Archiv der Kategorie 'Export / Import'

Iran: US-Firma Boeing schließt Vertrag

Die US-Regierung hat eingewilligt, dass die US-Flugzeugfirma Boeing einen Vertrag mit dem Iran schließt, die iranischen Passagierflugzeuge mit Ersatzteilen zu versorgen, um eine bessere Flugsicherheit zu gewährleisten. Es ist das erste Mal in 35 Jahren, dass ein solcher Vertrag zwischen einer US-Firma und der iranischen Regierung zustande kommt. Der iranische Markt öffnet sich wieder für US-Firmen.

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Iran: Die kleinen hängt man…

Es ist im Iran kein Geheimnis, dass der Erdölexport im Iran unter der Kontrolle der Pasdaran steht und für diese wie den Staatshaushalt eine der wichtigsten Einnahmequellen darstellt. Aber wehe, wenn das die verarmte Bevölkerung nachahmt. Die südlich von Bandar-Abbas gelegene Insel Qeschm war letzten Samstag Schauplatz eines brutalen Einsatzes der sogenannten Sicherheitskräfte. Diese hatten ein Lager von geschmuggeltem Treibstoff entdeckt und erschossen bei der Gelegenheit drei Menschen, mindestens sechs weitere wurden verletzt. Die Staatskräfte gingen sogar mit dem Bulldozer vor, um ein Gebäude zu zerstören. Die Bevölkerung des Ortes – er heißt Kuwe – protestierte gegen die Gewalt, aber sie konnte nichts dagegen ausrichten.

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Atomverhandlungen erfolgreich: Freudentag im Iran

Am 20. Januar 2014 ist vielen Menschen im Iran ein Stein vom Herzen gefallen. Einer der unmittelbaren Vorwände für einen drohenden Krieg ist entfallen. In Genf haben sich die Vertreter des Irans und der Gruppe 5+1 auf ein Abkommen geeinigt, mit dem auch die iranische Regierung zufrieden ist.
Ali Akbar Salehi, Leiter der iranischen Organisation für Atomenergie, gab bekannt, dass der Iran ab Montag, den 20. Januar 2014, freiwillig die Herstellung von auf 20% angereichertem Uran in Natans und Fordu suspendieren wird.
Der Brutreaktor in Arak wird nicht mit neuem Brennstoff beliefert, die Anlage in Isfahan, in der Kernbrennstäbe und -tabletten hergestellt werden, stellt ihre Tätigkeit ebenfalls ein. Diese Angaben wurden am Montag von internationalen Beobachtern kontrolliert.
Nach Angaben von Ali Akbar Salehi hat der Iran seit Beginn seines Urananreicherungsprogramms 416 kg auf 20 % angereichertes Uran („yellow cake“) hergestellt. In den kommenden sechs Monaten werden 100 kg davon auf geringere Konzentrationen (z.B. 0,9%) abgereichert. Als Gegenleistung hat die 5+1-Verhandlungsgruppe in Genf der iranischen Regierung versprochen, 4,2 Milliarden Dollar der eingefrorenen iranischen Gelder freizugeben.
Behrus Kamalwandi, der Sprecher der iranischen Organisation für Atomenergie, erklärte am Montag, den 20. Januar 2014, im iranischen Fernsehen, dass der Hauptteil der Sanktionen bezüglich des iranischen Erdölsektors und des Embargos der iranischen Erdölexporte suspendiert wird. Die Sanktionen bezüglich petrochemischer Erzeugnisse und ihres Exports werden vollständig suspendiert. Die Sanktionen bezüglich der Herstellung von Autos und Auto-Ersatzteilen und ihres Exports, sowie das Verbot des Handels mit Gold und Edelmetallen werden aufgehoben. Auch die Sanktionen, die die Flugzeugindustrie und die Reparatur und Instandhaltung von Flugzeugen betrafen, werden aufgehoben.

Die Anlagen zur Anreicherung von kernwaffenfähigem Uran im Iran werden verplombt

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Iranisches Gesundheitssystem leidet unter Billigimporten aus China

Die Zeitung Schahrwand, die in Teheran publiziert wird, hat heute, Mittwoch, den 8.1.2014, eine Meldung des chinesischen Zolls wiedergegeben, in der es heisst, dass China im Verlauf von 11 Monaten des Jahres 2013 insgesamt 2947 Tonnen Medikamente im Wert von 34,9 Mio. US Dollar in den Iran exportiert habe. Im Vorjahreszeitraum habe China 2664 Tonnen im Wert von 18,9 Mio. US-Dollar exportiert. Die Statistik zeigt, dass die Menge an Medikamenten um ca. 10 % zugenommen hat, während der Wert um über 84 % zunahm.

Die Zeitung Schahrwand meint daraufhin, dass man daraus erkennen könne, wie China, ein angeblicher Unterstützer des Irans, dem Land das Geld raube. Medikamente würden nicht nur aus China sondern auch aus Indien und Südkorea importiert. Das Problem sei nicht nur die Preissteigerung sondern auch die allgemein niedrige Qualität dieser Medikamente, unter der die Menschen leiden würden. Mehr noch, das gesamte Gesundheitssystem des Irans sei mittlerweile in Abhängigkeit von chinesischen Instrumenten, medizinischen Geräten und Einrichtungen geraten. Ungefähr 1/3 dieser Waren würden über normale Kanäle importiert, 2/3 würden geschmuggelt. Das Problem sei nicht so sehr, ob Einfuhrgenehmigungen vorliegen oder nicht, das Hauptproblem sei die niedrige oder überhaupt nicht existente Wirkung der Medikamente und dass so mit dem Schicksal der iranischen Menschen gespielt würde. Ein Vertreter eines Vereins der iranischen Pharmaindustrie habe erklärt, dass einer ihrer Ausschüsse alle aus dem Ausland importierten Medikamente prüfe und dass die offiziell importierten chinesischen Medikamente noch einigermaßen in Ordnung seien, aber die geschmuggelten Medikamente geringe oder gar keine Qualität hätten.

Anmerkung: China produziert und exportiert Waren von sehr unterschiedlicher Qualität und in verschiedenen Preisklassen. Die Waren der besten Qualitätsklasse können mit den Waren aus den reichen Industrieländern konkurrieren. Mittlere Qualität wird z.B. für arabische Länder und die niedrigste Qualität für arme Länder produziert. Weil der Iran unter den westlichen Sanktionen leidet wird diese niedrigste Qualität in riesigen Schiffsladungen auch in den Iran exportiert. Das in der Zeitung beschriebene Problem betrifft auch andere iranische Wirtschaftssektoren, wie die Textilindustrie, die Kraftfahrzeugindustrie, den Bergbau (Staudämme), die Landwirtschaft und die Ölindustrie (wir haben berichtet).

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Bohrtürme aus China für den Iran

Amir Abbas Soltani, Mitglied des Energieausschusses des iranischen Parlaments, beklagte sich jüngst, dass der Iran in der Volksrepublik China Erdölbohrtürme für 170 Milliarden Tuman das Stück kaufe, während der Iran selbst Bohrtürme in besserer Qualität für 110 Milliarden Tuman das Stück herstellen könne. Noch im letzten Jahr sei ein Vertrag mit einheimischen Lieferanten über 14 Bohrtürme abgeschlossen worden, aber der sei wohl auf Eis gelegt. Der Grund sind laut den Worten des Abgeordneten die iranischen Vermittler, die sich bei diesem Geschäft eine goldene Nase verdienen. Amir Abbas Soltani spricht nur von den „Herren“, die davon profitieren, gemeint sind die Pasdaran, die sogenannten Revolutionswächter. Sämtliche Erdölfirmen im Iran sind nämlich in deren Hand.

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Iran-Sanktionen ein Segen für Indien

Aufgrund der Sanktionen gegen das iranische Regime musste dieses alternative Abnehmer für iranisches Erdöl und Erdgas finden. Zum Teil sind die Volksrepublik China und Indien in die Lücke gesprungen. Für Indien haben die iranische Ölimporte gleich mehrere Vorteile: Da das Land nicht in Dollar zahlt, verhindert dies den Abfluss von Dollars, erhöht also den indischen Devisenbestand und stärkt auf diesem Weg die indische Währung. Da außerdem das Öl nicht mit Geld, sondern mit Waren bezahlt wird, stärkt dies die indische Wirtschaft mehrfach. So werden die iranischen Erdölraffinerien und die Petrochemie besser ausgelastet, außerdem können indische Produzenten ihre Waren auf einem neuen Markt absetzen. Besonders absurd ist dies am Beispiel Tee: Iran stellt hochwertigere Teesorten her als es aus Indien importiert, unterstützt aber die iranischen Teebauern nicht, so dass diese arbeitslos werden, dafür importiert das Land schlechtere Teesorten aus Indien.
Wie man sieht, ist Tauschhandel nicht unbedingt eine attraktive Alternative zur Geldwirtschaft.

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Iran: Auch die Pasdaran verlieren

Wie die iranische Nachrichtenagentur ILNA unter Berufung auf den Arbeitnehmervertreter Mussa Mirdschahanmardi meldet, sind 500 Arbeiter von der Krise der Firma Iran Sadra in Buschehr am Persischen Golf von der anhaltenden Krise betroffen. Die Firma Iran Sadra stellt Schiffe und Erdölplattformen her und repariert sie auch. Seit drei Monaten hat sie ihren Arbeitern die Gehälter nicht mehr ausgezahlt. Jetzt steht eine Übernahme der Firma durch einen der Gläubiger bevor. Laut ILNA ging diese Firma um die Jahrtausendwende an den Pasdaran-Stützpunkt Chatamul-Anbiya über. Da sie auch im Erdölsektor tätig war, dürfte ihre Einkommenslage damals recht gut gewesen sein, was wohl der Grund für die Übernahme durch die Pasdaran (Revolutionswächter) war. Infolge des Embargos seien kaum noch Aufträge zum Neubau von Schiffen eingegangen, die Arbeit beschränkte sich zunehmend auf die Reparatur alter Schiffe. Aufgrund der sinkenden Einnahmen soll eine Reihe von Spezialisten die Firma inzwischen verlassen haben.
Die Arbeitnehmer bei Iran Sadra kommen auch aus der Region Chusestan und Barasdschan.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=65542

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Iranische Erfolge: 40 Millionen Paar Schuhe weniger

Akbar Sahedi, Leiter des Verbands der Schuhhersteller der Region Isfahan, erklärte in einem Interview gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA, dass in den acht Jahren Regierungszeit von Präsident Ahmadineschad die Schuhproduktion in dieser Region von 51 Millionen Paar Schuhen auf 11 Millionen Paar gesunken ist. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass die Iraner nun alle einbeinig geworden wären und die Hälfte davon barfuß unterwegs ist, sondern unter Ahmadineschad die Importe aus China forciert wurden. Die Schuhe aus China sind so billig, dass die Kunden in Kauf nehmen, sie in zwei Monaten wieder wegzuwerfen und neue zu kaufen, statt stabilere einheimische Schuhe zu kaufen. Hinzu kommt, dass die iranische Schuhindustrie über veraltete Maschinen verfügt und wegen Devisenmangels auch keine Ersatzteile für die Maschinen kaufen kann. In der Region Isfahan gab es vor acht Jahren noch vier große Schuhfabriken und über 400 kleine Hersteller.

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Iran: Alle Räder stehen still, wenn die Zentrale Bank es will

Madschid-Resa Hariri, Vorsitzender der Importkommission der Handelskammer des Irans erklärte am Sonntag, den 28. Juli 2013, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, dass der iranische Import seit 25 Tagen ruht. Es wird gar nichts importiert. Grund dafür sei, dass die iranische Zentralbank in dieser Zeit keine Devisen (Dollar) mehr an die Importeure ausgezahlt habe.

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Automobilzulieferer im Iran: 122.00o Entlassungen

Mohammad-Resa Nadschafi-Manesch, Mitglied des Vereins der Auto-Ersatzteilhersteller im Iran, also einer Vereinigung der Arbeitgeber, erklärte jüngst gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA, dass von 350.000 Arbeitern in der Ersatzteilindustrie für Autos im vergangenen iranischen Jahr mindestens 122.000 Arbeiter arbeitslos geworden sind.

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Spritzen aus China: führend im Iran

Nach amtlichen Angaben der iranischen Zollbehörde hat der Iran im vergangenen iranischen Jahr (21. März 2012 bis 20. März 2013) 1227 Tonnen Spritzen aus China für 7,2 Millionen Dollar importiert. Rechnet man dies um auf den Preis für ein Kilogramm Spritzen, kommt man auf den Betrag von 5,87 Dollar.
Weiter wurden laut Angaben der iranischen Zollbehörde im selben Zeitraum insgesamt 1500 Tonnen Spritzen für insgesamt für 35,8 Millionen Dollar importiert. Zieht man das Gewicht der chinesischen Importe und deren Preis ab, kommt man auf 273 Tonnen Spritzen aus anderen Ländern (namentlich Frankreich, Belgien und Deutschland) für 28,6 Millionen Dollar. Für ein Kilogramm Spritzen aus diesen Ländern musste der Iran 104,76 Dollar bezahlen. Der horrende Unterschied hat nicht einfach mit den unterschiedlichen Löhnen in Westeuropa und China zu tun, sondern auch mit den Sicherheitsstandards und der Hygiene. Wer schmutzig arbeitet und sich keine Sorgen um eine einheitliche dicke und Stabilität der Kanülen macht, kann eine Menge Geld sparen. Die Rechnung zahlen freilich die iranischen Patienten.
Beachtlich ist auch, dass im Iran 18 Fabriken existieren, die selbst Spritzen herstellen könnten, aber offensichtlich verdienen die Pasdaran daran weniger als wenn sie sich von chinesischen Unternehmern bestechen lassen.

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Iran: Rauchzeichen aus einem verbrannten Land

Der Hoffnungsträger
Es ist seltsam: Der neu gewählte iranische Präsident Hassan Rouhani soll die Hoffnungen von allen verwirklichen. Der Reformisten hoffen auf einen Reformkurs, der ihre Anhänger in Positionen der Macht bringt. Die Fundamentalisten hoffen, dass Rouhani die Sanktionen des Westens beseitigen kann, damit wieder Dollars in ihre Taschen fließen. Der Westen hofft, dass Rouhani das iranische Atomprogramm stoppt. Und das iranische Volk hofft, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt und Rouhani sie davor rettet, ein zweiter Irak oder ein zweites Syrien zu werden.

Ist Rouhani der Messias, der alle erlöst?
Während Rouhani die Vorbereitungen für die Ablösung von Mahmud Ahmadineschad trifft und das neue Kabinett zusammenstellen muss, finden sich zum einen viele, die daran erinnern, dass sie auch für ein Ministeramt geeignet wären, auf der anderen Seite fallen erste Drohungen, wer alles nicht in Frage kommt.

Reformisten, auf einem Auge blind
Auffällig ist, dass die Anhänger der Reformisten im Iran mit großer Aufmachung berichten, wenn Hassan Rouhani sich mit dem zurückgetretenen Kandidaten Aref (auch er wird in die Nähe der Reformer gestellt) bespricht und ihm womöglich einen Ministersessel anbietet, oder wenn Hassan Rouhani sich mit Ajatollah Rafsandschani berät oder sich gar öffentlich beim früheren Ex-Präsidenten Chatami für die Unterstützung bei den Wahlen bedankt.
Die gleichen Kreise bleiben leise, wenn Hassan Rouhani sich mit den unterlegenen Kandidaten Sa‘id Dschalili oder Bagher Qalibaf trifft. Mit anderen Worten, die reformistischen Medien zeichnen dem Volk gegenüber ein Bild von Hassan Rouhani als einem, der versucht, den Reformen eine Chance zu geben. Alles andere fällt unter den Tisch.

Die Fundis zücken das Schwert
Die fundamentalistische Gegenseite, die „Prinzipialisten“, verstärkt seltsamerweise diesen Eindruck, indem auch sie nichts von diesen allseitigen Gesprächen berichtet, sondern Rouhani angreift, weil er nicht eine klare Trennlinie zu den „Elementen des Aufruhrs“ (gemeint sind die Millionenproteste von 2009) zieht.
So warnt Hossein Schariatmadari, der Herausgeber der Teheraner Ausgabe von Keyhan („Die Welt“), das Sprachrohr von Modschtaba Chamene‘i – das ist der Sohn des Religiösen Führers, der zugleich dessen Amtsgeschäfte leitet, dass die Elemente des Aufruhrs nicht ins Kabinett aufgenommen werden dürfen.
Ein weiterer im Bunde ist Hossein Allahkaram, ein Anführer der iranischen Hisbullahis und einer der Beteiligten an den Serienmorden an Oppositionellen im Iran unter Chatamis Präsidentschaft. Ahmadineschad hat aus ihm einen „seriösen Mann“ werden lassen und ihn zum Universitätsdozenten gemacht. Dieser „geläuterte“ Killer hat sich jetzt wütend darüber geäußert, dass Rouhani sogar mit Chatami spreche, der die „Verschwörung von 2009″ im Dienste der Briten, Amerikaner und Israelis angezettelt habe.
Hossein Schariatmadari wie Hossein Allahkaram sind keine Phrasendrescher, hinter ihnen stehen genügend Schläger und Mördertrupps, die gezielt Gegner umbringen können, wenn die Anweisung von oben kommt. Von oben heißt, aus dem Büro des Religiösen Führers.
Das ist verwirrend, denn schließlich haben die Pasdaran und der Religiöse Führer mit Hilfe des Wächterrats befunden, dass Hassan Rouhani ein geeigneter Kandidat ihrer Interessen ist, und Hassan Rouhani hat Ajatollah Chamene‘i noch vor den Wahlen dem Religiösen Führer schriftlich seinen Gehorsam bezeugt.
Wieso fahren die Radikalen so schwere Geschütze gegen einen Mann auf, der doch einer der ihren ist?

Die Wirtschaftskrise: den Knoten zerschlägt das Schwert der Fundis nicht
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir erneut die Frage stellen, was der Zweck der Wahlen war.
Das Volk will Veränderung. Es leidet unter der horrenden Inflation und der gewaltigen Arbeitslosigkeit. Das Potential für Unruhen ist da, und es kann das ganze Regime über Nacht wegfegen. Das Regime weiß das.
Die Pasdaran und Bassidschis und natürlich auch die vielen korrupten Geistlichen wollen weiter die Staatseinnahmen anzapfen, aber da gibt es ein Hindernis: Die Einnahmen sind drastisch geschrumpft, so dass es viel weniger zu verteilen gibt als früher.
Dass die Einnahmen geschrumpft sind, hängt auch mit der bisherigen Außenpolitik zusammen: Den iranischen Machthabern war der Bau einer Atombombe so wichtig, dass sie deshalb die Sanktionen in Kauf genommen haben.
Jetzt haben sie festgestellt, dass es sich ohne Sanktionen besser lebt, und deswegen waren alle, die an der Macht teilhaben, daran interessiert, den Westen davon zu überzeugen, dass jetzt eine Wende eintritt. Eine Wende in der Atomfrage.
Da war Hassan Rouhani ein guter Kandidat. Er soll den Konflikt mit dem Westen richten, die Sanktionen sollen aufgehoben werden und die Dollars sprudeln wieder. Das ist der Plan.

Das Volk: Warten, schweigen und dann?
Aber da gibt es eine große Unbekannte: das Volk. Selbst wenn die Sanktionen aufgehoben werden, entstehen die ruinierten Wirtschaftsbetriebe nicht in wenigen Monaten wieder neu. Auch die Importe von Weizen, Kartoffeln, Reis, Orangen und anderen Produkten, die der Iran früher selbst im Überfluss produziert hat, werden nicht aufhören, die heimische Landwirtschaft zu zerstören, denn die Pasdaranführer leben von den Importtributen, nicht von der Produktion.
Das Volk hofft natürlich, dass es ihm nach einer Aufhebung der Sanktionen wieder besser gehen wird, dass die Inflation besiegt wird. Auch die Händler hoffen, dass mit Rouhani sich der Preis des Dollars (für den Außenhandel) stabilisiert.
Aber was geschieht? Innerhalb weniger Tage ist der Wechselkurs des Dollars von 1:4000 auf 1:2900 gefallen, um gleich darauf wieder auf 1:3400 zu steigen. Da stabilisiert sich nichts. Und die Inflation? In den letzten Tagen wurden gerade wieder die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel um 30 Prozent erhöht. Das Volk sieht es, aber es wartet noch ab.
Man gewinnt den Eindruck, dass verschiedene Gruppen sich in Position bringen: Die Reformisten versuchen ein paar Ministerposten zu ergattern, um unter ihren Anhängern das Manna von Staatsgeldern zu verteilen, die Fundamentalisten drohen mit „Volkszorn“ auf den Straßen, sprich mit Aufmärschen gewaltbereiter Hisbullahis, um diese Posten für sich zu behalten, und der Religiöse Führer schweigt.
Die Pasdaranführer schweigen, was Israel und USA angeht, die Freitagsprediger des gleichen, denn den Ausgleich mit dem Westen, genauer die Versöhnung mit den heiß geliebten Dollars, wünschen auch sie.
Es gibt nur eine Gruppe, die sich nicht in Position bringen kann: das Volk. Vor zwei Tagen wollte sich eine unabhängige Lehrergewerkschaft gründen – verboten. Die politischen Gefangenen, ob Gewerkschafter, ob Studenten, sind weiter in Haft.
Auf die Intellektuellen warten die nächsten Serienmorde. Wie soll das Volk sich organisieren?

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Brotmangel im Iran

In einigen Städten in den Provinzen Chusestan und Ardabil, sowie in Sanandadsch und Nadschafabad (Region Isfahan) kam es in den letzten Tagen zu Protesten vor den Bäckereien, wo sich lange Schlange bildeten. Die Kunden protestierten dagegen, dass die Bäckereien zu wenig Brot hatten. Die Bäckereien erklärten, sie seien nicht daran schuld, sie bekämen nicht mehr Mehl zu geteilt. Der stellvertretende Minister für Industrie und Bergbau behauptete, es sei alles in Ordnung, das Mehl werde ordnungsgemäß verteilt.
Gleichzeitig wird Weizen und Weizenmehl illegal in den Irak exportiert, was nicht zu verhindern ist, da die am Schmuggel beteiligten Firmen unter dem Schutz der Revolutionswächter (der „Schmuggelbrüder“, wie Ahmadineschad sie getauft hat) stehen.
Es heißt, dass der iranische Weizen namentlich gegen Dollar nach Syrien und in den Irak verkauft wird, um auf diesem Weg Dollar in die Kassen der Pasdaran zu bringen. Zum Ausgleich für den entstandenen Mangel wird auf der Gegenseite Reis und Brotgetreide aus China und Indien zu niedrigen Preisen importiert, allerdings auf Kosten der Qualität. So beklagte ein Abgeordneter im iranischen Parlament, dass der Reis aus Indien gesundheitsschädlich sei und nicht für Kinder geeignet sei.

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Iran: Feindliche Übernahme von BMW-Vertretung

Ali Nuriyani betrieb eine BMW-Vertretung im Iran, die Autos und Ersatzteile dieser Marke im Iran vertrieb. Nach seinen Angaben wurde er von Vertretern der gemeinnützigen Stiftung „Bonyad Schah Abdol-Asim“ in Schahre Rey angesprochen, die Anteile von seiner Vertretung erwerben wollten. Nuriyani ging darauf ein und musste feststellen, dass die von der Stiftung betriebene Investment-Firma Rey Investment Co. es darauf abgesehen hatte, die entscheidende Mehrheit der Anteile zu erwerben. Dem Druck konnte er sich nicht widersetzen, so dass jetzt die Rey Investment Co. die Vertriebstätigkeit der Firma Nuriyani kontrolliert. Der Direktor von Rey Investment Co. ist Mohammad Reyschahri, ehemaliger Geheimdienstminister und enger Vertrauter von Ajatollah Chamene‘i.
Die Firma BMW hat darauf hingewiesen, dass sie seit 2009 keine Vertriebslizenz mehr mit einem Partner im Iran hat und sich bewusst ist, dass die Importtätigkeit über Drittländer durch Personen ausgeführt wird, die Ajatollah Chamene‘i nahestehen.

Quelle:
http://www.ibtimes.com/irans-supreme-leader-ayatollah-khamenei-multi-billionaire-bmw-car-dealer-1233899
http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-ajatollah-chamenei-hat-bmw-haendler-enteignen-lassen-a-897881.html

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Sicherheitsrat beschließt Sanktionen gegen 2 iranische Luftfahrtgesellschaften

Gegen die beiden iranischen Exportfirmen „Jas Air“ und „SAD Iran“, die auch über eigene Luftfrachtunternehmen verfügen, wurde am Donnerstag, den 20. Dezember 2012, vom UN-Sicherheitsrat eine einschneidende Maßnahme beschlossen. Das Vermögen der beiden Firmen wurde weltweit eingefroren, weil sie beide das syrische Regime mit Waffen beliefern.

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