Iran: Ein Krieg als letzte Rettung

Am Samstag, den 14. September 2019, schlugen kurz nach 3 Uhr morgens in zwei wichtigen erdölverarbeitenden Fabriken in Saudi-Arabien mehrere Raketen ein, die im Handstreich kurzfristig einen beachtlichen Anteil der Erdölproduktion im Land lahmlegten.
Ziemlich bald wurden die iranischen Machthaber beschuldigt, hinter diesen Raketenanschlägen zu stehen. Die jemenitischen Huthi-Milizen, die vom Iran unterstützt werden, behaupteten dagegen, selbst den erfolgreichen Anschlag durchgeführt zu haben. Sowohl die US-Regierung wie die saudischen Herrscher gaben an, die Ergebnisse von Untersuchungen abwarten zu wollen, um dann entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Wer prüft die Fakten?
Um beurteilen zu können, was für Raketen da eingesetzt wurden, von wem sie stammten, ob sie von irgendwelchen Radarsystemen erfasst wurden oder nicht, bräuchte man Zugang zu Informationen, die vielleicht saudischen oder US-Militärs vorliegen, vielleicht auch Militärspezialisten aus anderen Ländern, aber das nützt uns wenig. Die Aufgabe des Militärs ist es, einen Krieg erfolgreich zu führen, und nicht die, unsereins mit Wahrheiten zu versorgen. Dass Lügen kriegsentscheidend sein können, hat das Beispiel des irakisch-kuwaitischen Kriegs im August 1990 gezeigt, als die US-Öffentlichkeit gezielt mit Lügen gefüttert wurde, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits kuwaitische Frühgeborene ermordet, indem sie diese aus ihren Brutkästen gerissen hätten und sie dann auf dem Boden verenden ließen. Wir können die Behauptungen von Regierungen nicht überprüfen und wir wollen auch nicht die Plattform sein, über die Regierungslügen verbreitet werden.

Wer braucht den Krieg?

Es ist nicht unser Spezialfeld, zu beurteilen, wer in den USA und wer in Saudi-Arabien Interesse an einem Krieg mit dem Iran haben könnte. Aber sehr klar ist, dass die heutigen Machthaber im Iran – die Pasdaran samt Umfeld und die Geistlichkeit um den Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i – einen Krieg brauchen, um zu überleben. Sie haben das Land in vier Jahrzehnten so weit herabgewirtschaftet, dass heute selbst der Einsatz von Spezialkräften zur Aufstandsbekämpfung gegen streikende Arbeiter nicht verhindern kann, dass die Arbeiter der selben Firma am nächsten Tag wieder auf die Straße gehen. Und dies trotz der Verletzten und Verhafteten vom Vortag. Wer keine Löhne mehr zahlt, wer den Arbeitern nicht die Garantie gibt, dass sie ihre Familie noch ernähren können, hat wenig Aussicht, sich weiter an der Macht zu halten, wenn nicht ein Krieg zu Hilfe kommt. Dann kann man den Menschen sagen: Was redet ihr hier von Brot und Löhnen? Das Vaterland ist in Gefahr, hier schlagen Bomben und Raketen ein. Der Krieg ist die letzte Hoffnung des jetzigen Regimes im Iran, sich weiter an der Macht zu halten.

ein Link zum Thema Militaria in diesem Zusammenhang:

https://www.heise.de/tp/features/USA-entsenden-Truppen-zur-Luft-und-Raketenabwehr-nach-Saudi-Arabien-4535693.html
USA entsenden Truppen zur Luft- und Raketenabwehr nach Saudi-Arabien
Florian Rötzer

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