Archiv der Kategorie 'Demonstration'

Iran:Junger Mann im Iran erschossen

Am 13.2.2017 wurde in der Stadt Shadegan (Südiran) ein junger Mann erschossen. Die Ordnungskräfte erlaubten kein öffentliches Begräbnis.

Auf dem Foto ist eine große Menschenmenge zu sehen, die wegen dieses Vorfalls und des Verhaltens der Ordnungskräfte auf die Straße gekommen ist.

In der Provinz Khusestan leben viele Iraner arabischer Abstammung.

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Iran – Ewin-Gefängnis: Anhänger von Mohammad Ali Taheri protestieren


„Ansicht des Menschen“ – von der Webseite von Erfan Halgheh

Gestern, den 5. Juni 2016, versammelten sich Anhänger von Mohammad Ali Taheri vor dem Ewin-Gefängnis in Teheran. Mohammad Ali Taheri war 2011 unter anderem wegen „Blasphemie“ zu 74 Peitschenhieben und außerdem zu einer Geldstrafe von 900 Millionen Tuman verurteilt worden. Im August 2015 wurde er vom Revolutionstribunal wegen „Verderbnis auf Erden“ zum Tode verurteilt. Er hatte eine philosophisch-mystisch-esoterische Denkschule gegründet, die unter dem Namen Erfan Halgheh bekannt ist. Die Anhänger, die offen für ihn eintreten, wurden selbst schon von den Behörden verfolgt und vor Gericht gestellt, aber sie geben nicht nach.

http://www.kanoonjb.co/index.php/human-rights/news/item/2582-mysticism-fans-gathered-in-front-of-evin-prison-ring
https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Ali_Taheri
Webseite von Erfan-Halgheh:
http://www.halghehacademy.com/

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Iran – Syrien: Tod von Pasdar-General Hossein Hamedani

Am 10. Oktober 2015 starb der Pasdar-General Hossein Hamedani, laut „Saham News“ war er der Verantwortliche für Logistik und Ausrüstung für Syrien im Generalstab der Streitkräfte. Einige Medien berichteten unter Berufung auf Amtsstellen, er sei in Syrien von der „terroristischen Gruppe IS“ umgebracht worden. Die „Jam News“, die den Sicherheitskräften nahesteht, schrieb dagegen, er sei aufgrund eines Unfalls ums Leben gekommen.
Laut „Saham News“ war General Hossein Hamedani der Befehlshaber der Pasdaran (Revolutionswächter) in Teheran während der Niederschlagung der Proteste gegen die Fälschung der Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl vom Juni 2009. Aufgrund eines Konflikts mit Hossein Ta‘eb in Zusammenhang mit dem Einsatz des Verhörteams der Ehefrau von Said Emami in der Geheimdienstorganisation der Pasdaran musste Hossein Hamedani seinen Posten aufgeben. Er wurde dann von General Qassem Soleimani zum „Koordinator der Kräfte der Pasdaran in Syrien“ ernannt. Dort war er maßgeblich an der Entwicklung der Pläne zur Bekämpfung der Organisation IS (Islamischer Staat) beteiligt. Vor einiger Zeit wurde er aber aufgrund des Drängens von Hossein Ta‘eb „wegen mangelnder Unterstützung der Operationen der Pasdaran in Syrien“ abgesetzt und nach Teheran zurück versetzt.
Eigentlich hatte er also offiziell gar nichts mehr in Syrien verloren. Trotzdem kam er bei Aleppo ums Leben, als sein Auto von der Straße abkam und umstürzte. Er sei auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.
Vor seinem Tod hat General Hossein Hamedani allerdings noch der Zeitschrift „Dschawaane Hamedaan“ ein Interview gewährt, in dem er auch über seine Aktivitäten bei der Unterdrückung der Proteste von 2009 berichtete.

Todesstrafe für Mussawi und Karubi

Im Interview erklärte General Hossein Hamedani unter anderem: „Ich habe mehrmals gesagt, dass für den Fall, dass die Führer der Verschwörung wie Herr Karubi und Mirhossein (Mussawi) freigesprochen werden, weder Gott, der Erhabene, noch die jenigen, die Märtyrer oder verletzt wurden, je ihre Zustimmung geben werden. (…) Mussawi und Karubi sind die Hauptangeklagten dieses Geschehens und die Mindeststrafe für sie ist die Hinrichtung.

Schläger und Banditen – der bewaffnete Arm des Staates

In einem anderen Teil des Interviews erklärte General Hamedani auch, welche Zusatzkräfte die Pasdaran 2009 einsetzten, um die Proteste der Bevölkerung niederzuschlagen: „Wir stellten 5000 Personen fest, die bei den Unruhen anwesend waren, aber nicht bei den politischen Parteien und politischen Bewegungen mitmachten, sondern Verbrecher und Banditen waren. Wir kontrollierten ihre Wohnsitze. (…) Später machten wir sie zu Mitgliedern von Bataillonen. Diese drei Bataillone haben darauf bewiesen, wenn wir Kämpfer für den Glauben ausbilden wollen, müssen wir auf solche Leute zurückgreifen, die mit scharfen Klingen und Kurzschwertern umgehen können, und sie zum Einsatz bringen. Einer von ihnen namens Setari erlitt beim Angriff auf die Menge Verletzungen, so dass er zu 70% behindert (jaanbaaz) war, im letzten Jahr ist er den Märtyrertod gestorben.“

Syrien – das strategische Hinterland des Irans
Auf die Frage, warum der Iran „dem Land und dem Volk Syriens“ Beraterhilfe leiste, antwortete General Hamedani, der Religiöse Führer habe Syrien als das strategische Hinterland des Irans bezeichnet. Die Schiiten der Region hätten gemeinsame Interessen in Syrien, Libanon und dem „besetzten Palästina“. Auch habe der Imam Chomeini die Befreiung Jerusalems zu einem wichtigen Ziel der islamischen Revolution erklärt. Das sei kein mittel- oder kurzfristiges Ziel. Für die Befreiung Jerusalems und Ghasas habe Chomeini keine Mittel geschont, auch nach ihm habe man in die Bildung von Widerstandsgruppen und in die Unterstützung der Staaten dieser Front investiert. In den Jahren nach der Islamischen Revolution hätten sich viele Staaten aus dieser Front ausgeklinkt und hätten sich mit dem Feind arrangiert.

Was plant der Feind mit Syrien?
Laut General Hamedani beabsichtige auch die USA nicht, die syrische Baath-Partei zu vernichten. Im Gegensatz zum Irak, wo es mehrere Putsche gegeben habe, sei die Baath-Partei in Syrien seit 60 Jahren an der Macht und in Syrien sei alles ruhig geblieben. Ziel der US-Intervention sei es, den iranischen Einfluss in Syrien zu beschneiden, die Hisbullah zu schwächen und letztendlich, die Sicherheit von Israel zu gewährleisten. In Syrien habe die USA nicht den Krieg gegen die syrische Regierung oder die Baath-Partei eröffnet, sondern gegen den Iran. „Der Fall Syriens bedeutet dann nichts anderes, als dass wir den Feind dann in unseren eigenen Grenzen bekämpfen müssten.“

Iranische Beratertätigkeit
General Hamedani schildert, wie er und seine Kollegen das Vertrauen der syrischen Machthaber gewonnen hätten. Als die Kämpfe in Damaskus ausbrachen und auch der Präsidentenpalast beschossen wurde, seien die Russen abgehauen, aber die Iraner dageblieben. Das habe ihnen Vertrauen eingebracht. Sie hätten dann geraten, analog zum iranischen Vorbild der Bassidschis Freiwilligenmilizen aufzubauen. Die Armee sei dagegen gewesen und wollte diese Verbände sich unterstellen, aber die iranischen Berater hätten betont, dass die Freiwilligkeit der Milizen der entscheidende Punkt sei. Wenn die Armee mehr Leute brauche, solle sie welche rekrutieren. Die Milizen hätten sich dann als erfolgreich bei der Verteidigung von Damaskus erwiesen, darauf hätte auch die syrische Armee deren Nutzen eingesehen.
(Anmerkung: Interessant ist, dass die Bassidschis im Iran inzwischen den Pasdaran unterstehen, also keine selbständigen Milizen mehr sind. Das weiß auch General Hamedani.)
General Hamedani berichtet weiter, dass sie mehrere Hundert Erzieher des „Kulturvereins“ ausgebildet und in die verschiedensten Regionen Syriens geschickt hätten, auch in Dörfer, wo der IS (Islamische Staat) stehe, um dort „Kulturarbeit“ zu leisten.

Die „Verschwörung“ von 2009
Im Interview wurde General Hamedani auch auf die Rolle des Geheimdienstes und der Pasdaran bei der „Wiederherstellung der Ordnung“ während der „Verschwörung“ von 2009 (gemeint sind die Proteste gegen die Wahlfälschung) angesprochen. Der General ist der Ansicht, dass die Serienmorde an Oppositionellen, wegen der letztlich der stellvertretende iranische Geheimdienstminister Said Emami festgenommen wurde, diesem zu Unrecht angelastet wurden. Er habe ihn selbst gekannt, er sei ein gläubiger Mensch gewesen. Das habe zu einer Spaltung im Ministerium geführt und dieses geschwächt. Außerdem sei das Ministerium zwar zur Aushebung von „terroristischen Zellen“ befähigt, aber nicht dafür, auf so „große Ereignisse wie die Verschwörung von 2009 (persisch: Verschwörung von 88, nach dem persischen Jahr 1388), die sogar auf die Straße hinaus reichte“ zu reagieren. Mit anderen Worten, es blieb gar nichts anderes übrig, als neben den 45.000 Bassidschis, die nach seinen Worten damals auf den Straßen waren, auch die Pasdaran einzusetzen.

Verhaftungen auf wessen Befehl?
Konkret wurde General Hamedani die Frage gestellt: „Erfolgte die Verhaftung einiger Unruhestifter, die die Kinder von verantwortlichen Personen waren, wie etwa die Verhaftung von Fayese Haschemi (der Tochter von Ajatollah Rafsandschani) auf Ihre Anweisung?“ In der Antwort weist Hamedani die Verantwortung der Justiz zu, sie hätten nur deren Beschlüsse ausgeführt, es habe für sie keinen Unterschied gemacht, ob jemand von den Aghazade (Herrensöhne oder -töchter) betroffen gewesen sei oder irgend einer Familie angehört habe. Im weiteren spricht General Hamedani wie alle Innenminister und Staatsanwälte der Welt, wenn sie Unterdrückungsmaßnahmen rechtfertigen: „Ich habe Dutzende von Personen (…) freigelassen, weil sie nur mit Worten protestiert hatten. Diejenigen, die die Straße dirigierten, die Sachbeschädigungen und Zerstörungen anrichteten, waren eine andere Sache. Unser Revolutionswächter mit zwei Kindern ist jetzt zu 70% behindert, 7-mal musste er sich einer Gehirnoperation unterziehen. Da können wir nicht nachsichtig sein. Ich habe mehrmals gesagt, dass für den Fall, dass die Führer der Verschwörung wie Herr Karubi und Mirhossein (Mussawi) freigesprochen werden, weder Gott, der Erhabene, noch die jenigen, die Märtyrer oder verletzt wurden, je ihre Zustimmung geben werden. (…) Mussawi und Karubi sind die Hauptangeklagten dieses Geschehens und die Mindeststrafe für sie ist die Hinrichtung. Unser Volk und unsere Kämpfer können kein Urteil zulassen, das niedriger als diese Strafe ausfällt.“

Hamedanis Rolle
General Hamedani erwähnt, dass er schon 1999 (bei den Studentenprotesten) als stellvertretender Leiter der Bassidschis Erfahrungen mit der „Verschwörung“ gesammelt habe und ihm das 2009 von Nutzen gewesen sei. Er spricht dann von den drei oben zitierten Bataillonen, die aus „Banditen und Verbrechern“ gebildet wurden, um die Straßen unter Kontrolle zu bringen. Zum Aschura-Tag des Jahres 2009 habe er extra alle Kinos, Schulen und Gebetshäuser (Hosseiniyes) für seine Mannschaften in Beschlag genommen, um Unruhen vorzubeugen, und auch die 3 Bataillone der fachkundigen Halsabschneider eingesetzt. Er habe extra auch Gruppen zum Platz der Universität geschickt.

Quelle: http://news.gooya.com/politics/archives/2015/10/203273.php
(11.10.2015)

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Teheran: Bann über Ex-Präsidenten


Begräbnisumzug von Sakine Siya‘i

Am vergangenen Freitag (10.04.2015) starb Sakine Siya‘i, die Mutter des früheren Präsidenten Seyyed Mohammad Chatami, der als Reformer bezeichnet wurde. Die iranische Justiz verbot den iranischen Medien schon vor zwei Monaten, Photos vom Ex-Präsidenten zu veröffentlichen oder ihn zu interviewen. Selbst sein Name darf nicht erwähnt werden Dieses Verbot galt auch während der Trauerprozession. Die Teilnehmer der Trauerfeier riefen diverse politische Parolen und erinnerten an den anhaltenden Arrest der Führer der Reformbewegung von 2009. Dafür wurden einige gegen Ende der Veranstaltung festgenommen und erst gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.
Das Vorgehen der Justiz und der Polizei zeigt deutlich, dass sie nach und vor fest in der Hand der Fundamentalisten und nicht in der Hand der „Regierung“ von Hassan Rouhani sind.

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Iran: Sahra Chandan, Journalistin, Studentin, Haft


Sahra Chandan
Sahra Chandan wurde am 19. Januar 2015 in ihrer Wohnung festgenommen. Sie studiert an der Technischen Hochschule „Amir Kabir“ und ist als Journalistin tätig. Sie hat früher auch für die iranische Nachrichtenagentur ILNA gearbeitet. Wegen ihrer studentischen Aktivitäten hatte sie früher ein Studienverbot erhalten.
Eine weitere Studentin und Journalistin, Fereschte Tussi, die an der Allame-Tabataba‘i-Universität studierte, wurde zusammen mit ihrem Mann Sadschad Derwisch, der früher an derselben Uni studiert hatte, vor circa einem Monat vom Geheimdienst der Pasdaran festgenommen. Auch Parastu Biranwand, Journalistin und Kämpferin für die Frauenrechte, wurde in ihrer eigenen Wohnung verhaftet.

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Iran- Afghanistan: Demo für Gewerkschafter


Solidarität mit inhaftiertem iranischen Gewerkschafter in Afghanistan

In der Stadt Dschalalabad in Afghanistan fand am vergangenen Donnerstag, den 24. Juli 2014, vor dem iranischen Konsulat eine Kundgebung gegen die Inhaftierung des iranischen Gewerkschafters Resa Schahabi statt. Resa Schahabi ist ein aktiver Gewerkschafter der Teheraner Busfahrgesellschaft und wurde zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt.

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22 Bahman: Der jährliche offizielle Festakt zur Islamischen Revolution

Am 11. Februar (22. Bahman) wurde im Iran der diesjährige Festakt zur Feier der Islamischen Revolution veranstaltet. Laut offiziellen Medien sollen landesweit 10 Mio. Menschen mobilisiert worden sein, nach unabhängigen Quellen waren es sehr viel weniger.

Zu Beginn der Isalmischen Republik Iran hatte der Jahrestag der Islamischen Revolution noch eine große Bedeutung. Im ersten Jahr kamen tatsächlich Millionen Menschen freiwillig und spontan zusammen und sie waren voller Hoffnungen. Im nächsten Jahr waren es schon spürbar weniger und dieser Trend setzte sich fort. Nach sechs bis sieben Jahren war es für das Regime schon erforderlich, eigene Anhänger zu mobilisieren und in den folgenden Jahren, als auch das nicht mehr aussreichte, die Lücken zu schließen, griff man auf bezahlte Claquere zurück. Sie wurden von weit her mit Bussen und Zügen in die Hauptstädte gefahren und erhielten als Gegenleistung Geld und/oder Sachleistungen (Esspakete).

Nach dem Ende der Amtszeit von Ahmadinejad und dem Beginn des außenpolitischen Tauwetters unter Rouhani, mit durchaus messbaren Erfolgen wie z.B. bei den Atomverhandlungen und der Aufhebung eines Teils der internationalen Sanktionen, hatte das Regime die Hoffnung, dass an dem diesjährigen 22. Bahman wieder mehr Menschen freiwillig an dem Festakt teilnehmen würden.


Frage: aus welchem Land stammen diese Leute? Mehr als 30.000 religiöse Schüler aus verschiedenen islamischen Ländern werden in Städten wie Qom, Maschad, Isfahan oder Teheran ausgebildet.

Doch die Ernüchterung folgte sogleich: Wieder einmal blieben die iranischen Massen zu Hause und die zumeist organisierten Anhänger des Regimes (zivil gekleidete Pasdaran, Bassiji, Militär, islamistische Gruppierunmgen, etc.) blieben unter sich.


Was ist für die Zuschauer wichtiger, der islamische Festakt oder Breakdance?

Aus dem Umfeld der Grünen Bewegung wurden Nachrichten verbreitet, die den schweren Stand der Anhänger von Rafsandschani und Chatami bei der Massenveranstaltung belegen. Mehdi Chaz‘ali beschrieb eine Situation, in der Rafsandschani und seine Anhänger in einer Seitenstraße versuchten, sich auf den zentralen Kundgebungsort hin zu bewegen. Sie trugen Plakate mit Abbildungen von Rafsandschani und Chatami vor sich her und gaben entsprechende Parolen. Auch Passanten auf der Straße schlossen sich den Rufen an.


Sind es wirklich Millionen Menschen, die sich hier versammeln?

Als dann aber plötzlich eine kleine Gruppe Bassidschi Parolen gegen Rafsandschani skandierte, wurde die Situation unsicher und Rafsandschani zog sich von der Kundgebung zurück. Die zurück gebliebenen Anhänger von Rafsandschani wurden angegriffen, geschlagen und 12 Personen, darunter auch Träger von grünen Armbändern, dem Zeichen der Grünen Bewegung seit den Massenprotesten des Jahres 2009, wurden festgenommen. Auch an anderen Orten, wo sich junge Anhänger der Reformisten für Rouhani oder Rafsandschani einsetzten, wurden diese geschlagen und die Versammlung aufgelöst.


35 Jahre andauernde Versuche, den Iran zu islamisieren und die Frauen unter dem Schleier zu verstecken, sieht so das Ergebnis aus.

Die Organisatoren der Massenveranstaltung, Bassidschi und Pasdaran, ließen nur Parolen und Plakate für Chamene‘i und gegen die USA zu und sorgten dafür, dass auch in den Medien nur solche Bilder Verbreitung fanden. Eine ihrer Parolen lautete „Amerika, wir sind vorbereitet, willst du Krieg, kannst du ihn bekommen“. Außerdem wurden hunderte US-Fahnen verbrannt.


Sind diese modern gekleideten Frauen wirklich freiwillig gekommen?

Der General des regulären Militärs, Firus Abadi, erklärte heute, am 12.2.2014 (23. Bahman), in einem Interview, dass sie sich lange Zeit vorbereitet hätten, um einen Krieg gegen die USA oder Israel führen zu können, wenn sie angegriffen würden. Die feindlichen Streitkräfte würden schnell vernichtend geschlagen.


Nirgends ein Plakat mit Rouhani.

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Teheran: 17-jähriger Arbeiter stürzt von Baugerüst

Am Sonntag, den 24.11.2013, stürzte der 17-jährige Erfan Mamisade vom 6. Stockwerk eines Baugerüsts des Abu-Reyhan-Gebäudes der Amir-Kabir-Ingenieurshochschule in Teheran. Der tödliche Unfall geschah um 11 Uhr morgens. Auf diese Nachricht hin versammelten sich 300 Studenten der Ingenieurhochschule vor dem Abu-Reyhan-Gebäude. Sie protestierten dagegen, dass auf der Baustelle Kinderarbeit ausgenutzt wird, obwohl dies gegen das geltende iranische Arbeitsrecht verstößt. Auch wiesen sie darauf hin, dass der abgestürzte 17-Jährige nicht einmal einen Sicherheitsgurt hatte, der ihn vor einem Absturz schützen könnte.

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Sanandadsch (Iran): Demo gegen Todesstrafe


Auf dem Obst-Basar in Sanandadsch – Plakat gegen die Todesstrafe

In der kurdischen Stadt Sanandadsch fand vergangenen Samstag, den 16.11.2013, eine Demonstration gegen die jüngsten politischen Hinrichtungen von Kurden statt. Die Kundgebung zog sich durch den Basar. Es schlossen sich ihr eine beachtliche Zahl von Menschen an, aber dann griffen die staatlichen Organe ein und nahmen Verhaftungen vor. Näheres über die Verhafteten ist bislang nicht bekannt.

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Teheran: Demo vor dem Justizpalast

Mehrere Dutzend Angehörige von inhaftierten Sunniten, die in Einzelzellen im Iran auf die Hinrichtung warten, haben sich vor dem Justizpalast in Teheran versammelt und fordern die bedingungslose Freilassung ihrer Liebsten.

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Iran: Städtebau, der zum Himmel stinkt


Kundgebung vor dem Gouverneurssitz von Schiras

Die Einwohner der Neubausiedlungen Saman, Farhangiyan und Scharq-e Miyan-Rud, die im Umkreis von Schiras erbaut wurden, haben jetzt vor dem Sitz des Gouverneurs von Schiras protestiert. Sie haben zwar neue Häuser und eine Straße in die Stadt, aber kein Strom, keinen Gasanschluss, keine Busverbindung, keine Schule, keine Polizeiwache und am schlimmsten von allem – nicht einmal eine Abwasserleitung. Dass das zum Himmel stinkt, kann auch der Liebe Gott bestätigen.
Seit zwei Jahren versprechen die Behörden Abhilfe, aber es tut sich nichts.
Übrigens, dieser Staat, der derartiges Organisationstalent an den Tag legt, baut auch Atomkraftwerke und Bomben…

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Iran: Wo das Wasser Funken schlägt


Brennende Busse der staatlichen Einsatzkräfte in der Region Isfahan

Wie schon berichtet, kam es am Freitag, den 22. Februar 2013, in der Region Isfahan zu Protesten von rund 5000 Bauern, die dagegen protestierten, dass Wasser aus dem Fluss Sajande-Rud nach Jasd geleitet wird, während sie selbst kein Wasser für die Landwirtschaft haben. Die Bauern zerstörten dabei einige Rohre der Wasserleitung. Am nächsten Tag rückten staatliche Kräfte an, um die Leitung wieder herzustellen, sie stießen aber auf den erbitterten Widerstand der Bauern. Damit die Regierung die Leitung nicht so bald reparieren könne, gingen die Bauern mit einem Bulldozer ans Werk und setzten die Pumpstation außer Gefecht. Darauf schickte die Regierung Verstärkungskräfte nach Isfahan, was die Demonstranten noch wütender machte. 3 Autobusse, mit denen diese Kräfte an den Ort des Geschehens schickte, wurden in Brand gesteckt, wie diese beiden Filme zeigen:

Im ersten Film ist deutlich zu hören, wie die Leute „hamle“ (Attacke!) rufen.
Auch ein Schilderhäuschen der Verkehrspolizei sowie ein Gebäude der Bassidschi-Milizen sollen in Flammen aufgegangen sein.

Zum Zeichen des Protests stellten die Bauern ihre Traktoren an den trockenen Wasserkanal, aus dem sie früher immer ihr Wasser für die Bewässerung entnahmen.
Die staatlichen Kräfte setzten Tränengas und Streumunition gegen die Bauern ein, konnten sie aber nicht zurückdrängen. Es soll vier Tote und 50 Verletzte unter den Bauern gegeben haben.

Pasdaran-Webseite beschuldigt Regierung
Interessanterweise hat die regionale Webseite der Revolutionswächter (Pasdaran) in diesem Fall von Versäumnissen der Regierung gesprochen. Normalerweise sind das die ersten, die von Unruhestiftern reden und drauf los schlagen und schießen. Aber auch die Pasdaran wissen, womit sie es zu tun haben.
Diese Bauern sind genauso informiert wie der Rest der Bevölkerung, sie wissen, was ihnen blüht, wenn sie sich gegen die Staatsmacht wehren, Folter und Hinrichtung sind für sie kein Fremdwort. Warum trauen sie sich trotzdem auf die Straße, warum rufen sie zum „Angriff“ auf? Der Grund ist einfach: Jetzt beginnt der Frühling, wenn sie jetzt kein Wasser haben, um die Felder zu bestellen, werden sie dieses Jahr nichts zu ernten haben. Das haben sie schon im letzten Jahr erlebt, aber damals wurden ihre friedlichen Proteste vor dem Parlament ignoriert. Wenn sie sich jetzt wehren, können sie ihre Familie nicht mehr über Wasser halten. Dann müssen sie abwandern, aber wohin? Es ist die Not der Verzweiflung, die sie zu diesem Aufstand treibt.

Die Botschaft ist angekommen
So wie diesen Bauern geht es vielen im Iran. Erst funkt es hier, dann explodiert es im ganzen Land. Die Regierung scheint begriffen zu haben, dass sie nachgeben muss, wenn sie überleben will. So ist davon die Rede, dass die Revolutionswächter Verhandlungen mit den Bauern aufgenommen haben, dass den Familien der Verletzten Entschädigungen versprochen wurde, und dass die Bauern ihr Wasser nun bekommen sollen. In Jasd, wo das aus Isfahan abgezweigte Wasser dafür fehlt, kam es ebenfalls zu Protesten der Bevölkerung. Dort versuchen die Behörden die Bevölkerung damit zu beschwichtigen, dass sie Trinkwasser in Flaschen verteilen lassen und versprechen, einen Brunnen zu bohren.

rationiertes Trinkwasser in Jasd

Die Besitzer der Teehäuser waren die ersten
Es ist der zweite Fall so entschlossenen Widerstands aus der Bevölkerung. Der erste ging von den Teehausbesitzern aus. Die Regierung hatte nach der Niederschlagung der Proteste von 2009 beschlossen, dass in den Teehäusern niemand mehr Recht habe, Wasserpfeife zu rauchen. Das war vor allem unter den Jugendlichen beliebt, Jungen wie Mädchen kamen bei dieser Gelegenheit gern zusammen. Und eine Regierung, die die Bevölkerung unterdrücken möchte, hat natürlich Angst vor jeglicher Art von Zusammenkünften. Daher das Verbot. Die Folge: Niemand mehr ging ins Teehaus, denn Tee trinken konnte man auch zu Hause. Darauf versammelten sich landesweit die Teehausbesitzer mit ihren Familien vor den Provinzgouverneuren und vor dem Parlament, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Die Regierung merkte, wenn sie darauf keine zufriedenstellende Antwort gab, konnte es im ganzen Land losgehen. Also wurde das Wasserpfeifenrauchen wieder erlaubt. Nur dürfen Jungen und Mädchen jetzt nicht mehr gleichzeitig zusammen die Pfeife rauchen.

Diese Ereignisse sind es, die die weitere politische Entwicklung im Lande bestimmen werden, nicht die Wahlen.

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Iran: Arbeiterproteste gegen Gesetzgebung


Am 18. Dezember 2012 wurde vor dem iranischen Parlament ein Sitzstreik erklärt. Die in der Arbeitergewerkschaft zusammengeschlossenen Anwesenden hatten im Vorfeld 10.000 Unterschriften gegen die geplanten Gesetzesänderungen gesammelt, davor hatten sie schon einmal 30.000 Unterschriften gesammelt und dem Parlament überreicht.
In Plakaten wurde darauf hingewiesen, dass ein Parlamentsabgeordneter für eine Dienstreise an einem Tag so viel erhält wie ein Arbeiter in einem Monat. Ein anderes Plakat besagte, dass die Armutsschwelle im Iran 500.000 Tuman beträgt, der gesetzliche Lohn für einen Arbeiter dagegen 389.000 Tuman.

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Seit vielen Monaten die erste Großdemonstration in Teheran

Nach vier Wochen anhaltendem Preisverfall der iranischen Währung kam es am 3. Oktober zu Unruhen im Zentrum von Teheran.


Preisverfall des iranischen Rial gegenüber dem Dollar in der Zeit von Juni 2010 bis Oktober 2012.

Der Wechselkurs soll seit Monaten offiziell bei 12.500 Rial für einen Dollar liegen, während am Schwarzmarkt der Dollar am 2. Oktober für 35.000 Rial gehandelt wurde. Am 3. Oktober fiel der Rial bis zum Abend auf unter 40.000 Rial pro Dollar.

Ab Mittag waren viele Geschäfte auf dem Basar geschlossen – die Händler streikten gegen die Wirtschaftspolitik.


Geschlössene Geschäfte im Basar von Teheran am 3.10.2012

An verschieden Orten sind zudem die Menschen gestern auf die Straße gekommen und haben Parolen gegen die Regierung skandiert. Darunter das wohlbekannte „Marg bar Dictator“ („Tod dem Diktator!“) oder „Lass ab von Syrien, kümmer dich um uns!“ und „Nicht für Syrien, nicht für den Libanon, sondern für den Iran will ich mich opfern!“


Bereich der Innenstadt von Teheran, in dem am 3. Oktober Demonstrationen stattfanden


Video, dass die Größe der Demonstrationen am 3.10.2012 in Teheran zeigt


Demonstranten, die die Bazaris dazu aufrufen, ihre Geschäfte zu schließen und die Demonstration zu unterstützen

Es heisst, mehr als 10.000 Sicherheitskräfte (Pasdaran, Bassidschis und Polizei), haben sich in dem Gebiet, wo die Demonstrationen stattfanden, konzentriert. Erst als die Dunkelheit hereinbrach, konnten sie die Kontrolle wieder erlangen.


Sicherheitskräfte, die am 3.10. versuchen, die Lage in Teheran unter Kontrolle zu bekommen

Am heutigen Tag wurden noch mehr Sicherheitskräfte in diesem Viertel von Teheran zusammengezogen. Wenn mehr als drei Personen zusammenkamen mussten sie sich entfernen.

Laut Staatsanwaltschaft sind gestern und heute 16 Personen, angeblich Schwarzhändler, festgenommen worden. Laut dem Teheraner Polizeichef sind außerdem 150 Personen, die für die Unruhen verantwortlich sein sollen, festgenommen worden.

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Tabris: Polizei stört Trauerfeier


Schah-Guli-Park, Tabris

Vor dem Kultursalon des Schah-Guli-Parks in Tabris versammelten sich am Donnerstag, den 23.08.2012, viele Bürger mit Kerzen, um ihr Mitgefühl für die Opfer des jüngsten großen Erdbebens auszudrücken. Die Aktion verlief unter dem Motto „Eine Kerze für die Erdbebenopfer“. Als die Zahl der Teilnehmer immer größer wurde, griffen die „Sicherheits“kräfte an. Sie rissen den Menschen die Kerze aus der Hand und zertrampelten sie auf dem Boden. Vier Personen, die gegen dieses Vorgehen protestierten, wurden festgenommen. Auch aus dem Zentrum des Erdbebens wird von vier Verhaftungen berichtet, dort waren es freiwillige Helfer, die die Bevölkerung versorgten. Von ihrem weiteren Schicksal ist nichts bekannt.

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