Archiv der Kategorie 'Arbeitskampf'

Iran – Ahwas: Stahlarbeiter protestieren beim Freitagsimam und beim Gouverneur


Die Arbeiter des Stahlunternehmens Goruhe Melliye Fulade Ahwaz (Nationale Stahlgruppe Ahwas) haben in Ahwas gegen die ausstehenden Lohnzahlungen protestiert. Sie haben als Ort des Protests den Platz aufgesucht, wo der Freitagsimam predigt, sowie den Sitz des Provinzgouverneurs von Ahwas. Außerdem hielten sie im Zentrum von Ahwas eine Protestdemo ab, an der vielleicht Tausend Arbeiter teilnahmen

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85089
vom 25. Februar 2018
xiyabanhaye ahwaz zire paye kargarane fulad

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Iran: Die Herrschaften mögen kein Licht


Aus Protest gegen die Vorenthaltung der Lohnzahlung und der zustehenden Arbeitskleidung haben die Busfahrer am Sonntag in Teheran tagsüber das Fahrlicht angemacht. Das Management der Busgesellschaft hat darauf mit eigenen Streifen die Busse kontrolliert, um durchzusetzen, dass die Fahrer das Licht wieder ausmachen, aber das konnte die Fortsetzung des Protests nicht verhindern.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85106
vom 26. Februar 2018
be neshaneye e°teraz cheraghe otobusha roushan shod

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Iran: Stahlarbeiter in Ahwas streiken

Die Arbeiter der Stahlfabrik in Ahwas (Goruhe Melliye San°ate Fulade Ahwaz), die sich in einer freien Gewerkschaft organisiert haben, haben gestern gestreikt, um die ausstehenden letzten drei Monatslöhne einzufordern. Hierzu sperrten sie für zwei Stunden die Fabriktore zu. Auch die nahelegende Verbindungsstraße von Ahwas nach Chorramschahr musste wegen der Kundgebung gesperrt werden. Die Arbeiter beklagen nicht nur die fehlenden Lohnzahlungen, auch die Sozialversicherungsbeiträge wurden nicht einbezahlt, so dass die Arbeiter nicht krankenversichert sind. Die Busverbindungen von und zur Fabrik funktionieren auch nicht mehr, weil der Arbeitgeber auch hier seine Beiträge nicht leistet.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=84970
vom 18.02.2018
e°tesabe yekparcheye kargarane goruhe melliye san°ate fulade ahwaz

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Iran: Seit Tagen nehmen die Arbeiterproteste stetig zu

Die Arbeiter der iranischen Baumaschinen-Fabrik Hepcon in Arak streiken. Das Unternehmen hat Standorte in mehreren großen Städten im Iran. Am Standort Arak sind allein mehr als 1000 Arbeiter beschäftigt.

Grund für den Streik sind ausstehende Löhne. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Löhne nicht mehr im vollen Umfang bezahlt. Von den letzten zehn Monaten haben die Arbeiter an 106 Tagen keinen Lohn erhalten.

Die Arbeiter gingen im Stadtzentrum von Arak auf die Straße. Die Parolen, die sie riefen, lauteten: „Marg bar karegar – doroud bar setamgar“ (ironisch: Tod dem Arbeiter – es lebe der Ausbeuter) und „Aza aza ast emrooz – zendegir karegar ruye hava ast emrooz “ (Traurig, traurig ist der Tag – das Leben des Arbeiters schwebt heutzutage in der Luft).

Ein Arbeiter hat in einem Interview erklärt, dass die Fabrik nur zu 5% ausgelastet ist. Die Zukunft ist unklar.

Anmerkung: Nicht nur in Arak wird demonstriert und gestreikt. In den letzten Tagen fanden ähnliche Aktionen in 25 iranischen Städten statt. Es gibt viele Videos und Kurzberichte in den sozialen Medien. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Die Arbeiter der Teheraner U-Bahn streiken seit Montag, weil sie in diesem und im letzten Jahr an acht Monaten ihrenLohn nicht bekommen haben
  • Die Nationale Stahl-Fabrik (Mobarakeh Steel Company) in Isfahan wird bestreikt, weil die letzten zwei Monate kein Lohn gezahlt wurde. Auf der Demonstration riefen die Arbeiter „Was haben wir falsch gemacht? Wir haben die (Islamische) Revolution gemacht!“
  • Die Reifenfabrik Kian-Tayer in Teheran wird seit gestern bestreikt, weil im letzten Monat kein Lohn bezahlt wurde und die Überstunden der letzten vier Monate nicht bezahlt wurden.
  • Die Fabrik Rangin Nakh Semnan (Baumwollfabrik von Semnan) hat ihren Arbeitern mehrere Monate zu wenig Lohn und keine Überstunden bezahlt. Auch die Versicherungen wurden nicht bezahlt.
  • Seit acht Tagen wird die Zuckerrohrfabrik von Haft Tapeh bestreikt. Die Arbeiter haben inzwischen die Zucker-Lagerhallen abgesperrt, um zu verhindern, dass die Ware abtransportiert wird. Einige schon beladene Lastwägen wurden von ihnen wieder entladen. [Video]
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Iran: Fortsetzung der Proteste


Bahnarbeiter in der Stadt Schahrud, Ostiran, protestieren, weil sie 4 Monate lang ihren Lohn nicht erhalten haben.


Vertreter der Bauarbeiter einer Firma in Nadschafabad-Isfahan, protestieren, weil ihr Versicherungsgeld des letzten Monats nicht bezahlt wurde.


Bahnarbeiter in Maraghe, Nordwestiran: ihr Lohn und ihre Versicherung sind drei Monate nicht bezahlt worden.


Diese Lehrerinnen und Lehrer der Stadt Yazd protestieren vor dem Justizgebäude weil ihre Löhne zu einem großen Teil seit 10 Monaten nicht bezahlt worden sind. Es ist der dritte Streiktag.


Eine weitere Protestaktion von Bahnarbeitern, die 4 Monate keinen Lohn bekommen haben.

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Iran: Streikende Belegschaft bei Metallfabrik

Die etwa 3500 Arbeiter der Fabrik „Iran National Steel Industrial Group“ in Ahwas, der Hauptstadt von Chusestan, Iran, haben seit gestern die Arbeit niedergelegt. Es geht um ausstehende Löhne. Seit ein paar Monaten werden nicht mehr die vollen Löhne überwiesen. Gestern hat das Unternehmen den Lohn des Vormonats überwiesen und bleibt aber den Rest schuldig. Der Streik geht daher weiter.

Die Arbeiter gaben heute folgende Erklärung ab.

  1. Sämtliche noch ausstehenden Löhne müssen bezahlt werden.
  2. Künftig muss ganz klar festgelegt sein, an welchem Tag die Löhne bezahlt werden.
  3. Auch die Versicherungsabgaben müssen voll bezahlt werden.
  4. Die Produktionsabteiliung muss schnell wieder in Betrieb gehen.
  5. Das unfähige Managment, dass die aktuelle Situation verantwortet muss zurücktreten.
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Iran – Chusestan: 700 Papierarbeiter streiken


700 Arbeiter der Papierfabrik ‚Kaghaze Pars‘ in Haft-Tape, Kreis Schusch, Region Chusestan, streiken seit Samstag, weil der Arbeitgeber nicht den vereinbarten Lohn gezahlt hat. Sie fordern die Lohnrückstände ein. Viele der Arbeiter haben zwei Schichten pro Tag gearbeitet, um über die Runden zu kommen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=84409
vom 1. Bahman 1396 (21. Januar 2018)
dovomin ruze e°tesab dar karxaneye kaghaze pars

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Iran: Der Damm ist gebrochen

Auch wenn die jüngste politische Protestwelle gegen den Islamischen Staat, der im Iran herrscht, von der Bildfläche verschwunden zu sein scheint – es ist ein trügerischer Schein, so gehen die Proteste der Bevölkerung Tag für Tag weiter. Denn die Wirtschaftsmisere zwingt die Menschen zum Handeln. Hier drei Beispiele vom heutigen Tag (22. Januar 2018)


Streik der Lehrkräfte der Stadt Yasd vor der Provinzverwaltung, weil sie seit 10 Monaten ihren Lohn nicht mehr erhalten


Protestversammlung der Arbeiter der Seifenfabrik von Chorramschahr vor der Freitagsmoschee der Stadt, weil sie seit fünf Monaten ihren Lohn nicht erhalten


Teheran: Leiharbeitsunternehmer haben sich heute morgen vor dem Gebäude der Fernmeldegesellschaft versammelt, um die ausstehenden Lohnzahlungen für ihre Arbeitskräfte für 6 Monate einzufordern. Die Fernmeldegesellschaft ist in der Hand der Pasdaran.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=146558
vom 2. Bahman 1396 (22. Januar 2018)
°aks / tajammo°ate e°teraziye emruz

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Iran: Bewaffneter Angriff auf Gewerkschaftsaktivisten

Esmail Bakhschi, Vertreter einer Zuckerrohr-Gewerkschaft im Südiran, wurde gestern Abend auf seinem Heimweg von vermummten Männern mit Messern und Pistolen angegriffen und verletzt. Hintergrund ist ein mehrtägiger Streik in der Zuckerrohrfabrik „Neschekar Haft Tapeh“ in der Stadt Shahzand, bei Ahwas, Südiran.

Der Angriff geschah gegen 18 Uhr iranischer Zeit, kurz nachdem er aus dem Bus ausgestiegen war. Vermummten Männer fuhren in einem Peugeot bis zu seiner Höhe, bremsten und sprangen aus dem Wagen. Sie griffen den Gewerkschaftsvertreter sogleich an. Während sich Esmail Bakhschi verteidigte, eilten ihm Passanten und Anwohner, die rasch aus ihren Häusern kamen, zu Hilfe und griffen ihrerseits die Angreifer an. Letztere hatten angesichts der Überzahl das Nachsehen und mussten sich zurückziehen. Sie retteten sich, indem sie Schüsse in die Luft abgaben.

Esmail Bakhschi hatte gestern auf einer Demonstration vor der Zuckerrohrfabrik eine scharfe Rede vor streikenden Arbeitern gehalten. Er sagte, dass die Unternehmer trotz der Zahlung eines Teils der ausstehenden Löhne den Arbeitern weiter Geld schuldeten und dass sie lügen würden. Er drohte damit, die Fabrik zu besetzen und in der Regie der Arbeiter weiterzu betreiben und den Unternehmer vom Werksgelände zu vertreiben.

Die Zuckerrohr-Gewerkschaft reagierte sofort auf den Angriff ihres Vertreters. Sie erklärte, dass sie sich durch solche Angriffe nicht einschüchtern lasse. Sie beharrt auf ihren Rechten und wird weiter streiken. Die Angreifer wurden als Handlanger des Unternehmers der Zuckerrohrfabrik bezeichnet.

Die Streikenden befinden sich seit einer Woche im Ausstand.

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Demonstrationen in Irakisch Kurdistan

Am Montag, den 18.12.2017 und am heutigen Dienstag kamen in verschiedenen Städten von Irakisch-Kurdistan tausende Menschen auf die Straße. Sie protestierten gegen die schlechten Lebensbedingungen und forderten die Zahlung ausstehender Löhne. U.a. wurde die Hauptverbindungsstraße zw. Kirkuk und Erbil blockiert.


Demonstration am 18.12.2017 in Sulaimaniyya

Adressat der Proteste waren sowohl die Demokratische Partei Kurdistan (DPK) als auch die Patriotische Union Kurdistan (PUK), die sie in der Autonomen Region die Macht teilen. An der Demonstration in Sulaimaniyya haben sich heute etwa 1250 Personen beteiligt, die meisten von ihnen waren Beamte, Lehrer und Studenten. In dieser Stadt aber auch in anderen Städten warfen die Demonstranten den staatlichen Machthabern Korruption vor und forderten ihren Rücktritt.

In Sulaimaniyya und Halabdscha aber auch in anderen Städten kam es zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften, die Tränengas, Wasserwerfer, Gummigeschosse und auch scharfe Munition einsetzten. Seitens der Demonstranten flogen Steine und es wurden mehrere Gebäude der Regierung in Brand gesetzt.

Laut jüngsten Berichten verschiedener Nachrichtenagenturen sind heute 5 Menschen in Ranie (bei Sulaimaniyya) ums Leben gekommen, weitere 80 Menschen wurden verletzt.

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Iran: Streik in der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape

Die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape streiken nun schon den dritten Tag. Ihnen haben sich auch die Zuckerrohr-Erntearbeiter angeschlossen und die Vertreter der Rentner dieser Firma. Eine Arbeiterin brachte es vor den versammelten Streikenden auf den Punkt: Bislang haben wir nur die Nachzahlung der ausstehenden Löhne gefordert. Das war bei den Festangestellten ein Rückstand von 5 Monaten, bei den Tagelöhnern und Leiharbeitern noch viel mehr. Heute fordern wir mehr. Der stellvertretende Direktor Afschar muss gehen, die Firma muss wieder verstaatlicht werden
Ein anderer Arbeiter wies darauf hin, dass die Firmenleitung und der Eigentümer sie bisher immer mit Versprechen vertröstet hätten und kein einziges Versprechen eingehalten haben. Wer könne deren Lügen noch zählen?
Einer der Redner der Streikenden sagte: „Wir haben keine Angst vor der Entlassung und auch nicht vor dem Gefängnis.“

Was spielt sich da ab?
Vom zweiten Streiktag wurden folgende Einzelheiten bekannt. Die Arbeiter sperrten die Straße, die zur Fabrik führt ab. Einige Arbeitergruppen attackierten einige Gebäude der Firma, darunter die Forschungseinrichtungen, andere versammelten sich vor dem Büro der Geschäftsleitung und schlugen die Fenster des Büros ein, andere setzten den stellvertretenden Direktor Siyamak Nasri Afschar in seinem Büro fest. Sämtliche Abteilungen der Firma hatten sich am zweiten Streiktag dem Streik angeschlossen, sämtliche Transportdienste für Personen und Waren ebenfalls. Der Wachdienst der Firma (Harassat) wollte verhindern, dass Journalisten das Firmengelände betreten, aber den Arbeitern gelang es trotzdem, Journalisten reinzuholen, so dass diese die Arbeiter interviewen und Aufnahmen und Filme machen konnten. Mit Hilfe der Arbeiter konnten sie die Firma unbehelligt wieder verlassen.



Der Streik ruft den Staat auf den Plan

Am zweiten Tag des Streiks erschienen auch der Farmandar (Chef der Sicherheitsorgane), der Direktor der Geheimdienstfiliale und der Polizeichef von Schusch (der zuständigen Kreishauptstadt), eine Stunde später der stellvertretende Wirtschaftsminister und der stellvertretende Arbeitsminister, die aus Teheran angereist waren. Die Arbeiter schenkten den Versprechen dieser Vizeminister kein Vertrauen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83568
vom 20. Adhar 1396 (11. Dezember 2017)
sewomin ruze e°tesabe kargarane neyshekare haft tape

https://www.radiofarda.com/a/iran_hafttapeh_workers_wage_unpaid_strike/28908020.html#
vom 19. Adhar 1396 (10. Dezember 2017)
e°tesabee sadha kargare sherkate neyshekare haft tape baraye daryafte mo°awwaqate mozdi

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83550
vom 19. Adhar 1396 (10. Dezember 2017)
e°tesab wa e°teraze kargarane sherkate neyshekare haft tape

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Iran: Streik der Studenten des Studienzweigs Erdölwirtschaft


Forderung der Studenten: elzam be estexdam – Zwang zur Einstellung

Am Sonntag hat die Ingenieurshochschule für Erdöl in Abadan bekannt gegeben, dass sie bis auf weiteres geschlossen ist. Diese Hochschule wurde 1318 (1939/1940) begründet. In Ahwas, Abadan und Teheran gibt es Hochschulen für Erdölwirtschaft, und es bedarf guter Beziehungen, um beim Aufnahmetest an diese Hochschulen zu „bestehen“. Nicht ohne Grund: Die Studenten mussten zu Beginn des Studiums ein Vertrag mit dem iranischen Erdölministerium unterschreiben, dass sie sich nach dem Studium zu acht Jahren im Erdölministerium oder einem der ihm untergeordneten Unternehmen verpflichten. Diese Stellen sind sehr gut bezahlt.
So liegt auch ein wesentlicher Grund für den Ausbruch des Streiks der Studenten und Absolventen dieses Studienzweigs darin, dass das Ministerium selbst diesen Vertrag missachtet. Das heißt, dass auch Studenten mit guten Abschlüssen auf einmal nicht mehr angestellt werden. Die Forderung der Studenten, die auch auf den Plakaten zu lesen ist, lautet daher:
elzam be estexdam – Zwang zur Einstellung.
Der Staat geht inzwischen dazu über, „Rädelsführer“ des Streiks zu verhaften. Die vorübergehende Schließung der Hochschule in Abadan soll vermutlich auch die Möglichkeiten der Studenten einschränken, zusammenzukommen und gemeinschaftlich zu handeln.

https://www.radiofarda.com/a/iran_students_oil_ministry/28893386.html
vom 12. Adhar 1396 (3. Dezember 2017)
daneshjuyane daneshgahhaye naft be e°teraz wa tahassone xod edame dadand

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Iranische Gewerkschaftsproteste gegen Zwang, Trackingsysteme zu installieren

Fischer aus Chabahar und Kenarak, Südiran, protestieren gegen die Zwangsinstallation von teueren VMS (Vessel Monitoring Systems) auf ihren Schiffen.

Mit einem VMS können Schiffe ähnlich wie mit GPS-Signale von Satelliten geortet werden und Positionsinformation an die Behörden gesandt werden. Die Fischer müssen diese Geräte selbst bezahlen. Ein Gerät kostet ca. 3000 Euro und ein Fischer muss ca. sechs Monate für so einen Betrag arbeiten. Hinzu kommt, dass die Geräte oft kaputt gehen und ersetzt werden müssen.


Die Fischer sagen, dass ihnen das Gerät keinen Nutzen für den Fischfang bringt. Im Gegenteil: auch Pirten könnten Ihre Position feststellen und sie überfallen und ausrauben. Wenn die iranischen Fischer gezwungen würden dieses Gerät zu installieren, wird es bald keine mehr geben.


Ein Vertreter der Fischereigewerkschaft sagte, dass sie erwarten, dass sich die Fischereibehörden mit Fragen der Versicherung und des Handels beschäftigen statt ihnen Trackingsystem aufzuzwingen.

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Iran: Arbeiterproteste

An verschiedenen Orten des Irans sind Arbeiter auf die Straße gegangen. Ein Beispiel sind die 1200 Arbeitnehmer der sherkate haml-o-naqle beyn-ol-mellaliye xalije fars (Internationale Transportgesellschaft am Persischen Golf), die ihre Lohnrückstände einfordern. Es handelt sich um eine privatisierte Firma, was sich nicht nur darin äußert, dass die Arbeiter ihren Lohn nicht oder um Monate verspätet ausbezahlt bekommen, sondern auch darin, dass die Firma die Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlt, so dass die Arbeiter nicht mehr zum Arzt gehen können, weil der Versicherungsschutz nicht mehr gewährt wird.
Die Arbeitnehmer fordern jetzt, dass die Firma wieder verstaatlicht wird.
Laut Angaben der Firmenwebseite verfügt diese über eine „Flotte“ von 500 LKW und rund 100 Filialen und Vertretungen. Sie ist nach eigenen Angaben namentlich im Transport und der Lagerung von Getreide aktiv. Man darf annehmen, dass die Privatisierung auch hier in die Taschen der Revolutionswächter und ihres Umfelds erfolgte. Informationen hierüber gibt es leider nicht. In diesem Fall wäre es zumindest nicht verwunderlich, dass die Versicherungsbeiträge straflos „eingespart“ wurden.

https://www.radiofarda.com/a/iran_workers_wage_unpaid_strike_demonstration/28811014.html
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
tajammo°e kargarane chand karxane dar noqate moxtalefe iran

http://www.pgtco.ir/

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Iran: Lehrerproteste im ganzen Land


Der Platz für den Lehrer ist nicht das Gefängnis

Am vergangenen Donnerstag, den 5. Oktober 2017, sind Lehrerinnen und Lehrer in zwanzig Provinzen des Irans auf die Straße gegangen, um ihre Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Allein vor der Planungs- und Budgetbehörde in Teheran versammelten sich annähernd 3000 Lehrkräfte, sowohl solche, die schon im Ruhestand sind, als auch solche, die noch im Lehrdienst sind.
Ihre Forderungen machen deutlich, dass das iranische Parlament seine eigentliche Funktion nicht ausübt. Es geht hier um elementare Dinge, die schon längst hätten gelöst werden können, wenn die Kinder wichtig wären und nicht der Bau der Atombombe und ähnlicher Unsinn.
So fordern die VertreterInnen der Lehrkräfte, dass alle Schulgebäude des Landes einem Mindeststandard gehorchen sollten. Es gehe nicht an, dass in armen Gebieten in Hütten unterrichtet werde. Auch dürfe die Klassenstärke nicht zu groß sein (sie liegt in der Grundschule oft bei 40 Schülern, in den höheren Klassen bei 50 Schülern). Die LehrerInnen fordern auch, dass in zweisprachigen Gebieten in zwei Sprachen unterrichtet wird. Da ist die nationalistische Politik noch meilenweit entfernt, die lieber Pasdaran schickt, um die Kurden, die Araber, die Balutschen oder die Aseris zu unterdrücken, statt ihre Sprachen und Kultur anzuerkennen und zu unterrichten. Im nationalistischen Zentralismus unterscheiden sich die Ajatollahs in keiner Weise vom Schah oder von Atatürks Türkei. Auch berufliche Forderungen der Lehrer fehlen nicht: Pünktliche Auszahlung der Überstunden (die Zahlungen hinken jetzt schon 9 Monate hinterher), gesicherte Altersvorsorge, Gehälter und Pensionen, die über der Armutsgrenze liegen.
Die iranische Verfassung garantiert zwar eine kostenlose Schuldbildung, die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Das liegt nicht an der Armut des Landes, sondern daran, dass die Erdölgelder lieber von den Machthabenden abgezweigt werden als sie in Bildung zu investieren.
Es ist ein erfreuliches Signal, dass die Lehrergewerkschaft es geschafft hat, diese Proteste landesweit zu organisieren.
Film von der Kundgebung in Teheran: https://youtu.be/KRqwSKW7DgI

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82469
vom 13. Mehr 1396 (5. Oktober 2017)
tajammo°e mo°allema:n wa ba:zneshastegan dar 20 osta:ne keshwar

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=138507
vom 13. Mehr 1396 (5. Oktober 2017)
film/ tajammo°e e°teraziye nazdik be 3000 tan az mo°alleman wa bazneshastegan dar moqabele sazemane barname wa budje dar ruze mo°allem wa xandane sorude ey iran

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