Archiv für Mai 2019

Iran: Ausschreitungen nach tödlichen Polizeischüssen

Gestern kam es in der iranischen Stadt Zahedan, Provinz Sistan/Belutschistan zu Ausschreitungen, nachdem zuvor ein junger Mann von der Polizei erschossen worden war.

Ausschreitungen in Zahedan, Iran

Die Schüsse fielen bei einer Fahrzeugkontrolle. Der junge Mann sollte anhalten, fuhr aber weiter. Nach den Schüssen erlag er auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die wütende Menschenmenge, etwa 70 Personen, versammelte sich vor dem Gouverneursgebäude in Zahedan und protestierte gegen die tödlichen Schüsse. Es wurden Autoreifen und Fahrzeuge von Sicherheitskräften angezündet. Es kam zu 30 Festnahmen.

Video der Ausschreitungen

Der Tathergang wurde im Wesentlichen von der Polizei bestätigt. Sie gab an, dass das Kennzeichen des Fahrzeugs zu unleserlich war und sie deshalb das Auto anhielten. Aus anderen Quellen war zu hören, dass der junge Mann nicht anhalten wollte, weil er keinen Führerschein besaß.

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Iran: Ehemaliger Bildungsminister tötet seine zweite, junge Frau

Moahammad-Ali Nadschafi ist ein bekannter Mann im Iran. Früher war er Bildungsminister in der Regierung Rafsandschani, zuletzt war Oberbürgermeister von Teheran. Ihm wird eine sehr enge Beziehung zum Religiösen Führer Chamene‘i nachgesagt. Gestern hat er seine zweite, junge Frau, Mitra Ostad, mit einer Pistole erschossen. Die Polizei gibt an, dass er fünf Schüsse abgefeuert hat. Die Pistole ist sichergestellt.


Mitra Ostad und ihr Mörder, Moahammad-Ali Nadschafi

Nadschafi gibt die Tat zu. Angeblich hat er seine Frau wg. sexueller Kontakte mit einem anderen Mann getötet. Er hat sich selbst gestellt und ist in Polizeigewahrsam.

Zwei iranische Nachrichtenagenturen haben inzwischen berichtet, dass er vor der Tat in der heiligen Stadt Ghom war und einen Rechtsgelehrten besucht hat. Offensichtlich hat er sich vor der Tat Rechtshilfe geholt. Womöglich hat er es schriftlich bekommen.

Ihr Sohn hat in einem Interview erzählt, wie gewalttätig Nadschafi ist. Öfters musste er mit ansehen, wie seine Mutter von Nadschafi misshandelt wurde. Als er einmal dazwischen gegangen ist, hat sein Vater auch ihn geschlagen und ihm sogar die Hand gebrochen.

Kommentar:

Für uns sieht es wie ein geplanter Eifersuchtsmord aus. Die Tatsache, dass Nadschafi nach Ghom reiste und sich von einem Mullah beraten ließ, deutet darauf hin, dass die Tat nicht im Affekt geschah sondern gründlich geplant wurde. Nach der Scharia kann er, aber muss er nicht unbedingt bestraft werden. Eine Hinrichtung wäre theoretisch möglich, ist in seinem Fall aber höchst unwahrscheinlich. Ein Anwalt argumentiert genau so: eine Hinrichtung käme nicht in Frage. Möglich wäre auch eine kurze Gefängnisstrafe oder eine Geldstrafe.

Im Iran unterliegen Männer und Frauen hinsichtlich der Scharia einer sehr unterschiedlichen Rechtsprechung. Frauen müssen in solchen Fällen häufig mit einer Hinrichtung rechnen. Auch würde bei einer Frau die Geldstrafe doppelt so hoch angesetzt wie bei einem Mann. Der Seitensprung einer Frau gilt nach der Scharia für sich schon als Straftat, während ein Mann ganz legal bis zu vier Frauen gleichzeitig haben kann und kurzfristig noch sehr viel mehr. Wenn ein Mann seiner Frau einen Seitensprung durchgehen lässt, wird er ausgelacht und verliert seine Ehre. Er gilt nicht mehr als richtiger Moslem. Er wird von der Scharia geradezu zu so einer Tat gezwungen.

Nach dem religiösen Modell im Iran und der Scharia können die Mächtigen an der Spitze des iranischen Staats machen was sie wollen. Nadschafi gehörten als ehemaliger Bildungsminister und Oberbürgermeister zu den Mächtigsten im Land.

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Iran: Frauengesang in der Öffentlichkeit noch immer ein Verbrechen

Am Anfang stand der Auftritt einer iranischen Sängerin, unverschleiert, blondiert, vor dem Publikum an einem nicht genannten Ort im Iran. Eine Straftat, nach den Vorstellungen der herrschenden Geistlichkeit. Aus diesem Grund enthielt das auf youtube veröffentlichte Video auch die Überschrift: Die Adresse geben wir nicht, damit die Mollas vor Wut einen Herzinfarkt kriegen.
Nun, wütend sind sie tatsächlich geworden.

Wie der persische Dienst von BBC am 21. Mai berichtete, war die Sängerin vor ein paar Tagen in Abyane aufgetreten, einer historischen Ortschaft 40 km von Natans entfernt (Provinz Isfahan). Ruhollah Amini, der Freitags-Imam von Natans (Natanz) – der verlängerte Arm des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i an diesem Ort, verurteilte diesen Auftritt und erklärte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim: „Welcher fromme Mann, der seine Ehre besitzt, würde zulassen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt die göttlichen Gebote von jedem, der will, verletzt werden?“
Ruhollah Amini fügte hinzu: „Leider sehen wir, dass in einer Zeit, in der einige der Verantwortlichen des Systems gegenüber den (islamischen) Werten Rückzieher machen, einige Menschen, die Verderbnis verbreiten, absichtlich die (islamischen) Vorstellungen im heiligen Monat Ramadan verletzen. Es ist die Pflicht der gerichtlichen Institutionen, des Geheimdienstes und der Ordnungskräfte, energisch gegen solche Verletzungen der religiösen Werte vorzugehen.“


Negar Mo°asam, die Sängerin

Yussef Hassani, der Verwaltungschef des Landkreises Natans, hatte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Seda wa Sima erklärt, dass die Angehörigen eines privaten Reisebüros, die für die Verletzung der gesellschaftlichen Traditionen und der kulturellen Identität dieses geschichtlichen Orts verantwortlich seien, ausfindig gemacht worden seien. Die Staatsanwaltschaft von Natans werde gegen diese vorgehen. Wie Yussef Hassani weiter erklärte, habe die Staatsanwaltschaft von Natans die Konfiszierung von zwei Reisebussen angeordnet. Auch sei der Leiter dieser Gruppe und die Sängerin vom Gericht vorgeladen worden. Falls die Geladenen sich nicht vor Gericht einfänden, würde Haftbefehl gegen sie erlassen, sagte er. Er betonte, dass dieser Fall auf der Spitze der Tagesordnung stehe.
Der persische Dienst von Voice of America berichtete einen Tag später, am 22. Mai, dass die aus Schiras stammende Sängerin Negar Mo°asam, die auf dem in Abyane aufgenommenen Video singt, von der Staatsanwaltschaft von Natans vorgeladen wurde. Mortesa Basseriyan, der Staatsanwalt von Natans, bestätigte diese Vorladung und äußerte weiter: „Wir sind der erste Landkreis, in dem es zu diesem bitteren Vorfall kam, und haben darauf reagiert. Gegen diese Verletzung des religiösen Gesetzes werden wir entschieden und mit aller Macht und Stärke auf der Grundlage der Gesetze reagieren.“

Atombomben gegen Gesang
Dass die Reaktion der lokalen Machthaber hier besonders scharf ausfällt, mag noch einen ganz anderen politischen Hintergrund haben: Natanz ist der Standort der Atomanlage Natanz, wo die iranischen Machthaber in aller Heimlichkeit eine unterirdische Atomanlage einrichteten, die Tausende von Zentrifugen zur Urananreicherung enthielt. Man darf annehmen, dass an einem Ort mit derart heiklen militärischen Projekten alle lokalen Machthaber sorgfältig ausgewählt sind und eng mit dem religiösen Führer und den Pasdaran verbändelt sind. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Geheimdienst schnell aktiv geworden ist und die „Täter“ herausgefunden hat.
Vor diesem Hintergrund war es für die Sängerin ziemlich riskant, in dieser Region aufzutreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183043
vom 30. Ordibehescht 1398 (20. Mai 2019)
film / dar yeki az shahrhaye iran adres nemi dim ta axundha az °asabaniyat sekte konand
https://youtu.be/VEuqAknBes8

http://www.bbc.com/persian/iran-48360157
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
peygarde qaza‘iye zani ke dar rustaye abyane baraye mardom awaz xand

https://ir.voanews.com/a/singer-iran-music/4927682.html
vom 1. Chordad 1398 (22. Mai 2019)
negar mo°azzam honarmande shirazi ke dar abyane awaz xand rasman mourede peygarde qaza‘i qarar gereft

https://de.wikipedia.org/wiki/Atomanlage_Natanz
abgerufen am 27.05.2019

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Iran: Tanz und Musik auf der Straße, ohne Geschlechtertrennung


Auch vierzig Jahre nach der sogenannten Islamischen Revolution im Iran haben es die Machthaber nicht geschafft, den Wunsch der Bevölkerung nach Tanz und Musik zu unterdrücken. Und wie man auf dem Film sieht, tanzt in der Öffentlichkeit eine Frau zusammen mit einem Mann. Eine ältere Dame mit weißem Hut, wohl eine Touristin, filmt das Ganze. Der Film nennt keinen Ort, um die Beteiligten vor staatlicher Verfolgung zu schützen, denn die wäre sicher.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183091
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
film / esme mahall napors / in sahneha be °onwane harekathaye e°terazi, az madrese ta xiyabanha °aleyhe hokumate eslami dar hale gostaresh ast
https://youtu.be/gbfAKVBKFnU

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Iran: Musikerin bei Konzert hinter Wänden versteckt


Die Musikerin

Blick von der Musikerin zu den anderen Aufführenden

Hinter dieser Wand muss sie spielen

versteckter Blick auf das Publikum
Auf einer musikalischen Aufführung in Kaschan, die sich an eine Rede des Bürgermeisters von Kaschan anschloss, musste die anwesende Musikerin in islamischer Verhüllung vom Publikum versteckt hinter einer Wand auf der Bühne spielen. Die Männer durften offen spielen.
Der Clou: Das Thema der Rede des Bürgermeisters von Kaschan lautete: „Untersuchung der Hindernisse bei der Förderung der Kultur in Kaschan.“ Ein Blick hinter die Kulissen erspart lange Reden!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183304
vom 3. Chordad 1398 (24. Mai 2019)
honar dar hokumate eslamiye zedde zan
film / nawazandeye zane goruhe musiqi majbur ast az poshte diwarha benawazad
https://youtu.be/cpnK_1X0hcY

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Iran: Nein zum Krieg, nein zum Embargo, nein zur Alleinherrschaft


Am Sonntag, den 26. Mai 2019, haben Studierende der Allame-Tabatabai-Universität in Teheran eine Protestkundgebung abgehalten. Sie sind gegen die Kriegstreiberei, gegen das Wirtschaftsembargo und gegen die diktatorische Form der Machtausübung. In ihrer Erklärung, die sie gestern veröffentlichten, heißt es unter anderem:
„Wie kann man von Sicherheit reden, wenn wir Tag für Tag Zeuge werden, dass Kritiker und Protestierende gegen die herrschende Lage festgenommen, verhaftet und ins Gefängnis eingesperrt werden? In den vergangenen Jahrzehnten hat das Vorgehen der Machthaber, nur noch eine Meinung zuzulassen und die zahlreichen anderen Stimmen auszulöschen und zu unterdrücken dazu geführt, dass die Universität sich heute in eine Kaserne verwandelt hat, wo die kleinste Bewegung mit Unterdrückung beantwortet wird. Proteste und Streiks der Arbeiter werden massiv unterdrückt, gewerkschaftliche Aktivisten der Lehrkräfte werden inhaftiert. Noch einen Monat nach dem 1. Mai sind eine Reihe von Menschen in Haft, die an den Versammlungen zum Tag der Arbeit teilgenommen haben, zwei davon sind Journalisten. Schon seit Jahren werden die Forderungen religiöser Minderheiten mit schweren Haftstrafen beantwortet, Derwische sind in Haft, Umweltschützer sind schon seit über einem Jahr in „provisorischer Haft“ (Untersuchungshaft). Der Hausarrest (von den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Karubi und Mirhossein Mussawi) dauert nun schon fast 9 Jahre an, die Lastenträger an der Grenze (zum Irak/Kurdistan) werden dafür, dass sie um ihren Unterhalt kämpfen, erschossen, die afghanischen Flüchtlinge werden als billige Bauarbeitskräfte ausgebeutet und sind in den ganzen Jahren ihres Aufenthalts von der Deportation bedroht. Der friedliche, zivile Protest gegen die Zwangsverschleierung wird mit hohen Gefängnisstrafen beantwortet.“
Wohl gemerkt, das steht in keiner Exilzeitschrift, sondern das haben die Studenten einer Teheraner Uni gestern veröffentlicht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79657/
vom 5. Chordad 1398 (26.05.2019), 19:30
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °alame tabatabai dar tehran: na be jang, na be tahrim, na be eqtedargera‘i

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Protestversammlung von U-Bahn-Beschäftigten in Teheran

Eine Reihe von Mitarbeitern der Teheraner U-Bahn versammelte sich heute Morgen, Dienstag, 21. Mai 2019, vor einem Gebäudeblock des Teheraner U-Bahn-Versorgungsunternehmens, um gegen die Einstellung und Beendigung ihrer offiziellen Verträge zu protestieren. Laut Ensaf-News kamen rund 200 U-Bahn-Mitarbeiter zusammen.


Protest von U-Bahn-Beschäftigten in Teheran

Einer der Demonstranten sagte dem Ensaf News-Korrespondenten: „Sie machen uns alle unglücklich, wir hatten einen offiziellen Vertrag, aber jetzt behandeln sie uns schlecht und geben uns nur noch kurze Verträge und halbieren unser Gehalt.“

Geheimdienstleute der U-Bahn erlaubten Journalisten nicht, sich dem Protest anzuschließen.

Ungefähr zwanzig Polizisten mit Motorrädern trafen nach wenigen Minuten ein und verschwanden später wieder.

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Iran: Steigerung der Produktion von niedrig angereichertem Uran


Behruz Kamalwandi (erster von links)

Behruz Kamalwandi, Pressesprecher der Atomenergiebehörde des Irans, hat angekündigt, dass der Iran ab heute seine Produktion von angereichertem Uran (mit einem Gehalt von 3,67% des Isotops U-235) vervierfacht und deshalb bald den vertraglich vereinbarten Grenzwert von 300 Kilogramm erreichen werde. Er wies darauf hin, dass der Iran die Grenzen auch überschreiten könne, und forderte die westeuropäischen Staaten auf, lieber vorher zu handeln.
Wesentlich interessanter als Behruz Kamalwandi ist der Auftritt seines Nachbarn in der Mitte:

Hat er Rinderpest? Oder ist die Luft in Teheran so schmutzig? Oder hat er im Labor mit Uran gespielt?
Diejenigen im Iran, die diese Show inszeniert haben, verdienen einen Preis für unfreiwillige Komik.

https://www.radiofarda.com/a/iran_increased_low_enrich_uranium_fourfold/29952980.html
vom 20. Mai 2019
iran mizane toulide uranyume ba ghanaye payinra chahar barabar afzayesh dad

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Iran: Eisenbahner in Tabris streiken


Heute sind Eisenbahner in Tabris in den Streik getreten, um die Auszahlung der ausstehenden Löhne einzufordern. Die verantwortlichen Vorgesetzten sind bislang auf ihre Forderungen nicht eingegangen, haben die Arbeiter nur vertröstet und belogen und versucht sie einzuschüchtern.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183032
vom 30. Ordibehescht 1398 (20. Mai 2019)
°aks / e°tesabe kargarane xate rah-ahane tabriz

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Iran: Über 900 Menschen schreibender Berufe fordern Freilassung dreier Schriftsteller


Bektash Abtin, Resa Chandan-Mahabadi und Keyvan Bazhan

Die drei Mitglieder des iranischen Schriftstellerverbandes Bektash Abtin, Resa Chandan-Mahabadi und Keyvan Bazhan wurden vergangenen Mittwoch (15. Mai 2019) von der 28. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem Vorwurf der „Propaganda gegen das System“ und der „kriminellen Vereinigung, die gegen die Sicherheit des Landes gerichtet ist“, zu je sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil haben 900 Angehörige der schreibenden Berufe im Iran in einem offenen Brief an die Justiz und die Exekutive protestiert. Sie fordern die Freilassung der drei Schriftsteller.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=93323
vom 29. Ordibehescht 1398 (19. Mai 2019)
sadha newisande xahane laghwe ahkame zendane se °ozwe kanune newisandegane iran shodand

https://www.radiofarda.com/a/iranian-writers-reza-khandan-mahabadi-baktash-abtin-and-keyvan-bajan/29952755.html
vom 20. Mai 2019
bayaniyeye 900 newisande: hokme se °ozwe kanune newisandegan azadikosh ast

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Iran – Teheran: Studenten protestieren gegen anhaltende Haft einer Studentin


Seit 19 Tagen (Stand 19. Mai 2019) ist die Studentin der Sozialwissenschaften Marsiye Amiri, die an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Teheran studiert und zugleich als Journalistin für die Zeitung Sharq news arbeitet, in Haft. Es ist nur bekannt, dass sie sich im Evin-Gefängnis in einer Zelle in Einzelhaft befinden. Am Sonntag haben sich eine Reihe von Studierenden an der Hochschule für Sozialwissenschaften versammelt, um gegen die anhaltende Inhaftierung von Marsiye Amiri zu protestieren.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182956
vom 29. Ordibehescht 1398 (19. Mai 2019)
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °olume ejtema°iye daneshgahe tehran be edameye bazdashte marziye amiri + °aks

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Iran: Proteste von StudentInnen gegen neue Bekleidungsvorschriften

Auf dem Campus der Universität Teheran gab es am Montag, den 13.5.2019, Versammlungen und Demonstrationen von StudentInnen gegen die neuesten Vorschriften zur islamischen Kleiderordnung.


Iranische Studierende demonstrieren gegen islamische Kleidungsvorschriften an der Uni Teheran

Letzte Woche wurden von an den Universitäten installierten Geheimdienstbüros Bescheide veröffentlicht, nach denen neuerdings besonders streng auf die Einhaltung der islamischen Kleidungsvorschriften geachtet werden solle. Es wurden überall Plakate angeschlagen, auf denen stand, dass an Universitäten nicht mehr einfache alltägliche Kleidung wie auf der Strasse getragen werden dürfe. Frauen und Männer müssten sich genau an die islamischen Vorschriften der Scharia halten und Frauen z.B. den Tschador tragen.

Sogleich gab es Proteste dagegen und die Studentinnen und Studenten begannen schon Donnerstag letzter Woche mit der Mobiliserung gegen diese neuen Vorschriften. Am Montag, den 13.5.2019, war eine Demonstration auf dem Campus der Uni Teheran geplant. Gestern versammelten sich dann die StudentInnen aus alle Fakultäten im Freien, hielten Reden und riefen Parolen.

Auch die Staatsmacht blieb nicht untätig. Sie organisierte eine größere Gruppe von Basiji, die am Montag in Zivilkleidung in den Universitätscampus eindrangen, die studentischen Versammlungen angriffen und Schlägereien anfingen. Sie riefen Allah-hu-Akbar und versuchten zu stören.

Allerdings war die Zahl der StudentInnen wesentlich größer als dieser Haufen Staatsbüttel und die Studenten-Demonstration konnte trotz kleinerer Rangeleien am Rande zu Ende gebracht werden.

Unter https://www.radiofarda.com/a/protests-in-tehran-university/29937517.html (persisch) sind mehrere Videos verlinkt, die die Atmosphäre bei den Versammlungen gut widergeben.

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Gemäßigtere Töne aus Teheran?

Heute waren vom Religiösen Führer Ali Chamene‘i fast schon versöhnliche Töne zu hören. Sie waren auf einer Versammlung wichtiger militärischer Führer und Repräsentanten der Islamischen Republik in Teheran gesprochen worden.


Ali Chamene‘i und Hassan Rouhani sprechen am 14.5.2019 vor militärischen Führern und wichtigen Repräsentanten der Islamischen Republik

Bezogen auf die Konfrontation mit den USA hieß es: „Wir suchen keinen Krieg und sie auch nicht, weil sie wissen, dass er nicht zu ihren Gunsten ausgehen würde. Dies ist ein Kampf der Willen und unser Wille ist stärker!“

Wir erinnern uns an die kämpferischen Worte, die der Religiöse Führer erst vor ein paar Wochen geäußert hatte: Man müsse wachsam sein, USA und Israel könnten jederzeit angreifen und zwar von allen Seiten.

Heute machte es jedoch den Anschein, als hätte sich das Klima der internatinonalen Beziehungen gewandelt. Wir können es nur vermuten, aber womöglich haben fernab der Öffentlichkeit bereits Verhandlungen mit den USA begonnen.

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Iran: Aufbruch ins Sommerquartier


Jetzt ist die Zeit, in der in der Region Fars (Zentrum: Schiras) die noch existierenden Nomadengruppen mit ihrem Vieh vom Winterquartier ins Sommerquartier ziehen, also eine Art Almauftrieb. Dieser Auftrieb ist offiziell am 23. Ordibehescht (13. Mai) beendet. In der Region Fars leben 27.000 Nomadenfamilien, die drei großen Volksgruppen angehören – den Qaschqa‘i, den Chamse und den Loren, daneben gibt es noch acht weitere Familienverbände, die im Sommer in die Berge ziehen.









https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182383
vom 21. Ordibehescht 1398 (11. Mai 2019)
°aks / kuche bahare °ashayere fars

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Iran: Bericht einer Studentin aus der Einzelhaft


Parisa Rafi°i

Parisa Rafi°i, Studentenaktivistin, Studentin der Schönen Künste an der Uni Teheran, war wegen ihrer Teilnahme an Studentenprotesten in der Jahreswende 2017/2018 am 25. Februar 2018 verhaftet und am 19. März 2018 gegen Kaution freigelassen worden. Am 3. September 2018 wurde sie von der 26. Kammer des Revolutionstribunals Teheran wegen Straftaten gegen die Nationale Sicherheit, wegen staatsfeindlicher Propaganda und Störung der öffentlichen Ordnung zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.
In einem offenen Brief vom 19. Ordibehescht 1398 (9. Mai 2019) beschreibt sie die Bedingungen während ihrer 21 Tage währenden Einzelhaft vom 25. Februar bis 19. März 2018.
Sie schreibt, dass weder ihr noch ihren Angehörigen mitgeteilt wurde, an welchem Ort sie inhaftiert war. Dies erfüllt die Kriterien des „Verschwindenlassens“. Diese Praxis dient dazu, das Opfer völlig zu verunsichern. In den 21 Tagen wurde sie zudem in Einzelhaft gehalten, was die Unsicherheit noch vergrößert. In der Zeit ihrer Untersuchungshaft durfte sie auch keinen Anwalt sprechen.
Sie beschreibt die verschiedenen Formen, mit denen der Verhörbeamte versuchte, sie zu demütigen und unter Druck zu setzen. So verlangte er von ihr, sich auf ihre Jungfräulichkeit untersuchen zu lassen. Dem widersetzte sie sich erfolgreich. Der Verhörbeamte drohte ihr außerdem, ihr die Fingernägel auszureißen und sie hinrichten zu lassen.
Dies, um einen Eindruck zu gewinnen, wie man sie als Mensch brechen wollte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182326
vom 20. Ordibehescht 1398 (10. Mai 2019)

https://kayhanlife.com/society/human-rights/tehran-university-photography-student-jailed-for-seven-years/
vom 3. September 2019

https://www.scholarsatrisk.org/report/2018-02-25-university-of-tehran/
vom 25.02.2018

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