Archiv der Kategorie 'Frauen'

Iran – Kurdistan: Männer dürfen keine Frauenkleider nähen

Was die Schaffung von Arbeitsplätzen für die jährlich über 1 Million junger Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, angeht, ist der Iran gewiss kein Spitzenreiter. Das Land – genauer gesagt, die herrschende Elite – hat ganz andere Probleme. So verkündete jetzt der für Kurdistan zuständige Sekretär des Stabs zur Umsetzung der Einhaltung des (islamisch) Gebotenen und zur Unterbindung des (islamisch) Verbotenen (Setade Ahyaye Amr be Ma°ruf wa Nahy az Monker), Herr Mahmud Allahmoradi: „Im Schneidergewerbe haben wir Probleme. Denn manchmal nehmen Herren das Maß für Frauenkleider und nähen diese. In diesem Monat fand deshalb eine Sitzung mit den Berufsverbänden der Provinz Kurdistan unter Anwesenheit der Sicherheitskräfte der Provinz statt.“ Das Ergebnis ist das, was wir in der Überschrift lesen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117956
mamnu°iyate duxte lebase zanane tawassote xayyatane mard dar kordestan
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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Iran: 6 Jahre Gefängnis für unveröffentlichte Erzählung


Golroch Ebrahimi

Am Donnerstag, den 6. Oktober 2016, machte Amnesty International in einer Erklärung darauf aufmerksam, dass die iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Golroch Ebrahimi demnächst für eine Erzählung ins Gefängnis kommt, die noch nicht einmal gedruckt wurde. Die Erzählung behandelt das Thema Steinigung. Golroch Ebrahimi wurde deshalb u.a. wegen der „Beleidigung von Dingen, die dem Islam heilig sind“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und soll demnächst ihre Gefängnisstrafe antreten.

http://www.radiofarda.com/a/o2-rb-amnesty-international/28036360.html
°afw beyn ol-melal: golrox ebrahimi baraye dastani cap nashode be zudi rawaneye zendan mi shawad
vom 15. Mehr 1395 (6. Oktober 2016)

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-174-2013-2/ehepaar-haft
Iran
UA-174/2013-2 Index: MDE 13/2520/2015 28. September 2015
Herr ARASH SADEGHI
Frau GOLROKH EBRAHIMI IRAEE

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/10/iran-writer-facing-imminent-imprisonment-for-story-about-stoning/
Iran: Writer facing imminent imprisonment for story about stoning
6 October 2016, 11:36 UTC

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Treffen von Angehörigen von Politischen Gefangenen – Protest gegen unrechtmäßige Urteile

Letzten Freitag, den 30. September 2016, trafen sich die Angehörigen von Politischen Gefangenen in Teheran, spendeten sich gegenseitig Trost und bestärkten Ihre Forderungen nach der Freilassung ihrer Verwandten.


„Freiheit für die Politischen Gefangenen“

Die Initiative ging von Mansure Bekish aus. Sie wollte die Angehörigen von mehreren Politischen Gefangenen besuchen und ihnen ihr Beileid ausdrücken. Anlass war die jetzt von einem Revisionsgericht bestätigte Verurteilung von Narges Mohammadi zu 16 Jahren Haft.

Ihre erste Station war die Familie von Simin Ivazzadeh, die zur Zeit noch aufgrund einer Bürgschaft zu Hause weilen kann. Simin ist bereits von dem zweiten Gericht zu 7 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem sie vorher 17 Monaten lang Untersuchungshaft, strengen Verhören und auch Folter ausgesetzt gewesen war.

Mansure Bekish hielt hier eine Rede in der sie die Verurteilungen scharf kritisierte. Sie sagte, dass sie alle nie gedacht hätten, dass die Revisionsgerichte die übermäßig harten Urteile der Erstinstanz bestätigen würden. Sie waren vielmehr davon ausgegangen, dass die Angeklagten entweder freigelassen oder nur zu sehr viel kleineren Haftstrafen verurteilt würden.

Abschließend erklärte sie, dass sie die Urteile nicht akzeptierten und dass sie weiter dagegen protestieren würden. Sie würden sich weiter für Menschenrechte einsetzen und alle Menschrechtsinstititionen in der ganzen Welt anschreiben, um Unterstützung für ihre Ziele zu erlangen.

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Irans Killerjustiz: 16 Jahre Gefängnis für Narges Mohammadi


Narges Mohammadi

Narges Mohammadi ist die stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Menschenrechtsverteidiger (Kanun-e Modafe°an-e Hoquq-e Bashar) und Aktivistin der Kampagne Legam (Zügel), die für eine schrittweise Abschaffung der Todesstrafe im Iran eintritt.
Die 36. Kammer des Revisionsgerichts der Region Teheran, die ihren Sitz am Revolutionstribunal hat, hat am Mittwoch, den 28.09.2016, das Urteil der Vorinstanz gegen die iranische Menschenrechtlerin Narges Mohammadi in vollem Umfang bestätigt. Die Vorinstanz hatte unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Salawati im Mai dieses Jahres Narges Mohammadi wegen „Verbrechen gegen die Staatssicherheit“ und „Propaganda gegen das System“ zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.
Der Grund für die Anklage ist ihr aktiver Einsatz gegen die Todesstrafe im Iran und ihr Treffen mit der EU-Außenministerin Catherine Ashton im März 2014, wie Amnesty International über sie schreibt.

Man darf gespannt sein, ob kritischer Dialog in den sich selbst so demokratisch präsentierenden Staaten Westeuropas nur bedeutet, dass man Kaffekränzchen mit Folterern wie Mahmud Ahmadineschad oder Sa‘id Mortasawi pflegt und dann untätig zuschaut, wie diejenigen, die den Dialog mit Leben erfüllen, im Gefängnis umkommen. Denn dass Narges Mohammadi die Strafe nicht überleben kann, ist klar. Sie leidet an einer Lungenerkrankung (Blutklumpen in der Lunge) und an einer Nervenerkrankung, die im Gefängnis nicht behandelt wird und zu Anfällen und Lähmungserscheinungen führt.

Quellen:

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/218072.php
vom 7. Mehr 1395 (28.09.2016)
16 sal-e habs-e ta°ziri baraye narges mohammadi

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64801/
iran-emrooz.net | Wed, 28.09.2016, 9:51

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/09/iran-shameful-16-year-sentence-for-narges-mohammadi-a-devastating-blow-to-human-rights/
28 September 2016, 15:41 UTC
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/05/iran16-year-sentence-against-critically-ill-human-rights-defender-signals-all-out-repression/
19 May 2016, 17:28 UTC

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Iran: Qaritschak – das größte Frauengefängnis des Landes


Abzweiger zum Frauengefängnis Qaritschak

Bei Kilometer 17 der Autobahn von Teheran nach Waramin zweigt eine Straße zum Frauengefängnis von Qaritschak ab. Das Gefängnis wurde seinerzeit mitten in die Wüste gebaut. Entsprechend heiß ist es dort, das Wasser aus der Leitung ist versalzen und unhygienisch.
Ursprünglich wurde das Gefängnis für Drogenabhängige gebaut. Es hat sieben Abteilungen, große Betonhallen wie für Hühnerställe, insgesamt sind im Gefängnis 2000 Frauen untergebracht, zum Teil mit ihren Kleinkindern. Im Gefängnis sind Frauen aller Altersstufen inhaftiert, eine Trennung nach der Art der Anklagepunkte wird nicht vorgenommen.

Behandlung in Haft

Die Gefangenen werden vom Personal gedemütigt und beleidigt, im Falle von Protesten wird ihnen damit gedroht, dass sie in Arrestzellen kommen, die eigentlich für psychisch Kranke gedacht sind – eine Art Gummizelle, wo die Menschen an Händen und Füßen gefesselt sind. Die Abteilungen werden so belegt, dass es zu Streit unter den Gefangenen kommt. Das führte in konkreten Fällen so weit, dass Gefangene von Mitgefangenen umgebracht wurden – vor den Augen des Gefängnispersonals, das nicht eingriff.

Kein Schutz vor Vergewaltigung
Obwohl es ein reines Frauengefängnis ist, sind auch Männer als Wachpersonal eingestellt. Diese nutzen die Situation, um gefangene Frauen zu vergewaltigen. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, haben sie nicht. Da sie auch nach der Tat weiter in der Hand der Wärter sind, nützen auch Beschwerden nichts.

Hygiene und Gesundheit
In jeder Abteilung sind 200-300 Gefangene untergebracht. Ihnen stehen vier Toiletten und Bäder zur Verfügung. Hautkrankheiten sind verbreitet. In 24 Stunden gibt es nur eine Stunde lang warmes Wasser – im Winter ist es in der Wüste kalt! Die medizinische Behandlung im Gefängnis ist unzulänglich. Es gibt zu wenig Medikamente, dafür aber einen mafiös organisierten Verkauf von Medikamenten zu horrenden Preisen, die einzige Möglichkeit für viele Gefangene, überhaupt Medikamente zu erhalten. Selten werden Kranke zur Behandlung außerhalb des Gefängnisses in eine Klinik verlegt.

Ernährung und Unterbringung
Die Rationen für die Gefangenen sind zu klein, das Essen ist sehr eintönig, Kartoffeln, Nudeln und Brot, die Gefangenen leiden an Vitaminmangel. Für 2000 Gefangene gibt es nur 600 Betten. Deshalb müssen 1400 der Gefangenen auf dem Betonboden schlafen.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217966.php
vom 5. Mehr 1395 (26.09.2016)

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Iran: Bezahlte Frauenarbeit im regionalen Vergleich

Iran-Emrooz gibt einen Artikel der iranischen Zeitung „Schahrwand“ (Bürger) wieder (ohne Datumsangabe), der auf eine nicht näher bezeichnete Veröffentlichung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hinweist, in der die relative Beschäftigungsquote der Frauen im Vergleich zur Beschäftigungsquote der Männer (auf Englisch: Ratio of female to male labor force participation rate) in den Ländern der Region aufgeführt wird.
Sie beträgt 22,6 Prozent im Iran, 29 Prozent in Saudi-Arabien, 21,5 Prozent im Irak, 41,4 Prozent in der Türkei, 74,6 Prozent in Armenien, 89,8 Prozent in der Republik Aserbaidschan, 60,9 Prozent in Turkmenistan, 20,1 Prozent in Afghanistan, 29,9 Prozent in Pakistan, 49,2 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie 26 Prozent in Qatar. Der durchschnittliche Lohn der Frauen im Iran beträgt 41 Prozent weniger als der Lohn der Männer.
Die exakte ILO-Quelle für diese Angaben konnten wir leider nicht ermitteln, auch nicht auf der ILO-Webseite, die Werte entsprechen aber in etwa denen der Weltbank, die sich ihrerseits auf die ILO beruft:
http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.CACT.FM.ZS
(Es müssten demnach die Zahlen für das Jahr 2014 sein).

Frauenbeschäftigungsquote in der iranischen Statistik
Laut Angaben des Statistischen Zentrums des Irans (Markaz-e Amar-e Iran) betrug die Beschäftigungsrate der Frauen Mitte der 1990-er weniger als 10 Prozent, stieg dann auf 17 Prozent (Regierungszeit von Staatspräsident Chatami) und fiel dann unter den beiden Regierungen von Ahmadineschad auf 7 Prozent. Jetzt soll sie sich wieder im Steigen befinden und bei 14,5 Prozent liegen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64554/
iran-emrooz.net | Fri, 16.09.2016, 22:10
bazare kare zanane iran moshabehe keshwarhaye jangzade ast

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Iran: Modeschau in Qom


Qom ist das iranische Zentrum der Rechtsgelehrten mit wichtigen religiösen Schulen. Hier fand laut einem Bericht von Peykeiran vom 10. September 2016 eine Modeschau statt.
Es folgen einige Bilder:


Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116154

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Iran: Hauptsache hingerichtet – das Werk des Ajatollah Ahmad Dschannati


Ausschnitt aus der Zeitung Ettelaat

Die iranische Webseite news.gooya.com hat vergangenen Freitag einen Link zu Freedom Messenger veröffentlicht, der seit der Niederschlagung der Millionenproteste gegen die Wahlfälschung von 2009 Filmaufnahmen über die damaligen Ereignisse veröffentlicht. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Aufnahme mit Mehdi Chas‘ali, einem bekannten Kritiker der Geistlichen, der im Iran lebt und wiederholt verhaftet wurde. Er erklärt, dass Ajatollah Ahmad Dschannati, der jetzt Vorsitzender des Wächterrats und des Expertenrats ist, sich bei der Niederschlagung der Proteste gegen die Wahlfälschung sogar für die Hinrichtung einer jungen Frau ausgesprochen hatte, von der nicht einmal der Name bekannt war, und verweist auf einen Artikel in der Regierungszeitung Ettelaat.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/09/217192.php
vom 19. Schahriwar 1395 (9.9.2016)
pardebardariye mehdi xaz°ali az jenayate jannati

zu Freedom Messenger:
https://jmirani.wordpress.com/2016/05/16/sperrung-des-freedom-messenger-kanals/comment-page-1/

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Türkei: Freiheit für Aslı Erdoğan


Nach der Schließung der türkisch-kurdischen Zeitung Özgür Gündem wurde auch die Schrifstellerin und Journalistin Aslı Erdoğan in Haft genommen. Von 25 Festgenommenen wurden 22 auf freien Fuß gesetzt, sie nicht.
Aslı Erdoğan wird in der Anti-Terror-Abteilung der Staatssicherheit der Provinz Istanbul verhört. Ihr wird „Propaganda für die PKK“, „Mitgliedschaft in der PKK“ und „Aufhetzung des Volkes“ vorgeworfen.
Türkische SchriftstellerInnen haben eine Unterschriftskampagne auf change.org für ihre sofortige Freilassung gestartet:
Link
https://www.change.org/p/asl%C4%B1-erdo%C4%9Fan-derhal-serbest-b%C4%B1rak%C4%B1ls%C4%B1n
Sie weisen darauf hin, dass Asli Erdogan nicht in einer Verfassung ist, das „Ermittlungsverfahren“ gesund zu durchstehen.

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Iran: Der Zorn der neuen Generation

Leserbrief zur Musik von Shahin Najafi, einem Rapper aus dem Iran, der in Deutschland im Exil lebt. Augrund seiner Texte muss er hier unter polizeilichen Personenschutz leben, weil gegen ihn ein Todesfatwa ausgesprochen wurde.


Youtube – Seite von Shahin Najafi

Ein Leserbrief
Die Webseite www.pyknet.net ist die Nachrichtenseite der iranischen Tudeh-Partei, zu Sowjetzeiten also der moskautreuen Kommunisten. Sie druckte am 10. August 2016 einen leicht überarbeiteten Leserbrief einer Iranerin namens Elham Motlaqi an ihren Chefredakteur ab. Der Chefredakteur hatte wohl in einer Antwort auf eine Leserfrage zu Shahin Najafi (Schahin Nadschafi) geschrieben, dass er diesen Mann nicht kenne und generell von der heutigen iranischen Musik und den heutigen Lieder nicht viel halte.

Die Generation zwischen 17 und etwas über 30
Die Leserin schrieb darauf an ihn, dass Sie zu der Generation gehöre, die jetzt zwischen 17 und etwas über 30 Jahre alt sei, die also weder die Zeit vor der Revolution noch die Revolution von 1979 miterlebt habe und einzig und allein in diesem Staat aufgewachsen sei. Auf Schahin Nadschafi, der unter anderem Rapp-Lieder schreibt und singt, sei sie per Zufall im Internet gestoßen. Seine Texte hätten sie sofort angesprochen, er spreche das an, was die junge Generation heute bewege. Seine Themen seien die sozialen Erscheinungen des iranischen Alltags: Drogensucht, Kinderarbeit, Wühlen im Müll, Prostitution…

Aufklärung mit Ohrfeigen
Sie berichtet auch von ihren eigenen Erfahrungen, als sie mit 24 eigene Gedichte ans Ministerium für religiöse Aufklärung geschickt hatte, um eine Erlaubnis zur Veröffentlichung zu erhalten. Sie sei dann zum Ministerium gerufen worden. Der Beamte habe zu ihr gesagt, sie solle die Tür zumachen, und ihr dann eine Ohrfeige geknallt und sie mit dem Wort Fahesche (Hure) beschimpft. Warum? Weil sie in ihren Gedichten das Wort zananegi (Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan) verwendet hatte und die Brüste mit einer Handgranate verglichen hatte.
Später sei sie ein zweites Mal von ihrem Mann geohrfeigt worden, weil sie vor seinen Augen die Schnapsflasche ins Klo ausgeleert hatte und ihn als Mensch mit zwei Gesichtern bezeichnet hatte, weil er am Arbeitsplatz so den Frommen rauskehrt.

Vulgär sind die Ajatollahs
Wenn dem Chefredakteur die Melodien und die Reimkunst der neuen Sänger und Sängerinnen auch nicht gefalle, so seien es doch gerade sie, die die Themen der jungen Generation anspreche, so Sängerinnen und Sänger wie Yaghma Golru‘i, Mahdi Mussawi, Fateme Extessari, die zum Teil fliehen mussten.
Ihre Lieder und Auftritt sprechen auch von der Gewalt und Vergewaltigung von Gefangenen im Gefängnis.
Wer die vulgäre Wortwahl der jungen Generation kritisiere, dürfe nicht vergessen, in was für einem Staat sie lebten: Ein Ajatollah in Qom bezeichnete Männer, die nicht auf die Verschleierung der Frauen achten, als dayuth, als Kuppler und Zuhälter, der die eigene Frau verkauft, und das kommt dann in den staatlichen Medien an vorderster Stelle. Geht es vulgärer?
Angehörige der Bassidschi-Milizen beleidigen die Tochter von Ajatollah Haschemi Rafsandschani als Hure (dschende laschi) und verbreiten dies sogar über einen youtube-Film. Das ist die „Höflichkeit“ der Machthaber.

Chawaran – der Islamische Staat der Ajatollahs
Die Leserin Elham Motlaqi schreibt auch von einem anderen Text von Schahin Nadschafi, der als Antwort auf die Worte eines angeblich fortschrittlichen Reformisten: „Was geschehen ist, ist geschehen, ihr braucht Chawaran nicht immer zu wiederholen“ sang: „Chawaran-ra faramusch nakonid“ – Vergesst Chawaran nicht. Chawaran ist ein Friedhof vor Teheran, auf dem das Regime die Toten des Gefängnismassakers, das auf Anordnung von Ajatollah Chomeini zum Ende des iranisch-irakischen Krieges in den iranischen Gefängnissen verübt wurde, mit Bulldozern beerdigt hatte.
Ein Kapitel, das das Regime gern verheimlicht, so dass gerade das Lied von Schahin Nadschafi die junge Generation darauf stößt.
Schahin Nadschafi lebt übrigens in Deutschland im Exil, sein Lied „Naghi“ hatte eine Mordfatwa im Iran zur Folge, so dass er ähnlich gefährdet ist wie Salman Rushdie (Autor der „Satanischen Verse“), nur dass er nicht berühmt ist.

http://www.pyknet.net/1395/08mordad/20/page/enghelab.php
vom 20. Mordad 1395 (10. August 2016)
anche dar jame°e mi god_arad enqelab-ra az cheshme mardom andaxte
elham motlaqi

https://de.wikipedia.org/wiki/Shahin_Najafi
vom 12.08.2016

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Schließung der gemischtgeschlechtlichen Kindergärten – Schwimmbäder in Teheran

In Teheran sind alle gemischtgeschlechtlichen Kindergarten – Schwimmbäder geschlossen worden.

Ibrahim Ghafari, stellvertretender Leiter der Teheraner Behörde „Omure Edschtemai Behsisti“ (was so viel heisst wie „Gesundheit und besseres Leben“) hat diese Nachricht verkündet.

Er erklärte heute, den 18.7.2016, dass Jungs und Mädchen gemeinsam in den Schwimmbädern von Kindergärten schwimmen zu lassen, unislamisch sei. Darum müssten die gemischten Bäder geschlossen werden.

Das fällt ihm früh ein. Seit der Islamischen Revolution im Iran ist es üblich, dass die Kinder in privaten Kindergärten gemeinsam schwimmen gehen.

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Iran: Narges Mohammadi – Hungerstreik beendet

Narges Mohammadi, die Vize-Vorsitzende des Vereins der Menschenrechtsverteidiger im Iran, hatte nach 20 Tagen Hungerstreik endlich Erfolg. Ihr wurde erlaubt, aus der Haft mit ihren kleinen Kindern zu telefonieren.
Die Nachricht stammt von ihrem Mann, Taqi Rahmani. Zahlreiche iranische Bürgerinnen und Bürger hatten die Forderung von Narges Mohammadi durch Briefe an den Chef der iranischen Justiz, Sadeq Laridschani, unterstützt. Insofern ist dies auch ein kleiner Erfolg der Zivilgesellschaft.

http://www.radiofarda.com/a/f2-iran-narges-mohammadi-ended-hunger-strike-upon-talking-to-kids/27862173.html
vom 26. Tir 1395 (16.07.2016)

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Narges Mohammadi tritt in den Hungerstreik

Am Montag, den 27.6.2016 ist die Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi, die gegenwärtig im Ewin-Gefägnis in Teheran inhaftiert ist, in den Hungerstreik getreten.


Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi mit ihren Kindern

In einem offenen Brief hat sie die Gründe dafür erklärt. Sie fordert seit langer Zeit die Erlaubnis der Gefängnisverwaltung und der Justizbehörden, mit ihren Kindern in Kontakt treten zu können, und sei es nur per Telefon. Dieses Recht wird ihr verwehrt.

Ihre Kinder leben mit ihrem Mann zusammen im französischen Exil. Das Telefon ist die einzige Möglichkeit, mit ihren Kinder in Kontakt zu treten. Sie schreibt, dass das keine große Forderung sei, dass es nicht gegen das Gesetz oder irgendwelche Sicherheitsbestimmungen verstoße, mit ihren Kindern zu telefonieren. Es sei das gute Recht einer Mutter.

Narges Mohammadi hat vor ihrer jüngsten Festnahme im Mai 2015 als Vizepräsidentin für das Zentrum zur Verteidigung der Menschenrechte gearbeitet. Das ist das Institut der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi.

Weitere Artikel zu Narges Mohammadi in diesem Blog

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Iran: Frauen im Ewin-Gefängnis

Die Internationale Menschenrechtskampagne im Iran, eine iranische Menschenrechtsorganisation, hat einen neuen Bericht über die Haftbedingungen von weiblichen politischen Gefangenen im Teheraner Ewin-Gefängnis veröffentlicht. Ihre Zahl beträgt 25-30, die meisten wurden vor vier Jahren ins Gefängnis von Radscha’i-Schahr (Karadsch) und Qaratschak (Waramin) verlegt.
Die noch im Ewin-Gefängnis festgehaltenen Frauen unterstehen der Aufsicht der Justiz, deren Vorsitzender Sadeq Laridschani ist. Wie die Menschenrechtsorganisation berichtet, werden die Rechte der Gefangenen auch nach Maßgabe der iranischen Gesetze nicht eingehalten.
Frauen wird der Besuch selbst ihrer kleinen Kinder verweigert, telefonische Kontakte unterbunden, die Gesundheitsstation im Gefängnis ist nicht mit Fachpersonal besetzt, die medizinische Betreuung ist miserabel, die Ernährung unzureichend, die Zellen sind klein, ohne Fenster und im Winter kalt, außerdem schmutzig.
Einige Frauen haben Haftstrafen von bis zu 20 Jahren Gefängnis zu verbüßen.
Die politischen Gefangenen umfassen ein weites Spektrum: Journalistin, Frauenrechtlerin, Angehörige der Erfan-Bewegung (mit gnostisch-sufistischem Hintergrund), Angehörige der Baha’i, Anhänger sunnitischer Glaubensgruppen, die im Iran ebenfalls verfolgt werden und andere.

http://www.radiofarda.com/content/f12-new-report-women-section-evin-prison/27808928.html
vom 31. Chordad 1395 (20. Juni 2016)
gozareshe taze az sharayete gheyre ensani dar bande zanane zendane ewin

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Iran-Besuch endet im Gefängnis


Die 65-jährige Homa Hoodfar, Professorin an der Concordia University in Montreal, Canada

Die 65-jährige Homa Hoodfar, die die kanadische, irische und iranische Staatsangehörigkeit besitzt und Professorin für Sozialanthropologie ist, war nach dem Tod ihres Ehemanns im Februar 2016 aus Kanada zum Besuch ihrer Verwandten in den Iran geflogen. Im März wurde sie verhaftet und nach Hinterlegen einer hohen Kaution unter der Auflage, das Land nicht zu verlassen, wieder auf freien Fuß gesetzt. Vergangene Woche wurde sie erneut verhaftet, wohl vom Geheimdienst der Revolutionswächter (Pasdaran). Den Angehörigen wird jegliche Auskunft darüber verweigert, wo sie sich befindet. Homa Hoodfar ist an einem Nervenleiden erkrankt, es ist zu bezweifeln, dass die iranischen Behörden für eine angemessene Behandlung sorgen.
Der Guardian berichtet, dass solche Inhaftierungen nun schon mehrere iranische Staatsangehörige mit doppelter Staatsangehörigkeit betreffen, so aus den USA, Großbritannien, Kanada und Frankreich.


Homa Hoodfar war engagiert im Kampf gegen die Strafe der Steinigung und befasste sich wissenschaftlich mit der Rolle der Frau in islamischen Gesellschaften.
Auch in diesem Fall hatten die Angehörigen erst über die Verhaftung geschwiegen, weil sie dachten, das ganze sei ein Missverständnis.
Als weitere ähnlich gelagerte Fälle nennt der Guardian den Fall von Nazanin Zaghari-Ratcliffe, von Kamal Foroughi, von Siamak Namazi und von Nazak Afshar, letztere eine ehemalige Angestellte der französischen Botschaft in Teheran. Sie wurde im April zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt.
Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft, die u.a. noch die iranische besitzen, verweigert der Iran die konsularische Betreuung. Als Anklage wird meist der Vorwurf der Spionage gewählt. Vermutlich schafft das Regime auf diese Art Verhandlungsmasse für irgendwelche Forderungen an den Westen.

https://www.theguardian.com/world/2016/jun/08/canadian-iranian-professor-arrested-iran-homa-hoodfar
The Guardian vom 8. Juni 2016
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/213419.php
vom 20. Chordad 1395 (9. Juni 2016)
bazdashte homa hudfar, ostade daneshgahe kunkurdya-ye kanada dar iran

http://www.amnesty.ca/news/amnesty-international-calls-immediate-and-unconditional-release-dr-homa-hoodfar
https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-117-2016/stiftungsmitarbeiterin-inhaftiert?destination=node%2F31182

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