Archiv für September 2019

Iran: Todesurteil gegen 2 Balutschen

Ali Mowahhedi-Rad, der Allgemeine und Revolutionsstaatsanwalt von Sahedan, der Hauptstadt der Provinz Sistan und Balutschistan, hat bekannt gegeben, dass zwei Personen vom Revolutionstribunal in Sahedan wegen „Mitgliedschaft und Mitarbeit in einer terroristischen Gruppe“ zu Haft und Hinrichtung verurteilt wurden.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190781
vom 25. Schahriwar 1398 (16. September 2019)
hokme habs o e°dam baraye do nafar dar zahedan janjal be pa kard

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Iran: Halu – der „Trottel“ spricht

Halu, ein im Iran lebender Dichter und Kritiker, der für seine Worte auch schon im Gefängnis gesessen ist, hat in einer Videobotschaft über die „Blaue Frau“ gesprochen. Die „Blaue Frau“ hatte sich aus Protest vor der Justizverwaltung in Teheran verbrannt, weil man sie für den Wunsch, an einem Fußballspiel als Zuschauerin (als Frau) teilzunehmen, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt hatte.
Halu nimmt die Begründung des Staates, Frauen zu verfolgen, die als Zuschauerin ins Fußballstadion wollen, aufs Korn. Er zeigt mit Hilfe von Filmen, wo die Frauen überall teilnehmen dürfen und der Staat die erfordliche „Infrastruktur“ geschaffen hat, nur eben beim Fußball nicht. Er fragt, ob die Fundamente des Staates nur erschüttert werden, wenn die Frauen ins Fußballstadion gehen, aber nicht, wenn sie an der Selbstauspeitschung während der Aschura-Prozessionen teilnehmen oder an anderen religiösen Veranstaltungen auftreten.
Und dann kommt er auf den Kern zu sprechen, etwa ab 2:50. Er spricht die Männer an, die iranischen Landsleute, und sagt zu ihnen: Wenn ihr jetzt noch ins Stadion geht, ohne eure Ehefrauen, ohne eure Schwestern und Mütter, dann habt ihr keine Ehre, dann seid ihr kein Mann mehr. Das Stadion ist jetzt der Platz, der nach verbranntem Menschenfleisch riecht. Und direkt an die Fußballspieler gewandt sagt er: Das alles sind Menschen, die kommen wollen, um euch zu unterstützen, die euch bewundern. Spielt es für euch den gar keine Rolle, dass die Hälfte der Menschen dieses Landes das Stadion nicht betreten dürfen?
Das wäre so, wie wenn ich wo eingeladen bin, um meine Gedichte vorzulesen, und erfahre, dass ein Teil des Publikums ausgeschlossen wird. Zum Beispiel diejenigen, die eine Krawatte tragen, ohne diejenigen, die kurzärmlige Hemden tragen. Oder die kein Kopftuch tragen und deshalb nicht reindürfen. Und da soll ich meine Gedichte vortragen?
Wieso spielt ihr in einem Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung davon ausgeschlossen wird, an diesem Spiel teilzunehmen?

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190560
vom 22. Schahriwar 1398 (13. September 2019)
film / doxtare abi – goftar wa she°re halu

https://youtu.be/9H_-9TP0ZQE

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Iran: Sepide Gholyan, 18 Jahre Gefängnis im Kampf für Arbeiterrechte


Der BBC hat kürzlich eine Tondatei zusammen mit einem kurzen Schreiben von Sepide Gholyan erhalten, die im Gefängnis von Qaretschak inhaftiert ist. Sie wurde wegen ihres Einsatzes für die Streikenden Arbeiter der Zuckerfabrik in Haft-Tape verhaftet und unter fabrizierten Vorwürfen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, wovon 7 Jahre unbedingt abzusitzen sind. Die Gefangene berichtet von den ständigen Schreien der Gefolterten, die zu ihr dringen. Sie berichtet davon, dass sie 16 Stunden lang in einer Zelle inhaftiert war, während in der Nachbarzelle ein Gefangener namens Ismail vom Verhörbeamten geschlagen und ständig aufgefordert wurde, ein Geständnis abzulegen. Ein Mitangeklagter im Verfahren gegen die streikenden Arbeiter von Haft-Tape hieß Ismail Bachschi. Was Sepide nicht wusste, war, dass Ismail zu diesem Zeitpunkt schon auf freiem Fuß war.
Der Verhörbeamte hatte von Sepide Gholyan verlangt, sie solle vor laufender Kamera erklären, dass sie getäuscht worden sei. Sepide berichtet. „Am ersten Esfand (12. Monat des iranischen Kalenders) kam der Verhörbeamte erneut ins Verhörzimmer und sagte zu mir: Ich mache dir einen Vorschlag. Du schminkst dich so, wie sonst auch, und hast die Haare so gefärbt, wie du willst, du trägst die Kleidung, die du magst, und brauchst nicht einmal ein Kopftuch tragen, alles ganz so, wie du willst, und so trittst du vor die Kamera und erklärst: „Ich bin reingelegt worden“. Hilf du uns, dass wir einen Dokumentarfilm darüber erstellen können, dass du getäuscht worden bist, dann helfen wir dir auch, dass du zu deiner Familie zurückkehrst. Anderenfalls stehen wir als die Dummen da und werden dir nie mehr die Gelegenheit geben, in die Freiheit zurückzukehren.“
Ein weiterer Grund, wieso Sepide Gholyan so eine drastische Strafe erhalten hat, könnte darin liegen, dass sie Lügen der Sicherheitsorgane entlarvt hat. Die Behörden hatten während des Streiks der Arbeiter von Haft-Tape bestritten, dass es Sondereinsatzkräfte gegen die Arbeiter gebe. Daraufhin war Sepide Gholyan an der Fassade der Verwaltung der Sicherheitsbehörden (Farmandari) hochgeklettert und hatte Aufnahmen von diesen Sondereinsatzkräften gemacht und veröffentlicht.
Sepida Gholyan klagt darüber, dass sie im Iran nichts gegen die Justiz des Landes unternehmen kann und sich auch nicht gegen den Rufmord wehren kann, den die staatlichen Medien gegen sie betreiben.
In ihrer Ton-Datei geht Sepide Gholyan auch auf die „blaue Frau“ (blau ist die Farbe der Fußballmannschaft, deren Fan sie ist), die sich vor dem Gebäude der Justizverwaltung in Teheran selbst angezündet hatte, um dagegen zu protestieren, dass sie wegen ihrer Teilnahme als Zuschauerin an einem Fußballspiel von der Justiz verfolgt wurde (Frauen dürfen im Iran als Zuschauerinnen ins Stadium, wenn dort nur Frauenmannschaften spielen). Diese Frau, sie hieß Sahar Chodayari, hatte gegenüber ihren Mitgefangenen bis zum Schluss erklärt, dass ihr Vater sie umbringen würde, wenn er von der Haftstrafe gegen sie (=Sahar Chodayari) erführe.
https://news.gooya.com/2019/09/post-30131.php
vom 15. September 2019
payame sepide qalyan (gholyan) az zendan

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190732
sepide qalyan (gholyan) az zendane qarechak: kabuse sedaye shekanjeha dar gusham qat° nemishavad / be man beguyid az qoveye qazaiye chetour shekayat konam + film
vom 24. Schahriwar 1398 (15. September 2019)

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Iran:Die Proteste der Frauen

Quelle: Iran Journal
Ihre Mütter waren Kinder oder Jugendliche, als die Islamische Republik Iran und mit ihr die islamischen Kleidungsvorschriften eingeführt wurden. Die Töchter wurden in das digitale Zeitalter geboren und kennen so neben ihrer eigenen Lebenswirklichkeit auch die weite Welt von Kindesbeinen an. Auch wenn die üblichen Interessenkonflikte zwischen Jugendlichen und Erwachsenen sie und ihre Mütter trennen: Beide Generationen wollen Gleichstellung und Freiheit. Jüngstes Opfer der Unterdrückung von Frauen im Iran ist ein weiblicher Fußballfan. mehr »

Von Nasrin Bassiri

Die Töchter möchten in Freiheit leben, koste es, was es wolle. Sie verlassen das Land, um zu studieren, flüchten mit oder ohne Erlaubnis ihrer Eltern in eine Partnerschaft ohne Trauschein oder nutzen andere Schlupflöcher, die ihnen noch offen stehen. Partys in Gärten außerhalb der Städte, Kurztrips nach Antalya oder Tiflis, Touristenbusse zu den Sehenswürdigkeiten des Landes, in denen die Vorhänge zugezogen und feuchtfröhlich gefeiert wird. Sie legen ihre Kopftücher ab, lassen sich die Haare scheren und malen oder kleben sich Bärte an, um in Sportstadien zu gelangen. Sie treiben Kampfsport und spielen Fußball. Gemeinsam mit Jungs fahren sie Skateboard und laufen Parcours, tanzen auf den Teheraner Straßen und singen in der Öffentlichkeit, obwohl Frauen das untersagt ist.

Nicht selten geraten sie dabei ins Netz der Ordnungskräfte und werden verhaftet. Ob es den Greisen an der Macht aber gelingen wird, sie mit eiserner Hand und hohen Haftstrafen zu bezwingen, ist ungewiss. Gewiss ist aber, dass sie die Unterstützung vieler Männer und ihrer Familien genießen.

Der namhafte iranische Filmregisseure Jafar Panahi, selbst Vater, kennt das Problem aus nächster Nähe. Sein Film „Offside“ über das Frauenverbot in Fußballstadien brachte ihm bei der Berlinale 2006 den Großen Preis der Jury ein.

Nach Protesten von Frauen und Drohungen der FIFA, keine internationalen Spiele mehr im Iran stattfinden zu lassen, lenkten die Machthaber ein. Bei der Fußball-WM 2018 wurde Frauen der Zutritt zum Azadi-Stadion gewährt. Später durften dann nur noch ausgewählte Frauen die Spiele ansehen: Ausländerinnen und Iranerinnen mit Doppelpass oder ausgesuchte Pressevertreterinnen. Die FIFA ist enttäuscht und kündigte laut DPA Mitte August an, die Beteiligung des Iran an der WM 2022 stünde „wieder auf der Kippe“, da die Aufhebung des Stadionverbots für Frauen nicht umgesetzt werde. Ebenfalls laut DPA reagierte der iranische Generalstaatsanwalt Mohammed Dschafar Montaseri mit den Worten, es sei „nicht die Angelegenheit der FIFA, ob unter den Fußballfans in den Stadien auch Frauen sind oder nicht“.
Viele junge Frauen verschaffen sich Zugang zu den Stadien, indem sie sich als Mann verkleiden

Viele junge Frauen verschaffen sich Zugang zu den Stadien, indem sie sich als Mann verkleiden

Für das seit Beginn der Islamischen Republik vor mehr als 40 Jahren bestehende Zutrittsverbot gibt es keine rechtliche Grundlage. Es wird lediglich behauptet, Frauen begingen eine Sünde, wenn sie halbnackte Spieler auf dem Rasen sähen, zudem benutzten Zuschauer unanständige Schimpfwörter, die nicht für Frauenohren bestimmt seien. Die gegen das Stadionverbot protestierenden Frauen meinen dagegen, man solle dann doch verbieten, dass die Männer unanständige Dinge sagten, statt den Frauen zu verbieten, ins Stadion zu gehen.

Das blaue Mädchen

Die iranischen Medien nennen sie „Das blaue Mädchen: Am Montag, den 2. September 2019, schüttete die 29-jährige Sahar Khodayari sich vor dem Teheraner Revolutionsgericht einen Kanister Benzin über den Kopf und zündete sich an. Passanten versuchten, das Feuer zu löschen, doch als die Rettungskräfte eintrafen, atmete die junge Frau kaum noch. Sie wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert, wo Sahar Khodayari am 10. September verstarb. Reporterinnen von Rooykarde Emrooz schreiben, die junge Frau sei zu sechs Monaten Haft verurteilt worden.
Sahar Kohdayari, bekannt als „Das blaue Mädchen“

Sahar Kohdayari, bekannt als „Das blaue Mädchen“

Laut ihrer Familie hatte Sahar im März 2019 mit einem langen Mantel und einer blauen Perücke bekleidet das Haus verlassen, um nach Teheran zu fahren und das Spiel ihrer Lieblingsfußballmannschaft Esteghlal gegen die Mannschaft Al-Ain aus den Arabischen Emiraten anzusehen, berichtet Shahrvand Online. Dort wurde ihr der Zutritt verweigert, nachdem sie als Frau erkannt worden war. Die Sittenpolizei nahm Sahar wegen mangelhafter islamischer Bekleidung und Widerstand fest. Wegen Verstoßes gegen das Keuschheitsgebot, sittenwidrigen Benehmens und Beleidigung der Ordnungskräfte wurde Anklage erhoben. Nachdem ihre Familie eine Kaution von 50 Millionen Tuman gezahlt hatte, kam sie bis zur Verhandlung zunächst wieder frei.

Als einzige seiner zwei Söhne und sechs Töchter habe sich Sahar für Fußball interessiert, berichtete ihr Vater gegenüber Sanaat News: „Sie war in Fußball vernarrt.“ Seine anderen Kinder hätten ihre Köpfe lieber in Bücher gesteckt. Auch Sahar hatte zwei Hochschulabschlüsse: in Fremdsprachen und in Informationstechnologie. Sie sei ein schlichtes Mädchen, das sich vor fünf Jahren plötzlich für Fußball zu interessieren begann und stundenlang vor dem Fernsehen Spiele angeschaut und für den Verein Esteghlal gebetet habe. „Ich hatte keine Einwände, solange sie die Spiele am Fernsehen verfolgte“, so Sahars Vater. Der Kriegsveteran arbeitete für „Bonyad e Janbazan“, eine Stiftung für Menschen mit Kriegsverletzungen und Behinderungen, und für „Jahad e Sazandegi“, eine ideologisch angehauchte Wiederaufbauorganisation. Mittlerweile ist er pensioniert. Im Gespräch mit Sanaat News sagte er, Sahar sei „seelisch angegriffen“ gewesen und habe bis vor kurzem Psychopharmaka eingenommen. Die Medikamente wurden abgesetzt, weil der Arzt meinte, sie könne durch die Nebenwirkungen erblinden. Er habe aber davor gewarnt, dass Sahar sich nun selbst gefährden könne. Sie hatte bereits zuvor einmal versucht, sich das Leben zu nehmen.

Es ist unklar, ob das Interview mit dem offensichtlich religiösen und systemkonformen Familienvater der Wahrheit entspricht oder wie inszenierte Fernsehinterviews mit Gefangenen durch Drohungen und Druck entstanden ist.

Solidaritätswelle in den sozialen Netzwerken

Masoud Shojaee, der Kapitän der iranischen Fußballnationalmannschaft, verglich auf Instagram das Stadionverbot für Frauen mit dem Schleierverbot in der Zeit von Schah Reza Pahlevi, das von den Ordnungskräften mit Gewalt durchgesetzt wurde: „Unsere Nachkommen werden dafür kein Verständnis haben“, so Shojaee. Auch der Kapitän der Mannschaft Esteghlal, Veria Ghafouri, kritisierte das Stadionverbot und nannte es altertümlich. Der Fußballspieler Milad Meydawoodi bedauerte, das Leben eines Mädchens sei ein hoher Preis für den unschuldigen Traum, ins Stadion zu gehen. Und die Schauspielerin Pooria Sorkhpour schrieb: „So lange ich lebe, werde ich keinen Fuß in das Stadion setzen, für das Du brennen musstest, um hineinzugelangen.“

http://iranjournal.org/gesellschaft/iran-frauen-proteste
vom 11.09.2019
Iran Journal

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Iran:Wut nach Tod des „blauen Mädchens


Sahar Khodayari

Quelle.Iran Journal
Sahar Khodayari, ein weiblicher iranischer Fußballfan, ist am Montag eine Woche nach ihrer Selbstverbrennung in einem Teheraner Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen.

Khodayari hatte am 12. März versucht, als Mann verkleidet das Stadionverbot für Frauen zu umgehen, um das Fußballspiel ihrer Lieblingsmannschaft Esteghlal in der asiatischen Champions League gegen Al-Ain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Teheran zu sehen. Die 29-Jährige fiel der Security jedoch auf und wurde am Eingang des Azadi-Stadions festgenommen. Sie musste zwei Tage in Untersuchungshaft verbringen und kam dann zunächst gegen eine Kaution von 50 Millionen Tuman, umgerechnet 5.000 Euro, frei.

Die Justiz leitete gegen Khodayari ein Verfahren wegen Beleidigung der öffentlichen Ordnung und Widerstand gegen die Polizei ein. Am 2. September erfuhr sie nach ihrer ersten Anhörung, dass ihr bis zu sechs Monate Haftstrafe drohten. Nach dem Verlassen des Revolutionsgerichts in Teheran übergoss sich die junge Frau mit Benzin und zündete sich an.

Khodayari wird in den sozialen Netzwerken nach der Farbe ihrer Lieblingsmannschaft Esteghlal als „blaues Mädchen“ bezeichnet. Unter dem Hashtag „Blaues Mädchen“ prangern nun Tausende Iraner*innen das Zutrittsverbot für Frauen in Sportstadien als „mittelalterliche und menschenrechtsfeindliche“ Maßnahme an und fordern deren Aufhebung. Die Abgeordnete Parvaneh Salahshouri schrieb auf Twitter: „Wo Männer die Grundrechte von Frauen missachten und Frauen diese Unterdrückung offenbar unterstützen, sind alle an der Selbstverbrennung von Sahar mitschuldig.“

Auch prominente Sportler äußern ihre Trauer um Khodayari. Der ehemalige Fußballspieler Ali Daei postete auf Instagram ein blau gefärbtes Foto, auf dem ein Mädchen zu sehen ist, das einen Ball in der Hand hält und mitten in einem Stadion in Flammen steht.
Quelle.Iran Journal

http://iranjournal.org/news/iran-wut-tod-blaues-maedchen
vom 10.09.2019
Es fällt auf, dass die Webseite Iran Journal den persischen Begriff „doxtar“ mit Mädchen übersetzt, obwohl es sich laut eigenen Angaben des Artikels um eine 29-jährige Frau handelt. Dahinter steht noch immer die sexistische Verwendung des Begriffs „doxtar“ für Jungfrau, die in Deutschland nicht mehr üblich ist.

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Iran: Milde für Folterer und Mörder Said Mortasawi


Links Said Mortasawi, neben zwei Geistlichen

Wir hatten schon öfter von Sa°id Mortasawi (Mortazavi) berichtet, der im Laufe seiner Kariere eine iranisch-kanadische Journalistin zu Tode gefoltert hatte und einer der Verantwortlichen der Folterungen im Kahrisak-Gefängnis war. Er wurde vom damaligen Präsidenten Ahmadineschad aus der Schusslinie geholt und als Direktor der staatlichen Sozialversicherung eingesetzt, den er als Selbstbedienungsladen auffasste und so ein Teil des Budgets in seine Taschen wandern ließ. Was ihm letztlich zum Verhängnis wurde, war wohl die Tatsache, dass Dr. Abdolhossein Ruh-ol-Amini, der Vater eines jungen Mannes, der in Kahrisak zu Tode gefoltert wurde, Berater des religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i war. Und der ließ nicht locker, bis Sa°id Mortasawi tatsächlich vor Gericht gestellt und zu letztlich 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die musste er auch nicht gleich antreten, und wie sich zeigt, sind seine Seilschaften nicht untätig geblieben. Er hat noch nichtmal ein Drittel seiner Haftstrafe verbüßt und ist jetzt schon wieder auf freiem Fuß.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190369
vom 18. Schahriwar 1398 (9. September 2019)
°aks / sa°id mortazavi qatele kahrizak wa dozde gharatgare sazemane ta‘mine ejtema°i be aghushe xanewadeye dozdan bazgasht

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Iran: Jahrzehnte Gefängnis für Arbeitervertreter


Am Sonntag, den 8. September 2019, wurden die Urteile gegen Vertreter der streikenden Arbeiter von Haft-Tape bekannt gegeben.
Esmail Bachschi, ein Arbeitervertreter aus Haft-Tape, wurde zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.
Sepide Qaliyan, eine Arbeiteraktivistin, erhielt 19 Jahre und 6 Monate Gefängnis.
Mohammad Chanifar, Arbeiter von Haft-Tape, muss für 6 Jahre hinter Gitter.
Die Mitarbeiter der Zeitschrift „Gam“, die sich gegen die Todesstrafe und für die streikenden Arbeiter ausgesprochen hatte, wurde ebenfalls mit schweren Haftstrafen belegt: Amir Hossein Mohammadi-Fard, Sanaz Elahyari, Asal Mohammadi und Amir Amir-Qoli wurde zu je 18 Jahren Gefängnis verurteilt.
Von den verhängten Gefängnisstrafen müssen Esmail Bachschi mindestens sieben Jahre, Sepide Qalyan mindesten acht Jahre und die vier Mitarbeiter der Zeitschrift „Gam“ mindestens sieben Jahre im Gefängnis verbüßen.
Die auch für iranische Verhältnisse harten Gefängnisstrafen führten zu Protesten unter freien Gewerkschaften und dem Schriftstellerverband.

https://www.radiofarda.com/a/protests-over-prolonged-prison-sentence-for-labor-activists/30152580.html
vom 17. Schahriwar 1398 (8. September 2019)
e°teraze sendikaye kargarane haft-tape be ahkame sangin °aleyhe fa°°alane kargari

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Iran: Blick über den Zaun



Blogger gibt es im wie Sand am Meer, und selbst wenn man sich auf das Thema Iran beschränkt, finden sich im Iran, in den USA und natürlich auch in Europa da sicher Tausende. Genaue Daten kennen wir nicht, die gibt es nichtmal für Deutschland.
Aber statt dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, lohnt es sich, mal zu den anderen rüberzuschauen, was die so machen. Vor kurzem wurden wir auf eine interessante englischsprachige Webseite aufmerksam gemacht, die unter https://ajammc.com betrieben wird.
Dort findet sich ein Artikel von Alex Shams vom 10. August 2013, indem er seine Gedanken über Stereotype in der Iran-Berichterstattung macht, sei es in den üblichen Medien, sei es durch sogenannte Alternative, die bei einem Tripp in den Iran entdeckt haben, dass die Iraner auch Menschen sind. Diese erstaunliche Entdeckung wäre nicht so erstaunlich, wenn man die Iranerinnen und Iraner, die selbst im Netz aktiv sind, ernst und vor allem zur Kenntnis nehmen würde. Aber ein Alternativ-Tourist „von uns“ ist natürlich viel seriöser als irgendein ominöser Iraner, nicht wahr?
Nun, Alex Shams stellt uns in seinem Artikel eine Initiative vor, die es auch in anderen Städten der Welt gibt. Sie will mit Photos, ohne Text, das Leben in einer Stadt darstellen. Im Iran gibt es diese Bewegung in Teheran, Tabris, Isfahan und Schiras.
Die Seite für Teheran lautet:
https://www.facebook.com/HumansOfTehran?fref=ts
Alex Shams ist hingegangen und hat mit iranischen Journalisten gesprochen, die für Humans of Teheran Photos machen. Er hat sie dazu befragt, wie die Angesprochenen reagieren, von denen ein Foto gemacht werden soll. Und diese Geschichten hinter dem Photo stellt er in seinem Artikel dar. Er ist auf englisch geschrieben, wer will kann ihn direkt lesen:

https://ajammc.com/2013/08/10/picturing-the-iranian-everyday-an-interview-with-the-photographers-behind-humans-of-tehran/?fbclid=IwAR2Fm4mYum9NU6YNQ4cHY6mIoR-_IGL4wQ7wQjeAOftC31fGjw2VhLfZhm0

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Die iranischen Ölexporte gehen im August 2019 auf 160.000 Barrel pro Tag zurück

Laut dem Dateninformationsunternehmen Kpler gingen die iranischen Ölexporte im August auf 160.000 Barrel pro Tag zurück, verglichen mit 365.000 im Juli.

Im August letzten Jahres exportierte der Iran rund zwei Millionen Barrel pro Tag, bevor die Vereinigten Staaten im November die Ölsanktionen verhängten. Bis Anfang Mai exportierte der Iran rund eine Million Barrel pro Tag, als die USA ihre Sanktionen verschärften und alle Ausnahmeregelungen für eine Handvoll Länder aufhoben.

Die 160.000 Barrel pro Tag von August verteilen sich auf Exporte von 22.000 Barrel pro Tag in die Türkei, 33.000 nach Syrien und 105.000 nach China.

Die USA gaben am Mittwoch, dem 4. September, bekannt, dass sie Kunden von iranischem Öl keine Befreiungen oder Befreiungen gewähren werden, so dass mögliche Importeure und diejenigen, die die Schifffahrt, Versicherungen oder Banken unterstützen, den US-Sanktionen ausgesetzt sind.

Die vom chinesischen Zoll veröffentlichten Zahlen zeigen, dass das Land zwischen Mai und Juli 233.000 Barrel pro Tag aus dem Iran importierte, die Zahlen für August wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.

Es ist nicht klar, ob China für diese relativ geringe Menge Rohöl Bargeld zahlt oder ob das Geld zur Tilgung der iranischen Schulden an zwei chinesische Unternehmen, SINOPEC und CNPC, verwendet wird, die in den Iran investiert haben und finanzielle Forderungen haben.

Der Iran ist das einzige Land, das Syrien mit Öl beliefert, das sowohl von den USA als auch von der Europäischen Union sanktioniert wird.

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Iran: Abgeordnete fordert „Islamische Milde“ für inhaftierte Demonstrantinnen vom 1. Mai

Parwane Salahschuri, Abgeordnete für Teheran im iranischen Parlament, hat am Sonntag, den 1. September, im Parlament die Inhaftierung von drei jungen Frauen namens Nuschin Dscha°fari, Marsiye Amiri und °Atefe Rangris kritisiert und „islamische Milde“ für diese Frauen gefordert.
Parwane Salahschuri sagte vor den Abgeordneten: „In diesen Tagen verlangen mehrere junge Frauen im Gefängnis Gerechtigkeit. In Artikel 27 des iranischen Grundgesetzes ist die Versammlungsfreiheit verankert. Aber als zum Tag der Arbeit im Umkreis des Parlaments eine Versammlung mit gewerkschaftlichen Forderungen der Arbeiter stattfand, wurde eine ganze Reihe von Menschen verhaftet. (…) Einige der Inhaftierten wurden nach einiger Zeit wieder freigelassen, aber noch immer ist eine Reihe von ihnen im Gefängnis. Vor kurzem wurde das Urteil gegen Marsiye Amiri und °Atefe Rangriz verkündet. Gegen sie wurden sehr schwere Strafen in der Höhe von 10 und 11 Jahren Gefängnis verhängt, mit der Zusatzstrafe der Auspeitschung. Und dies dafür, dass sie an einer öffentlichen Kundgebung auf der Straße teilgenommen hatten.“ Sie verwies darauf, dass Millionenbetrüger mit vergleichbaren Strafen davonkommen.

https://news.gooya.com/2019/09/post-29674.php
vom 1. September 2019
salahshuri: seh doxtar tanha be dalile hozur dar yek e°teraze ejtema°i bayad 10 sal zendan berawand; in ast °edalate eslami

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