Archiv der Kategorie 'Folter'

Iran: Folter zur Vierzig-Jahresfeier der Revolution


Esmail Bachschi und die Sepide Qalyan

Der Arbeiterführer des Unternehmens Neyschekar von Haft-Tape Esmail Bachschi und die Unterstützerin Sepide Qalyan werden derzeit in Haft gefoltert, um sie zu einem „Geständnis“ zu zwingen, dass ihre Aussagen über erlittene Folterungen, die sie gemacht hatten, als sie nach der ersten Inhaftierung auf freien Fuß kamen, Lügen seien. Die Gefangenen sollen entsprechend vorbereitete Reue-Briefe unterschreiben.

Unterdessen setzt sich Amnesty International für die Freilassung dieser Gefangenen ein

https://www.radiofarda.com/a/emaeilbakhshi-sepidehgolian-hafttapeh-factory/29763843.html
feshare shadid be baxshi wa qalyan baraye e°terafate ejbari wa neweshtane nedamat-name

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Iran: Tränengas und Schläge im Qaritschak-Gefängnis


Besserungsanstalt Qaretschak (Waramin)

Als am 7. Februar die Frauen im Qaritschak-Gefängnis gegen ihre Behandlung und die Haftbedingungen protestierten, wurden sie von Gefängniswärtern angegriffen. Die Beamten feuerten Patronen mit Tränengas (dem Wirkstoff von Pfefferspray) in die Zellen. Die Gefangenen zündeten darauf Decken an, um mit dem Rauch und Feuer die Wirkung des Gases – in geschlossenen Räumen ! – zu reduzieren.
Die Angriffe der Wärter setzten sich am folgenden Tag fort, als sie die Gefangenen mit Schlägen traktierten, so dass eine unbekannte Anzahl der Gefangenen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Mahmud Sadeqi, einer der Parlamentsabgeordneten von Teheran, bemühte sich, die Proteste als ein Werk von Drogenabhängigen darzustellen, die sich darüber empört hätten, dass sie nicht unter die Amnestie fallen. Die Webseite von Madschsubane Nur und ihre Nachrichten, die via „Telegram“ verbreitet werden, sprechen allerdings eine andere Sprache von den Ereignissen. Madschsubane Nur ist die Seite der Gonabadi-Derwische, einer religiösen Gemeinschaft von Sufis, die von der Islamischen Republik Iran verfolgt wird. Die Webseite Peykeiran nennt drei gefangene Frauen namentlich, die zu den Gonabadi-Derwischen gehören und ebenfalls Opfer dieser gewaltsamen Übergriffe der Gefängniswärter wurden.

So oder so, die Anwendung von Tränengaspatronen in geschlossenen Räumen ist nicht verhältnismäßig.
Das Qaritschak-Gefängnis liegt in Waramin, etwa 40 km von der Stadt Teheran entfernt.

https://www.radiofarda.com/a/iran-prisoners-attacked-by-guards/29759410.html
vom 19. Bahman 1397 (8. Februar 2019)
axbare motenaqez dar baraye aramesh dar zendane qarichak pas az zarb-o-jarahe zendaniyane mo°tarez

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=175974
vom 19. Bahman 1397 (8. Februar 2019)
hamleye garde zendan be zanane zendani dar zendane qarichake waramin

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Iran: Umweltschützerin widerruft Geständnis unter Folter

Die Umweltschützerin Niloufar Bayani stand heute vor Gericht, nachdem sie vor über einem Jahr zusammen mit weiteren iranischen und internationalen Umweltschützern festgenommen worden war. Sie musste sich gegen den Vorwurf der Spionage verteidigen. Sie widerrief ihr vorangegangenes Geständnis unter Folter.


Niloufar Bayani

Während der heutigen Verhandlung wandte Niloufar Bayani sich an das Publikum im Gerichtssaal und schrie mit lauter Stimme, dass das unter Folter von ihr erpresste Geständnis nicht wahr sei. Sie berichtete, wie Verhörbeamten sie gefoltert und bedroht haben und beschrieb, wie ihr auch eine Spritze gegeben wurde. „Jeder hier im Saal hätte unter diesen Bedingen alles gesagt, was die Verhörbeamten sich wünschen“ erklärte sie dazu.

Niloufar Bayani ist in einem Gefängnis der Revolutionswächter inhaftiert. Sie hatte seit einem Jahr keinen Anwalt ihrer Wahl – lediglich ein Anwalt der Revolutionswächter wurde ihr zugeordnet. Ihr droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe.

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Iran: Demonstration von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern vor dem Arbeitsministerium

Am heutgen Dienstag kam es zu einer Demonstration von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern sowie anderen Rentnerinnen und Rentnern vor dem Arbeitsministerium in Teheran. Die Menschen kritisierten die Schwierigkeiten, angesichts der hohen Inflation die Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Darüber hinaus wandten sie sich gegen die jüngsten Folterungen von Sepide Qalyan und Esmail Bakschi, sowie gegen die als Einschüchterung gedachte Ausstrahlung von „Dokumentationen“ ihrer unter Folter erpressten, angeblichen Geständnisse im Staatsfernsehen.

Kommentar:

Noch in den 1980er Jahren, also den ersten Jahren nach der Islamischen Revolution im Iran, haben Angehörige von Inhaftierten es nicht gewagt, außerhalb des engsten Familienkreises über eine Festnahme zu sprechen. Zu groß war die Angst vor Repressalien und Ausforschungen von Geheimdiensten. Das änderte sich in den folgenden Jahrzehnten langsam. In den 90er Jahren sprach man immerhin in der Famile über die Festnahmen, jedoch ohne nähere Angaben über die Umstände. Im Ausland wurde nicht berichtet, selbst wenn es Hinweise gab. Viel später erst wurden Informationen an Medien, auch im Ausland, weitergegeben, die die Angehörigen neutral zu den Festgenommenen befragten. Erst vor wenigen Jahren wurde es üblich, über Folterungen von Angehörigen zu berichten und dies sogar in der Öffentlichkeit. Mit Esmail Bakschi und Sepideh Qalyan sehen wir mutige AktivistInen, die sogar noch einen Schritt weiter gehen: sie kommen aus dem Gefängnis, wo sie gefoltert wurden und gehen sogleich an die Presse und berichten im Internet. Sie haben offene Briefe geschrieben, in denen sie fordern, dass ihre Folterer festgenommen, vor Gericht gebracht und bestraft werden. Auch die streikenden Arbeiter in Haft-Tapeh haben Signalwirkung gehabt. Ihre inhaftierten Aktivisten sind bekannt und ihre Freilassung wird auch von anderen Bewegungen gefordert, die sich mit ihnen solidarisieren.

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Iran: Das Bild der Folterer


So haben die Pasdaran Esmail Bachschi zugerichtet

Die Revolutionswächter (Pasdaran), die für die Verhaftung und Folterung des Arbeiterführers Esmail Bachschi anscheinend verantwortlich sind, haben heute auf der Seite ihrer Nachrichtenagentur Fars selbst die erneute Verhaftung von Esmail Bachschi bekannt gegeben. Hier die Version der Täter: „Esmail Bachschi, eines der Elemente, die mit umstürzlerischen Gruppen in Kontakt stehen, und der verlogenerweise behauptete, gefoltert worden zu sein, wurde vor seinem Anschluss an eine Gruppe, die sich ins Ausland absetzen wollte, verhaftet“.
Und dazu veröffentlichte deren Organ ein Foto von Esmail Bachschi mit angeschwollenem Gesicht, das mehr als deutlich zeigt, dass er das Opfer von Misshandlungen wurde. Auch eine Art Geständnis, wenn auch unfreiwillig.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=174669
vom 1. Bahman 1397 (21. Januar 2019)
esmail baxshi dastgir shod

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Iran: Sepide Qalyan erneut verhaftet


Sepide Qalyan

Sepide Qalyan, die die Arbeiterproteste in Haft-Tape unterstützte und gemeinsam mit Esmail Bachschi in Haft gehalten und wie dieser gefoltert worden war, hat nach ihrer Freilassung ausgesagt, dass sie selbst gefoltert wurde und auch die Folterung von Esmail Bachschi bezeugen kann. Diese Aussage behagte den Machthabern gar nicht, weil sie die Folterungen stets bestritten hatten.
Am Samstag strahlte das staatliche iranische Fernsehen eine Sendung mit dem Titel „Barnameye suchte“ (Der gescheiterte Plan) aus, in der es ein manipuliertes Geständnis von Sepide Qalyan der Öffentlichkeit vorstellte. Sepide Qalyan erklärte darauf, dass man schon an diesem „Geständnis“ erkennen könne, dass sie gefoltert wurde.
Am Sonntagmorgen um 7 Uhr erschienen darauf 14 Beamte – 12 Männer und 2 Frauen, um Sepide Qalyan zu verhaften. Sie hatten keinen Haftbefehl dabei. Als der Bruder von Sepide Qalyan, Mahdi Qalyan, protestierte, sie hätten kein Recht, seine Schwester ohne Haftbefehl mitzunehmen, wurden ihm die Zähne eingeschlagen und er wurde ebenfalls verhaftet. Seiner Schwester schlugen die Beamten mit einer Pfanne auf den Kopf, wie ihr Vater später berichtete. Bruder und Schwester wurden beide an einen unbekannten Ort verbracht. Ihr Vater Choda-Raham Qalyan wurde ebenfalls bedroht, als er sich auf dem Sitz des Geheimdienstes in Schusch nach dem Verbleib seiner Kinder erkundigten. Der Vater berichtete auch, dass einer der verhaftenden Beamten gesagt hätte, er werde Sepide Qalyan umbringen, und wenn auch sonst alle freigelassen würden. Dies verweist auf einen persönlichen Groll hin, der für die Verhaftete besonders gefährlich werden kann.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91046
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
sepide qalyan mojaddadan bazdasht shod

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=174598
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
pedare sepide qalyan: 12 mamure mard wa do mamure zan ba xoshunat rixtand xane, dandanhaye pesaramra shekastand man wa hamsaramro kotak zadand goftand doxtaratra ham mikoshim

https://www.radiofarda.com/a/iran_dezful_sepideh_qolian_khodarahm_torture_arrest/29722168.html
vom 1. Bahman 1397 (21. Januar 2019)
pedare sepide qalyan: hokme bazdasht neshan nadadand wa mara zadand

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Iran: Staatliches Überfallkommando verhaftet Arbeitersprecher


Esmail Bachschi

Esmail Bachschi, einer der Sprecher der Gewerkschaft der Arbeiter der Zuckerfabrik von Haft-Tape wurde vom Sonntag auf Montag gegen Mitternacht von einem staatlichen Kommando, das mit 15 Streifenwagen anrückte, verhaftet und an einen unbekannten Ort verbracht. Esmail Bachschi war nach seiner ersten Verhaftung in einem miserablen körperlichen und seelischen Zustand freigelassen worden. Die Behörden leugneten, dass sie ihn gefoltert hatten. Nachdem er selbst eine Erklärung abgegeben hatte, in der er ebenfalls den Vorwurf erhoben hatte, von den Beamten des Geheimdienstes in Haft gefoltert worden zu sein, scheinen die Verantwortlichen nun das Opfer und zugleich den Zeugen ihres Verhaltens wieder aus dem Verkehr ziehen zu wollen.
Die iranische Öffentlichkeit im Lande wird dieses Vorgehen vermutlich als Indiz werten, dass die Behauptungen von Esmail Bachschi stimmen. Die fabrizierten Geständnisse, die das staatliche Fernsehen ausstrahlte, dürften nur bei Leuten verfangen, die ohnehin auf der Seite der Machthaber stehen, die Arbeiter wird das kaum überzeugen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91059
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
esma‘il baxshi dobare bazdasht shod

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Iran: Mitgefangene aus den Arbeiterprotesten sagt aus


Assal Mohammadi

Assal Mohammadi ist eine Studentin, die in Teheran aus Solidarität mit den streikenden Arbeitern in Ahwas und Haft-Tape protestiert hatte und deshalb verhaftet wurde. Sie wurde von den Behörden nach Schusch verschleppt – nahe zur irakischen Grenze, und dann in einen Haftort des Geheimdienstes von Ahwas gebracht.
Assal Mohammadi wurde nach einem Monat Gefängnis gegen eine beträchtliche Kautionszahlung freigelassen und hat jetzt in einem offenen Brief geschildert, wie sie in der Haft Zeugin der Folterung von Sepide Qalyan und Esma°il Bachschi wurde. Dies ist in mehrerer Hinsicht von Bedeutung. Ihre Zeugenaussage widerspricht der Behauptung der Behörden der Provinz Chusestan, Esma°il Bachschi sei in Haft nicht gefoltert worden (wir hatten kürzlich davon berichtet). Ihre Aussage zeigt auch, dass selbst Personen in ihrer gefährlichen Lage – sie lebt weiterhin im Iran und kann jederzeit wieder verhaftet werden, weiter an die Öffentlichkeit gehen. Denn sie wissen, dass es im Land eine interessierte Öffentlichkeit gibt, die stärker ist als die Machthaber.


Sepide Qalyan und Esmail Bachschi
In ihrem offenen Brief schreibt Assal Mohammadi: „Am sechsten Tag meiner Haft in Ahwas wurde ich in eine kleine, feuchte Zelle verlegt, in der sieben Gefangene untergebracht waren. Eine von ihnen war Sepide Qalyan (Sepide Qalyan hatte den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt und war dann aus dem Bus heraus verhaftet worden. Vgl. unsere Nachricht vom 26. November 2018). Ich brauchte einige Zeit, bis ich ihr Gesicht wieder erkannte. Ich konnte es nicht fassen, dass ihr fröhliches Gesicht in so kurzer Zeit so knöchern und abgemagert aussehen konnte. Am Nacken waren noch blaue Flecken zu sehen. An ihren Händen sah man Kratz- und Schürfwunden. Sie erzählte mir von den Repressalien, die sie in den 21 Tagen ihrer Haft (bis dahin) erlitten hatte. (…) Ich war selbst Zeugin, wie sie stundenlang verhört wurde, von zehn Uhr morgens bis Mitternacht. Das wiederholte sich Tag für Tag. Ich hörte das Brüllen und die Beleidigungen des Verhörbeamten aus dem Nachbarraum. Ich habe erlebt, wie sie so einen Druck auf sie ausübten, ein erfundenes Geständnis abzulegen, dass sie sich mit den Händen das Gesicht zerkratzte und sich den Tod wünschte.“
„Ich habe das lange Husten und die Atemnot von Esmail (Bachschi) aus dem benachbarten Verhörraum gehört und wie sich die Beamten über ihn lustig machten (…). Es war schmerzlich zu wissen, dass dieser aufrechte Kollege im Raum nebenan gequält wird und ihm ein Minimum an medizinischer Behandlung verweigert wird. (…) Ich bin bereit dazu, darüber Zeugnis abzulegen, was ich gehört und gesehen habe.“

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=90953
vom 24. Dey 1397 (14.1.2019)
shahadat-nameye °asal mohammadi: shahede sewome shekanje

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Iran – Haft-Tape: Arbeiterführer gefoltert


ein altes Foto von Ismail Bachschi

Trotz gegenteiliger Behauptungen des Provinzgouverneurs von Chusestan, Gholamresa Shariati, der inhaftierte Gewerkschaftsaktivist Ismail Bachschi sei nicht gefoltert worden, sprechen die Indizien von etwas anderem. Am 22. Dezember 2018 wurde bekannt, dass es bis dahin nicht möglich war, mit Ismail Bachschi Kontakt aufzunehmen, obwohl der Inhaftierte zehn Tage zuvor gegen eine Kaution von 400 Millionen Tuman freigelassen worden war.
Einem iranischen Journalisten namens Shahed Alawi ist es gelungen, einen Angehörigen des Freigelassenen zu finden, der bereit war, Näheres zu dessen Lage zu berichten.
Demnach wies Ismail Bachschi blaue Flecken und Schwellungen am Kopf und im Gesicht auf, als er freigelassen wurde. In Haft wurde er mit dem Knüppel auf die Hoden geschlagen, und zu den schweren Körperverletzungen, die ihm die Beamten zufügten, kommt noch hinzu, dass sie ihm Psychopharmaka verabreichten, die u.a. halluzinogene Wirkung haben.
Die Schmerzen durch die Folterung wie auch die Wirkung oder Nebenwirkung dieser Substanzen halten auch nach der Freilassung noch an, so dass Ismail Bachschi nicht in der Verfassung ist, Kontakt nach Außen aufzunehmen. Außerdem wurde ihm mit erneuter Inhaftierung gedroht, falls er Interviews gebe. Auch auf die Gewerkschaftsaktivisten, die mit ihm zusammen den Streik bei der Zuckerfabrik von Haft-Tape durchführten, übten die Organe Druck aus. Sie drohten, wer mit ihm Kontakt aufnehme, werde gleichfalls inhaftiert. Das führt dazu, dass Ismail Bachschi ziemlich isoliert ist. Hinzu kommt, dass die Behörden ihn aus der Arbeit entlassen haben, so dass er keinen Lohn mehr erhält, und außerdem seine Konten gesperrt haben, so dass er weder an sein Geld kommt noch ihm Geld überwiesen werden kann. Dies hat zur Folge, dass er akut an Geldmangel leidet und auch nicht den Arzt oder Medikamente bezahlen kann, die er in dieser Lage benötigt. Aufgrund dieses Vorgehens der Behörden ist eine baldige Besserung nicht zu erwarten.
Die Behörden sind zwar rasch am Dementieren, wenn es um Foltervorwürfe geht, aber zugleich behindern sie aktiv jegliche Kontaktaufnahme von Journalisten, auch inländischen Journalisten, mit ihm. Das bedeutet, dass die Behörden selbst nicht die Möglichkeit zulassen, ihre Behauptungen zu bestätigen. Und das wiederum lässt den Schluss zu, dass sie selbst wissen, dass ihre Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=172449
vom 1. Dey 1397 (22. Dezember 2018)
shekanje-ye esma°il baxshi dar zendan, az batum zadan be beizeha ta xorandane qorshaye tawahhom-za

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Iran – Haft-Tape: Verhaftung von Arbeitervertretern


Ali Nedschati, Arbeitervertreter von Haft-Tape

Von iranischen Gewerkschaften wurde der Vorwurf erhoben, dass Esmail Bachschi, ein inhaftierter Vertreter der streikenden Arbeiter der Zuckerrohrfabrik in Haft-Tape, in Haft so schwer gefoltert wurde, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die iranischen Justizbehörden haben diese Meldung umgehend dementiert. Dies ist nicht erstaunlich, da die Justiz im Iran nicht die Rolle eines unabhängigen Kontrolleurs staatlichen Handels spielt, sondern vor allem dazu dient, staatliche Verbrechen zu vertuschen.
Es wurde außerdem bekannt, dass vergangenen Donnerstag ein weiterer Arbeitervertreter von Haft-Tape inhaftiert wurde, und zwar Ali Nedschati.

https://www.radiofarda.com/a/iran_shoosh_ali_nejati_esmail_bakhshi_workers_hafttapeh/29628184.html
vom 8. Adhar 1397 (30. November 2018)
bazdashte °aliye nejati, esma°ile baxshi „be dalile shekanje be bimarestan montaqel shod“

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Hinrichtung von Mohammad Salas

Gestern, den 18.6.2018, wurde das 51-jährige Mitglied des iranischen Gonabadi-Ordens, Mohammad Salas, im Iran hingerichtet. Seine Anwältin, Zeinab Taheri, hat aus diesem Anlass eine öffentliche Erklärung zur Unrechtmäßigkeit seiner Verurteilung abgegeben und wurde noch am gleichen Tag verhaftet.


Mohammad Salas, am 18.6.2018 im Iran hingerichtet

Mohammad Salas war im Februar 2018 bei einem Sitzstreik von ca. 1000 Anhängern des Gonabadi-Ordens festgenommen worden. Dies geschah im Rahmen von gewaltförmigen Auseinandersetzungen zwischen den Derwischen und der Polizei, bei denen auch mehrere Polizisten ums Leben gekommen waren, als ein Bus in sie hineinfuhr. Der 51-jährige M. Salas wurde beschuldigt, den Bus gefahren zu haben, obwohl Zeugen aussagten, dass dies ein junger Mann gewesen sei, der fliehen konnte.

Die Festnahme von Mohammad Salas muss extrem brutal vonstatten gegangen sein. Amnesty International dokumentierte, dass er über mehrere Stunden in der Polizeistation geschlagen und gefoltert worden war. Er wurde bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert, wo zahlreiche Brüche, Kopf-Verletzungen mit Schnitten, die genäht werden mussten, gebrochene Zähne und eine gebrochene Nase festgestellt wurden. Er hätte sein Augenlicht verloren. Unter Medikamenten und kaum bei Bewusstsein wurde ihm noch im Krankenhaus ein „Geständnis“ abgenommen. Es sollte im anschließenden Prozess das einzige Beweismittel bleiben.


Zeinab Taheri, Anwältin von Mohammad Salas und mittlerweile inhaftiert

Zu keiner Zeit imVerfahren hatte Mohammad Salas‘ Anwältin Zugang zu ihrem Mandanten. Die kritischen Einwände ihrerseits, die seine Unschuld beweisen, wurden völlig ignoriert. Sie erklärte, dass ihr Mandant nicht der Busfahrer gewesen sei. Es gäbe keine Zeugen, kein Video und auch keine Fingerabdrücke, die das belegen würden. Im ersten Prozess hätte Mohammad Salas alle seine unter Folter gemachten Aussagen widerrufen. Später sei es zu weiteren Folterungen gekommen, selbst im Krankenhaus. Im zweiten Prozess konnte er sich kaum noch äußern.

Zeinab Taheri bestätigte, dass Mohammad Salas gefoltert worden ist. Die Angehörigen von Mohammad Salas hätten nach der Hinrichtung eine Obduktion gefordert, die aber von der Regierung nicht zugelassen worden sei. Sie fragte, wovor die Regierung bei einer Obduktion Angst habe, wenn sie ihn nicht geschlagen und gefoltert hätte. Auch die Beerdigung konnte laut der Anwältin nicht an einem Ort stattfinden, den sich die Familie ausgesucht hatte, sondern wurde in einer weit entfernten Stadt durchgeführt.

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Iran – Masandaran: Folterer gefasst


Die Südküste des Kaspischen Meers. Dort, wo der rote Pfeil ist, wurde Sa°id Mortasawi festgenommen.

Hodschatoleslam Taqawwi-Fard, der Leiter der Justizbehörde der Region Masandaran, hat am Sonntag die Festnahme von Sa°id Mortasawi bestätigt. Sa°id Mortasawi war wegen seiner Verantwortung für den Tod des Sohns von Abdolhossein Ruh ol-Amini zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig. Trotzdem wurde es nicht vollstreckt, bis ein entsprechender politischer Druck aufgebaut wurde. Am Sonntag wude Sa°id Mortasawi in Sorch-Rud, einem Ort direkt am Kaspischen Meer, einem Urlaubsort, festgenommen und nach Teheran überstellt. Es wird sich zeigen, wie er seine Kontakte weiterhin nutzen wird, um die Haftstrafe zu umgehen oder vorzeitig zu beenden.

Der im Iran lebende Journalist und Schriftsteller Ahmad Seyd-Abadi, der selbst schon eine politische Haftstrafe im Ewin-Gefängnis verbüßt hat, berichtet von seinen Erfahrungen im Gefängnis mit Gefangenen dieser Art. Zu seiner Zeit waren Kasemi und Alichani, die Mörder des Ehepaars Dariusch und Parwane Foruhar, ins Ewin-Gefängnis eingeliefert worden, und zwar in den Saal Nummer 3, Trakt sieben. Zuerst hielten die meisten Gefangenen Abstand von ihnen und verabscheuten sie, aber aufgrund der guten Verbindungen nach draußen konnten die beiden Mörder bald ein Gefolge von Anhängern aufbauen, so dass sie am Tag ihrer Verlegung in einen anderen Trakt von vielen Gefangenen wie Freunde verabschiedet wurden. Ahmad Seyd-Abadi ist der Ansicht, dass Leute wie Sa°id Mortasawi im Gefängnis eh keine schmutzigen Arbeiten verrichten müssen, das wird dann denen überlassen, die keine Macht haben, und er sich dort ein kleines Reich errichten wird.


An diesem Urlaubsort hatte der Mörder von Sahra Kasemi Unterschlupf gefunden.

http://news.gooya.com/2018/04/post-14064.php
vom 22. April 2018
joz‘iyate dastgiriye sa°ide mortazavi dar shomale keshvar

http://news.gooya.com/2018/04/post-14110.php
vom 23. April 2018
sa°ide mortazavi wa keyfare zendan, ahmad zeyd-abadi

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Iran: Der Folterer von Kahrisak trotz Urteil auf freiem Fuß

Wie durch eine Bemerkung des Justizsprechers Mohsen Esche‘i bekannt wurde, ist Sa‘id Mortasawi, einer der Hauptverwantwortlichen für die Folterungen in Kahrisak, der auf Betreiben der Angehörigen des dabei verstorbenen Sohns von Abdolhossein Ruh ol-Amini zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, noch immer in Freiheit. Der Rechtsanwalt der Familie Ruh ol-Amini hat darauf hingewiesen, dass Sa‘id Mortasawi vor Gericht stets in Begleitung dreier Leibwächter aufgetreten ist, die vom Staat gestellt wurden. In einer 8-Stunden-Schicht macht das mindestens 9 Leibwächter. Der Anwalt hielt es für befremdlich, dass die Leibwächter, die ja vom Staat bezahlt werden, nicht wissen sollen, wo sich ihr Schützling befindet…

https://www.radiofarda.com/a/latest-on-mortazavi-case/29170098.html
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
wakile xanewadeye ruhol-amini: parwandeye mortazawi dar extiyare zabetane qaza‘i ast

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Irans Beitrag zum Tag der Frau: Ehefrau eines Foltertoten erhält Ausreiseverbot


Mariyam Mombeini

Als Mariyam Mombeini, eine kanadische Staatsbürgerin, am frühen Morgen des 8. März 2018 über den Imam-Chomeini-Flughafen zusammen mit ihren beiden Söhnen nach Kanada ausreisen wollte, wurde ihr bei der Passkontrolle mitgeteilt, gegen sie liege ein Ausreiseverbot vor. Ihr Pass wurde beschlagnahmt, sie selbst durfte nicht ausreisen.
Mariyam Mombeini ist die Ehefrau des Hochschulprofessors Kawus Seyyed Emami, eines bekannten Umweltfachmanns, der aus politischen Gründen unter dem Vorwurf der Spionage inhaftiert wurde und allem Anschein nach in Haft vom Staat ermordet wurde, was dann mit der Version des Selbstmordes vertuscht werden sollte. Als die Familie eine unabhängige Untersuchung seines Tods in Haft forderte, wurde sie von Beamten des Justizapparats und des Geheimdienstes der Pasdaran wiederholt bedroht.
Mariyam Mombeini war am 19. Bahman 1396 (8. Februar 2018) von der 27. Kammer des (Revisions?)Gerichts vorgeladen worden, weil sie ihren Ehemann in Haft besuchen wollte. Dort wurde sie drei Stunden lang verhört. Ihr und ihren Angehörigen wurde dabei mit Inhaftierung gedroht. Dann wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Mann in Haft Selbstmord begangen habe, sie musste sich schriftlich verpflichten, keine Interviews zu geben, sonst käme sie auch in Haft.
Ihr Mann, der 64-jährige Professor und Umweltaktivist Kawus Seyyed Emami, war am 4. Bahman 1396 (24. Januar 2018) vom Geheimdienst der Pasdaran verhaftet worden, am 19. Bahman (8. Februar) wurde die Familie informiert, er habe in Haft Selbstmord begangen. Am 25. Bahman (14. Februar) wurde er begraben. Am Vorabend der Beerdigung erhielt die Familie die Todesbescheinigung, in der stand, dass die Ergebnisse der Autopsie noch ausstünden – sprich, der Leichnam wurde begraben, ohne dass die Familie wusste, was die Autopsie ergeben hatte und wie sie durchgeführt wurde.
Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland reagierte noch am selben Morgen der Ausreiseverhinderung mit einem Tweet:

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/73648/
vom 08.03.2018 09.15 Uhr
jelougiri az xoruje hamsare kawus seyyed emami az iran

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Iran – Schweiz: Krimineller Justizminister kommt nach Genf


Justizminister Ali-Resa Awa‘i (der braune Fleck auf der Stirn ist im Iran Merkmal religiöser Eiferer, die sich beim Beten so verneigen, dass sie mit der Stirn dabei jedesmal auf einen Stein stoßen. Das ist sehr karrierefördernd…)

Ali-Resa Awa‘i, derzeit Justizminister der iranischen Regierung unter Präsident Rouhani, kommt am 27. Februar 2018 zu einer Sitzung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen nach Genf. Er kommt als Vertreter der iranischen Regierung. Anwälte in der Schweiz haben jetzt gegen ihn Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erstattet und fordern seine Festnahme. Sie haben zur Untermauerung ihrer Forderung Zeugenaussagen über sein Verhalten als Staatsanwalt der Regionen Kurdistan, Kermanschah und der Region Arak-Teheran (Ostane Markasi) in den Jahren 1362-1365 (1983-1986) vorgelegt sowie über seine Rolle als Mitglied der Todeskommission für das „Unesco-Gefängnis“ der Städte Desful und Ahwas. Das Unesco-Gefängnis heißt so, weil dieses ursprünglich für die Unesco bestimmte Gebäude in ein Gefängnis umgewandelt wurde. Er war damals für die Todesurteile des großen Gefangenenmassakers von 1988 in den Gefängnis von Desful und Ahwas mitverantwortlich.
Es wird sich zeigen, ob die schweizer Behörden sich anders verhalten als die deutschen, die kürzlich Ajatollah Schahrudi, den ehemaligen obersten Richter des Irans zur Behandlung nach Hannover hatten einreisen lassen. Er war unter anderem für die Hinrichtung von Kindern (unter 14 Jahren) verantwortlich. Die deutschen Behörden ließen ihn unbehelligt wieder ausreisen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85122
vom 26. Februar 2018
peygiriye qaza‘iye wazire dadgostariye jomhuriye eslami dar swis

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