Archiv der Kategorie 'Bildung'

Islamische Republik Iran: die Pasdaran stehen über dem Gesetz

Im Frühling 2015 war der iranische Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari, der den Reformern nahe steht, angegriffen worden, als er am Flughafen von Schiras mit dem Taxi zur Uni fahren wollte, um dort einen Vortrag zu halten, zu dem er eingeladen worden war. Wie die Webzeitung peykeiran heute, den 04. Januar 2016, schreibt, hat Mostafa Tork-Hamedani, der Anwalt des angegriffenen Abgeordneten, jetzt das achtseitige Urteil des Revolutionstribunals von Schiras in dieser Sache erhalten. Das Resultat ist ernüchternd. Acht der Angreifer wurden vor Gericht gestellt und wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“, „Beleidigung“ und „öffentlicher Sachbeschädigung“ zu Freiheitsstrafen und Peitschenhieben auf Bewährung verurteilt. Während der Anklage befanden sie sich auf freiem Fuß, so dass sie de facto straffrei ausgehen. Verurteilt wurde dagegen der einladende Student, der wegen „Beihilfe zur Missachtung der Vorschriften und Gesetze der Hochschule“ eine Strafe von 1 Million Tuman bezahlen muss. Drei Direktoren der Hochschule wurden außerdem zu 2 Jahren Suspendierung vom Dienst verurteilt.
Die Pasdaran von Schiras, die nachweislich hinter dem Angriff standen, wurden nicht einmal angeklagt, obwohl der Abgeordnete Ali Mottahari im Prozess regelmäßig gefordert hatte, dass die Auftraggeber des Angriffs vor Gericht gestellt werden. Eine weitere Person, die mit der Justiz Schwierigkeiten bekam, war der Taxifahrer, in dessen Auto der Abgeordnete saß, als der Angriff geschah, und dessen Taxi dabei schwer beschädigt wurde. Wahrscheinlich kann er von Glück reden, nicht auch noch verurteilt worden zu sein.
Eine seinerzeit von Präsident Hassan Rouhani eingesetzte Wahrheitsfindungskommission hatte noch verlangt, dass auch „verschiedene Institutionen“ zur Verantwortung gezogen werden – damit sind Pasdaran und Bassidschi-Milizen gemeint, aber das ist nicht geschehen.
Dies zeigt einmal mehr, dass die Regierung Abgeordnete nicht vor Angriffen des fundamentalistischen Flügels schützen kann, dass die Justiz weiterhin ganz im Sinn des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i handelt und die Revolutionswächter für ihre Gewalttaten keine Verfolgung befürchten müssen. Die iranische Regierung ist somit nur eine „Schaufenster-Regierung“, die Macht liegt nicht in ihren Händen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=100711

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Iran: Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik


Seit 17 Tagen ist Mahmud Beheschti Langarudi, der Sprecher der iranischen Lehrergewerkschaft, im Hungerstreik. Er protestiert damit gegen das ungerechte Urteil, aufgrund dessen er in Haft gehalten wird.
Zu seiner Unterstützung haben sich Lehrkräfte in den verschiedenen Städten des Landes versammelt, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren und auf seine Lage aufmerksam zu machen.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=70815

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Iran: Analphabetismus heute

In verschiedenen Webzeitungen wird darüber berichtet, dass in den südlichen iranischen Provinzen Sistan und Balutschistan sowie Chusistan die Zahl der Kinder, die die Schule nicht besuchen, steigt. Was die Analphabetenrate angeht, folgen die Regionen West-Aserbaidschan und Ost-Aserbaidschan. Zuverlässige Zahlenangaben fehlen. Bekannt sind nur amtliche Angaben, dass im ganzen Land 1,43 Millionen Kinder zwischen 6 und 18 (Schulpflichtalter) derzeit die Schule nicht besuchen, das sind ein Viertel der Kinder im schulpflichtigen Alter. Das iranische Kultusministerium behauptet, dass der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gering sei und die Jungen 51%, die Mädchen 49% der Schüler ausmachten. Dies scheint nicht der Wirklichkeit zu entsprechen. Denn aus den südlichen Provinzen wird berichtet, dass bevorzugt die Töchter zu Hause behalten werden, damit sie zu Hause arbeiten, und es nach Ansicht der Eltern auch nicht schlimm ist, wenn die Töchter nicht lesen und schreiben können. Die hohe Arbeitslosigkeit im Iran führt zudem dazu, dass die Eltern den Arbeitsmöglichkeiten hinterher ziehen, also nicht mehr unbedingt einen dauerhaften Wohnsitz haben, was den Schulbesuch der Kinder erschwert, wenn der Staat nicht darauf eingerichtet ist.
Auffällig ist allerdings, dass der Analphabetismus in den Regionen besonders hoch ist, in denen die Muttersprache der Kinder nicht persisch ist, sondern Balutschi, Arabisch oder Aseri (Aserbaidschanisch). Möglicherweise verstecken sich hinter dem mangelndem Schulbesuch auch noch andere Faktoren, etwa die schulische Vernachlässigung der sogenannten Minderheiten, die im Iran zusammengenommen sogar die Mehrheit bilden.

Quelle:
http://www.radiozamaneh.com/250438

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Iran: Tag des Studenten

Heute, den 7. Dezember 2015 (16. Asar 1394 im iranischen Kalender) traf der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani zusammen mit mehreren amtierenden und ehemaligen Ministern an der Technischen Hochschule „Scharif“ in Teheran ein, um einen Vortrag vor den Studierenden zu halten. Er betonte, dass Kritik für jedes System wichtig sei, weil es sonst vom richtigen Weg abweiche und in eine Diktatur münde.
Er forderte die Studierenden auf, mit ihrer Kritik gleich mal beim Staatspräsidenten zu beginnen.
Wie man an folgendem Foto sieht, taten das auch einige:

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Demo vor dem Ewin-Gefängnis (Teheran)

Mohammad Ali Taheri ist der Begründer einer alternativen Form der Medizin, die von der Mystik inspiriert ist (Erfan halqe), mit der er im Iran und im Ausland viele Anhänger gefunden hat. Er wurde 2011 vom Islamischen Revolutionsgericht wegen Blasphemie zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Auch wurde ihm vorgeworfen, sich unberechtigt medizinisch betätigt zuhaben.

Später legten die Ajatollahs noch nach, die seine Theorien aus der Sicht der schiitischen Orthodoxie beurteilten. Das Ergebnis war ein zweites Urteil im August 2015: Todesstrafe wegen „Verderbnis auf Erden“ (fessad fi l-ars).

Mohammad hat vor zwei Monaten im Ewin-Gefängnis in Teheran einen Hungerstreik eröffnet, der von den Gefängnisbehörden ignoriert wird.

Deshalb haben sich am Samstag, den 17. Oktober 2015, rund 300 seiner Anhänger vor dem Ewin-Gefängnis versammelt. Sie verteilten weiße Blumen an Gefängnispersonal, das sich zum Teil erfreut, zum Teil stur zeigte – letztere zerknickten die Blumen.

Die Demonstrierenden wurden auch von Beamten mit Knüppeln attackiert, ließen sich aber nicht provozieren. Besonders hatten die Beamten es auf solche Leute abgesehen, die Plakate mit dem Foto oder Namen des Inhaftierten in der Hand hielten. Die Demonstranten hatten allerdings noch Plakate in Reserve. Zwei Stunden hielten sie es in strömendem Regen vor dem Gefängnis aus.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=97328
https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Ali_Taheri
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D9%85%D8%AD%D9%85%D8%AF%D8%B9%D9%84%DB%8C_%D8%B7%D8%A7%D9%87%D8%B1%DB%8C

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Protest vor dem iranischen Parlament

Gestern versammelten sich Vertreter der Erzieherinnen und Erzieher, die in iranischen Kindergärten (Vorschulen) arbeiten, vor dem Parlament und forderten, dass die Versprechen, die der Kultusminister ihnen vor zwei Jahren gegeben hatte, endlich umgesetzt werden. Es geht darum, dass die Kindergärtnerinnen und ihre männlichen Kollegen selbst dann, wenn sie schon über 5 Jahre im Beruf arbeiten, immer noch keine feste Anstellung erhalten. Bis jetzt hatten sie darauf vertraut, dass die Versprechen umgesetzt werden, jetzt helfen sie dem Erinnerungsvermögen der Politiker ein wenig auf die Sprünge. Da auch Vertreterinnen aus der Provinz erschienen sind, übernachten einige vor dem Parlamentsgebäude – ein Hotel in Teheran können sie sich nicht leisten.

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Landesweiter Protest der Lehrerinnen und Lehrer im Iran

Die Gewerkschaft der Lehrerinnen und Lehrer im Iran ruft für morgen, den 22.7.2015 (31. Tir nach iranischem Kalender), zu einem landesweiten Protest im Iran auf. Sie sollen sich in allen Städten vor den Einrichtungen der Bildungsverwaltung versammeln, in Teheran findet der Protest vor dem Parlament statt.

Die Forderungen der LehrerInnen wenden sich gegen die Privatisierung der Bildung. Sie verlangen, dass mindestens bis zum Abitur ohne Gebühren unterrichtet werden kann. Die medizinische Versorgung in den Schulen soll verbessert werden. Die Lohndiskriminierung von Frauen soll beendet werden. Überhaupt sollen die Löhne analog zur Inflation steigen. Das Bildungsbudget soll insgesamt erhöht werden.

Eine Forderung bezieht sich auf festgenommene Mitglieder der Gewerkschaft. Die Regierung hat nämlich versucht, die Bewegung einzuschüchtern, in dem sie wichtige Vertreter oder Organisatoren verhaftet hat. Die Protestierenden fordern nun deren Freilassung.

Kommentar von Ai Schirasi

  1. Die Bewegung der LehrerInnen im Iran ist sehr groß. Es handelt sich nicht um einen kleinen oder großen Betrieb mit ein paar tausend Beschäftigten sondern um etwa eine Million LehrerInnen, mit dem höchsten Organisationsgrad im Iran.
  2. Sie sind im ganzen Land vertreten, egal ob es sich um eine Großstadt oder um ein kleines Dorf handelt.
  3. Es sind sehr viele Frauen im Lehrbetrieb beschäftigt – das Verhältnis zwischen Mann und Frau ist etwa 50% – 50%.
  4. Sie haben mit der neuen Generation zu tun. 90% dieser Generation stehen dem islamischen Modell kritisch gegenüber.
  5. Indirekt stehen die LehrerInnen über die Schülerinnen und Schüler mit allen IranerInnen in Beziehung. In der Vergangenheit wurden Proteste der LehrerInnen nicht nur von SchülerInnen sondern auch von deren Eltern unterstützt.
  6. Die Gewerkschaft der LehrerInnen pflegt die gute Tradition, auch andere Gewerkschaften bei deren Kämpfen zu unterstützen.
  7. Während die iranische Regierung versucht, Schüler und Schülerinnen ausschließlich auf möglichst schnelle Lernen, Religion, Beten und Fasten auszurichten, fern von jeglicher Politik versuchen die LehrerInnen dagegen zu halten und ihre SchülerInnen auch für gesellschaftliche Themen zu sensibilisieren, sei es Atompolitik, Umweltschutz oder andere Sachen. Schüler und SchülerInnen zählen nicht zuletzt auch deswegen zu den politisch aktivsten Gruppen im Iran.
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Iran: Landesweiter Lehrerstreik – erstmals seit 35 Jahren


Kundgebung in Ahwas

Die Proteste von Lehrerinnen und Lehrern erstrecken sich inzwischen über das ganze Land. Gestern, am Sonntag, den 1. März 2015, kam es zu Kundgebungen in Chorassan, Lorestan, Hormosgan, Kurdistan, Chusistan, Fars, Qaswin und anderen Städten und Regionen. Gegen Mittag versammelten sich vor dem Parlament in Teheran über 600 Lehrkräfte. Was fordern sie?


Provinz Fars

Weg mit dem Zentralismus
In einer Erklärung der Lehrkräfte wird der zentralistische Aufbau des Lehrapparats kritisiert. Alles wird von der Zentrale entschieden und kommandiert, die Lehrkräfte vor Ort werden in die Entscheidungen im Bildungssektor nicht einbezogen.


Qaswin

Bildungsbudget für Kalaschnikow und Co?
Es wird kritisiert, dass unter der Bezeichnung Bildungsausgaben auch Institutionen finanziert werden, die mit Bildung nichts zu tun haben. Ohne, dass man zusätzlich Geld auftreiben müsse, reiche es, diese Ausgaben im Schulsektor einzusetzen. Dies ist eine verhüllte Anspielung darauf, dass auch die Bassidschi-Milizen und die Pasdaran ein Budget für Bildung haben, das noch höher ist als das Budget für den Schulsektor. Mit dieser Forderung bezieht die Lehrerbewegung indirekt Stellung gegen die bewaffneten Organe des islamistischen Staates.


Hormosgan

Parlament fürs Volk
Die Lehrer fordern zudem das Parlament auf, vor allem in Gesundheit und Bildung zu investieren, das sei es, was die Bevölkerung benötige. Auch hier wird deutlich, dass der Protest zu einer politischen Bewegung wird.


Chorassan

30% mehr Lohn
Eine weitere Forderung ist die jährliche Erhöhung des Lohns um 30 Prozent für die nächsten vier Jahre. Nach Zinseszinsrechnung ergibt das das 2,85-Fache des jetzigen Lohns. Das klänge in Deutschland vermessen, aber in einem Land, wo die Inflationsrate so hoch oder noch höher liegt, ist das der bescheidene Versuch, den jetzigen Zustand zu bewahren.


Lorestan

Beamte zweiter Klasse
Während staatliche Angestellte sonst im Iran mit allen möglichen Zuschüssen rechnen dürfen, namentlich mit Wohngeld, Fahrtgeld und Essensgeld, gehen die Lehrer leer aus. Gegen diese Diskriminierung protestieren sie.
Die Diskriminierung geht sogar noch in der Rente weiter. Nach 30 Berufsjahren erhalten staatliche Angestellte ihr höchstes Gehalt als Rente, Lehrer dagegen nur zwei Gehaltsstufen niedriger, so dass sie deutlich schlechter dastehen als ihre Kollegen aus der Bürokratie.


Pawe

Nicht mehr als 25 Schüler
Die Lehrkräfte fordern zudem eine maximale Klassenstärke von 25 Schülern. Zur Zeit können 45, selbst 50 Schüler in einer Klasse sein. Das beeinträchtigt den Lehrerfolg und erzeugt zudem Konflikte, deren Resultate täglich in den iranischen Zeitungen zu lesen sind, sagen die Lehrkräfte.

Freiheit für die Kollegen
Die Protestierenden haben ihre Kollegen nicht vergessen. Sie fordern auch die Freilassung von Rassul Bodaqi (seit 5 Jahren im Gefängnis) und von Seyyed Mahmud Baqeri.

Wird die Streikbewegung der Lehrerinnen und Lehrer zu einem Vorbild?

Wie man sieht, gehen diese Forderungen weit über eine einfache Lohnerhöhung hinaus. Es sind zwar keine radikalen Forderungen, die das gesamte System in Frage stellen, aber sie reichen weit über den Bildungssektor hinaus in die Gesellschaft hinein und sind dadurch politisch. Die Solidarität und Vernetzung der Lehrerinnen und Lehrer untereinander, ihre Mobilisierungsfähigkeit in vielen Städten über das ganze Land hinweg sowie die Gleichzeitigkeit der Streikbewegungen vor Ort ist etwas, was man bei den durchaus vorhandenen kleinen Streiks in einzelnen Industriebetrieben derzeit im Iran nicht findet. Dadurch erhält die Streikbewegung der Lehrerinnen und Lehrer Vorbildfunktion für weitere Sektoren der iranischen Gesellschaft.

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Iran: Lehrkräfte streiken landesweit


Im ganzen Iran haben am Sonntag, den 22.02.2015, Lehrerinnen und Lehrer gestreikt, das heißt, sie haben keinen Unterricht erteilt – Sonntag ist im Iran ein Arbeitstag. Die Aktion war über Internet und ähnliche Medien vorbereitet worden und fand in Städten des ganzen Landes Unterstützter. Über die Gesamtzahl der Teilnehmenden ist bislang nichts bekannt. Auch hier steht im Zentrum der Forderungen eine Lohnerhöhung.

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Iran: Sahra Chandan, Journalistin, Studentin, Haft


Sahra Chandan
Sahra Chandan wurde am 19. Januar 2015 in ihrer Wohnung festgenommen. Sie studiert an der Technischen Hochschule „Amir Kabir“ und ist als Journalistin tätig. Sie hat früher auch für die iranische Nachrichtenagentur ILNA gearbeitet. Wegen ihrer studentischen Aktivitäten hatte sie früher ein Studienverbot erhalten.
Eine weitere Studentin und Journalistin, Fereschte Tussi, die an der Allame-Tabataba‘i-Universität studierte, wurde zusammen mit ihrem Mann Sadschad Derwisch, der früher an derselben Uni studiert hatte, vor circa einem Monat vom Geheimdienst der Pasdaran festgenommen. Auch Parastu Biranwand, Journalistin und Kämpferin für die Frauenrechte, wurde in ihrer eigenen Wohnung verhaftet.

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Iran: Schuldirektor in Sistan-Balutschistan erschossen

Der Direktor der Schule von Qalanbar, Landkreis Sarawan, Region Sistan und Balutschistan, wurde am Sonntagmorgen, den 25.01.2015, von einem bewaffneten Mann erschossen. Der Direktor der Schulbehörde von Sistan und Balutschistan, Aliresa Nach‘i, versucht, den Vorfall herunterzuspielen. Wie er erklärt, habe es keinen terroristischen Hintergrund gegeben, sondern alles sei auf Konflikte zwischen verschiedenen „Sippen und Volksgruppen“ zurückzuführen. Dieser Art von Konflikten seien eine Reihe von Persönlichkeiten aus dem Kulturleben der Region zum Opfer gefallen. Er meint, dass einige Leute gemeinsam mit „Fremden und eingeschworenen Feinden des Systems“ versuchten, solche Vorfälle zu einem Sicherheitsthema zu stilisieren.

Aliresa Nach‘i erklärt weiter, dass die Sicherheitskräfte den Namen des Täters kennen und die Verfolgung aufgenommen hätten.
Der Parlamentsabgeordnete von Sarawan bezeichnete den Täter als „bewaffneten, unbekannten Banditen“.

Innerhalb eines Jahres ist dies der vierte Lehrer in Sistan und Balutschistan, der einem bewaffneten Angriff zum Opfer gefallen ist.

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Iran: Bassidschi-Schüler ermordet Lehrer

Vor etwa zwei Wochen (am 22.11.2014) wurde der kurdische Lehrer Mohsen Chaschchaschi von einem Bassidschi-Schüler ermordet, der mit seinen Noten nicht einverstanden war. Darauf haben 17 Lehrergewerkschaften aus verschiedenen Städten und Regionen des Irans eine Erklärung veröffentlicht, in der sie gegen die Ausbreitung der Gewalt protestieren und die Frage stellen, wie es dazu kommen konnte. Sie sehen einen Zusammenbruch der traditionellen Werte des Landes, zu denen auch Respekt gegenüber dem Lehrpersonal gehört. Sie weisen darauf hin, dass ein Lehrer oder eine Lehrerin heute im Iran zwischen 1 und 2 Millionen Tuman verdient, das liegt noch unter der Armutsschwelle. Dadurch sind die Lehrer gezwungen, in zwei Schichten zu arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Trotz der katastrophalen Lage spricht das Kultusministerium im Iran davon, dass es zu viele Lehrer gebe und man 200.000 – 300.000 Stellen abbauen müsse…

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Iran: Ein Film, der dem Minister nicht gefällt


Szene aus dem Film „Ich bin nicht wütend“

Resa Darmischian hat einen Film unter dem Titel „Assabani nistam“ (Ich bin nicht wütend) gedreht, der vom Aufbegehren der Studenten im Jahr 2009 handelt. Es geht um einen kurdischen Studenten, der wegen seiner politischen Aktivitäten vom staatlichen Spitzeldienst „Sternchen“ bekommt, keineswegs eine Belohnung, denn wer zuviel davon hat, wird aus dem Studium geworfen.
So ergeht es auch dem Kurden. Die Geschichte geht weiter, er verliebt sich in eine junge Frau und so weiter. Der Film wurde mit staatlicher Erlaubnis gedreht, und damit er gezeigt werden darf, musste der Regisseur mehrmals diverse Szenen retouschieren. Sogar ein Parlamentsausschuss beschäftigte sich mit dem Film und kam zum Schluss, dass man ihn jetzt zeigen kann.
Nicht so der Minister für Kultur und religiöse Aufklärung (ein gar nicht so harmloses Ministerium – ein Protest gegen dessen Auftritt auf der Mustermesse in Basel hat dem Verfasser einmal einige Stunden Arrest auf der Polizeiwache eingebracht).
Dieser Minister also findet, man sollte den Film nicht zeigen – das war’s dann.

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Zwang zum Beten

Der im Bildungsministerium zuständige Leiter für den Koran und die Scharia, Mohammad Rezah Mossayeb Zadeh, hat am letzten Donnerstag, 4.9.2014, die Regel erlassen, dass im gesamten Iran in allen Bildungseinrichtungen ein halbe Stunde gemeinschaftliches Beten zur täglichen Pflichtübung wird.

Die Regel gilt für egal ob in der Grundschule oder im Gymnasium, und unabhängig von der Jahrgangsstufe. Die Beteveranstaltungen erfodern die Teilnahme eines jeden Schülers und einer jeden Schülerin – keine kann sich entziehen. Kontrolliert werden soll das ganze von den Religionsschulen.

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Iran: Nourusabad – im Süden von Teheran


Nourusabad ist ein Viertel im Süden von Teheran.
Was in Europa als „Nord-Süd-Konflikt“ tituliert wird, spiegelt sich im Unterschied zwischen Nord-Teheran und Süd-Teheran wieder. Im Norden wohnen die Reichen, die Mächtigen, im Süden diejenigen, die keine Arbeit haben, oder eine Woche pro Monat. Hier wohnen die Menschen, in deren Stadtteil es keinen Metzger gibt, weil sich niemand Fleisch leisten kann, in denen man selbst beim Bäcker und beim Lebensmittelhändler in der Kreide steht, weil man kein Geld hat, zu zahlen. Oder erst, wenn man mal wieder Arbeit gefunden hat. Nicht einmal gesundes Wasser gibt es hier, dafür stinkendes Abwasser vor der Haustür. Viele Kinder werden nicht in die Schule geschickt, weil sich die Eltern nicht das Geld für die Schulkleidung leisten können. Frauen sitzen vor den Häusern in der glühenden Hitze und häkeln. Hier ist die Armut und ihr Geruch zu greifen. Um das zu ändern, haben die Iraner eine Revolution gemacht, und was ist der Lohn?

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