhaye instagrami wa bazdashte ma‘ede hozhabri, raqsande‘i por tarafdar.

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Iran- Aserbaidschan: Über 50 Verhaftungen


Der Weg zur Babak-Festung in den Bergen

Die Babak-Festung stammt noch aus sassanidischer Zeit. Sie liegt in der Nähe der Stadt Kalibar in der Provinz Ost-Aserbaidschan und gilt als Symbol des Widerstands gegen die arabische Eroberer zur Zeit der Ausbreitung des Islams aus dem arabischen Raum in den Iran. Heute ist die Babak-Festung vor allem Treffpunkt turksprachiger Aseris aus der Region Ardabil und den Provinzen Ost- und West-Aserbaidschan. Sie kommen Mitte des Monats Tir (also Anfang Juli) zusammen und besprechen ihre politischen Forderungen – z.B. Unterricht der turksprachigen Bevökerung in der Muttersprache und so weiter.
Da die Ajatollahs in Sachen Rechte ethnischer Minderheiten genauso wenig Verständnis und Weitsicht aufbringen wie seinerzeit der Schah, wundert es nicht, dass auch auf die Forderungen der turksprachigen Bevölkerungsgruppen mit Repressalien reagiert wird. So gab es sowohl im Vorfeld des diesjährigen Treffens auf der Babak-Festung wie auch im Nachgang eine beachtliche Zahl von Verhaftungen. Von einigen Verhafteten ist selbst der Haftort nicht bekannt, man weiß lediglich, dass einer der Geheimdienste verantwortlich ist.

Die Babak-Festung

https://www.radiofarda.com/a/More-activists-arrested-in-Babak-Castle/29348563.html
vom 16. Tir 1397 (7. Juli 2018)
shomar-e bazdashtshodegane gerdehama‘iye qal°eye babak be bish az 50 nafar resid

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Iran: Karikatur

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Iran – Afghanistan: Wassermangel am Hirmand-Fluss


Der Wassermangel ist in vielen Regionen des Irans immer mehr zu spüren. Der in Afghanistan entspringende Hirmand-Fluss führt so wenig Wasser, dass die Kanäle im angrenzenden Gebiet im Iran kein Wasser mehr führen. Das ist für die Bewässerung der Gärten verheerend, ebenso für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.

Image Details:

Quelle:
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=158702
vom 8. Tir 1397 (29. Juni 2018)
°aks/ bohran-e kam-abi dar shahrestan-e marzi hirmand

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Dare-ye Schisar: Grand Canyon im Iran


50 km entfernt von der Stadt Kuhdascht, dort, wo sich die iranischen Provinzen Kermanscah, Ilam und Lurestan treffen, durchschneidet der Fluss Simre eine großartige Schluchtenlandschaft. Rechts und links erstrecken sich die Felsen in eine Höhe von 150 bis 200 m. Der abenteuerliche Weg im und am Fluss entlang geht über fünf Kilometer.

Quelle:
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=158134
vom 3. Tir 1397 (24. Juni 2018)
°aks/dare shizar

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Iran – vom Ende des Regimes (schon wieder)

Ja, so langsam glaubt man es ja nicht mehr, so oft, wie schon das Ende der Herrschaft der Mollas im Iran vorhergesagt wurde. Bis jetzt haben die Geistlichen es noch immer geschafft, sich weiter an der Macht zu halten und der Bevölkerung einen neuen Hoffnungsträger vorzuschwindeln. Früher Chatami, jetzt Rouhani. Und immer wieder wurde die Hoffnung enttäuscht. Massenproteste wie im Juni 2009, nach der Fälschung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen, dank derer Ahmadineschad eine zweite Amtszeit antreten konnte, wie auch zur Jahreswende 2017/2018 machten deutlich, dass die Herrschenden keinen Rückhalt in der Bevölkerung haben. Aber das reicht noch nicht, um sie zu stürzen.

Inzwischen ist aber für die meisten Iranerinnen und Iranern spürbar, dass die ganze Wirtschaft zusammenbricht. Die Fabriken stehen still, die Löhne werden nicht bezahlt, die Preise steigen, und der Lohn, den man verdient, reicht kaum noch zum Überleben. Wo man hinschaut, Proteste und Streiks. Lehrkräfte und pensionierte Lehrer, unterstützt von pensionierten Angehörigen der Polizeikräfte (!) demonstrieren vor dem Parlament, Stahlarbeiter blockieren die Eisenbahnstrecke nach Teheran, anderswo wehren sich die Bauern gegen die Umleitung von Flusswasser in andere Regionen, zum Schaden ihrer eigenen Ernte etc.

Die Regierung hat nichts mehr zu bieten.

So sieht es im Land selbst aus.

Auf der anderen Seite der US-Präsident Trump, der wieder Sanktionen gegen die iranische Regierung einführen wird, so dass man damit rechnen muss, dass ab November 2018 der Erdölexport nur noch auf Schmuggelwegen stattfinden wird – wie zur Zeit der vorigen Sanktionen.

Hinzu kommt, dass die Demokratische Partei Kurdistans – Iran den bewaffneten Kampf gegen das Regime wieder aufgenommen hat und dass die Volksmudschahedin, die im Kampf gegen die Regierung Zigtausende, wenn nicht Hunderttausend Anhänger verloren hat, erst kürzlich in Paris eine große Konferenz einberufen hat, zu der nicht nur ihre Anhänger erschienen, sondern auch diverse Parlamentsabgeordnete aus den USA und aus Europa. Das spricht dafür, dass sie sich erfolgreich als potentielle Nachfolger angebiedert haben. Die Parole „Demokratie“ zieht immer, wer will sie danach einklagen, wenn es anders kommt?

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Chorramschahr (Iran): Salz in der Leitung

So fing es an: Die Menschen in Chorramschahr, einer iranischen Großstadt an der Grenze zum Irak, stellten fest, dass das Wasser, das aus der Leitung war, kein Trinkwasser mehr war, sondern Salzwasser. Die Menschen gingen auf die Straße und protestierten. Der Freitagsimam von Chorramschahr – ein vom religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i eingesetzter Geistlicher, ermahnte die Bevölkerung zu Besonnenheit, ohne den Protest an und für sich zu kritisieren. Die Antwort der Regierung war dagegen gewalttätig. Sie setzte die sogenannten Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten ein, es gab Verletzte und eine Person soll laut Gerüchten von der Polizei erschossen worden sein. Diese gewaltsame Reaktion empörte die Bevölkerung umso mehr, und so versammelte sie sich täglich vor dem Sitz des Provinzgouverneurs. Um die Menschen zu beschwichtigen, wurden Zisternenwagen mit Trinkwasser geschickt, aber das war ein Tropfen auf den heißen Stein, für so eine große Stadt wie Chorramschahr, die 2012 knapp 140.000 Einwohner hatte.
Dann entdeckten die Einwohner, wo ihr bisheriges Trinkwasser abgeblieben war. Geschäftstüchtige Leute aus dem Kreise der Machthaber hatten es an den Irak verkauft, genauer sie hatten Leitungen nach Basra (Irak) legen lassen, um das Trinkwasser dort für gutes Geld zu verkaufen. Und stattdessen das Leitungssystem für die eigene Bevölkerung mit Salzwasser gespeist. Die wütende Bevölkerung fand heraus, wo diese Leitung nach Basra verlief und zerstörte sie mit primitiven Mitteln, um das Geschäft zu stoppen.
Das hatte Erfolg. Jetzt fließt wieder Süßwasser in den Leitungen von Chorramschahr.

https://news.gooya.com/2018/06/post-16244.php
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=87412
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=158966

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