Archiv für Juni 2019

Iran: US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen größte iranische Petrochemie-Holding


Das US-Finanzministerium hat am 7. Juni gegen die Firma Sherkate Petrushimiye Khalije Fars – Persian Gulf Petrochemical Industries Company (PGPIC) Sanktionen verhängt. Diese Firma ist das größte iranische Erdölunternehmen und eine Holding, die 39 Unternehmen umfasst. Als Begründung für die Sanktionen nannte das US-Finanzministerium, dass dieses Unternehmen der Finanzierung von Khatamu l-Anbiya dient, einer wichtigen Einheit der Pasdaran (Revolutionswächter), die im Nahen Osten sehr rege Aktivitäten entfaltet, wenn es um die Unterstützung radikaler islamischer Gruppen geht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79793/
vom 7. Juni 2019, 20:25
amrika mojtama°e petrushimiye xalije fars-ra tahrim kard

https://www.theguardian.com/world/2019/jun/08/us-imposes-sanctions-on-irans-largest-petrochemical-group

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Touristen auf der Zielscheibe


Die Allgemeine und Revolutionäre Staatsanwaltschaft der am Kaspischen Meer gelegenen Provinz Masenderan hat am 7. Juni Anweisung erteilt, die Verfolgung von Touristen aufzunehmen, die auf dem Stausee von Lafur auf einem Schlauchboot gesichtet wurden. Ihr Verbrechen: Sie waren nicht nach Geschlechtern getrennt und die Frauen waren nicht verschleiert. Die Revolutionswächter stoßen sich außerdem daran, dass Fotos von diesen Schlauchboot-Touristen auch im Internet zu finden sind.
Laut anderen Berichten sollen die Behörden sich zuerst diejenigen vorgeknöpft haben, die diese Motorschlauchboote vermieten.
Nebenbei: Diese Herrschaften nennen sich zwar revolutionär, aber sie können es locker mit jedem deutschen Spießer aufnehmen.

https://news.gooya.com/2019/06/---232.php
vom 8. Juni 2019
janjal bar sare °akse chand gardeshgare jawan dar sadde lafur – mazenderan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Arbeiter beschweren sich bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)


Eine Gruppe von Arbeitern der Zuckerfabrik von Haft-Tape haben sich in einem gemeinsamen Brief bei der Freiheitskommission der Internationalen Arbeitsorganisation gegen die Verfolgung von rund 50 Arbeitern beschwert, die in den letzten Monaten verhaftet und verfolgt wurden. Einige wurden vorgeladen, einige bedroht, einige inhaftiert, einige gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Die Arbeiter wiesen in ihrem Brief an die ILO darauf hin, dass sogar Personen, die über die Verfolgung der Arbeiter berichteten, ihrerseits verhaftet, verhört und gefoltert wurden. Außerdem werden die Angehörigen der Inhaftierten unter Druck gesetzt, damit sie schweigen und nichts über die Lage der Inhaftierten nach Außen dringen lassen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79787/
vom 6. Juni 2019, 22:28
shekayate kargarane haft-tape az doulate iran be sazemane jahaniye kar

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Mullah Abdulrodus Hosseini ist in Ungnade gefallen

Mullah Abdulrodus Hosseini ist ein sunnitischer Mullah aus der Stadt Dschawanrud, in der kurdischen Provinz Kermanschah, der es gewagt hat, sich dem Religiösen Führer Ali Chamene‘i zu widersetzen. Nun ist er in Ungnade gefallen und wurde festgenommen.


Mullah Abdulrodus Hosseini

Jedes Jahr feiern Moslems das traditionelle Fastenbrechen nach dem Fastenmonat Ramadan mit einem Fest am 14. Chordad (4. Juni). In diesem Jahr fiel das Datum auf den Todestag von Ayatollah Chomein‘i. Aus diesem Grund entschied der Religiöse Führer Chamene‘i, dass am 14. nicht gefeiert sondern getrauert werden müsse. Erst am 15. Chordad sollte dann das Ende des Ramadan gefeiert werden.

Nun entschied der junge Mullah Abdulrodus Hosseini, der von Chamene‘i selbst als sein Vertreter in der Stadt Dschawanrud eingesetzt worden war, dass er doch am 14. Chordad das traditionelle islamische Fest feiern würde. Und so kam es auch. Die ganze Stadt feierte mit ihm am 14. Chordad.

Nun ist Abdulrodus Hosseini vom Geheimdienst festgenommen worden und niemand kann sagen, in welchem Gefängnis er sich befindet.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Drei iranische Anwälte in diesem Jahr vor dem Revolutionsgericht

Drei iranische Menschenrechtsanwälte, Mohammad Nadschafi, Nasrin Sotudeh und Amir Salar Davudi, wurden dieses Jahr bereits vor ein Revolutionsgericht gestellt.


Mohammad Nadschafi, Nasrin Sotudeh, Amir Salar Davudi

Allen drei Anwälten ist gemein, dass sie Politische Gefangene vertreten. Sie kamen alle drei selbst in das Fadenkreuz der Unrechtsjustiz.

Insbesondere über die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh haben wir mehrfach berichtet. Sie wurde zu insgesamt 38 Jahren Jahren Haft verurteilt und befindet sich seit 5 Jahren im Gefängnis.

Amir Salar Davudi hatte zunächst einen Prozess, in dem er zu zwei Jahren Haft, 111 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von 6 Mio. Tuman verurteilt wurde. In einem zweiten Prozess wurde er dann zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Mohammad Nadschafi wurde in der ersten Instanz zu drei Jahren Haft verurteilt.

Diese Prozesse vor dem Revolutionsgericht, die lange Untersuchungshaft und die maßlos schweren Urteile sollen abschreckend wirken. Es wird zunehmend riskant für Menschrechtsanwälte ihren Beruf wahr zunehemen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Keine Eile mit der Wasserversorgung in Sistan und Balutschestan


Der Abgeordnete von Sahedan (Region Sistan und Balutschestan) hat im iranischen Parlament beklagt, dass erst unlängst wieder drei Kinder – alles Mädchen – in der Gegend von Tschabahar ertrunken sind, als sie aus Wasserlöchern Wasser holen wollten.

Schon vor 15 Jahren sei ein Projekt ins Leben gerufen worden, um die 470 Dörfer von Tschabahar mit Wasser zu versorgen, aber dieses Projekt sei nur zu 15 bis 20 Prozent umgesetzt worden. Das führe dazu, dass die Bevölkerung sich mit Wasser aus Wasserlöchern versorge, wobei immer wieder Kinder ertrinken.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183923
vom 13. Chordad 1398 (3. Juni 2019)
tadawome marge kudakane chabahar dar godalhaye ab

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Bürgerrechtlerin erneut in anderes Gefängnis verlegt


Sepide Qalyan
Sepide Qalyan war vergangenes Jahr verhaftet worden, weil sie die streikenden Arbeiter von Haft-Tape unterstützt hatte. Sie wurde erst im Gefängnis von Ahwas in Haft gehalten, Ende April 2019 wurde sie ins Ewin-Gefängnis verlegt. Bei der letzten Vernehmung wurde ihr gesagt, dass ihr Fall an die 15. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran geht, unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Salawati.
Am heutigen Tage wurde sie in das Qaretschak-Gefängnis von Waramin verlegt. Häufige Verlegungen dienen der Verunsicherung der Gefangenen und der Erschwerung der Kontakte nach außen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183941
vom 13. Chordad 1398 (3. Juni 2019)
sepide qalyan be zendane qarechake varamin montaqel shod

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Gewerkschafterin weiter in Haft


Nahid Chodadschu (Xodaju) (im Foto links)

Nahid Chodadschu (Xodaju), die früher im Krankenhaus gearbeitet hat und jetzt im Vorstand der Freien Arbeitergewerkschaft (Ettehadiyeye Azade Kargaran) aktiv ist, wurde nach den Kundgebungen zum 1. Mai zusammen mit anderen Gewerkschaftsaktivisten verhaftet. Sie ist nach wie vor im Gefängnis. Der Ermittler hat es abgelehnt, ihre Entlassung gegen Kaution zuzustimmen, so dass sie nicht auf freien Fuß gesetzt wurde. Sie hatte schon in den ersten zwei Wochen ihrer Inhaftierung mehrere Gefängnisse durchlaufen: Das Ewin-Gefängnis (Teheran), das Qaretschak-Gefängnis und das Gefängnis von Groß-Teheran in Faschafuye.

https://ir.voanews.com/a/prisoner-activist-iran/4916607.html
vom 24. Ordibehescht 1398 (14. Mai 2019)
ba azadiye nahid xodaju °ozwe hey‘ate modireye ettehadiyeye azade kargarane iran mowafeqat nashod

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Raketenbunker statt Schulen


Schule im Erdbebengebiet

Vor zwei Jahren war ein großes Erdbeben in der kurdischen Provinz Kermanschah im Iran. Die Reparaturarbeiten an den dabei zerstörten Schulen und der Bau von Container-Schulen dauert bis heute an. Im Frühjahr dieses Jahres haben starke Unwetter und Hochwasser verschiedene Regionen im Iran heimgesucht, so die Provinzen Golestan (Nordiran), sowie Lorestan und Chusestan (Südwesten). Der verantwortliche Leiter der Behörde, die für den Neubau und die Reparatur von Schulen im Iran verantwortlich ist, Mehrollah Rachscha‘i-Mehr, hat gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärt, dass man in einigen Provinzen wie Golestan und Chusestan mit den Arbeiten relativ schnell vorankomme, in der Region Lorestan komme man aber nur dazu, die Schulen zu reparieren, weil die Gemeinden noch mit vielen anderen Problemen zu kämpfen hätten.
Man vergleiche diese Probleme beim Schulbau mit dem Vorgehen der Streitkräfte der Pasdaran, wenn es um den Bau einer unterirdischen Abschussbasis von Raketen geht. Man betrachte nur diesen kurzen Propagandafilm des iranischen Militärs: Das sind gewaltige unterirdische Bauten, entsprechend mit Beton verkleidet – dafür reicht das Geld und das Interesse des Staates allemal.

https://www.radiofarda.com/a/29979290.html
vom 13. Chordad 1398 (3. Juni 2019)
madarese manateqe seyl-zade dar lorestan ta mehr-mah amade nemishavad

https://news.gooya.com/2019/06/post-26751.php
vom 2. Juni 2019
shelike mushake balistike qiyam az ta’sisate zire zamini sepah

https://youtu.be/QKDqljrg984

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 1 Jahr Gefängnis für einen Satz der Solidarität


Mehdi Hadschati, Stadtrat von Schiras

Sohre Rastgari, die Ehefrau von Mehdi Hadschati, der Mitglied des Stadtrats von Schiras ist, hat am Sonntag bekannt gegeben, dass ihr Mann aus ihrer Wohnung abgeführt wurde, um eine Haftstrafe von einem Jahr Gefängnis zu verbüßen. Die Nachricht, dass Mehdi Hadschati zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, hat er einen Tag zuvor per SMS erfahren.
Mehdi Hadschati wurde in das Gefängnis von Abdal-Abad in Schiras eingewiesen. Er war im vergangenen Jahr festgenommen worden, nachdem er in einer Twitter-Meldung über die Inhaftierung zweier Angehöriger der Baha‘i-Religion in Schiras berichtet hatte. Nach zehn Tagen Haft wurde Mehdi Hadschati gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt, durfte aber eine Zeitlang nicht mehr an den Sitzungen des Stadtrats teilnehmen.
Der Satz, für den er jetzt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, lautete:
„In den zehn vergangenen Tagen habe ich überall angeklopft, damit meine beiden inhaftierten Baha‘i-Freunde freigelassen werden, aber ich habe nichts erreicht.“

https://news.gooya.com/2019/06/post-26779.php
vom 3. Juni 2019
fekrash-ra bekonid, hokme yek sale zendan baraye in jomle

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email