Archiv der Kategorie 'Bahai'

Iran: Mehr Menschenrechte unter Rouhani?

Kürzlich hat der iranische Menschenrechtsverein „Kanune modafe°ane hoquqe bashar“ einen Bericht veröffentlicht, in dem er unter anderem vom „stillen Tod der politischen Gefangenen“ spricht. Lehrer und Arbeiter, die ihren Lohn und ihre Rechte einfordern, kommen ins Gefängnis, wo ihnen selbst elementare Rechte wie gesunde Nahrung, Hygiene oder Familienkontakt verweigert werden. So sollen sie zur Zusammenarbeit mit den Behörden gezwungen werden. Wer darauf eingeht, wird vorzeitig entlassen, die anderen greifen aus Protest gegen die Rechtlosigkeit zum Hungerstreik. Das ist den Behörden gerade recht, so schalten sich die kritischen Menschen selbst aus.
Allein im Monat Schahriwar (letztes Drittel des Monats August plus die ersten beiden Drittel des September 2017) wurden im Iran mindestens 22 Menschen hingerichtet, ein Teil öffentlich, ein Teil heimlich. Der religiösen Minderheit der Baha‘is wird das Recht auf Studium verweigert. Dieses und viele andere Themen werden im neuesten Bericht des iranischen Menschenrechtsvereins behandelt. Keine Verbesserung, stellt die iranische Menschenrechtlerin und Juristin Schirin Ebadi fest, die seit einiger Zeit im Exil lebt.

Quelle:
http://news.gooya.com/2017/09/post-7804.php
vom 27.09.2017
shirin °ebadi: dorugh-haye hassan rouhani dar bareye hoquqe bashar

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Iran und Israel (Teil 3)

Die iranische Geistlichkeit und der Staat Israel
Wie im vorigen Abschnitt beschrieben, wurden die iranischen Geistlichen angesichts der beispiellosen Einwanderungswelle von Juden in das Land Palästina in den 40-er und 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts und angesichts der zunehmenden Konflikte zwischen den jüdischen Einwanderern und den arabischen Einwohnern dieses Landes aktiv und machten sich zu Fürsprechern der „palästinensischen muslimischen Brüder“. Als der Staat Israel gegründet wurde, trat Ajatollah Abu l-Qassem Kaschani auf den Plan. Er organisierte Kundgebungen, hielt Reden und Trauerversammlungen, und übernahm die Führung im Kampf um die Rechte der Palästinenser und die Rückeroberung ihrer Heimat. Der Druck der Geistlichkeit und der religiös gesinnten Bevölkerungsschichten war so groß, dass die Regierung des Schahs sich zwei Jahre lang nicht traute, Israel anzuerkennen. Erst im Esfand 1328 (6. März 1950) erkannte die iranische Regierung den Staat Israel de facto an. (Quelle 9)

Der Druck der Geistlichen nahm unter Premierminister Dr. Mossadeq noch zu, und da Ajatollah Abu l-Qassem Kaschani über beträchtlichen Einfluss verfügte, forderte er die Regierung Mossadeq auf, die Anerkennung Israels zurückzunehmen. Er war sich so sicher, das Mossadeq nachgeben würde, dass er in einem Interview mit der in Baghdad erscheinenden Zeitung al-Mesri davon sprach, dass die Annullierung der Anerkennung Israels durch den Iran sicher sei. Baqer Kasemi, der Außenminister des Kabinetts von Mossadeq, trat am 16. Tir 1330 (1951) vor die Abgeordneten des iranischen Parlaments und setzte sie in Kenntnis, dass die Regierung beschlossen habe, das iranische Konsulat in Jerusalem zu schließen. In einer öffentlichen Erklärung, die die Regierung am folgenden Tag verbreiten ließ, wurde als Begründung dafür freilich der Rückgang der Einnahmen infolge des Zusammenbruchs der Erdölexporte und die daraus resultierende Notwendigkeit für die Regierung angegeben, Devisen zu sparen. Die Araber fassten diese Maßnahme allerdings zu Unrecht als Aufhebung der de-facto-Anerkennung Israels auf. (Quelle 9)

Nach dem Putsch vom 28. Mordad 1332 (19. August 1953) wurden die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel wieder ausgebaut, die Möglichkeiten der Geistlichen, die öffentliche Meinung aufzuputschen und die Regierung unter Druck zu setzen, nahmen ab. Als im Jahr 1339 (1960) John F. Kennedy in den Präsidentschaftswahlen in den USA siegte, nahm der US-Druck auf Mohammad Resa Schah zu, eine politische Öffnung und Reformen im Iran einzuleiten. So herrschte drei Jahre lang, bis zum Monat Mordad 1342 (Juli/August 1963), eine relativ freie Atmosphäre im Iran. Alte und neue politische Gruppen nahmen ihre Tätigkeit auf, die wichtigsten von ihnen waren die Nationale Front (Dschebheye Melli) und die Freiheitsbewegung (Nehsate Asadi). Auch die Geistlichen betraten nach und nach wieder die politische Bühne. Im Farwardin 1340 (März/April 1962) verstarb Ajatollah Borudscherdi, bis dahin die wichtigste unter den religiösen Autoritäten im Iran. Ruhollah Chomeini gelang es, in der Arena des Kampfes gegen den Schah einen besonderen Platz für sich zu erringen, und so wurde er zu einer einflussreichen Autorität auf der politisch-religiösen Bühne des Landes.


Rede von Ruhollah Chomeini in Qom am 4. Aban 1343 (1964) gegen die „Kapitulation“
Quelle: kapitulasyun dar iran
https://fa.wikipedia.org/wiki/%DA%A9%D8%A7%D9%BE%DB%8C%D8%AA%D9%88%D9%84%D8%A7%D8%B3%DB%8C%D9%88%D9%86_%D8%AF%D8%B1_%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86

Chomeini wurde zum Bannerträger der Opposition gegen die Reformen des Schahs, gegen die Verleihung des Stimmrechts an die Frauen und gegen das sogenannte Kapitulationsgesetz, das den US-Militärberatern diplomatischen Status einräumte, sie also der iranischen Rechtsprechung entzog. Das Kapitulationsgesetz wurde unter Premierminister Hassan Ali Mansur dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Chomeini rief in feurigen Reden die „Gemeinschaft der Muslime“ dazu auf, sich zu erheben. Am 15. Chordad 1342 (1963) schlugen militärische Einheiten eine Kundgebung des Volks nieder, wobei Dutzende von Menschen ums Leben kamen. Ein Jahr später wurde Hassan Ali Mansur von einer Gruppe von Chomeinis Anhängern der neu gegründeten Organisation „Hey‘ate Mo‘talefe“ (Die Koalition) ermordet. Chomeini, der auch ins Gefängnis gekommen war, wurde freigelassen und in die Türkei und später in den Irak verbannt. Sein Exil dauerte bis zum Sturz des Schah-Regimes.

Einmal abgesehen von der extrem reaktionären Haltung Chomeinis und seiner Gegnerschaft zu allen Symbolen der Zivilisation und der Demokratie, wurde in seinen Reden und Schriften vor allem eins sichtbar: Seine krankhafte Feindschaft gegen Israel und die Hetze gegen Juden. Sein Hass auf Israel und die Juden hatte erheblichen Einfluss auf die öffentliche Meinung des gewöhnlichen Volks im Iran und veränderte dessen Sicht auf Israel.

Chomeini, ein Fundamentalist, der gegen Juden hetzt

Chomeini bezeichnete den Schah als Handlanger Israels und der Juden und stellte diesen Punkt als Hauptgrund für die Wut im Volk und für den Ausbruch der Revolution (erg.: von 1979) dar. Im Jahr 1357 (1978) erklärte er: „Wir hatten von Anfang an eine feste Meinung über die Zionisten. Einer der Gründe unserer Gegnerschaft zum Schah von Persien war seine Beziehung zu Israel. Diese Angelegenheit ist auch der Anlass, warum das Volk sich empört.“ (Quelle 10)

In einem seiner Flugblätter heißt es: „Von dieser Seite (=von mir) wurde wiederholt auf die Gefahr hingewiesen, die von Israel und seinen Lakaien mit dem Schah an der Spitze ausgeht. Ich habe davor gewarnt: Solange die islamische Nation (mellat-e eslam) diese Quelle der Verdorbenheit nicht mit Stumpf und Stil ausrottet, wird sie keinen glücklichen Tag erleben. Und solange der Iran in den Fängen dieser schändlichen Sippschaft festgehalten wird, wird er keine Freiheit sehen. Ich bitte Gott, den Erhabenen, um Beistand für die Muslime und um einen Misserfolg für Israel und seine finsteren Helfershelfer.“ (Quelle 11)

Chomeini, der einer krankhaften und megalomanen Gedankenwelt verhaftet war, war der Überzeugung, dass Israel den Iran kontrolliert und plant, den Iran und den Islam zu vernichten. In seiner bekannten Rede zum Aschura-Trauerfest vom 13. Chordad 1342 (3. Juni 1963) in Qom erklärte er: „Heute wurde mir zugetragen, dass einige Prediger abgeholt und zum Geheimdienst gebracht wurden. Dort hat man ihnen gesagt, dass sie von drei Dinge die Finger lassen sollten: Erstens vom Schah, zweitens von Israel, und drittens von der Behauptung, dass der Glaube in Gefahr sei. Wenn sie die drei Gebote beherzigten, dürften sie sagen, was sie wollten. Nun denn, wenn wir diese drei Bereiche auslassen, worüber sollen wir dann überhaupt sprechen? Denn alles, was uns Kopfschmerzen bereitet, sind doch gerade diese drei. Sie sind für alle unsere Probleme verantwortlich. Israel ist dabei, den Iran aufzulösen. Israel untergräbt die Herrschaft des Schahs. (…) Israel ist der Freund Ihrer Exzellenz, hier geht es um bestimmte Dinge, um bestimmte Fakten… Da wird also gesagt, wir sollten nicht über den Schah und nicht über Israel sprechen. Was für eine Beziehung besteht zwischen dem Schah und Israel? Vielleicht ist der Schah nach Meinung des Geheimdienstes ein Jude. Eben jener, der sich auf den Islam beruft und behauptet: Ich bin ein Moslem. Äußerlich ist er auch ein Moslem, aber vielleicht steckt ein Geheimnis dahinter.“ (Quelle 12)

Auch die Weiße Revolution betrachtete Chomeini als Werk Israels und des Zionismus, und er sprach sich gegen sie aus. „Gegen was an der Zivilisation richtet sich unsere Gegnerschaft? Gegen ihre Verdorbenheit. Wir sagen, dass Eure Reformprogramme von Israel für Euch erstellt werden. Wenn Sie ein Programm durchführen wollen, ist das Erste, was Sie tun, bei Israel vorstellig zu werden. Sie holen auch Militärfachleute aus Israel in dieses Land.“ (Quelle 13)

An den Schah gerichtet stellt Chomeini die Frage: „Mein Herr, sind Sie etwa Jude? Ist unser Land etwa ein jüdisches Land?“ (Quelle 14)

In einem Schreiben an die Geistlichen verkündete er, dass das ganze Land unter den Füßen der Juden zermalmt werde: „Israel hat in allen politischen und militärischen Angelegenheiten des Irans die Finger drin, und der Iran ist zu einer Militärbastion Israels geworden. Das Land wird unter jüdischen Militärstiefeln niedergetrampelt.“ (Quelle 15)

Für Chomeini waren die Bahai und Juden das gleiche. Er behauptete, dass sämtliche Pfeiler der Macht auf der ganzen Welt in der Hand der Juden seien. Und so seien auch im Iran die Agenten Israels mit Hilfe ihrer „Söldner“, mit den Bahais an der Spitze, darauf aus, die Gemeinschaft der Muslime zu zerstören. Er bezeichnete die Bahais als Juden und sagte in seiner berühmten Ansprache in Qom: „Wehe dem Land! Wehe den Herrschenden! Wehe dieser Welt! Wehe den schweigenden Geistlichen! Wehe dem schweigenden Nadschaf! Auch Qom schweigt. Auch Teheran schweigt. Auch Maschhad schweigt. Dieses tödliche Schweigen führt dazu, dass dieses unser Land und diese unsere Ehre und Sitten mithilfe eben dieser Bahais unter den Militärstiefeln Israels zertreten werden. (…) Wenn alle Gelehrten des Islams ein bestimmtes Thema ansprechen würden, dass nämlich jetzt der Islam in Gefahr ist, und diese Gefahr der Jude ist und die Glaubenspartei der Juden, nämlich die Partei der Bahais. Diese Gefahr ist jetzt ganz nahe gerückt. Wenn doch die Herrschaften, die Geistlichen, die Prediger und die Theologie-Studenten mit einer Stimme sprechen würden: Mein Herr, wir wollen nicht, dass der Jude die Geschicke unseres Landes bestimmt.“ (Quelle 16)
(AdÜ: Nadschaf im Irak und Maschhad im Iran sind schiitische Wallfahrtsorte, Qom ist das Zentrum der schiitischen Theologen, und Teheran wird als Hauptstadt des Irans erwähnt.)

In seiner Antwort auf eine Frage der Händler von Qom sagte Chomeini 1341 (1962): „Die Unabhängigkeit unseres Landes und seiner Wirtschaft werden von den Zionisten in Beschlag genommen, die im Iran als Glaubenspartei der Bahais auftreten. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie angesichts des tödlichen Schweigens der Muslime die gesamte Wirtschaft dieses Landes über ihre Agenten in ihre Gewalt bringen.“ (Quelle 17)

Chomeini verglich Israel mit einem Krebsgeschwür, das sich ausbreitet und dabei ist, das Leben der Muslime auf der ganzen Welt auszulöschen. So erklärte er selbst gegenüben den Führern der Islamischen Konferenz: „Die Oberhäupter der islamischen Staaten sollten bedenken, dass diese Quelle der Verdorbenheit, die ins Herz der islamischen Staaten gepflanzt wurde, nicht nur der Unterdrückung der arabischen Nation dient. Vielmehr ist der gesamte Nahe Osten mit dieser Gefahr und dem resultierenden Schaden konfrontiert. Der Plan ist es, die Welt des Islams unter die Herrschaft und Kontrolle des Zionismus zu bringen und das gesegnete Land und die ergiebigen Rohstoffquellen der islamischen Staaten besser auszubeuten. Nur Opferbereitschaft, Beharrlichkeit und ein Bündnis der islamischen Staaten kann uns vor dem Bösen dieses finsteren Alptraums der Ausbeutung retten.“ (Quelle 18)

8- Howard Sachar, A History of the Jews in the Modern World (Knopf, NY. 2005) p.722

9- نگاه کنید به „تاریخ روابط ایران و اسرائیل از 1327 تا انقلاب“ مجله ایرانشهر http://iranshahr.org/?p=6707

Die folgenden Zitate stammen aus Sahife-ye Nur, in dem die gesammelten Texte von Ajatollah Ruhollah Chomeini veröffentlicht sind.
Es ist jeweils der Band und die Seitenzahl auf Persisch angegeben.
Die Bände sind im Internet abrufbar unter
http://safarbank.persiangig.com/other/sahife%20noor/
nach Bänden geordnet, allerdings ohne Seitenzahl.

10- صحیفه نور جلد 5 ص 134

11-صحیفه نور جلد ۱ صفحه 207

12-صحیفه نور جلد ۱ ص ۵۶ ۱۳ خرداد

-13- صحیفه نور جلد ۱ ص ۷۷ ۲۵ ارديبهشت ۴۳

-14- صحيفه نور ج ۱ ص ۱۲ ۱۰ فروردين ۴۱

-15 – صحيفه نور ج ۱ ص ۱۵۷ ۱۹ بهن ۴۹ و همان ص ۴۶ ۱۲ ارديبهشت ۴۲

-16- (صحیفه نور- ج۱-ص ۲۱۳ و ۲۱۶

-17- .(صحیفه نور، ج1،ص108

-18- صحيفه نور, ج 5, ص 209

Quelle: http://www.iranianlobby.com/page1.php?id=114

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Iran: Studierverbot für Baha‘i

Im Iran sind ca. 20 Studentinnen und Studenten aus ihrem Studium entlassen worden, weil sie Baha‘i sind.


Schmiererei an einer Toreinfahrt: „Tod den Baha‘i

An den Universitäten von Teheran, Isfahan, Schiras und Birjand sind in den letzten drei Wochen etwa 20 Studentinnen wegen ihres Glaubens entlassen worden. Es sind alles Baha‘i. Ein Student, der seinen Namen nicht veröffentlichen möchte, hat den Vorgang wie folgt beschrieben:

Vor etwa fünf Wochen wurde ich von der Universitätsverwaltung angerufen. Es hieß ich müsste meine Unterlagen ergänzen, es würden Dokumente fehlen. Als ich zur Verwaltung gegangen bin, wurde mir gesagt, ich müsste zur Archivabteilung gehen. Dort angekommen sagte mir der Zuständige ich müsse zum Harasad (wörtlich: Beobachtung, eine Art Geheimdienst an der Universität). Also bin ich zum Harasad gegangen. Von dort wurde ich zum Universitätsdirektor geschickt. Im Büro des Rektors wurde ich von einem Zuständigen verhört. Seine erste Frage war, „Bist du Moslem?“ Ich gab zur Antwort, dass ich alle Fragen zu Scharia und Islam schon bei der Aufnahmeprüfung ausführlich beantwortet hätte, aber ja, ich sei Baha‘i. Er fragte, warum ich das nicht in meinen Unterlagen vermerkt hätte und verlangte von mir, in sein Formular einzutragen, dass ich Baha‘i bin. Das tat ich auch.

In den Tagen danach durfte ich nicht an den Vorlesungen teilnehmen. Daraufhin bin ich wieder zur Universitätsverwaltung gegangen, wo mir eröffnet wurde, dass ich von meinem Studium entlassen sei.

Ein paar Tage später sind wir nochmal zu dritt zum Leiter des Harasad gegangen. Vor der Tür mussten wir unser Handy ausmachen und abgeben. Wir fragten den Leiter, warum wir entlassen worden sind. Seine Antwort war: „Sie wissen selber, warum. Eigentlich hätten Sie sich noch nicht mal zur Aufnahmeprüfung anmelden dürfen.“ Er erklärte weiter: „Es hat keinen Sinn, zu anderen offiziellen Stellen zu gehen um wieder zurück auf die Uni zu kommen.“ Wir forderten unser Abiturzeugnis, dass wir bei der Aufnahmeprüfung abgegeben hatten, doch wir bekamen es nicht wieder.

Morteza Ismailpour, der Verantwortliche für die Website „Baha‘i News“, sagte in einem Interview, dass dieses Jahr (nach iranischem Kalender, also seit März 2016) von allen iranischen Universitäten zusammen insgesamt 219 Baha‘i entlassen worden seien. Weiter führte er aus, dass ein Student namens Jahangir Hedayati, ein Informatiker der im Fach Software studiert hatte, sehr gute Noten hatte und Preise für seine Software-Projekte verliehen bekommen hatte und zusammen mit anderen herausragenden StudentInnen sogar einmal dem Religiösen Führer einen Besuch abstatten durfte, später auch entlassen wurde.

Das Studierverbot für Baha‘i besteht im Iran seit 25 Jahren.

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Iran: Frauen im Ewin-Gefängnis

Die Internationale Menschenrechtskampagne im Iran, eine iranische Menschenrechtsorganisation, hat einen neuen Bericht über die Haftbedingungen von weiblichen politischen Gefangenen im Teheraner Ewin-Gefängnis veröffentlicht. Ihre Zahl beträgt 25-30, die meisten wurden vor vier Jahren ins Gefängnis von Radscha’i-Schahr (Karadsch) und Qaratschak (Waramin) verlegt.
Die noch im Ewin-Gefängnis festgehaltenen Frauen unterstehen der Aufsicht der Justiz, deren Vorsitzender Sadeq Laridschani ist. Wie die Menschenrechtsorganisation berichtet, werden die Rechte der Gefangenen auch nach Maßgabe der iranischen Gesetze nicht eingehalten.
Frauen wird der Besuch selbst ihrer kleinen Kinder verweigert, telefonische Kontakte unterbunden, die Gesundheitsstation im Gefängnis ist nicht mit Fachpersonal besetzt, die medizinische Betreuung ist miserabel, die Ernährung unzureichend, die Zellen sind klein, ohne Fenster und im Winter kalt, außerdem schmutzig.
Einige Frauen haben Haftstrafen von bis zu 20 Jahren Gefängnis zu verbüßen.
Die politischen Gefangenen umfassen ein weites Spektrum: Journalistin, Frauenrechtlerin, Angehörige der Erfan-Bewegung (mit gnostisch-sufistischem Hintergrund), Angehörige der Baha’i, Anhänger sunnitischer Glaubensgruppen, die im Iran ebenfalls verfolgt werden und andere.

http://www.radiofarda.com/content/f12-new-report-women-section-evin-prison/27808928.html
vom 31. Chordad 1395 (20. Juni 2016)
gozareshe taze az sharayete gheyre ensani dar bande zanane zendane ewin

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Iran: Toleranz im Islam – zwei Welten

Wer den Koran liest, findet sowohl Sätze, die religiöse Toleranz und Respekt vor anderen Religionen – zumindest einigen – nahelegen, als auch andere Sätze, die das Gegenteil predigen. Das Ausmaß der Toleranz nahm in dem Maß ab, in dem der Prophet Mohammad an Macht gewannt. Eine bekannte Erscheinung in der Entwicklung diverser Weltanschauungen.
Aus diesem Grund macht es wenig Sinn, sich den Koran um die Ohren zu werfen, um zu beweisen, wessen Interpretation Recht hat. Böse gesagt: Recht hat, wer die Macht hat. Und das sind derzeit in der Islamischen Republik Iran und auch im sogenannten „Islamischen Staat“ in Syrien und Irak diejenigen, die von Toleranz nichts halten.


Fariba Kamal-Abadi, die Frau rechts neben Fayese Haschemi (letztere im Tschador)

Umstrittener Besuch
Das bedeutet aber nicht, dass es dort keine Moslems gäbe, die das Gegenteil für richtig halten. Sie haben eben nur keine Macht. Zu diesen gehört sogar die Tochter des Ajatollahs Rafsandschani, Fayese Haschemi.
Sie besuchte vergangene Woche Fariba Kamal-Abadi, eine langjährige politische Gefangene, die in der Gruppe Yarane Iran (Freunde des Irans) aktiv war. Yarane Iran ist Teil der Baha’i-Bewegung, einer relativ jungen Religion, die im 19. Jahrhundert im Iran entstanden ist. Fariba Kamal-Abadi hatte jetzt nach 8 Jahren Gefängnis einen Hafturlaub von 5 Tagen erhalten, in dessen Rahmen sie sich sowohl mit Fayese Haschemi als auch mit der iranischen Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotude traf.
Von diesem Treffen zwischen Fayese Haschemi und Fariba Kamal-Abadi gab es auch ein Foto, das sich rasch im Internet verbreitete. Für die iranischen Fundamentalisten, also den bewaffneten Komplex von Pasdaran, Bassidschis und „spontanen Elementen“ sowie den verbündeten Geistlichen um den Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i, war dies ein gefundenes Fressen.


Fatwa gegen die Baha‘is von Ajatollah Chamene‘i, Juli 2009 – der handschriftliche Satz unter dem Brief

Fatwa des Ajatollahs behandelt Baha’is wie Aussätzige
Rasch holten sie eine Fatwa (Verbindliche religiöse Rechtsauskunft) des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i vom 20. Mordad 1388 (Juli 2009) bezüglich der Religionsgemeinschaft der Baha’i aus der Schublade. Damals hatte er geschrieben: „Man soll sich jeglichen Kontakts mit dieser hochgradig schädlichen Sekte enthalten.“
(az har gune mo°asherat ba in ferqeye zalle parhiz shawad)

Die Hetze geht los
Darauf wurde Fayese Haschemi beschuldigt, gegen die islamischen Grundsätze verstoßen zu haben, indem sie sich mit Fariba Kamal-Abadi traf. Ihr Vater, Ajatollah Haschemi Rafsandschani, ein windiger Politprofi, trat gleich auf Distanz und erklärte, sie habe etwas Schlechtes getan und müsse den Schaden wieder gutmachen. (Kare badi karde, bayad inra jobran konad)

Die ungehorsame Tochter
Fayese Haschemi gab darauf in einem Interview Contra. Sie habe überhaupt nichts Schlechtes getan. Und zudem sei sie mit Fariba Kamal-Abadi in einer Zelle gesessen. Fariba habe sie in der Haftzeit sehr unterstützt. Und als Mensch zu Mensch habe sie das Recht, sich für die Unterstützung in dieser schweren Zeit dankbar zu zeigen. Außerdem verwies sie auf ein Beispiel aus dem Leben von Imam Ali – eine zentrale Figur im Schiitentum, der dem islamischen Militär-Befehlshaber Malek Aschtar erklärt habe, er müsse Menschen anderer Überzeugung respektvoll behandeln. Fayese Haschemi fügte hinzu, dass sie eine Anhängerin der Menschenrechte sei und dass den Baha’is Unrecht angetan wurde.

Fayese for President?
Es versteht sich, dass Fayese Haschemi mit ihrem entschiedenen Eintreten für Toleranz unter der Bevölkerung an Beliebtheit gewinnt. Nicht ohne Grund hatte der Wächterrat ihre Teilnahme an den diesjährigen Parlamentswahlen abgelehnt, aus Angst, dass sie zu viele Stimmen bekommt. Aber in einem Land, in dem so vieles hinter verschlossenen Türen verläuft, ist die Neigung groß, solche Ereignisse als politische Intrige wahrzunehmen. Dadurch, dass auch nach Aufhebung der Sanktionen die meisten Banken weltweit zurückhaltend sind – die Struktur des Systems hat sich ja nicht geändert, geht es auch mit der Wirtschaft noch nicht aufwärts. Die Machthaber rechnen schon seit einiger Zeit mit erneuten Massendemonstrationen wie im Jahr 2009. Nun, sollen die Massen kommen und Karubi und Mirhossein Mussawi aus dem Hausarrest befreien, Fayese Haschemi auf den Schultern tragen und zur Präsidentin machen. Zumindest bleibt die Macht in der Familie, und keine der genannten Personen wird die Islamische Republik abschaffen. Das ist das kleinere Übel aus der Sicht der Machthaber, die nichts mehr fürchten als eine Revolution, die das ganze islamische Regime wegfegt.

Quellen:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/05/212271.php
rewayate fayeze hashemi wa nasrin sotude az didar ba zendaniye baha‘i
vom 24. Ordibehescht 1395 / 13. Mai 2016
http://www.radiofarda.com/content/f14_iran_bahai_society_faezeh_hashemi/27734243.html
Hamle be xanewadeye rafsanjani dar peye didare fayeze hashemi ba rahbare baha‘i
vom 25. Ordibehescht 1395 / 14. Mai 2016
https://fa.wikipedia.org/wiki/%DB%8C%D8%A7%D8%B1%D8%A7%D9%86_%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86
yarane iran, abgerufen am 16. Mai 2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum
abgerufen am 16. Mai 2016

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Iran: Gefängnis für Baha‘i-Anhänger

Afaq Ruhollah Fada, die Mutter von Schamis Mohadscher, berichtete gegenüber iranischen Menschenrechtsaktivisten, dass ihre Tochter unter dem Vorwurf der „Propaganda gegen das System“ von dem berüchtigten Richter Maqisse zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde und derzeit im Ewin-Gefängnis in Teheran inhaftiert ist. Ihre Tochter hatte sich zum Beten mit anderen Baha‘is getroffen, aber nicht missioniert, da dies nicht zu den religiösen Geboten der Baha‘is gehört. Der Ehemann von Schamis Mohadscher, Schahab Dehqani, auch er ein Baha‘i, war schon davor wegen „Verbrechen gegen die Nationale Sicherheit“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden und ist derzeit in Radscha‘i-Schahr inhaftiert. Afaq Ruhollah Fada meinte, zumindest sei ihre Tochter im Ewin-Gefängnis nicht allein, denn dort sind acht weitere Anhänger des Baha‘i-Glaubens im selben Trakt inhaftiert.

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Iran: Hungerstreik inhaftierter Derwische

Bekanntlich verfolgt das iranische Regime nicht nur Baha‘is, Juden und Christen, sondern auch Muslime, namentlich Sunniten und die Angehörige von Derwisch-Orden.
In einer Reihe von iranischen Gefängnissen sind deshalb auch Derwische in Haft.
Seit 69 Tagen sind im Gefängnis von Adel-Abad in Schiras die Derwische Kasri Nuri und Saleh Moradi im Hungerstreik, um gegen die Verlegung der inhaftierten Rechtsanwälte der Derwische, die im Trakt 209 in Einzelhaft gesperrt wurden, zu protestieren. Seit fünf Tagen verweigern die beiden Derwische nicht nur Nahrung, sondern auch die Aufnahme von Flüssigkeit, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Nach Angaben der Familienangehörigen der beiden Derwische geht es den beiden schon jetzt gesundheitlich sehr schlecht.
Nun sind Ali-Resa Rouschan und Mostafa Abdi, zwei weitere Derwische, im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran in Aktion getreten. Sie haben ebenfalls den Hungerstreik eröffnet, um gegen die entwürdigende Behandlung ihrer im Ewin-Gefängnis inhaftierten Rechtsanwälte und gegen deren Verlegung in Isolationszellen zu protestieren. Zugleich haben Sie ihre Kameraden in Schiras gebeten, den Hungerstreik zu beenden, damit sie keine schweren Gesundheitsschäden davontragen.

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„Hotel Ewin-Gefängnis“, Iran

Ein Journalist der iranischen Nachrichtenagentur Baztab hat einen Abgeordneten des iranischen Parlaments scharf für dessen Äußerungen zu den Haftbedingungen im Ewin-Gefängnis, Teheran, kritisiert.

Der Abgeordnete(ssafar Naimi) gab zum Besten, dass er vor wenigen Tagen als Mitglied einer vierköpfigen Delegation das Ewin-Gefängnis besucht habe. Die dort festgestellten Haftbedingungen beschrieb er als überaus rosig: jeder hätte sein eigenes Bett, das Essen sei besser als zu Hause. Kurzum, es sei wie im Hotel.

Der Journalist widerspricht dem. Keinesfalls gäbe es für jeden Inhaftierten ein Bett. Vielmehr wisse er von zahlreichen Einzelzellen, in denen es keine Betten gäbe und auch kein richtiges Essen. Der Abgeordnete rede von einem Hotel, aber selbst würde er es keine halbe Stunde als Gefangener in diesem Hotel aushalten. Solche Äußerungen würden den Ruf des Parlaments beschädigen und die Menschen würden ihn auslachen.

Ausserdem habe der Abgeordnete sich selbst widersprochen: anfangs behauptete er, dass er Monafegh (meint Volksmujahedin, Linke oder Anhänger von der Grünen Bewegung), Sunniten und Bahai besucht habe, um dann am Ende seiner Rede zu behaupten, dass im Ewin-Gefängnis niemand aus politischen oder religiösen Gründen einsäße.

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Schiras: Staatlicher Überfall auf Baha‘is

Wenige Tage vor Beginn des iranischen Neujahrs haben Beamte des iranischen Geheimdienstes die Wohnungen mehrerer Angehöriger der Baha‘is, einer religiösen Minderheit, in Schiras gestürmt und religiöse Gegenstände beschlagnahmt. Es gab auch Verhaftungen. In einigen Fällen hatten die Verfolger das Nachsehen, weil einige Baha‘is im Vorfeld des Neujahrsfestes Reisen zu Verwandten unternommen hatten und deshalb nicht zu Hause waren.

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Iran: Geheimanweisung an Schuldirektoren

Aus dem Kreis Schahrjar (in der Nähe von Teheran) ist ein Rundschreiben des iranischen Kultusministeriums bekannt geworden, in dem die Schuldirektoren innerhalb gesetzter Frist aufgefordert werden, heimlich mitzuteilen, welche Schülerinnen und Schüler ihrer Schule der Religion der Baha‘is angehören. Selbst Kinder, die noch in den Kindergarten gehen, müssen mitgeteilt werden. Die Direktoren müssen dazu ein Formular ausfüllen und an die Geheimpolizei im Kultusministerium schicken. Im Rundschreiben wird betont, dass diese Nachforschungen unauffällig erfolgen sollen, d.h., die Familien der Baha‘is sollen von dieser Erfassung nichts mitbekommen.
Hier ist der persische Originaltext:

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Verfolgung von Baha‘i im Iran

Seit die Islamische Regierung im Iran an die Macht gekommen ist, wurde die Religionsgemeinschaft der Baha‘i ständig unterdrückt, viele ihrer Anhänger sind hingerichtet worden, viele mussten fliehen. Seit letztem Jahr nimmt die Unterdrückung erheblich zu. In den letzten Tagen haben organisierte Unbekannte in der Stadt Semnan, 200 km östlich von Teheran, Morddrohungen und sonstige Parolen an die Hauswände gemalt.

Diese Parolen lauten übersetzt „Baha‘i = Verräter“, „Baha‘i = Gottlose“ und „Baha‘i verpisst euch“.

An anderen Stellen wurde „Tod den Baha‘i“ geschmiert.

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Eine Explosion in Schiras und eine weitere politische Explosion in Teheran

Video von Fars News

Am Samstag, den 12.4.2008 kam es um 21:15 Uhr in einer vollbesetzten Moschee der iranischen Stadt Schiras zu einer Explosion. Diese Moschee gehört einer sehr radikalen Hisbollah – Gruppe, deren Anhänger von Ayatollah Mezbah Yazdi und Ahmadinejad unterstützt werden. Jeden Samstag abend gibt es hier eine religiöse Trauerveranstaltung und die Teilnehmer sind Mitglieder der o.g. Gruppierung, darunter vorwiegend Basiji (religiöse Milizen).

Die Moschee ist sehr bekannt und spielt eine wichtige Rolle bei der Organisierung von Aktionen der Basiji gegen Zeitungen, Demonstrationen von Arbeitern und Studenten, etc. An diesem Samstag wurde – wie auch an den Samstagen zuvor – gegen die religiösen Minderheiten der Bahaii und der Wahhabiten, einen sunnitischen Zweig des Islam, gehetzt.

Kurz nach der Explosion verbreiteten sich zwei entgegengesetzte Berichte über dieses Ereignis. Während die landesweiten Medien versuchten, den Vorfall heruterzuspielen und bekanntgaben, dass es sich um einen Unfall handele, berichteten die lokalen Medien von Schiras sowie die Vertreter der Moschee wesentlich dramatischer. Sie behaupteten, dass ein Sprengstoffattentat stattgefunden habe und Polizei und Geheimdienst die Pflicht hätten, den Vorfall gründlich zu untersuchen.

Die Explosion in Schiras hatte eine politische Explosion in der Regierung zur Folge. Die Fraktion der Kritiker von Ahmadinejad beschwerte sich lauthals über die falsche staatliche Berichterstattung, fragte nach den Schuldigen und kritisierte Versäumnisse bei der Sicherheit. Laut der Website Tabnak soll sich heute, am 14.4., eine Gruppierung der Wahhabiten zu einem Anschlag gegen die Moschee bekannt haben.

Hinsichtlich der Zahl der Verletzten und Toten gibt es überraschend widersprüchliche Aussagen. Normalerweise versammeln sich in dieser Moschee jeden Samstag bis zu 10.000 organisierte Gläubige. Am letzten Samstag befanden sich etwa 3000 Männer und 1500 Frauen vor Ort. Laut der Website Peiknet hat ein Augenzeuge mit dem Namen Seyed Mehdi Hosseini gesagt, dass seine Kleidung von dem Blut der Opfer getränkt gewesen sei und mindestens 50 Personen getötet sowie hunderte verletzt worden seien. Die staalichen Medien sprechen lediglich von 12 Toten und ca. 200 Verletzten.

Die jüngste Meldung aus der Gerüchteküche des Irans behauptet, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Racheakt des ehemaligen Innenministers Hodschatoleslam Mostafa Purmohammadi handele, der erst vor wenigen Tagen entlassen wurde und einen Geheimdienst innerhalb des Geheimdienstes aufgebaut hat.

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