Archiv der Kategorie 'Frauen'

Iran: Gewerkschafterin weiter in Haft


Nahid Chodadschu (Xodaju) (im Foto links)

Nahid Chodadschu (Xodaju), die früher im Krankenhaus gearbeitet hat und jetzt im Vorstand der Freien Arbeitergewerkschaft (Ettehadiyeye Azade Kargaran) aktiv ist, wurde nach den Kundgebungen zum 1. Mai zusammen mit anderen Gewerkschaftsaktivisten verhaftet. Sie ist nach wie vor im Gefängnis. Der Ermittler hat es abgelehnt, ihre Entlassung gegen Kaution zuzustimmen, so dass sie nicht auf freien Fuß gesetzt wurde. Sie hatte schon in den ersten zwei Wochen ihrer Inhaftierung mehrere Gefängnisse durchlaufen: Das Ewin-Gefängnis (Teheran), das Qaretschak-Gefängnis und das Gefängnis von Groß-Teheran in Faschafuye.

https://ir.voanews.com/a/prisoner-activist-iran/4916607.html
vom 24. Ordibehescht 1398 (14. Mai 2019)
ba azadiye nahid xodaju °ozwe hey‘ate modireye ettehadiyeye azade kargarane iran mowafeqat nashod

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Iran: Ehemaliger Bildungsminister tötet seine zweite, junge Frau

Moahammad-Ali Nadschafi ist ein bekannter Mann im Iran. Früher war er Bildungsminister in der Regierung Rafsandschani, zuletzt war Oberbürgermeister von Teheran. Ihm wird eine sehr enge Beziehung zum Religiösen Führer Chamene‘i nachgesagt. Gestern hat er seine zweite, junge Frau, Mitra Ostad, mit einer Pistole erschossen. Die Polizei gibt an, dass er fünf Schüsse abgefeuert hat. Die Pistole ist sichergestellt.


Mitra Ostad und ihr Mörder, Moahammad-Ali Nadschafi

Nadschafi gibt die Tat zu. Angeblich hat er seine Frau wg. sexueller Kontakte mit einem anderen Mann getötet. Er hat sich selbst gestellt und ist in Polizeigewahrsam.

Zwei iranische Nachrichtenagenturen haben inzwischen berichtet, dass er vor der Tat in der heiligen Stadt Ghom war und einen Rechtsgelehrten besucht hat. Offensichtlich hat er sich vor der Tat Rechtshilfe geholt. Womöglich hat er es schriftlich bekommen.

Ihr Sohn hat in einem Interview erzählt, wie gewalttätig Nadschafi ist. Öfters musste er mit ansehen, wie seine Mutter von Nadschafi misshandelt wurde. Als er einmal dazwischen gegangen ist, hat sein Vater auch ihn geschlagen und ihm sogar die Hand gebrochen.

Kommentar:

Für uns sieht es wie ein geplanter Eifersuchtsmord aus. Die Tatsache, dass Nadschafi nach Ghom reiste und sich von einem Mullah beraten ließ, deutet darauf hin, dass die Tat nicht im Affekt geschah sondern gründlich geplant wurde. Nach der Scharia kann er, aber muss er nicht unbedingt bestraft werden. Eine Hinrichtung wäre theoretisch möglich, ist in seinem Fall aber höchst unwahrscheinlich. Ein Anwalt argumentiert genau so: eine Hinrichtung käme nicht in Frage. Möglich wäre auch eine kurze Gefängnisstrafe oder eine Geldstrafe.

Im Iran unterliegen Männer und Frauen hinsichtlich der Scharia einer sehr unterschiedlichen Rechtsprechung. Frauen müssen in solchen Fällen häufig mit einer Hinrichtung rechnen. Auch würde bei einer Frau die Geldstrafe doppelt so hoch angesetzt wie bei einem Mann. Der Seitensprung einer Frau gilt nach der Scharia für sich schon als Straftat, während ein Mann ganz legal bis zu vier Frauen gleichzeitig haben kann und kurzfristig noch sehr viel mehr. Wenn ein Mann seiner Frau einen Seitensprung durchgehen lässt, wird er ausgelacht und verliert seine Ehre. Er gilt nicht mehr als richtiger Moslem. Er wird von der Scharia geradezu zu so einer Tat gezwungen.

Nach dem religiösen Modell im Iran und der Scharia können die Mächtigen an der Spitze des iranischen Staats machen was sie wollen. Nadschafi gehörten als ehemaliger Bildungsminister und Oberbürgermeister zu den Mächtigsten im Land.

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Iran: Tanz und Musik auf der Straße, ohne Geschlechtertrennung


Auch vierzig Jahre nach der sogenannten Islamischen Revolution im Iran haben es die Machthaber nicht geschafft, den Wunsch der Bevölkerung nach Tanz und Musik zu unterdrücken. Und wie man auf dem Film sieht, tanzt in der Öffentlichkeit eine Frau zusammen mit einem Mann. Eine ältere Dame mit weißem Hut, wohl eine Touristin, filmt das Ganze. Der Film nennt keinen Ort, um die Beteiligten vor staatlicher Verfolgung zu schützen, denn die wäre sicher.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183091
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
film / esme mahall napors / in sahneha be °onwane harekathaye e°terazi, az madrese ta xiyabanha °aleyhe hokumate eslami dar hale gostaresh ast
https://youtu.be/gbfAKVBKFnU

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Iran: Musikerin bei Konzert hinter Wänden versteckt


Die Musikerin

Blick von der Musikerin zu den anderen Aufführenden

Hinter dieser Wand muss sie spielen

versteckter Blick auf das Publikum
Auf einer musikalischen Aufführung in Kaschan, die sich an eine Rede des Bürgermeisters von Kaschan anschloss, musste die anwesende Musikerin in islamischer Verhüllung vom Publikum versteckt hinter einer Wand auf der Bühne spielen. Die Männer durften offen spielen.
Der Clou: Das Thema der Rede des Bürgermeisters von Kaschan lautete: „Untersuchung der Hindernisse bei der Förderung der Kultur in Kaschan.“ Ein Blick hinter die Kulissen erspart lange Reden!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183304
vom 3. Chordad 1398 (24. Mai 2019)
honar dar hokumate eslamiye zedde zan
film / nawazandeye zane goruhe musiqi majbur ast az poshte diwarha benawazad
https://youtu.be/cpnK_1X0hcY

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Iran: Nein zum Krieg, nein zum Embargo, nein zur Alleinherrschaft


Am Sonntag, den 26. Mai 2019, haben Studierende der Allame-Tabatabai-Universität in Teheran eine Protestkundgebung abgehalten. Sie sind gegen die Kriegstreiberei, gegen das Wirtschaftsembargo und gegen die diktatorische Form der Machtausübung. In ihrer Erklärung, die sie gestern veröffentlichten, heißt es unter anderem:
„Wie kann man von Sicherheit reden, wenn wir Tag für Tag Zeuge werden, dass Kritiker und Protestierende gegen die herrschende Lage festgenommen, verhaftet und ins Gefängnis eingesperrt werden? In den vergangenen Jahrzehnten hat das Vorgehen der Machthaber, nur noch eine Meinung zuzulassen und die zahlreichen anderen Stimmen auszulöschen und zu unterdrücken dazu geführt, dass die Universität sich heute in eine Kaserne verwandelt hat, wo die kleinste Bewegung mit Unterdrückung beantwortet wird. Proteste und Streiks der Arbeiter werden massiv unterdrückt, gewerkschaftliche Aktivisten der Lehrkräfte werden inhaftiert. Noch einen Monat nach dem 1. Mai sind eine Reihe von Menschen in Haft, die an den Versammlungen zum Tag der Arbeit teilgenommen haben, zwei davon sind Journalisten. Schon seit Jahren werden die Forderungen religiöser Minderheiten mit schweren Haftstrafen beantwortet, Derwische sind in Haft, Umweltschützer sind schon seit über einem Jahr in „provisorischer Haft“ (Untersuchungshaft). Der Hausarrest (von den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Karubi und Mirhossein Mussawi) dauert nun schon fast 9 Jahre an, die Lastenträger an der Grenze (zum Irak/Kurdistan) werden dafür, dass sie um ihren Unterhalt kämpfen, erschossen, die afghanischen Flüchtlinge werden als billige Bauarbeitskräfte ausgebeutet und sind in den ganzen Jahren ihres Aufenthalts von der Deportation bedroht. Der friedliche, zivile Protest gegen die Zwangsverschleierung wird mit hohen Gefängnisstrafen beantwortet.“
Wohl gemerkt, das steht in keiner Exilzeitschrift, sondern das haben die Studenten einer Teheraner Uni gestern veröffentlicht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79657/
vom 5. Chordad 1398 (26.05.2019), 19:30
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °alame tabatabai dar tehran: na be jang, na be tahrim, na be eqtedargera‘i

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Iran – Teheran: Studenten protestieren gegen anhaltende Haft einer Studentin


Seit 19 Tagen (Stand 19. Mai 2019) ist die Studentin der Sozialwissenschaften Marsiye Amiri, die an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Teheran studiert und zugleich als Journalistin für die Zeitung Sharq news arbeitet, in Haft. Es ist nur bekannt, dass sie sich im Evin-Gefängnis in einer Zelle in Einzelhaft befinden. Am Sonntag haben sich eine Reihe von Studierenden an der Hochschule für Sozialwissenschaften versammelt, um gegen die anhaltende Inhaftierung von Marsiye Amiri zu protestieren.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182956
vom 29. Ordibehescht 1398 (19. Mai 2019)
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °olume ejtema°iye daneshgahe tehran be edameye bazdashte marziye amiri + °aks

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Iran: Proteste von StudentInnen gegen neue Bekleidungsvorschriften

Auf dem Campus der Universität Teheran gab es am Montag, den 13.5.2019, Versammlungen und Demonstrationen von StudentInnen gegen die neuesten Vorschriften zur islamischen Kleiderordnung.


Iranische Studierende demonstrieren gegen islamische Kleidungsvorschriften an der Uni Teheran

Letzte Woche wurden von an den Universitäten installierten Geheimdienstbüros Bescheide veröffentlicht, nach denen neuerdings besonders streng auf die Einhaltung der islamischen Kleidungsvorschriften geachtet werden solle. Es wurden überall Plakate angeschlagen, auf denen stand, dass an Universitäten nicht mehr einfache alltägliche Kleidung wie auf der Strasse getragen werden dürfe. Frauen und Männer müssten sich genau an die islamischen Vorschriften der Scharia halten und Frauen z.B. den Tschador tragen.

Sogleich gab es Proteste dagegen und die Studentinnen und Studenten begannen schon Donnerstag letzter Woche mit der Mobiliserung gegen diese neuen Vorschriften. Am Montag, den 13.5.2019, war eine Demonstration auf dem Campus der Uni Teheran geplant. Gestern versammelten sich dann die StudentInnen aus alle Fakultäten im Freien, hielten Reden und riefen Parolen.

Auch die Staatsmacht blieb nicht untätig. Sie organisierte eine größere Gruppe von Basiji, die am Montag in Zivilkleidung in den Universitätscampus eindrangen, die studentischen Versammlungen angriffen und Schlägereien anfingen. Sie riefen Allah-hu-Akbar und versuchten zu stören.

Allerdings war die Zahl der StudentInnen wesentlich größer als dieser Haufen Staatsbüttel und die Studenten-Demonstration konnte trotz kleinerer Rangeleien am Rande zu Ende gebracht werden.

Unter https://www.radiofarda.com/a/protests-in-tehran-university/29937517.html (persisch) sind mehrere Videos verlinkt, die die Atmosphäre bei den Versammlungen gut widergeben.

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Iran: Bericht einer Studentin aus der Einzelhaft


Parisa Rafi°i

Parisa Rafi°i, Studentenaktivistin, Studentin der Schönen Künste an der Uni Teheran, war wegen ihrer Teilnahme an Studentenprotesten in der Jahreswende 2017/2018 am 25. Februar 2018 verhaftet und am 19. März 2018 gegen Kaution freigelassen worden. Am 3. September 2018 wurde sie von der 26. Kammer des Revolutionstribunals Teheran wegen Straftaten gegen die Nationale Sicherheit, wegen staatsfeindlicher Propaganda und Störung der öffentlichen Ordnung zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.
In einem offenen Brief vom 19. Ordibehescht 1398 (9. Mai 2019) beschreibt sie die Bedingungen während ihrer 21 Tage währenden Einzelhaft vom 25. Februar bis 19. März 2018.
Sie schreibt, dass weder ihr noch ihren Angehörigen mitgeteilt wurde, an welchem Ort sie inhaftiert war. Dies erfüllt die Kriterien des „Verschwindenlassens“. Diese Praxis dient dazu, das Opfer völlig zu verunsichern. In den 21 Tagen wurde sie zudem in Einzelhaft gehalten, was die Unsicherheit noch vergrößert. In der Zeit ihrer Untersuchungshaft durfte sie auch keinen Anwalt sprechen.
Sie beschreibt die verschiedenen Formen, mit denen der Verhörbeamte versuchte, sie zu demütigen und unter Druck zu setzen. So verlangte er von ihr, sich auf ihre Jungfräulichkeit untersuchen zu lassen. Dem widersetzte sie sich erfolgreich. Der Verhörbeamte drohte ihr außerdem, ihr die Fingernägel auszureißen und sie hinrichten zu lassen.
Dies, um einen Eindruck zu gewinnen, wie man sie als Mensch brechen wollte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182326
vom 20. Ordibehescht 1398 (10. Mai 2019)

https://kayhanlife.com/society/human-rights/tehran-university-photography-student-jailed-for-seven-years/
vom 3. September 2019

https://www.scholarsatrisk.org/report/2018-02-25-university-of-tehran/
vom 25.02.2018

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Iran: Kinder iranischer Frauen benachteiligt

Das iranische Zivilrecht benachteiligt bei Ehen mit einem ausländischen Partner die Kinder, wenn die Mutter Iranerin ist und nicht der Vater. Ist der Vater Iraner und die Frau nicht, ist alles Paletti, die Kinder bekommen dann sogar die iranische Staatsbürgerschaft, wenn der Vater im Ausland lebt. Ist die Mutter Iranerin und der Vater Ausländer, sieht es anders aus. Diese Kinder bekommen nicht einmal die iranische Staatsbürgerschaft, wenn sie im Iran geboren sind und leben.
Gegen diese Ungerechtigkeit protestieren jetzt 180 Professoren und Forscher aus dem Gebiet der Sozialwissenschaften, die sich in der Sache mit einem Brief an das iranische Parlament gewandt haben. Sie fordern eine Änderung des Zivilrechts, so dass auch die Kinder iranischer Frauen, die einen ausländischen Ehepartner haben, die iranische Staatsbürgerschaft bekommen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79526/
vom 11.05.2019, 14:45
darxaste e°taye tabe°iyat be farzandane madare irani

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Iran: Ein Jahr Gefängnis für eine der „Frauen der Revolutionsstraße“


Wida Mowahed
Vor einem Jahr hatten im Iran an mehreren Orten Frauen gegen die Kopftuchpflicht protestiert, indem sie in der Revolutionsstraße in Teheran auf erhöhte Objekte stiegen und ihr Kopftuch wie eine Flagge hissten. Darauf kam es zu einer Reihe von Verhaftungen und Prozessen. Die erste Frau, die diese Bewegung ins Leben rief, war Wida Mowahed. Sie wurde Ende Februar 2019 von einem Richtergremium (Kammer 1091), das dem Ministerium für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) untergordnet ist, zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Ihr wurde „Aufwiegelung der Bevölkerung zu korruptem Verhalten und Prostitution mittels Enthüllung des Schleiers“ zur Last gelegt. Vor Gericht hatte Wida Mowahed die Form ihres Protests aufgrund der Konsequenzen für sie und ihr zweijähriges Kind als unpassend bezeichnet und sich verpflichtet, ihn nicht zu wiederholen. Ihre Anträge auf bedingte Freilassung oder auf Berücksichtigung bei der diesjährigen Amnestie wurde vom Gefängnis zurückgehalten, so dass der Vollstreckungsrichter sie nie erhalten hat.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM
vom 25. Farwardin 1398 (14. April 2019)
mahkumiyate doxtare xiyabane enqelab be yek sal habs

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Iran: Verhaftet wegen Blumen zum Tag der Frau


Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi

Zum 8. März dieses Jahres, dem internationalen Tag der Frau, hatten Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi in der Metro von Teheran an die weiblichen Passagiere Blumen verteilt. Auf Videos, die im Internet kursieren, sieht man sie, wie sie mit um den Hals gelegtem Kopftuch und einem Korb Blumen verteilen.
Die 23-jährige Yasemin Aryani ist Schauspielerin am Theater und auch Aktivisten der Kampagne des „Weißen Mittwochs“. Im Rahmen dieser Kampagne erscheinen Frauen jeden Mittwoch in weißer Kleidung in der Öffentlichkeit, um so für die Frauenrechte zu demonstrieren.
Yasemin Aryani wurde am Montag vor einer Woche (8.4.2019) auf Veranlassung des Ministeriums für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) von ihrer Arbeit als Schauspielerin entlassen, zwei Tage später, am 10. April 2019, wurde sie zusammen mit ihrer Mutter in ihrer Wohnung verhaftet und abgeführt. Als Yasemins Vater gegen die Verhaftung protestierte, drohten die Beamten damit, seinen Hund zu erschießen.
Die Beamtinnen und Beamten nahmen sämtliche Bücher, Manuskripte und das Laptop von Yasemin Aryani mit.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM

https://news.gooya.com/2019/04/post-25173.php
vom 13. April 2019
joz‘iyate taze az dastgiriye zanani ke dar metro gol midadand

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U-Bahn-Aktion für inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh

Das folgende Video zeigt eine Unterstützungsaktion für Nasrin Sotudeh, die vor Kurzem zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt worden ist.


Video

Man sieht, wie Frauenrechts-Aktivistinnen in einer U-Bahn das Wort ergreifen und den anwesenden Frauen über die ungerechte Verurteilung von Nasrin Sotudeh berichten. Dabei halten sie ein Foto der Menschenrechtsanwältin hoch. Sie fragen die Anwesenden, was Nasrin gemacht hat, dass sie eine so schwere Strafe erhalten musste. Sie habe sich nur für die Frauenrechte eingesetzt und keine Aktivitäten gegen den Staat unternommen. Die Aktivistinnen überreichen im Anschluss jeweils eine weiße Nelke als Geschenk. Die Aktivistinen gehen bei der Aktion ein hohes Risiko ein, ebenfalls festgenommen zu werden. Sie präsentieren sich zudem mutig ohne Kopftuch.

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Iran: Underground im Kaufhaus


Video 1

Die Islamische Republik Iran hat etwas gegen Sängerinnen und gegen das öffentliche Tanzen von Frauen, gegen das gemeinsame Auftreten von Männern und Frauen (die nicht verheiratet sind) in der Öffentlichkeit, aber es gibt kein spezielles Gesetz, das Auftritte wie diesen in einem Einkaufszentrum in Teheran verbietet. Natürlich finden sich stets Begriffe wie „Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung“, um solche Aktionen zu bestrafen, aber diese Frauen haben die Aktion zur „Begrüßung des (bevorstehenden) iranischen Neujahrsfests“ geschickt so inszeniert, dass sie nicht direkt gegen die Scharia verstoßen und trotzdem genau das tun, was die Herrschenden nicht wollen. Eine gelungene subversive Aktion.

https://news.gooya.com/2019/03/post-24188.php
vom 11. März 2019
buye nouruz awardim baratun
zweiter Film: daf nawaziye zibaye doxtarane tehrani dar markaze xarid be pishwaze nouruz

Die Frau in dem folgenden Video tanzen ebenfalls in der Öffentlichkeit und sogar auf der Straße. Sie wollen ihre Freude angesichts des bevorstehenden Noruz-Festes ausdrücken, mit dem jedes Jahr im Iran der Frühling eingeleitet wird. Der Frühlingsanfang fällt dieses Jahr auf den 20. März.


Video 2

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Iran: Menschenrechtsanwältin zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt


Nasrin Sotude
Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude, die bereits eine Haftstrafe von 5 Jahren Gefängnis verbüßt, wurde von der 28. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Maqisse zu weiteren 33 Jahren Gefängnis und zusätzlich 148 Peitschenhieben verurteilt. Das Urteil wurde Nasrin Sotude im Gefängnis verkündet. Die Verhandlung gegen die inhaftierte Rechtsanwältin hatte am 9. Dey 1397 (29. Dezember 2018) in Abwesenheit der Angeklagten vor dem Revolutionstribunal stattgefunden. Die Vorwürfe waren die folgenden: „Zusammenschließung und Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“, „Propagandistische Tätigkeit gegen das System“, „Einflussreiche Mitgliedschaft in den illegalen, gegen die Sicherheit gerichteten Gruppierungen „Verein der Menschenrechtsverteidiger – Legam“ (Legam setzt sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein) und „Nationaler Friedensrat“", „Aufwiegelung der Bevölkerung zur Korruption und moralischen Ausschweifung und Schaffung der Basis dafür“, „Auftreten ohne den von der Scharia vorgeschriebenen Schleier am Ort der Vernehmung“ (dazu gehört Mut!), „Verletzung der öffentlichen Ordnung und Ruhe“, „Verbreitung von Lügen zur Aufwiegelung der öffentlichen Meinung“.
Allein schon die Vorwürfe machen deutlich, dass es sich um einen politischen Prozess handelt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92052
vom 20. Esfand 1397 (11. März 2019)
33 sale habse taze wa 148 zarbeye shalaq baraye nasrin sotude

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Weltfrauentag im Iran


In verschiedenen iranischen Städten wie Raschd, Sanandadsch und Teheran fanden zum Anlass des Weltfrauentags (8. März) Veranstaltungen statt, zum Teil schon am Vortag. Möglicherweise wurde der Vortag gewählt, weil der 8. März dieses Jahr auf einen Freitag fiel – im Iran entspricht das unserem Sonntag.
Eine interessante Aktion fand in der U-Bahn von Teheran statt. Dort stieg eine Gruppe von Frauen in die U-Bahn ein, einzelne sprachen über die Bedeutung des 8. März für die Rechte der Frau, einige Begleiterinnen klatschten dann Beifall, worauf auch andere Frauen in der U-Bahn Beifall klatschten, dann wurden an die anwesenden Frauen Blumen verteilt. Solche Aktionen sind im Iran riskant, sie können mit der Verhaftung enden.
Eher im traditionellen Rahmen bewegte sich eine Vortragsveranstaltung am 7. März in Teheran, an denen Vertreterinnen der Arbeiterbewegung, der Rentner, der Lehrer, der Schriftsteller, Dichter und anderer Künstler sowie Aktivistinnen für die Kinderrechte teilnahmen.
Folgende Frauen referierten über die angegebenen Themen:
Akram Nassiriyan – Frauen und soziale Medien
Nahid Schaqaqi – Die Wurzeln der Gewalt gegen Frauen
Negar Mas‘udi – Ehrenmorde
Asrin Darkale – Frauen als Hauptkraft der Proteste
Parwin Nachostin – Die Schwierigkeiten von Müttern, Ausweispapier für ihre Kinder zu erhalten (Anmerkung: Das betrifft oft iranische Frauen mit afghanischen Ehemännern)
Mariyam Mohammadi – 40 Jahre Frauenbewegung
Mahbube Farahsadi – Frauen in der Lehrer- und Rentnerbewegung
Der Vortragsabend wurde der inhaftierten Aktivistin Sepide Qalyan gewidmet, die wegen der Unterstützung der Arbeiterproteste von Haft-Tape im Gefängnis ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91990
vom 16. Esfand 1397 (7. März 2019)
taqdime maraseme 8 mars emsal dar tehran be sepide qalyan

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