Archiv der Kategorie 'Bildung'

Iran: Rettet die Ladenhüter!

Der stellvertretende Minister für Islamische Aufklärung (Erschad) Bahman Dorri hat jüngst erklärt, dass die iranische Regierung die Buchverlage in der Region Qom, wo wichtige theologische Schulen angesiedelt sind, unterstützen wird. Natürlich keine Schundliteratur, versteht sich. Hilfe dürfen die Verlage erwarten, die „wertvolle Werke in persischer oder arabischer Sprache“ anbieten, namentlich im Bereich der Religion. Auch Buchwerbung und die Einrichtung von Webseiten, mit denen religiöse Bücher beworben werden, soll gefördert werden. Religionsstudenten in Qom sollen Bücherbons erhalten, damit sie die wertvolle Literatur erwerben können.

In den vergangenen zwölf Monaten hat der Staat immerhin 1,1 Millionen solcher Bücher gekauft, was für die notleidenden Verkäufer sicher ein willkommenes Manna war, aber damit hat man sie ja noch nicht unters Volk gebracht. Deshalb sollen die Schulen in der Region Qom großzügig mit Bücherspenden bedacht werden. Auch dürfen sich die Verleger und Autoren religiöser – gemeint ist islamischer – Werke freuen, denn auch Auslandsreisen zu Buchmessen sollen nun mit staatlichen Geldern ermöglicht werden.

Wie man sieht, ist die Regierung bemüht, wenigstens diese Kundschaft bei der Stange zu halten.

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Die iranischen Machthaber rüsten sich für das Wintersemester

Die iranischen Universitäten waren letztes Semester wichtige Orte des politischen Protests gegen die Machthaber, der dort vor allem von der Studentenbewegung und der Grünen Bewegung getragen wurde. Und das, obwohl viele aktive StudentInnen exmatrikaliert oder festgenommen wurden – einige von ihnen befinden sich noch immer im Gefängnis. Um weiterhin die Kontrolle aufrecht zu erhalten, hat sich die Regierung für das kommende Wintersemester vorbereitet. Ein Beispiel dafür ist das folgende Flugblatt, dass an allen Universitäten aushängt und in den Massenmedien verbreitet wird:

Übersetzung:

Bekanntmachung

Diejenigen, die Parolen an die Wände schreiben, Flugblätter verteilen, an illegalen Versammlungen oder Demonstrationen teilnehmen oder die Ordnung stören, werden hart bestraft. Mindestens ein Semester lang werden sie nicht zu Prüfungen zugelassen. Intelligente und aufmerksame Studenten können Vergehen dieser Art unverzüglich an das Disziplinarkommittee melden.

Disziplinar-Kommittee der Studenten

Scheinbar war diese Maßnahme allein nicht ausreichend. Letzten Sonntag, den 22.8.2010, waren ausgewählte, regierungstreue Studenten und Studentinnen zu einem Treffen mit dem Religionsführer Ayatollah Chamenei geladen worden.

Im Verlauf seiner langen Rede betonte Chamenei die islamischen Regeln an den Universitäten; insbesondere die Disziplin wurde hervorgehoben. Wie immer, wenn der Religionsführer einen Begriff hervorhebt, kann er von den Bassiji und der Hizbollah nach ihrem Gutdünken ausgelegt werden. Diese Rede gibt ihnen die Macht, jede Kleinigkeit, die sie an den Universitäten als unislamisch beobachten, als Disziplinarverstoß auszulegen bzw. umzudeuten und entsprechende Strafen zu verhängen.

Die Sitzordnung der StudentInnen ist nicht dem Zufall überlassen. Neben der Trennung der Geschlechter (Männer links – Frauen rechts) gibt es eine Staffelung hinsichtlich der Nähe zu Chamenei: je weiter vorne man sitzt, desto mehr Vertrauen in die Regimetreue besteht. Die „Logenplätze“ befinden sich vorne links in der Nähe des Podiums.

Man achte auf die Menschen ab der zweiten Reihe: Diesen Typus junger Männer, einheitlich gekleidet mit hellem Hemd und dunkler Hose, kennt man von seinem teils brutalen Vorgehen bei regierungskritischen Demonstrationen.

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Iran: Gleichschaltung der Universitäten gescheitert

Wie schon berichtet, hatte der iranische „Präsident“ Ahmadineschad versucht, die Freien Universitäten im Iran, die privat betrieben werden und etwa 100 an der Zahl sind, zu verstaatlichen, um sie unter seine Kontrolle zu bringen. Damit geriet er in direkten Gegensatz zu den Leuten um Rafsandschani. Immerhin hält Rafsandschani den Vorsitz im Aufsichtsrat über die Freien Universitäten inne. Der Beschluss des iranischen Parlaments, die Freien Universitäten nicht zu verstaatlichen, sondern in Stiftungsbesitz zu überführen, missfiel Ahmadineschad und den hinter ihm stehenden Pasdaran, weshalb sie diesen Parlamentsbeschluss vom Wächterrat aufheben ließen. Dann grub Ahmadineschad eine Institution aus der Mottenkiste der iranischen Revolution aus, nämlich den Hohen Kulturrat der Islamischen Revolution, der bislang funktionslos vor sich hindümpelte und den Ahmadineschad schon früher gesäubert hatte, indem er u.a. Mussawi aus diesem Rat entfernte. Die neue Parole hieß, dieser Kulturrat solle die Aufsicht über die Freien Universitäten ausüben. Darauf suchte Rafsandschani den Revolutionsführer Ajatollah Chamene‘i persönlich auf und wies ihn darauf hin, dass in der jetzigen heiklen Lage nur Einheit die Islamische Revolution retten könne. Ajatollah Chamene‘i gab angesichts der zunehmenden Streitigkeiten im fundamentalistischen Lager nach und erteilte Anweisung, nicht an der bisherigen Verfassung der Freien Universitäten zu rütteln. Die Eigentumsverhältnisse sollen so bleiben, wie sie bislang bestanden. Damit hat sich in diesem Punkt Ali-Akbar Rafsandschani durchgesetzt.

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Rafsandschani sendet Signale

Ajatollah Akbar Haschemi Rafsandschani, der Vorsitzende des „Rats zur Wahrung der Interessen des Systems“ und des „Expertenrats“ hat sich durch zwei geschickte Schachzüge im politischen Machtkampf neu positioniert.

Nach der Revolution von 1979 waren in jeder Ecke des Irans Privatuniversitäten, sog. Freie Universitäten, gegründet worden. Sie finanzierten sich einerseits aus Studiengebühren, andererseits aus staatlichen Mitteln. Diese Universitäten wurden von einem Aufsichtsrat kontrolliert, an dessen Spitze Haschemi Rafsandschani steht.

Seit Beginn seiner ersten Amtsperiode bemühte sich Ahmadinedschad erfolglos, die privaten Universitäten zu verstaatlichen.
Dadurch hätte er die Verwaltung umkrempeln, die ihm genehmen Leiter installieren und die mit der Studentenbewegung sympathisierenden Dozenten entlassen können. Protestierende Studentinnen und Studenten hätten ebenso leicht entfernt werden können. Womöglich hätten Anhänger von Ahmadinejad leichteren Zugang zu Universitäten erhalten und akademische Titel sammeln können.

Nach seiner gefälschten Wiederwahl unternahm Ahmadinedschad alles, um sein Ziel doch noch zu erreichen. So entfernte er Mussawi und weitere Personen, die nicht zu seinen Anhängern zählten, aus dem Aufsichtsrat der Freien Universitäten und bildete selbstherrlich einen neuen Aufsichtsrat. Der vorige Aufsichtsrat dieser Universitäten wurde von Leuten wie Rafsandschani gebildet. Es handelte sich also auch um einen Versuch, dessen Macht zu untergraben. Dieser wiederum sah so unter Druck gesetzt wenig Möglichkeiten die Kontrolle über die Universitäten aufrecht zu erhalten. Dem grösseren Übel der Verstaatlichung zog er aber das kleinere Übel der Gründung einer religiösen Stiftung vor, vor dem Hintergrund, dass dann Ahmadinedschad in Konflikt mit den Rechtsgelehrten geraten würde, die diese Stiftung kontrollieren.

Der Konflikt zwischen der Regierung Ahmadinedschad und dem Aufsichtsrat musste im Parlament gelöst werden. Das Parlament, das eigentlich aus handverlesenen Anhängern Ahmadineschads besteht, zeigte sich widerspenstig. Es verstaatlichte die privaten Universitäten nicht. Es entschied in seiner Sitzung am 20.6.2010, dass die Privatuniversitäten in eine religiöse Stiftung überführt werden sollen. Diese Entscheidung erfordert noch die Zustimmung im Wächterrat. Bestätigt er die Entscheidung, sind sowohl der alte als auch der neue Aufsichtsrat entmachtet und die Stiftung wird einen neuen Aufsichtsrat bilden.

Letzte Woche am 21.6.2010 mobilisierte Ahmadinedschad daraufhin seine Anhänger und liess sie vor dem Parlamentsgebäude demonstrieren. Sie wetterten gegen den Parlamentspräsidenten Larijani und die Abgeordneten, die diesem Beschluss zugestimmt hatten und drohten mit der Auflösung des Parlaments. Abgeordnete, die für die Position von Ahmadinejad waren, begaben sich vor das Parlament und bestätigten die DemonstrantInnen in ihren Reden.


Anhänger von Ahmadinejad demonstrierten am 21.6.2010 vor dem Parlamentsgebäude, dort, wo die Menschen sich sonst nie versammeln dürfen und Gefahr laufen, geschlagen, festgenommen und gefoltert zu werden.


Während Frauen es nicht gestattet wird, vor den Gefängnistoren die Freilassung ihrer Angehörigen zu fordern, konnten diese organisierten Anhängerinnen von Ahmadinejad hier nach Herzenslust gegen das Parlament schimpfen.


Welcher Teil des Geheimdienstes oder der Revolutionsgarden hat diese Gruppe hierhergeschickt? (Geradezu lächerlich ist, wie hier mit einem viel zu kleinen Tuch die Trennung von Mann und Frau beim Gebet auf offener Strasse improvisiert wird)


Wofür beten diese bezahlten Menschen? Wirklich nur für Gotteslohn?

Der vorige Aufsichtsrat der privaten Universitäten trat darauf unter Rafsandschanis Vorsitz zusammen und wies darauf hin, dass diese Universitäten religiöser Stiftungsbesitz werden sollen. Sie könnten dann nicht mehr verstaatlicht werden. Auf dieser Sitzung wurde Mussawi zugelassen, obwohl Ahmadineschad ihn ausdrücklich aus dem Aufsichtsrat hatte entfernen lassen, während Rafsandschani nicht zuließ, dass die Vertreter Ahmadineschads teilnehmen durften.

Damit versucht er nicht nur, die Anhänger der Grünen Bewegung auf seine Seite zu ziehen, er signalisiert zugleich anderen Vertretern der Geistlichkeit, dass man Ahmadineschads Leute auch im Regen stehen lassen kann.

Auch fand Rafsandschani am 28.06.2010 deutliche Worte über die Unfähigkeit des Religiösen Führers Ajatollah Chamenei und der Regierung Ahmadineschad, als er sagte, dass heute die Feinde zwischen ihnen eingedrungen seien, die sich als Freunde verkleidet hätten, und dass der Iran ein „Aschofte-Basar“ geworden sei, ein Basar, in dem weder Recht noch Gesetz gelte.
So hofft Rafsandschani, sich einmal mehr als „Retter in der Not“ zu präsentieren und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung auf seine Mühlen abzuleiten.

Während die Reformisten teilweise im Gefängnis sitzen und die Bevölkerung durch die starke Repression unter Kontrolle gebracht wurde, sieht es so aus, als würde sich der Konflikt unter den Prinzipialisten weiter ausweiten. Wir müssen abwarten, ob das Parlament von Ahmadinejad aufgelöst wird, ob das Parlament umgekehrt Ahmadinejad zum Rücktritt zwingt oder ob sich der religiöse Führer nochmals einmischen muss.

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Erklärung des Rats der Lehrergewerkschaft

Am 2. Mai wird in unserem Land traditionell der Tag des Lehrers begangen. An diesem Tag wurden Dr. Abolhasan Khanali und Ostad Motahari getötet. Darunter leidet unsere Gesellschaft. Beide sind Opfer der Brutalität. Anderswo in der Welt hätten die Lehrer an so einem Tag das Recht, zu demonstrieren, sich zu versammeln und ihre wirtschaftliche und sonstigen Probleme zu benennen. Auch die iranische Verfassung hat uns dieses Recht gegeben. Aber tatsächlich wird ein Lehrer streng bestraft, sollte er es wagen zu demonstrieren.

Unsere erste Forderung lautet daher: Freiheit für alle Lehrerinnen und Lehrer, die im Gefängnis sitzen. In der Schule herrscht ein Klima der Angst, und ein Lehrer kann sich bei seiner Arbeit nicht sicher fühlen. Das muss geändert werden.

(…)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir, die Mitglieder des Zentralrats der Lehrergewerkschaft, treten ab dem 2. Mai für die Dauer von 6 Tagen in den Hungerstreik für unsere Kolleginnen und Kollegen, die zu Unrecht im Gefängnis oder von der Hinrichtung bedroht sind.

Am 2. Mai werden sich die Lehrer und Lehrerinnen von 13:30 Uhr bis 19:30 Uhr am Grab von Dr. Abolhasan Khanali in Teheran und dem Grab von Ostad Motahari in Qom versammeln.

Wir erwarten Unterstützung von der Internationalen Lehrervereinigung (EI), bei der wir Mitglied sind.

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Iran: Die Wohltaten des Herrgotts

Eine Schule im Iran in der Umgebung der Stadt Gorkan, Nordwestiran. Sie besteht aus zwei Klassenräumen auf Rädern: Einer für die Klassen 1 bis 4, einer für die 5. Klasse. 27 Kinder und Jugendliche gehen hier zur Schule.

Die Schule ist – trotz geplatzer Reifen – mobil. So wie die Nomaden, für die sie gedacht ist. 6 Monate befindet sie sich an einem Ort, 6 Monate an einem anderen.

Folgen wir den SchülerInnen durch die Bustür ins Innere der Schule.

Die Schule hat zwei Lehrer und der Unterricht wird in gemischten Klassen gegeben.

Meist sind es Turkmenen, die hier zur Schule gehen. Hier wird gerade Mathe gelernt.

Der Zustand der Inneneinrichtung ist schlecht.

Die Schulspeisung – schlichtes Fladenbrot.

Überschwenglich bedanken sich die SchülerInnen: „Chodaya baraye in hame neamat az to sepas gozarim“ (Mein Gott, für so viele Wohltaten – herzlichen Dank!) das steht jedenfalls an der Aussenwand des Busses.

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Schulalltag für Turkmenen im Nordost-Iran


Das ist eine Schule im Nordosten des Irans. Die überwiegende Zahl der Menschen hier sind Turkmenen. Auf der Wand steht in grossen Lettern „Willkommen“.


Im Innern der Schule der ärmlich ausgestattete Klassenraum. Schon bei den Kleinsten gelten die Gesetze der Scharia: Jungen und Mädchen müssen voneinander getrennt sitzen. Die Mädchen tragen ein sog. Maghnae – ein besonderes Kopftuch, das die Haare verhüllt.


An der Wand hängen Abbildungen von Chomeini und Chamenei – zweit schiitische Geistliche. Die Menschen hier sind normalerweise Sunniten.


Auf dem Heimweg lässt sich die Scharia nicht mehr streng durchsetzen.


Mit diesem alten Boot setzen die Kinder über den fünf Meter tiefen Fluß auf die andere Seite über.


Eine einfache Holzbrücke zu bauen kostet weniger als 1.000.000 Toman bzw. 700 Euro.

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Eine Nomadenschule in der Nähe von Ahwaz im Iran

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Aufnahmeprüfungen zu den Universitäten im Iran

Jedes Jahr finden im Iran von Mitte Juni bis Mitte Juli Aufnahmeprüfungen zu den Universitäten statt. Es bewerben sich dieses Jahr ca. 1,5 Mio. AbiturientInnen für einen Studienplatz aber nur ca. 400.000 werden es schaffen, ein Studium aufzunehmen. Im oberen Foto ist ein Prüfungssaal voller junger Frauen zu sehen. Im unteren Foto sieht man, wie die Mütter auf ihre Töchter warten, während diese geprüft werden.

Es ist für die jungen Frauen und für ihre Familien schon aus Prestigegründen immens wichtig, dass die Töchter ein Studium aufnehmen. Das Studium ermöglicht den jungen Frauen, ein freieres und ungezwungeneres Leben zu führen, sich zu bilden und später einen einigermassen gut bezahlten Beruf zu ergreifen – etwas was für diejenigen, die die Prüfungen nicht bestehen, in weite Ferne rückt.

Letztere müssen damit rechnen, keinen oder einen nur schlecht bezahlten Arbeitsplatz zu finden und weiter bei der Familie wohnen zu müssen. Sie haben weniger Chancen zu heiraten und können im Fall einer Heirat nicht auf eine Morgengabe in gleicher Höhe wie eine Studentin oder Hochschulabsolventin hoffen. Nicht wenige junge Frauen werden unter solchen Bedingungen seelisch krank.

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Sitzstreik in einer Universität für Lehramtsstudenten

Heute ist der dritte Tag eines Sitzstreiks von Studenten an der Teheraner Universität für die Ausbildung zum Lehramt. Dieser Sitzstreik hat seine Ursache in verschiedenen Mängeln beim Lehrbetrieb sowie in der schlechten Qualität des Mensaessens.

Gestern haben 50 StudentInnen mit einem Hungerstreik begonnen. Die Sicherheitskräfte und die Polizei haben die Universität umstellt und abgeriegelt. Am gestrigen Abend haben sich 800 StudentInnen gesammelt und sind zum Studentinnenheim gezogen. Unterwegs wurden viele Parolen gegen die Polizei und die Sicherheitskräfte gerufen.

Die Sicherheitskräfte haben nun die Verbindung zwischen den 800 DemonstratInnen und den Hungerstreikenden unterbrochen, so dass die Hungerstreikenden isoliert sind.

Ausserdem haben die Sicherheitskräfte und Polizei den Eltern der StudentInnen gedroht, dass ihre Kinder festgenommen und vor Gericht gebracht werden, sollten sie weiter streiken.

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Mio. Kinder können im Iran die Schule nicht besuchen

Am heutigen 10. Dezember hat die Kinderhilfsorganisation UNICEF dazu aufgefordert, mehr Anstrengungen zur Förderung von Kindern weltweit zu unternehmen.

Letzten Mittwoch fand in Teheran eine Tagung statt, bei der ein Referent (Herr Ziahi) darüber informierte, dass im Iran derzeit ca. 3 Mio. Kinder die Schule aus verschiedenen Gründen verlassen haben. Die meisten von ihnen sind Mädchen. Sie müssen die Schule nicht nur aufgrund von finanziellen Problemen verlassen, sondern weil sie 13 Jahre alt geworden sind und heiraten müssen oder weil sie zu Hause auf kleine Kinder aufpassen müssen.

Herr Schirzad Abdullahi, Fachmann des Erziehungs- und Bildungsministeriums, nennt verschieden statistische Untersuchungen. Zwischen 1,7 Mio. und 3,5 Mio. Kinder haben laut diesen Quellen die Schule verlassen. Weiter sagt er, dass die meisten dieser Kinder aus Familien stammen, die in Slums an den Rändern von Großstädten leben oder in kleinen Dörfern, in denen es keine Schule gibt.

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