Archiv der Kategorie 'Arbeitskampf'

Iran: Staatsanwalt bestätigt Verhaftung streikender Arbeiter


Abbas Qassemi, der Staatsanwalt von Arak, bestätigte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Fars, dass gestern bei der Niederschlagung von Protesten der Arbeiter von Asarab in Arak 21 Arbeiter verhaftet wurden. Der Staatsanwalt erklärte, die Forderungen der Arbeiter seien zwar berechtigt, sie hätten aber kein Recht, den Schienenverkehr zu blockieren.
In der zweiten Streikwoche setzten die bewaffneten Staatskräfte auch Tränengas ein, um den Protest der Arbeiter aufzulösen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=193073
vom 29. Mehr 1398 (21. Oktober 2019)
dadsetane arak: dastgiriye 21 kargare azarab

https://www.radiofarda.com/a/Protests-by-AzarAb-workers-in-Arak/30226404.html
vom 28. Mehr 1398 (20. Oktober 2019)
ma‘murane amniyati ba shelike gaze ashk-awar be tajammo°e kargarane azarabe arak hamle kardand

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Iran – Ahwas: Protest der Fernmeldetechniker der Provinz Chusestan


In Ahwas, der Hauptstadt der Provinz Chusestan, sind heute über 100 Angestellte der Fernmeldeverwaltung auf die Straße gegangen, um vor dem Sitz der Fernmeldebehörde in Ahwas ihre Löhne einzufordern. Es handelt sich hierbei um ausgebildete Spezialisten. Der Protest macht deutlich, wie weit der wirtschaftliche Zusammenbruch inzwischen vorangeschritten ist, dass selbst die Fachleute um die Zahlung ihrer Löhne und Gehälter kämpfen müssen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=193066
vom 29. Mehr 1398 (21. Oktober 2019)
tajammo°e karkonan edareye moxaberate ostane xuzestan

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Iran – Arak: Sondereinheiten gegen Arbeiterproteste


Heute, den 7. Oktober 2019, wurden in Arak Sondereinheiten zur Niederschlagung von Aufständen gegen protestierende Arbeiter der Firma Adhar-Ab in Arak eingesetzt. Die Spezialkräfte setzten Tränengas ein. Sie waren vor den Toren der Firma postiert, um die Arbeiter zu zerstreuen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=192164
vom 15. Mehr 1398 (7. Oktober 2019)
°aks / yegane wizheye zedde shuresh ba estefade az gaze ashk-awar wa ba hozur dar moqabele dare worudiye sherkat eqdam be motefarreq kardane kargarane mo°tareze adharabe Arak kardand

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Iran: Verfolgung der streikenden Arbeiter von Haft-Tape

Für den 30. September 2019 haben 40 streikende Arbeiter der Zuckerfabrik in Haft-Tape telefonisch eine Vorladung erhalten, sich bei der Sicherheitspolizei in Schusch zu melden. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass weitere 150 Arbeiter dieser Fabrik entlassen werden sollen. Die streikenden Arbeiter fordern unter anderem die Wiedereinstellung der bisher entlassenen Arbeiter, die Freilassung von Esmail Bachschi und die Rücknahme des sogenannten Privatisierungsprogrammes der Fabrik.

http://www.akhbar-rooz.com/%db%b4%db%b0-%da%a9%d8%a7%d8%b1%da%af%d8%b1-%d9%86%db%8c%d8%b4%da%a9%d8%b1-%d9%87%d9%81%d8%aa-%d8%aa%d9%be%d9%87-%d8%a8%d9%87-%d9%be%d9%84%db%8c%d8%b3-%d8%a7%d9%85%d9%86%db%8c%d8%aa-%d8%a7%d8%ad%d8%b6/
vom 8. Mehr 1398 (30. September 2019)
40 kargare neyshekare haft-tape be polise amniyat ehzar shodand

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Iran: Ein Krieg als letzte Rettung

Am Samstag, den 14. September 2019, schlugen kurz nach 3 Uhr morgens in zwei wichtigen erdölverarbeitenden Fabriken in Saudi-Arabien mehrere Raketen ein, die im Handstreich kurzfristig einen beachtlichen Anteil der Erdölproduktion im Land lahmlegten.
Ziemlich bald wurden die iranischen Machthaber beschuldigt, hinter diesen Raketenanschlägen zu stehen. Die jemenitischen Huthi-Milizen, die vom Iran unterstützt werden, behaupteten dagegen, selbst den erfolgreichen Anschlag durchgeführt zu haben. Sowohl die US-Regierung wie die saudischen Herrscher gaben an, die Ergebnisse von Untersuchungen abwarten zu wollen, um dann entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Wer prüft die Fakten?
Um beurteilen zu können, was für Raketen da eingesetzt wurden, von wem sie stammten, ob sie von irgendwelchen Radarsystemen erfasst wurden oder nicht, bräuchte man Zugang zu Informationen, die vielleicht saudischen oder US-Militärs vorliegen, vielleicht auch Militärspezialisten aus anderen Ländern, aber das nützt uns wenig. Die Aufgabe des Militärs ist es, einen Krieg erfolgreich zu führen, und nicht die, unsereins mit Wahrheiten zu versorgen. Dass Lügen kriegsentscheidend sein können, hat das Beispiel des irakisch-kuwaitischen Kriegs im August 1990 gezeigt, als die US-Öffentlichkeit gezielt mit Lügen gefüttert wurde, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits kuwaitische Frühgeborene ermordet, indem sie diese aus ihren Brutkästen gerissen hätten und sie dann auf dem Boden verenden ließen. Wir können die Behauptungen von Regierungen nicht überprüfen und wir wollen auch nicht die Plattform sein, über die Regierungslügen verbreitet werden.

Wer braucht den Krieg?

Es ist nicht unser Spezialfeld, zu beurteilen, wer in den USA und wer in Saudi-Arabien Interesse an einem Krieg mit dem Iran haben könnte. Aber sehr klar ist, dass die heutigen Machthaber im Iran – die Pasdaran samt Umfeld und die Geistlichkeit um den Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i – einen Krieg brauchen, um zu überleben. Sie haben das Land in vier Jahrzehnten so weit herabgewirtschaftet, dass heute selbst der Einsatz von Spezialkräften zur Aufstandsbekämpfung gegen streikende Arbeiter nicht verhindern kann, dass die Arbeiter der selben Firma am nächsten Tag wieder auf die Straße gehen. Und dies trotz der Verletzten und Verhafteten vom Vortag. Wer keine Löhne mehr zahlt, wer den Arbeitern nicht die Garantie gibt, dass sie ihre Familie noch ernähren können, hat wenig Aussicht, sich weiter an der Macht zu halten, wenn nicht ein Krieg zu Hilfe kommt. Dann kann man den Menschen sagen: Was redet ihr hier von Brot und Löhnen? Das Vaterland ist in Gefahr, hier schlagen Bomben und Raketen ein. Der Krieg ist die letzte Hoffnung des jetzigen Regimes im Iran, sich weiter an der Macht zu halten.

ein Link zum Thema Militaria in diesem Zusammenhang:

https://www.heise.de/tp/features/USA-entsenden-Truppen-zur-Luft-und-Raketenabwehr-nach-Saudi-Arabien-4535693.html
USA entsenden Truppen zur Luft- und Raketenabwehr nach Saudi-Arabien
Florian Rötzer

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Iran: Sepide Gholyan, 18 Jahre Gefängnis im Kampf für Arbeiterrechte


Der BBC hat kürzlich eine Tondatei zusammen mit einem kurzen Schreiben von Sepide Gholyan erhalten, die im Gefängnis von Qaretschak inhaftiert ist. Sie wurde wegen ihres Einsatzes für die Streikenden Arbeiter der Zuckerfabrik in Haft-Tape verhaftet und unter fabrizierten Vorwürfen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, wovon 7 Jahre unbedingt abzusitzen sind. Die Gefangene berichtet von den ständigen Schreien der Gefolterten, die zu ihr dringen. Sie berichtet davon, dass sie 16 Stunden lang in einer Zelle inhaftiert war, während in der Nachbarzelle ein Gefangener namens Ismail vom Verhörbeamten geschlagen und ständig aufgefordert wurde, ein Geständnis abzulegen. Ein Mitangeklagter im Verfahren gegen die streikenden Arbeiter von Haft-Tape hieß Ismail Bachschi. Was Sepide nicht wusste, war, dass Ismail zu diesem Zeitpunkt schon auf freiem Fuß war.
Der Verhörbeamte hatte von Sepide Gholyan verlangt, sie solle vor laufender Kamera erklären, dass sie getäuscht worden sei. Sepide berichtet. „Am ersten Esfand (12. Monat des iranischen Kalenders) kam der Verhörbeamte erneut ins Verhörzimmer und sagte zu mir: Ich mache dir einen Vorschlag. Du schminkst dich so, wie sonst auch, und hast die Haare so gefärbt, wie du willst, du trägst die Kleidung, die du magst, und brauchst nicht einmal ein Kopftuch tragen, alles ganz so, wie du willst, und so trittst du vor die Kamera und erklärst: „Ich bin reingelegt worden“. Hilf du uns, dass wir einen Dokumentarfilm darüber erstellen können, dass du getäuscht worden bist, dann helfen wir dir auch, dass du zu deiner Familie zurückkehrst. Anderenfalls stehen wir als die Dummen da und werden dir nie mehr die Gelegenheit geben, in die Freiheit zurückzukehren.“
Ein weiterer Grund, wieso Sepide Gholyan so eine drastische Strafe erhalten hat, könnte darin liegen, dass sie Lügen der Sicherheitsorgane entlarvt hat. Die Behörden hatten während des Streiks der Arbeiter von Haft-Tape bestritten, dass es Sondereinsatzkräfte gegen die Arbeiter gebe. Daraufhin war Sepide Gholyan an der Fassade der Verwaltung der Sicherheitsbehörden (Farmandari) hochgeklettert und hatte Aufnahmen von diesen Sondereinsatzkräften gemacht und veröffentlicht.
Sepida Gholyan klagt darüber, dass sie im Iran nichts gegen die Justiz des Landes unternehmen kann und sich auch nicht gegen den Rufmord wehren kann, den die staatlichen Medien gegen sie betreiben.
In ihrer Ton-Datei geht Sepide Gholyan auch auf die „blaue Frau“ (blau ist die Farbe der Fußballmannschaft, deren Fan sie ist), die sich vor dem Gebäude der Justizverwaltung in Teheran selbst angezündet hatte, um dagegen zu protestieren, dass sie wegen ihrer Teilnahme als Zuschauerin an einem Fußballspiel von der Justiz verfolgt wurde (Frauen dürfen im Iran als Zuschauerinnen ins Stadium, wenn dort nur Frauenmannschaften spielen). Diese Frau, sie hieß Sahar Chodayari, hatte gegenüber ihren Mitgefangenen bis zum Schluss erklärt, dass ihr Vater sie umbringen würde, wenn er von der Haftstrafe gegen sie (=Sahar Chodayari) erführe.
https://news.gooya.com/2019/09/post-30131.php
vom 15. September 2019
payame sepide qalyan (gholyan) az zendan

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190732
sepide qalyan (gholyan) az zendane qarechak: kabuse sedaye shekanjeha dar gusham qat° nemishavad / be man beguyid az qoveye qazaiye chetour shekayat konam + film
vom 24. Schahriwar 1398 (15. September 2019)

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Iran: Jahrzehnte Gefängnis für Arbeitervertreter


Am Sonntag, den 8. September 2019, wurden die Urteile gegen Vertreter der streikenden Arbeiter von Haft-Tape bekannt gegeben.
Esmail Bachschi, ein Arbeitervertreter aus Haft-Tape, wurde zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.
Sepide Qaliyan, eine Arbeiteraktivistin, erhielt 19 Jahre und 6 Monate Gefängnis.
Mohammad Chanifar, Arbeiter von Haft-Tape, muss für 6 Jahre hinter Gitter.
Die Mitarbeiter der Zeitschrift „Gam“, die sich gegen die Todesstrafe und für die streikenden Arbeiter ausgesprochen hatte, wurde ebenfalls mit schweren Haftstrafen belegt: Amir Hossein Mohammadi-Fard, Sanaz Elahyari, Asal Mohammadi und Amir Amir-Qoli wurde zu je 18 Jahren Gefängnis verurteilt.
Von den verhängten Gefängnisstrafen müssen Esmail Bachschi mindestens sieben Jahre, Sepide Qalyan mindesten acht Jahre und die vier Mitarbeiter der Zeitschrift „Gam“ mindestens sieben Jahre im Gefängnis verbüßen.
Die auch für iranische Verhältnisse harten Gefängnisstrafen führten zu Protesten unter freien Gewerkschaften und dem Schriftstellerverband.

https://www.radiofarda.com/a/protests-over-prolonged-prison-sentence-for-labor-activists/30152580.html
vom 17. Schahriwar 1398 (8. September 2019)
e°teraze sendikaye kargarane haft-tape be ahkame sangin °aleyhe fa°°alane kargari

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Iran: 4 Frauen seit dem 1. Mai in Haft, kein Anwalt, keine Kaution


Seit dem Internationalen Tag der Arbeit, dem 1. Mai 2019, sind vier Frauen aus politischen Gründen im Ewin-Gefängnis von Teheran und im Qaretschak-Gefängnis in Haft. Es handelt sich um Marziye Amiri, Journalistin der Zeitung Sharq, Neda Naji und Atefe Rangriz, Frauenrechtlerinnen, und Anissa Assadollahi, Arbeiter-Aktivistin. Ihnen wird sowohl eine Freilassung auf Kaution wie auch der Zugang zu einem Anwalt verweigert. Ihre Anwälte dürfen weder die Akten einsehen noch die Frauen im Gefängnis besuchen. Den Frauen werden Delikte gegen die Nationale Sicherheit zur Last gelegt, so bezeichnet man im Iran staatlicherseits den Einsatz für die Rechte der Arbeiter.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/80198/
vom 15.07.2019, 19:33
waz°iyate be-la-taklif-e chahar tan az bazdasht shodegane ruze karegar

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Iran: Politische Gefangene misshandelt


Neda Nadschi
Im Qaretschak-Gefängnis in Waramin wurde vergangenen Samstag Neda Nadschi von Gefängnispersonal und unpolitischen Strafgefangenen verprügelt. Die Wärter schlugen Neda Nadschi so heftig auf den Kopf, dass sie mehrere Stunden lang nur noch verschwommen sehen konnte und in die Krankenstation des Gefängnisses verlegt wurde.
Neda Nadschi hatte am 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit, an einer Kundgebung vor dem Iranischen Parlament teilgenommen und war darauf verhaftet worden. Sie war zuerst im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft, am 25. Chordad (15. Juni) wurde sie ins Qaretschak-Gefängnis von Waramin verlegt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=94099
vom 15. Tir 1398 (6. Juni 2019)
zarb o shatme neda naji dar zendane qarechake waramin

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Iran: Arbeiter beschweren sich bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)


Eine Gruppe von Arbeitern der Zuckerfabrik von Haft-Tape haben sich in einem gemeinsamen Brief bei der Freiheitskommission der Internationalen Arbeitsorganisation gegen die Verfolgung von rund 50 Arbeitern beschwert, die in den letzten Monaten verhaftet und verfolgt wurden. Einige wurden vorgeladen, einige bedroht, einige inhaftiert, einige gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Die Arbeiter wiesen in ihrem Brief an die ILO darauf hin, dass sogar Personen, die über die Verfolgung der Arbeiter berichteten, ihrerseits verhaftet, verhört und gefoltert wurden. Außerdem werden die Angehörigen der Inhaftierten unter Druck gesetzt, damit sie schweigen und nichts über die Lage der Inhaftierten nach Außen dringen lassen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79787/
vom 6. Juni 2019, 22:28
shekayate kargarane haft-tape az doulate iran be sazemane jahaniye kar

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Protestversammlung von U-Bahn-Beschäftigten in Teheran

Eine Reihe von Mitarbeitern der Teheraner U-Bahn versammelte sich heute Morgen, Dienstag, 21. Mai 2019, vor einem Gebäudeblock des Teheraner U-Bahn-Versorgungsunternehmens, um gegen die Einstellung und Beendigung ihrer offiziellen Verträge zu protestieren. Laut Ensaf-News kamen rund 200 U-Bahn-Mitarbeiter zusammen.


Protest von U-Bahn-Beschäftigten in Teheran

Einer der Demonstranten sagte dem Ensaf News-Korrespondenten: „Sie machen uns alle unglücklich, wir hatten einen offiziellen Vertrag, aber jetzt behandeln sie uns schlecht und geben uns nur noch kurze Verträge und halbieren unser Gehalt.“

Geheimdienstleute der U-Bahn erlaubten Journalisten nicht, sich dem Protest anzuschließen.

Ungefähr zwanzig Polizisten mit Motorrädern trafen nach wenigen Minuten ein und verschwanden später wieder.

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Iran: 1. Mai – Tag der Handschellen


Warten vor dem Ewin-Gefängnis /Teheran
Der Internationale Tag der Arbeit wird im Iran auf zwei ganz verschiedene Arten begangen. Die Arbeitnehmer und Gewerkschaften bereiten Aktionen vor, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, die Regierung und diejenigen, die jenseits der gewählten Gremien regieren, nutzen den Anlass, um die nächste Runde von Verhaftungen vorzunehmen. Vier Tage später, am gestrigen Sonntag, sieht man das Ergebnis. Das sind Angehörige und Freunde der Inhaftierten, die auf diese Weise gegen die Verhaftung protestieren. Noch ist es keine Massenbewegung, und das dürfte die Machthaber zufrieden stellen.

Vor dem Ewin-Gefängnis
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=181983
vom 15. Ordibehesht 1398 (5. Mai 2019)
°aks / tajammo°e xanewadeha wa dustane bazdashtihaye ruze jahaniye kargar dar moqabele zendane ewin

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Iran: Demonstrationen zum Nationalen Tag des Lehrers

Zum heutigen 2. Mai, dem Nationalen Tag des Lehrers, kam es in vielen iranischen Städten zu Versammlungen von Lehrerinnen und Lehrern vor den Gebäuden der Bildunsgeinrichtungen.


Demonstration von LehrerInnen am 2.5.2019 in Teheran

Demonstriert wurde in Teheran, Yazd, Hamedan, Kehrmanschah, Isfahan, Karadsch und verschiedenen Städten in iranisch-Kurdistan, Mazenderan (eine Provinz im Nordiran), Maschhad, usw.

Die erste Forderung war die Freilassung der inhaftierten Lehrerinnen und Lehrer. Des weiteren forderten sie Lohnerhöhungen, Erhöhung der Renten und bessere Krankenversicherungen. In ihren Rednen wandten sie sich gegen die zunehmende Privatisierung und den Rückgang des Anteils der staatlichen Schulen.

In Teheran wurde die Demonstration von Sicherheitskräften angegriffen und 3 Lehrer wurden festgenommen.

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1. Mai-Demonstration vor dem iranischen Parlament

Am gestrigen 1. Mai versammelten sich auch in Teheran GewerkschafterInnen und demonstrierten für ihre Rechte. Der Ort der Kundgebung war der Baharestan-Platz, direkt vor dem iranischen Parlamentsgebäude.


1. Mai Demonstration in Teheran

An der Versammlung beteiligten sich mehr als 20 Organisationen, hauptsächlich Studentinnen und Studenten, Mitglieder der Busfahrergewerkschaft und Pensionäre aus allen Berufszweigen. Ihre Parolen waren: „Arbeiter-Studenten-Lehrer: Einigkeit! Einigkeit!“, „Brot, Arbeit und Freiheit sind unser Recht!“, „Korrupte sind frei, Arbeiter sind im Gefängnis!“ und „Preissteigerung und Inflation – Verderben fürs Volk!“.


20 verschiedene Organisationen

Die Sicherheitskräfte attackierten die DemonstrantInnen, worauf sich diese auf den Boden setzten und weiter Parolen riefen: „Versammeln und Streiken ist unser Recht!“ Die Polizei attackierte die DemonstrantInnen weiter und nahm trotz heftiger Gegenwehr mindestens 29 von ihnen fest.


„Versammeln und Streiken ist unser Recht!“

Auch in anderen Städten des Irans wie Sanandatsch, Kermanschah, Karadsch, Maschad, Schiraz, Isfahan, … fanden am 1. Mai ähnliche Versammlungen statt.

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Iran: Verhaftungen im Vorfeld des Tags der Arbeit


Parwin Mohammadi, Wale Zamani, Ali-Resa Thaqfi und Hale Safarzade

Der 1. Mai (im iranischen Kalender: der 11. Ordibehescht) nähert sich. Der Internationale Tag der Arbeit. Bezahlte Arbeit wird im Iran immer mehr zur Mangelware, aber das ändert nichts daran, dass das Regime Angst davor hat, dass die Arbeitenden ihre Rechte einfordern. Die Millionen Arbeitslosen mögen das Regime so wenig interessieren wie in den westlichen Staaten, aber alle diejenigen, die mit den Machthabern verbunden sind, haben ja auch Haus, Familie, Kinder. Sie wollen, dass die Kinder in die Schule gehen, dass Straßen und Häuser zumindest für sie gebaut werden, dass Wasser aus der Leitung fließt, und dass ihre Schutzpatrone genügend Geld haben, damit sie auch etwas abbekommen. Und das heißt: Auch in einem System wie der Islamischen Republik Iran, das mit Arbeiterrechten so wenig anfangen kann wie mit Menschenrechten im Allgemeinen, braucht es Lehrkräfte, Pflegepersonal in Krankenhäusern, Märkte für Nahrungsmittel und Kleider, und natürlich Erdölarbeiter, die den Reichen ihr Einkommen bescheren. Und diese Arbeitskräfte, selbst wenn sie inzwischen die Minderheit der Bevölkerung darstellen sollten, sind notwendig für das Wohlergehen der Machthaber. Das wissen die Machthaber, und das Wissen die Arbeiter. Das ist die Basis, auf der Verhandlungsmacht entsteht. Und das ist der Grund, warum das Regime auch heute noch Angst vor den Arbeitern hat. Deshalb verfolgt es Gewerkschaften, genauer gesagt, die Menschen, die unabhängige Gewerkschaftsbewegungen gründen und auf Trab bringen. So gab es unlängst Festnahmen in Teheran, Kamyaran, Sanandadsch und Urumije. Die Gewerkschaftsaktivisten wurden zum Teil wieder freigelassen, andere, wie Parwin Mohammadi, Wale Zamani, Ali-Resa Thaqfi und Hale Safarzade, sind seit vergangenen Freitag im Gohardascht-Gefängnis von Karadsch in Haft.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92904
vom 6. Ordibehescht 1398 (26. April 2019)
4 nafar az kargarane bazdasht shode dar tehran, hanuz azad nashodeand

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