Archiv der Kategorie 'Erdöl /Erdgas'

Iran: Der Strudel ergreift die Oberschicht

Pilot ist nicht nur im Westen ein Traumberuf vieler Kinder, und schlecht bezahlt ist er auch nicht. Auch nicht im Iran. Aber die Sanktionen gegen den Iran haben in den letzten Jahren zu einer drastischen Abnahmen von Reisen und Flügen geführt. Außerdem wurde der Kerosin-Preis „liberalisiert“, wie man so schön sagt, das heißt, er ist in die Höhe geschossen. Das hat dazu geführt, dass auch die Flugkosten steigen, so dass auch die Inlandsnachfrage drastisch gefallen ist. Das Resultat: Im Iran sind 1500 Piloten arbeitslos. Hinzu kommt, dass man im Iran ein entsprechendes Studium absolviert haben muss, um Pilot werden zu können. Die Hoffnung unter den Betroffenen ist, dass die allmähliche Aufhebung der Sanktionen zumindest diesem Kreis zugute kommt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Isfahan (Iran): Gashahn zu, Fabrik stillgelegt

Im Kreis Mobareke (Region Isfahan) hat heute die Firma, die die regionale Industrie mit Gas versorgt, plötzlich die Lieferung eingestellt, weil die Firmen ihre Rechnungen angesichts der horrend gestiegenen Preise nicht mehr bezahlen konnten.
Eine Firma, die Polyacryl herstellte, musste deshalb 2000 Arbeitnehmer nach Hause schicken. Die plötzliche Unterbrechung der Lieferung ist speziell in der chemischen Industrie auch ein Sicherheitsrisiko. Wie die Arbeiter sagen, hat diese unangekündigte Unterbrechung zum Ausbruch spontaner Brände geführt, die entsprechende Schäden in der Fabrik angerichtet haben. Außerdem soll Blausäuregas freigesetzt worden sein. Die Arbeitnehmer befürchten auch schädliche Auswirkungen auf die Umwelt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Suchanzeige: 2 Erdölfördertürme vermisst


Der iranische Erdölminister Bischan Namdar-Sangane hat vergangene Woche bestätigt, dass zur Amtszeit des vorigen Präsidenten Ahmadineschad zwei ganze Erdölfördertürme verschwunden sind.
Sie wurden in Argentinien gekauft, bezahlt (87 Millionen Dollar) und sollten eigentlich auch eingetroffen sein, aber sie sind spurlos weg. Die Akte ist bis heute nicht geschlossen.
Die Diebe dürften gute Karten haben, wenn sie sich fürs Guiness-Buch der Rekorde anmelden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Wirtschaftskrise blockiert Erdölsektor

Es ist absurd, aber ein so ölreiches Land wie der Iran musste aufgrund der fehlenden Devisen, Ersatzteile und anderer Hindernisse eine ganze Reihe von Projekten im Erdölsektor einstellen oder kann sie nicht vorantreiben.
Die betroffenen Projekte sind heute meist Bauruinen. Es handelt sich um:
Erdölraffinerie Anahita in Kermanschah, Schwerölraffinerie Chusestan, die Schahriyar-Raffinerie in Tabris, die Raffinerie Caspian in der Provinz Golestan, der Benzin-Komplex der Raffinerie von Bandar-Abbas, der Benzin-Komplex der Raffinerien von Esfahan, die Produktionseinheit zur Herstellung von Otto-Kraftstoff aus Olefin/Isoparaffin in der Raffinerie von Abadan.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Versammlung von Arbeitslosen für das Grundrecht auf Arbeit

In der Persischen Sonder-Energie-Wirtschaftszone PSEEZ (Pars Special Energy Economic Zone) kämpfen Arbeitskräfte aus der Region für ihr Recht auf Arbeit und kritisieren dabei die Unternehmenspolitik, die lieber junge, schlecht ausgebildete, auswärtige Arbeitskräfte einstellt.


PSEEZ (Pars Special Energy Economic Zone)

Bei der PSEEZ handelt es sich um eine Reihe von Unternehmen unter einem Dach, die sich allesamt in Südostiran, am Persischen Golf (Provinz Buscher) befinden, genau da, wo der Iran einem Gasfeld am nächsten kommt, das weltweit über das größte Vorkommen an natürlichem Gas verfügt.

Die Arbeiter auf den Fotos protestieren zum ersten Mal vor der Zentrale des Unternehmensverbandes, der vollständig unter Kontrolle der Pasdaran ist. Proteste gegen die Revolutionswächter sind, wie alle Welt weiß, durchaus riskant.

Es handelt sich bei den Protestierern vorwiegend um junge, gut ausgebildete Männer arabischer Herkunft, die direkt aus der Region stammen. Unter ihnen befinden sich viele Facharbeiter und Ingenieure. Sie haben alle ihre Arbeitsstelle verloren. Die Arbeitsplätze wurden von PSEEZ statt dessen mit auswärtigen Arbeitskräften besetzt.

Die auswärtigen Arbeitskräfte sind oft alleinstehend bzw. leben nicht mit ihren Familien zusammen. Sie wohnen eingezwängt in billigen Container-Unterkünften, wo sich bis zu zehn Arbeiter ein Zimmer teilen. Sie sparen sich dadurch Geld und schicken das Ersparte nach Hause zu ihren Familien. Aber sie sind nicht so gut ausgebildet und arbeiten für deutlich weniger Geld als die einheimischen Arbeitskräfte.

Die Unternehmer ziehen diese auswärtigen Arbeitskräfte vor, weil sie diese einfach besser ausbeuten können. Sie nehmen schlechtere Arbeitsverhältnisse eher hin und wehren sich weniger gegen Ungerechtigkeiten oder schlechte Löhne. Wenn sie protestieren würden, hätten sie nicht so, wie die Einheimischen, die Unterstützung ihrer ganzen Familien.


Auf dem Plakat ist zu lesen: „Arbeit ist unser Grundrecht“

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Das liebe Benzin

Der vorige Präsident Ahmadineschad hatte den inländischen Benzinpreis von 100 auf 700 Tuman pro Liter erhöht, und damit die Proteste nicht ausufern, hat er die ersten 30 Liter, die man im Monat kauft, auf 400 Tuman pro Liter beschränkt, die Taxifahrer bekamen eine zusätzliche Ermäßigung. Hassan Rouhani hatte dies Preispolitik im Wahlkampf kritisiert. Jetzt hat er einen Einheitspreis eingeführt: 1000 Tuman pro Liter.
Hier sieht man die echte Inflation, nicht die der amtlichen Statistik.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Mörderischer Kampf gegen Ölschmuggler

Die iranische Region Sistan und Balutschistan im Süden des Landes gehört zu den ärmsten Gegenden des Landes. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung hält sich durch Grenzhandel über Wasser, und im Gegensatz zu den Schmuggelbrüdern an der Spitze – den Pasdaran, werden sie unbarmherzig verfolgt. So ein Vorfall ereignete sich am Sonntag, den 10. Mai 2015 in der Nähe von Mohammad, Landkreis Iranschahr, Region Sistan und Balutschistan. Dort fiel der Verdacht der staatlichen Verfolgungsorgane auf ein Fahrzeug, von dem sie annahmen, dass dieses Benzin schmuggle. Sie verfolgten das Fahrzeug und schossen darauf. Das Fahrzeug stürzte um, fing Feuer, und die Insassen verbrannte.
Darauf griffen die Bewohner der nahe gelegenden Dörfer Mohammad-Abad und Karim-Abad im Landkreis Iranschahr den Polizeiposten in Mohammadan an. Später besetzten vorwiegend jugendliche Demonstranten die Verbindungsstraße von Bampur nach Iranschahr. Es sollen 500 Personen an dieser Besetzung teilgenommen haben. Zwei Fahrzeuge der „Sicherheitskräfte“ wurden in Brand gesetzt.
Der Provinzgouverneur unterschlug in seiner öffentlichen Erklärung die Tatsache, dass die „Sicherheitskräfte“ das Feuer auf das verunglückte Fahrzeug eröffnet hatten und behauptete, die Leute seien nur aufgehetzt worden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Krieg in Jemen aus iranischer Sicht


Aufständische in Sanaa, vor dem „Tor des Jemen“

In Jemen ist etwa ein Drittel der Bevölkerung Anhänger des Saiditentums, einer islamischen Denkrichtung, die in Deutschland gern mit „schiitisch“ umschrieben wird. Es wäre voreilig, daraus eine ideologische Nähe zur iranischen Geistlichkeit zu folgern. Die Saiditen betrachten Ali, Hassan und Hossein als „Imame“, also als Vertreter des verstorbenen Propheten Mohammad, aber dann ist Schluss. Die unter den iranischen Schiiten als gültig betrachteten zwölf Imame lehnen sie ab. Auch vom Mythos des entschwundenen zwölften Imams, des Mahdi, halten sie nichts.
Eine jemenitische Sippe namens Huthi (th ist wie im englischen think zu sprechen) hat sich in den letzten zehn Jahren daran gemacht, die benachteiligten jemenitischen Saiditen hinter sich zu scharen, um mit diesem Rückhalt Machtpositionen im Land zu erobern. In dem Maße, wie die Europäer ihre Vertretungen in Jemen schlossen, baute nun der Iran seine Präsenz in Jemen aus. Sogar eine Flugverbindung zwischen Teheran und Sanaa richtete er ein. In der iranischen Zeitung „Dschawan“, die von den Pasdaran betrieben wird, wurde berichtet, dass der Iran die jemenitischen „Schiiten“ auch mit Waffenlieferungen unterstützt. Nachdem die Huthi-Bewegung die Hauptstadt erobert hat und im Februar 2015 das Parlament aufgelöst hat, ist für die Regierung von Saudi-Arabien das Maß voll. Sie hat beschlossen, 150.000 Soldaten in den Jemen zu entsenden. Damit will sie die Huthi-Bewegung an den Verhandlungstisch zwingen. Gegen eine derart hohe Militärpräsenz kann der Iran nichts ausrichten, der ja den Krieg in Syrien und im Irak – beide vor der Haustür – noch keineswegs zu Ende gebracht hat und derzeit in Lausanne noch Atomverhandlungen mit dem Westen führt. Angesichts der saudischen Verbündeten (USA und Westeuropa), für die der Eingang ins Rote Meer und damit die Verbindung zum Suez-Kanal ein wichtiger Transportweg zur Sicherung der Erdöllieferungen darstellt, ist damit zu rechnen, dass Saudi-Arabien in diesem Fall nicht nachgibt.
Für Jemen bedeutet das vermutlich einen ausgewachsenen Krieg.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

El pueblo unido auf Persisch: Ettehad Ettehad


Petrochemie-Konzern Modschtama‘e Petruschimi

Der Petrochemie-Konzern Modschtama‘e Petruschimi liegt in Bandar Emam Chomeini, das zu Bandar Maschahr gehört, einer Stadt östlich von Chorramschahr ganz im Norden des Persischen Golfs. Es ist ein staatlicher Konzern, der unter der Kontrolle der Pasdaran steht. Wie in der bösen kapitalistischen Welt üblich, nützen auch die Zöglinge der Ajatollahs die Vorteile von Leiharbeitern, und mit der Zahlungsmoral steht es auch nicht viel besser als im Kapitalismus. Hat da der Prophet vergessen, im Koran entsprechende Hinweise zu erteilen?
Jedenfalls fordern die Leiharbeiter, die von verschiedenen Firmen angestellt sind, um in diesem Petrochemie-Konzern zu arbeiten, eine Reihe von Dingen, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sind:
1. Zahlung der Lohnrückstände
2. Zahlung der vereinbarten Dreckzulage (nicht nur Vögel kriegen vom Erdöl verklebtes Gefieder)
3. Höhenzulage für die nicht so sichere Arbeit auf Kranen und hohen Gerüsten
4. und endlich auch das Neujahrsgeld, die iranische Entsprechung für das Weihnachtsgeld. Am 21. März ist Neujahr, da wird es langsam Zeit, dass gezahlt wird.
Gestern, am Sonntag, den 1. März, haben die Arbeiter der verschiedenen Leihfirmen noch getrennt gestreikt, heute streiken sie gemeinsam.
Seien wir froh, dass die Große Koalition im Iran nichts zu sagen hat. Sonst könnte dort bald auch nur noch eine Gewerkschaft den Streik ausrufen…


kleiner Blick auf die Landkarte

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: die Rente ist sicher?



Eigenwerbung der OIEC

Am Donnerstag, den 29.01.2015 haben alle 700 Arbeiter von drei Kontraktunternehmen namens Dschahan Pars, Tanawob und Mehwar-Sazman (Leiharbeitsfirmen!), die für die Firma OIEC (Oil Industries‘ Engineering and Construction) in den Raffinerie-Abschnitten 17 und 18 in der Region Pars Dschanubi arbeiten, vor dem Verwaltungsgebäude der Firma OIEC eine Protestversammlung abgehalten, um ihre noch ausstehenden vier Monatslöhne einzufordern. Der Arbeitgeber versprach, die ausstehenden Zahlungen bis Samstag zu überweisen.
Entgegen ihrer Eigenwerbung (siehe http://www.oiecgroup.com/ ) ist die OIEC im Kern keine Erdölfirma, sondern eine Rentenversicherung, die mit den Geldern der Renten der Erdölarbeiter arbeitet. Und dass eine Erdölfirma mit angeblich 26 Jahren Erfahrung auf ihrer zentralen englischsprachigen Webseite noch immer nicht wesentlich mehr als „The website is under construction“ zu sagen hat, lässt an ihren technischen Fähigkeiten Zweifel aufkommen. Aber immerhin wissen sie, wie sie mit den Renten anderer Gewinne für sich erwirtschaften können…

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Erdöl für Russland

In diesem Zusammenhang sei auch auf eine Meldung der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS über eine Pressekonferenz von Präsident Putin vom 18. Dezember 2014 hingewiesen.

In der Meldung heißt es, dass sich Russland und der Iran in einem Memorandum vom 6. August 2014 geeinigt hätten, Öl gegen Ware zu tauschen. Der Iran sei bereit, 500.000 Barrel am Tag (25 Millionen Tonnen Erdöl im Jahr) an Russland zu liefern und erhalte dafür Getreide und Teile, die zum Bau der Energieinfrastruktur notwendig seien (von der Firma Technopromeksport). Der Umsatz aus diesem Handel solle schätzungsweise 1,5 Milliarden Dollar im Monat betragen (also 18 Milliarden im Jahr). Unterstellt man, dass der Wert der Ware beider Seiten gleich groß ist, also keine Seite Schulden eingeht, würde das 9 Milliarden Dollar für die 25 Millionen Tonnen iranisches Erdöl bedeuten, also 360 Dollar pro Tonne. 1 Barrel entspricht etwa 0,136 Tonnen Rohöl, also 0,136*360=49 Dollar pro Barrel. Am 6. August betrug der Weltmarktpreis für die Sorte Brent knapp 105 Dollar pro Fass!

Allerdings steht dieses Memorandum bis heute auf dem Papier: Denn noch am 30. November 2014 sprach der russische Wirtschaftsminister Aleksey Ulyukayev davon, dass die Lieferungen von Ware gegen Erdöl aus dem Iran „in der nächsten Zeit“ beginnen würden. Was nun Präsident Putin hierzu sagte, ist recht aufschlussreich: „Da ist es sehr schwierig mit den Abrechnungen. Da gibt es einen ganzen Problemkomplex. Aber insgesamt haben wir ihn gelöst.“ Und er fügte hinzu: „Notwendig ist der Wille beider Seiten“. Und der russische Präsident wird weiter zitiert: „Es ist notwendig, dass die Verträge im Erdölbereich für die Firmen (die Vertragspartner – Red.) von Vorteil sind.“

Kommentar:

Der letzte Satz klingt banal, aber bedenkt man, dass der Erdölpreis für das Nordseeöl Brent am 26. Dezember 2014 knapp 60 Dollar pro Barrel betrug, dann liegt man heute 40 Dollar tiefer als Anfang August. Wenn die russische Seite weiterhin 50 Dollar pro Barrel als Gewinnmarge einkalkuliert, müsste sie den Preis auf 10 Dollar drücken! Und dass es mit den Abrechnungen schwer ist, wenn die Exporteinnahmen am staatlichen iranischen Haushalt vorbei in die Taschen der Pasdaran und der Leute um Ajatollah Chamene‘i wandern sollen, ist klar, vor allem, wenn nicht mit Geld bezahlt wird, sondern mit Waren. Auch sind die Sanktionen gegen den Iran noch nicht aufgehoben, das macht den Handel auch nicht einfacher.

Für die iranische Landwirtschaft und Industrie ist dieser Tauschhandel wahrscheinlich nicht besser wie der mit Indien und China. Im Ergebnis wird die einheimische Landwirtschaft ruiniert, weil die Bauern nicht mehr auf ihre Kosten kommen, und die Entstehung einer eigenen Industrie wird durch solche Importe behindert, von der Zerstörung der bestehenden ganz zu schweigen. Insofern fügt sich die Wirtschaftspolitik der Regierung Hassan Rouhani nahtlos in die seines Vorgängers Ahmadineschad ein. Der Grund dürfte darin liegen, dass sie nicht die Macht haben, sich gegen die Wirtschaftsinteressen der Pasdaran und des Sohnes von Ajatollah Chamene‘i, Modschtaba Chamene‘i, durchzusetzen. Der Vorstoß des Parlamentariers Ahmad Schirsad, die Abhängigkeit von Russland in einer öffentlichen Diskussion an der Uni Teheran (am 17.12.2014) zu thematisieren, könnte allerdings als Versuch gewertet werden, die Studenten in die Auseinandersetzung mit einzubeziehen, um so die Wirtschaftsmacht der iranischen „Moskau-Fraktion“ zu begrenzen. Ob sich die iranischen Studenten, die schon genug Verfolgung erlebt haben, allerdings dafür instrumentalisieren lassen, ist eine andere Frage.

Quellen:

http://itar-tass.com/politika/1656852

http://www.wallstreet-online.de/rohstoffe/oelpreis-brent

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Neuer iranischer Haushalt schon Makulatur

Hassan Rouhani hat vorgestern, am 7.12.2014, im iranischen Parlament den Haushalt für das kommende Jahr vorgestellt. Er steht unter dem Vorzeichen von Inflation, sinkenden Öleinnahmen und internationalen Sanktionen

Das Haushaltsvolumen hat um 33% zugenommen während gleichzeitig das Öleinkommen um 40% gesunken ist.

Folgende Ausgaben wurden genannt:

  • Pasdaran: 174.000 Mrd. Tuman
  • Polizei / Ordnungskräfte: 54.000 Mrd. Tuman
  • Militär: 53.000 Mrd. Tuman
  • Bildungsministerium: 23.000 Mrd. Tuman
  • Wissenschaftsministerium: 12.000 Mrd. Tuman

Dieses Budget wurde mit einem Ölpreis von 74 US-Dollar pro Barrel kalkuliert. Bereits nach wenigen Tagen ist diese Rechnung Makulatur. Der Ölpreis fällt schnell und ist heute schon unter 70$ gefallen. Eine Besserung ist angesichts der weltweiten Flaute nicht in Sicht.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Indien begleicht die Erdölrechnung

Zur Zeit des Embargos gehörte Indien zu den Ländern, die iranisches Erdöl importierten. Bezahlen konnten sie nicht – höchstens in Rupis, weil ja die internationalen Sanktionen galten. So haben sich die Schulden Indiens gegenüber dem Iran angehäuft, und die werden jetzt beglichen. Nicht in bar, sondern mit Ware, mit Stoffen und Fäden, namentlich aus Baumwolle. Das hat dazu geführt, dass der iranische Textilsektor, der selbst auch Stoff und Fäden herstellte, zusammengebrochen ist und zahlreiche Firmen schließen mussten. Für die Schmuggelbrüder, die Pasdaran, mag das kein Schaden sein, aber so führt die Wirtschaftspolitik trotz eines Präsidentenwechsels weiter zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit. Denn die Macht der Pasdaran tastet auch kein Hassan Rouhani an.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Die kleinen hängt man…

Es ist im Iran kein Geheimnis, dass der Erdölexport im Iran unter der Kontrolle der Pasdaran steht und für diese wie den Staatshaushalt eine der wichtigsten Einnahmequellen darstellt. Aber wehe, wenn das die verarmte Bevölkerung nachahmt. Die südlich von Bandar-Abbas gelegene Insel Qeschm war letzten Samstag Schauplatz eines brutalen Einsatzes der sogenannten Sicherheitskräfte. Diese hatten ein Lager von geschmuggeltem Treibstoff entdeckt und erschossen bei der Gelegenheit drei Menschen, mindestens sechs weitere wurden verletzt. Die Staatskräfte gingen sogar mit dem Bulldozer vor, um ein Gebäude zu zerstören. Die Bevölkerung des Ortes – er heißt Kuwe – protestierte gegen die Gewalt, aber sie konnte nichts dagegen ausrichten.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Täglich werden im Südiran 75 Mio. m³ Erdgas sinnlos abgefackelt

Moschta Ali Gohari, Spitzenbeamter im iranischen Erdölministerium, hat am heutigen Dienstag, den 27.5.2014, der Nachrichtenagentur Mehr ein Interview gegeben. Dort erklärte er, dass im Südiran jeden Tag 75 Mio. m³ Erdgas ungenutzt verbrannt werden.


Erdgasabfackelung im Iran

Damit, so Gohari, würden nicht nur jede Menge Kapital vergeudet sondern auch das Klima geschädigt. Um diese Menge Gas einer sinnvollen Nutzung zuzuführen wäre eine Investitionssumme in Höhe von 11 Mrd. US Dollar erforderlich. Das Gas müsse nur verbrannt werden, weil die Technik ihrer Nutzung nicht zur Verfügung stünde. Der Erdölminister selber hatte erst letzten Monat in einem Interview gesagt, dass der Iran demnächst Erdgas importieren müsse, wenn die Erdölindustrie nicht entsprechend technologisch entwickelt würde.

Kommentar: Für ein reiches Land wie den Iran sind 11 Mrd. Dollar nicht so viel Geld, besonders wenn man daran denkt, dass in den letzten zwei Jahren der Amtszeit von Ahmadinedschad 12 Mrd. Dollar aus Öleinnahmen verschwunden sind und bis heute nicht klar geworden ist, in welchen Kanälen die Gelder versickert sind. Zudem wird Erdöl in Höhe von 5 Mrd. Dollar auf dem Schwarzmarkt an Länder wie China, Malaysia oder andere asiatische Länder verkauft. Die regelmäßige Hilfe für die Hisbollah, die Hamas oder für die syrische Regierung und radikale Organisationen in Ländern wie den Irak, etc., beläuft sich ebenfalls auf über 10 Mrd. Dollar pro Jahr. Selbst unter der gegenwärtigen Sanktionen hat der Iran jährliche Öleinnahmen von über 70 Mrd. Dollar. Das Problem ist allerdings hier, dass notwendige Direktinvestitionen aus dem Ausland (z.B. von Erdölgesellschaften) nicht fließen, weil die rechtliche und wirtschaftliche Situation im Iran insgesamt noch immer zu unsicher ist. Die iranische Wirtschaft leidet unter dem Phänomen der gleichzeitigen Depression und Inflation.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email