Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Iran: Eisen statt Kohle


Grubenarbeiter streiken

Wie die Webseite akhbar-rooz berichtet, sind am Samstag, den 2. Januar 2016, die Arbeiter von mehreren Kohlegruben des Landkreises Kuhbanan (Provinz Kerman) gleichzeitig in Streik getreten. Eine gemeinsame Streikaktion der Arbeiter aus verschiedenen Gruben hat es bislang noch nicht gegeben. Die Arbeiter verlangen die Auszahlung der ausstehenden Löhne – es handelt sich um knapp zwei Monatslöhne.
Namentlich erwähnt sind folgende Gruben: Tscheschme Pudane, Pa:bda:na:, Pa:bda:na:ye dschanubi und Haschuni. Die meisten der Gruben sind staatlich, so namentlich Pa:bda:na: und Haschuni.
Von der Grube Pa:bda:na: allein sind 1000 Arbeiter in den Ausstand getreten.
Die Arbeiter der Grube Haschuni haben bekannt gegeben, dass sie sich dem Streik anschließen, falls ihnen der Lohn nicht bis Mittag ausgezahlt wird.
Der staatliche Arbeitgeber begründet die fehlenden Lohnzahlungen damit, dass der Absatz der Kohle stagniere und dass die Eisengießerei in Isfahan, die Kohle aus diesen Gruben abgenommen hat, ausstehende Rechnungen nicht bezahlt habe. Die Eisengießerei ihrerseits habe Probleme mit dem Absatz von Eisen und biete an, die Schulden statt mit Geld mit Eisen zu bezahlen…

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=71185

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Türkeis Generalstab: Pegelstand des Todes


Landkarte der Türkei nach Provinzen

Im Südosten der Türkei wird wieder Krieg geführt. Die Webseite des türkischen Generalstabs www.tsk.tr berichtet auch Tag für Tag darüber, mit Schwerpunkt auf die getöteten „Terroristen“. Wobei diese nicht getötet, sondern in der amtlichen Wortwahl „unschädlich“ (wirkungslos) gemacht werden. Die Webseite gibt immerhin Auskunft darüber, in welchen Provinzen seit Mitte Dezember Krieg geführt wird, wobei in der folgenden Landkarte nur die Provinzen berücksichtigt werden, in denen von „operasyon“ (Militäroperation) die Rede ist, nicht die, wo von „arama tarama ameliyati“ (Such- und Durchkämmungsaktivitäten) gesprochen wird. Für die Betroffenen können auch letztere tödlich ausgehen, wie das jüngst (am 20.12.2015) bekannt gewordene Video von einer Hausdurchsuchung in Istanbul zeigt, bei der Dilek Doğan kaltblütig vor ihrer Mutter erschossen wurde, ohne dass Dilek irgend eine Form des Widerstands gezeigt hätte.


Landkarte der „Operationen“

Es fällt auf, dass der Krieg inzwischen schon einen großen Teil der mehrheitlich kurdischen Provinzen betrifft, allerdings ist die flächenhafte Darstellung der Karte insofern irreführend, als Kämpfe vor allem in einigen Stadtvierteln ausgetragen werden, also punktuell. Die Unterdrückung dagegen dürfte durchaus flächenhaft sein. Es fällt weiter auf, dass zwei Provinzen ohne nennenswerte kurdische Bevölkerung auch Gegenstand von Operationen sind: Osmaniye und Hatay. Beide Provinzen bilden einen Riegel nach Westen, für alle, die aus Syrien kommen, bevor sie die Millionenstadt Adana erreichen können. Vielleicht ist das der Grund für die Militäraktionen.

Die Todeszähler beim Militär ignorieren offenkundig die zivilen Opfer, aber darin unterscheiden sie sich nicht von der NATO und nicht von Russland.

Unerfreulich ist, dass die Tagesmeldungen des Generalstabs nicht mehr in einem öffentlichen Archiv zu sehen sind, sondern Tag für Tag von der Webseite verschwinden. Man löscht nicht nur Menschenleben aus, sondern auch die Erinnerung, selbst wenn es nur die staatliche Version ist.

Nachrichten vom 27.12.2015 – bezogen auf den 26.12.2015

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Cizre steigt um 3 auf 148.

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Silopi hat sich nicht verändert, beträgt nach der Angabe vom Vortag also 11 (einer ist beim Summieren wohl verloren gegangen). 2 Straßengräben konnten geschlossen werden.

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Diyarbakır / Sur steigt um 1 Toten (keine Gesamtzahlangabe, nach dem Vorrag müssten es jetzt also 41 sein).

Zusammen also 200 tote „Terroristen“ allein an diesen drei Kriegsschauplätzen.

Militäroperation in Mardin / Dargeçit, dabei wurden 5 „Terroristen“ getötet.

Nachrichten vom 26.12.2015 – bezogen auf den 25.12.2015

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Cizre steigt auf 145.

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Silopi steigt um drei weitere Tote auf 11 (einer ist beim Summieren wohl verloren gegangen).

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Diyarbakır / Sur steigt um 5 Tote auf 40 (2 Tote haben sich da subversiv eingeschlichen, denn am Vortag waren es noch 33).

Zusammen also 196 tote „Terroristen“ allein an diesen drei Kriegsschauplätzen.

Militäroperation in Bingöl.


Nachrichten vom 25.12.2015 – bezogen auf den 24.12.2015

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Cizre steigt auf 139.

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Silopi steigt um einen weiteren Toten auf 8 (da diese Zahl schon am 22.12.2015 verzeichnet wurde, beträgt sie nach amtlicher Meldung somit 9).

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Diyarbakır / Sur steigt auf 33.

Militäroperation in Hatay.

Nachrichten vom 24.12.2015 – bezogen auf den 23.12.2015

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Cizre steigt auf 122.

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Diyarbakır / Sur steigt auf 30.

Militäroperation in Tunceli / Merkez, Bali Deresi.

Nachrichten vom 23.12.2015 – bezogen auf den 22.12.2015

Jetzt finden auch in der Provinz Bitlis im Gebiet Sehi Ormanları Militäroperationen statt. Bilanz: 4 getötete „Terroristen, die einer separatistischen Terrororganisation angehören“.

Die Zahl der getöteten „Terroristen“ in Şırnak / Silopi steigt auf 8.

In Van / Başkale finden ebenfalls Militäroperationen statt.

Ebenso in Batman / Kozluk, in Mardin / Mazıdağı.

Nachrichten vom 18.12.2015 – bezogen auf den 17.12.2015:

Militäroperation in Mardin / Kızıltepe

bezogen auf den 17.12.2015:

Militäroperation in Osmaniye / Merkez

Quelle:

http://www.tsk.tr/4_olaylar/4_2_onemli_yurtici_olaylar/onemliyurticiolaylar.html

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Iran – Syrien: Heimkehr im Sarg


Leichnam des Pasdars Mohsen Faramarsi

Die arabische Nachrichtenagentur aljazeera berichtet auf ihrer arabischen Webseite am 27.12.2015 über den Tod zwei weiterer Iraner bei den Kämpfen in Syrien. Die beiden – Qassim Timuri, ein Kommandant der Revolutionswächter, sowie ein Mitglied der iranischen Bassidschi-Milizen seien bei den Kämpfen um Aleppo ums Leben gekommen. Damit steige die Zahl der in Syrien ums Leben gekommenen iranischen Kämpfer auf 114 Tote, seit die Pasdaran im Juli 2015 die Erhöhung der Zahl ihrer „Berater“ bekannt gegeben hätten. Die Pasdaran hätten in den Kämpfen in Syrien mittlerweile rund 30 hochrangige Offiziere verloren. So starb im Oktober General Hossein Hamedani, der Stellvertreter des Pasdar-Generals Qassem Soleymani, der die Pasdar-Division al-Qods befehligt. aljazeera erwähnt unter Berufung auf Quellen aus der syrischen und iranischen Opposition, dass General Qassem Soleymani kürzlich bei den Kämpfen in Syrien ernsthaft verletzt worden sei. Das iranische Regime habe dies dementiert, Soleymani sei seither aber auch nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.


Mohsen Faramarsi – so schnell wird man zum Märtyrer (Schahid)

Leibwächter des Freitagspredigers von Teheran unter den Toten

Die persisch-sprachige Webagentur gooya berichtet am Sonntag, den 27.12.2015, von sechs weiteren toten Iranern an der syrischen Front. Auch habe am vergangenen Freitag in Teheran anschließend an die Freitagspredigt das Begräbnis des Pasdar-Soldaten Mohsen Faramarsi stattgefunden. Er sei vergangenen Mittwoch bei den Kämpfen um Aleppo umgekommen. Mohsen Faramarsi war der persönliche Leibwächter von Emami Kaschani, des Freitagspredigers von Teheran.


Wird der Geistliche den Buben auch so erziehen, dass er in den Tod zieht?

Hierzu ist anzumerken, dass die Freitagsprediger in den Städten vom Religiösen Führer, Ajatollah Chamene‘i, persönlich eingesetzt werden und seine Politik vor Ort propagieren und durchsetzen. Die Tatsache, dass der Leibwächter einer solchen Persönlichkeit in Syrien eingesetzt wird, gibt zu denken.


hier treffen wir uns alle wieder

http://www.aljazeera.net/news/arabic/2015/12/27/%D9%85%D9%82%D8%AA%D9%84-%D8%B6%D8%A7%D8%A8%D8%B7%D9%8A%D9%86-%D8%A5%D9%8A%D8%B1%D8%A7%D9%86%D9%8A%D9%8A%D9%86-%D9%81%D9%8A-%D9%85%D8%B9%D8%A7%D8%B1%D9%83-%D8%A8%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A%D8%A7

http://news.gooya.com/politics/archives/2015/12/206483.php

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Iranischer Präsident: 84% der Gewalt, des Terrors und Mordens in der islamischen Welt


Iranischer Präsident: 84% der Gewalt, des Terrors und Mordens weltweit findet in der islamischen Welt statt

Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur IRNA hat Hassan Rouhani, der Präsident der Islamischen Republik Iran, am Sonntag, den 27.12.2015, auf der 29. Internationalen Konferenz der Islamischen Einheit erklärt, dass 84% der Gewalt, des Terrors und Mordens weltweit in der islamischen Welt, also Nordafrika, dem Nahen Osten und Westasien stattfindet. Er fragte weiter: „Wie kommt es, dass wir angesichts dieses Tötens und Blutvergießens geschwiegen haben?“ Und er stellte die Frage: „Ist es keine Schande für die Islamische Welt, dass Muslime, dass kleine Kinder, kaltes Wasser, Flüsse, Seen und das Meer queren, um in einem nicht islamischen Staat Zuflucht zu suchen?“
Zu den Wurzeln der Gewalt im Islam meinte er: „Einige Schulen, die unter dem Namen religiöser Schulen gegründet wurden, haben eine Lesart des Islams, des Koran-Textes und des Lebens des Propheten, die voll Gewalt ist.“
Neben der üblichen Aufforderung, den Hauptaggressor in der Region, als den er Israel bezeichnete, nicht zu vergessen, wandte er sich auch an die Teilnehmer der Konferenz mit dem Aufruf: „Ich fordere alle islamischen Staaten der Region und auch außerhalb der Region auf, auch die Staaten, die heute Bomben und Raketen auf ihre Nachbarn abschießen, davon abzulassen und den richtigen Weg einzuschlagen und uns um die Lage der Muslime zu kümmern.“
Er fuhr fort: „Ist es denn akzeptabel, dass wir das Geld für das Erdöl der Muslime an Amerika übergeben und Bomben und Raketen dafür kaufen, um dann das unglückliche Volk damit zu beschießen?“
Er fragte die Teilnehmer: „Für wieviel Geld habt ihr im jetzt vergangenen Jahr Bomben und Raketen in Amerika gekauft? Wenn ihr dieses Geld unter den Armen der muslimischen Welt verteilt hättet, müsste keiner mehr abends hungrig schlafen gehen. Und wenn Splittergruppen wie der Islamische Staat (ISIS) Soldaten anheuern können, dann ist die materielle und kulturelle Armut einer der Faktoren, der dazu beiträgt. Wir müssen die kulturelle und materielle Armut in der islamischen Gesellschaft beseitigen.“

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/f12-rohani-critical-of-violance-in-islamic-world/27451663.html

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Iran: 16. Asar – Tag der Studenten

Vergangenen Montag (7. Dezember) war im Iran der „Tag des Studenten“, zu dem es natürlich auch ein staatliches Programm gab, wir hatten darüber berichtet.
Aber die Studentenbewegung war auch aktiv und hatte an den verschiedenen Hochschulen Kundgebungen organisiert, z.B. an der Universität von Teheran. Dort nahmen etwa 1000 Studierende teil. Sie wollten sich auf dem Gelände der Uni mit einem zweiten Protestzug vereinigen, was Herrschaften in Zivil und in Uniform zu verhindern suchten. Dagegen protestierten die Studenten laut, die Uni sei keine Kaserne, die Sicherheitskräfte hätten kein Recht, sie hier auf dem Gelände der Uni zu behindern. Sie setzten sich durch. Die Forderungen der Studierenden klingen zum Teil auch westlichen Ohren vertraut. So kritisierten sie die „Vermarktung der Hochschulbildung“. Auch im Iran gibt es immer mehr Privatuniversitäten. Die Kritik der Studierenden richtete sich vor allem dagegen, dass nur die Reichen sich eine Privatuni leisten können, so dass Bildung eine Frage des Geldbeutels wird. Beim Staat verbleiben vor allem noch die Wissenschaftsbereiche, die größere Investitionen erfordern, z.B. Medizin, Physik, Chemie. In Bereichen, wo die Lehrkräfte den Hauptteil der Kosten ausmachen und keine Labore oder Kliniken benötigt werden, z.B. Soziologie, Psychologie, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften oder Management fördert der Staat dagegen die Privatisierung, um seine Ausgaben zu verringern. Dort kann nur studieren, wer Geld hat. Ein Zweig allerdings, der auch ohne Labore auskommt und seine Experimente gleich an der ganzen Gesellschaft ausführt, ist aber nach wie vor in den Händen der Machthaber – weder staatlich noch privat – es sind die theologischen Lehrstätten, wo die Mollas und Ajatollahs der Zukunft ausgebildet werden. Sie sind meist in der Hand von religiösen Stiftungen.

Quelle:
http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1048&Id=374&pgn=

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Demo vor dem Ewin-Gefängnis

Auf der Webseite von Mohammad Nurizad, einem iranischen Journalisten, der auf die Seite der Kritiker des Regimes gewechselt ist, ist ein Video von einer Kundgebung von Angehörigen politischer Gefangener vor dem Ewin-Gefängnis zu sehen. Interessant ist, dass Mohammad Nurizad nicht nur darüber berichtet, sondern die Kundgebung gleichsam moderiert. Mit einigem Fingerspitzengefühl versucht er, auch die Polizeibeamten auf ihre Seite zu ziehen und eine Frontbildung zu verhindern. Zugleich vermittelt der Film aber auch den Eindruck, dass die Demonstrierenden, unter denen sich u.a. Ehefrau von Ajatollah Rafsandschani und die bekannte Rechtsanwältin Nasrin Sotude befinden, zwar demonstrieren können, aber unter den vorbeifahrenden Autofahrern auch nicht mehr Anteilnahme erwecken wie es eine Kleindemo hierzulande tut.
Der you-tube-Film, der 12:43 Minuten dauert, ist auf der Webseite von radiofarda zu sehen:

http://www.radiofarda.com/content/f35_nourizad_evin_protests_social_media/27352875.html

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Irans Militäreinsatz in Syrien: Spätfolgen

Dieser Artikel, der am Freitag, den 23. Oktober 2015, von der Webseite iran-emrooz.net veröffentlicht wurde, stammt von Michael Eisenstadt am Washington Institute und wurde auch von Voice of America veröffentlicht.

Michael Eisenstadt schreibt, dass der iranische Militäreinsatz in Syrien zwar dem Iran geholfen hat, die 20% Schiiten unter den Muslimen hinter sich zu vereinen, allerdings auf Kosten einer Blockbildung unter den Sunniten, die dadurch die Schiiten als Bedrohung wahrnehmen. Das habe zu einem Zusammenrücken von Türkei, Saudi-Arabien und Qatar geführt, was das militärische Eingreifen Saudi-Arabiens im Jemen begünstigt habe. Die neue Frontenbildung zwischen Schiiten und Sunniten werde sich aber noch in den nächsten Jahrzehnten auswirken.

Der Arabische Frühling

Als nach den Umstürzen in Ägypten, Tunesien und Libyen auch die Herrschaft in Syrien zu wackeln begann, unterstützte das iranische Regime die Regierung Assad dabei, die Kontrolle über die Massen zu behalten. Die Regierung im Iran hatte 2009 erfolgreich vorgeführt, dass sie eine Protestbewegung von Millionen von Menschen niederschlagen konnte. So beriet sie das syrische Regime in Sachen Internet-Zensur und Technologien der Massen-Kontrolle.

Bürgerkrieg in Syrien

Die massive Unterdrückung der Proteste in Syrien im Jahr 2012 führte in einen Bürgerkrieg, in dem Assad unterlag. Nun mobilisierte der Iran die Hisbollah und schickte Einheiten der Pasdaran (Revolutionswächter) nach Syrien, um den Präsidenten zu „beraten“. Der Iran beaufsichtigte auch die Entsendung irakischer, afghanischer und pakistanischer Schiiten nach Syrien.

Die Bildung von „Volksmilizen“

Ein wichtiger iranischer Beitrag zum Erhalt des Regimes von Assad war die Bildung von Volksmilizen nach dem Vorbild der iranischen Bassidschis. So entstand eine neue Kraft von 100.000 bis 150.000 Kämpfern.


Iranische Tote in Syrien

Seit etwa zwei Jahren gibt der Iran öffentlich eigene Verluste in Syrien zu. In dieser Zeit sollen 140 Angehörige der Pasdaran in Syrien umgekommen sein. Angesichts der Stärke der Pasdaran im Iran (ca. 100.000 Mann) ist das wenig. Vermutlich dienen die Pasdaran vor allem dazu, die neu gebildeten syrischen „Volksmilizen“ zu trainieren und evtl. zu führen. Der Iran greift dem syrischen Regime außerdem mit Milliardenkrediten und Erdöllieferungen unter die Arme und hat somit auch wirtschaftlich im Land Fuß gefasst. So sind iranische Firmen damit beschäftigt, in Syrien Immobilien zu kaufen, Firmen zu gründen, sie bewerben sich bei staatlich ausgeschriebenen Aufträgen und versuchen, das Handelsnetz zu durchdringen.

Russland tritt auf den Plan

Mit dem militärischen Eingreifen Russlands auf der Seite von Baschar Assad hat der Iran einen Konkurrenten bekommen. Dennoch ist die Bilanz auf den ersten Blick positiv. Iran hat seinen einzigen regionalen Verbündeten, Baschar Assad in Syrien, an der Macht erhalten. Es kann Syrien weiterhin als Verbindungsbrücke zur Hisbollah im Libanon benutzen. Es hat bewiesen, dass es ein zuverlässiger Verbündeter ist und im Zweifelsfall auch noch den Großen Bruder in Moskau mobilisieren kann.

Die Haben-Seite

Mit russischer Rückendeckung können Syrien und der Iran versuchen, die Mittelmeer-Häfen von Tartus und Latakia zu benutzen, um die Hisbollah mit Raketen zur Bekämpfung von Schiffen und Flugobjekten zu versorgen, vorausgesetzt, Israel bemerkt es nicht. Außerdem kann der Iran Syrien dazu nutzen, Lang- und Mittelstreckenrakten in Syrien zu stationieren, um so die Infrastruktur an Israels Küste und eine Basis des NATO-Raketenabwehrsystems wirksamer zu bedrohen.

Die Schattenseiten

Der Iran konnte sich zwar im Nahen Osten als Schutzmacht der Schiiten etablieren, allerdings auf Kosten eines Bedrohungsgefühls unter den Sunniten, was bei diesen die Blockbildung begünstigte.

Bemerkung:

Die Analyse liest sich eher wie eine Schuldzuweisung an den Iran. Die USA, Westeuropa oder die Türkei scheinen als Akteure in Syrien nicht zu existieren. Man hat eher den Eindruck, als diene der Artikel dazu, neue Rüstungslieferungen an Israel zu rechtfertigen.

Quelle:

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/57986/

Biographie von Michael Eisenstadt:
Biography
Michael Eisenstadt is the Kahn Fellow and director of The Washington Institute’s Military and Security Studies Program. A specialist in Persian Gulf and Arab-Israeli security affairs, he has published widely on irregular and conventional warfare, and nuclear weapons proliferation in the Middle East.

Prior to joining the Institute in 1989, Mr. Eisenstadt worked as a military analyst with the U.S. government.
Mr. Eisenstadt served for twenty-six years as an officer in the U.S. Army Reserve before retiring in 2010. His military service included active-duty stints in Iraq with the United States Forces-Iraq headquarters (2010) and the Human Terrain System Assessment Team (2008); in Jerusalem, the West Bank, and Jordan with the U.S. Security Coordinator (USSC) for Israel and the Palestinian Authority (2008-2009); at U.S. Central Command headquarters and on the Joint Staff during Operation Enduring Freedom and the planning for Operation Iraqi Freedom (2001-2002); and in Turkey and Iraq during Operation Provide Comfort (1991).

http://www.washingtoninstitute.org/experts/view/eisenstadt-michael

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Iran: Ein Heer von „Beratern“ in Syrien

Ramesan Scharif, der Verantwortliche für Medienkontakte bei den Pasdaran, erklärte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Fars am Freitag, den 23. Oktober 2015, dass die „Beraterkräfte des Irans“ in Syrien verstärkt worden seien. Er sprach von einer „neuen Runde von lokalen Entwicklungen zur Bekämpfung terroristischer Gruppen, die andere Muslime als Abtrünnige vom Glauben bezeichnen“.

Am Samstag, den 24. Oktober 2015, veröffentlichte die iranische Webseite „Maschraq“ eine Reihe von Namen und Fotos von Angehörigen der iranischen Kräfte, die in Syrien in den letzten 11 Tagen ums Leben gekommen seien. Es handele sich um mindestens 14 Personen.

Hossein Amir Abdollahian, Assistent für die arabischen Staaten und Afrika im iranischen Außenministerium, sprach am 28. Mehr (20. Oktober 2015), von erweiterten Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus. Auf Wunsch Syriens habe der Iran seine „Militärberäter“ in Syrien verstärkt.

Mit Rückendeckung aus Russland und dem Iran sollen die syrischen Regierungstruppen Stellungen in Aleppo zurückerobert haben. Dabei sollen auch einige Pasdar-Kommandanten ums Leben gekommen seien.

In Syrien ist unter anderem die Pasdaran-Einheit „Hefasate Ansar ol-Mahdi“ (Leibwache der Anhänger des Mahdi) tätig, die im Iran für den Personenschutz hochrangiger Personen zuständig ist.

Ein Angehöriger dieser Einheit, Abdollah Baqeri, der Leibwächter des ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad, soll laut Meldungen aus dem Iran am Donnerstag, den 22. Oktober 2015, in oder in der Nähe von Aleppo ums Leben gekommen sein.

In den vergangenen Tagen sollen die Leichen von in Syrien gefallenen iranischen Pasdaran in den iranischen Städten Hamedan, Isfahan, Ahwas, Nadschaf-Abad und Sabswar bestattet worden sein.

http://www.radiofarda.com/content/f2-iran-military-irgc-more-sent-to-syria-sharif-aleppo/27324105.html

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Iran feiert das Atom-Abkommen

In Teheran auch in den Landeshauptstädten und Großstädten feirten IranerInen in Iran, einschließlich Qom, Isfahan, Shiraz, Kerman, Kermanshah, Sanandaj und Zanjan, Mashhad, Karaj, Bushehr, Boroujerd, Ardabil, Semnan, Yasouj, Bandar Abbas, Birjand, Yazd, Zahedan, Zabol, Arak, Qazvin, Hamedan, Bojnoord, Ilam und Kashan angekündigt.

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Offene Worte zur Wirkung der Sanktionen

Ajatollah Hashemi Rafsandschani, Vorsitzender des iranischen Schlichtungsrates, war immer eine wichtige Figur für das Islamische Modell im Iran, besonders unter Chomeini, dessen rechte Hand er war, hatte er große Macht. Auch heute noch ist er einflußreich und sieht sich als Mittler zwischen dem fundamentalistischen und der reformistischen Flügel unter den Rechtsgelehrten im Iran.

Schon früh hatte Rafsandschani erkannt, das die anfängliche breite Zustimmung der iranischen Bevölkerung für das Islamische Modell mit den Jahren immer mehr schwand. Anders als Chamenei war er z.B. dagegen, dass im Jahr 2009 Ahmadinedschad durch den Religionsführer Chamenei an der Regierung gehalten wurde. Er sieht das islamische Modell in Gefahr und sieht es als seine Pflicht an, das Modell zu retten. In diesem Zusammenhang sind seine heutigen Worte bei einer Veranstaltung über iranische Geschichte in Teheran zu verstehen.

Deutlicher noch als früher kritisierte er die Position der Fundamentalisten bezüglich der internationalen Sanktionen. Während Chamenei und seine Anhänger gerne behaupten, dass die Sanktion nicht sonderlich schädlich seien, und im Gegenteil sogar Chancen wie die einer Unabhängigkeit von den westlichen Industriestaaten beinhalteten, dass sie gar den Iran stärken würden und auf vielfältige Art neue Wege eröffneten, sagte er, dass die Sanktionen die Situation der iranischen Bevölkerung ruiniert hätten. Dies betreffe sowohl die Mittelklasse als auch die Arbeiter. Er sagte, die Sanktionen hätten die Knochen des iranischen Volkes gebrochen. Nur die wenigen Leute, die die Macht und die Medien in der Hand halten, würden behaupten, dass die Sanktionen den Iranern nicht geschadet hätten. Diese Behauptung käme nicht aus dem Volk sondern würde nur von wenigen vertreten. Wissenschafler und Ayatollahs an der Spitze der Gesellschaft hätten Angst, die Realität zu schildern.

Als Beispiel nannte er die vielen bereits laufenden Unternehmens-Projekte, die aufgrund der Sanktionen nicht beendet werden konnten. Andere Projekte, die das Land ökonomisch nach vorne gebracht hätten, wurden gar nicht erst begonnen.

Viele würden behaupten, dass es nach der Scharia verboten sei, mit dem Westen überhaupt zu sprechen. Das sei falsch. Die Scharia erlaube es in der gegenwärtigen Situation mit allen Ländern zu sprechen und nach Problemlösungen zu suchen. Als Beleg führte er an, dass der Prophet selbst zu seiner Zeit sich entsprechend verhalten habe.

Gegen Ende meinte er, dass die Iraner einen Weg finden müssten, um mit der Welt in einen gemäßigten Dialog zu treten. Die Scharia würde dies erlauben.

Kommentar

Die Arbeitslosigkeit, die Unzufriedenheit und die Korruption sind derart angewachsen, dass die Herrschenden schon befürchteten, dass bei dem nächsten große Ausbruch nicht nur die Mittelschichten und Arbeiter auf die Straße kommen sondern auch die ärmsten Schichten. Für das islamische Modell wäre das sehr gefährlich. Deswegen versucht Rafsandschani sich auf der Seite des iranischen Volkes und der armen Schichten zu zeigen um dieses Modell zu retten.

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Iran: 152 Hinrichtungen in 2 Wochen

Das im Iran aktive Internationale Komitee gegen Hinrichtungen hat bekannt gegeben, dass im Iran in den vergangenen zwei Wochen 152 Gefangene hingerichtet wurden.
Das Komitee hat aus staatlichen Quellen folgende Zahlen der Hinrichtungen der letzten beiden Wochen zusammengestellt:
Gefängnis von Qesel-Hessar in Karadsch: 75
Gefängnis von Bandar-Abbas: 20
Gefängnis von Urumije (Darya): 16
Gefängnis von Radscha‘i-Schahr (Karadsch): 11
Gefängnis von Adel-Abad (Schiras): 8
Gefängnis von Tabris: 6
Zentralgefängnis von Karadsch: 5
Gefängnis von Kerman: 5
Gefängnis von Rascht: 2
Gefängnis von Qa‘em-Schahr: 1
Gefängnis von Sandschan: 1
Schiras, öffentliche Hinrichtung: 1
Schahr-e Babak, öffentliche Hinrichtung: 1

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Iran: traditionelles Kopftuch der lurischen Frauen in Khorramabad

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Iran: Vorbeben vor dem großen Ausbruch?

Der stetig an Kraft gewinnende landesweite Streik der Lehrerinnen und Lehrer im Iran, die Gewaltausbrüche im Ostiran anlässlich einer versuchten Vergewaltigung in Mahabad (Iranisch-Kurdistan), die nicht minder gewaltsamen Angriffe auf Polizeistation und Polizeifahrzeuge in der Nähe von Iranschar (Sistan/Belutschistan) nach der willkürlichen Tötung von Zivilisten, die als Schmuggler verdächtigt wurden und natürlich auch die starke Präsenz der Arbeiterinnnen und Arbeiter auf den Straßen des ganzen Irans am 1. Mai 2015 – all das sind Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch der Wut der iranischen Bevölkerung, die das herrschende Modell der islamischen Republik Iran satt hat.

Sie sind es leid, sich bei den Behörden für die Vergehen eben dieser Behörden zu beschweren, sie brauchen nicht mehr die Ermittlung von Verbrechen vor den Polizeistationen einzufordern, wenn sie die Schuldigen bereits selbst kennen und sie haben keinerlei Hoffnung, dass der Staat das macht, was er nach seinen eigenen Prinzipien, seiner eigenen Verfassung eigentlich machen sollte, z.B. Verbrechen zu bestrafen, auch oder gerade dann, wenn sie von den Bütteln des eigenen Systems verübt wurden. Die Menschen fackeln nicht lange und nehmen mittlerweile die Justiz selbst in die Hand.

Die Frage ist, werden diese ersten Anzeichen für einen viel stärkeren Ausbruch Schule machen? Kommt es zu Verbindungen zwischen den einzelnen Kämpfen aus unterschiedlichen sozialen Sektoren? Werden die einzelnen Brandherde zu einem Flächenbrand, der sich nicht mehr kontrollieren lässt? Im Moment spricht vieles dafür.

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Iran: Landesweiter Lehrerstreik

Die Proteste von Lehrerinnen und Lehrern erstrecken sich inzwischen über das ganze Land.Huete, am Donnerstag, den 16.4. 2015, kam es zu Kundgebungen in Teheran, Lorestan, Hormosgan, Kurdistan, Chusistan, Qaswin und anderen Städten und Regionen.


Kundgebung in Teheran

Kundgebung in Teheran

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Iran: Bilder

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