Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Kinderehen im Iran – eine Ausstellung

Frauenrechtsaktivistinnen haben am gestrigen Montag, den 4.3.2019, in einem bekannten Teheraner Park eine Plakatausstellung gegen Kinderehen – d.h. der Verheiratung von Mädchen im Alter von 10, 12, … Jahren mit erwachsenen Männern – gezeigt.


Ausstellung zu Kritik von Kinderehen im Iran

Die Ausstellung wurde von zwei der Aktivistinnen in einem Vortrag erläutert, der auch in dem Video zu sehen ist.

Zunächst wird berichtet, dass die Zahl der Kinderehen im Iran in den letzten 7 Jahren zugenommen hat. (In der Zeitung Emtiaz wird am 3.3.2019 die Zahl von über 30.000 betroffenen Mädchen genannt). Die Mädchen, so die Rednerinnen, haben in diesen Situationen häufig seelische Erkrankungen.

Die Rechtslage sieht so aus, dass Ehen im Iran mit 13-jährigen Mädchen legal sind. Aber auch jüngere Mädchen von neun oder zehn Jahren können verheiratet werden, wenn ein Ajatollah gefunden wird, der dafür seine Zustimmung gibt. Obwohl die Mädchen als ehefähig gelten, so sind sie doch nichts rechtsfähig in dem Sinne, dass sie selbst vor Gericht gehen können, um z.B. Straftaten ihren Männer anzuzeigen. Dafür müssten sie 18 Jahre alt sein. Dieser rechtsfreie Raum wird von den Männern ausgenutzt.

Kinderehen sind eng mit der Armut im Iran verbunden. Typischerweise werden die Mädchen von ihren Familien verkauft.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Der hässliche Nationalismus

Aufgrund der herrschenden Ideologie, die von einer islamischen Nation, der Ummat ausgeht, haben die führenden Geistlichen der Förderung der verschiedenen Sprachen und Kulturen im Iran nie besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Turkmenen, Kurden, Aseris, Araber oder Balutschen waren in ihren Augen höchstens Unruhestifter, die es zu verhaften und niederzuschlagen gilt, wenn sie sich öffentlich mit ihren Interessen bemerkbar machten. Schnell wurden ihre Proteste als Werkzeug fremder Mächte dargestellt, die nur im Sinne haben, die Islamische Republik zu zerstören. Da schon die Vorgänger der Ajatollahs, der Schah von Persien und seine Militärs, in den Minderheiten nur Störenfriede sahen, die man im Zaum halten muss, hat die gewaltsame Unterdrückung von Minderheiten und ihrer Sprachen im Iran eine lange Tradition. Unterdrückung führt aber häufig dazu, dass die Unterdrückten sich als separate Gruppe wahrnehmen. Mit anderen Worten, sie erzieht diese Minderheiten zu nationalistischem Denken. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist im Nationalismus der persischsprachigen Bevölkerung zu finden. Wohl die Mehrheit der persischsprachigen Schiiten im Iran dürfte mit der Herrschaft der Ajatollahs heute unzufrieden sein. Deshalb suchen viele ihr Heil in der Abwendung von der Religion und in der Zuwendung zu dem, was vor dem Islam war. Der Islam wird als aufgezwungene Importware durch die Araber betrachtet und somit als etwas Uniranisches. Iranisch ist das, was die Geistlichkeit aus religiösen Gründen am liebsten verboten hätte: Das Neujahrsfest Nourus, die längste Winternacht Schabe Yalda, die letzte Nacht von Dienstag auf Mittwoch im iranischen Kalender, die Tschaharschanbeye suri heißt und ebenfalls mit Feiern begangen wird. Auch die Besinnung auf irgendwelche vorislamischen Herrscher wie Kurusch (Kyros) usw. ist ein Produkt der Abwendung von der Religion.
Mit anderen Worten: Die Islamische Republik Iran treibt sowohl die nominelle Mehrheitsbevölkerung der Persischsprachigen wie auch die Minderheiten, die häufig mehrheitlich Sunniten und nicht Schiiten sind, in nationalistisches Fahrwasser und legt damit die Basis für eine künftige Sprengung des Irans als gemeinsamem Staat.
Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, ein Auge darauf zu haben, wo heute im Iran Nationalismus thematisiert wird. Ein jüngster Fall ist die Äußerung des Vorsitzenden der Reiter-Föderation des Irans namens Mas‘ud Chalili. Er beklagte, dass die (iranischen) Turkmenen den Reitsport „monopolisieren“ und forderte die Bildung einer separaten Gruppe (von Reitern), um das Monopol dieser „Stammessippe von hungerleidenden, aufmüpfigen, drogensüchtigen Pijama-Gekleideten“ (das bezieht sich auf die Hosen der Turkmenen) zu brechen – im Original spricht er von ashireye pizhamepushhaye faqire sarkeshe mo‘tad.


Sardar Azmun

Darauf hat ein bekannter iranischer Fußballer, der turkmenischer Herkunft ist, und Sardar Asmun (Azmun) heißt, protestiert und folgendes auf seiner Instagram-Seite geschrieben: „Unser Volk (= die Turkmenen) lebt friedfertig (wörtlich: mit Liebe) zusammen mit den Afghanen, Persern, Türken und Balutschen. (…) Ihre rassistischen Äußerungen (gemeint ist Mas‘ud Chalili) über die Turkmenen hat uns nicht nur im Herzen getroffen, jetzt ist es uns schon zu viel, wenn wir nur Ihren Namen hören. Wir sind wirklich unzufrieden mit den Medien, wie wir in einem Land leben, wo doch unsere Religion der Islam ist und wo wir behaupten, Muslime zu sein, aber jeden Tag sind wir Zeugen von Beleidigungen und tausender Formen rassistischen Verhaltens, ohne dass ihr (= die Medien) darauf reagiert.“
Auch ein Parlamentsabgeordneter hat seine Kritik über diese rassistischen Äußerungen gegen die Turkmenen geäußert.

Kleiner historischer Rückblick
In der Geschichte der Revolution von 1979 spielen die Turkmenen eine besondere Rolle. Der Schah und seine Offiziere hatten sich in Turkaman-Sahra, der Region im Nordosten des Irans, wo die Turkmenen leben, beträchtliche Ländereien mit Gewalt angeeignet. Im Zuge der Revolution flohen die Generäle und der Schah, so dass sich in Turkaman-Sahra die Intellektuellen und Linken durchsetzen konnten und aus den Ländereien selbstverwaltete Genossenschaften und Kollektive Betriebe aufbauten. Dies war Ajatollah Chomeini ein Dorn im Auge. Er schickte das Militär nach Turkaman-Sahra, aber die Bevölkerung verteidigte die gewonnene Freiheit und dank der Revolution und der Flucht der Generäle hatte sie auch Waffen. Sie versetzten dem Militär der Ajatollahs eine Niederlage. Darauf ließ Chomeini die Anführer verhaften und nach Teheran bringen. Es kam zu gewaltigen Protesten unter den Turkmenen, so dass Chomeini angeblich anordnete, die inhaftierten Führer nach Turkaman-Sahra zurück zu bringen. Unterwegs wurden vier der turkmenischen Führer – Tumaj, Maxtum, Wahedi, Jorjani – entführt und hingerichtet. Die vier Ermordeten wurden unter den Turkmenen zur Legende und es entstand eine Art turkmenische Nationalhymne in Gedenken an die vier, die im Internet zu hören ist. Der zugehörige Text darunter ist eine gekürzte Wiedergabe des zugehörigen persischen Texts auf Deutsch.


https://www.youtube.com/watch?v=rQkh910wThg
chahar adheraxshe xalqe torkaman
Tumaj, Maxtum, Wahedi, Jorjani
18. Bahman 1358 (knapp ein Jahr nach der Revolution) entführt und nach schweren Folterungen am 29. Bahman 1358 hingerichtet. Die Führung der Islamischen Republik hat damals dieses Verbrechen geleugnet, aber der Todesrichter Hodschatoleslam Sadeq Chalchali, der auch bei der Verfolgung der Kurden eine berüchtigte Rolle spielte, hat Ende der 1360-er Jahre (Ende der 1980-er) in einem Interview mit der Teheraner Zeitung Keyhan zugegeben, dass diese vier Führer der turkmenischen Autonomiebewegung von der Islamischen Republik verhaftet und erschossen wurden. Laut Chalchali waren die meisten Verantwortlichen an der Staatsspitze darin eingeweiht.

https://news.gooya.com/2019/03/post-23928.php
vom 3.3.2019
ra‘ise federasyune sawarkariye iran torkamanhara pizhamepushhaye faqir sarkeshe mo°tad xand

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D9%82_%D8%AE%D9%84%D8%AE%D8%A7%D9%84%DB%8C
sadeq_xalxali
vom 25. Februar 2019

https://tr.wikipedia.org/wiki/Sad%C4%B1k_Halhali
vom 13.10.2018

https://en.wikipedia.org/wiki/Sadegh_Khalkhali
vom 14. Dezember 2018

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran:Isfahan -Zayandeh Rood hat wieder überlebt


Der Fluss entspringt im Zāgros-Gebirge in der Provinz Tschahār Mahāl und Bachtiyāri und fließt in die Provinz Isfahan, wo er nach rund 400 Kilometern in den Gawchuni-See, einen saisonalen Salzsee und ein ehemaliges Sumpfgebiet im Südosten von Isfahan mündet.

Der Fluss war der wasserreichste in Zentraliran und einer der wenigen, die ganzjährig Wasser führten.

Im Stadtgebiet von Isfahan, wo er von beidseitigen Parkanlagen begleitet wird, wurde der Fluss gestaut, sodass er sich auf die mehrfache Breite ausdehnte. Seit Ende der 2000er Jahre ist er aufgrund von Übernutzung des Grund- und Oberflächenwassers und sinkender Niederschlagsmengen einen Großteil des Jahres ausgetrocknet

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Erklärung von amnesty international zu Sepide Qalyan und Esmail Bakschi

Amnesty International fürchtet, dass die beiden Arbeitsrechtsaktivisten, Sepide Qalyan und Esmail Bakschi, erneute Folter erdulden müssen


Esmail Bakschi und Sepide Qalyan

In einer aktuellen Erklärung vom 22.1.2018 heisst es, dass beide am 20.1. erneut festgenommen wurden, offensichtlich als Reaktion darauf, dass sie öffentlich von ihrer Folter im Gefängnis gesprochen hatten, was wiederum einen öffentlichen Aufschrei hervorgerufen hat.

Philip Luther, bei amnesty international zuständig für den Mittleren Osten und Nordafrika wird wie folgt zitiert: „Es gibt die reale Gefahr, dass Esmail Bakschi und Sepide Qalyan nach ihrer erneuten Verhaftung einer zweiten Runde von Folter ausgesetzt sind. Der Zeitpunkt ihrer Verhaftung deutet stark darauf hin, dass hier versucht wurde sie mundtot zu machen und dafür zu bestrafen, dass sie öffentlich über die horrenden Misshandlungen, die sie in Gefangenschaft erlitten, gesprochen haben. Die Behörden müssen sie sofort und bedingungslos freilassen, es muss sichergestellt werden, dass die Anschuldigungen von Folter unabhängig untersucht werden und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden.“

Quelle: amnesty international, 22.1.2019

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 41 Festnahmen von Stahlarbeitern

Inzwischen hat es neue Festnahmen von streikenden Stahlarbeitern in Ahwaz gegeben.


Stahlarbeiter von Ahwaz im demonstrativen Totenhemd

Am Sonntag, den 16.12.2018, kam es zu Hausdurchsuchungen und im Zuge dessen zu weiteren Festnahmen von Arbeitern. Diese sind seit dem gestrigen Montag nicht mehr nach Hause gegangen sondern blieben auf den Straßen.

Nach übereinstimmenden Berichten aus verschiednen Quellen befinden sich jetzt 41 Stahlarbeiter in Haft.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Freie Union der iranischen Arbeiter unterstützt streikende Arbeiter in Stahlfabrik und Zuckerrohrfabrik

Am heutigen Dienstag zog eine Demonstration der Freien Union der iranischen Arbeiter zum iranischen Parlament um die Stahlarbeiter von Ahwaz und die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft Tape zu unterstützen.


Demonstration der Freien Union der iranischen Arbeiter diesen Dienstag in Teheran

Die Arbeiter und Arbeiterinnen stammten aus verschiedenen Unternehmen. Sie versammelten sich um 10 Uhr bei einer Metrostation in der Nähe des Parlaments und marschierten dann Richtung Parlament. Sie liessen sich nicht von Geheimdiensten und Sicherheitskräften von ihrem Vorhaben abbringen.

Beim Parlament angekommen, hielten zwei Gewerkschaftsvertreter, Parwin Mohammadi und Schapur Ehsani, Reden, in denen sie offiziell ihre Unterstützung für die streikenden Arbeiter erklärten. Sie forderten insbesondere die Freilassung von Esmail Bachschi, Ali Nedschati sowie Sepideh Ralyan. Die Fotos dieser drei inhaftierten Aktivisten wurden auch auf den Plakaten gezeigt.

Eine große Anzahl von Polizeikräften umstellten die Demonstration.

Um 11 Uhr löste sich die Demonstration wieder auf.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Unterstützungskampagne für Ahwaz-Stahlarbeiter und Arbeiter der Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik

Im Iran ist eine Unterstützungskampagne für Ahwaz-Stahlarbeiter und Arbeiter der Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik ins Leben gerufen worden. Als erste Aktion haben sie einen offenen Brief veröffentlicht. Fünfhundert Personen, darunter KünstlerInnen und MenschenrechtsaktivistInnen, LehrerInnen sowie ArbeiterInnen aus anderen Betrieben haben dort mit ihrer Unterschrift zur Unterstützung der Arbeiter der Stahlfabrik in Ahwaz und der Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik aufgerufen.


Offener Brief der Unterstützungskampagne

Die Unterschriften wurden unter einen offenen Brief gesetzt, der u.a. hier eingesehen werden kann:

Der Brief erklärt die Solidarität mit den streikenden Arbeitern und betont, dass es die Pflicht der Regierung sei, deren berechtigte Forderungen zu erfüllen.

Darüber hinaus verweist der Brief darauf, dass die Lebenshaltungskosten im Iran ständig steigen während die iranische Währung immer weiter gegenüber ausländischen Währungen an Wert verliert.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Ehem. Iranischer Innenminister kritisiert das islamische Modell

Ali Akbar Nateq Nuri ist ein wichtiger iranischer Geistlicher und Politiker. Er war von 1981 bis 1985 iranischer Innenminister unter Ali Chamene‘i und von 1996 bis 2000 Parlamentspräsident. Zur Präsidentenwahl 1997 wurde vom Revolutionsführer Ali Chamene‘i zum Kandidaten erkoren. (Wikipedia)

Er hat nun kürzlich in der berühmten Moschee Dschamran in Teheran eine Rede gehalten, in der er das islamische Modell des Irans gründlich kritisiert.


Ali Akbar Nateq Nur

Wir haben sie übersetzt.:

Wir wollten ein islamisches Modell sein, ein Vorbild für die gesamte islamische Welt.

Unser Gott ist unser Zeuge, ob wir das, was wir behauptet haben erfüllen konnten.

Wir sind verantwortlich vor unserem Gott und vor den Märtyrern unserer Revolution.

Aber was machen wir? Armut herrscht in unserem Land. Drogen haben unser Land runiniert. Und im ganzen Land herrscht Korruption.

Unser Bildungssystem ist in einem schlechten Zustand.

Unsere Nahrungsmittel haben ein sehr niedrige Quialität.

Können wir so als Vorbild dienen?

Können wir wirklich sagen, dass unsere Judikative rechtens ist, gemäß dem islamischen Modell? Nein!

Können wir sagen dass den Menschen von den Behörden geholfen wird, auch ohne Bestechung? Nein! Wenn den Menschen geholfen würde, bräuchten sie nicht zu uns (zur Geistlichkeit) kommen.

Was folgt daraus für unser Volk? Es unterscheidet nicht mehr und denkt, alle da oben sind korrupt (auch die Geistlichkeit).

Können wir wirklich von uns behaupten, wir seien ein islamisches Modell, ohne uns zu schämen?

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Studentenproteste gegen Polizeikontrollen an der Privatuni Sohanak, Iran

An der Privatuni Sohanak kam es in den letzten Tagen zu verschiedenen Demonstrationen gegen Sicherheitskräfte der Polizei

Die Privatuniversität Sohanak befindet sich etwas außerhalb von Teheran in den Bergen. Sie hat ihren Namen von dem Dorf Sohanak. Dort kan es zu Semesterbeginn immer wieder zu anlasslosen Kontrollen durch die Polizei. Sie fuhr mit Polizeiautos um die Uni, hielt Studenten an um sie zu kontrollieren oder einfach nur zu schikanieren. Die Studenten wehrten sich dagegen mit einer Protestdemonstration. Dabei kam es zu einem Vorfall, bei dem ein Polizeifahrzeug eine Studentin auf die Kühlerhaube nahm und einfach nicht mehr anhielt. Die Studentin wurde dabei verletzt und es folgten seitdem täglich weitere Demonstrationen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Öffentliches Auspeitschen im Iran

In den letzten Tagen kam es zu einer öffentlichen Auspeitschung eines jungen Mannes in Torbate Jam, einer Stadt in Ostiran, nahe der afghanischen Grenze. Das einzige Vergehen, dessen der Mann sich schuldig gemacht hatte, war das Trinken von Alkohol.

Es existiert ein Video der brutalen Veranstaltung, das wir hier bewusst nicht zeigen wollen.

Stellen Sie sich einen großen Platz im Stadtzentrum vor, direkt vor einem Gebäude der iranischen Nationalbank. Er ist nach der öffentlichen Ankündigung an den Tagen zuvor bis zum Rand gefüllt mit Schaulustigen, Beamten, Polizisten etc. Alle drängen sich um den Mann, der am Oberkörper entkleidet und an einen Pfahl gebunden ist. Als es losgeht, reagiert die Menge, der Lärmpegel steigt, man drängelt sich vor, viele zücken das Handy, um zu filmen.

Gepeischt wird mit zahlreichen Hieben, abwechselnd auf den Rücken oder die Waden. Vereinzelte Rufe erschallen „Es reicht!“, „Genug!“, aber die Strafe wird ausgeführt, bis der Mann zusammensinkt.

Kommentar:

Ein islamischer Richter hat einen gewissen Spielraum bei der Verhängung der Strafe. So kann er es im Urteil z.B. offen lassen, welche Körperstelle ausgepeitscht werden soll, was dem Auspeitscher die Möglichkeit gibt, die Hiebe etwas zu verteilen. Auch lassen sich mit Geld ein Teil der Peitschenhiebe „kaufen“, wenn das Opfer über genügend finanzielle Mittel verfügt. Nicht immer muss der Auspeitscher sein Opfer richtig treffen – auch Hiebe, die daneben oder auf den Boden gehen, zählen. Schmerzhaft ist es allemal und unmenschlich sowieso.

Es gibt im Iran auch noch richtige Verbrechen, die allerdings nicht geahndet werden. Sie sind schädlich für die gesamte Gesellschaft. Dazu zählen Drogenhandel, Korruption, Mafiastrukturen u.v.m. Mit großer Regelmäßigkeit werden sie begangen von hochrangigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Repräsentanten des Systems – eine Strafe muss keiner von ihnen fürchten.

Rohani gab heute davon eine Kostprobe im iranischen Parlament. Bei jeder Gelegenheit hatte er bislang versprochen, alle Probleme im Land offen anzusprechen. Im Parlament kritisiert er ein paar Missstände im Iran, nicht jedoch ohne vorher darauf hinzuweisen, dass er am Vortag seine „Kritik“-Punkte in einem direkten Gespräch mit dem Religiösen Führer Chamenei abgestimmt hatte. Er zog es somit offenbar vor, kein Tacheles zu sprechen und die Herrschenden im Iran nicht allzuscharf zu kritisieren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 20 Jahre Gefängnis für das Abnehmen des Kopftuchs


Wie gestern bekannt wurde, hat die iranische Justiz Schaparak Schadscharsade zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abgenommen hat, um gegen die Zwangsbekleidung zu protestieren. Sie gehört zu den „Frauen der Revolutionsstraße“, die diese Protestform gewählt hatte.
Heute hat sie in einem Gespräch, das auf youtube veröffentlicht wurde, darauf hingewiesen, dass sie zwei Jahre dieser Strafe in Haft verbüßen muss, die weiteren 18 Jahre hängen dann wie ein Damokles-Schwert über ihre Zukunft. Hinzu kommt, dass der Staatsanwalt gegen das Urteil Widerspruch eingelegt hat. Er findet die zwei Jahre Haft, die sie auf alle Fälle hinter Gittern muss, zu wenig. Schaparak Schadscharsade hat einen 9-jährigen Sohn und ist verheiratet.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=159454
vom 17. Tir 1397 (8. Juli 2018)
shaparak shajarzade az doxtarane xiyabane enqelab be do sale habse ta°ziri wa 18 sale ta°liqi mahkum shod

https://news.gooya.com/2018/07/post-16547.php
vom 9. Juli 218
hokme shaparak shajarzade az zabane xodash, e°teraz be hejabe ejbari: 20 sal
https://youtu.be/0PrKQn9vbCY

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Protest gegen Wasserrationierung in Borasdschan (Region Buschehr)


Wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtet, sind am gestrigen Sonntag in Borasdschan (Region Buschehr) mehrere Hundert Menschen auf die Straße gegangen, um dagegen zu protestieren, dass das Wasser abgestellt und rationiert wurde. Die Demonstration dauerte vier Stunden. In der Region gab es in letzter Zeit schon mehrfach Proteste gegen den Wassermangel, der anscheinend mit dadurch verursacht wurde, dass Trinkwasser in den benachbarten Irak verkauft wurde, statt damit die iranische Bevölkerung zu versorgen.

https://www.radiofarda.com/a/iran_bushehr_borazjan_protest_water_shortage/29352382.html
vom 18. Tir 1397 (9. Juli 2018)
dowomin tajammo° dar borazjan; sadha tan be qat°i wa jire-bandiye ab e°teraz kardand

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Karikatur

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Zusammenstoß zwischen iranischen Sicherheitskräften und Demonstranten

Am Mittwochabend (16.5.2018)hatte ein Zusammenstoß zwischen iranischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Kazerun mehrere Opfer hinterlassen.

Am Mittwochabend hatte ein Zusammenstoß zwischen iranischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Kazerun mehrere Opfer hinterlassen. Bei diesen Zusammenstößen haben Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen. Laut einigen lokalen Quellen hat EuroNews berichtet, dass zwischen 1 und 3 Menschen gestorben sind und einige während der Unruhen verletzt wurden.

Die Sicherheitskräfte nahmen auch 300 Menschen fest.
Kazerun ist eine Stadt in der Provinz Fars im Iran. Sie liegt auf der Strecke von Schiraz nach Buschehr.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Frohes neues Jahr

Iran ist Schmelztiegel einer multikulturellen Gesellschaft mit zahlreichen Ethnien, unterschiedlichen Werten und Traditionen. Jedoch feiern alle Menschen gemeinsam das Neujahrsfest, das mit dem Frühlingsanfang beginnt.

Bei diesem Fest wird gleichzeitig ihre nationale Einheit, Solidarität und Freundschaft mit allen Menschen in der Welt verkündet.

Das iranische Neujahrsfest wurde ursprünglich vor Tausenden von Jahren von Hirten und Bauern gefeiert. Die Botschaft des neuen Jahres wurde durch Feuer übermittelt.

https://www.radiofarda.com/a/29110458.html

Die folgende Karikatur zeigt den traditionellen Neujahrstisch mit den sieben symbolischen Gegenständen (Haft Sin), ergänzt sie aber um zwei interessante Elemente: das von der Frau am Stock hochgehaltene Kopftuch, um gegen die Zwangsverschleierung zu protestieren und das Musikinstrument des Mannes, der auf der Setar spielt. Beides ist im Iran verboten.

سال نو مبارک ( Frohes neues Jahr )

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email