Archiv der Kategorie 'Frauen'

Iran: Islamischer Staat contra Islamischer Staat


Die Nachrichtenagentur Horana, die von der Gesellschaft für Menschenrechte im Iran betrieben wird, berichtet, dass in letzter Zeit eine Reihe von Frauen und Kindern, die im Frauentrakt des Ewin-Gefängnis zusammen mit politischen Gefangenen inhaftiert waren, umverlegt wurden. Es ist von 16 Frauen und 6 Kindern die Rede. Sie werden beschuldigt, dass ihre Ehemänner bzw. ihre Väter mit dem IS in Syrien zusammengearbeitet hätten. Nach Angaben von Ja°fari Dowlatabadi, dem Staatsanwalt von Teheran, hätten diese Männer mit ihren Familien den Iran verlassen, um sich via Türkei dem IS in der Türkei anzuschließen. Sie hätten sich als Söldner für diese Gruppe verdingt und seien nach der Vertreibung des IS aus Syrien gezwungen gewesen, wieder den Heimweg einzuschlagen. Bei der Mehrheit dieser Frauen sei der Mann als Soldat des IS im Krieg ums Leben gekommen oder verhaftet worden.
Die Verhafteten stammen wohl mehrheitlich aus dem Westen Irans, also den Provinzen, die an die Türkei und den Irak angrenzen.
Wir hatten schon in einem früheren Bericht aus dem Gefängnis darauf hingewiesen, dass im Iran eine islamistische Bewegung entstanden ist, die gegen das herrschende Regime der Islamischen Republik eingestellt ist und zunehmend mehr Gefängnisinsassen stellt. Inwieweit hier ein Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten eine Rolle spielt ist weder diesem noch dem vorigen Bericht zu entnehmen.

http://news.gooya.com/2017/11/post-9107.php
vom 9. November 2017
enteqale zanan wa kudakane mottahame °od.wiyat dar da°esh be bande zanan

http://alischirasi.blogsport.de/2017/06/19/gefaengnis-im-iran-das-labor-der-zukunft/
vom 19. Juni 2017

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Iran: Gefährliche Nachforschungen nach den Hingerichteten von 1988


Abdol-Resa und Qoriye Monfared, zwei Opfer der Hinrichtungswelle von 1988

Wir hatten schon wiederholt vom Gefangenenmassaker von 1988 berichtet, das direkt auf Anweisung von Ajatollah Chomeini zur Hinrichtung Tausender politischer Gefangener im Iran führte. Mariam Akbar Monfared, die wegen ihrer Beteiligung an den Protesten gegen die Wahlfälschung von 2009 (sogenannte Wiederwahl von Präsident Ahmadineschad) zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hat im vergangenen Jahr aus dem Gefängnis von Evin heraus Anzeige wegen des Verschwindens ihres Bruders und ihrer Schwester erstattet, die ebenfalls 1988 hingerichtet worden sein sollen. Sie verlangte, dass ihr im Falle der Hinrichtung zumindest der Ort des Grabs bekannt gegeben werden solle. Die Reaktion der Behörden war eindeutig. Sie wurde ins Gefängnis von Sahedan verlegt, ganz in den Süden des Landes, was Kontakte nach außen noch erschwert. Darauf wandte sich Mariam Akbar Monfared an die Arbeitsgruppe für das Verschwindenlassen bei den Vereinten Nationen, die ihr jetzt geantwortet hat. Die UN-Einrichtung teilte ihr mit, dass die beiden Fälle bei der UN als Fälle von Verschwindenlassen eingestuft werden und bleiben, bis die iranischen Behörden den Angehörigen mitteilen, unter welchen Umständen die beiden hingerichtet wurden und wo sie begraben sind.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82932
vom 11. Aban 1396 (2. November 2017)
sazemane melal do tan az qorbaniyane koshtare 67 ra be °onwane napadidshodeye qahri be rasmiyat shenaxt

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Iran: Zeit der Safranernte

Wenn es kalt ist, beginnt im Ostiran die Safranernte. Hier einige Fotos von dieser Arbeit in den verschiedenen Stadien. Der Iran ist weltweit der größte Produzent von Safran, das als Speisegewürz dient.













https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=140126
vom 6. Aban 1396 (28. Oktober 2017)
talaye sorx

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Keine Frauen im iranischen Kabinett

Bevor Hasan Rouhani zum zweiten Mal zum iranischen Staatspräsidenten gewählt wurde, versprach er den Frauen alles mögliche: mehr Einfluss in der Gesellschaft, mehr Repräsentanz im Parlament und in seiner Regierung. Heute wissen wir, dass das leere Worte waren. Wie sieht es in der Realität aus?


Bild: Mann = Frau

Im Kabinett von Rouhani befindet sich keine einzige Frau. War anfangs noch von vier oder fünf Frauen die Rede, die als Ministerinnen der Regierung Rouhani bestellt werden sollten, heisst es heute seitens Rouhani, dass er gerne welche bestellt hätte, dass es aber leider nicht möglich gewesen wäre. Indirekt schiebt er so die Schuld auf den Religionsführer.

Das iranische Kabinett ist damit frauenfeindlicher als das der Vereinigten Arabischen Emirate, das selbst auch nicht gerade als der Hort des Feminismus bekannt ist. Dort wurde letzte Woche ein Kabinett mit 31 Mitgliedern benannt – immerhin neun davon sind Frauen.


Sarah Amiri ist Ministerin in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und stammt ursprünglich aus Belutschistan, Iran. In ihrem Beruf ist sie stellvertretende Managerin für die Marsmission der VAE sowie Vorsitzende des Wissenschaftsrates

Selbst das Parlament von Saudi Arabien verfügt über einen größeren Frauenanteil als das iranische Parlament. Während es in Saudi Arabien 25% sind, kommt es im Iran nur auf einen Anteil von etwa 7%.

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Iran: Mehr Frauen zum Studium zugelassen als Männer

Um an einer Uni im Iran ein Studium aufnehmen zu können, müssen die Studienwilligen zuvor eine landesweite Aufnahmeprüfung absolvieren. Für das beginnende Studienjahr haben 387.000 Personen die Aufnahmeprüfung bestanden, davon 214.000 Frauen. Das bedeutet, dass 55% der Studienanfänger Frauen sein werden, 45% Männer. Die Frauen konzentrieren sich im Studium vor allem auf folgende Zweige: Ingenieurberufe, Medizin und Zahnmedizin.
Wohlgemerkt: Dies alles ist nicht die Folge einer gezielten Förderung des Frauenstudiums durch die Regierung, ganz im Gegenteil…

http://www.pyknet.net/1396/07shahrivar/27/page/konkur.php
vom 27. Schahriwar 1396 (18. September 2017)
pishtaziye doxtaran az pesaran dar konkure sale 96 daneshgahha

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Iran: Nein zur Zwangsverschleierung

Im Iran gibt es derzeit eine Bewegung, aus Protest gegen die zwangsweise Verschleierung der Frauen jeden Mittwoch weiße Kopfbedeckungen zu tragen (die Ajatollahs haben ihren Kleiderterror nicht nur auf die Form, sondern auch auf die Farben ausgeweitet). Eine junge Frau, Schima Baba‘i, erhielt jetzt eine Vorladung von der Justiz. Ihr wurde mitgeteilt, dass die Kampagne gegen die Zwangsverschleierung illegal sei und ihr droht eine Verhaftung. Schima Baba‘i war trotzdem bereit, ein Interview zur Sache zu geben, in dem sie auch eine Kopie der Vorladung zeigt, die sie erhalten hat. Im Gebäude waren auch andere Frauen anwesend, gegen die in der selben Sache ermittelt wird. Schima Baba‘i sagt zum Schluss deutlich, dass die Verfolgung kein Grund für sie ist, von ihrem Kampf für ihre Rechte und gegen die Zwangsverschleierung abzulassen.
Das Video stammt schon vom Vormonat, wurde aber erst jetzt auf youtube veröffentlicht:
https://youtu.be/cJw35iRI8a4

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=136829
vom 19. Schahriwar 1396 (10. September 2017)
film / shima baba‘i be jorme e°teraz be hejabe ejbari bazdasht shod

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Iran: Verhaftung statt Aufklärung der Hinrichtungen der 80-er Jahre


Rahele Rahemipur

Rahele Rahemipur hatte sich an den UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen (Committee on Enforced Disappearances, CED) gewandt, um Aufklärung über das Verschwindenlassen ihres Bruders, des Zahnarztes Hossein Rahemipur, und dessen nur wenige Tage alten Kindes, Golru Rahemipur Moqaddam, zu erlangen. Ihr Bruder war in den 1980-ern zusammen mit seiner schwangeren Frau im Iran verhaftet worden. Seine Frau brachte im Gefängnis ein Kind zur Welt, dem sie den Namen Golru gab. Nun wurde Rahele Rahemipur in der Nacht von Sonntag auf Montag in ihrer Wohnung verhaftet. Zugleich wurde eine Hausdurchsuchung bei ihr durchgeführt und Computer wie Handys beschlagnahmt. Bekanntlich ist man bei Klagen an internationale Organisationen auf Computer und Handys angewiesen, insofern ist dies die wirksamste Art aus der Sicht der iranischen Machthaber, die Beschwerden ins Ausland zu verhindern.

Todesursache Gelbsucht?
Die in London ansässige Organisation Sazemane °Edalat baraye Iran (Organisation für Gerechtigkeit im Iran), die sich ebenfalls in diesem Fall engagiert, hat dem BBC eine Kopie der Antwort der iranischen Regierung übergeben, die diese dem UN-Ausschuss zum Verschwinden des Vaters und der Tochter gegeben hatte. Laut Angaben dieser Organisation ist es das erste Mal seit Jahrzehnten, dass die iranischen Behörden überhaupt Auskunft über einen der Fälle von Hinrichtung und Verschwindenlassen der 1980-er Jahre gegeben hat. Im Antwortschreiben der iranischen Behörden heißt es, dass Golru Rahemipur Moqaddam im Nadschmije-Krankenhaus (Teheran) und im Imam-Chomeini-Krankenhaus (Teheran) behandelt worden sei. Der sieben Tage alte Säugling sei am 15. Farwardin 1363 (Anfang April 1984) infolge von „Gelbsucht und Blutstauung“ (zardi wa ensedade xun) trotz eines Blutaustausches verstorben.
Hossein Rahemipur war am 1. Schahriwar 1363 (zweite Augusthälfte 1984) wegen Mitgliedschaft in der „kommunistischen Gruppe Rahe Kargar“ als „Terrorist“ hingerichtet worden. Der Ort, wo seine Leiche begraben ist, wird der Familie bis heute verheimlicht.

Quellenlage
Hinweis: Wir wissen leider nicht, was im Originalschreiben der iranischen Regierung stand, da dieses nicht abgebildet ist. Wir wissen auch nicht, ob der oder die Journalistin den Inhalt dieses Antwortschreibens richtig wiedergegeben haben. Wir wissen auch nicht, ob die Person, die den persischen Artikel bei Peykeiran verfasst hat, überhaupt eine Kopie des Schreibens der iranischen Regierung gesehen hat. So oder so wirken die Angaben über die Todesursache etwas verdächtig, da Gelbsucht in den ersten Tagen eines Säuglings eine verbreitete Erscheinung ist.
Es steht auch keineswegs fest, dass das Kind tatsächlich gestorben ist, da Rahele Rahemipur, die jetzt erneut inhaftierte Schwester von Hossein Rahemipur, schon einmal verhaftet und unter dem Vorwurf der „Propaganda gegen das System“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war. Man hatte ihr zur Last gelegt, dass sie an „illegalen Versammlungen“ teilgenommen und politische Gefangene besucht habe. Während ihrer Verhöre im Rahmen der ersten Verhaftung hatten ihr die Verhörbeamten unter der Hand zu verstehen gegeben, dass sie nicht weiter wegen des Verschwindens von Golru Rahemipur nachforschen solle und den Fall auf sich beruhen lassen solle.

Was hat der Staat zu verbergen?
Das ist verdächtig. Aus Argentinien ist bekannt, dass die Folterer unter der Militärdiktatur die Neugeborenen nach außen weitervermittelten, während sie deren Mütter ermordeten. Nur dank des unermüdlichen Nachbohrens der „Großmütter“ kamen diese Fakten schließlich ans Licht. Diese Warnung an Rahele Rahemipur kann durchaus ein Indiz dafür sein, dass die Regierungsversion dazu dient, diese Form des Kindesraubes zu vertuschen.
Interessant ist auch, dass die iranische Justiz früher der Familie der Opfer gegenüber stets behauptet hatte, dass es nie einen Säugling namens Golru Rahemipur gegeben habe. Das stückchenweise Herausrücken mit der Wahrheit ist auch nicht angetan, die Glaubwürdigkeit der iranischen Behörden zu erhöhen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=136926
vom 20. Schahriwar 1396 (11. September 2017)
shakiye parwandeye e°damhaye daheye shaste iran dar xane‘ash bazdasht shod

https://www.verschwindenlassen.de/ausschuss-ueber-das-verschwindenlassen-3158/

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Iran: 800 unterschreiben gegen Kinderheirat


Laut Artikel 1041 des iranischen Zivilgesetzbuchs dürfen Mädchen schon ab dem vollendeten 9. Lebensjahr verheiratet werden. Jetzt haben 800 Frauen- und Kinderrechtsaktivisten im Iran eine Erklärung unterschrieben, in der sie eine Anhebung des Ehealters auf 18 Jahre fordern und eine strafrechtliche Verfolgung fordern, wenn Erwachsene eine Minderjährige heiraten. Sie weisen auf die verheerenden Folgen der frühen Ehe für die Kinderbräute hin.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=81548
vom 22. Mordad 1396 (13. August 2017)
sadha fa°°ale madani man°e ezdevaje kudakan zire 18 sal shodand

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Iran: Creative Mornings

Die aus der Schweiz stammende Kommunikationswissenschaftlerin Tina Roth-Eisenberg war unter anderem die Begründerin einer monatlichen Vorlesungsserie, die weltweit in über 100 Städten zu bestimmten Themen abgehalten wird. Auch aus dem Iran haben sich in zwei Städten Initiativen gebildet, um diese Anregung in ihrer Stadt umzusetzen, nämlich in Teheran und Tabris. Wie man an folgendem Video einer solchen Veranstaltung sehen kann, sind die meist jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer potentielles Ziel staatlicher Verfolgung, egal, wie unpolitisch das Thema des Vortrags ist. Erstens sitzen Männer und Frauen gemischt in der Vorlesung, und zweitens tragen die Frauen das Kopftuch so, dass – in Teheran – die Haare einschließlich das Ohr sichtbar sind. Die Farben des Kopftuchs und des Überwurfsmantels sind derart bunt, dass man die Ajatollahs schon donnerwettern hört.Kleidung, der Rahmen der Veranstaltung und die Umgebung lassen darauf schließen, dass die Teilnehmenden der Oberschicht angehören.

Bewegung in Bewegung
Während junge Menschen des gleichen Alters vor 40 Jahren irgendeiner politischen Gruppe angehörten, wenn sie aktiv werden wollten, die einen mit Schwerpunkt auf bewaffneten Aktionen, die anderen mit Schwerpunkt auf Aufklärung, hat die anhaltende Unterdrückung dazu geführt, dass die junge Generation sich anders ausdrückt. Natürlich führt die anhaltende Unterdrückung zur Erzwingung einer angeblich islamischen Kleiderordnung dazu, dass jede Frau, die etwas auf sich hält, sich in der einen oder anderen Form dagegen auflehnt. Aber das ist nicht die Hauptsache. Die Verfolgung von Opposition führt dazu, dass die junge Generation zu Aktionen übergegangen sind. Gestern war es das gegenseitige Bespritzen mit Wasser in der Öffentlichkeit, dann wurde die Polizei geschickt, um es zu verhindern, dann folgten andere mit turnerischen Darbietungen in Form von gewagten Sprüngen, auch hier von beiden Geschlechtern, es entstand eine Bewegung, am Mittwoch ein weißes Kopftuch zu tragen, und nun also dies hier, Vortragsreihen mit Frühstück in ungezwungener Atmosphäre. Das Regime hasst sowas wie die Pest, und wenn es zuschlägt, werden die Leute keinen Widerstand leisten, sondern die nächste Aktionsform erfinden. Wasser kann man stauen, aber es findet seinen Weg und dann läuft es über alle Hürden. Das Regime hat verloren.

https://youtu.be/NKGHa00MZ3A?t=305

https://en.wikipedia.org/wiki/Tina_Roth-Eisenberg
http://news.gooya.com/2017/08/post-6366.php
https://creativemornings.com/cities/tbz
https://creativemornings.com/cities/thr
https://www.creativemornings.ir/

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Istanbul: Meine Kleidung geht dich nichts an


Meine Kleidung geht dich nichts an!

Im Maçka-Park in Istanbul fand heute eine Kundgebung dagegen statt, dass ein Sicherheitsbediensteter versucht hatte, eine Frau aus dem Park zu werfen, weil sie nicht „anständig“ gekleidet sei. „Sie können hier nicht so herumlaufen, die anderen Menschen fühlen sich belästigt.“ hatte er behauptet. Und weiter: „Hier sind auch Familien. Und wenn Sie dann vergewaltigt werden, rufen Sie noch um Hilfe.“ Der Sicherheitsbeamte wurde laut Angaben der Stadtverwaltung Istanbul inzwischen vom Dienst suspendiert. Er arbeitete für eine Drittfirma. Wie man sieht, ist Leiharbeit auch beim türkischen Staat gang und gebe.

http://www.diken.com.tr/macka-parkinda-bir-kadini-taciz-eden-guvenlikci-aciga-alindi/
31/07/2017 16:30

Maçka Parkı’nda bir kadını taciz eden güvenlikçi açığa alındı

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Iran: 45 Botschafter im Gefängnis


Golroch Ira‘i und Fateme (Atena) Da‘emi

Nein, es handelt sich weder um eine Geiselnahme noch um eine Botschaftsbesetzung. Diesmal geht es darum, dass laut einem offenen Brief der iranischen Menschenrechtsaktivistinnen Golroch Ira‘i und Fateme (Atena) Da‘emi, zwei politischen Gefangenen, die im Ewin-Gefängnis in Haft sind, eine Delegation von 45 Botschaftern das Ewin-Gefängnis in Teheran besucht hat. Die Botschafter kamen am 14. Tir 1396 (5. Juli 2017) auf Einladung der Sazemane Zendanhaye Iran (Iranische Gefängnisverwaltung) und des „Islamischen Menschenrechtsinstituts“ zu einem im voraus angekündigten Besuch ins Ewin-Gefängnis. Die beiden Frauen schreiben in ihrem Brief, dass es klar ist, dass man dann, wenn man Besuch erwartet, sein Haus im besten Zustand vorführt. Das gebietet schon die iranische Gastfreundschaft.

Untergrabung der UN-Schutzmechanismen
Golroch Ira‘i und Fateme Da‘emi weisen in ihrem offenen Brief an die Botschafter darauf hin, dass der Iran schon seit Jahren den UN-Sonderberichterstattern wie Herrn Ahmad Schahid und Frau Asma Jahangir die Einreise in den Iran zum Zweck des Besuchs von Gefängnissen verweigert. In dieser Situation springen die 45 Botschafter in die Bresche und helfen dem Regime, diese Herren für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und die Menschenrechtler in Gute, die nichts sehen, und Böse – die Kritischen – einzuteilen. Entsprechend werden die Botschafter in den iranischen Staatsmedien zitiert, wie beeindruckt sie von den guten Haftbedingungen im Iran seien.

Fragen an die Botschafter
Die beiden Frauen wollen wissen, ob die Botschafter beim Gefängnisbesuch in Ewin auch die verschiedenen Institutionen untergeordneten Trakte besucht haben. So den Trakt 209, der dem Geheimdienstministerium untersteht, den Trakt do-alef (2A), der dem Geheimdienst der Revolutionswächter (Pasdaran) untersteht, oder den Trakt 241, der dem Geheimdienst der Justiz untersteht. Sie fragen, ob die Botschafter auch die Einzelhaftzellen ohne Fenster und Ventilation besucht haben und die dortigen Klos gesehen haben. Ob sie die Verließe und die engen, dunklen Verhörräume gesehen haben. Ob man ihnen auch die als „Grab“ bezeichneten Zellen gezeigt habe. Ob Sie auch mit Gefangenen gesprochen hätten. Ob sie sich zuvor über die Zahl der Inhaftierten, die Dauer der Einzelhaft, , die Art der Verhöre und Folterungen informiert hätten.

Frauen links liegen gelassen
Golroch Ira‘i und Fateme Da‘emi fragen die Botschafter, wieso sie den einzigen Trakt im Ewin-Gefängnis, in dem Frauen festgehalten werden, nämlich den ihrigen, nicht besucht hätten. Ob ihnen bekannt sei, dass die Frauen „aufgrund der Vorschriften der Scharia“ nicht von einem männlichen Arzt untersucht werden, und auch keine Spritzen und EKGs bekommen. Im Gefängnis ist nicht eine einzige Krankenschwester vorhanden, so dass die inhaftierten Frauen von wesentlichen medizinischen Dienstleistungen ausgeschlossen sind. Ob ihnen bekannt sei, dass das Trinkwasser im Gefängnis so ungesund ist, dass Hunderte, wenn nicht Tausende Gefangene, an Nierenerkrankungen leiden. Ob sie den unter dem Pseudonym Schahryari auftretenden Gefängnisarzt kennengelernt hätten, der die Gefangenen behandle, ohne sie zu untersuchen, und deshalb auch auf keinem Dokument mit seinem Namen auftrete, um nicht für seine Fehldiagnosen und Falschmedikamentation bestraft zu werden. Die beiden Frauen bedauern, dass die Besucher nicht auch mal einen Krankenwagen der Haftanstalt betreten hätten, um festzustellen, wie (schlecht) dieser ausgerüstet ist. Sie bedauern, dass die Botschafter sich nicht die Filme der Anstaltkameras zeigen ließen, die z.B. zwei Tage vor dem Besuch noch Aufzeichnungen machten. Dann hätten sie ein realistischeres Bild von den hygienischen Bedingungen in der Anstalt erhalten.

Trakt 4
Die Autorinnen des offenen Briefs an die Botschafter fragen, ob sie sich auch die Akten der Gefangenen anschauen konnten. Laut vorliegenden Informationen besuchten die 45 Botschafter nur den Trakt 4. Ob sie wüssten, dass die Gefangenen für diesen Trakt Millionen von Tuman ausgegeben hätten. Ob sie wüssten, dass die Gefangenen dieses Trakts für den Tag des Besuchs der Botschafter mit der Begründung wegverlegt wurden, sie kämen ins Krankenhaus oder sie hätten eine Gerichtsverhandlung. De facto seien sie in den Trakt do-alef (2A) verlegt worden. Sie wiesen darauf hin, dass im Trakt 4 sowohl wegen Wirtschaftsdelikten verurteilte Gefangene, als auch politische Gefangene sowie Schläger und Messerstecher untergebracht sind. Einen Tag vor dem Besuch der Botschafter wurde die Lieferung sämtlicher Zeitungen ins Gefängnis unterbunden, damit die Gefangenen nichts von diesem Besuch mitbekämen und nicht auf die Idee kämen, zu den Botschaftern Kontakt aufzunehmen.

Nahrung
Die Frauen sprechen noch viele weitere Punkte an, so etwa die mangelhafte Ernährung, durch die die Gefangenen gezwungen werden, zu völlig überhöhten Preisen Nahrung im Anstaltsladen zu kaufen, was für gewisse Herren ein willkommenes Geschäft ist.

Motive des Besuchs
Leider ist uns bis jetzt nicht bekannt, welche Regierungen diese 45 Botschafter vertreten. Betrachtet man die deutsche Asylpolitik, die inzwischen selbst Afghanistan als sicheren Staat bezeichnet und nicht davor zurückschreckt, Schüler aus der deutschen Schulklasse heraus nach Afghanistan abschieben zu wollen, dann können solche unprofessionellen Gefängnisbesuche sehr wohl ein gut durchdachter Schachzug sein. Mit den Berichten der Botschafter begründet man dann die Abschiebung von Iranern in ihre Heimat, und gleichzeitig streut man sie in den Medien, um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zum Iran zu rechtfertigen. Beim jetzigen Stand der Machtverhältnisse zementiert dies die wirtschaftliche Macht der Revolutionswächter, die schon jetzt die wichtigsten Wirtschaftszweige im Iran kontrollieren, namentlich den Öl- und Ergassektor.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=80974
vom 19. Tir 1396 (10. Juli 2017)
haqayeqra az shoma penhan kardand

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Iran: Weiß statt schwarz

Die Frauenbewegung im Iran sucht ständig neue Wege, um einen Ausweg aus dem Kleidergefängnis der Ajatollahs zu finden. Dazu ziehen sie jeden Mittwoch weiße Kopftücher an, um gegen das verordnete Schwarz zu protestieren. Der Ort ist beliebig.
https://www.radiofarda.com/a/b52-6th-hour-hijab-white-wednesdays/28575594.html
vom 2. Tir 1396 (23. Juni 2017)
chaharshanbehaye zanani ke sar baz mizanand

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Iran: Narges Mohammadi in Gefahr


Narges Mohammadi
Die iranische Journalistin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Menschenrechtsverteidiger Narges Mohammadi, die wegen ihres Engagements für die Abschaffung der Todesstrafe vergangenes Jahr zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt wurde und aufgrund weiterer politischer Vorwürfe noch 6 Jahre Gefängnis zusätzlich erhalten hat – musste jetzt wegen innerer Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Narges Mohammadi leidet an Muskellähmung und Lungenembolie. Die Ärzte, die sie behandelt haben, sagen, dass ihr Leben im Gefängnis in Gefahr ist. Ihre beiden Kinder leben jetzt bei ihrem Vater Taqi Rahmani in Frankreich.

http://news.gooya.com/2017/05/post-4123.php
vom 29. Mai 2017
narges mohammadi be dalile xunriziye daxeli az zendan be bimarestan montaqel shod

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Iran: Böse Mächte fordern Frauenrechte

Ajatollah Chamene’i ist sauer. Der Grund: Die Regierung von Hassan Rouhani hat das Erziehungsministerium angewiesen, die Agenda 2030 der UNESCO im Iran umzusetzen. Die Agenda sieht unter anderem Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen vor, bei der Erziehung und in anderen Bereichen. Diese Agenda wurde am 25. September 2015 von den Staats- und Regierungschefs von 180 Staaten in New York verabschiedet. Auch der iranische Vertreter war dabei. Dazu muss man wissen, dass die Außenpolitik nach der iranischen Verfassung zu den Vorrechten des Religiösen Führers gehört. Das heißt, dass die Regierung Rouhani, die damals für die Agenda gestimmt hat, dies mit Einwilligung des Religiösen Führers – Ajatollah Chamene’i – getan hat. Jetzt, wo es um die Umsetzung geht, wird er auf einmal laut und garstig.

Verdorbener westlicher Lebensstil
So erklärte Ajatollah Chamene’i am 7. Mai 2017 vor einer Versammlung von Lehrern folgendes: Das Dokument Agenda 2030 propagiere „einen fehlerhaften, destruktiven und verdorbenen westlichen Lebensstil“. Er erklärt, die Islamische Regierung habe höherrangige Dokumente als diese Agenda und habe keinen Bedarf für eine solche. Das fällt ihm reichlich spät ein…

Über andere Nationen bestimmen?
Der Religiöse Führer stellt dann die Frage: „Wie kommt ein sogenanntes internationales Gremium, das unter dem Einfluss der Großmächte steht, dazu, sich das Recht zu geben, über Nationen zu bestimmen, die über eine unterschiedliche Geschichte, Kultur und Zivilisation verfügen?“ Wenn er das Dokument lesen würde, könnte er leicht feststellen, dass es sich um eine Selbstverpflichtung ohne Sanktionen handelt, eben nichts, was Großmächte den anderen aufzwingen. Und der Religiöse Führer, der mit Parolen wie „Tod für Israel“ Menschen in den Krieg schickt, der die schiitischen Milizen im Irak, die Hesbollah im Libanon, die Hamas in Palästina und die Regierung in Syrien bei der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung unterstützt, nimmt sich selbst schon seit Jahrzehnten das Recht, über andere Nationen zu bestimmen, von denen im eigenen Land – den Kurden, Aseris, Balutschen, Turkmenen oder Arabern – ganz zu schweigen.

Heimliche Umsetzung strikt verboten
Der Religiöse Führer sagt weiter: „Dieses Dokument (die Agenda 2030) und seinesgleichen, sind nicht imstande, sich die Islamische Republik Iran zu unterwerfen. Die Unterschrift unter dieses Dokument und seine heimliche, schleichende Umsetzung ist strikt verboten. Dies wurde den zuständigen Institutionen auch schon mitgeteilt.“ Sprich, der Religiöse Führer hat sich mal wieder angemaßt, über die Regierung hinweg zu verfügen, was das Erziehungsministerium im Iran zu tun hat. Die Unterschrift erfolgte, wie gesagt, mit Chamene’is Zustimmung. Was man daran erkennen kann, ist die Mentalität, zu unterschreiben, ohne sich durch die Unterschrift zu etwas verpflichtet zu fühlen. Im Iran entscheidet nicht das Dokument, sondern die Machtverhältnisse. Was bei der UNESCO übrigens nicht anders ist, denn die Mehrheit der 180 Staatschefs, die die Agenda 2030 verabschiedet haben, dürften ähnlich handeln.

Die Motive des Ajatollahs
Wie gesagt, eigentlich gibt es keinen Grund, sich jetzt über das Dokument aufzuregen. Keiner kann die Mollas zwingen, es umzusetzen, und es wurde mit ihrem Segen verabschiedet. Der scheinbare Sinneswechsel ist eher ein Zeichen des Wahlkampfes im Iran. Schließlich hat Chamene’i gleich zwei Pferde im Rennen, Ebrahim Ra’issi und Bagher Qalibaf, der Mitkonkurrent Hassan Rouhani wird da schon in die Ecke der Reformisten gestellt. In Wirklichkeit greift Chamene’i mit seiner Rede Rouhani an. Er stellt diesen als „Schuldigen“ an der Situation dar, und klammert dabei seine eigene Verantwortung aus. Seine Glaubwürdigkeit im Iran stärkt er damit nicht.

Quellen:
http://www.radiofarda.com/a/f3-khamene-vs-unesco/28474271.html
vom 18. Ordibehescht 1396 (8. Mai 2017)
chera xamene’i ba sanade amuzeshiye yunesku moxalef ast?

http://news.gooya.com/2017/05/post-3448.php
vom 7. Mai 2017
moshkele xamene’i ba sanade yunesku chist?

Resolution der Generalversammlung, verabschiedet am
1. September 2015
[ohne Überweisung an einen Hauptausschuss (A/69/L.85)]
69/315.
Entwurf des Ergebnisdokuments des Gipfeltreffens der
Vereinten Nationen zur Verabschiedung der Post-2015-
Entwicklungsagenda
Anlage
Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige
Entwicklung
http://www.un.org/depts/german/gv-69/band3/ar69315.pdf

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Iran: Geiselnahme als Staatsgeschäft


Nazanin Zarghari-Ratcliffe und ihre Tochter

Shirin Ebadi, eine iranische Menschenrechtsaktivistin, die für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis erhalten hat, wertet die jüngste Bestätigung des Urteils gegen die Journalistin Nazanin Zarghari-Ratcliffe durch das Revisionsgericht als Form der Geiselnahme zum Zweck der Gelderpressung. Es gebe bestimmte Kammern im Revisionsgericht, die schon als „Bestätigungskammern“ bekannt seien, weil sie alles bestätigten, was das Geheimdienstministerium sich als Urteil wünscht.
Shirin Ebadi beklagte, der vorige US-Präsident Obama habe die iranischen Machthaber zu einer schlechten Angewohnheit verleitet, als er Koffer mit Geld nach Teheran schickte, um die Freilassung von vier US-Staatsbürgern zu erreichen, die zugleich die iranische Staatsbürgerschaft hatten.
Die Tatsache, dass Nazanin Zarghari-Ratcliffe nur stark reduzierte Gelegenheiten gegeben werden, Besuchen und Telefonaten Angehörigen von Angehörigen im Iran zu erhalten und sie zum iranischen Neujahrsfest nicht einmal mit ihrer zweijährigen Tochter telefonieren durfte, die im Iran ist, wertete Shirin Ebadi als Schikane der iranischen Machthaber, um Druck auf die britische Regierung auszuüben und möglichst viel Geld zu erpressen.
Bislang wurde Nazanin Zarghari-Ratcliffe der Kontakt zur britischen Vertretung in Teheran verweigert. Die iranische Regierung erklärt, sie habe die iranische Staatsbürgerschaft und sei damit eingereist, alles andere interessiere sie nicht.
Im umgekehrten Fall, wenn nämlich iranische Staatsbürger mit doppelter Staatsbürgerschaft im Ausland inhaftiert werden, sieht das dann ganz anders aus. Shirin Ebadi berichtet, dass die iranischen Vertretungen in Malaysia, Indien, Armenien und Georgien sehr wohl dort inhaftierte iranische Gefangene mit doppelter Staatsbürgerschaft besucht und Rechtshilfe leistet. Dies zeigt deutlich, dass die Argumente nur vorgeschoben sind, eben um Geld zu machen.
Damit ergibt sich im Umgang mit dem Iran eine ähnliche Zwickmühle wie früher zwischen der BRD und der DDR, wo ja auch Geld gezahlt wurde, um Gefangene in der DDR freizukaufen.

Quelle
http://www.radiofarda.com/a/f3-ebadi-on-zaghari-prison/28454634.html
vom 17. Ordibehescht 1396 (27.04.2017)
ferestadane pul ba chamedan be tehran, jomhuriye eslami-ra bad °adat karde ast

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