Archiv der Kategorie 'Frauen'

Iran: Zunahme der Kinderarbeit

Laut eines jüngst veröffentlichten Berichts des Ministeriums für Kooperativen, Arbeit und gesellschaftliche Wohlfahrt hat die Zahl der arbeitenden Kinder in den letzten Jahren zugenommen. Im Jahr 1396 (2017) haben im Iran 500.000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren gearbeitet oder Arbeit gesucht. 18% davon waren Mädchen, die Hälfte davon arbeitete in der Industrie. Nach dem Gesetz ist im Iran Kinderarbeit unter 15 Jahren verboten, zwischen 15 und 18 Jahren gelten besondere Schutzregeln. Aber das Gesetz steht nur auf dem Papier. Kinder sind selbst auf dem Bau und in Bergwerken beschäftigt, was z.T. internationalen Regelungen über gefährliche Arbeiten widerspricht. Parallel nimmt die Zahl der Kinder zu, die die Schule vorzeitig verlassen (mehr Mädchen als Jungen), die Zahl der Analphabeten unter Jugendlichen beträgt inzwischen 250.000.

https://www.radiofarda.com/a/iran-child-labour/30006482.html
vom 29. Chordad 1398 (19. Juni 2019)
afzayeshe shomare kudakane kar dar iran

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Iran: 5 Jahre Gefängnis für Bahai-Anhängerin

Die Angehörigen des Bahai-Glaubens werden im Iran seit Beginn der Revolution von 1979 verfolgt. Jetzt wurde Negin Tadrissi, eine Bürgerin von Teheran, von einem Gericht zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie war 2017 anlässlich des 200. Geburtstags des Religionsgründers Baha‘ollah verhaftet worden. Zu den Vorwürfen, die vor Gericht gegen sie erhoben wurden, gehörte unter anderem dass sie das Schulgeld für den Sprachunterricht eines afghanischen Staatsbürgers bezahlt hat…“

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=185042
vom 30. Chordad 1398 (20. Juni 2019)
negin tadrisi, shahrwande baha‘i be 5 sale habs mahkum shod

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Iran: Verfolgung jenseits der Gesetze


Sanaz Allah-Yari

Sanaz Allah-Yari und ihr Ehemann Amir-Hossein Mohammadi-Far, Mitglieder der Redaktion der elektronischen Zeitschrift Gam, wurden am 19. Bahman 1397 (Ende Januar 2019) verhaftet und nach 4 Monaten Haft im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses in eine andere Abteilung des selben Gefängnisses verlegt. Da die Vernehmungen von Sanaz und Amir-Hossein nach 25 Tagen abgeschlossen waren, ist ihr weiteres Festhalten in Untersuchungshaft nach iranischem Gesetz illegal. Der Vater von Sanaz war den staatlichen Rechtsbrechern auf den Fersen und versuchte, dieser Sache auf den Grund zu gehen. Dazu nahm er lange Anfahrtswege in Kauf (er wohnt 300 km von Teheran entfernt). Das wurde ihm am 16. Juni zum Verhängnis. Ein weißer Lieferwagen gab Vollgas und fuhr im Rückwärtsgang mit voller Geschwindigkeit auf ihn los, so dass er zu Boden gestoßen und ein Stück mitgeschleift wurde. Augenzeugen kamen ihm zu Hilfe und riefen die Polizei und die Ambulanz. Der weiße Lieferwagen gehörte dem Ewin-Gefängnis und verschwand auf dem Gefängnisgelände. Im Gegensatz zum sonst Üblichen wurde der Lieferwagen nicht beschlagnahmt. Der Fahrer des Lieferwagens wurde auch nicht festgenommen, wie es sonst üblich ist, sondern musste nur seinen Ausweis abgeben.
Nur dem Eingreifen der Umstehenden war es zu verdanken, dass das Gefängnispersonal keinen Erfolg damit hatte, den Täter entkommen zu lassen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=184847
vom 27. Chordad 1398 (17. Juni 2019)
tasadome mashkuke yek mashine zendane ewin ba pedare sanaz allah-yari

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Iran: Inhaftierte Journalistin in Hungerstreik getreten


Nazanin Zaghari-Ratcliffe

Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist eine britisch-iranische Journalistin mit doppelter Staatsangehörigkeit. Vor drei Jahren war sie bei einem Besuch im Iran verhaftet und wegen „Spionage“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am 15. Juni, dem Geburtstag ihrer Tochter, ist sie erneut in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre ungerechte Inhaftierung zu protestieren.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79874/
vom 15.06.2019
nazanin zagheri e°tesabe ghaza karde ast

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Iran: Touristen auf der Zielscheibe


Die Allgemeine und Revolutionäre Staatsanwaltschaft der am Kaspischen Meer gelegenen Provinz Masenderan hat am 7. Juni Anweisung erteilt, die Verfolgung von Touristen aufzunehmen, die auf dem Stausee von Lafur auf einem Schlauchboot gesichtet wurden. Ihr Verbrechen: Sie waren nicht nach Geschlechtern getrennt und die Frauen waren nicht verschleiert. Die Revolutionswächter stoßen sich außerdem daran, dass Fotos von diesen Schlauchboot-Touristen auch im Internet zu finden sind.
Laut anderen Berichten sollen die Behörden sich zuerst diejenigen vorgeknöpft haben, die diese Motorschlauchboote vermieten.
Nebenbei: Diese Herrschaften nennen sich zwar revolutionär, aber sie können es locker mit jedem deutschen Spießer aufnehmen.

https://news.gooya.com/2019/06/---232.php
vom 8. Juni 2019
janjal bar sare °akse chand gardeshgare jawan dar sadde lafur – mazenderan

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Iran: Bürgerrechtlerin erneut in anderes Gefängnis verlegt


Sepide Qalyan
Sepide Qalyan war vergangenes Jahr verhaftet worden, weil sie die streikenden Arbeiter von Haft-Tape unterstützt hatte. Sie wurde erst im Gefängnis von Ahwas in Haft gehalten, Ende April 2019 wurde sie ins Ewin-Gefängnis verlegt. Bei der letzten Vernehmung wurde ihr gesagt, dass ihr Fall an die 15. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran geht, unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Salawati.
Am heutigen Tage wurde sie in das Qaretschak-Gefängnis von Waramin verlegt. Häufige Verlegungen dienen der Verunsicherung der Gefangenen und der Erschwerung der Kontakte nach außen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183941
vom 13. Chordad 1398 (3. Juni 2019)
sepide qalyan be zendane qarechake varamin montaqel shod

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Iran: Gewerkschafterin weiter in Haft


Nahid Chodadschu (Xodaju) (im Foto links)

Nahid Chodadschu (Xodaju), die früher im Krankenhaus gearbeitet hat und jetzt im Vorstand der Freien Arbeitergewerkschaft (Ettehadiyeye Azade Kargaran) aktiv ist, wurde nach den Kundgebungen zum 1. Mai zusammen mit anderen Gewerkschaftsaktivisten verhaftet. Sie ist nach wie vor im Gefängnis. Der Ermittler hat es abgelehnt, ihre Entlassung gegen Kaution zuzustimmen, so dass sie nicht auf freien Fuß gesetzt wurde. Sie hatte schon in den ersten zwei Wochen ihrer Inhaftierung mehrere Gefängnisse durchlaufen: Das Ewin-Gefängnis (Teheran), das Qaretschak-Gefängnis und das Gefängnis von Groß-Teheran in Faschafuye.

https://ir.voanews.com/a/prisoner-activist-iran/4916607.html
vom 24. Ordibehescht 1398 (14. Mai 2019)
ba azadiye nahid xodaju °ozwe hey‘ate modireye ettehadiyeye azade kargarane iran mowafeqat nashod

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Iran: Ehemaliger Bildungsminister tötet seine zweite, junge Frau

Moahammad-Ali Nadschafi ist ein bekannter Mann im Iran. Früher war er Bildungsminister in der Regierung Rafsandschani, zuletzt war Oberbürgermeister von Teheran. Ihm wird eine sehr enge Beziehung zum Religiösen Führer Chamene‘i nachgesagt. Gestern hat er seine zweite, junge Frau, Mitra Ostad, mit einer Pistole erschossen. Die Polizei gibt an, dass er fünf Schüsse abgefeuert hat. Die Pistole ist sichergestellt.


Mitra Ostad und ihr Mörder, Moahammad-Ali Nadschafi

Nadschafi gibt die Tat zu. Angeblich hat er seine Frau wg. sexueller Kontakte mit einem anderen Mann getötet. Er hat sich selbst gestellt und ist in Polizeigewahrsam.

Zwei iranische Nachrichtenagenturen haben inzwischen berichtet, dass er vor der Tat in der heiligen Stadt Ghom war und einen Rechtsgelehrten besucht hat. Offensichtlich hat er sich vor der Tat Rechtshilfe geholt. Womöglich hat er es schriftlich bekommen.

Ihr Sohn hat in einem Interview erzählt, wie gewalttätig Nadschafi ist. Öfters musste er mit ansehen, wie seine Mutter von Nadschafi misshandelt wurde. Als er einmal dazwischen gegangen ist, hat sein Vater auch ihn geschlagen und ihm sogar die Hand gebrochen.

Kommentar:

Für uns sieht es wie ein geplanter Eifersuchtsmord aus. Die Tatsache, dass Nadschafi nach Ghom reiste und sich von einem Mullah beraten ließ, deutet darauf hin, dass die Tat nicht im Affekt geschah sondern gründlich geplant wurde. Nach der Scharia kann er, aber muss er nicht unbedingt bestraft werden. Eine Hinrichtung wäre theoretisch möglich, ist in seinem Fall aber höchst unwahrscheinlich. Ein Anwalt argumentiert genau so: eine Hinrichtung käme nicht in Frage. Möglich wäre auch eine kurze Gefängnisstrafe oder eine Geldstrafe.

Im Iran unterliegen Männer und Frauen hinsichtlich der Scharia einer sehr unterschiedlichen Rechtsprechung. Frauen müssen in solchen Fällen häufig mit einer Hinrichtung rechnen. Auch würde bei einer Frau die Geldstrafe doppelt so hoch angesetzt wie bei einem Mann. Der Seitensprung einer Frau gilt nach der Scharia für sich schon als Straftat, während ein Mann ganz legal bis zu vier Frauen gleichzeitig haben kann und kurzfristig noch sehr viel mehr. Wenn ein Mann seiner Frau einen Seitensprung durchgehen lässt, wird er ausgelacht und verliert seine Ehre. Er gilt nicht mehr als richtiger Moslem. Er wird von der Scharia geradezu zu so einer Tat gezwungen.

Nach dem religiösen Modell im Iran und der Scharia können die Mächtigen an der Spitze des iranischen Staats machen was sie wollen. Nadschafi gehörten als ehemaliger Bildungsminister und Oberbürgermeister zu den Mächtigsten im Land.

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Iran: Tanz und Musik auf der Straße, ohne Geschlechtertrennung


Auch vierzig Jahre nach der sogenannten Islamischen Revolution im Iran haben es die Machthaber nicht geschafft, den Wunsch der Bevölkerung nach Tanz und Musik zu unterdrücken. Und wie man auf dem Film sieht, tanzt in der Öffentlichkeit eine Frau zusammen mit einem Mann. Eine ältere Dame mit weißem Hut, wohl eine Touristin, filmt das Ganze. Der Film nennt keinen Ort, um die Beteiligten vor staatlicher Verfolgung zu schützen, denn die wäre sicher.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183091
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
film / esme mahall napors / in sahneha be °onwane harekathaye e°terazi, az madrese ta xiyabanha °aleyhe hokumate eslami dar hale gostaresh ast
https://youtu.be/gbfAKVBKFnU

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Iran: Musikerin bei Konzert hinter Wänden versteckt


Die Musikerin

Blick von der Musikerin zu den anderen Aufführenden

Hinter dieser Wand muss sie spielen

versteckter Blick auf das Publikum
Auf einer musikalischen Aufführung in Kaschan, die sich an eine Rede des Bürgermeisters von Kaschan anschloss, musste die anwesende Musikerin in islamischer Verhüllung vom Publikum versteckt hinter einer Wand auf der Bühne spielen. Die Männer durften offen spielen.
Der Clou: Das Thema der Rede des Bürgermeisters von Kaschan lautete: „Untersuchung der Hindernisse bei der Förderung der Kultur in Kaschan.“ Ein Blick hinter die Kulissen erspart lange Reden!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183304
vom 3. Chordad 1398 (24. Mai 2019)
honar dar hokumate eslamiye zedde zan
film / nawazandeye zane goruhe musiqi majbur ast az poshte diwarha benawazad
https://youtu.be/cpnK_1X0hcY

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Iran: Nein zum Krieg, nein zum Embargo, nein zur Alleinherrschaft


Am Sonntag, den 26. Mai 2019, haben Studierende der Allame-Tabatabai-Universität in Teheran eine Protestkundgebung abgehalten. Sie sind gegen die Kriegstreiberei, gegen das Wirtschaftsembargo und gegen die diktatorische Form der Machtausübung. In ihrer Erklärung, die sie gestern veröffentlichten, heißt es unter anderem:
„Wie kann man von Sicherheit reden, wenn wir Tag für Tag Zeuge werden, dass Kritiker und Protestierende gegen die herrschende Lage festgenommen, verhaftet und ins Gefängnis eingesperrt werden? In den vergangenen Jahrzehnten hat das Vorgehen der Machthaber, nur noch eine Meinung zuzulassen und die zahlreichen anderen Stimmen auszulöschen und zu unterdrücken dazu geführt, dass die Universität sich heute in eine Kaserne verwandelt hat, wo die kleinste Bewegung mit Unterdrückung beantwortet wird. Proteste und Streiks der Arbeiter werden massiv unterdrückt, gewerkschaftliche Aktivisten der Lehrkräfte werden inhaftiert. Noch einen Monat nach dem 1. Mai sind eine Reihe von Menschen in Haft, die an den Versammlungen zum Tag der Arbeit teilgenommen haben, zwei davon sind Journalisten. Schon seit Jahren werden die Forderungen religiöser Minderheiten mit schweren Haftstrafen beantwortet, Derwische sind in Haft, Umweltschützer sind schon seit über einem Jahr in „provisorischer Haft“ (Untersuchungshaft). Der Hausarrest (von den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Karubi und Mirhossein Mussawi) dauert nun schon fast 9 Jahre an, die Lastenträger an der Grenze (zum Irak/Kurdistan) werden dafür, dass sie um ihren Unterhalt kämpfen, erschossen, die afghanischen Flüchtlinge werden als billige Bauarbeitskräfte ausgebeutet und sind in den ganzen Jahren ihres Aufenthalts von der Deportation bedroht. Der friedliche, zivile Protest gegen die Zwangsverschleierung wird mit hohen Gefängnisstrafen beantwortet.“
Wohl gemerkt, das steht in keiner Exilzeitschrift, sondern das haben die Studenten einer Teheraner Uni gestern veröffentlicht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79657/
vom 5. Chordad 1398 (26.05.2019), 19:30
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °alame tabatabai dar tehran: na be jang, na be tahrim, na be eqtedargera‘i

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Iran – Teheran: Studenten protestieren gegen anhaltende Haft einer Studentin


Seit 19 Tagen (Stand 19. Mai 2019) ist die Studentin der Sozialwissenschaften Marsiye Amiri, die an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Teheran studiert und zugleich als Journalistin für die Zeitung Sharq news arbeitet, in Haft. Es ist nur bekannt, dass sie sich im Evin-Gefängnis in einer Zelle in Einzelhaft befinden. Am Sonntag haben sich eine Reihe von Studierenden an der Hochschule für Sozialwissenschaften versammelt, um gegen die anhaltende Inhaftierung von Marsiye Amiri zu protestieren.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182956
vom 29. Ordibehescht 1398 (19. Mai 2019)
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °olume ejtema°iye daneshgahe tehran be edameye bazdashte marziye amiri + °aks

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Iran: Proteste von StudentInnen gegen neue Bekleidungsvorschriften

Auf dem Campus der Universität Teheran gab es am Montag, den 13.5.2019, Versammlungen und Demonstrationen von StudentInnen gegen die neuesten Vorschriften zur islamischen Kleiderordnung.


Iranische Studierende demonstrieren gegen islamische Kleidungsvorschriften an der Uni Teheran

Letzte Woche wurden von an den Universitäten installierten Geheimdienstbüros Bescheide veröffentlicht, nach denen neuerdings besonders streng auf die Einhaltung der islamischen Kleidungsvorschriften geachtet werden solle. Es wurden überall Plakate angeschlagen, auf denen stand, dass an Universitäten nicht mehr einfache alltägliche Kleidung wie auf der Strasse getragen werden dürfe. Frauen und Männer müssten sich genau an die islamischen Vorschriften der Scharia halten und Frauen z.B. den Tschador tragen.

Sogleich gab es Proteste dagegen und die Studentinnen und Studenten begannen schon Donnerstag letzter Woche mit der Mobiliserung gegen diese neuen Vorschriften. Am Montag, den 13.5.2019, war eine Demonstration auf dem Campus der Uni Teheran geplant. Gestern versammelten sich dann die StudentInnen aus alle Fakultäten im Freien, hielten Reden und riefen Parolen.

Auch die Staatsmacht blieb nicht untätig. Sie organisierte eine größere Gruppe von Basiji, die am Montag in Zivilkleidung in den Universitätscampus eindrangen, die studentischen Versammlungen angriffen und Schlägereien anfingen. Sie riefen Allah-hu-Akbar und versuchten zu stören.

Allerdings war die Zahl der StudentInnen wesentlich größer als dieser Haufen Staatsbüttel und die Studenten-Demonstration konnte trotz kleinerer Rangeleien am Rande zu Ende gebracht werden.

Unter https://www.radiofarda.com/a/protests-in-tehran-university/29937517.html (persisch) sind mehrere Videos verlinkt, die die Atmosphäre bei den Versammlungen gut widergeben.

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Iran: Bericht einer Studentin aus der Einzelhaft


Parisa Rafi°i

Parisa Rafi°i, Studentenaktivistin, Studentin der Schönen Künste an der Uni Teheran, war wegen ihrer Teilnahme an Studentenprotesten in der Jahreswende 2017/2018 am 25. Februar 2018 verhaftet und am 19. März 2018 gegen Kaution freigelassen worden. Am 3. September 2018 wurde sie von der 26. Kammer des Revolutionstribunals Teheran wegen Straftaten gegen die Nationale Sicherheit, wegen staatsfeindlicher Propaganda und Störung der öffentlichen Ordnung zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.
In einem offenen Brief vom 19. Ordibehescht 1398 (9. Mai 2019) beschreibt sie die Bedingungen während ihrer 21 Tage währenden Einzelhaft vom 25. Februar bis 19. März 2018.
Sie schreibt, dass weder ihr noch ihren Angehörigen mitgeteilt wurde, an welchem Ort sie inhaftiert war. Dies erfüllt die Kriterien des „Verschwindenlassens“. Diese Praxis dient dazu, das Opfer völlig zu verunsichern. In den 21 Tagen wurde sie zudem in Einzelhaft gehalten, was die Unsicherheit noch vergrößert. In der Zeit ihrer Untersuchungshaft durfte sie auch keinen Anwalt sprechen.
Sie beschreibt die verschiedenen Formen, mit denen der Verhörbeamte versuchte, sie zu demütigen und unter Druck zu setzen. So verlangte er von ihr, sich auf ihre Jungfräulichkeit untersuchen zu lassen. Dem widersetzte sie sich erfolgreich. Der Verhörbeamte drohte ihr außerdem, ihr die Fingernägel auszureißen und sie hinrichten zu lassen.
Dies, um einen Eindruck zu gewinnen, wie man sie als Mensch brechen wollte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182326
vom 20. Ordibehescht 1398 (10. Mai 2019)

https://kayhanlife.com/society/human-rights/tehran-university-photography-student-jailed-for-seven-years/
vom 3. September 2019

https://www.scholarsatrisk.org/report/2018-02-25-university-of-tehran/
vom 25.02.2018

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Iran: Kinder iranischer Frauen benachteiligt

Das iranische Zivilrecht benachteiligt bei Ehen mit einem ausländischen Partner die Kinder, wenn die Mutter Iranerin ist und nicht der Vater. Ist der Vater Iraner und die Frau nicht, ist alles Paletti, die Kinder bekommen dann sogar die iranische Staatsbürgerschaft, wenn der Vater im Ausland lebt. Ist die Mutter Iranerin und der Vater Ausländer, sieht es anders aus. Diese Kinder bekommen nicht einmal die iranische Staatsbürgerschaft, wenn sie im Iran geboren sind und leben.
Gegen diese Ungerechtigkeit protestieren jetzt 180 Professoren und Forscher aus dem Gebiet der Sozialwissenschaften, die sich in der Sache mit einem Brief an das iranische Parlament gewandt haben. Sie fordern eine Änderung des Zivilrechts, so dass auch die Kinder iranischer Frauen, die einen ausländischen Ehepartner haben, die iranische Staatsbürgerschaft bekommen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79526/
vom 11.05.2019, 14:45
darxaste e°taye tabe°iyat be farzandane madare irani

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