
Das ist eine Schule im Nordosten des Irans. Die überwiegende Zahl der Menschen hier sind Turkmenen. Auf der Wand steht in grossen Lettern „Willkommen“.

Im Innern der Schule der ärmlich ausgestattete Klassenraum. Schon bei den Kleinsten gelten die Gesetze der Scharia: Jungen und Mädchen müssen voneinander getrennt sitzen. Die Mädchen tragen ein sog. Maghnae – ein besonderes Kopftuch, das die Haare verhüllt.

An der Wand hängen Abbildungen von Chomeini und Chamenei – zweit schiitische Geistliche. Die Menschen hier sind normalerweise Sunniten.

Auf dem Heimweg lässt sich die Scharia nicht mehr streng durchsetzen.

Mit diesem alten Boot setzen die Kinder über den fünf Meter tiefen Fluß auf die andere Seite über.



Eine einfache Holzbrücke zu bauen kostet weniger als 1.000.000 Toman bzw. 700 Euro.


Jedes Jahr finden im Iran von Mitte Juni bis Mitte Juli Aufnahmeprüfungen zu den Universitäten statt. Es bewerben sich dieses Jahr ca. 1,5 Mio. AbiturientInnen für einen Studienplatz aber nur ca. 400.000 werden es schaffen, ein Studium aufzunehmen. Im oberen Foto ist ein Prüfungssaal voller junger Frauen zu sehen. Im unteren Foto sieht man, wie die Mütter auf ihre Töchter warten, während diese geprüft werden.
Es ist für die jungen Frauen und für ihre Familien schon aus Prestigegründen immens wichtig, dass die Töchter ein Studium aufnehmen. Das Studium ermöglicht den jungen Frauen, ein freieres und ungezwungeneres Leben zu führen, sich zu bilden und später einen einigermassen gut bezahlten Beruf zu ergreifen – etwas was für diejenigen, die die Prüfungen nicht bestehen, in weite Ferne rückt.
Letztere müssen damit rechnen, keinen oder einen nur schlecht bezahlten Arbeitsplatz zu finden und weiter bei der Familie wohnen zu müssen. Sie haben weniger Chancen zu heiraten und können im Fall einer Heirat nicht auf eine Morgengabe in gleicher Höhe wie eine Studentin oder Hochschulabsolventin hoffen. Nicht wenige junge Frauen werden unter solchen Bedingungen seelisch krank.
Heute ist der dritte Tag eines Sitzstreiks von Studenten an der Teheraner Universität für die Ausbildung zum Lehramt. Dieser Sitzstreik hat seine Ursache in verschiedenen Mängeln beim Lehrbetrieb sowie in der schlechten Qualität des Mensaessens.
Gestern haben 50 StudentInnen mit einem Hungerstreik begonnen. Die Sicherheitskräfte und die Polizei haben die Universität umstellt und abgeriegelt. Am gestrigen Abend haben sich 800 StudentInnen gesammelt und sind zum Studentinnenheim gezogen. Unterwegs wurden viele Parolen gegen die Polizei und die Sicherheitskräfte gerufen.
Die Sicherheitskräfte haben nun die Verbindung zwischen den 800 DemonstratInnen und den Hungerstreikenden unterbrochen, so dass die Hungerstreikenden isoliert sind.
Ausserdem haben die Sicherheitskräfte und Polizei den Eltern der StudentInnen gedroht, dass ihre Kinder festgenommen und vor Gericht gebracht werden, sollten sie weiter streiken.

Am heutigen 10. Dezember hat die Kinderhilfsorganisation UNICEF dazu aufgefordert, mehr Anstrengungen zur Förderung von Kindern weltweit zu unternehmen.
Letzten Mittwoch fand in Teheran eine Tagung statt, bei der ein Referent (Herr Ziahi) darüber informierte, dass im Iran derzeit ca. 3 Mio. Kinder die Schule aus verschiedenen Gründen verlassen haben. Die meisten von ihnen sind Mädchen. Sie müssen die Schule nicht nur aufgrund von finanziellen Problemen verlassen, sondern weil sie 13 Jahre alt geworden sind und heiraten müssen oder weil sie zu Hause auf kleine Kinder aufpassen müssen.
Herr Schirzad Abdullahi, Fachmann des Erziehungs- und Bildungsministeriums, nennt verschieden statistische Untersuchungen. Zwischen 1,7 Mio. und 3,5 Mio. Kinder haben laut diesen Quellen die Schule verlassen. Weiter sagt er, dass die meisten dieser Kinder aus Familien stammen, die in Slums an den Rändern von Großstädten leben oder in kleinen Dörfern, in denen es keine Schule gibt.