Archiv für April 2019

Iran: Ermordung eines Rechtsanwalts

Der iranische Rechtsanwalt Hamid Hadschiyan wurde am Samstag auf dem Parkplatz seines Hauses in Teheran mit 8 Schüssen erschossen. Wie die Polizei mitteilte, waren zu diesem Zeitpunkt sämtliche Überwachungskameras des Parkplatzes zerstört. Hamid Hadschiyan war Anwalt eines Mandanten, dem Wirtschaftsdelikte vorgeworfen wurden, und hatte darauf hingewiesen, dass bestimmte Täter aus diesem Deliktmilieu bislang völlig straffrei ausgingen und nicht einmal gegen sie ermittelt werde. Der Anwalt soll den Aufenthaltsort eines dieser Hintermänner gewusst haben.
Die Tatsache, dass sämtliche Überwachungskameras zerstört waren, weist auf eine sorgfältige Überwachung des Anwalts und ein professionelles Vorgehen der Täter hin, so dass der Verdacht naheliegt, dass staatliche Organe (z.B. der Geheimdienst der Pasdaran) an diesem Mord beteiligt waren. So verschmelzen Wirtschaftskriminalität und Staatsterror zu einer Einheit.

http://www.pyknet.net/1398/11ordibehesht/09/page/titre.htm
vom 9. Ordibehesht 1398 (29. April 2019)
baraye sar be mohr mandane barxi namha dahanra ba golule mi bandand!

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Iran: Erdölförderung – alles Bio?


Die Bilder der Umweltzerstörung durch berstende Erdöltanker oder auslaufende Erdölplattformen von verschiedenen Teilen der Welt zeigen deutlich, welche Folgen der Energieverbrauch in Westeuropa, USA, Japan und zunehmend auch in China hat.
Über die Lage im Iran hört man wenig. Das liegt daran, dass dort die Erdölförderung und der Export fest in der Hand der Pasdaran (Revolutionswächter) liegt, und die lassen sich nicht gern in die Karten schauen. Hier ist eine der Quellen ihrer Wirtschaftsmacht.
Assaluye (Oslawiye) ist ein Ort, an dem seit 20 Jahren Erdöl gefördert wird.
Dem Foto nach zu schließen wird das begleitende Erdgas nicht verkauft, sondern vor Ort verbrannt. Was da an Ruß in den Himmel und in die Lungen der Arbeiter geschickt wird, kann man sich nur ausmalen. Betroffen sind natürlich auch die Einheimischen, die von diesen Arbeitsplätzen nicht einmal „profitieren“, von der verbrannten Luft aber schon. Und um die Arbeitenden brav bei der Stange zu halten, werden sie auch nicht direkt vom Förderunternehmen angestellt, sondern via Leiharbeitsfirmen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79371/
vom 9. Ordibehesht 1398 (29. April 2019)
atash o dud, arzaniye riyeye kargaran
kar dar assaluye (oslawiye) be qadam gozashtan dar meydane min mimanad

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Iran: Verhaftungen von Hochwasserhelfern gehen weiter

Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe in der südwestlichen Provinz Chusestan wurden mindestens 70 Einwohner dieser Region unter dem Vorwurf der „Teilnahme an der Veranstaltung von Straßenprotesten“, „Empfang finanzieller Hilfe aus dem Ausland für die Hochwassergeschädigten“ und „Verbreitung von Gerüchten über das Hochwasser im Internet“ verhaftet. Heute Morgen wurden vier weitere Aktivisten verhaftet, meist Lehrer, die Hochwasseropfer unterrichteten. Ihre Namen:

  • Naji Sawari, 38 Jahre, aus Ahwas, arabischer Lehrer und Schriftsteller
  • Mahir Dasumi, 30 Jahre, Forscher, Schriftsteller, arabischer Aktivist und Lehrer an einer gemeinnützigen Schule,
  • Ali Abidawi, 26, aus Ahwas, Lehrer,
  • Abdollah Faryast, 27, aus Ahwas, Kulturaktivist.

https://news.gooya.com/2019/04/post-25654.php
vom 29. April 2019
bazdashte shomare digari az emdadgarane seyle xuzestan

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Iran: Verhaftungen im Vorfeld des Tags der Arbeit


Parwin Mohammadi, Wale Zamani, Ali-Resa Thaqfi und Hale Safarzade

Der 1. Mai (im iranischen Kalender: der 11. Ordibehescht) nähert sich. Der Internationale Tag der Arbeit. Bezahlte Arbeit wird im Iran immer mehr zur Mangelware, aber das ändert nichts daran, dass das Regime Angst davor hat, dass die Arbeitenden ihre Rechte einfordern. Die Millionen Arbeitslosen mögen das Regime so wenig interessieren wie in den westlichen Staaten, aber alle diejenigen, die mit den Machthabern verbunden sind, haben ja auch Haus, Familie, Kinder. Sie wollen, dass die Kinder in die Schule gehen, dass Straßen und Häuser zumindest für sie gebaut werden, dass Wasser aus der Leitung fließt, und dass ihre Schutzpatrone genügend Geld haben, damit sie auch etwas abbekommen. Und das heißt: Auch in einem System wie der Islamischen Republik Iran, das mit Arbeiterrechten so wenig anfangen kann wie mit Menschenrechten im Allgemeinen, braucht es Lehrkräfte, Pflegepersonal in Krankenhäusern, Märkte für Nahrungsmittel und Kleider, und natürlich Erdölarbeiter, die den Reichen ihr Einkommen bescheren. Und diese Arbeitskräfte, selbst wenn sie inzwischen die Minderheit der Bevölkerung darstellen sollten, sind notwendig für das Wohlergehen der Machthaber. Das wissen die Machthaber, und das Wissen die Arbeiter. Das ist die Basis, auf der Verhandlungsmacht entsteht. Und das ist der Grund, warum das Regime auch heute noch Angst vor den Arbeitern hat. Deshalb verfolgt es Gewerkschaften, genauer gesagt, die Menschen, die unabhängige Gewerkschaftsbewegungen gründen und auf Trab bringen. So gab es unlängst Festnahmen in Teheran, Kamyaran, Sanandadsch und Urumije. Die Gewerkschaftsaktivisten wurden zum Teil wieder freigelassen, andere, wie Parwin Mohammadi, Wale Zamani, Ali-Resa Thaqfi und Hale Safarzade, sind seit vergangenen Freitag im Gohardascht-Gefängnis von Karadsch in Haft.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92904
vom 6. Ordibehescht 1398 (26. April 2019)
4 nafar az kargarane bazdasht shode dar tehran, hanuz azad nashodeand

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US-Sanktionen für Ölimporte von 8 weiteren Ländern

Im November letzten Jahres waren die Vereinigten Staaten aus dem Iran-Atomabkommen ausgeschieden und haben ihre Sanktionen gegen iranische Ölimporte wieder in Kraft treten lassen. Sanktioniert werden auch alle Handelspartner des Irans. Acht Ländern (China, Indien, Italien, Griechenland, Japan, Süd Korea, Taiwan and Turkei ) wurde allerdings ein Aufschub von 6 Monaten gegeben.

Dieser Aufschub wird – entgegen den internationalen Erwartungen – nicht verlängert. Ab dem 2. Mai treffen auch diese ölimportierenden Länder Handelssanktionen, falls sie den Import von iranischem Öl nicht auf Null zurückfahren. Die Vereinigten Staaten versprechen, dass sie zusammen mit Saudi Arabien, und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch ohne den Iran die weltweite Ölversorgung gewährleisten werden.

Noch bevor das Weiße Haus diese Entscheidung publik machte, drohte der iranische Marinechef der Revolutionswächter, Alireza Tangsiri, damit, die Straße von Hormus zu sperren.


Anrainerstaaten der Straße von Hormus: Iran, Irak, Saudi-Arabien, Bahrein, Kuweit, Katar, Vereinigte Arabische Emirate

Laut Wikipedia ist die Straße von Hormus „das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport nach Japan, Westeuropa und in die USA. Tanker mit 16,5–17 Millionen Barrel Öl (2004; 25 Prozent des Weltölverbrauchs, 2013; 40 Prozent des Weltölverbrauchs) im Wert von 800 Millionen US-Dollar durchfahren sie täglich.“

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Iran: Neuer Oberbefehlshaber der Pasdaran

Hossein Salami wurde jetzt vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i zum neuen Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Pasdaran (Revolutionswächter) ernannt. Er löst damit seinen Vorgänger Mohammad-Ali Dschafari ab. Zu diesem Zweck hat ihn Chamene‘i auch gleich noch zum General befördert. Hossein Salami ist kein Unbekannter: Seit 2009 ist er der stellvertretende Chef der Pasdaran und war somit die Nummer zwei in diesem Apparat, der wesentlichen Anteil an der Unterdrückung der Millionenproteste gegen die Fälschung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 hatte. Chamene‘i hat sich offensichtlich den richtigen Man ausgesucht, wenn er angesichts der tiefen Unzufriedenheit im Iran jemanden sucht, der die Politik der Unterdrückung im eigenen Land konsequent umsetzt.

Hand aufs Herz – wer hat mehr Tote auf dem Gewissen? Links: Mohammad-Ali Dschafari, rechts: Hossein Salami

https://www.radiofarda.com/a/f4_jafari_sacked_revolutionary_guards_salami/29894835.html
vom 1. Ordibehescht 1398 (21. April 2019)
farmandehe sepahe pasdaran taghyir kard, hossein salami jaygozine mohammad-°ali ja°fari shod

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Iran: Aufruf zu Protestkundgebungen der Lehrkräfte am 2. Mai

Die Organisationen, die im Iran die Interessen der Lehrkräfte vertreten, haben für den 2. Mai – dem Nationalen Tag des Lehrers im Iran – zu landesweiten Protestkundgebungen aufgerufen.
Der 2. Mai hat im Iran eine lange Tradition. Er geht auf Proteste zurück, die 1340 (1961) zur Schahzeit im Iran stattfanden und sich mit dem Tod des Lehrers Doktor Abu l-Hassan Chane°li zuspitzten. Damals unterstützte auch der US-Präsident Kennedy die Forderung der iranischen Lehrkräfte.
Die Lehrerorganisationen wollen an diesem Tag auf die aktuellen Schwierigkeiten hinweisen, mit denen die Lehrkräfte und die Schüler konfrontiert sind.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92774
vom 29. Farwardin 1398 (18. April 2019)
faraxane tajammo°e sarasari wa gostardeye farhangiyane iran

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B1%D9%88%D8%B2_%D9%85%D8%B9%D9%84%D9%85

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Iran: 50 Hochschulen geschlossen

Wie der iranische Minister für Hochschulwesen, Nassur Gholami, erklärte, wurden vergangenes Jahr (iranischer Kalender) im Rahmen der Sicherung eines Mindeststandards 50 Hochschulen im Iran geschlossen. Die Gesamtzahl der Hochschulen im Iran beträgt 2850 Hochschulen.
Zum Vergleich: In der Bundesrepublik Deutschland, die mit rund 80 Millionen Einwohnern zahlenmäßig dem Iran vergleichbar ist, gab es 2017/18 gerade einmal 429 Hochschulen.
Fläche des Irans beträgt 1,65 Millionen km2, die Fläche der BRD 360.000 km2, das ist ca. das 4,6-Fache von Deutschland. Die Zahl der Hochschulen im Iran ist 6,6-mal so groß wie in Deutschland. Der Grund kann also nicht allein an den höheren Entfernungen liegen, die eine höhere Anzahl von Hochschulen erforderlich machen würde. Im Iran ist eine große Anzahl der Hochschulen privat, sie dienen vor allem dazu, die Taschen der Betreiber zu füllen, und diejenigen, die das nötige Geld aufbringen, mit Diplomen zu versorgen. Die Qualität des Unterrichts und die Ausstattung vieler sogenannter Universitäten steht auf einem anderen Blatt.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=181022
vom 1. Ordibehesht 1398 (21. April 2019)
panjah daneshgah dar iran ta°til shodand

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Hochschulen_in_Deutschland
Stand: 22. April 2019, 15:01

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Iran – Chusestan: Erdöl droht großes Naturreservoir zu zerstören

Die Hochwasser im Südwesten des Irans in der Erdölprovinz Chusestan hatten unter anderem dazu geführt, dass das Naturreservat Hur-ol-Azim, ein riesiges Sumpfgebiet nahe der irakischen Grenze, das zahlreiche Wasservögel beherbergt, ebenfalls unter Wasser gesetzt wurde. Für Sümpfe ist das nicht unbedingt eine Katastrophe, in Gegenden mit spärlichen Regenfällen halten solche Hochwasser diese Biotope am Leben. Sie dienen zugleich als Puffer für den Wasserstand des Flusses, so dass er einen Teil der Wasserfracht und der mitgeschleppten Schwebteilchen hier ablagern kann.
Hur-ol-Azim ist aber nicht nur für den Vogelreichtum bekannt. Dort hat ein Unternehmen der Pasdaran (Revolutionswächter) Erdölförderanlagen installiert. Der eigentliche Grund, warum die Pasdaran gewaltsam Schutzdämme der einheimischen Bevölkerung am Karche-Fluss sprengten, war nicht die Sorge um die Bevölkerung, deren Häuser und Felder dadurch unter Wasser gesetzt wurden, sondern die Sorge um die Erdöleinnahmen aus den Ölvorkommen in Hur-ol-Azim. Die Sprengungen der Schutzdämme der Bevölkerung half nicht, das Wasser des Karche-Fluss fand auch seinen Weg in das Fördergebiet von Hur-ol-Azim und setzte einen Teil der Förderanlagen außer Betrieb, wie der Provinzgouverneur von Chusestan, Ahma Sawari, am vergangenen Donnerstag bekannt gab. Er erklärte weiterhin, dass eine Umweltkatastrophe nicht auszuschließen sei, falls das Wasser in die Förderanlagen eindringe und zur Freisetzung von Erdöl führe. Dadurch, dass auch die Straßen in der Region unter Wasser stehen, ist auf dem Landweg keine Rettung möglich. Interessant ist, dass niemand auf die Idee kommt, Hubschrauber einzusetzen. Für Kriegsdrohungen gegen Nachbarn in der Region sind den Revolutionswächtern Hubschrauber offensichtlich dienlich, aber um den eigenen Dreck wegzuräumen, auf die Idee kommen sie offensichtlich nicht.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=180846
vom 30. Farwardin 1398 (19. April 2019)
ostandariye xuzestan: emkane woqu°e yek faje°eye ziste mohiti dar hur-ol-°azim wojud bexatere aludegiye nafti darad

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Überschwemmungskatastrofe in Chuzestan, Iran

Die Überschwemmungen im Iran haben 25 Provinzen betroffen. Insgesamt sind 61 große und kleine Strassen unpassierbar. 4400 Dörfer im ganzen Land haben mit dem Hochwasser zu kämpfen. Als Beispiel mag hier ein Dorf namens Asharebozorg dienen, das 45 km von Ahwaz, Provinz Chuzestan, entfernt liegt. Die Katastrofe hat es besonders hart getroffen. Fast alle Häuser sind ruiniert, weil sie völlig oder auch nur zum Teil unter Wasser stehen. Es fehlt hier an Lebensmitteln und Trinkwasser und von staatlicher Hilfe ist weit und breit nichts zu sehen. Die Menschen helfen sich selbst.

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Iran: Rentner fordern Abzug der irakischen Paramilitärs aus dem Iran

Nach den durch die Hochwasser im Iran verursachten Überschwemmungen sind irakische paramilitärische Einheiten namens Haschad osch-scha°bi, die von den iranischen Pasdaran gegründet wurden und finanziert werden, in die iranische Provinz Chusestan geholt worden, angeblich, um ein Ausgreifen des Hochwassers auf den Irak zu verhindern.
Der Rat der Rentner des Irans drückte sein Befremden darüber aus, dass man Paramilitärs ins Land holt statt die Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes zu erbitten, um mit den Folgen des Hochwassers fertig zu werden. Der Rat der Rentner des Irans bezeichnete die Heranziehung dieser Hilfstruppen als Feldzug zur Unterdrückung der iranischen Bevölkerung (gemeint ist hier die arabische Minderheit in Chusestan), die nach den Hochwasserschäden gegen die ausbleibende staatliche Hilfe protestiert.
Der Rat der Rentner des Irans weist darauf hin, dass nach Artikel 146 der iranischen Verfassung die Stationierung jeglicher ausländischer Militärs, und sei es auch zu friedlichen Zwecken, verboten ist. Deshalb fordert er den umgehenden Abzug der paramilitärischen Einheiten des irakischen Haschad osch-Scha°bi und der afghanischen Fatemiyun von iranischem Boden.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92710
vom 26. Farwardin 1398 (15. April 2019)
shouraye bazneshastegane keshwar: xahane xoruje fouriye niruhaye shebhe nezamiye xareji az keshwar hastim

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Iran: Vom Hochwasser ins Gefängnis


Die bewaffneten Organe haben in den letzten Tagen und Wochen, als der Iran vom Nordosten bis in den Südwesten von schweren Regenfällen und katastrophalen Hochwasserständen heimgesucht wurde, Präsenz gezeigt. Im Norden, in der Provinz Golestan, haben sie die von Unternehmen der Pasdaran erbaute Bahnlinie an drei Stellen gesprengt – weil sie an Brücken gespart hatten, und damit die unterhalb gelegenen Ortschaften unter Wasser gesetzt. In der Provinz Chusestan haben sie von der Bevölkerung erbaute Hochwasserdämme mit Gewalt gegen die Bevölkerung gesprengt, und jetzt sind sie zu Verhaftungen geschritten. Am Sonntag nahm der Geheimdienst von Ahwas mindestens 25 Hochwasserhelfer fest. Hierzu stürmten die sogenannten Sicherheitskräfte den Sitz des Volkskomitees, das spontan zur Hochwasserbekämpfung gegründet wurde, in Malaschije in Ahwas. Die Inhaftierten waren Angehörige der arabischen Minderheit. Der Aufenthaltsort der Verhafteten ist nicht bekannt. Am Vortag waren mindestens fünf Bürger von Ahwas aus Kuye Alawi verhaftet worden, weil sie gegen die fehlende staatliche Unterstützung für die Hochwassergeschädigten protestiert hatten.
Zusätzlich hielten die Revolutionswächter, Bassidschis und die Polizei in den letzten Tag in dieser Region bewaffnete Manöver ab, offensichtlich, um die Bevölkerung einzuschüchtern.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92680
vom 25. Farwardin 1398 (14. April 2019)
25 emdadrasane ahwaz bazdasht shodand

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Iran: Ein Jahr Gefängnis für eine der „Frauen der Revolutionsstraße“


Wida Mowahed
Vor einem Jahr hatten im Iran an mehreren Orten Frauen gegen die Kopftuchpflicht protestiert, indem sie in der Revolutionsstraße in Teheran auf erhöhte Objekte stiegen und ihr Kopftuch wie eine Flagge hissten. Darauf kam es zu einer Reihe von Verhaftungen und Prozessen. Die erste Frau, die diese Bewegung ins Leben rief, war Wida Mowahed. Sie wurde Ende Februar 2019 von einem Richtergremium (Kammer 1091), das dem Ministerium für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) untergordnet ist, zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Ihr wurde „Aufwiegelung der Bevölkerung zu korruptem Verhalten und Prostitution mittels Enthüllung des Schleiers“ zur Last gelegt. Vor Gericht hatte Wida Mowahed die Form ihres Protests aufgrund der Konsequenzen für sie und ihr zweijähriges Kind als unpassend bezeichnet und sich verpflichtet, ihn nicht zu wiederholen. Ihre Anträge auf bedingte Freilassung oder auf Berücksichtigung bei der diesjährigen Amnestie wurde vom Gefängnis zurückgehalten, so dass der Vollstreckungsrichter sie nie erhalten hat.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM
vom 25. Farwardin 1398 (14. April 2019)
mahkumiyate doxtare xiyabane enqelab be yek sal habs

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Iran: Verhaftet wegen Blumen zum Tag der Frau


Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi

Zum 8. März dieses Jahres, dem internationalen Tag der Frau, hatten Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi in der Metro von Teheran an die weiblichen Passagiere Blumen verteilt. Auf Videos, die im Internet kursieren, sieht man sie, wie sie mit um den Hals gelegtem Kopftuch und einem Korb Blumen verteilen.
Die 23-jährige Yasemin Aryani ist Schauspielerin am Theater und auch Aktivisten der Kampagne des „Weißen Mittwochs“. Im Rahmen dieser Kampagne erscheinen Frauen jeden Mittwoch in weißer Kleidung in der Öffentlichkeit, um so für die Frauenrechte zu demonstrieren.
Yasemin Aryani wurde am Montag vor einer Woche (8.4.2019) auf Veranlassung des Ministeriums für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) von ihrer Arbeit als Schauspielerin entlassen, zwei Tage später, am 10. April 2019, wurde sie zusammen mit ihrer Mutter in ihrer Wohnung verhaftet und abgeführt. Als Yasemins Vater gegen die Verhaftung protestierte, drohten die Beamten damit, seinen Hund zu erschießen.
Die Beamtinnen und Beamten nahmen sämtliche Bücher, Manuskripte und das Laptop von Yasemin Aryani mit.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM

https://news.gooya.com/2019/04/post-25173.php
vom 13. April 2019
joz‘iyate taze az dastgiriye zanani ke dar metro gol midadand

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Kampf gegen das Wasser im Iran

Eindrücke vom Kampf der Iraner gegen das Hochwasser in der Provinz Chusestan


Aktuelles Hochwasser des Flusses Karkheh, Provinz Chusestan, Iran

Nordöstlich der iranischen Stadt Ahwaz befinden sich zwei weitere Städte, die vom aktuellen Hochwasser in der Region Chusestan bedroht waren: Hamidiye und Susangerd. In ihrer unmittelbaren Nähe verläuft ein Fluss namens Karkheh, dessen Wasser kurz davor war, über die Ufer zu treten. Die beiden Städte, mehrere nahe gelegene Dörfer, Bauernhöfe und Felder wären überschwemmt worden.

Da die Menschen Erfahrung haben mit der mangelnden staatlichen Nothilfe durch Militär, Pasdaran oder Bassidschi, nahmen sie von sich aus den Kampf gegen die Fluten auf und organisierten sich selbst. Jeder und jede, dem oder der es möglich war, jung und alt, von nah und fern meldete sich freiwillig und ließ sich einteilen in die notwendigen Rettungsarbeiten. Tausende Menschen aus beiden Städten beteiligten sich so an der Überwachung der Wasserstände, am Schaufeln von Erde, am Transport von Sandsäcken und vielem mehr. Ohne auf Säcke von staatlicher Seite zu warten, brachten sie mit, was sie selbst an Säcken hatten. Sie arbeiteten Tag und Nacht, rund um die Uhr.

Da gibt es die Geschichte vom Friseur, der seine Scheren einpackte und seinen Friseursalon abschloss, um in den folgenden Tagen Sandsäcke auf seinem Rücken zu schleppen und hin und wieder auch einem anderen Helfer die Haare zu schneiden oder die Geschichte von dem jungen Mann, der Cafehausbesitzer in Teheran ist und hunderte Kilometer gefahren ist, um hier in Chusestan zu helfen, die Wassermassen zu bekämpfen.

Der Kampf sollte erfolgreich sein, bislang haben die Dämme gehalten und die Städte wurden nicht überschwemmt.

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