Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Irans Militäreinsatz in Syrien: Spätfolgen

Dieser Artikel, der am Freitag, den 23. Oktober 2015, von der Webseite iran-emrooz.net veröffentlicht wurde, stammt von Michael Eisenstadt am Washington Institute und wurde auch von Voice of America veröffentlicht.

Michael Eisenstadt schreibt, dass der iranische Militäreinsatz in Syrien zwar dem Iran geholfen hat, die 20% Schiiten unter den Muslimen hinter sich zu vereinen, allerdings auf Kosten einer Blockbildung unter den Sunniten, die dadurch die Schiiten als Bedrohung wahrnehmen. Das habe zu einem Zusammenrücken von Türkei, Saudi-Arabien und Qatar geführt, was das militärische Eingreifen Saudi-Arabiens im Jemen begünstigt habe. Die neue Frontenbildung zwischen Schiiten und Sunniten werde sich aber noch in den nächsten Jahrzehnten auswirken.

Der Arabische Frühling

Als nach den Umstürzen in Ägypten, Tunesien und Libyen auch die Herrschaft in Syrien zu wackeln begann, unterstützte das iranische Regime die Regierung Assad dabei, die Kontrolle über die Massen zu behalten. Die Regierung im Iran hatte 2009 erfolgreich vorgeführt, dass sie eine Protestbewegung von Millionen von Menschen niederschlagen konnte. So beriet sie das syrische Regime in Sachen Internet-Zensur und Technologien der Massen-Kontrolle.

Bürgerkrieg in Syrien

Die massive Unterdrückung der Proteste in Syrien im Jahr 2012 führte in einen Bürgerkrieg, in dem Assad unterlag. Nun mobilisierte der Iran die Hisbollah und schickte Einheiten der Pasdaran (Revolutionswächter) nach Syrien, um den Präsidenten zu „beraten“. Der Iran beaufsichtigte auch die Entsendung irakischer, afghanischer und pakistanischer Schiiten nach Syrien.

Die Bildung von „Volksmilizen“

Ein wichtiger iranischer Beitrag zum Erhalt des Regimes von Assad war die Bildung von Volksmilizen nach dem Vorbild der iranischen Bassidschis. So entstand eine neue Kraft von 100.000 bis 150.000 Kämpfern.


Iranische Tote in Syrien

Seit etwa zwei Jahren gibt der Iran öffentlich eigene Verluste in Syrien zu. In dieser Zeit sollen 140 Angehörige der Pasdaran in Syrien umgekommen sein. Angesichts der Stärke der Pasdaran im Iran (ca. 100.000 Mann) ist das wenig. Vermutlich dienen die Pasdaran vor allem dazu, die neu gebildeten syrischen „Volksmilizen“ zu trainieren und evtl. zu führen. Der Iran greift dem syrischen Regime außerdem mit Milliardenkrediten und Erdöllieferungen unter die Arme und hat somit auch wirtschaftlich im Land Fuß gefasst. So sind iranische Firmen damit beschäftigt, in Syrien Immobilien zu kaufen, Firmen zu gründen, sie bewerben sich bei staatlich ausgeschriebenen Aufträgen und versuchen, das Handelsnetz zu durchdringen.

Russland tritt auf den Plan

Mit dem militärischen Eingreifen Russlands auf der Seite von Baschar Assad hat der Iran einen Konkurrenten bekommen. Dennoch ist die Bilanz auf den ersten Blick positiv. Iran hat seinen einzigen regionalen Verbündeten, Baschar Assad in Syrien, an der Macht erhalten. Es kann Syrien weiterhin als Verbindungsbrücke zur Hisbollah im Libanon benutzen. Es hat bewiesen, dass es ein zuverlässiger Verbündeter ist und im Zweifelsfall auch noch den Großen Bruder in Moskau mobilisieren kann.

Die Haben-Seite

Mit russischer Rückendeckung können Syrien und der Iran versuchen, die Mittelmeer-Häfen von Tartus und Latakia zu benutzen, um die Hisbollah mit Raketen zur Bekämpfung von Schiffen und Flugobjekten zu versorgen, vorausgesetzt, Israel bemerkt es nicht. Außerdem kann der Iran Syrien dazu nutzen, Lang- und Mittelstreckenrakten in Syrien zu stationieren, um so die Infrastruktur an Israels Küste und eine Basis des NATO-Raketenabwehrsystems wirksamer zu bedrohen.

Die Schattenseiten

Der Iran konnte sich zwar im Nahen Osten als Schutzmacht der Schiiten etablieren, allerdings auf Kosten eines Bedrohungsgefühls unter den Sunniten, was bei diesen die Blockbildung begünstigte.

Bemerkung:

Die Analyse liest sich eher wie eine Schuldzuweisung an den Iran. Die USA, Westeuropa oder die Türkei scheinen als Akteure in Syrien nicht zu existieren. Man hat eher den Eindruck, als diene der Artikel dazu, neue Rüstungslieferungen an Israel zu rechtfertigen.

Quelle:

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/57986/

Biographie von Michael Eisenstadt:
Biography
Michael Eisenstadt is the Kahn Fellow and director of The Washington Institute’s Military and Security Studies Program. A specialist in Persian Gulf and Arab-Israeli security affairs, he has published widely on irregular and conventional warfare, and nuclear weapons proliferation in the Middle East.

Prior to joining the Institute in 1989, Mr. Eisenstadt worked as a military analyst with the U.S. government.
Mr. Eisenstadt served for twenty-six years as an officer in the U.S. Army Reserve before retiring in 2010. His military service included active-duty stints in Iraq with the United States Forces-Iraq headquarters (2010) and the Human Terrain System Assessment Team (2008); in Jerusalem, the West Bank, and Jordan with the U.S. Security Coordinator (USSC) for Israel and the Palestinian Authority (2008-2009); at U.S. Central Command headquarters and on the Joint Staff during Operation Enduring Freedom and the planning for Operation Iraqi Freedom (2001-2002); and in Turkey and Iraq during Operation Provide Comfort (1991).

http://www.washingtoninstitute.org/experts/view/eisenstadt-michael

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Iran: Ein Heer von „Beratern“ in Syrien

Ramesan Scharif, der Verantwortliche für Medienkontakte bei den Pasdaran, erklärte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Fars am Freitag, den 23. Oktober 2015, dass die „Beraterkräfte des Irans“ in Syrien verstärkt worden seien. Er sprach von einer „neuen Runde von lokalen Entwicklungen zur Bekämpfung terroristischer Gruppen, die andere Muslime als Abtrünnige vom Glauben bezeichnen“.

Am Samstag, den 24. Oktober 2015, veröffentlichte die iranische Webseite „Maschraq“ eine Reihe von Namen und Fotos von Angehörigen der iranischen Kräfte, die in Syrien in den letzten 11 Tagen ums Leben gekommen seien. Es handele sich um mindestens 14 Personen.

Hossein Amir Abdollahian, Assistent für die arabischen Staaten und Afrika im iranischen Außenministerium, sprach am 28. Mehr (20. Oktober 2015), von erweiterten Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus. Auf Wunsch Syriens habe der Iran seine „Militärberäter“ in Syrien verstärkt.

Mit Rückendeckung aus Russland und dem Iran sollen die syrischen Regierungstruppen Stellungen in Aleppo zurückerobert haben. Dabei sollen auch einige Pasdar-Kommandanten ums Leben gekommen seien.

In Syrien ist unter anderem die Pasdaran-Einheit „Hefasate Ansar ol-Mahdi“ (Leibwache der Anhänger des Mahdi) tätig, die im Iran für den Personenschutz hochrangiger Personen zuständig ist.

Ein Angehöriger dieser Einheit, Abdollah Baqeri, der Leibwächter des ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad, soll laut Meldungen aus dem Iran am Donnerstag, den 22. Oktober 2015, in oder in der Nähe von Aleppo ums Leben gekommen sein.

In den vergangenen Tagen sollen die Leichen von in Syrien gefallenen iranischen Pasdaran in den iranischen Städten Hamedan, Isfahan, Ahwas, Nadschaf-Abad und Sabswar bestattet worden sein.

http://www.radiofarda.com/content/f2-iran-military-irgc-more-sent-to-syria-sharif-aleppo/27324105.html

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Iran feiert das Atom-Abkommen

In Teheran auch in den Landeshauptstädten und Großstädten feirten IranerInen in Iran, einschließlich Qom, Isfahan, Shiraz, Kerman, Kermanshah, Sanandaj und Zanjan, Mashhad, Karaj, Bushehr, Boroujerd, Ardabil, Semnan, Yasouj, Bandar Abbas, Birjand, Yazd, Zahedan, Zabol, Arak, Qazvin, Hamedan, Bojnoord, Ilam und Kashan angekündigt.

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Offene Worte zur Wirkung der Sanktionen

Ajatollah Hashemi Rafsandschani, Vorsitzender des iranischen Schlichtungsrates, war immer eine wichtige Figur für das Islamische Modell im Iran, besonders unter Chomeini, dessen rechte Hand er war, hatte er große Macht. Auch heute noch ist er einflußreich und sieht sich als Mittler zwischen dem fundamentalistischen und der reformistischen Flügel unter den Rechtsgelehrten im Iran.

Schon früh hatte Rafsandschani erkannt, das die anfängliche breite Zustimmung der iranischen Bevölkerung für das Islamische Modell mit den Jahren immer mehr schwand. Anders als Chamenei war er z.B. dagegen, dass im Jahr 2009 Ahmadinedschad durch den Religionsführer Chamenei an der Regierung gehalten wurde. Er sieht das islamische Modell in Gefahr und sieht es als seine Pflicht an, das Modell zu retten. In diesem Zusammenhang sind seine heutigen Worte bei einer Veranstaltung über iranische Geschichte in Teheran zu verstehen.

Deutlicher noch als früher kritisierte er die Position der Fundamentalisten bezüglich der internationalen Sanktionen. Während Chamenei und seine Anhänger gerne behaupten, dass die Sanktion nicht sonderlich schädlich seien, und im Gegenteil sogar Chancen wie die einer Unabhängigkeit von den westlichen Industriestaaten beinhalteten, dass sie gar den Iran stärken würden und auf vielfältige Art neue Wege eröffneten, sagte er, dass die Sanktionen die Situation der iranischen Bevölkerung ruiniert hätten. Dies betreffe sowohl die Mittelklasse als auch die Arbeiter. Er sagte, die Sanktionen hätten die Knochen des iranischen Volkes gebrochen. Nur die wenigen Leute, die die Macht und die Medien in der Hand halten, würden behaupten, dass die Sanktionen den Iranern nicht geschadet hätten. Diese Behauptung käme nicht aus dem Volk sondern würde nur von wenigen vertreten. Wissenschafler und Ayatollahs an der Spitze der Gesellschaft hätten Angst, die Realität zu schildern.

Als Beispiel nannte er die vielen bereits laufenden Unternehmens-Projekte, die aufgrund der Sanktionen nicht beendet werden konnten. Andere Projekte, die das Land ökonomisch nach vorne gebracht hätten, wurden gar nicht erst begonnen.

Viele würden behaupten, dass es nach der Scharia verboten sei, mit dem Westen überhaupt zu sprechen. Das sei falsch. Die Scharia erlaube es in der gegenwärtigen Situation mit allen Ländern zu sprechen und nach Problemlösungen zu suchen. Als Beleg führte er an, dass der Prophet selbst zu seiner Zeit sich entsprechend verhalten habe.

Gegen Ende meinte er, dass die Iraner einen Weg finden müssten, um mit der Welt in einen gemäßigten Dialog zu treten. Die Scharia würde dies erlauben.

Kommentar

Die Arbeitslosigkeit, die Unzufriedenheit und die Korruption sind derart angewachsen, dass die Herrschenden schon befürchteten, dass bei dem nächsten große Ausbruch nicht nur die Mittelschichten und Arbeiter auf die Straße kommen sondern auch die ärmsten Schichten. Für das islamische Modell wäre das sehr gefährlich. Deswegen versucht Rafsandschani sich auf der Seite des iranischen Volkes und der armen Schichten zu zeigen um dieses Modell zu retten.

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Iran: 152 Hinrichtungen in 2 Wochen

Das im Iran aktive Internationale Komitee gegen Hinrichtungen hat bekannt gegeben, dass im Iran in den vergangenen zwei Wochen 152 Gefangene hingerichtet wurden.
Das Komitee hat aus staatlichen Quellen folgende Zahlen der Hinrichtungen der letzten beiden Wochen zusammengestellt:
Gefängnis von Qesel-Hessar in Karadsch: 75
Gefängnis von Bandar-Abbas: 20
Gefängnis von Urumije (Darya): 16
Gefängnis von Radscha‘i-Schahr (Karadsch): 11
Gefängnis von Adel-Abad (Schiras): 8
Gefängnis von Tabris: 6
Zentralgefängnis von Karadsch: 5
Gefängnis von Kerman: 5
Gefängnis von Rascht: 2
Gefängnis von Qa‘em-Schahr: 1
Gefängnis von Sandschan: 1
Schiras, öffentliche Hinrichtung: 1
Schahr-e Babak, öffentliche Hinrichtung: 1

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Iran: traditionelles Kopftuch der lurischen Frauen in Khorramabad

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Iran: Vorbeben vor dem großen Ausbruch?

Der stetig an Kraft gewinnende landesweite Streik der Lehrerinnen und Lehrer im Iran, die Gewaltausbrüche im Ostiran anlässlich einer versuchten Vergewaltigung in Mahabad (Iranisch-Kurdistan), die nicht minder gewaltsamen Angriffe auf Polizeistation und Polizeifahrzeuge in der Nähe von Iranschar (Sistan/Belutschistan) nach der willkürlichen Tötung von Zivilisten, die als Schmuggler verdächtigt wurden und natürlich auch die starke Präsenz der Arbeiterinnnen und Arbeiter auf den Straßen des ganzen Irans am 1. Mai 2015 – all das sind Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch der Wut der iranischen Bevölkerung, die das herrschende Modell der islamischen Republik Iran satt hat.

Sie sind es leid, sich bei den Behörden für die Vergehen eben dieser Behörden zu beschweren, sie brauchen nicht mehr die Ermittlung von Verbrechen vor den Polizeistationen einzufordern, wenn sie die Schuldigen bereits selbst kennen und sie haben keinerlei Hoffnung, dass der Staat das macht, was er nach seinen eigenen Prinzipien, seiner eigenen Verfassung eigentlich machen sollte, z.B. Verbrechen zu bestrafen, auch oder gerade dann, wenn sie von den Bütteln des eigenen Systems verübt wurden. Die Menschen fackeln nicht lange und nehmen mittlerweile die Justiz selbst in die Hand.

Die Frage ist, werden diese ersten Anzeichen für einen viel stärkeren Ausbruch Schule machen? Kommt es zu Verbindungen zwischen den einzelnen Kämpfen aus unterschiedlichen sozialen Sektoren? Werden die einzelnen Brandherde zu einem Flächenbrand, der sich nicht mehr kontrollieren lässt? Im Moment spricht vieles dafür.

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Iran: Landesweiter Lehrerstreik

Die Proteste von Lehrerinnen und Lehrern erstrecken sich inzwischen über das ganze Land.Huete, am Donnerstag, den 16.4. 2015, kam es zu Kundgebungen in Teheran, Lorestan, Hormosgan, Kurdistan, Chusistan, Qaswin und anderen Städten und Regionen.


Kundgebung in Teheran

Kundgebung in Teheran

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Iran: Bilder

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Iran – Saudi-Arabien: Zankapfel Jemen

Nach dem Sturz der Schah-Regierung im Iran im Jahre 1979 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien schlagartig. Ajatollah Chomeini äußerte die Meinung, dass die saudischen Herrscher nicht geeignet seien, die Aufsicht über das Zentrum des Islams, über die Ka‘ba in Mekka auszuüben. Mekka ist auch für die Schiiten wichtig, denn egal ob Sunniten oder Schiiten, eine Pilgerreise nach Mekka gehört zu den Pflichten eines Muslims.
Als Ajatollah Chomeini starb (1989), sahen Politiker wie Rafsandschani die Gelegenheit gekommen, nach einem Ausgleich zu suchen, um die Reisen für iranische Pilger nach Mekka zu erleichtern. Angesichts gegensätzlicher Interessen innerhalb der iranischen Geistlichkeit dauerte der Verhandlungsprozess zwischen Rafsandschani und den Saudis lange. Erst unter Präsident Ahmadineschad war man so weit gekommen, einen für beide Seiten akzeptablen Vertrag auszuhandeln. Aber dann sorgten die staatlichen Medien unter Ahmadineschad durch Verbreitung der nachweislich falschen Behauptung, der iranische Außenminister sei in Saudi-Arabien verprügelt worden, dafür, dass auch dieser Vertragsentwurf auf Eis gelegt wurde.
Jetzt, nach der Wahl von Präsident Rouhani, schien die Zeit gekommen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Erneut war eine Reise von Rafsandschani nach Saudi-Arabien geplant. Nun wurde sie abgesagt.
Der Krieg in Jemen, in dem der Iran die bewaffneten Rebellen unterstützt, während Saudi-Arabien mit der Entsendung von 150.000 Soldaten die jemenitische Regierung verteidigt, hat alles über den Haufen geworfen.

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Iran:Bilder


Torkaman Sahra

Torkaman Sahra

Torkaman Sahra

Torkaman Sahra

Torkaman Sahra


Orumiye -Noruzbazar

Orumiye -Noruzbazar

Orumiye -Noruzbazar


Hamedan

Hamedan

Hamedan

Hamedan

Hamedan

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Drohende Hinrichtung von sechs politischen Gefangenen im Iran

Am heutigen Dienstag, den 3.3.2015, kam es in den frühen Morgenstunden im Gefängnis Rajaischar in Karadsch (westlich von Teheran) zu einer Durchsuchung der Abteilung 10. Nach der Durchsuchung wurden sechs politische Gefangene brutal geschlagen, in Ketten gelegt und an einen unbekannten Ort verschleppt. Es sind dies: Hamed Ahmadi, Dschamschied und Dschahangir Dehrani, Kamal Mulai, Hadi Hosseini, Sedigh Mohammadi.

Die Aktion wurde von einer sog. Aufstandsbekämpfungseinheit durchgeführt, die wiederum einer Spezialeinheit des Geheimdienstes untersteht. Bei Fragen nach dem Verbleib der sechs Gefangenen kam heraus, dass sie hingerichtet werden sollen. Auch die Familienangehörigen bestätigten diese Informationen.

Laut den letzten Nachrichten waren die sechs Gefangenen um 16 Uhr Ortszeit noch am Leben. Es gab ein Telefonat eines Angehörigen mit einem Gefängnisbeamten, bei dem es hieß, dass der Vater seinen Sohn bis 16 Uhr das letzte Mal vor der Hinrichtung besuchen könne. Die sechs Gefangenen sollen auch einen Hungerstreik begonnen haben, der als Ziel hat, dass das Todesurteil aufgehoben wird.

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Deutschland – Iran: Je ne suis pas Charlie

Kommentar zum Aufsatz „Je ne suis pas Charlie oder: Der 7. Januar als Neuauflage von 9/11. Wider Verlogenheit und Größenwahn deutscher Medien von Conrad Schuhler, Vorsitzender des isw (Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V.)

Der Aufsatz „Je ne suis pas Charlie…“ vom 14.1.2015 weist in der Argumentation zwei wesentliche Lücken auf. Es heißt dort:
„Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, ob ein Magazin eine Religion angreift und schmäht, die im Lande eine überragende politische Gestaltungsmacht besitzt, oder ob sie sich gegen eine Minderheit richtet, wo ihre fremdenfeindlichen Gegner nur auf Munition gegen den verhassten Gegner warten.“

Diese Darstellung ist zu einfach. Eine Religion oder allgemein eine Ideologie kann gleichzeitig die Rolle einer verfolgten Minderheit und eines verfolgenden Täters ausüben. Als Beispiel nenne ich die PKK und die DHKPC, zwei Organisationen, die sowohl in Deutschland als auch in der Türkei verfolgt werden, auch wenn es im Zusammenhang mit der Diskussion um die IS in Kobane auch Versuche von Spiegel, CDU (Volker Kauder) und Co. gegeben hat, das Image der PKK aufzubessern. Die Position der verfolgten Minderheit ändert aber nichts daran, dass die PKK und die DHKPC Kritiker und Abweichler in den eigenen Reihen sogar im türkischen Gefängnis bestraft hat, und dies sogar mit Duldung der Gefängnisbehörden. Auch hier in Deutschland haben PKK-Anhänger linke Flüchtlinge bedroht, die auf Diskussionen kritische Positionen gegen sie einnahmen. Ein Mensch kann gleichzeitig ohnmächtig und mächtig sein. Man vergleiche Öcalan, der seit Jahren im Gefängnis sitzt und zeitweilig der Isolationsfolter ausgesetzt war, und gleichzeitig von der türkischen Regierung umworben wird, die PKK-Proteste in Zusammenhang mit IS und Kobane zu stoppen.

Die Frage ist, ob Vertreter der verschiedenen Formen des Islams, der genauso uneinheitlich ist wie „das“ Christentum oder „der“ Kommunismus, auch in Minderheitspositionen in Frankreich und in Deutschland im Namen der Religion Macht ausüben können.

Die Antwort ist ja. Die Machtausübung in der Familie ist allgemein bekannt, die Opfer des religiösen Zwangs sind dann in erster Linie die Kinder. Das gilt natürlich auch im Christentum mit seinen psychischen Terrorvisionen von Teufel und Hölle, die im Kontext der Begriffe Sünde und Reue bis heute noch zur Steuerung der Gläubigen eingesetzt werden.

Weiterhin sind auch nicht alle Vertreter des Islams in Europa machtlos. So hat die Islamische Republik Iran im Rahmen der Fatwa von Ajatollah Chomeini gegen Salman Rushdie, dem Autor der Satanischen Verse, eine Welle der Bedrohung und Verfolgung nicht nur des Autors, sondern auch seiner Übersetzer und Verleger ausgelöst. Es kam deshalb zu Mordanschlägen in Italien und Norwegen.

Der angeblich laizistische türkische Staat betreibt auch in Deutschland Moscheen über die staatliche DITIB und finanziert hier auch islamische Geistliche. Das ist sein gutes Recht, denn es gibt ein Menschenrecht auf freie Religionsausübung. Faktum ist aber, dass DITIB eine staatliche Institution ist und somit auch in Deutschland staatliche Macht ausübt.

Es wird noch perverser. Die deutschen Behörden benötigen zur Abschiebung von Flüchtlingen in der Regel ein Foto. Um Iranerinnen in den Iran abschieben zu können, müssen die Frauen aber mit Kopftuch abgebildet sein. Der deutsche Staat übt deshalb auf von der Abschiebung bedrohte Iranerinnen Druck aus, damit sie sich mit Kopftuch fotografieren lassen. Das ist für viele vom Staatsislam terrorisierte Frauen so, als würde man sie zwingen, Kotze zu essen.

Und jetzt kommen wir zum dritten Punkt. Wenn wir uns Gedanken darüber machen, inwiefern unsere Proteste hier von ausländerfeindlichen Gruppen in Europa genutzt werden, warum verharren wir dann weiter im Blockdenken? Wo bleibt globales Denken? Ist das nur dem Außenhandel vorbehalten?

Unsere Aktionen hier werden auch in der Türkei oder im Iran wahrgenommen. Sie lösen einerseits auch dort Blockbildung aus, werden andererseits aber auch von Kritikern der herrschenden Stellung der Religion dort als Unterstützung wahrgenommen. Wollen wir die Menschen im Stich lassen, die im Zentrum der religiösen Herrschaft für deren Unterordnung unter die Idee der Menschenrechte aktiv sind?

Aufsatz zu finden bei:

http://www.isw-muenchen.de/download/charlie-cs-20150114.pdf

http://www.seemoz.de/kontrovers/wider-verlogenheit-und-groessenwahn-deutscher-medien/

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Staatspräsident Erdogan hat die „Republik“ im Visier

Am 14. Januar 2015 um 1 Uhr nachts hielten acht Polizisten – fünf in Zivil, drei in Uniform – ohne Beschluss der Staatsanwaltschaft oder eines Gerichts die LKWs an, die sich anschickten, die Druckerei des Doğan Printing Center im Istanbuler Stadtteil Hadımköy zu verlassen. Sie nahmen ein Exemplar der aktuellen Ausgabe von Cumhuriyet („Die Republik“) mit, um sie dem Staatsanwalt zu bringen. 40 Minuten später durften die LKWs mit ihrer Ladung die Druckerei verlassen.

Gegen die Zeitung „Cumhuriyet“ sowie gegen zwei Kommentatoren der Zeitung wurde anschließend ein Verfahren wegen „Beleidigung religiöser Werte“ eingeleitet. Cumhuriyet hatte aus Solidarität mit den in Paris ermordeten Mitarbeitern von Charlie Hebdo am 14. Januar 2014 vier Seiten mit Karikaturen von Charlie Hebdo veröffentlicht, die beiden Kommentatoren hatten ihrem Artikel außerdem eine Charlie-Hebdo-Karikatur mit dem Bild Mohammads beigefügt.

„Die Republik“ (Cumhuriyet) ist eine den Ideen von Atatürk verpflichtete Zeitung, bei der das Wort liberal noch etwas mit Freiheit zu tun hat und nicht mit Steuerhinterziehung.

Das war auch der Grund, weshalb ihr Journalist Ugur Mumcu 1993 ermordet wurde. Die Mörder sind bis heute nicht gefasst.


Nach der Ermordung von Ugur Mumcu: Wir werden ihn nicht vergessen!

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Paris: 11.1.2015

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