Archiv der Kategorie 'Erdöl /Erdgas'

Iran: Essensboykott der Erdölarbeiter

Am Samstag, den 5. Dezember 2015, hatten 6000 Arbeiter der iranischen Erdölindustrie eine spezielle Art von Hungerstreik eröffnet. Sie verweigerten die Annahme des Essens in der staatlichen Kantine. Zur Arbeit gingen sie zwar noch, aber die Botschaft an den Staat war klar: Wenn der Staat ihre Forderungen ignoriert, können sie auch anders. Hintergrund ist, dass der Staat die Arbeitsverträge der fest angestellten Arbeiter heimlich umwandeln und die Arbeiter an Privatfirmen übertragen wollte. Wieso er das heimlich versuchte, wo es für die Arbeiter ohnehin rasch sichtbar geworden wäre, ist rätselhaft. Der Boykott dauerte fünf Tage, dann stellten die Arbeiter ihn vorläufig ein. Sie drohten mit einer Wiederaufnahme des Boykotts, falls der Staat nicht auf ihre Forderungen eingehe.

Quelle:

http://naftema.com/news/35896/اعتصاب-غذا-۶%DB%B0%DB%B0%DB%B0-نفر-از-کارکنان-نفت-در-جنوب

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Iran: Der Dollar ist stärker als die Atombombe

Im Iran gibt es jetzt einen Dollar zu einem Kurs von 3700 Tuman. Das ist eine drastische Verschlechterung des Wechselkurses und gewiss nicht das, was sich die Wähler von der Wahl des Präsidenten Rouhani erwartet haben. Immerhin hat er es geschafft, ein Abkommen mit den Westmächten über die atomare Abrüstung auszuhandeln. Die Hoffnung im Volk war die, dass mit dem Ende der Sanktionen die Wirtschaft wieder in Gang kommt und damit natürlich auch der Dollar wieder fließt. Es kommt leider anders. Warum?

Woher kommen die Dollars?
Die Deviseneinnahmen des Irans sind stark vom Erdölverkauf abhängig. Der Erdölpreis ist innerhalb eines Jahres um 60% gesunken. Hinzu kommt, dass im Iran auch die Fördermengen gesunken sind. Die Folge: in den letzten vier Jahren sind die Erdöleinnahmen des Irans von 110 Milliarden Dollar auf 25 Milliarden Dollar gefallen. Die Dollars fehlen jetzt.

Fallender Euro
Parallel dazu sinkt aus anderen Gründen der Kurs des Euros gegenüber dem Dollar, dadurch wird die Nachfrage nach dem Dollar auf dem Weltmarkt größer, sein Preis steigt weltweit. Diese Rechnung müssen alle Länder bezahlen.

Die Hände des Staats sind gebunden
Angesichts des Dollarmangels kann der iranische Staat den Importeuren nicht mehr den günstigen staatlichen Wechselkurs von 1 Dollar für 3000 Tuman bieten, jetzt kostet er 3100 Tuman, was den Preis auf dem freien Devisenmarkt erhöht.

Haushaltsdefizit
Vor dem Hintergrund der schweren Wirtschaftskrise im Iran hat der Staat nur 50% der geplanten Einnahmen erzielt, auch das untergräbt den Wert der eigenen Währung, weil es zu einer drastischen Mehrverschuldung des Staats führt.

Schluss mit der Hochzinspolitik
Die angekündigte Rücknahme der hohen staatlichen Zinsen für Ersparnisse führte zum Ansturm auf die Sparkonten. Der Wertverfall gegenüber dem Dollar veranlasst die Sparer, das Geld abzuheben und auf dem Schwarzmarkt gegen Dollar einzutauschen, was die Nachfrage und somit den Wechselkurs erhöht.

Der liebe Gott ist Schuld
Ja, und dann ist jetzt auch die Zeit der Pilgerreisen für die Gläubigen und Geschäftstüchtigen. Wer nach Kerbela im Irak reisen will, braucht auch Devisen…

Dollar statt Gold
In der letzten Zeit ist im Iran die Nachfrage nach Gold gesunken, entsprechend auch der Kurs und die Möglichkeit, damit zu spekulieren. Spekulanten aus diesem Bereich stürzen sich deshalb auch auf den rasch steigenden Dollar.

Inflation gesunken, aber zu hoch
Inflation zwar von 40% auf 14% gesunken, aber immer noch viel höher als in den meisten Industriestaaten, daher Flucht aus der iranischen Währung in stabilere Währungen.

Die Gießkanne ist leer
Die geringen staatlichen Dollar-Einnahmen durch Zentralbank (für’s Erdöl nur noch 25 Milliarden im Jahr) führen dazu, dass die Bank keinen Dollar mehr auf den Markt werfen kann, um den Kursanstieg zu dämpfen.

Wie man sieht, es gibt einen ganzen Strauß von Gründen, wieso es mit dem Wechselkurs des iranischen Rials bergab geht. Da die Industriestaaten kein Interesse an einer baldigen Erhöhung des Erdölpreises haben und ein Aufschwung der iranischen Industrie ohne Investitionen nicht möglich ist, wird sich die Lage nicht so rasch bessern.

Quelle:
Freydun Chawand auf der Webseite von Radio Farda, 30. November 2015
http://www.radiofarda.com/content/f8-dollar-vs-rial/27398003.html

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Erdogan in den Fußstapfen des Islamischen Staats?

Am 31. Oktober 2015 stürzte ein Flugzeug mit mehr als 200 russischen Passagieren ab, das von Scharm sch-Scheich nach St. Petersburg fliegen sollte. Spätere Auswertungen des Flugschreibers ergaben, dass die Behauptung des IS (Islamischer Staat), der die Verantwortung für den Absturz übernahm, wohl doch zutrafen und eine Bombe an Bord geschmuggelt worden war.
Am 24. November 2015 wird über Syrien ein russisches Militärflugzeug abgeschossen, eine SU-24. Der Unterschied ist groß. Die Opfer waren in diesem Fall zwei russische Militärs, die dabei waren, Bomben über Syrien abzuwerfen. Die Begründung für den Abschuss auf türkischer Seite ist scheinheilig: Das Flugzeug habe die türkische Grenze verletzt und nicht auf Warnungen reagiert. Die russische Seite bestreitet, dass es Warnungen gegeben habe, und weist darauf hin, dass das Flugzeug und die Besatzung über Syrien abgeschossen wurden und dass das türkische Kampfflugzeug dazu in den syrischen Luftraum eingedrungen sei. Über die Details mögen sich Militärs und Geheimdienste streiten, die Zugriff zu den Daten haben – wir haben sie nicht.

Ein geplanter Abschuss
Die Behauptung der türkischen Regierung, man habe nicht gewusst, dass es sich um ein russisches Flugzeug handle, klingt lächerlich. Die Türkei war Jahrzehnte der Frontstaat und das Ohr der NATO im Süden der Sowjetunion, natürlich kennen die türkischen Militärs die sowjetischen Flugzeugtypen.
Deswegen ist es beachtlich, wenn der Oberkommandierende der russischen Luftstreitkräfte Viktor Bondaryew erklärt, dass das türkische Flugzeug, das Luft-Luft-Raketen auf das russische Flugzeug abfeuerte, vom Boden aus dirigiert worden sei. (http://ria.ru/world/20151127/1330013643.html). Auch standen auf syrischer Seite Leute mit Videokamera bereit, den Abschuss aufzunehmen und ihn über youtube und die türkischen Medien zu verbreiten. Auch dies erfordere Vorbereitung.
Die Verantwortung für die tödlichen Schüsse auf den Piloten, der sich mit Fallschirm aus dem abgeschossenen Kampfflugzeug katapultiert hatte, übernahm ein Kommandant der „Turkmenischen Division“ der „Freien Syrischen Armee“, ein gewisser Alpaslan Celik, der nach Angaben der russischen Zeitung Moskovskiy Komsomolets den türkischen „Grauen Wölfen“ angehört. Die der MHP nahe stehenden Grauen Wölfe stehen zwar eigentlich in Opposition zur AKP-Regierung, aber wo sich die Interessen decken, haben sie freie Hand. So überrascht es nicht, dass die türkische Regierung dann den Leichnam des beim Fallschirmabsprung erschossenen Piloten von ihren Verbündeten in Syrien ausgehändigt bekam und am 29. November an Russland überstellen konnte.
(http://www.mk.ru/politics/2015/11/29/turciya-vernet-rossii-telo-ubitogo-pilota-su24.html)


Das strittige Gebiet: Die blaue Linie von Nord nach Süd ist der Euphrat, dort ist Cerablus auf syrischer Seite eingezeichnet (auf türkischer Seite ist der Übergang Karkamis). Nördlich von Azez liegt auf türkischer Seite Kilis. Die nächstgelegene türkische Großstadt ist Gaziantep, die man im Norden der Karte noch im Ausschnitt erkennt

Der Abschuss gilt den Kurden
Am 13. Oktober 2015 berichtete die türkische Tageszeitung radikal, dass die türkischen Machthaber beunruhigt seien, dass die kurdischen Milizen der PYD, die als Schwesternorganisation der PKK betrachtet wird, im Rahmen des Kampfes gegen den „Islamischen Staat“ sowohl von den USA als auch von Russland unterstützt würden. Namentlich dank russischer Unterstützung bereite sich die PYD darauf vor, das Gebiet westlich des Euphrat zwischen Cerablus und Azez einzunehmen. Im Juni habe die PYD durch Einnahme von Tel Abyad die kurdischen Kantone Kobani und Cizre vereinen können, jetzt versuche sie, den nördlichen Grenzstreifen westlich des Euphrat bis zum kurdischen Kanton Afrin einzunehmen. Auf diese Art würde an der syrischen Nordgrenze zur Türkei ein kurdischer Korridor entstehen. Diese Aussicht beunruhigt die türkischen Regierenden offensichtlich mehr als die Machtausübung des Islamischen Staates in Syrien.
(http://www.radikal.com.tr/turkiye/pydnin-firatin-batisina-gecmesi-kabul-edilemez-1451221/)
Auch Dogan Durgun schreibt am 29. November 2015 in der Zeitung Özgür Gündem, dass die türkischen Regierung vor allem verhindern wolle, dass die Kurden das Gebiet zwischen Kobani und Farin unter ihre Kontrolle bringen. Denn zum einen wollte die Türkei dort eine Pufferzone einrichten, in der sie die Flüchtlinge unterbringt, zum anderen ist der türkische Geheimdienst MIT in der Region Bayburcak, wo das Flugzeug abgeschossen ist, aktiv und fördert dort einige – auch islamistische Gruppen wie El Nusra.

Die Schmuggelbrüder
Und so, wie im Iran die Pasdaran (Revolutionswächter) ein reges Interesse an der Aufrechterhaltung des Embargos haben, um ihren profitablen Grenzschmuggel in großem Ausmaß zu betreiben, hat auch der türkische Staatspräsident Erdogan etwas zu verlieren, wenn die Grenze in die Händen der syrischen Kurden fällt. Immerhin ist der „Islamische Staat“ auf offene Grenzen für seine Erdölexporte angewiesen, und Erdogans Sohn soll da mitverdienen. Es ist auch kein Zufall, dass der neue Energieminister der Türkei ein Schwiegersohn von Erdogan ist. Auch heimliche Waffenlieferung an Islamisten in Syrien dürften schwer fallen, wenn die Grenze von Einheiten der syrisch-kurdischen PYD kontrolliert wird. Zwei türkische Journalisten wurden unlängst verhaftet, weil sie über diese Lieferungen recherchieren wollten.

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Ungewöhnliches Treffen zwischen Putin und Chamene‘i

Über zwei Stunden dauerte das gestrige Treffen zwischen dem russischen Staatspräsidenten Putin und Religionsführer Chamenei in Teheran

Im Rahmen des dritten Treffens der Gas-exportierenden Länder (Gas-OPEC) kam Putin nach Teheran und begab sich ohne Umwege direkt von seinem Flugzeug zum Religionsführer Chamenei, was äußerst ungewöhnlich ist. Als Gastgeschenk überreichte Putin eine wertvolle historische Originalausgabe des Korans.

Putin verbrachte über zwei Stunden im direkten Gespräch mit Chamene‘i. Es wurde nicht bekannt, was Gegenstand des Gesprächs war. Daher stellen sich nun alle die Frage: Was ist dort gesprochen worden?

War evtl. der Islamische Staat (IS) das beherrschende Thema? Der IS beansprucht für sich, genau so zu handeln, wie es der Koran vorschreibt. Auch im Iran versuchen die Mollas streng nach den Vorschriften des Korans zu handeln. Einerseits überreicht Putin also ein heiliges Buch, den Koran, andererseits lässt er in Syrien den IS bombardieren. Wie passt das zusammen? Welche Politik verfolgt Putin? Im Iran heisst es jedenfalls, Putin ist ein Fuchs.

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Kurdistan-Irak: Barsani, Onassis der Zukunft?

Solange der Islamische Staat (IS) im Irak und in Syrien kämpft, kann auch der irakische Kurdistan nicht abseits stehen. Einerseits sind bis jetzt angeblich eine Million Flüchtlinge aus Syrien im irakischen Kurdistan eingetroffen, andererseits kämpfen Truppen des autonomen kurdischen Staates im Irak gegen den IS. Sowohl die Unterbringung wie die Flüchtlinge und noch viel mehr der Krieg kosten Geld. Dies sollte die irakische Zentralregierung beisteuern, was sie angeblich nicht getan hat. So ist die kurdische Regierung in Erbil auf die Idee gekommen, das im kurdischen Gebiet geförderte Erdöl selbst zu verkaufen. Die irakische Zentralregierung protestierte, und so gab es anfänglich noch Absatzschwierigkeiten. Aber im Laufe der Zeit fanden die kurdischen Verkäufer Makler, die für Kundschaft sorgten. Derzeit sollen täglich eine halbe Million Fässer Rohöl aus irakisch-Kurdistan exportiert werden.

Das ist freilich nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die, dass die Familie Barsani ihre Hände auf alle Einnahmequellen Kurdistans legt und sich massiv dagegen wehrt, dass die Einnahmen aus den Erdölverkäufen offen gelegt werden. Darüber hatten wir schon berichtet. Es darf angenommen werden, dass die Barsanis nur auf einen günstigen Vorwand und geeignete internationale politische Umstände warteten, um die Erdölexporteinnahmen in ihre Taschen fließen zu lassen. Ob sie sich dann so geschäftstüchtig erweisen wie Onassis oder nur so verschwenderisch wie gewisse Scheichs am Persischen Golf wird die Zukunft zeigen. Es ist typisch, dass Radio Farda, ein von den USA betriebener persischsprachiger Sender, genau diese Rolle der Familie Barsani ausklammert.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/o2-sr-kurdistan-iraq-oil-market/27378490.html

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Iran: Der Strudel ergreift die Oberschicht

Pilot ist nicht nur im Westen ein Traumberuf vieler Kinder, und schlecht bezahlt ist er auch nicht. Auch nicht im Iran. Aber die Sanktionen gegen den Iran haben in den letzten Jahren zu einer drastischen Abnahmen von Reisen und Flügen geführt. Außerdem wurde der Kerosin-Preis „liberalisiert“, wie man so schön sagt, das heißt, er ist in die Höhe geschossen. Das hat dazu geführt, dass auch die Flugkosten steigen, so dass auch die Inlandsnachfrage drastisch gefallen ist. Das Resultat: Im Iran sind 1500 Piloten arbeitslos. Hinzu kommt, dass man im Iran ein entsprechendes Studium absolviert haben muss, um Pilot werden zu können. Die Hoffnung unter den Betroffenen ist, dass die allmähliche Aufhebung der Sanktionen zumindest diesem Kreis zugute kommt.

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Isfahan (Iran): Gashahn zu, Fabrik stillgelegt

Im Kreis Mobareke (Region Isfahan) hat heute die Firma, die die regionale Industrie mit Gas versorgt, plötzlich die Lieferung eingestellt, weil die Firmen ihre Rechnungen angesichts der horrend gestiegenen Preise nicht mehr bezahlen konnten.
Eine Firma, die Polyacryl herstellte, musste deshalb 2000 Arbeitnehmer nach Hause schicken. Die plötzliche Unterbrechung der Lieferung ist speziell in der chemischen Industrie auch ein Sicherheitsrisiko. Wie die Arbeiter sagen, hat diese unangekündigte Unterbrechung zum Ausbruch spontaner Brände geführt, die entsprechende Schäden in der Fabrik angerichtet haben. Außerdem soll Blausäuregas freigesetzt worden sein. Die Arbeitnehmer befürchten auch schädliche Auswirkungen auf die Umwelt.

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Iran – Suchanzeige: 2 Erdölfördertürme vermisst


Der iranische Erdölminister Bischan Namdar-Sangane hat vergangene Woche bestätigt, dass zur Amtszeit des vorigen Präsidenten Ahmadineschad zwei ganze Erdölfördertürme verschwunden sind.
Sie wurden in Argentinien gekauft, bezahlt (87 Millionen Dollar) und sollten eigentlich auch eingetroffen sein, aber sie sind spurlos weg. Die Akte ist bis heute nicht geschlossen.
Die Diebe dürften gute Karten haben, wenn sie sich fürs Guiness-Buch der Rekorde anmelden.

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Iran: Wirtschaftskrise blockiert Erdölsektor

Es ist absurd, aber ein so ölreiches Land wie der Iran musste aufgrund der fehlenden Devisen, Ersatzteile und anderer Hindernisse eine ganze Reihe von Projekten im Erdölsektor einstellen oder kann sie nicht vorantreiben.
Die betroffenen Projekte sind heute meist Bauruinen. Es handelt sich um:
Erdölraffinerie Anahita in Kermanschah, Schwerölraffinerie Chusestan, die Schahriyar-Raffinerie in Tabris, die Raffinerie Caspian in der Provinz Golestan, der Benzin-Komplex der Raffinerie von Bandar-Abbas, der Benzin-Komplex der Raffinerien von Esfahan, die Produktionseinheit zur Herstellung von Otto-Kraftstoff aus Olefin/Isoparaffin in der Raffinerie von Abadan.

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Iran: Versammlung von Arbeitslosen für das Grundrecht auf Arbeit

In der Persischen Sonder-Energie-Wirtschaftszone PSEEZ (Pars Special Energy Economic Zone) kämpfen Arbeitskräfte aus der Region für ihr Recht auf Arbeit und kritisieren dabei die Unternehmenspolitik, die lieber junge, schlecht ausgebildete, auswärtige Arbeitskräfte einstellt.


PSEEZ (Pars Special Energy Economic Zone)

Bei der PSEEZ handelt es sich um eine Reihe von Unternehmen unter einem Dach, die sich allesamt in Südostiran, am Persischen Golf (Provinz Buscher) befinden, genau da, wo der Iran einem Gasfeld am nächsten kommt, das weltweit über das größte Vorkommen an natürlichem Gas verfügt.

Die Arbeiter auf den Fotos protestieren zum ersten Mal vor der Zentrale des Unternehmensverbandes, der vollständig unter Kontrolle der Pasdaran ist. Proteste gegen die Revolutionswächter sind, wie alle Welt weiß, durchaus riskant.

Es handelt sich bei den Protestierern vorwiegend um junge, gut ausgebildete Männer arabischer Herkunft, die direkt aus der Region stammen. Unter ihnen befinden sich viele Facharbeiter und Ingenieure. Sie haben alle ihre Arbeitsstelle verloren. Die Arbeitsplätze wurden von PSEEZ statt dessen mit auswärtigen Arbeitskräften besetzt.

Die auswärtigen Arbeitskräfte sind oft alleinstehend bzw. leben nicht mit ihren Familien zusammen. Sie wohnen eingezwängt in billigen Container-Unterkünften, wo sich bis zu zehn Arbeiter ein Zimmer teilen. Sie sparen sich dadurch Geld und schicken das Ersparte nach Hause zu ihren Familien. Aber sie sind nicht so gut ausgebildet und arbeiten für deutlich weniger Geld als die einheimischen Arbeitskräfte.

Die Unternehmer ziehen diese auswärtigen Arbeitskräfte vor, weil sie diese einfach besser ausbeuten können. Sie nehmen schlechtere Arbeitsverhältnisse eher hin und wehren sich weniger gegen Ungerechtigkeiten oder schlechte Löhne. Wenn sie protestieren würden, hätten sie nicht so, wie die Einheimischen, die Unterstützung ihrer ganzen Familien.


Auf dem Plakat ist zu lesen: „Arbeit ist unser Grundrecht“

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Iran: Das liebe Benzin

Der vorige Präsident Ahmadineschad hatte den inländischen Benzinpreis von 100 auf 700 Tuman pro Liter erhöht, und damit die Proteste nicht ausufern, hat er die ersten 30 Liter, die man im Monat kauft, auf 400 Tuman pro Liter beschränkt, die Taxifahrer bekamen eine zusätzliche Ermäßigung. Hassan Rouhani hatte dies Preispolitik im Wahlkampf kritisiert. Jetzt hat er einen Einheitspreis eingeführt: 1000 Tuman pro Liter.
Hier sieht man die echte Inflation, nicht die der amtlichen Statistik.

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Iran: Mörderischer Kampf gegen Ölschmuggler

Die iranische Region Sistan und Balutschistan im Süden des Landes gehört zu den ärmsten Gegenden des Landes. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung hält sich durch Grenzhandel über Wasser, und im Gegensatz zu den Schmuggelbrüdern an der Spitze – den Pasdaran, werden sie unbarmherzig verfolgt. So ein Vorfall ereignete sich am Sonntag, den 10. Mai 2015 in der Nähe von Mohammad, Landkreis Iranschahr, Region Sistan und Balutschistan. Dort fiel der Verdacht der staatlichen Verfolgungsorgane auf ein Fahrzeug, von dem sie annahmen, dass dieses Benzin schmuggle. Sie verfolgten das Fahrzeug und schossen darauf. Das Fahrzeug stürzte um, fing Feuer, und die Insassen verbrannte.
Darauf griffen die Bewohner der nahe gelegenden Dörfer Mohammad-Abad und Karim-Abad im Landkreis Iranschahr den Polizeiposten in Mohammadan an. Später besetzten vorwiegend jugendliche Demonstranten die Verbindungsstraße von Bampur nach Iranschahr. Es sollen 500 Personen an dieser Besetzung teilgenommen haben. Zwei Fahrzeuge der „Sicherheitskräfte“ wurden in Brand gesetzt.
Der Provinzgouverneur unterschlug in seiner öffentlichen Erklärung die Tatsache, dass die „Sicherheitskräfte“ das Feuer auf das verunglückte Fahrzeug eröffnet hatten und behauptete, die Leute seien nur aufgehetzt worden.

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Krieg in Jemen aus iranischer Sicht


Aufständische in Sanaa, vor dem „Tor des Jemen“

In Jemen ist etwa ein Drittel der Bevölkerung Anhänger des Saiditentums, einer islamischen Denkrichtung, die in Deutschland gern mit „schiitisch“ umschrieben wird. Es wäre voreilig, daraus eine ideologische Nähe zur iranischen Geistlichkeit zu folgern. Die Saiditen betrachten Ali, Hassan und Hossein als „Imame“, also als Vertreter des verstorbenen Propheten Mohammad, aber dann ist Schluss. Die unter den iranischen Schiiten als gültig betrachteten zwölf Imame lehnen sie ab. Auch vom Mythos des entschwundenen zwölften Imams, des Mahdi, halten sie nichts.
Eine jemenitische Sippe namens Huthi (th ist wie im englischen think zu sprechen) hat sich in den letzten zehn Jahren daran gemacht, die benachteiligten jemenitischen Saiditen hinter sich zu scharen, um mit diesem Rückhalt Machtpositionen im Land zu erobern. In dem Maße, wie die Europäer ihre Vertretungen in Jemen schlossen, baute nun der Iran seine Präsenz in Jemen aus. Sogar eine Flugverbindung zwischen Teheran und Sanaa richtete er ein. In der iranischen Zeitung „Dschawan“, die von den Pasdaran betrieben wird, wurde berichtet, dass der Iran die jemenitischen „Schiiten“ auch mit Waffenlieferungen unterstützt. Nachdem die Huthi-Bewegung die Hauptstadt erobert hat und im Februar 2015 das Parlament aufgelöst hat, ist für die Regierung von Saudi-Arabien das Maß voll. Sie hat beschlossen, 150.000 Soldaten in den Jemen zu entsenden. Damit will sie die Huthi-Bewegung an den Verhandlungstisch zwingen. Gegen eine derart hohe Militärpräsenz kann der Iran nichts ausrichten, der ja den Krieg in Syrien und im Irak – beide vor der Haustür – noch keineswegs zu Ende gebracht hat und derzeit in Lausanne noch Atomverhandlungen mit dem Westen führt. Angesichts der saudischen Verbündeten (USA und Westeuropa), für die der Eingang ins Rote Meer und damit die Verbindung zum Suez-Kanal ein wichtiger Transportweg zur Sicherung der Erdöllieferungen darstellt, ist damit zu rechnen, dass Saudi-Arabien in diesem Fall nicht nachgibt.
Für Jemen bedeutet das vermutlich einen ausgewachsenen Krieg.

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El pueblo unido auf Persisch: Ettehad Ettehad


Petrochemie-Konzern Modschtama‘e Petruschimi

Der Petrochemie-Konzern Modschtama‘e Petruschimi liegt in Bandar Emam Chomeini, das zu Bandar Maschahr gehört, einer Stadt östlich von Chorramschahr ganz im Norden des Persischen Golfs. Es ist ein staatlicher Konzern, der unter der Kontrolle der Pasdaran steht. Wie in der bösen kapitalistischen Welt üblich, nützen auch die Zöglinge der Ajatollahs die Vorteile von Leiharbeitern, und mit der Zahlungsmoral steht es auch nicht viel besser als im Kapitalismus. Hat da der Prophet vergessen, im Koran entsprechende Hinweise zu erteilen?
Jedenfalls fordern die Leiharbeiter, die von verschiedenen Firmen angestellt sind, um in diesem Petrochemie-Konzern zu arbeiten, eine Reihe von Dingen, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sind:
1. Zahlung der Lohnrückstände
2. Zahlung der vereinbarten Dreckzulage (nicht nur Vögel kriegen vom Erdöl verklebtes Gefieder)
3. Höhenzulage für die nicht so sichere Arbeit auf Kranen und hohen Gerüsten
4. und endlich auch das Neujahrsgeld, die iranische Entsprechung für das Weihnachtsgeld. Am 21. März ist Neujahr, da wird es langsam Zeit, dass gezahlt wird.
Gestern, am Sonntag, den 1. März, haben die Arbeiter der verschiedenen Leihfirmen noch getrennt gestreikt, heute streiken sie gemeinsam.
Seien wir froh, dass die Große Koalition im Iran nichts zu sagen hat. Sonst könnte dort bald auch nur noch eine Gewerkschaft den Streik ausrufen…


kleiner Blick auf die Landkarte

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Iran: die Rente ist sicher?



Eigenwerbung der OIEC

Am Donnerstag, den 29.01.2015 haben alle 700 Arbeiter von drei Kontraktunternehmen namens Dschahan Pars, Tanawob und Mehwar-Sazman (Leiharbeitsfirmen!), die für die Firma OIEC (Oil Industries‘ Engineering and Construction) in den Raffinerie-Abschnitten 17 und 18 in der Region Pars Dschanubi arbeiten, vor dem Verwaltungsgebäude der Firma OIEC eine Protestversammlung abgehalten, um ihre noch ausstehenden vier Monatslöhne einzufordern. Der Arbeitgeber versprach, die ausstehenden Zahlungen bis Samstag zu überweisen.
Entgegen ihrer Eigenwerbung (siehe http://www.oiecgroup.com/ ) ist die OIEC im Kern keine Erdölfirma, sondern eine Rentenversicherung, die mit den Geldern der Renten der Erdölarbeiter arbeitet. Und dass eine Erdölfirma mit angeblich 26 Jahren Erfahrung auf ihrer zentralen englischsprachigen Webseite noch immer nicht wesentlich mehr als „The website is under construction“ zu sagen hat, lässt an ihren technischen Fähigkeiten Zweifel aufkommen. Aber immerhin wissen sie, wie sie mit den Renten anderer Gewinne für sich erwirtschaften können…

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