Archiv für September 2018

Islamische Republik Iran – Republik der Krise

Seit 40 Jahren herrscht im Iran die Krise. Schon in den ersten Jahren der Islamischen Republik Iran erkannten die Machthaber die wichtige Funktion der Krise in Bezug auf die Differenzen zwischen den verschiedenen Nationalitäten, die Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten sowie zwischen dem Iran und den ausländischen Mächten. Der Krieg zwischen Iran und Irak zum Beispiel, wurde oft als Überfall des Iraks auf den Iran beschrieben, war aber durchaus von iranischer Seite gewollt. Er half, von Defiziten der Regierung abzulenken und innere Feinde zu verfolgen. Nicht zufällig fand damals auch das berüchtigte Gefängnismassaker des Jahres 1988 im Iran statt.

Das jüngste Attentat anlässlich einer Militärparade in der Stadt Ahwaz kann in diesem Zusammenhang gesehen werden. Viele Ungereimtheiten in den Behauptungen der Regierung – sie nennt die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi Arabien, gestützt von den USA und Israel als Täter – deuten eher auf ein Szenario hin, das zur Republik der Krise passt. Die iranischen Machthaber sind gegenwärtig unter Druck: Die Sanktionen, Korruption und die hausgemachte wirtschaftliche Krise haben das Land an den Rand des Ruins gebracht und der Iran ist zunehmend international isoliert. Hinzukommen insbesondere in der vorwiegend arabisch-sunnitischen Region im Südwesten des Irans große ökologische Probleme. Ein großer Wassermangel und tageweise Sandstürme erschweren das Leben auf dem Land und in den Städten. Auseinandersetzungen um die Frage der Unterrichtssprache in den Schulen, hohe Arbeitslosenraten, verbunden mit Bevorzugung von Schiiten gegenüber Sunniten sowie Zugereisten vor Einheimischen bei der Vergabe der Arbeitsplätze, schüren das Feuer zusätzlich. Die vorwiegend arabische Bevölkerung weiß um die reichen Bodenschätze in Form von Gas und Öl, von denen aber wenig bei ihnen ankommt.

Drei mögliche Ziele könnte die Regierung mit so einem vorgetäuschten Attentat verbinden:

  1. Es soll gezeigt werden, dass der Iran von Feinden umzingelt ist. Damit der Krieg nicht im eigenen Land stattfindet muss der Krieg im Ausland (Jemen, Syrien, …) geführt werden.
  2. Sie will der Bevölkerung sagen, dass man gegen die äußeren Feinde zusammenhalten muss, damit man nicht alles verliert.
  3. Sie wollen gegenüber der Weltöffentlichkeit demonstrieren, dass sie keine Terroristen sind sondern im Gegenteil Opfer von Terrorismus
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Iran: Bewaffneter Überfall auf eine Militärparade in Ahwas

Am Samstag, den 22. September 2018, fand ein bewaffneter Überfall auf eine Militärparade in Ahwas statt. Die staatlichen Behörden sprechen von vier Angreifern, die alle erschossen worden sein. Staatlicherseits wird davon gesprochen, dass bei diesem Überfall mindestens 25 Menschen erschossen und mindestens 60 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Die Opfer des Überfalls waren Zivilisten, einfache Soldaten, die an der Parade teilnahmen, und Journalisten. Obwohl die Angreifer in der Nähe der Ehrentribüne angriffen, in der die Geistlichen und Pasdar-Generäle saßen, schossen die Angreifer nicht in deren Richtung, sondern auf die einfachen Menschen und unbewaffnete Zivilisten.
In den staatlichen Medien war sofort von einem terroristischen Überfall die Rede und es wurde auch gleich Saudi-Arabien verantwortlich gemacht.
Eine bislang unbekannte Gruppe namens Jonbesh al-Ahwaz hat die Verantwortung für den Überfall übernommen. Schon der Name dieser Gruppe ist verdächtig. Die Bezeichnung al-Ahwaz zeigt jedem Iraner, dass es sich um arabisch sprechende Täter handeln muss, denn der Artikel al- ist arabisch, nicht persisch. Jonbesch ist aber ein persisches Wort. Es gibt nicht den geringsten Grund für eine militante arabische Bewegung, ein persisches Wort zu verwenden, vor allem, wenn es wie in Ahwas gerade darum geht, die kulturellen, sprachlichen Rechte der arabischen Minderheit einzufordern.
Es ist auffällig, dass diese angebliche Bewegung gleichsam der verkürzte Namen einer tatsächlich existierenden politischen Bewegung der Araber in Ahwas ist, die sich zumindest gegenüber den persisch-sprachigen Medien als Jonbeshe Melliye Demukrate °Arab al-Ahwaz (Nationale Demokratische Arabische Bewegung von Ahwas) bezeichnet. Diese bürgerrechtliche Bewegung hat den Überfall sofort energisch verurteilt und betont, dass einzig der politische Kampf für die Minderheitenrechte der Araber legitim ist. Alle Formen der Gewalt seien nur Wasser auf die Mühlen der Machthaber. Man ist versucht, die frisch aus der Taufe gehobene Jonbesh al-Ahwas als Werkzeug der iranischen Geheimdienste zu betrachten, diese echte politische Bewegung zu diskreditieren und eine neue Verhaftungswelle unter der arabischen Minderheit in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.
Dieser Terroranschlag ist als Signal zu sehen, dass das Regime die Repression im Inland weiter verstärken will und dafür das politische Klima verschärft. Die Toten, die das kostet, sind ihr egal.

Kommentar
Das Ganze riecht derart konstruiert, dass man sich an den Brandanschlag auf das Cinema Rex in Abadan erinnert fühlt, der am 19. August 1978 verübt wurde. Damals kamen 430 Menschen ums Leben. Die damalige islamische Opposition behauptete, es sei vom iranischen Geheimdienst SAVAK im Auftrag des Schahs begangen worden. Später kam heraus, dass Angehörige der Geistlichkeit in Qom auf Anweisung Chomeinis den Anschlag in Auftrag gegeben hatten. Einige der Attentäter wurden später Parlamentsabgeordnete.
Es ist daher nicht abwegig, dass dieser sogenannte Terroranschlag genauso von den iranischen Machthabern in Auftrag gegeben wurde wie der Angriff auf die britische Botschaft am 29.11.2011 oder wie der Angriff auf das iranische Parlament am 7. Juni 2017.

https://news.gooya.com/2018/09/post-18888.php
vom Samstag, 22. September 2018
hamleye teruristi dar rezheye niruhaye mosallah dar ahwaz

https://news.gooya.com/2018/09/post-18911.php
vom Sonntag, 23. September 2018
bayaniyeye jonbeshe melliye demukrate °arab al-ahwaz dar bareye hamle be rezheye nezami dar ahwaz

http://www.pyknet.net/1397/06mehr/01/page/yaddasht.htm
vom 23. September 2018
tahqiqe terure ahwaz-ra az darune nezam bayad shoru° kard

https://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_Cinema_Rex
hochgeladen am 24.09.2018

https://www.zeit.de/politik/ausland/2011-11/stuermung-britische-botschaft

http://alischirasi.blogsport.de/2017/06/07/iran-schuesse-im-parlament/

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Iran: Baha‘is wieder im Visier

Die religiöse Minderheit der Baha‘is, die im Iran ca. 300.000 Anhänger hat und von der iranischen Verfassung nicht als legale Religion anerkannt wird, war seit Beginn der Revolution im Jahre 1979 immer wieder Gegenstand von Verfolgungen. In letzter Zeit mehren sich die Berichte von Verhaftungen unter den Baha‘is. So wurden kürzlich Baha‘is in Schiras und Karadsch verhaftet, jetzt ist die Rede von sieben Verhaftungen unter den Baha‘is in Baharestan, einem Ort 20 km südlich von Isfahan. Die Verhaftungen wurden am 23. September von den Sicherheitskräften durchgeführt. Die Angehörigen wissen weder, wohin die Verhafteten gebracht wurden noch was ihnen vorgeworfen wird. Dieses Vorgehen fällt unter die UN-Definition von „Verschwindenlassen“, denn die Angehörigen haben ein Recht darauf, den Aufenthaltsort des Verhafteten zu erfahren.

Baharestan 20 km südlich von Isfahan
Schiras und Karadsch
http://www.akhbar-rooz.com/news.jsp?essayId=89039
vom 1. Mehr 1397 (23. September 2018)
haft shahrwande baha‘i sakene baharestane esfahan bazdasht shodand

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Irans LKW-Fahrer streiken landesweit


Nachdem die Verantwortlichen ihre Versprechen gegenüber den LKW-Fahrern nicht eingehalten haben, sind diese ab dem 22. September 2018 erneut in den Streik getreten. Die Fahrer streiken unter anderem in Ahwas, Schiras, Schah-Resa, Buschehr, Bostan-Abad, Tabris, Arak, Nahbandan, Gorgan, Sarin-Schahr, Mobareke, Rascht, Hamedan, Sabswar, Nischabur, Ghom, Chorramschahr, Chomeinischahr, Sawe, Urumiye und Bandar-Abbas. Der Streik ist unter anderem an einem Anstieg der Preise für Obst und Gemüse zu spüren.

Die Forderungen

Die LKW-Fahrer fordern u.a. eine Erhöhung ihrer Rente, einen höheren Erschwerniszuschlag, eine Herabsetzung der Preise für LKW-Reifen und Ersatzteile (diese werden in Fabriken hergestellt, die in der Hand der Pasdaran sind), eine Erhöhung um 70 Prozent für die Transportpreise, die vom Staat festgelegt werden, eine Verringerung der Kosten der Autoversicherung (ebenfalls vom Staat festgelegt), eine Beseitigung der Vermittler, die an den Terminals und Beladestellen den Kontakt zwischen den LKW-Fahrern und den Kunden unterbinden, eine bessere Aufsicht über die Verkehrspolizei, die willkürlich Strafen verteilt und ihre Vollmachten zur Erhebung von Bestechungsgeldern nutzt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89040
vom 1. Mehr 1397 (23. September 2018)
dowomin ruz az doure jadide e°tesabe sarasariye kamyundarane iran

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Iran: Über 20 politische Gefangene im Hungerstreik

Derzeit befinden sich im Iran über 20 politische Gefangene im Hungerstreik. Darunter sind 18 Gonobadi-Derwische, eine religiöse Gruppe muslimischer Glaubensrichtung, die von der Islamischen Republik Iran verfolgt wird. Weiterhin streiken die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude und der Arzt Farhad Meissami, der wegen seiner Unterstützung für die Kampagne gegen den Kopftuchzwang in Haft ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88976
vom 29. Schahriwar 1397 (20. September 2018)
e°tesabe ghadhaye bish az 20 zendaniye °aqidati-siyasi dar iran

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Iran: Ausländerfeindlichkeit an den Grenzen

Der Kursverfall der iranischen Währung, der in kurzer Zeit dazu führte, dass ein Dollar nicht mehr für 3000 Tuman, sondern für 15.000 Tuman gehandelt wird, hat auch Auswirkungen auf die Stimmung in der Bevölkerung der iranischen Grenzgebiete, namentlich im Ostiran (Region Chorassan) an der Grenze zu Afghanistan, und im Westiran, an der kurdisch-iranischen Grenze zum Irak.
In Afghanistan ist der Kurs der einheimischen Währung zum Dollar relativ stabil – und der Drogenhandel dürfte auch zu einem gleichmäßigen Zustrom von Devisen führen, so dass Händler aus Afghanistan die Gelegenheit nutzen, Obst und Gemüse auf den angrenzenden Märkten im Ostiran mit Dollar zu kaufen. Das treibt die Preise auf den lokalen Märkten in die Höhe. Da die Waren häufig nicht aus lokalem Anbau stammen, führt das auch nicht zu einem erhöhten lokalen Angebot. Das Resultat: Die lokale iranische Bevölkerung geht leer aus oder muss deutlich überhöhte Preise für diese Lebensmittel zahlen.
Ähnlich ist die Situation an der Grenze zur Kurdischen Autonomie. Dort ist der Dollar ebenfalls gegen die lokale Währung eintauschbar und dient dazu, auf den Märkten in den angrenzenden iranisch-kurdischen Städten Obst und Gemüse einzukaufen. Wieder ist es die lokale Bevölkerung, die leer ausgeht.
Das Ergebnis: Im Ostiran entwickelt sich eine radikale, feindliche Stimmung gegen Afghanen, die ja am Dialekt erkennbar sind, sofern sie Dari sprechen, Pashtu ist sowieso eine andere Sprache, und selbst die Kinder von Afghanen, die im Ostiran geboren und aufgewachsen sind, werden Opfer afghanenfeindlicher Attacken.
Im Westiran an der kurdisch-iranischen Grenze schimpft man eifrig auf „die Iraker“, die die Märkte leerkaufen.
Den Regierenden dürfte dies Recht sein. So kommt die Rede nicht darauf, dass der Handel in die Gegenrichtung, nämlich von Elektronikwaren aus dem Nordirak ins iranische Kurdistan, von den Pasdaran selbst unterbunden wurde, wodurch viele iranische Kurden ihr Einkommen verloren haben. Die Pasdaran haben das natürlich nicht aus Bosheit gemacht, sondern, weil sie den Schmuggel ausschließlich in ihrer Hand vereinen wollen.
Da ist es doch besser, dass die Bevölkerung auf die Iraker schimpft statt auf die Scheiß-Revolutionswächter, nicht wahr?
Und warum die Märkte so wenig zu bieten haben, taucht auch nicht als Frage auf. Dass die iranische Landwirtschaftspolitik die einheimischen Bauern durch Billigimporte aus Indien und Pakistan ruiniert hat oder durch Wasserumleitungsprojekte ganzen Regionen das Wasser für die Landwirtschaft entzieht, ist dann nicht mehr Thema. Schuld sind die bösen Afghanen. Wie man sieht, ist es weltweit eine bequeme Lösung, Probleme auf Minderheiten abzuwälzen und sie zu Sündenböcken zu machen, statt die anzugreifen, die für die zerstörerischen Strukturen zuständig sind.
Das sieht man selbst hier im kleinen Konstanz: Da wird auf die Schweizer Einkäufer geschimpft, die die Straßen verstopfen, aber nicht auf die Ratsherren, die ein großes Einkaufszentrum direkt an einer Hauptverkehrsader nahe der Grenze ansiedeln – der Stau ist vorprogrammiert…

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Abadan – Iran: Arbeiter blockieren Zufahrt zum Rathaus


Arbeiter der Müllabfuhr und des Straßen- und Wohnungsbaubetriebs der iranischen Großstadt Abadan haben vergangenen Sonntag (16.09.2018) mit einem Bulldozer die Zufahrt zur Stadtverwaltung der Stadt Abadan versperrt. Ihre Löhne stehen seit vier Monaten aus. Auch ihre Beiträge zur Krankenversicherung wurden nicht bezahlt, so dass sie nicht zum Arzt gehen können. Da ihre Kinder bald wieder in die Schule gehen müssen und sie nicht einmal das Geld haben, um ihre Kinder mit dem Nötigsten auszustatten, haben die Arbeiter jetzt zu so einem radikalen Schritt gegriffen. Frühere Proteste waren von den verantwortlichen Behörden ignoriert worden.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=165333
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
kargarane talabkar worudiye shahrdariye abadan-ra ba luder bastand

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Iran: Verfolgung der Familie der inhaftierten Anwältin Nasrin Sotude


Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude wurde am 23. Chordad 1397 (13. Juni 2018) dieses Jahres erneut verhaftet. Ihr Ehemann, Resa Chandan, wurde am 12. Schahriwar 1397 (3. September 2018) nach einem telefonischen Drohanruf des iranischen Geheimdienstes ebenfalls verhaftet. Als die Kinder von Nasrin Sotude am Sonntag, den 25. Schahriwar 1397 (16.09.2018) ihre Mutter im Ewin-Gefängnis besuchen wollten, wurde ihr Name nicht aufgerufen. Stattdessen wurde ihre Tochter Mehrawe Chandan aufgefordert, die islamische Kopfbedeckung einzuhalten. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sie bei allen Besuchen ihren Kopf stets auf gleiche Art bedeckte. Es handelt sich also nicht um eine Reaktion auf ihre Kleidung, sondern um eine weitere Form des Drucks durch die Behörden.
Nasrin Sotude hat als Reaktion hierauf erklärt, dass sie kein Besuche mehr empfangen will. Außerdem hat sie als Reaktion auf die Verhaftung ihres Mannes den trockenen Hungerstreik erklärt und weigert sich auch, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, um mit Infusionen am Leben gehalten zu werden. Es ist ein ungleicher Kampf, aber sie gibt nicht auf.

https://www.radiofarda.com/a/nasrin-sotudeh-daughter-mehraveh/29494023.html
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
afzayeshe fesharha bar farzandane nasrin setude

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Iran: Bankenopfer fordern Todesstrafe

Im Iran wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Banken in betrügerischer Absicht gegründet. Die Banken versprachen hohe Zinsen und tauchten dann samt dem Geld der Anleger unter. Die iranische Zentralbank, die diesen Betrüger-Banken Kredite gab, war in dieser Hinsicht ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Mehr noch, sie stattete die Betreiber solcher Banken mit wissentlich unwahren Dokumenten aus. Das geschah nicht ohne Grund: Die Betreiber dieser Banken stammten aus dem Dunstkreis der Revolutionswächter (Pasdaran) und waren dank ihrer Beziehungen in der Lage, an diese Kredite und Dokumente zu kommen.
Viele Iraner, die ihr einziges Vermögen solchen Banken anvertrauten, sind nun äußerst empört und demonstrieren seit längerem vor verschiedenen Institutionen, um eine Bestrafung derer zu verlangen, die in ihren Augen schuldig sind, und um ihr Geld zurück zu bekommen.
Das Auftreten dieser Protestteilnehmer wird zunehmend radikaler. Auf einem Video dieses Protests sieht man eine Person symbolisch am Galgen hängen. Gemeint ist der ehemalige Präsident der iranischen Zentralbank.
Auf dieser Kundgebung vor der iranischen Zentralbank in Teheran wurden folgende Parolen klar vernehmlich gerufen und mehrfach wiederholt:

  • mofsede eqtesadi e°dam bayad gardad – Wirtschaftsverbrecher gehören hingerichtet
  • marg bar seyf – Tod für Seyf

Wali-ollah Seyf war der Präsident der Iranischen Zentralbank. Er wurde nach verschiedenen Protesten abgesetzt, aber wie eine Demonstrantin auf dieser Kundgebung erklärte, hat ihn Staatspräsident Hassan Rouhani jetzt zu einem seiner Wirtschaftsberater gemacht.
Neben der Radikalisierung in der Bevölkerung zeigt dieser Film auch, dass populistische Forderungen nach der Todesstrafe, wie wir sie nicht nur aus den USA kennen, auch im Iran zu Hause sind.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=165321
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
film: 26 shariwar, tajammo°e gharat-shodegane kaspiyen wa be dar awixtane sembolike wali ollah seyf

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Paris: Anhänger der iranisch-kurdischen Komele-Partei attackieren Botschaft

Aus Protest gegen die Hinrichtung dreier Kurden im Iran und gegen die Raketenangriffe der iranischen Revolutionswächter auf den Versammlungsort zweier iranisch-kurdischer Parteien im Nordirak haben Anhänger der Komele die Botschaft der Iranischen Republik Iran in Paris angegriffen und u.a. das Schild der Botschaft mit blutroter Farbe besprüht. Die Protestierenden konnten nicht ins Botschaftsgebäude eindringen.

https://news.gooya.com/2018/09/post-18645.php
vom 15. September 2018
hamleye hawadarane hezbe kumele be sefarate iran dar paris

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Iran: Streik im iranischen Kurdistan

Vergangenen Mittwoch schlossen die Läden in zahlreichen kurdischen Städten des Irans, so in Mariwan, Sanandadsch, Pawe, Oschnawiye und Mahabad.
Dies war eine Reaktion auf die Hinrichtung der drei kurdischen politischen Gefangenen Zanyar Moradi (Sanyar Moradi), Loqman Moradi und Ramin Hossein Panahi am vergangenen Samstag. Die Brüder Moradi waren unter dem Vorwurf der Ermordung des Sohns des Freitagsimams von Mariwan zum Tode verurteilt worden. Ramin Hossein Panahi war die Mitgliedschaft in der kurdischen Partei Komele und „bewaffnete Meuterei gegen die islamische Regierung“ zur Last gelegt worden.
Gerichtsurteile sind im Iran keinerlei Indiz für die Richtigkeit der Vorwürfe, da die Justiz völlig von der obersten Geistlichkeit kontrolliert wird und unter Folter abgelegte Aussagen bedenkenlos von der Justiz verwendet werden.
Ebenfalls am vergangenen Samstag hatten die iranischen Pasdaran den Sitz und Tagungsort zweier iranischer kurdischer Parteien im Irak mit Raketen beschossen. Dabei waren mindestens 14 kurdische Aktivisten ums Leben gekommen und mindestens 30 weitere verletzt worden.
Die iranischen Pasdaran bekannten sich unmissverständlich zu diesem Angriff und drohten mit weiteren Beschießungen, auch die iranische Armee schloss sich den Drohungen an.
Als Reaktion darauf hatten sechs kurdische Parteien des Irans zu einem Generalstreik am Mittwoch aufgefordert und die Bevölkerung gebeten, zu Hause zu bleiben. Zumindest ein Teil der kurdischen Städte ist diesem Aufruf nachgekommen. Es gab Berichte, wonach Läden, die an diesem Tag geschlossen hatten, mit einem farbigen Spray besprüht worden. Das deutet möglicherweise darauf hin, dass die Geheimdienste vorhaben, die Betreiber dieser Läden anschließend zu verfolgen.

https://www.radiofarda.com/a/strike-in-kurdistan-iran-to-protest/29485569.html
vom Mittwoch, den 21. Schahriwar 1397 (12. September 2018)
e°tesab dar manateqe kordneshine iran dar e°teraz be e°dame jawanane kord

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Iran – Irak: Mit Drohnen und Bomben gegen kurdische Parteien


Am Morgen des vergangenen Samstag haben die iranischen Revolutionswächter mit Drohnen die Sitze zweier kurdischer Parteien im Nordirak ausgekundschaftet und dann vom Iran aus Raketen auf diese Ziele abgefeuert. In der Folge sind mehrere Mitglieder kurdischer Parteien ums Leben gekommen, es ist von 14 Toten die Rede, mindestens 30 weitere Mitglieder seien ums Leben gekommen, wie Radio Farda auf seiner Webseite schreibt.


Wie Asu Hassanzade, der Pressesprecher der Demokratischen Partei Kurdistan – Iran (DPK-I) in einem Interview gegenüber der Deutschen Welle erklärte, attackierten die Pasdaran vergangenen Samstag vom Iran aus die gemeinsame Tagung der beiden kurdischen Parteien DKP-I und HaDaK (Demokratische Partei Kurdistans, eine Abspaltung der ersten) in Kuye Sandschaq, einer Ortschaft im Nordirak, die 70 km von Arbil entfernt liegt. Asu Hassanzade spricht von mindestens 15 Toten und 30-40 Verletzten. Es sollen mindestens 10 hochrangige Funktionäre der DPK-I bei diesem Raketenangriff ums Leben gekommen sein.
Kommentar:
Wie wir berichteten, hatte das Unabhängigkeitsreferendum im kurdischen Nordirak vergangenes Jahr dazu geführt, dass sich die Regime der Türkei und des Irans auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Kurden im Nordirak einigen konnten. Der Iran nutzte seither wiederholt die Gelegenheit, um kurdische Aktivisten aus dem Iran im Nordirak zu ermorden. Es verwundert sehr, dass zwei iranische kurdische Parteien unter solchen Umständen bekannt machen, wann sie wo eine Vollversammlung abhalten wollen. Dass die Regierung der kurdischen Autonomie im Nordirak und die Regierung in Baghdad nichts gegen die Pasdaran unternehmen können oder wollen, kann ihnen nicht entgangen sein. Da riecht etwas faul…

https://www.radiofarda.com/a/f4_iraq_foreign_ministry_statment_attack_iran_kurds/29480190.html
vom 18. Schahriwar 1397 (9. September 2018)
baghdad: golule-barane maqarrhaye do hezbe kord tawassote sepah naqze hakemiyate °eraq ast

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88747
vom 18. Schahriwar 1397 (9. September 2018)
pish az 10 kadre hezbe demukrate kordestan dar hamleye sepah koshte shodand

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Iran: Der Staat als Serienmörder


ein Photo von Kamal Ahmadneschad – der Strick wurde offensichtlich nachträglich als Fotomontage hinzugefügt

Heute, den 10. September 2018, wurde der Kurde Kamal Ahmadneschad (in keiner Weise verwandt mit dem früheren Präsidenten Ahmadineschad) im Gefängnis Miyan-do-Ab hingerichtet. Kamal Ahmadneschad stammt aus dem Dorf Gamischguli (Region Miyan-do-Ab, Provinz West-Aserbaidschan). Ihm wurde vorgeworfen, dass er Mitglied einer regimefeindlichen kurdischen Partei sei und an der Ermordung eines ehemaligen Mitglieds der Pasdaran (Revolutionswächter) beteiligt gewesen sei. Es gab Aussagen, dass er zum Zeitpunkt dieses Vorfalls gar nicht vor Ort war. Von einem fairen Gerichtsverfahren kann auch nicht die Rede sein, Geständnisse wurden unter Folter abgelegt.

https://news.gooya.com/2018/09/post-18472.php
vom 10. September 2018
kamal ahmadnezhad, zendaniye siyasiye kord, e°dam shod

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Iran: 3 politische Häftlinge hingerichtet


Am Samstag hingerichtet: Zanyar Moradi, Loqman Moradi und Ramin Hossein Panahi.

Vergangenen Samstag, den 8. September 2018, wurden im Iran drei politische Häftlinge hingerichtet. Es handelt sich um die drei Kurden Zanyar Moradi, Loqman Moradi und Ramin Hossein Panahi. Wie Hossein Ahmadi vom Anwaltskollektiv des hingerichteten Ramin Hossein Panahi mitteilt, wurden die Anwälte von der bevorstehenden Hinrichtung nicht informiert. Dies verstoße gegen die iranische Gesetzgebung. Die Anwälte wurden dadurch der Möglichkeit beraubt, weitere Rechtsmittel einzulegen. Die Leichen der drei Hingerichteten wurden an unbekanntem Ort verscharrt und nicht den Angehörigen übergeben. Auch dies entspricht nicht der iranischen Gesetzgebung, wohl aber der Praxis, wie seit dem Massaker vom September 1988 hinlänglich bekannt ist. Solange die Täter von damals nicht zur Rechenschaft gezogen werden und das System der Islamischen Republik herrscht, ist auch nicht zu erwarten, dass die Gesetze im Iran irgendeine Bedeutung haben.
Unser Beileid gilt den Opfern und Angehörigen, die sich trotz der Drohungen des Geheimdienstes nicht davon abhalten ließen, auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen. Auch den Angehörigen droht deshalb eine Festnahme durch die Geheimdienste.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88746
vom 18. Shahriwar 1397 (9. September 2018)
e°dam-shodegan-ra dar mahalli na-ma°lum be xak sepordand

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Iran: Hungerstreikender hingerichtet

Wie die Mutter von Ramin Hossein Panahi berichtet, wurde ihr Sohn, ein politischer Gefangener, der sich aus Protest den Mund zugenäht hatte und in den Hungerstreik getreten war, jetzt hingerichtet. Die Leiche des Hingerichteten wurde den Angehörigen nicht ausgehändigt. Ramin Hossein Panahi war ein Kurde.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=164724
vom 19. Schahriwar 1397 (10. September 2018)
film / daye sharife madar, ramin hossein panahi, dar beheshte zahraye tehran: pesaram-ra bi gonah e°dam kardand, bist ruz bud ghadha naxorde bud, wa ba dahane duxte wa gorosne e°damash kardand

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