Iran: Bewaffneter Überfall auf eine Militärparade in Ahwas

Am Samstag, den 22. September 2018, fand ein bewaffneter Überfall auf eine Militärparade in Ahwas statt. Die staatlichen Behörden sprechen von vier Angreifern, die alle erschossen worden sein. Staatlicherseits wird davon gesprochen, dass bei diesem Überfall mindestens 25 Menschen erschossen und mindestens 60 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Die Opfer des Überfalls waren Zivilisten, einfache Soldaten, die an der Parade teilnahmen, und Journalisten. Obwohl die Angreifer in der Nähe der Ehrentribüne angriffen, in der die Geistlichen und Pasdar-Generäle saßen, schossen die Angreifer nicht in deren Richtung, sondern auf die einfachen Menschen und unbewaffnete Zivilisten.
In den staatlichen Medien war sofort von einem terroristischen Überfall die Rede und es wurde auch gleich Saudi-Arabien verantwortlich gemacht.
Eine bislang unbekannte Gruppe namens Jonbesh al-Ahwaz hat die Verantwortung für den Überfall übernommen. Schon der Name dieser Gruppe ist verdächtig. Die Bezeichnung al-Ahwaz zeigt jedem Iraner, dass es sich um arabisch sprechende Täter handeln muss, denn der Artikel al- ist arabisch, nicht persisch. Jonbesch ist aber ein persisches Wort. Es gibt nicht den geringsten Grund für eine militante arabische Bewegung, ein persisches Wort zu verwenden, vor allem, wenn es wie in Ahwas gerade darum geht, die kulturellen, sprachlichen Rechte der arabischen Minderheit einzufordern.
Es ist auffällig, dass diese angebliche Bewegung gleichsam der verkürzte Namen einer tatsächlich existierenden politischen Bewegung der Araber in Ahwas ist, die sich zumindest gegenüber den persisch-sprachigen Medien als Jonbeshe Melliye Demukrate °Arab al-Ahwaz (Nationale Demokratische Arabische Bewegung von Ahwas) bezeichnet. Diese bürgerrechtliche Bewegung hat den Überfall sofort energisch verurteilt und betont, dass einzig der politische Kampf für die Minderheitenrechte der Araber legitim ist. Alle Formen der Gewalt seien nur Wasser auf die Mühlen der Machthaber. Man ist versucht, die frisch aus der Taufe gehobene Jonbesh al-Ahwas als Werkzeug der iranischen Geheimdienste zu betrachten, diese echte politische Bewegung zu diskreditieren und eine neue Verhaftungswelle unter der arabischen Minderheit in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.
Dieser Terroranschlag ist als Signal zu sehen, dass das Regime die Repression im Inland weiter verstärken will und dafür das politische Klima verschärft. Die Toten, die das kostet, sind ihr egal.

Kommentar
Das Ganze riecht derart konstruiert, dass man sich an den Brandanschlag auf das Cinema Rex in Abadan erinnert fühlt, der am 19. August 1978 verübt wurde. Damals kamen 430 Menschen ums Leben. Die damalige islamische Opposition behauptete, es sei vom iranischen Geheimdienst SAVAK im Auftrag des Schahs begangen worden. Später kam heraus, dass Angehörige der Geistlichkeit in Qom auf Anweisung Chomeinis den Anschlag in Auftrag gegeben hatten. Einige der Attentäter wurden später Parlamentsabgeordnete.
Es ist daher nicht abwegig, dass dieser sogenannte Terroranschlag genauso von den iranischen Machthabern in Auftrag gegeben wurde wie der Angriff auf die britische Botschaft am 29.11.2011 oder wie der Angriff auf das iranische Parlament am 7. Juni 2017.

https://news.gooya.com/2018/09/post-18888.php
vom Samstag, 22. September 2018
hamleye teruristi dar rezheye niruhaye mosallah dar ahwaz

https://news.gooya.com/2018/09/post-18911.php
vom Sonntag, 23. September 2018
bayaniyeye jonbeshe melliye demukrate °arab al-ahwaz dar bareye hamle be rezheye nezami dar ahwaz

http://www.pyknet.net/1397/06mehr/01/page/yaddasht.htm
vom 23. September 2018
tahqiqe terure ahwaz-ra az darune nezam bayad shoru° kard

https://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_Cinema_Rex
hochgeladen am 24.09.2018

https://www.zeit.de/politik/ausland/2011-11/stuermung-britische-botschaft

http://alischirasi.blogsport.de/2017/06/07/iran-schuesse-im-parlament/

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