Archiv der Kategorie 'Bildung'

Iran: Gewerkschafter erst „verschwunden“, dann zwangspsychiatrisiert

Am 30. Oktober erschien eine Erklärung des Koordinationsrats der Lehrergewerkschaften des Irans, in der gegen das Verschwindenlassen des pensionierten Lehrers und Gewerkschaftsaktivisten Haschem Chastar protestiert wurde. Wie der Koordinationsrat weiter schreibt, stellte sich dann heraus, dass er zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen wurde, was auf ein Zusammenspiel der sogenannten Sicherheitskräfte und der Justiz hindeutet.
Heute, den 5. November, haben sich eine Reihe von Lehrern und Angehörigen des Zwangspsychiatrisierten vor dem Ebne-Sina-Krankenhaus (Avicenna-Krankenhaus) von Maschhad versammelt. Es handelt sich dabei um eine psychiatrische Klinik. Haschem Chastar wird dort in einer Abteilung festgehalten, in der er keinen Besuch empfangen darf.
Angesichts des Protests wurde das Krankenhaus von sogenannten Sicherheitskräften umzingelt, mindestens acht Personen, darunter auch die Ehefrau und ein Sohn von Haschem Chastar wurden festgenommen und mit einem Polizeiauto weggebracht.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169119
vom 14. Aban 1397 (5. November 2018)
tajammo° moqabele bimarestane ebne sinaye mashhad dar e°teraz be bazdasht wa bastari kardane hashem xastar dar bande bimarestane mamnu° ol-molaqat + film

http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1033&Id=1208&pgn=
vom 8. Aban 1398 (30. Oktober 2018)
bayaniyeye shouraye hamahangiye tashkilhaye senfiye farhangiyane iran dar e°teraz be robudane mohandes hashem xastar

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Teheran (Iran): Studentenproteste

Die Studierenden der Amir-Kabir-Universität in Teheran haben heute gegen die Preise des Studentenessens und die schlechte Qualität des Mensa-Essens protestiert, indem sie ihr Essen der Reihe nach auf den Boden legten und anschließend auf einer Strecke von rund 2 km eine Protestkundgebung abhielten.

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/10/22/mary-10563/
von 22.10.2018
daneshjuyane daneshgahe amirkabir dar e°teraz be keyfiyate bade ghad_a wa kaheshe xadamate daneshjuyi tahasson kardand

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Iran: Studenten unterstützen Lehrerstreik


Am Montag haben sich Studenten verschiedener iranischer Hochschulen mit den Forderungen der streikenden Lehrer für solidarisch erklärt, so an der Alame-Tabatabai-Hochschule und an der Fakultäten für Sozialwissenschaften der Uni von Teheran

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/10/15/tahasson-7/
vom 15. Oktober 2018
daneshjuyan dar defa° az motalebate mo°alleman wared °arse shodand / °aks

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Lehrerstreik im Iran


Am gestrigen Sonntag haben Lehrerinnen und Lehrer In den Städten Teheran, Maschhad, Tabris, Isfahan, Schiras, Kermanschah, Ilam, Yassudsch, Sanandadsch, Samirom, Hamedan, Amol, Sarin-Schahr, Gon-Abad, Eslam-Abad, Torbate Heydariye, Mariwan, Sarw-Abad, Chorram-Abad und Garme einen Sitzstreik eröffnet. Der Streik richtet sich gegen die mit der hohen Inflation verbundene Abnahme der Kaufkraft eines Lehrergehalts, gegen die Abnahme der Qualität des Unterrichts und gegen die Verhaftung von Lehrkräften, die sich gewerkschaftlich für die Rechte der Lehrenden eingesetzt haben. Andere Aktivisten wurden zur Strafe in weit abgelegene Gebiete versetzt. Die Streikenden fordern in zweisprachigen Gebieten Unterricht in der Zweitsprache, gemäß Artikel 15 der iranischen Verfassung.

Am zweiten Tag des Lehrerstreiks wird von der Ausbreitung auf eine Reihe weiterer Städte im ganzen Land berichtet, auch Ahwas gehört dazu. Aus verschiedenen Städten wird berichtet, dass sich auch Schüler dem Streik angeschlossen haben, um die Forderungen der Lehrer zu unterstützen.
Die Lehrer protestieren, dass sie im Vergleich zu anderen staatlichen Angestellten deutlich schlechter besoldet werden und fordern, dass das gesetzliche Recht auf kostenlosen Unterricht auch in der Praxis eingehalten wird. Der Streik ist auf zwei Tage begrenzt. Wenn die Forderungen der Streikenden nicht erfüllt werden, wollen die Lehrer im nächsten Monat (Aban, nach dem persischen Kalender) erneut in den Streik treten.

Im Mai dieses Jahres hatten die Lehrer mit ähnlichen Forderungen gestreikt. Darauf wurden eine Reihe von Aktivisten verhaftet und zu Gefängnisstrafen von bis zu 7 Jahren sowie zur Auspeitschung verurteilt.

https://www.radiofarda.com/a/iran-teachers-sit-in-protest/29542690.html
vom 22. Mehr 1397 (14.10.2018)
aghaze tahassone mo°alleman dar chandin shahre iran

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=167365
vom 22. Mehr 1397 (14.10.2018)

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89389
vom 23. Mehr 1397 (15.10.2018)
dowomin ruze e°tesabe sarasariye mo°alleman

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Iran: Hochschuldozenten kritisieren Staatspräsident

125 iranische Hochschuldozenten haben in einem offenen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani kritisiert, dass in der Folge der landesweiten Proteste vom Dezember 2017/Januar 2018 zahlreiche Studenten verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Dozenten weisen darauf hin, dass Hassan Rouhani im Wahlkampf versprochen habe, für mehr akademische Freiheit zu sorgen. Die Studierenden, die inhaftiert und verurteilt wurden, seien für ihre Kritik am System bekannt gewesen. Von mehr Freiraum für die Universitäten könne da nicht die Rede sein.

https://www.radiofarda.com/a/iran-students-uninersities-rohani-/29367724.html
vom 25. Tir 1397 (16. Juli 2018)
name be hasan rouhani: 125 ostade daneshgah be bazdasht wa sodure ahkame qaza‘i °aleyhe daneshjuyan e°teraz kardand

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Ewin-Gefängnis (Teheran, Iran): Ex-Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik

Mahmud Beheschti Langarudi, Gewerkschaftsaktivist und ehemaliger Sprecher der Lehrergewerkschaft für die Region Teheran, ist aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit im Ewin-Gefängnis inhaftiert. Da die Behörden seine Forderungen ignorieren, befindet er sich seit 14 Tagen im Hungerstreik. Er hat mindestens 6,5 kg Gewicht verloren, außerdem hat er möglicherweise eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Eine Infusion lehnte Mahmud Beheschti Langarudi ab.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=160012
vom 24. Tir 1397 (15. Juli 2018)
chahardahomin ruze e°tesabe ghaza‘iye mahmud beheshti langarudi, fa°°ale senfiye mo°alleman dar zendan

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Iran: Schulen ohne Klo

Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tabnak fehlt vielen Schulen im Iran nicht nur ein Sportplatz, Laboratorien oder eine Schulbücherei, in ärmlichen Gegenden sind viele Schulen nicht einmal mit Toiletten ausgestattet.
Seyyed Mohammad Batha‘i, der aktuelle Kultusminister des Irans, erklärte kürzlich auf einer Sitzung des Obersten Organisationsstabs zum Ausbau und zur Förderung der Leibeserziehung (Setade °aliye tashkilatiye gostaresh wa erteqaye fa°aliyathaye tartibe badani), dass er kürzlich beim Besuch einer Schule festgestellt habe, dass sie über keine Toiletten verfügte. In der Nähe sei aber ein Gebäude mit Toiletten gewesen. „Na, was will man mehr?“ sagte der Minister: „Sollte man diese Möglichkeit nicht den Schülern zur Verfügung stellen?“
Statt also Haushaltsmittel bereit zu stellen, damit die Schulen für Toilette ausgestattet werden, sieht der Minister die praktische Lösung darin, sie in Nachbargebäude zu schicken.
Doktor Kamran, Parlamentsabgeordneter von Isfahan, kritisierte im Gegenzug gegenüber, dass für die Renovierung der Toiletten im siebenstöckigen iranischen Parlament rund 300 Millionen Tuman ausgegeben werden. Der Auftrag wurde ohne Versteigerung vergeben.
Dies zeigt nur, dass das ohnehin recht kleine Budget (die Hauptsummen des Erdölexports wandern verdeckt in die Taschen der Pasdaran und ihres Umfelds) eher der Selbstbedienung der Entscheidungsträger dient als dem Land.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=157362
vom 14. Juni 2018 (24. Chordad 1397)

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Filmfestspiele in Cannes: Ein neuer Film von Dscha°far Panahi

Dscha°far Panahi (Jafar Panahi) ist ein iranischer Filmregisseur, der aus politischen Gründen schon hinter Gittern gesessen hat. Er war dieses Jahr eingeladen, seinen neuesten Film „Se roch“ (Drei Gesichter) in Cannes vorzustellen. Das iranische Regime verlangte von ihm, zuvor öffentlich um Entschuldigung zu bitten. Er erklärte, eine Entschuldigung bedeute, dass er, der ohne Gründe zu Unrecht ins Gefängnis geschickt wurde, nachträglich seinen Verfolgern auch noch Recht gibt. Das werde er nicht tun. Die Folge: Er durfte nicht aus dem Iran ausreisen, sein Stuhl in Cannes blieb leer. Sein Film wurde trotzdem vorgeführt, und das Regime zugleich. Im Films „Drei Gesichter“ geht es um eine junge Frau, die studieren will und von ihren Eltern daran gehindert wird. Sie bittet deshalb um Hilfe.

https://www.radiofarda.com/a/panahi-movie-draw-attentions-in-Cannes-festival/29224031.html
vom 23. Ordibehescht 1397 (13. Mai 2018)
nemayeshe filme tazeye ja°far panahi, iran bare digar dar markaze tawajjohe jashnwareye kan

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Iran: Lehrer gehen auf die Straße


Vergangenen Donnerstag haben im ganzen Land die Lehrerinnen und Lehrer dagegen protestiert, dass die Löhne für Lehrkräfte unter der Armutsgrenze liegen, die derzeit bei 5 Millionen Tuman im Monat liegt. Sie fordern eine Anhebung über die Armutsgrenze und eine angemessene Rentenversicherung.

Proteste fanden vor der Budget- und Planungsbehörde in Teheran sowie vor den Filialen des Kultusministeriums in Isfahan, Schiras, Tabris, Kermanschah, Masenderan, Chorram-Abad, Saqqe, Mariwan, Chomeini-Schahr, Sari, Diwan-Dare, Kaserun, Mamassani und anderen Städten statt.

Einige Protestteilnehmer sollen festgenommen worden sein.

Quellen:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86515
vom 20. Ordibehescht 1397 (10. Mai 2018)
tajammo°haye sarasariye farhangiyan – goruhi az mo°allemin bazdasht shodand

https://www.radiofarda.com/a/iran-teachers-protest-at-low-pay-bad-education-policy/29219029.html
vom 20. Ordibehescht 1397 (10. Mai 2018)
‚bazdashte‘ chandin mo°allem dar peye tajammo°e e°teraziy dar tehran wa ostanhaye digar

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Iran: Selbstmord mit „Reistabletten“


In Naghade hatten sich drei Schülerinnen der Oberstufe abgesprochen, Selbstmord zu verüben. Eine hat im letzten Moment Abstand genommen, die beiden anderen sind zur Tat geschritten. Von diesen ist die eine gestorben, die andere liegt im Koma.
Als Mittel zum Selbstmord ist im Iran die sogenannte Reis-Tablette häufig geworden. Es handelt sich um ein Mittel gegen Nagetiere, das im Iran speziell zum Schutz von Reis-Depots benutzt wird.
Chemisch handelt es sich um Aluminiumphosphid, das in Kontakt mit Wasser Phosphorwasserstoff bildet, das wichtige Enzyme des Atembereichs blockiert. Der Tod dauert mehrere Stunden und ist sehr schmerzhaft.

https://www.radiofarda.com/a/three-students-committed-suicide-in-naghade/29213033.html
vom 17. Ordibehescht 1397 (7. Mai 2018)
xodkoshiye hamzamane seh danesh amuze doxtar dar naqade
http://www.asriran.com/fa/news/377268/
qorse berenj-ra beshenasim, xatar dar kamin ast

https://en.wikipedia.org/wiki/Aluminium_phosphide

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Iran: Lehrer als Leiharbeiter


Wenn es um die Ausbeutung von Arbeitskräften geht, können die westlichen Kapitalisten noch manches aus dem islamischen Paradies auf Erden lernen. So hat das iranische Kultusministerium inzwischen 10.000 Lehrer nicht direkt eingestellt, sondern als Leiharbeiter angestellt, die es jederzeit entlassen kann. Diese Lehrer bekommen 700.000 Tuman im Monat als Lohn, was unter dem Mindestlohn des Ministeriums liegt. Und es ist nicht gesagt, dass sie den Lohn auch wirklich ausgezahlt bekommen. Hinzu kommt, dass sie auch keine vollständige Sozialversicherung haben, wie direkt angestellte Lehrer. Aus diesem Grund haben am gestrigen Sonntag diese Leihlehrkräfte vor den Filialen des Kultusministeriums in verschiedenen Städten wie Qaswin und Kerman protestiert.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86026
vom 26. Farwardin 1397 (15. April 2018)
tajammo°e mo°allemane xaride xadamate amuzeshi dar shahr-haye moxtalef

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Iranische Erbebenregion: Unterricht im Freien

In der iranischen Erdbebenregion, besonders in Sarpol-e Sahab, sind natürlich auch die Schulgebäude nicht verschont geblieben. Der Unterricht muss daher im Freien stattfinden. Trotz der kalten Witterung ist das Interesse der SchülerInnen so groß, dass alle Schulbänke gefüllt sind.

Ein Container wäre die beste und schnellste Alternative für ein Dach über dem Kopf auch während der Unterrichtsstunden. Im Iran bekommt man so etwas schon für ca. 5 Mio. Tuman (das entspricht vielleicht 800 Euro). Die Familien der Kinder können sich das nicht leisten.

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Iran: Studentin stirbt beim Duschen

In der iranischen Stadt Schahre-Kord ist vergangenen Freitag eine Studentin ums Leben gekommen, als sie sich duschen wollte. Im Vorfeld hatten die Studenten immer wieder gegen die unsichere Gasheizung der Dusche protestiert, es geschah nie etwas. Nach dem Tod der Studentin kam es zu Protesten der Studierenden. Darauf erklärten die Behörden, die Studentin habe Selbstmord begangen. Die Behörden wechselten darauf die Taktik und behaupteten, sie sei an einem Herzinfarkt gestorben. Die Studenten forderten darauf eine Autopsie. Der Sachverständige stellte fest, dass die Studentin an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben ist.
Das Verhalten der Behörden legt die Vermutung nahe, dass sie die Verantwortlichen für den lebensgefährlichen Stand der Gasheizung/Entlüftung der Duschen vor einer rechtlichen Verfolgung schützen wollen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82525
vom 13. Mehr 1396 (8. Oktober 2017)
tajammo°e e°teraz-amiz moqabele daneshgahe shahrekord dar peye marge yek daneshju

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Iran: Lehrerproteste im ganzen Land


Der Platz für den Lehrer ist nicht das Gefängnis

Am vergangenen Donnerstag, den 5. Oktober 2017, sind Lehrerinnen und Lehrer in zwanzig Provinzen des Irans auf die Straße gegangen, um ihre Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Allein vor der Planungs- und Budgetbehörde in Teheran versammelten sich annähernd 3000 Lehrkräfte, sowohl solche, die schon im Ruhestand sind, als auch solche, die noch im Lehrdienst sind.
Ihre Forderungen machen deutlich, dass das iranische Parlament seine eigentliche Funktion nicht ausübt. Es geht hier um elementare Dinge, die schon längst hätten gelöst werden können, wenn die Kinder wichtig wären und nicht der Bau der Atombombe und ähnlicher Unsinn.
So fordern die VertreterInnen der Lehrkräfte, dass alle Schulgebäude des Landes einem Mindeststandard gehorchen sollten. Es gehe nicht an, dass in armen Gebieten in Hütten unterrichtet werde. Auch dürfe die Klassenstärke nicht zu groß sein (sie liegt in der Grundschule oft bei 40 Schülern, in den höheren Klassen bei 50 Schülern). Die LehrerInnen fordern auch, dass in zweisprachigen Gebieten in zwei Sprachen unterrichtet wird. Da ist die nationalistische Politik noch meilenweit entfernt, die lieber Pasdaran schickt, um die Kurden, die Araber, die Balutschen oder die Aseris zu unterdrücken, statt ihre Sprachen und Kultur anzuerkennen und zu unterrichten. Im nationalistischen Zentralismus unterscheiden sich die Ajatollahs in keiner Weise vom Schah oder von Atatürks Türkei. Auch berufliche Forderungen der Lehrer fehlen nicht: Pünktliche Auszahlung der Überstunden (die Zahlungen hinken jetzt schon 9 Monate hinterher), gesicherte Altersvorsorge, Gehälter und Pensionen, die über der Armutsgrenze liegen.
Die iranische Verfassung garantiert zwar eine kostenlose Schuldbildung, die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Das liegt nicht an der Armut des Landes, sondern daran, dass die Erdölgelder lieber von den Machthabenden abgezweigt werden als sie in Bildung zu investieren.
Es ist ein erfreuliches Signal, dass die Lehrergewerkschaft es geschafft hat, diese Proteste landesweit zu organisieren.
Film von der Kundgebung in Teheran: https://youtu.be/KRqwSKW7DgI

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82469
vom 13. Mehr 1396 (5. Oktober 2017)
tajammo°e mo°allema:n wa ba:zneshastegan dar 20 osta:ne keshwar

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=138507
vom 13. Mehr 1396 (5. Oktober 2017)
film/ tajammo°e e°teraziye nazdik be 3000 tan az mo°alleman wa bazneshastegan dar moqabele sazemane barname wa budje dar ruze mo°allem wa xandane sorude ey iran

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Iran: Creative Mornings

Die aus der Schweiz stammende Kommunikationswissenschaftlerin Tina Roth-Eisenberg war unter anderem die Begründerin einer monatlichen Vorlesungsserie, die weltweit in über 100 Städten zu bestimmten Themen abgehalten wird. Auch aus dem Iran haben sich in zwei Städten Initiativen gebildet, um diese Anregung in ihrer Stadt umzusetzen, nämlich in Teheran und Tabris. Wie man an folgendem Video einer solchen Veranstaltung sehen kann, sind die meist jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer potentielles Ziel staatlicher Verfolgung, egal, wie unpolitisch das Thema des Vortrags ist. Erstens sitzen Männer und Frauen gemischt in der Vorlesung, und zweitens tragen die Frauen das Kopftuch so, dass – in Teheran – die Haare einschließlich das Ohr sichtbar sind. Die Farben des Kopftuchs und des Überwurfsmantels sind derart bunt, dass man die Ajatollahs schon donnerwettern hört.Kleidung, der Rahmen der Veranstaltung und die Umgebung lassen darauf schließen, dass die Teilnehmenden der Oberschicht angehören.

Bewegung in Bewegung
Während junge Menschen des gleichen Alters vor 40 Jahren irgendeiner politischen Gruppe angehörten, wenn sie aktiv werden wollten, die einen mit Schwerpunkt auf bewaffneten Aktionen, die anderen mit Schwerpunkt auf Aufklärung, hat die anhaltende Unterdrückung dazu geführt, dass die junge Generation sich anders ausdrückt. Natürlich führt die anhaltende Unterdrückung zur Erzwingung einer angeblich islamischen Kleiderordnung dazu, dass jede Frau, die etwas auf sich hält, sich in der einen oder anderen Form dagegen auflehnt. Aber das ist nicht die Hauptsache. Die Verfolgung von Opposition führt dazu, dass die junge Generation zu Aktionen übergegangen sind. Gestern war es das gegenseitige Bespritzen mit Wasser in der Öffentlichkeit, dann wurde die Polizei geschickt, um es zu verhindern, dann folgten andere mit turnerischen Darbietungen in Form von gewagten Sprüngen, auch hier von beiden Geschlechtern, es entstand eine Bewegung, am Mittwoch ein weißes Kopftuch zu tragen, und nun also dies hier, Vortragsreihen mit Frühstück in ungezwungener Atmosphäre. Das Regime hasst sowas wie die Pest, und wenn es zuschlägt, werden die Leute keinen Widerstand leisten, sondern die nächste Aktionsform erfinden. Wasser kann man stauen, aber es findet seinen Weg und dann läuft es über alle Hürden. Das Regime hat verloren.

https://youtu.be/NKGHa00MZ3A?t=305

https://en.wikipedia.org/wiki/Tina_Roth-Eisenberg
http://news.gooya.com/2017/08/post-6366.php
https://creativemornings.com/cities/tbz
https://creativemornings.com/cities/thr
https://www.creativemornings.ir/

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