Archiv der Kategorie 'Bildung'

Iran: Lehrkräfte streiken landesweit


Im ganzen Iran haben am Sonntag, den 22.02.2015, Lehrerinnen und Lehrer gestreikt, das heißt, sie haben keinen Unterricht erteilt – Sonntag ist im Iran ein Arbeitstag. Die Aktion war über Internet und ähnliche Medien vorbereitet worden und fand in Städten des ganzen Landes Unterstützter. Über die Gesamtzahl der Teilnehmenden ist bislang nichts bekannt. Auch hier steht im Zentrum der Forderungen eine Lohnerhöhung.

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Iran: Sahra Chandan, Journalistin, Studentin, Haft


Sahra Chandan
Sahra Chandan wurde am 19. Januar 2015 in ihrer Wohnung festgenommen. Sie studiert an der Technischen Hochschule „Amir Kabir“ und ist als Journalistin tätig. Sie hat früher auch für die iranische Nachrichtenagentur ILNA gearbeitet. Wegen ihrer studentischen Aktivitäten hatte sie früher ein Studienverbot erhalten.
Eine weitere Studentin und Journalistin, Fereschte Tussi, die an der Allame-Tabataba‘i-Universität studierte, wurde zusammen mit ihrem Mann Sadschad Derwisch, der früher an derselben Uni studiert hatte, vor circa einem Monat vom Geheimdienst der Pasdaran festgenommen. Auch Parastu Biranwand, Journalistin und Kämpferin für die Frauenrechte, wurde in ihrer eigenen Wohnung verhaftet.

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Iran: Schuldirektor in Sistan-Balutschistan erschossen

Der Direktor der Schule von Qalanbar, Landkreis Sarawan, Region Sistan und Balutschistan, wurde am Sonntagmorgen, den 25.01.2015, von einem bewaffneten Mann erschossen. Der Direktor der Schulbehörde von Sistan und Balutschistan, Aliresa Nach‘i, versucht, den Vorfall herunterzuspielen. Wie er erklärt, habe es keinen terroristischen Hintergrund gegeben, sondern alles sei auf Konflikte zwischen verschiedenen „Sippen und Volksgruppen“ zurückzuführen. Dieser Art von Konflikten seien eine Reihe von Persönlichkeiten aus dem Kulturleben der Region zum Opfer gefallen. Er meint, dass einige Leute gemeinsam mit „Fremden und eingeschworenen Feinden des Systems“ versuchten, solche Vorfälle zu einem Sicherheitsthema zu stilisieren.

Aliresa Nach‘i erklärt weiter, dass die Sicherheitskräfte den Namen des Täters kennen und die Verfolgung aufgenommen hätten.
Der Parlamentsabgeordnete von Sarawan bezeichnete den Täter als „bewaffneten, unbekannten Banditen“.

Innerhalb eines Jahres ist dies der vierte Lehrer in Sistan und Balutschistan, der einem bewaffneten Angriff zum Opfer gefallen ist.

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Iran: Bassidschi-Schüler ermordet Lehrer

Vor etwa zwei Wochen (am 22.11.2014) wurde der kurdische Lehrer Mohsen Chaschchaschi von einem Bassidschi-Schüler ermordet, der mit seinen Noten nicht einverstanden war. Darauf haben 17 Lehrergewerkschaften aus verschiedenen Städten und Regionen des Irans eine Erklärung veröffentlicht, in der sie gegen die Ausbreitung der Gewalt protestieren und die Frage stellen, wie es dazu kommen konnte. Sie sehen einen Zusammenbruch der traditionellen Werte des Landes, zu denen auch Respekt gegenüber dem Lehrpersonal gehört. Sie weisen darauf hin, dass ein Lehrer oder eine Lehrerin heute im Iran zwischen 1 und 2 Millionen Tuman verdient, das liegt noch unter der Armutsschwelle. Dadurch sind die Lehrer gezwungen, in zwei Schichten zu arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Trotz der katastrophalen Lage spricht das Kultusministerium im Iran davon, dass es zu viele Lehrer gebe und man 200.000 – 300.000 Stellen abbauen müsse…

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Iran: Ein Film, der dem Minister nicht gefällt


Szene aus dem Film „Ich bin nicht wütend“

Resa Darmischian hat einen Film unter dem Titel „Assabani nistam“ (Ich bin nicht wütend) gedreht, der vom Aufbegehren der Studenten im Jahr 2009 handelt. Es geht um einen kurdischen Studenten, der wegen seiner politischen Aktivitäten vom staatlichen Spitzeldienst „Sternchen“ bekommt, keineswegs eine Belohnung, denn wer zuviel davon hat, wird aus dem Studium geworfen.
So ergeht es auch dem Kurden. Die Geschichte geht weiter, er verliebt sich in eine junge Frau und so weiter. Der Film wurde mit staatlicher Erlaubnis gedreht, und damit er gezeigt werden darf, musste der Regisseur mehrmals diverse Szenen retouschieren. Sogar ein Parlamentsausschuss beschäftigte sich mit dem Film und kam zum Schluss, dass man ihn jetzt zeigen kann.
Nicht so der Minister für Kultur und religiöse Aufklärung (ein gar nicht so harmloses Ministerium – ein Protest gegen dessen Auftritt auf der Mustermesse in Basel hat dem Verfasser einmal einige Stunden Arrest auf der Polizeiwache eingebracht).
Dieser Minister also findet, man sollte den Film nicht zeigen – das war’s dann.

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Zwang zum Beten

Der im Bildungsministerium zuständige Leiter für den Koran und die Scharia, Mohammad Rezah Mossayeb Zadeh, hat am letzten Donnerstag, 4.9.2014, die Regel erlassen, dass im gesamten Iran in allen Bildungseinrichtungen ein halbe Stunde gemeinschaftliches Beten zur täglichen Pflichtübung wird.

Die Regel gilt für egal ob in der Grundschule oder im Gymnasium, und unabhängig von der Jahrgangsstufe. Die Beteveranstaltungen erfodern die Teilnahme eines jeden Schülers und einer jeden Schülerin – keine kann sich entziehen. Kontrolliert werden soll das ganze von den Religionsschulen.

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Iran: Nourusabad – im Süden von Teheran


Nourusabad ist ein Viertel im Süden von Teheran.
Was in Europa als „Nord-Süd-Konflikt“ tituliert wird, spiegelt sich im Unterschied zwischen Nord-Teheran und Süd-Teheran wieder. Im Norden wohnen die Reichen, die Mächtigen, im Süden diejenigen, die keine Arbeit haben, oder eine Woche pro Monat. Hier wohnen die Menschen, in deren Stadtteil es keinen Metzger gibt, weil sich niemand Fleisch leisten kann, in denen man selbst beim Bäcker und beim Lebensmittelhändler in der Kreide steht, weil man kein Geld hat, zu zahlen. Oder erst, wenn man mal wieder Arbeit gefunden hat. Nicht einmal gesundes Wasser gibt es hier, dafür stinkendes Abwasser vor der Haustür. Viele Kinder werden nicht in die Schule geschickt, weil sich die Eltern nicht das Geld für die Schulkleidung leisten können. Frauen sitzen vor den Häusern in der glühenden Hitze und häkeln. Hier ist die Armut und ihr Geruch zu greifen. Um das zu ändern, haben die Iraner eine Revolution gemacht, und was ist der Lohn?

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Iran: Studenten gegen Zensur und Überwachung

2400 Studentinnen und Studenten der Allame-Tabatabai-Hochschule haben einen Brief an den Rektor der Hochschule mit Kopie an den Kultusminister des Irans gesand.
In ihrem Brief protestieren sie gegen die Vorzensur von Studentenzeitungen, was gegen einen Beschluss des Hohen Rats der Kulturrevolution verstoße. Dieser Hohe Rot wurde nach der Revolution von 1979 gebildet und ist für die Lehrpläne zuständig.
Die Studenten fordern außerdem mehr Lehrkräfte an der Hochschule, eine Beendigung der Diskriminierung von studierenden Frauen, und sie fordern die Abschaffung der Überwachungskameras, die im Hochschulbereich installiert wurden.

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Iran: Für Frauenrechte ins Parlament


iranische Zivilgesellschaft in Aktion

Am vergangenen Dienstag, den 21. Januar 2014, ist eine Gruppe von Aktivistinnen beim Ausschuss nach Artikel 90 (einer Art Petitionsausschuss) des iranischen Parlaments vorstellig geworden, um eine Petition mit 2000 Unterschriften zu übergeben. Die Forderung lautet auf Abschaffung der Diskriminierung von Frauen im Studienbereich. So sind jetzt an 36 Universitäten des Landes die Frauen aus 77 Studiengängen ausgeschlossen. Die Aktivistinnen sprachen zuerst mit Vertretern des Ausschusses nach Artikel 90, der sie dann an das Sekretariat des Parlaments weiterverwies, damit die Petition den korrekten Amtsweg durchlaufe. Dort gaben sie ihre Petition ab.

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Iran: Mollas statt Ingenieure

Die Regierung des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani war angetreten, die politische Isolation des Landes zu durchbrechen, und die gelähmte Wirtschaft des Irans wieder in Gang zu setzen. Wie weit Worte und Taten auseinander klaffen, zeigen die Daten, die die Zeitung „Scharq“ (Der Osten), die den Reformisten nahe steht, am 15. Dezember 2013 (24. Adhar) veröffentlichte.

1300 Milliarden für die Ausbildung für Geistliche
So gibt es im neuen Haushalt den Posten „Nehad-haye dini va houzavi“ (Religiöse Einrichtungen und islamische Lehranstalten), der 18 religiöse Institutionen betrifft, die direkt dem Staat unterstehen. Diese hatten im fiskalischen Vorjahr ein Budget von 1030 Milliarden Tuman, jetzt sind es 1300 Milliarden Tuman, also ein Zuwachs von 26%. Angesichts der horrenden Inflation im Iran (selbst die staatliche iranische Zentralbank sprich von über 45%) bedeutet dies zwar in Wirklichkeit zwar eine deutliche Einbuße, aber erst, wenn man die Zahlen in Vergleich zu den nicht religiösen Schulen oder Hochschulen setzt, sieht man, wo die Schwerpunkte liegen. Denn es ist klar, dass bei einem infolge der Sanktionen geschrumpften Staatsbudget weniger Gelder zu verteilen sind als früher.
Und hier wird es interessant.

178 Milliarden für die beste Elite-Universität des Landes
So erhalten die fünf wichtigsten staatlichen Universitäten des Irans im neuen Budget 829 Milliarden Tuman, darunter die Scharif-Hochschule in Teheran (Daneshgahe Scharif) gerade einmal 178 Milliarden Tuman. Dabei werden die Abgänger dieser Hochschule überall im Westen, auch in Deutschland, mit Handkuss aufgenommen.

Über 1000 Milliarden für die „Universität“ der Pasdaran
Während hier gespart wird, sieht das Budget für die private „Universität“ Daneshgah-e Payam-e Nur (Hochschule der Botschaft des Lichts) über 1000 Milliarden Tuman vor. Diese Hochschule produziert nichts außer theologischem Altpapier, sie dient dazu, den Bassidschis und Pasdaran einen Doktortitel zu beschaffen, damit sie danach noch mehr Geld vom Staat als Gehalt einziehen können.
An diesem Detail sieht man übrigens auch, wie kurzsichtig auch die Pasdaran denken. Wer Atombomben bauen will, täte besser daran, in die Universitäten und die Physik zu investieren, nicht in die Produktion falscher Doktoren. So hat die Geldgier auch ihr Gutes.

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Iran: Junge Mullahs üben für die Zukunft

Der Fotograf dieser Aufnahmen kommentierte die Serie mit dem Titel „Übung, um auf den Menschen zu reiten“.

Anmerkung: Diese jungen Mullahs haben die erste Stufe der Religionsschule abgeschlossen und sind nach Hause (Turkmensahra, Nordiran) gekommen. Dort lassen sie sich von ihren Verwandten feiern.

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Der Religiöse Führer pfeift Wissenschaftsminister zurück

Der vom iranischen Präsidenten Rouhani ernannte Interims-Wissenschaftsminister, Jafar Tofighi, muss nach kurzer Zeit wieder gehen

Nicht alle Ministerkandidaten, die Rouhani dem Parlament vorgeschlagen hatte, darunter auch sein Wissenschaftsminister, wurden vom Parlament angenommen. Nun machte Rouhani von seinem Recht Gebrauch, für drei Monate einen von ihm allein bestimmten Vertreter im Wissenschaftsministerium, Jafar Tofighi, einzusetzen.

Jafar Tofighi fing umgehend damit an, die Maßnahmen seines Amtsvorgängers unter Ahmadinedschad zurückzunehmen.

Ahmadinjedschad hatte in seiner Amtszeit – mit Unterstützung des Religiösen Führers Ali Chamene‘i, – zahlreiche Universitätsrektoren entlassen oder vorzeitig in Ruhestand versetzt und durch radikale Fundamentalisten ersetzt. An den Universitäten machten sich Vertreter der Geheimdienste, der Bassidschi und der Revolutionswächter breit. Mitglieder dieser Organisationen konnten studieren, ohne das Auswahlverfahren zu durchlaufen. Umgekehrt wurden viele Studentinnen und Studenten exmatrikuliert, die sich nicht an die strengen Bekleidungsvorschriften hielten oder sich politisch betätigten.

Tofighi setzte nun einige entlassene Rektoren wieder ein und erklärte, dass die Polizeistaatsatmosphäre an den Universitäten nichts verloren hätte. Früher entlassene StudentInnen sollten wieder zum Studium zugelassen werden.

Bei dem jüngsten Vorschlag Rouhanis für das Wissenschaftsministerium ist Tofighi plötzlich nicht mehr dabei. Der Parlamentsabgeordnete Ali Motahari sagte heute in diesem Zusammenhang, dass der Religiöse Führer sich gegen Tofighi ausgesprochen habe und er deswegen nicht mehr von Rouhani vorgeschlagen worden sei.

Anmerkung: Chamene‘i war offensichtlich mit den Maßnahmen von Tofighi nicht einverstanden und hat keinerlei Interesse, dass sich die Atmosphäre an den iranischen Universitäten ändert.

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Iran: Fundis benutzen Rouhani als Köder

Am Samstag, den 12.10.2013, besuchte der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani auf Einladung des Rektors der Universität Teheran diese Hochschule, wo er sich für eine freie Forschung und Lehre aussprach.
Aber die Wirklichkeit sah und sieht anders aus: Denn der Rektor der Universität hatte Hassan Rouhani extra einen kleinen Raum gegeben, den er mit Bassidschi-Studenten und anderen radikalen Kräften auffüllte, und diverse Organe in Zivil umringten den Veranstaltungsraum und ließen die normalen Studenten, die den Vortrag des Präsidenten hören wollten, nicht durch. Mehr noch, sie verhielten sich aggressiv zu den Studenten, filmten sie und drohten ihn gar mit Inhaftierung.
Selbst Studenten, die eine Eintrittskarte für den Vortrag besaßen, wurden nicht eingelassen, ebensowenig der Studentenvertreter, der laut Plan ebenfalls eine Rede halten sollte.
Ein Student meinte, im Wahlkampf habe Hassan Rouhani davon gesprochen, er besitze den Schlüssel zur Lösung der anstehenden Probleme. Es sehe aber so aus, als ob er mit seinem Schlüssel nicht einmal die Universität öffnen könne.
Die Situation erinnert an die Zeit von Präsident Chatami, der sich zwar als Reformer präsentierte, aber de facto nicht in der Lage war, die radikalen Kräfte unter Kontrolle zu bringen, die letztlich im Auftrag des Religiösen Führers tätig sind.

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Mehr als 600 Aktivistinnen der Frauen- und Studentenbewegung haben sich bei Gericht beschwert

Auszüge aus der Erklärung der Aktivistinnen

„Unsere Beschwerde richtet sich gegen die Diskriminierungspolitik im Bildungssystem. Der Anteil der Frauen an den iranischen Universitäten hat sich aufgrund der Geschlechterungleichheit verringert. In den letzten zwei Jahren hat die Diskriminierungspolitik den Frauen und Mädchen im Bildungssystem viele Probleme bereitet. An den Universitäten fußt die Geschlechterdiskriminierung auf zwei Säulen: einmal ist es die geringe Frauenquote bei den Zulassungen zu bestimmten Fächern, zum anderen ist es die geringe Zahl der Fächer, die Studentinnen für ihr Studium überhaupt zugänglich sind. So durften im Jahr 2012 an 36 Universitäten 77 verschiedene Fächer von Frauen nicht belegt werden. Nach Protesten und Demonstrationen von Eltern, Studentinnen wurde die Zahl der 77 nicht studierbaren Fächern in etwa halbiert. Dennoch hat sich unsere Situation in Bildung und Wissenschaft allgemein eher verschlechtert und die Hindernisse haben für Frauen zugenommen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, führt das zu negativen Effekten in der iranischen Gesellschaft und auch in unserer Wirtschaft. Frauen, die nicht studieren können, haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und können mit den Männern nicht konkurrieren. Frauen werden so über kurz oder lang zu Personen zweiter Klasse in der unserer Gesellschaft. Diese Diskriminierungspolitik steht sogar im Widerspruch zur iranischen Verfassung. Diese ungerechte Bildungspolitik muss sich ändern!“

Anmerkung: In der zweiten Legislaturperiode von Ahmadinejad wurden die Rektoren an zahlreichen iranischen Universitäten ausgetauscht und durch Anhänger von Chamene‘i und Ahmadinejad ersetzt, mit dem Ziel, die Universitäten zu islamisieren. Proteste von Studentinnen und Studenten für ganz grundlegende Dinge wurden niedergeschlagen und verboten, die Teilnehmer mussten oft die Universitäten verlassen. Die Atmosphäre an den Universitäten hat sich militarisiert. Das Sagen an den Universitäten hatten nicht Wissenschaftler sondern Bassijis und der iranische Geheimdienst. Ihre Mitglieder bekamen Ämter und Pöstchen in wissenschaftlichen Kollegien, sie wurden als Lehrer (!) eingestellt und bekamen einen Studienplatz ohne am Ausleseverfahren teilgenommen zu haben. Seit letzter Woche, als die Universitäten wieder geöffnet haben, kam es dort zu zahlreichen Protestetn und an Hasan Rouhani gerichteten Offenen Briefen gegen die Geschlechterdiskriminierung.

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Iranisches Schulsystem: Ruinen fürs Volk, Paläste für die Mollas


Während Millionen von Schülern aus einfachen Familien im Iran nicht einmal mehr in die Schule gehen können und viele Schulen auf dem Lande eher Ruinen gleichen als öffentlichen Gebäuden, lassen sich die Geistlichen nicht lumpen, wenn es um ihren Nachwuchs geht. In Qom wurde vor kurzem eine neue Schule für die Ausbildung von Geistlichen mit allem Prunk eröffnet. Die Kosten für das Bauwerk wurden wohlweislich nicht veröffentlicht.

So sehen die „gleichen Rechte für alle“ im real existierenden Islam aus.

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