Archiv der Kategorie 'Folter'

Iran: Fundamentalist gibt Foltertod zu


Abdollah Ganji (Gandschi)

Abdollah Ganji (Gandschi) ist der Chefredakteur der Zeitung Jawan (Dschawan – Jung), dem Sprachrohr der Revolutionswächter (Pasdaran). Über diese Zeitung geben die Fundamentalisten den iranischen Hisbollahis Hinweise, welche Aktionen vom Regime erwünscht werden. Kürzlich war es zum Beispiel die „Anregung“, vor dem Parlament zu demonstrieren, dass die Frauen kein Recht haben sollen, ein Fußballstadion zu besuchen.
Am Sonntag, den 13. Oktober 2019, gab Abdollah Ganji der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ein Interview, in dessen drittem Teil er auf den Foltertod des iranischen Bloggers Sattor Beheschti einging. Sattor Beheschti war im Oktober 2012 von der iranischen Cyber-Polizei verhaftet worden und starb im November 2012 an den Folterungen in Haft. Seitdem kämpft seine Mutter vergeblich um eine Verfolgung der Täter.

Interview von IRNA mit Abdollah Ganji
Hier nun der Auszug aus dem Interview von IRNA mit Abdollah Ganji:
IRNA: Was genau war Ihre Ansicht zum Fall von Sattor Beheschti?
Ganji: Ich habe geschrieben und gesagt, dass dies eine gemeine Tat war. Das, was man mit ihm gemacht hat, war ein Verrat, und dagegen muss vorgegangen und die Bevölkerung informiert werden. Einige (von denen), die die Ursache für seinen Tod darstellen, hätten vor Gericht gestellt werden müssen. Dass jemand ins Gefängnis kommt und man dann so mit ihm umspringt, hat dem Ruf der Islamischen Republik sehr geschadet.
IRNA: Und zum Mord an Ali-Resa Schir-Ali Mohammadi vor einigen Monaten im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr?
Ganji: Da gibt es überhaupt nichts zu verteidigen. Ich schreibe auf Twitter darüber.
IRNA: Was ist ihre Meinung zur Absetzung des Generaldirektors der Gefängnisse nach diesem Mord?
Ganji: Meiner Meinung nach war das ein revolutionärer Akt.

Kommentar:
An dieser Meldung sind mehrere Dinge interessant.
Erstens handelt es sich nicht um einen Artikel der Zeitung Jawan (Dschawan). Das heißt, die fundamentalistischen Leser von Jawan sollen mit diesem Eingeständnis nicht angesprochen werden.
Zweitens handelt es sich um keine Äußerung, die Abdollah Ganji, der Chefredakteur von Jawan, von sich aus macht. Er antwortet auf Fragen der staatlichen Agentur IRNA. Damit geht auf den ersten Blick die Initiative von IRNA aus.
Das wirft die nächste Frage auf: Wer hat veranlasst, dass IRNA Abdollah Ganji diese Fragen stellt? Zu welchem Zweck?
Die Äußerungen von Ganji stellen eindeutig eine Distanzierung von diesen beiden Morden in Haft dar. Was wird damit bezweckt?
Und jetzt schauen wir uns die Äußerungen von Abdollah Ganji genauer an. Wieso verurteilt er den Foltermord von Sattor Beheschti? Weil es ein Verrat an der Islamischen Republik war. Weil es den Ruf der Islamischen Republik beschädigt hat. Genau darum geht es, um den Ruf des Regimes, nicht um sein Wesen.
Es ist sehr bezeichnend, dass Abdollah Ganji fordert, einige, die seinen Tod (= den von Sattor Beheschti) verursacht haben, hätten vor Gericht gestellt werden müssen. Wieso einige (pers. barxi), wieso nicht alle? Und wieso nennt Abdollah Ganji keine Namen? Was sind das für „Geständnisse“, bei denen an keiner Stelle konkret gesagt wird, was geschehen ist, bei denen nicht einmal das Wort „Folter“ vorkommt, und bei denen die Täter totgeschwiegen werden? Klar, einer von ihnen ist Sa‘id Mortasawi. Er wurde zwar wegen eines anderen Foltertodes (und nicht der einzige in seiner Karriere) zu Gefängnis verurteilt, zu zwei Jahren Gefängnis, wohlgemerkt, und wurde kürzlich freigelassen, nachdem er nichtmal ein Drittel der Strafe verbüßt hatte. Nein, Abdollah Ganji nennt keine Namen und keine Verantwortlichen, aber später kann er einmal sagen: Ja, ich habe die Untaten des Regimes auch kritisiert und beim Namen genannt.
Und das ist der letzte Punkt, der Aufmerksamkeit verdient: Wann beginnen diejenigen, die die energischsten Verfechter des Regimes sind, vorzubauen und sich Alibis zu fabrizieren? Doch wohl dann, wenn sie befürchten, dass sich das Ende des Regimes nähert und es an der Zeit ist, sich Gedanken über die eigene Zukunft in der Zeit danach zu machen…

https://news.gooya.com/2019/10/post-31044.php
vom 13.10.2019
modire ruznameye osulgera‘i, jawan: kari ke dar haqq sattor beheshti kardim xiyanat bud

zum Tod von Sattor Beheschti:
https://en.wikipedia.org/wiki/Sattar_Beheshti
http://alischirasi.blogsport.de/2014/03/17/iran-europa-die-alte-hexe/
http://alischirasi.blogsport.de/2013/11/04/iran-1-jahr-nach-dem-tod-des-webloggers/

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Maschhad: Iranisch-Schwedischer Staatsbürger in Haft

Abdolhossein Erfani Khaneghahi, bekannt auch als Farhad Erfani, war Anfang der 80-er Jahre nach der iranischen Revolution unter der Herrschaft von Imam Chomeini im Gefängnis. Nachdem er freigekommen war, floh er. Seit 1997 lebt Farhad Erfani nach Schweden, wo seine Frau und seine Tochter noch heute leben. Er veröffentlichte ein Buch über seine Gefängniserinnerungen unter dem Titel „Nekbat“. Das Buch wurde gedruckt und auch online veröffentlicht. Später besuchte Farhad Erfani hin und wieder seine Familie im Iran. Bei seinem letzten Besuch 2017 wurde er auf dem Flughafen verhaftet, als er wieder zurückfliegen wollte. Ihm wurden Gotteslästerung, Aufwiegelung und Propaganda gegen das Regime vorgeworfen, wobei vor allem Auszüge aus seinem Buch als Beweis dienten. Im Frühjahr 2018 wurde Farhad Erfani von der 4. Kammer des Revolutionstribunals von Maschhad zu 5 Jahren Gefängnis und 74 Jahren Peitschenhieben verurteilt, später wurde die Haftstrafe vom Berufungsgericht auf 3 Jahre Gefängnis reduziert, die Peitschenstrafe beibehalten. Die Auspeitschung wurde zu Beginn des Haftantritts vollstreckt. Das Geständnis des Gefangenen wurde unter der Drohung erzwungen, man werde seiner Familie in Schweden etwas antun. Aus dem selben Grund sollte er auch nichts über sein Urteil sagen. So kommt es, dass sein Fall erst in diesem Jahr publik geworden ist, und zwar aufgrund der Aussagen freigelassener Mitgefangener, die ebenfalls im Wakil-Abad-Gefängnis von Maschhad inhaftiert waren.
Eine Freilassung nach 2/3 der verbüßten Haftzeit, die jetzt um ist, wurde abgelehnt.

https://iranwire.com/en/features/5754
vom 7. Januar 2019
Is there an Unknown American Prisoner in Iran?

https://iranwire.com/en/features/6353
vom 7. Oktober 2019
Revealed: At Least Two More Dual Nationals in Iranian Prisons

von Niloufar Rostami

https://news.gooya.com/2019/10/post-30830.php
vom 7. Oktober 2019
sharayete doshware yek zendaniye gomname do tabe°iyati dar zendane wakil-abade mashhad

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 2 Hinrichtungen in Chusestan

Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Mehr hat Abd ol-Hamid Amonat Behbahani, der stellvertretende Leiter der Justizbehörde von Chusestan, am Sonntag, den 6. Oktober 2019 bekannt gegeben, dass zwei Personen hingerichtet wurden, die wegen der tödlichen Schüsse auf eine schiitische Trauerprozession vor vier Jahren zum Tode verurteilt wurden. Bis dahin hatte Behbahani nichts über den Prozess verlauten lassen. Laut eine Meldung von Amnesty International waren im Mai dieses Jahres zwei Iraner arabischer Volkszugehörigkeit namens Abdollah Karamollah Ka°b und Qasem Abdollah in diesem Verfahren zum Tode verurteilt worden. Das Urteil beruhte einzig auf den Geständnissen der beiden Männer. Die Geständnisse waren erzielt worden, indem die beiden Elektroschocks unterzogen wurden, elf Tage lang kopfüber von der Decke nach unten aufgehängt wurden und eine Scheinhinrichtung erleben mussten. Die sogenannten „Geständnisse“ widersprachen inhaltlich dem, was von Augenzeugen der damaligen Schüsse ausgesagt worden war.
In diesem Fall handelt es sich eindeutig um einen Justizmord. Da die Behörden wissentlich zwei Personen umgebracht haben, die nicht die Täter waren. Da sich die Maßnahme gegen die arabische Minderheit in Chusistan richtet, die mehrheitlich sunnitisch und nicht schiitisch ist, kann man davon ausgehen, dass dieses willkürliche Verfahren vor allem dazu dient, die gesamte arabische Bevölkerung der Region einzuschüchtern.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=192139
vom14. Mehr 1398 (6. Oktober 2019)
e°dame do nafar be ettehame tir-andazi be hey‘ate °azadari dar safi-abade dezful

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 40 Jahre Diktatur und noch immer kein Sturz in Sicht?

Der im Exil lebende iranische Journalist Abu l-Fazl Mohaqqeqi hat eine Reihe von iranischen Jugendlichen befragt, die jetzt ebenfalls im Ausland leben, was sie über die Lage der Jugendlichen im Iran zu sagen haben. Der hier zusammengefasste Artikel vom 30. September gibt ein Interview mit einem dieser Jugendlichen wieder, der erst vor kurzem den Iran verlassen hat.
Der Jugendliche umreißt kurz die gesellschaftliche Lage der Jugend. Da sind diejenigen, die im Rahmen der staatlichen Organe und der Strukturen der Geistlichkeit untergekommen sind und ein stabiles Auskommen haben. Von diesen soll hier nicht die Rede sein. Da sind die anderen, die aufgrund der prekären Lage der Eltern schon früh berufstätig werden, als Straßenhändler zum Beispiel, und jetzt von der iranischen Wirtschaftskrise voll getroffen werden. Da sind die inzwischen Millionen Drogenabhängigen unter Jugendlichen. Und da sind die Kinder der Mittelschicht, die zwar ein Studium absolviert haben, aber keine Arbeit finden. Aus dieser Schicht stammt auch der Interviewte. Er berichtet, wie belastend es für diese jungen Männer und Frauen ist, weiter auf der Tasche der Eltern zu liegen und weiter unter dem Dach der elterlichen Wohnung zu leben, ohne Aussicht, eine eigene Arbeit, ein eigenes Auskommen zu finden oder eine eigene Familie zu gründen. Partnersuche wird unter solchen Umständen sinnlos.
Gegen Ende des ausführlichen Artikels werden einige Fragen aufgeworfen, die für alle interessant sind, die sich fragen, wieso dieses Regime noch immer an der Macht ist.

Die Saat der Angst und die Rolle der Familie
„Du kannst auch nicht protestieren. Warum? Die Antwort auf Protest heißt Gefängnis, Folter und Tod. Alles Dinge, vor denen die Familien eine Heidenangst haben. Sie ziehen es vor, dass ihrer Kinder drogensüchtig werden, arbeitslos bleiben oder zu Hause hocken, als dass sie politisch aktiv würden. Sie verkaufen ihr ganzes Vermögen, vom Armband der Mutter bis zum Haus, um ihre Kinder – vor allem die Söhne – ins Ausland zu schicken.
Das größte Hindernis der Jugendlichen, auf die Straße zu gehen, sind die Familien. Sie haben auch Recht. Denn sie (ihre Eltern) haben ja erlebt, dass diese Regierung nicht vor brutaler Unterdrückung und Massakern zurückschreckt.
So sieht die Lage einer breiten Masse von Jugendlichen aus, die nicht auf Seiten der Regierung stehen und nirgendwo in den Regierungsinstitutionen und Behörden untergekommen sind, von den Bassidschis an den Schulen angefangen bis hin zu den „Islamischen Vereinen“ der Studenten und Dutzenden anderen Organen. (…)“

https://news.gooya.com/2019/09/post-30603.php
vom 30. September 2019
mosahebe wa goftegu ba chand jawan ba°d az faluye (engl. follow) 14 milyuni „tatalou“, Abu l-Fazl Mohaqqeqi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Milde für Folterer und Mörder Said Mortasawi


Links Said Mortasawi, neben zwei Geistlichen

Wir hatten schon öfter von Sa°id Mortasawi (Mortazavi) berichtet, der im Laufe seiner Kariere eine iranisch-kanadische Journalistin zu Tode gefoltert hatte und einer der Verantwortlichen der Folterungen im Kahrisak-Gefängnis war. Er wurde vom damaligen Präsidenten Ahmadineschad aus der Schusslinie geholt und als Direktor der staatlichen Sozialversicherung eingesetzt, den er als Selbstbedienungsladen auffasste und so ein Teil des Budgets in seine Taschen wandern ließ. Was ihm letztlich zum Verhängnis wurde, war wohl die Tatsache, dass Dr. Abdolhossein Ruh-ol-Amini, der Vater eines jungen Mannes, der in Kahrisak zu Tode gefoltert wurde, Berater des religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i war. Und der ließ nicht locker, bis Sa°id Mortasawi tatsächlich vor Gericht gestellt und zu letztlich 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die musste er auch nicht gleich antreten, und wie sich zeigt, sind seine Seilschaften nicht untätig geblieben. Er hat noch nichtmal ein Drittel seiner Haftstrafe verbüßt und ist jetzt schon wieder auf freiem Fuß.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190369
vom 18. Schahriwar 1398 (9. September 2019)
°aks / sa°id mortazavi qatele kahrizak wa dozde gharatgare sazemane ta‘mine ejtema°i be aghushe xanewadeye dozdan bazgasht

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Nazanin Zaghari-Ratcliffe aus Psychiatrie zurück im Ewin-Gefängnis


Nazanin Zaghari-Ratcliffe, Mitarbeiterin der britischen Thomson Reuters-Stiftung

Wie der britische Ehemann von Nazanin Zaghari-Ratcliffe berichtet, wurde seine Frau jetzt aus der psychiatrischen Abteilung des Imam-Chomeini-Krankenhauses ins Ewin-Gefängnis zurück verlegt. Laut Angaben des Ehemanns gegenüber dem BBC wurde seine Frau in diesem Krankenhaus gequält und gefoltert. Sie war an Händen und Füßen gefesselt, wurde in einem 2m auf 3m großen Zimmer festgehalten, die Fenster des Raums waren mit dickem Stoff verdunkelt. Sie durfte den Raum nicht verlassen und war ans Bett gefesselt. Weitere Details über ihre Behandlung fehlen. Ihr Vater hatte versucht, sie im Krankenhaus zu besuchen, war aber erfolglos.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=187122
vom 31. Tir 1398 (22. Juli 2019)
daniel ratcliffe: nazanin zaghari pas az shekanje wa azar dar bimarestane rawani be ewin baz-gardande shod
https://www.theguardian.com/news/2019/jul/22/nazanin-zaghari-ratcliffe-has-returned-to-jail-says-husband
Mon 22 Jul 2019 14.58 BST Last modified on Mon 22 Jul 2019 15.32 BST

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Amnesty International kritisiert Verfolgung von Kritikerinnen der Zwangsverschleierung


In einer heute veröffentlichten Erklärung wirft Amnesty International den iranischen Behörden vor, Frauen, die gegen den Kopftuchzwang im Iran öffentlich demonstriert haben, mit brutalen Methoden zu zwingen, „Geständnisse“ abzulegen, die auf Video aufgenommen werden und später dazu dienen können, die Bewegung im staatlichen Fernsehen zu diskreditieren. Amnesty International weist darauf hin, dass alle Behörden, die zu solchen Methoden greifen, für diese Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden können. Die Organisation betont, dass immer mehr Frauen im Iran den Mut haben, für ihre Rechte zu kämpfen, obwohl die Machthaber vor nichts zurückschrecken.
Der ausführliche Bericht ist hier zu finden.

Der übersetzte Artikel von Amnesty International:

Die Organisation (amnesty international) hat seit April 2019 ein Muster von mindestens sechs derartigen Fällen ermittelt. In einem Fall wurde eine junge Frauenrechtlerin vom 2. bis 13. Juli dem Verschwindenlassen ausgesetzt.

„Angesichts der Dynamik einer wachsenden Frauenrechtsbewegung gegen die iranischen Gesetze zur Verschleierung von Gewalt wenden die iranischen Behörden grobe Taktiken an, um Aktivisten, die sich gegen Verschleierung einsetzen, zu diskreditieren, andere vom Beitritt zur Bewegung abzubringen und Angst in die Gesellschaft zu bringen“, sagte Philip Luther, Research und Advocacy Director für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International.

„Diese Frauen sollten überhaupt nicht inhaftiert werden. Es ist empörend, dass sie jetzt gefoltert oder anderweitig misshandelt werden, um ihre Teilnahme an staatlichen Propagandavideos zu erzwingen, in denen sie ihre „Schuld“ „bekennen“ und auf die Kampagne gegen die Verschleierung verzichten. Die Behörden sollten sie unverzüglich und bedingungslos freigeben, alle gegen sie erhobenen Anklagen fallen lassen und davon absehen, ihre erzwungenen „Geständnisse“ in den staatlichen Medien zu verbreiten.“

Die iranischen Behörden wenden grobe Taktiken an, um Aktivisten zu diskreditieren, die sich gegen Verschleierung einsetzen, andere vom Beitritt zur Bewegung abhalten und der Gesellschaft Angst einflößen zu lassen.

(Philip Luther, Forschungsdirektor für den Nahen Osten und Nordafrika)

Geheimdienst- und Sicherheitsbeamte, die die Produktion der Propagandavideos orchestrieren, fordern die Verteidigerinnen der Frauenrechte auf, ihre Opposition gegen die Verschleierung zurückzuziehen, die Kampagne am „Weißen Mittwoch“ gegen die Gesetze zur Verschleierung zu prangern und „Bedauern“ darüber auszudrücken, dass sie sich von „Anti“ aufstacheln lassen -revolutionäre Oppositionsagenten “außerhalb des Landes.

Der jüngste dokumentierte Fall ist der des am 1. Juni festgenommenen 22-jährigen Frauenrechtsverteidigers Saba Kordafshari. Laut ihrer Mutter Raheleh Ahmadi wurde Saba Kordafshari nach ihrer Verhaftung für elf Tage in der Vozara-Haftanstalt in Teheran inhaftiert, bis sie am 11. Juni in das Shahr-e Ray-Gefängnis gebracht wurde. Während ihrer Zeit in Einzelhaft wurde sie unter ständigen Druck gesetzt, vor einer Kamera aufzutreten und die Kampagne am „Weißen Mittwoch“ anzuprangern. Die Vernehmer konditionierten ihre Freilassung auf die Abgabe von erzwungenen „Geständnissen“ und drohten, ihre Mutter zu verhaften, wenn sie nicht „kooperierte“. Am 10. Juli führten die Behörden ihre Drohung aus und verhafteten Raheleh Ahmadi.

Am 2. Juli verlegten die Behörden Saba Kordafshari an einen anderen Ort und verheimlichten ihr Schicksal und ihren Verbleib vor ihrer Familie, bis sie am 13. Juli in das Shahr-e Rey-Gefängnis zurückgebracht wurden. Anschließend teilte sie ihrer Familie mit, dass sie in der Abteilung 2-A des Evin-Gefängnisses festgehalten wurde, die unter der Kontrolle der Revolutionsgarden steht, und setzte sie erneut unter Druck, erzwungene „Geständnisse“ abzulegen.

In einem anderen Fall wurde die 24-jährige Frauenrechtsverteidigerin Yasaman Aryani am 10. April in ihrem Haus in Teheran von Sicherheitskräften festgenommen. Ihre Mutter, Monireh Arabshahi, wurde am nächsten Tag festgenommen, nachdem sie sich nach dem Aufenthaltsort ihrer Tochter in der Vozara-Haftanstalt in Teheran erkundigt hatte.

Amnesty International hat seitdem erfahren, dass Angehörige der Sicherheitskräfte Yasaman Aryani in neun Tagen Einzelhaft unter anderem mit der Verhaftung ihres jüngeren Geschwisters und ihres Vaters bedrohten, es sei denn, sie erschien vor einer Kamera und drückte „Reue“ für das Senden von Videos zur „Weißer Mittwoch“-Kampagne aus. Sie wurde auch mit Behauptungen verspottet, dass ihr Fall von der Außenwelt vergessen worden war.

Am 18. April wurden Yasaman Aryani und Monireh Arabshahi aus der Haftanstalt Vozara verlegt, in einen Lieferwagen gesetzt und an einen unbekannten Ort in Teheran gefahren, ohne dass eine Erklärung dazu gegeben wurde. Sobald sie aus dem Transporter genommen wurden, wurden sie mit Kamerateams der IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) konfrontiert, die sie ohne ihre Zustimmung filmten. Sie wurden dann in einen Raum gebracht, um von der IRIB „befragt“ zu werden, und als sie Einwände erhoben, wurde ihnen mitgeteilt, dass sie keine andere Wahl hätten, als die Fragen zu beantworten.

Im März 2019 forderten die Behörden außerdem Zarrin Badpa, die ältere Mutter von Masih Alinejad, einer iranischen Journalistin mit Sitz in den USA und Gründerin der Kampagne für „Weiße Mittwoche“, zum Verhör auf. Sie wurde zwei Stunden lang über die Aktivitäten ihrer Tochter befragt, während sie gefilmt wurde. Amnesty international ist besorgt darüber, dass die Behörden möglicherweise Aussagen veröffentlichen, die sie in zukünftigen Propagandavideos unter Druck setzt, da sie seit langem derartige missbräuchliche Praktiken begangen haben.

Indem die Behörden auf rohe Propagandataktiken zurückgreifen, können sie nicht die Wahrheit verschleiern, dass Frauen im Iran zunehmend für ihr Recht eintreten, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen oder nicht.

(Philip Luther)

„Die iranischen Behörden sollten sich keine Illusionen darüber machen, dass der erzwungene und grausame Charakter der Video-Geständnisse, denen Frauenrechtsverteidiger und ihre Familien unterzogen wurden, unbemerkt bleiben wird. Alle staatlich kontrollierten Stellen, die an der Produktion und Ausstrahlung dieser „Geständnis“ -Videos beteiligt sind, tragen die Mitverantwortung für die Menschenrechtsverletzungen, die gegen die Frauen und ihre Familien begangen wurden “, sagte Philip Luther.

„Indem die Behörden grobe Propagandataktiken anwenden, können sie nicht die Wahrheit verbergen, dass Frauen im Iran zunehmend für ihr Recht eintreten, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen oder nicht. Sie müssen aufhören, Frauenrechtsverteidigerinnen wie Kriminelle zu behandeln und Gesetze zur Verschleierung abzuschaffen. “

Hintergrund

Die „Weißer Mittwoch“-Kampagne ist eine beliebte Online-Plattform, auf der Frauen aus dem Iran Videos von sich selbst austauschen, in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch spazieren gehen und sich gegen eine Verschleierung aussprechen und über ihre Hoffnungen auf die Rechte der Frau diskutieren.

Amnesty international sind mindestens acht Frauen bekannt, die sich derzeit wegen ihres Engagements gegen die Verschleierung und die Kampagne am „Weißen Mittwoch“ in Haft befinden: Yasaman Aryani und ihre Mutter Monireh Arabshahi; Saba Kordafshari und ihre Mutter Raheleh Ahmadi; Mojgan Keshavarz; Fereshteh Didani; und zwei weitere Frauen, deren Namen Amnesty International noch nicht bekannt sind. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, „Korruption und Prostitution anzuregen und zu erleichtern“, „Propaganda gegen das System zu verbreiten“ und „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit zu begehen“.

Nach dem iranischen Gesetz zur Verschleierung umfasst die Strafe für Frauen, die in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch gesehen werden, Verhaftung, Gefängnisstrafe, Auspeitschung oder Geldstrafe. Zwangsverschleierungsgesetze verletzen eine ganze Reihe von Rechten, einschließlich der Rechte auf Gleichheit, Privatsphäre und Meinungs- und Glaubensfreiheit. Die Praxis der obligatorischen Verschleierung erniedrigt auch Frauen und Mädchen, indem sie ihnen ihre Würde und ihren Selbstwert nehmen.

Mehr zur „Weißer Mittwoch“-Kampagne: Iran: Staatsterrorismus bis heute

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2019/07/iran-cruel-campaign-to-extract-propaganda-confessions-from-protesters-against-compulsory-veiling/
vom 15. Juli 2019

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Politische Gefangene misshandelt


Neda Nadschi
Im Qaretschak-Gefängnis in Waramin wurde vergangenen Samstag Neda Nadschi von Gefängnispersonal und unpolitischen Strafgefangenen verprügelt. Die Wärter schlugen Neda Nadschi so heftig auf den Kopf, dass sie mehrere Stunden lang nur noch verschwommen sehen konnte und in die Krankenstation des Gefängnisses verlegt wurde.
Neda Nadschi hatte am 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit, an einer Kundgebung vor dem Iranischen Parlament teilgenommen und war darauf verhaftet worden. Sie war zuerst im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft, am 25. Chordad (15. Juni) wurde sie ins Qaretschak-Gefängnis von Waramin verlegt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=94099
vom 15. Tir 1398 (6. Juni 2019)
zarb o shatme neda naji dar zendane qarechake waramin

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Bericht einer Studentin aus der Einzelhaft


Parisa Rafi°i

Parisa Rafi°i, Studentenaktivistin, Studentin der Schönen Künste an der Uni Teheran, war wegen ihrer Teilnahme an Studentenprotesten in der Jahreswende 2017/2018 am 25. Februar 2018 verhaftet und am 19. März 2018 gegen Kaution freigelassen worden. Am 3. September 2018 wurde sie von der 26. Kammer des Revolutionstribunals Teheran wegen Straftaten gegen die Nationale Sicherheit, wegen staatsfeindlicher Propaganda und Störung der öffentlichen Ordnung zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.
In einem offenen Brief vom 19. Ordibehescht 1398 (9. Mai 2019) beschreibt sie die Bedingungen während ihrer 21 Tage währenden Einzelhaft vom 25. Februar bis 19. März 2018.
Sie schreibt, dass weder ihr noch ihren Angehörigen mitgeteilt wurde, an welchem Ort sie inhaftiert war. Dies erfüllt die Kriterien des „Verschwindenlassens“. Diese Praxis dient dazu, das Opfer völlig zu verunsichern. In den 21 Tagen wurde sie zudem in Einzelhaft gehalten, was die Unsicherheit noch vergrößert. In der Zeit ihrer Untersuchungshaft durfte sie auch keinen Anwalt sprechen.
Sie beschreibt die verschiedenen Formen, mit denen der Verhörbeamte versuchte, sie zu demütigen und unter Druck zu setzen. So verlangte er von ihr, sich auf ihre Jungfräulichkeit untersuchen zu lassen. Dem widersetzte sie sich erfolgreich. Der Verhörbeamte drohte ihr außerdem, ihr die Fingernägel auszureißen und sie hinrichten zu lassen.
Dies, um einen Eindruck zu gewinnen, wie man sie als Mensch brechen wollte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182326
vom 20. Ordibehescht 1398 (10. Mai 2019)

https://kayhanlife.com/society/human-rights/tehran-university-photography-student-jailed-for-seven-years/
vom 3. September 2019

https://www.scholarsatrisk.org/report/2018-02-25-university-of-tehran/
vom 25.02.2018

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Folter zur Vierzig-Jahresfeier der Revolution


Esmail Bachschi und die Sepide Qalyan

Der Arbeiterführer des Unternehmens Neyschekar von Haft-Tape Esmail Bachschi und die Unterstützerin Sepide Qalyan werden derzeit in Haft gefoltert, um sie zu einem „Geständnis“ zu zwingen, dass ihre Aussagen über erlittene Folterungen, die sie gemacht hatten, als sie nach der ersten Inhaftierung auf freien Fuß kamen, Lügen seien. Die Gefangenen sollen entsprechend vorbereitete Reue-Briefe unterschreiben.

Unterdessen setzt sich Amnesty International für die Freilassung dieser Gefangenen ein

https://www.radiofarda.com/a/emaeilbakhshi-sepidehgolian-hafttapeh-factory/29763843.html
feshare shadid be baxshi wa qalyan baraye e°terafate ejbari wa neweshtane nedamat-name

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Tränengas und Schläge im Qaritschak-Gefängnis


Besserungsanstalt Qaretschak (Waramin)

Als am 7. Februar die Frauen im Qaritschak-Gefängnis gegen ihre Behandlung und die Haftbedingungen protestierten, wurden sie von Gefängniswärtern angegriffen. Die Beamten feuerten Patronen mit Tränengas (dem Wirkstoff von Pfefferspray) in die Zellen. Die Gefangenen zündeten darauf Decken an, um mit dem Rauch und Feuer die Wirkung des Gases – in geschlossenen Räumen ! – zu reduzieren.
Die Angriffe der Wärter setzten sich am folgenden Tag fort, als sie die Gefangenen mit Schlägen traktierten, so dass eine unbekannte Anzahl der Gefangenen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Mahmud Sadeqi, einer der Parlamentsabgeordneten von Teheran, bemühte sich, die Proteste als ein Werk von Drogenabhängigen darzustellen, die sich darüber empört hätten, dass sie nicht unter die Amnestie fallen. Die Webseite von Madschsubane Nur und ihre Nachrichten, die via „Telegram“ verbreitet werden, sprechen allerdings eine andere Sprache von den Ereignissen. Madschsubane Nur ist die Seite der Gonabadi-Derwische, einer religiösen Gemeinschaft von Sufis, die von der Islamischen Republik Iran verfolgt wird. Die Webseite Peykeiran nennt drei gefangene Frauen namentlich, die zu den Gonabadi-Derwischen gehören und ebenfalls Opfer dieser gewaltsamen Übergriffe der Gefängniswärter wurden.

So oder so, die Anwendung von Tränengaspatronen in geschlossenen Räumen ist nicht verhältnismäßig.
Das Qaritschak-Gefängnis liegt in Waramin, etwa 40 km von der Stadt Teheran entfernt.

https://www.radiofarda.com/a/iran-prisoners-attacked-by-guards/29759410.html
vom 19. Bahman 1397 (8. Februar 2019)
axbare motenaqez dar baraye aramesh dar zendane qarichak pas az zarb-o-jarahe zendaniyane mo°tarez

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=175974
vom 19. Bahman 1397 (8. Februar 2019)
hamleye garde zendan be zanane zendani dar zendane qarichake waramin

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Umweltschützerin widerruft Geständnis unter Folter

Die Umweltschützerin Niloufar Bayani stand heute vor Gericht, nachdem sie vor über einem Jahr zusammen mit weiteren iranischen und internationalen Umweltschützern festgenommen worden war. Sie musste sich gegen den Vorwurf der Spionage verteidigen. Sie widerrief ihr vorangegangenes Geständnis unter Folter.


Niloufar Bayani

Während der heutigen Verhandlung wandte Niloufar Bayani sich an das Publikum im Gerichtssaal und schrie mit lauter Stimme, dass das unter Folter von ihr erpresste Geständnis nicht wahr sei. Sie berichtete, wie Verhörbeamten sie gefoltert und bedroht haben und beschrieb, wie ihr auch eine Spritze gegeben wurde. „Jeder hier im Saal hätte unter diesen Bedingen alles gesagt, was die Verhörbeamten sich wünschen“ erklärte sie dazu.

Niloufar Bayani ist in einem Gefängnis der Revolutionswächter inhaftiert. Sie hatte seit einem Jahr keinen Anwalt ihrer Wahl – lediglich ein Anwalt der Revolutionswächter wurde ihr zugeordnet. Ihr droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Demonstration von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern vor dem Arbeitsministerium

Am heutgen Dienstag kam es zu einer Demonstration von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern sowie anderen Rentnerinnen und Rentnern vor dem Arbeitsministerium in Teheran. Die Menschen kritisierten die Schwierigkeiten, angesichts der hohen Inflation die Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Darüber hinaus wandten sie sich gegen die jüngsten Folterungen von Sepide Qalyan und Esmail Bakschi, sowie gegen die als Einschüchterung gedachte Ausstrahlung von „Dokumentationen“ ihrer unter Folter erpressten, angeblichen Geständnisse im Staatsfernsehen.

Kommentar:

Noch in den 1980er Jahren, also den ersten Jahren nach der Islamischen Revolution im Iran, haben Angehörige von Inhaftierten es nicht gewagt, außerhalb des engsten Familienkreises über eine Festnahme zu sprechen. Zu groß war die Angst vor Repressalien und Ausforschungen von Geheimdiensten. Das änderte sich in den folgenden Jahrzehnten langsam. In den 90er Jahren sprach man immerhin in der Famile über die Festnahmen, jedoch ohne nähere Angaben über die Umstände. Im Ausland wurde nicht berichtet, selbst wenn es Hinweise gab. Viel später erst wurden Informationen an Medien, auch im Ausland, weitergegeben, die die Angehörigen neutral zu den Festgenommenen befragten. Erst vor wenigen Jahren wurde es üblich, über Folterungen von Angehörigen zu berichten und dies sogar in der Öffentlichkeit. Mit Esmail Bakschi und Sepideh Qalyan sehen wir mutige AktivistInen, die sogar noch einen Schritt weiter gehen: sie kommen aus dem Gefängnis, wo sie gefoltert wurden und gehen sogleich an die Presse und berichten im Internet. Sie haben offene Briefe geschrieben, in denen sie fordern, dass ihre Folterer festgenommen, vor Gericht gebracht und bestraft werden. Auch die streikenden Arbeiter in Haft-Tapeh haben Signalwirkung gehabt. Ihre inhaftierten Aktivisten sind bekannt und ihre Freilassung wird auch von anderen Bewegungen gefordert, die sich mit ihnen solidarisieren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Das Bild der Folterer


So haben die Pasdaran Esmail Bachschi zugerichtet

Die Revolutionswächter (Pasdaran), die für die Verhaftung und Folterung des Arbeiterführers Esmail Bachschi anscheinend verantwortlich sind, haben heute auf der Seite ihrer Nachrichtenagentur Fars selbst die erneute Verhaftung von Esmail Bachschi bekannt gegeben. Hier die Version der Täter: „Esmail Bachschi, eines der Elemente, die mit umstürzlerischen Gruppen in Kontakt stehen, und der verlogenerweise behauptete, gefoltert worden zu sein, wurde vor seinem Anschluss an eine Gruppe, die sich ins Ausland absetzen wollte, verhaftet“.
Und dazu veröffentlichte deren Organ ein Foto von Esmail Bachschi mit angeschwollenem Gesicht, das mehr als deutlich zeigt, dass er das Opfer von Misshandlungen wurde. Auch eine Art Geständnis, wenn auch unfreiwillig.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=174669
vom 1. Bahman 1397 (21. Januar 2019)
esmail baxshi dastgir shod

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Sepide Qalyan erneut verhaftet


Sepide Qalyan

Sepide Qalyan, die die Arbeiterproteste in Haft-Tape unterstützte und gemeinsam mit Esmail Bachschi in Haft gehalten und wie dieser gefoltert worden war, hat nach ihrer Freilassung ausgesagt, dass sie selbst gefoltert wurde und auch die Folterung von Esmail Bachschi bezeugen kann. Diese Aussage behagte den Machthabern gar nicht, weil sie die Folterungen stets bestritten hatten.
Am Samstag strahlte das staatliche iranische Fernsehen eine Sendung mit dem Titel „Barnameye suchte“ (Der gescheiterte Plan) aus, in der es ein manipuliertes Geständnis von Sepide Qalyan der Öffentlichkeit vorstellte. Sepide Qalyan erklärte darauf, dass man schon an diesem „Geständnis“ erkennen könne, dass sie gefoltert wurde.
Am Sonntagmorgen um 7 Uhr erschienen darauf 14 Beamte – 12 Männer und 2 Frauen, um Sepide Qalyan zu verhaften. Sie hatten keinen Haftbefehl dabei. Als der Bruder von Sepide Qalyan, Mahdi Qalyan, protestierte, sie hätten kein Recht, seine Schwester ohne Haftbefehl mitzunehmen, wurden ihm die Zähne eingeschlagen und er wurde ebenfalls verhaftet. Seiner Schwester schlugen die Beamten mit einer Pfanne auf den Kopf, wie ihr Vater später berichtete. Bruder und Schwester wurden beide an einen unbekannten Ort verbracht. Ihr Vater Choda-Raham Qalyan wurde ebenfalls bedroht, als er sich auf dem Sitz des Geheimdienstes in Schusch nach dem Verbleib seiner Kinder erkundigten. Der Vater berichtete auch, dass einer der verhaftenden Beamten gesagt hätte, er werde Sepide Qalyan umbringen, und wenn auch sonst alle freigelassen würden. Dies verweist auf einen persönlichen Groll hin, der für die Verhaftete besonders gefährlich werden kann.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91046
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
sepide qalyan mojaddadan bazdasht shod

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=174598
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
pedare sepide qalyan: 12 mamure mard wa do mamure zan ba xoshunat rixtand xane, dandanhaye pesaramra shekastand man wa hamsaramro kotak zadand goftand doxtaratra ham mikoshim

https://www.radiofarda.com/a/iran_dezful_sepideh_qolian_khodarahm_torture_arrest/29722168.html
vom 1. Bahman 1397 (21. Januar 2019)
pedare sepide qalyan: hokme bazdasht neshan nadadand wa mara zadand

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email