Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Iran: Staatliches Vorgehen gegen Straßenkinder

Über 2000 iranische Staatsbürger, die im Iran leben, haben eine Erklärung unterschrieben, in der sie gegen das staatliche Vorgehen gegen Straßenkinder protestieren. Wie sie schreiben, ist der staatliche Kampf gegen die Straßenkinder keineswegs ein großartiges Sozialprojekt. Die eingesammelten Kinder werden dann an Orten festgehalten, deren Bedingungen iranischen Gefängnissen gleichen. Auch schiebt der iranische Staat afghanische Kinder direkt nach Afghanistan ab, ohne sich um die Rechte von Flüchtlingen zu scheren.

https://www.rahekargar.net/press_releases/2019-07-21_1007_kodakyari.pdf
bayaniye-ye shabake yari °aleyhe tarhe jam°-awariye kudakan

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Iran:Nazanin Zaghari in die Psychiatrie verlegt

Die im Iran inhaftierte britisch-iranische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari wurde am Montag in die Psychiatrie des Imam-Khomeini-Krankenhauses in Teheran verlegt. Das teilte ihr in London lebender Ehemann Richard Ratcliffe am Mittwoch mit.Vater der Inhaftierten sei am Dienstag trotz stundenlangen Wartens kein Besuch bei seiner Tochter gewährt worden. Die Familie sei nicht informiert, warum und wie lange Zaghari-Ratcliffe in der Psychiatrie bleiben müsse. Außerdem werde sie dort von Sicherheitskräften der Revolutionsgarde streng überwacht.

Mitte Juni war Zaghari-Ratcliffe in einen über zweiwöchigen Hungerstreik getreten. Auch ihr Ehemann hatte aus Solidarität mit ihr einen Hungerstreik angefangen. Er kampierte über zwei Wochen vor der iranischen Botschaft in London und forderte die britische Regierung auf, sich für die Freilassung seiner „zu Unrecht verhafteten“ Ehefrau einzusetzen. Er bekam große öffentliche Aufmerksamkeit.

Zaghari-Ratcliffe ist Projektleiterin bei der Journalistenstiftung von Thompson Reuters. Im April 2016 wurde sie nach einem Familienbesuch im Iran am Teheraner Flughafen festgenommen. Laut der iranischen Justiz soll Zaghari-Ratcliffe in Verbindung mit iranischen Unternehmen und Organisationen gestanden haben, die mit dem Ausland zusammenarbeiten und einen „sanften Sturz“ im Iran planen. Sie wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Zaghari-Ratcliffe war mit ihrer damals 22 Monate alten Tochter im Iran. Die Tochter, die am 11. Juni fünf Jahre alt wurde, durfte den Iran nach der Verhaftung ihrer Mutter nicht verlassen und lebt seither bei ihren Großeltern mütterlicherseits.

Quelle: http://iranjournal.org/news

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Iran:Iran wird Uran höher anreichern


Gaszentrifugen zur Anreicherung von Uran (wikipedia)

„Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht“, sagte der Teheraner Regierungssprecher Ali Rabei am Sonntag. Das bedeutet, der Iran wird Uran höher anreichern, als für die Erzeugung von Atomstrom notwendig wäre. In einer früheren Ankündigung hatte es geheißen, man werde auf 20 Prozent anreichern.

Irans Präsident Hassan Ruhani hatte zuvor angekündigt, dass sein Land ab Sonntag wieder „unbegrenzt“ Uran anreichern will. Damit würde er die zweite Phase des iranischen Teilausstiegs aus dem Atomabkommen einleiten. Zuvor hatte der Iran schon die Menge von 300 Kilogramm an niedrig angereichertem Uran überschritten, die das Land laut Abkommen behalten darf.

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Iran:Amnesty International-Alle drei müssen umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Amir Amirgholi, Sanaz Alahyari und Amirhossein Mohammadifar werden seit Januar 2019 willkürlich und ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand in Haft gehalten. Die drei Journalist_innen hatten über Arbeitskämpfe in der südiranischen Provinz Khuzestan berichtet. Jetzt läuft ein Strafverfahren gegen sie, weil sie die nationale Sicherheit gefährdet haben sollen. Amir Amirgholi und Sanaz Alahyari wird die medizinische Versorgung verweigert. Alle drei müssen umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

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Iran: Verfolgung jenseits der Gesetze


Sanaz Allah-Yari

Sanaz Allah-Yari und ihr Ehemann Amir-Hossein Mohammadi-Far, Mitglieder der Redaktion der elektronischen Zeitschrift Gam, wurden am 19. Bahman 1397 (Ende Januar 2019) verhaftet und nach 4 Monaten Haft im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses in eine andere Abteilung des selben Gefängnisses verlegt. Da die Vernehmungen von Sanaz und Amir-Hossein nach 25 Tagen abgeschlossen waren, ist ihr weiteres Festhalten in Untersuchungshaft nach iranischem Gesetz illegal. Der Vater von Sanaz war den staatlichen Rechtsbrechern auf den Fersen und versuchte, dieser Sache auf den Grund zu gehen. Dazu nahm er lange Anfahrtswege in Kauf (er wohnt 300 km von Teheran entfernt). Das wurde ihm am 16. Juni zum Verhängnis. Ein weißer Lieferwagen gab Vollgas und fuhr im Rückwärtsgang mit voller Geschwindigkeit auf ihn los, so dass er zu Boden gestoßen und ein Stück mitgeschleift wurde. Augenzeugen kamen ihm zu Hilfe und riefen die Polizei und die Ambulanz. Der weiße Lieferwagen gehörte dem Ewin-Gefängnis und verschwand auf dem Gefängnisgelände. Im Gegensatz zum sonst Üblichen wurde der Lieferwagen nicht beschlagnahmt. Der Fahrer des Lieferwagens wurde auch nicht festgenommen, wie es sonst üblich ist, sondern musste nur seinen Ausweis abgeben.
Nur dem Eingreifen der Umstehenden war es zu verdanken, dass das Gefängnispersonal keinen Erfolg damit hatte, den Täter entkommen zu lassen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=184847
vom 27. Chordad 1398 (17. Juni 2019)
tasadome mashkuke yek mashine zendane ewin ba pedare sanaz allah-yari

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Iran: Mißhandlung von Grenzgängern

Auf folgendem Video erkennt man eine kurze Szene an einem iranischen Grenzposten. Zwei Uniformierte verprügeln und treten einen Grenzgänger, der Waren auf dem Rücken in den Iran bringt. Da Schmuggel im Iran ein Privileg der Revolutionswächter (Pasdaran) ist, wird der kleine Grenzhandel der Habenichtse mit aller Strenge verfolgt. Die Grenzwächter dürfen schlagen und treten und verbrennen die beschlagnahmte Ware, wie das Feuer zeigt.

https://www.peykeiran.com/movie/ZarboShatmeKoolbar.mp4

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=184773
vom 26. Chordad 1398 (16. Juni 2019)
film/zarb o shetame yek kulbar dar marzbani wa atash zadane jense u

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Iran: Ehemaliger Bildungsminister tötet seine zweite, junge Frau

Moahammad-Ali Nadschafi ist ein bekannter Mann im Iran. Früher war er Bildungsminister in der Regierung Rafsandschani, zuletzt war Oberbürgermeister von Teheran. Ihm wird eine sehr enge Beziehung zum Religiösen Führer Chamene‘i nachgesagt. Gestern hat er seine zweite, junge Frau, Mitra Ostad, mit einer Pistole erschossen. Die Polizei gibt an, dass er fünf Schüsse abgefeuert hat. Die Pistole ist sichergestellt.


Mitra Ostad und ihr Mörder, Moahammad-Ali Nadschafi

Nadschafi gibt die Tat zu. Angeblich hat er seine Frau wg. sexueller Kontakte mit einem anderen Mann getötet. Er hat sich selbst gestellt und ist in Polizeigewahrsam.

Zwei iranische Nachrichtenagenturen haben inzwischen berichtet, dass er vor der Tat in der heiligen Stadt Ghom war und einen Rechtsgelehrten besucht hat. Offensichtlich hat er sich vor der Tat Rechtshilfe geholt. Womöglich hat er es schriftlich bekommen.

Ihr Sohn hat in einem Interview erzählt, wie gewalttätig Nadschafi ist. Öfters musste er mit ansehen, wie seine Mutter von Nadschafi misshandelt wurde. Als er einmal dazwischen gegangen ist, hat sein Vater auch ihn geschlagen und ihm sogar die Hand gebrochen.

Kommentar:

Für uns sieht es wie ein geplanter Eifersuchtsmord aus. Die Tatsache, dass Nadschafi nach Ghom reiste und sich von einem Mullah beraten ließ, deutet darauf hin, dass die Tat nicht im Affekt geschah sondern gründlich geplant wurde. Nach der Scharia kann er, aber muss er nicht unbedingt bestraft werden. Eine Hinrichtung wäre theoretisch möglich, ist in seinem Fall aber höchst unwahrscheinlich. Ein Anwalt argumentiert genau so: eine Hinrichtung käme nicht in Frage. Möglich wäre auch eine kurze Gefängnisstrafe oder eine Geldstrafe.

Im Iran unterliegen Männer und Frauen hinsichtlich der Scharia einer sehr unterschiedlichen Rechtsprechung. Frauen müssen in solchen Fällen häufig mit einer Hinrichtung rechnen. Auch würde bei einer Frau die Geldstrafe doppelt so hoch angesetzt wie bei einem Mann. Der Seitensprung einer Frau gilt nach der Scharia für sich schon als Straftat, während ein Mann ganz legal bis zu vier Frauen gleichzeitig haben kann und kurzfristig noch sehr viel mehr. Wenn ein Mann seiner Frau einen Seitensprung durchgehen lässt, wird er ausgelacht und verliert seine Ehre. Er gilt nicht mehr als richtiger Moslem. Er wird von der Scharia geradezu zu so einer Tat gezwungen.

Nach dem religiösen Modell im Iran und der Scharia können die Mächtigen an der Spitze des iranischen Staats machen was sie wollen. Nadschafi gehörten als ehemaliger Bildungsminister und Oberbürgermeister zu den Mächtigsten im Land.

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Iran: Aufbruch ins Sommerquartier


Jetzt ist die Zeit, in der in der Region Fars (Zentrum: Schiras) die noch existierenden Nomadengruppen mit ihrem Vieh vom Winterquartier ins Sommerquartier ziehen, also eine Art Almauftrieb. Dieser Auftrieb ist offiziell am 23. Ordibehescht (13. Mai) beendet. In der Region Fars leben 27.000 Nomadenfamilien, die drei großen Volksgruppen angehören – den Qaschqa‘i, den Chamse und den Loren, daneben gibt es noch acht weitere Familienverbände, die im Sommer in die Berge ziehen.









https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182383
vom 21. Ordibehescht 1398 (11. Mai 2019)
°aks / kuche bahare °ashayere fars

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Kinderehen im Iran – eine Ausstellung

Frauenrechtsaktivistinnen haben am gestrigen Montag, den 4.3.2019, in einem bekannten Teheraner Park eine Plakatausstellung gegen Kinderehen – d.h. der Verheiratung von Mädchen im Alter von 10, 12, … Jahren mit erwachsenen Männern – gezeigt.


Ausstellung zu Kritik von Kinderehen im Iran

Die Ausstellung wurde von zwei der Aktivistinnen in einem Vortrag erläutert, der auch in dem Video zu sehen ist.

Zunächst wird berichtet, dass die Zahl der Kinderehen im Iran in den letzten 7 Jahren zugenommen hat. (In der Zeitung Emtiaz wird am 3.3.2019 die Zahl von über 30.000 betroffenen Mädchen genannt). Die Mädchen, so die Rednerinnen, haben in diesen Situationen häufig seelische Erkrankungen.

Die Rechtslage sieht so aus, dass Ehen im Iran mit 13-jährigen Mädchen legal sind. Aber auch jüngere Mädchen von neun oder zehn Jahren können verheiratet werden, wenn ein Ajatollah gefunden wird, der dafür seine Zustimmung gibt. Obwohl die Mädchen als ehefähig gelten, so sind sie doch nichts rechtsfähig in dem Sinne, dass sie selbst vor Gericht gehen können, um z.B. Straftaten ihren Männer anzuzeigen. Dafür müssten sie 18 Jahre alt sein. Dieser rechtsfreie Raum wird von den Männern ausgenutzt.

Kinderehen sind eng mit der Armut im Iran verbunden. Typischerweise werden die Mädchen von ihren Familien verkauft.

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Iran: Der hässliche Nationalismus

Aufgrund der herrschenden Ideologie, die von einer islamischen Nation, der Ummat ausgeht, haben die führenden Geistlichen der Förderung der verschiedenen Sprachen und Kulturen im Iran nie besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Turkmenen, Kurden, Aseris, Araber oder Balutschen waren in ihren Augen höchstens Unruhestifter, die es zu verhaften und niederzuschlagen gilt, wenn sie sich öffentlich mit ihren Interessen bemerkbar machten. Schnell wurden ihre Proteste als Werkzeug fremder Mächte dargestellt, die nur im Sinne haben, die Islamische Republik zu zerstören. Da schon die Vorgänger der Ajatollahs, der Schah von Persien und seine Militärs, in den Minderheiten nur Störenfriede sahen, die man im Zaum halten muss, hat die gewaltsame Unterdrückung von Minderheiten und ihrer Sprachen im Iran eine lange Tradition. Unterdrückung führt aber häufig dazu, dass die Unterdrückten sich als separate Gruppe wahrnehmen. Mit anderen Worten, sie erzieht diese Minderheiten zu nationalistischem Denken. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist im Nationalismus der persischsprachigen Bevölkerung zu finden. Wohl die Mehrheit der persischsprachigen Schiiten im Iran dürfte mit der Herrschaft der Ajatollahs heute unzufrieden sein. Deshalb suchen viele ihr Heil in der Abwendung von der Religion und in der Zuwendung zu dem, was vor dem Islam war. Der Islam wird als aufgezwungene Importware durch die Araber betrachtet und somit als etwas Uniranisches. Iranisch ist das, was die Geistlichkeit aus religiösen Gründen am liebsten verboten hätte: Das Neujahrsfest Nourus, die längste Winternacht Schabe Yalda, die letzte Nacht von Dienstag auf Mittwoch im iranischen Kalender, die Tschaharschanbeye suri heißt und ebenfalls mit Feiern begangen wird. Auch die Besinnung auf irgendwelche vorislamischen Herrscher wie Kurusch (Kyros) usw. ist ein Produkt der Abwendung von der Religion.
Mit anderen Worten: Die Islamische Republik Iran treibt sowohl die nominelle Mehrheitsbevölkerung der Persischsprachigen wie auch die Minderheiten, die häufig mehrheitlich Sunniten und nicht Schiiten sind, in nationalistisches Fahrwasser und legt damit die Basis für eine künftige Sprengung des Irans als gemeinsamem Staat.
Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, ein Auge darauf zu haben, wo heute im Iran Nationalismus thematisiert wird. Ein jüngster Fall ist die Äußerung des Vorsitzenden der Reiter-Föderation des Irans namens Mas‘ud Chalili. Er beklagte, dass die (iranischen) Turkmenen den Reitsport „monopolisieren“ und forderte die Bildung einer separaten Gruppe (von Reitern), um das Monopol dieser „Stammessippe von hungerleidenden, aufmüpfigen, drogensüchtigen Pijama-Gekleideten“ (das bezieht sich auf die Hosen der Turkmenen) zu brechen – im Original spricht er von ashireye pizhamepushhaye faqire sarkeshe mo‘tad.


Sardar Azmun

Darauf hat ein bekannter iranischer Fußballer, der turkmenischer Herkunft ist, und Sardar Asmun (Azmun) heißt, protestiert und folgendes auf seiner Instagram-Seite geschrieben: „Unser Volk (= die Turkmenen) lebt friedfertig (wörtlich: mit Liebe) zusammen mit den Afghanen, Persern, Türken und Balutschen. (…) Ihre rassistischen Äußerungen (gemeint ist Mas‘ud Chalili) über die Turkmenen hat uns nicht nur im Herzen getroffen, jetzt ist es uns schon zu viel, wenn wir nur Ihren Namen hören. Wir sind wirklich unzufrieden mit den Medien, wie wir in einem Land leben, wo doch unsere Religion der Islam ist und wo wir behaupten, Muslime zu sein, aber jeden Tag sind wir Zeugen von Beleidigungen und tausender Formen rassistischen Verhaltens, ohne dass ihr (= die Medien) darauf reagiert.“
Auch ein Parlamentsabgeordneter hat seine Kritik über diese rassistischen Äußerungen gegen die Turkmenen geäußert.

Kleiner historischer Rückblick
In der Geschichte der Revolution von 1979 spielen die Turkmenen eine besondere Rolle. Der Schah und seine Offiziere hatten sich in Turkaman-Sahra, der Region im Nordosten des Irans, wo die Turkmenen leben, beträchtliche Ländereien mit Gewalt angeeignet. Im Zuge der Revolution flohen die Generäle und der Schah, so dass sich in Turkaman-Sahra die Intellektuellen und Linken durchsetzen konnten und aus den Ländereien selbstverwaltete Genossenschaften und Kollektive Betriebe aufbauten. Dies war Ajatollah Chomeini ein Dorn im Auge. Er schickte das Militär nach Turkaman-Sahra, aber die Bevölkerung verteidigte die gewonnene Freiheit und dank der Revolution und der Flucht der Generäle hatte sie auch Waffen. Sie versetzten dem Militär der Ajatollahs eine Niederlage. Darauf ließ Chomeini die Anführer verhaften und nach Teheran bringen. Es kam zu gewaltigen Protesten unter den Turkmenen, so dass Chomeini angeblich anordnete, die inhaftierten Führer nach Turkaman-Sahra zurück zu bringen. Unterwegs wurden vier der turkmenischen Führer – Tumaj, Maxtum, Wahedi, Jorjani – entführt und hingerichtet. Die vier Ermordeten wurden unter den Turkmenen zur Legende und es entstand eine Art turkmenische Nationalhymne in Gedenken an die vier, die im Internet zu hören ist. Der zugehörige Text darunter ist eine gekürzte Wiedergabe des zugehörigen persischen Texts auf Deutsch.


https://www.youtube.com/watch?v=rQkh910wThg
chahar adheraxshe xalqe torkaman
Tumaj, Maxtum, Wahedi, Jorjani
18. Bahman 1358 (knapp ein Jahr nach der Revolution) entführt und nach schweren Folterungen am 29. Bahman 1358 hingerichtet. Die Führung der Islamischen Republik hat damals dieses Verbrechen geleugnet, aber der Todesrichter Hodschatoleslam Sadeq Chalchali, der auch bei der Verfolgung der Kurden eine berüchtigte Rolle spielte, hat Ende der 1360-er Jahre (Ende der 1980-er) in einem Interview mit der Teheraner Zeitung Keyhan zugegeben, dass diese vier Führer der turkmenischen Autonomiebewegung von der Islamischen Republik verhaftet und erschossen wurden. Laut Chalchali waren die meisten Verantwortlichen an der Staatsspitze darin eingeweiht.

https://news.gooya.com/2019/03/post-23928.php
vom 3.3.2019
ra‘ise federasyune sawarkariye iran torkamanhara pizhamepushhaye faqir sarkeshe mo°tad xand

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D9%82_%D8%AE%D9%84%D8%AE%D8%A7%D9%84%DB%8C
sadeq_xalxali
vom 25. Februar 2019

https://tr.wikipedia.org/wiki/Sad%C4%B1k_Halhali
vom 13.10.2018

https://en.wikipedia.org/wiki/Sadegh_Khalkhali
vom 14. Dezember 2018

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Iran:Isfahan -Zayandeh Rood hat wieder überlebt


Der Fluss entspringt im Zāgros-Gebirge in der Provinz Tschahār Mahāl und Bachtiyāri und fließt in die Provinz Isfahan, wo er nach rund 400 Kilometern in den Gawchuni-See, einen saisonalen Salzsee und ein ehemaliges Sumpfgebiet im Südosten von Isfahan mündet.

Der Fluss war der wasserreichste in Zentraliran und einer der wenigen, die ganzjährig Wasser führten.

Im Stadtgebiet von Isfahan, wo er von beidseitigen Parkanlagen begleitet wird, wurde der Fluss gestaut, sodass er sich auf die mehrfache Breite ausdehnte. Seit Ende der 2000er Jahre ist er aufgrund von Übernutzung des Grund- und Oberflächenwassers und sinkender Niederschlagsmengen einen Großteil des Jahres ausgetrocknet

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Erklärung von amnesty international zu Sepide Qalyan und Esmail Bakschi

Amnesty International fürchtet, dass die beiden Arbeitsrechtsaktivisten, Sepide Qalyan und Esmail Bakschi, erneute Folter erdulden müssen


Esmail Bakschi und Sepide Qalyan

In einer aktuellen Erklärung vom 22.1.2018 heisst es, dass beide am 20.1. erneut festgenommen wurden, offensichtlich als Reaktion darauf, dass sie öffentlich von ihrer Folter im Gefängnis gesprochen hatten, was wiederum einen öffentlichen Aufschrei hervorgerufen hat.

Philip Luther, bei amnesty international zuständig für den Mittleren Osten und Nordafrika wird wie folgt zitiert: „Es gibt die reale Gefahr, dass Esmail Bakschi und Sepide Qalyan nach ihrer erneuten Verhaftung einer zweiten Runde von Folter ausgesetzt sind. Der Zeitpunkt ihrer Verhaftung deutet stark darauf hin, dass hier versucht wurde sie mundtot zu machen und dafür zu bestrafen, dass sie öffentlich über die horrenden Misshandlungen, die sie in Gefangenschaft erlitten, gesprochen haben. Die Behörden müssen sie sofort und bedingungslos freilassen, es muss sichergestellt werden, dass die Anschuldigungen von Folter unabhängig untersucht werden und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden.“

Quelle: amnesty international, 22.1.2019

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Iran: 41 Festnahmen von Stahlarbeitern

Inzwischen hat es neue Festnahmen von streikenden Stahlarbeitern in Ahwaz gegeben.


Stahlarbeiter von Ahwaz im demonstrativen Totenhemd

Am Sonntag, den 16.12.2018, kam es zu Hausdurchsuchungen und im Zuge dessen zu weiteren Festnahmen von Arbeitern. Diese sind seit dem gestrigen Montag nicht mehr nach Hause gegangen sondern blieben auf den Straßen.

Nach übereinstimmenden Berichten aus verschiednen Quellen befinden sich jetzt 41 Stahlarbeiter in Haft.

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Freie Union der iranischen Arbeiter unterstützt streikende Arbeiter in Stahlfabrik und Zuckerrohrfabrik

Am heutigen Dienstag zog eine Demonstration der Freien Union der iranischen Arbeiter zum iranischen Parlament um die Stahlarbeiter von Ahwaz und die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft Tape zu unterstützen.


Demonstration der Freien Union der iranischen Arbeiter diesen Dienstag in Teheran

Die Arbeiter und Arbeiterinnen stammten aus verschiedenen Unternehmen. Sie versammelten sich um 10 Uhr bei einer Metrostation in der Nähe des Parlaments und marschierten dann Richtung Parlament. Sie liessen sich nicht von Geheimdiensten und Sicherheitskräften von ihrem Vorhaben abbringen.

Beim Parlament angekommen, hielten zwei Gewerkschaftsvertreter, Parwin Mohammadi und Schapur Ehsani, Reden, in denen sie offiziell ihre Unterstützung für die streikenden Arbeiter erklärten. Sie forderten insbesondere die Freilassung von Esmail Bachschi, Ali Nedschati sowie Sepideh Ralyan. Die Fotos dieser drei inhaftierten Aktivisten wurden auch auf den Plakaten gezeigt.

Eine große Anzahl von Polizeikräften umstellten die Demonstration.

Um 11 Uhr löste sich die Demonstration wieder auf.

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Unterstützungskampagne für Ahwaz-Stahlarbeiter und Arbeiter der Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik

Im Iran ist eine Unterstützungskampagne für Ahwaz-Stahlarbeiter und Arbeiter der Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik ins Leben gerufen worden. Als erste Aktion haben sie einen offenen Brief veröffentlicht. Fünfhundert Personen, darunter KünstlerInnen und MenschenrechtsaktivistInnen, LehrerInnen sowie ArbeiterInnen aus anderen Betrieben haben dort mit ihrer Unterschrift zur Unterstützung der Arbeiter der Stahlfabrik in Ahwaz und der Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik aufgerufen.


Offener Brief der Unterstützungskampagne

Die Unterschriften wurden unter einen offenen Brief gesetzt, der u.a. hier eingesehen werden kann:

Der Brief erklärt die Solidarität mit den streikenden Arbeitern und betont, dass es die Pflicht der Regierung sei, deren berechtigte Forderungen zu erfüllen.

Darüber hinaus verweist der Brief darauf, dass die Lebenshaltungskosten im Iran ständig steigen während die iranische Währung immer weiter gegenüber ausländischen Währungen an Wert verliert.

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