Archiv der Kategorie 'Frauen'

Brutale Festnahme wg. Bekleidungsvorschriften im Iran

Im Internet verbreitet sich gerade weltweit ein Video von der brutalen Festnahme einer iranischen Frau in Teheran, der vorgeworfen wird, die islamischen Bekleidungsvorschriften missachtet zu haben. Sie und ihre Begleiterin, die sich für sie einsetzte, wurden geschlagen und beide befinden sich derzeit in Haft.


Brutale Festnahme wg. Bekleidungsvorschriften im Iran

Die auf Video festgehaltene Misshandlung ereignete sich bereits letzte Woche. Es wird mittlerweile in hunderten Webseiten und im Sozialen Netz weiterverbreitet. Im Video ist zu sehen, wie eine junge Frau von Sicherheitskräften kontrolliert und dann von weiblichen SittenwächterInnen angegangen wird. Die junge Frau will jedoch nicht fetgenommen werden und versucht sich immer wieder den Griffen zu entziehen. Es dauert nicht lange, dann beginnt die Sittenpolizei Gewalt ausuzuüben. Sie schlagen die junge Frau bis sie irgendwann unter Schmerzensschreien zu Boden geht.

Die junge Frau wird in der Situation von einer weiteren Frau unterstützt, die versucht einzugreifen und gegen das Schlagen der jungen Frau zu protestieren. Auch sie wird im späteren Verlauf geschlagen und letztlich ebenso festgenommen wie die andere Frau.

Beide befinden sich nun in Haft. Von der Unterstützerin ist bekannt, dass sie 48 Jahre alt ist und Minu Hasanabadi heisst. Sie wird jetzt von der bekannten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh vertreten.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Internationales Filmfestival in Teheran: Protest gegen Kopftuchzwang


Eine Frau hat auf dem jährlich in Teheran stattfindenden Filmfestivel namens „Fadschr“ ihr Kopftuch abgenommen und es wie die „Frauen der Revolutionsstraße“ in Teheran vor sich hingehalten. Die sogenannten Ordnungskräfte und der Verantwortliche für das Festival sind zwar gleich eingeschritten und haben die Frau verhaftet. Aber das Bild des Protests ist nicht mehr rückgängig zu machen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=153252
vom 3. Ordibehesht 1397 (23. April 2018)
°aks / e°teraz be hejabe ejbari dar jashnvareye beyn-ol-mellaliye fajr

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – USA: Sacharow-Preis für Narges Mohammadi


Die derzeit inhaftierte iranische Menschenrechtlerin und ausgebildete Physikerin Narges Mohammadi hat dieses Jahr den Sacharow-Preis erhalten – zusammen mit Ravi Kuchimanchi aus Indien.
Der Preis wird jährlich von der US-Physiker-Vereinigung vergeben.
Aufgrund ihrer Haft konnte sie den Preis nicht entgegen nehmen. Aufgrund der Repressalien des US-Präsidenten Trump gegen Iraner konnte auch ihr Bruder den Preis nicht entgegen nehmen. Er erhielt kein Einreisevisum.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74316/
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
jayezeye fizike saxarow be narges mohammadi e°ta shod

https://www.aps.org/programs/honors/prizes/prizerecipient.cfm?last_nm=Mohammadi&first_nm=Narges&year=2018

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Golroch Irani im Krankenhaus


Golroch Irani

Nach sechzig Tagen Hungerstreik wurde die iranische Bürgerrechtlerin Golroch Irani vergangenen Dienstag (3. April 2018) in ein Krankenhaus verlegt. Die Familie wurde nicht informiert, in welches Krankenhaus sie eingewiesen wurde. Mit ihrem Hungerstreik protestierte Golroch Irani gegen ihre illegale Verlegung und gegen die erlittene Misshandlung in Haft. Infolge des Hungerstreiks hat sie 20 kg an Gewicht verloren.
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85842
vom 15. Farwardin 1397, 4. April 2018

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Die Töchter der Revolutionsstraße

Gastbeitrag von Atoosa, 2.4.2018

In diesem Jahr fiel der erste Tag des Sonnenkalenders, der erste Frühlingstag, auf den 20. März. Im Iran und in den Communties in Zentralasien und dem Nahen Osten feierten die Menschen aller Nationen und Religionen das neue Jahr mit Ritualen und Symbolen des Frühlings, der Familie und des Essens, so wie sie es seit über 3000 Jahren tun. Wenn wir das vergangene Jahr Revue passieren lassen, so stellen wir fest, dass es eine Menge Konfrontationen zwischen den Bürgern und der Regierung gegeben hat, durch die ganze iranische Gesellschaft hindurch und vor allem bei den Frauen, die ein Wiedererstarken des Mutes und der Kühnheit ihrer Proteste unter Beweis gestellt haben.

Am 27. Dezember 2017 machte Vida Movahed eine Geste in einem stillen Protest, die viral werden sollte. Sie stand auf einer Kiste in der Revolutionsstraße in Teheran, nahm ihr Kopftuch ab, band es an einen Stock und schwenkte es schweigend wie eine Fahne. Die obligatorischen Bekleidungsvorschriften im Iran verlangen von allen Frauen ab der Pubertät den Hijab zu tragen.

Dieser Protest folgt auf das, was als „Weißer Mittwoch“ bekannt geworden ist, einer Bewegung, die durch die Kampagne „Meine heimliche Freiheit“ gegen Zwangsverschleierung für Frauen entfacht wurde. Frauen fotografieren und filmen sich selbst, während sie weiße Kopftücher tragen als Symbol des Protestes; manchmal wagen sie es, ihr Kopftuch vollständig zu entfernen. Bald nach Vida’s Protest (und nach ihrer Verhaftung und ihrem anschließendem einmonatigen Verschwinden) haben Frauen im Iran nachgezogen und standen ebenfalls auf Plattformen, in der Öffentlichkeit, ihre Köpfe entblößt und schweigend ihr Kopftuch schwenkend.

Ihre Proteste gingen in sozialen Medien viral, mit Hashtags auf Persisch, die sie als „Die Töchter der Revolutionsstraße“ betitelten. Von Außen betrachtet oder von jemandem der sich wenig mit dem Iran auskennt, scheint die Geste auf den Bildern, mit Frauen, die oft am Rande von stark frequentierten Straßen stehen, inmitten von starkemVerkehr und zahlreichen Passanten, fast inadäquat oder, wie der iranische Religiöse Führer Khamenei es beschrieb, „unbedeutend“ zu sein.

Aber die Frauen im Iran wissen sehr genau, was diese scheinbar kleinen Trotzakte bedeuten können; mindestens 30 Männer und Frauen wurden nach den friedlichen Protesten verhaftet, davon einige verurteilt und ins Gefängnis geworfen mit Veruteilungen wegen „Die Menschen ermutigen, sich an Korruption zu beteiligen, indem sie den Hijab in der Öffentlichkeit entfernen“ und „Eine verbotene Handlung im öffentlichen Raum zu begehen“.

Die Töchter der Revolutionsstraße standen in der Öffentlichkeit und riskierten ihre Freiheit, obwohl sie die Gefahr der Verhaftung kennen, die der Verletzung der zarten „Ehre“ des Regimes auf den Fuß folgen. Und warum standen Frauen, die den Hijab aufgrund ihres persönlichen Glaubens tragen, ebenfalls auf Plattformen und protestierten?

Die Töchter der Revolutionsstraße und die zahllosen Frauen, die seit der Revolution von 1979 protestieren, ziehen eine klare Grenze zwischen den religiösen Edikten und dem Recht des Individuums auf freie Wahl. Sie protestieren nicht gegen den Hijab, sondern gegen den Zwang und die Unterdrückung und die Entmündigung von Frauen. Die Freiheit zu wählen, was man trägt, was man denkt und fühlt, ist ein Verlangen, das keine geographischen Grenzen kennt. Und die Frauen Irans wollen auch frei sein.

Wenn das letzte Jahr für Frauen im ‚Westen‘ ein Jahr des #MeToo war und des Erkennens und Wiedereinführens von Grenzen, dann war es für Frauen im ‚Osten‘ ein Jahr des Kampfes und des Protests für ihre grundlegenden Menschenrechte. Im ‚Westen‘ ringen wir oft mit Diskussionen über Identität, Religion und wie diese mit den Menschenrechten und insbesondere den Frauenrechten interagieren (obwohl Nawal El Saadawi sagen würde: Wer sagt das?).

Wir können versuchen, auf Proteste wie die der Töchter der Revolutionsstraße nicht nur für unsere Inspiration, sondern auch für unsere Klarheit zu schauen. Klarheit bezüglich der Universalität der Menschenrechte: dass Frauen überall und in jeder wahrgenommenen Kultur oder Religion die gleichen Freiheiten beanspruchen. Aber es zeigt auch die Notwendigkeit einer klaren Trennung zwischen Religion und der Gesellschaft als Ganzes: dass keine Frau ein Symbol oder ein Archetyp ist, sondern ein Individuum, das eine komplexe Beziehung zu seinem Gott hat – oder auch nicht.

Wir sollten in diesem neuen Jahr laut in die Parolen der „Töchter der Revolutionsstraße“ einstimmen und in ihre Rufe nach universellen Menschenrechten.

Atoosa ist Jurastudentin und arbeitet für eine Menschenrechtsorganisation. Sie interessiert sich für Gesetzgebung zu Menschenrechten und Fragen der Sicherheit, des Säkularismus und der Religion.

Quelle: http://www.sedaa.org/2018/04/iran-the-girls-of-revolution-street/

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Irans Beitrag zum Tag der Frau: Ehefrau eines Foltertoten erhält Ausreiseverbot


Mariyam Mombeini

Als Mariyam Mombeini, eine kanadische Staatsbürgerin, am frühen Morgen des 8. März 2018 über den Imam-Chomeini-Flughafen zusammen mit ihren beiden Söhnen nach Kanada ausreisen wollte, wurde ihr bei der Passkontrolle mitgeteilt, gegen sie liege ein Ausreiseverbot vor. Ihr Pass wurde beschlagnahmt, sie selbst durfte nicht ausreisen.
Mariyam Mombeini ist die Ehefrau des Hochschulprofessors Kawus Seyyed Emami, eines bekannten Umweltfachmanns, der aus politischen Gründen unter dem Vorwurf der Spionage inhaftiert wurde und allem Anschein nach in Haft vom Staat ermordet wurde, was dann mit der Version des Selbstmordes vertuscht werden sollte. Als die Familie eine unabhängige Untersuchung seines Tods in Haft forderte, wurde sie von Beamten des Justizapparats und des Geheimdienstes der Pasdaran wiederholt bedroht.
Mariyam Mombeini war am 19. Bahman 1396 (8. Februar 2018) von der 27. Kammer des (Revisions?)Gerichts vorgeladen worden, weil sie ihren Ehemann in Haft besuchen wollte. Dort wurde sie drei Stunden lang verhört. Ihr und ihren Angehörigen wurde dabei mit Inhaftierung gedroht. Dann wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Mann in Haft Selbstmord begangen habe, sie musste sich schriftlich verpflichten, keine Interviews zu geben, sonst käme sie auch in Haft.
Ihr Mann, der 64-jährige Professor und Umweltaktivist Kawus Seyyed Emami, war am 4. Bahman 1396 (24. Januar 2018) vom Geheimdienst der Pasdaran verhaftet worden, am 19. Bahman (8. Februar) wurde die Familie informiert, er habe in Haft Selbstmord begangen. Am 25. Bahman (14. Februar) wurde er begraben. Am Vorabend der Beerdigung erhielt die Familie die Todesbescheinigung, in der stand, dass die Ergebnisse der Autopsie noch ausstünden – sprich, der Leichnam wurde begraben, ohne dass die Familie wusste, was die Autopsie ergeben hatte und wie sie durchgeführt wurde.
Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland reagierte noch am selben Morgen der Ausreiseverhinderung mit einem Tweet:

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/73648/
vom 08.03.2018 09.15 Uhr
jelougiri az xoruje hamsare kawus seyyed emami az iran

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Erklärung iranischer Frauen: „Wir bleiben nicht zu Hause“

Verschiedene Gruppen der iranischen Frauenbewegung haben einen Offenen Brief verfasst, in dem sie sich auf die Aktionen der Töchter der Revolutionsstraße beziehen und erklären: „Wir bleiben nicht zu Hause!“

Auszug aus dem Brief:

„Seit 40 Jahren werden wir in der Islamischen Republik Iran unterdrückt. Dieses Jahr werden wir am 8. März auf die Straße kommen. Es ist die Straße, in der wir die Revolution gemacht haben. Es ist die Straße, in der wir während des Krieges bombardiert wurden. Es ist die Straße, auf der unser Gesicht mit Säure veräzt wurde. Es ist die Straße auf der wir wegen unserer unislamischen Kleidung festgenommen, geschlagen und gefoltert wurden. Es ist die Straße, auf der wir friedlich unser Kopftuch an einem Stock hochgehalten haben und auf der Sicherheitskräfte uns zu Boden warfen und wo unsere Knochen brachen. Es ist die Straße, auf der wir zum Stadium gingen, um als Zuschauer an Sportveranstaltungen teilzunehmen wo wir dann geschlagen und festgenommen wurden. Um zu protestieren und unser Recht zu bekommen, bleiben wir dieses Jahr nicht zu Hause. Wir kommen dieses Jahr am 8. März auf die Straße und unterstützen alle Gruppen oder Einzelpersonen, die für ihr Recht auf die Straße kommen.“

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Hungerstreik einer Tochter der Revolutionsstraße

Eine weitere Tochter der Revolutionsstraße, Schahparak Schahjarizadeh, sitzt ebenfalls im Gharetschak- Gefängnis ein. Wie Mariam Schariaatmadari hat sie wenige Rechte und vor allem keinen Zugang zu einem Anwalt. Sie ist vor vier Tagen in den Hungerstreik getreten.


Schahparak Schahjarizadeh mit ihrem Kind

Sie fordert einen Anwalt, die Verlegung in eine normale Abteilung (für politische Gefangene) sowie einige Bücher.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Tochter der Revolutionsstraße ohne Anwalt und Besuchsrecht

Wir haben berichtet, wie Mariam Schariaatmadari, eine Tochter der Revolutionsstraße, am letzten Freitag von der Polizei von dem Verteilerkasten gestoßen wurde, womit ihr Protest gegen Zwangsverschleierung unterbunden werden sollte. Sie stürzte dabei und hat sich so schwer am Knie verletzt, dass sie operiert werden musste. Das berichtete heute die Journalistin Jila Banu Yaghoub.


Mariam Schariaatmadari, Teheran

Inzwischen ist Mariam in das Gefängnis Gharetschak bei Teheran eingewiesen worden. Das Gefängnis ist sonst für Frauen mit Drogenproblemen und Prostituierte vorgesehen. In ihrer Zelle muss sie obere Bett eines Doppelstockbettes belegen,was für sie wegen ihrer Knieverletzung eine zusätzliche Schikane oder wie Jila Banu Yaghoub schreibt, eine Menschenrechtsverletzung bedeutet.

Mariam darf keinen Besuch empfangen und auch die Wahl eines Anwalts war ihr bislang nicht erlaubt. Die iranischen Gesetze sehen für vergleichbare Fälle der Missachtung der Kleidungsvorschriften eine Strafe von 50.000 Tooman (ca. 10 Euro) und ein Gefängnisstrafe von maximal 2 Monaten vor. Es ist sehr die Frage, ob die Machthaber sich in diesem Fall an ihre eigenen Gesetze halten werden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Kopftuch und Staatsgewalt

Vergangenen Freitag,den 23. Februar 2018, protestierte wieder eine Frau (Mariam Schariaatmadari) gegen den Kopftuchzwang in Teheran, indem sie auf einen Verteilerkasten stieg und ihr Kopftuch an einem Stock vor sich herhielt. Die Polizei kam, und als sie nicht vom Verteilerkasten runterstieg, kam ein Beamter von hinten und stieß sie runter, so dass sie beim Sturz Verletzungen erlitt. Aus anderen Fällen ist bekannt, dass die Frauen auch nach der Festnahme auf der Wache von den Beamten geschlagen werden. Die anwesenden Menschen versuchten, der protestierenden Frau zur Flucht zu helfen, aber sie konnte wegen ihrer Verletzung wohl nicht fliehen. Sie wurde auf die Polizeiwache abgeführt. Darauf versammelte sich eine Menschenmenge vor der Wache und protestierte gegen die Festnahme.

Jetzt haben iranische Dokumentarfilmerinnen, über 70 an der Zahl, einen offenen Brief an die staatlichen Institutionen (Parlament, Justiz und Exekutive) geschrieben, um gegen das gewalttätige staatliche Verhalten zu protestieren. Sie weisen darauf hin, dass der Kopftuchzwang selbst unter Geistlichen umstritten sei. Der Griff zur Gewalt sei nicht zu rechtfertigen.

http://news.gooya.com/2018/02/post-12398.php
vom 26.2.2018
nameye sar goshade zanane mostanadsaz dar e°teraz be raftare xoshunatamiz ba doxtarane xiyabane enqelab

https://www.radiofarda.com/a/iran-hijab-protest/29061201.html
vom 25.2.2108
baztabe yek taswir, gozareshgare lahze‘i az tarixe zanane iran

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Prominente Kopftuchträgerin solidarisiert sich mit Kopftuchgegnern

Sahra Rahnaward, die Ehefrau von Mirhossein Mussawi, die ebenso wie ihr Mann unter Hausarrest steht, seit der vorige Präsident Mahmud Ahmadineschad dank einer Fälschung der Wahlergebnisse im Juni 2009 seinen zweiten „Wahlsieg“ feiern konnte, hat jetzt über ihre Tochter eine Zeichnung veröffentlicht, in der sie die Gewalt der Machthaber gegen die Frauen kritisiert, die den Kopftuchzwang abschaffen wollen.
Hintergrund ist eine neue Entwicklung im amtlichen Verhalten gegenüber den protestierenden Frauen. War zuvor eine Verhaftung der Frauen die Regel, greifen die Beamten nunmehr zu willkürlicher körperlicher Gewalt, die dem Verhältnismäßigkeitsprinzip widerspricht, und fügen den protestierenden Frauen vorsätzlich Körperverletzungen zu.


Sahra Rahnaward

Dass Sahra Rahnaward trotz ihres siebenjährigen Hausarrests in dieser Frage so klar Stellung bezieht, macht deutlich, wie sehr die iranische Gesellschaft in Bewegung geraten ist. Das Kopftuch als Zwangsbekleidung verliert immer mehr an Unterstützung.

http://news.gooya.com/2018/02/post-12392.php
vom 26.02.2018
zahra rahnaward: ba hejabe ejbari moxalefam

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Zwei gefangene Frauen im Hungerstreik


Kolroch Ebrahimi


Atena Da‘emi

Atena Da‘emi und Kolroch Ebrahimi, zwei aktive Bürgerrechtlerinnen, wurden am 4. Bahman 1396, also vor 19 Tagen, mit Schlägen und Gewalt vom Frauentrakt des Ewin-Gefängnisses in Teheran ins Qaretschak-Gefängnis in Waramin verlegt. Aus Protest gegen die Misshandlung und die willkürliche Verlegung sind sie am 14. Bahman, vor 9 Tagen, in den Hungerstreik getreten. Ihnen drohen schwere Nierenschäden. Die verantwortlichen Behörden in Teheran weigern sich, die Zwangsverlegung rückgängig zu machen und drohen der Mutter von Atena Da‘emi, sie ebenfalls zu inhaftieren, wenn sie weiter gegen das Verhalten der Behörde protestiere.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=84821
vom 22. Bahman 1396 (11. Februar 2018)
atena da‘emi wa kolrox ira‘i (ebrahimi) dar hashtomin ruze e°tesab

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Diskriminierung von Frauen ist „zum Kotzen“

Taraneh Alidoosti, eine im Iran sehr beliebte Schauspielerin, hat mit scharfen Worten kritisiert, wie mit Journalistinnen umgegangen wurde, die über ein Basketball -Endspiel in der Stadt Tabriz berichten wollten.

Die Journalistinnen durften nur aus dem einen Grund, weil sie Frauen waren, nicht ins Stadium gehen und das Spiel sehen. Sie wurden stattdessen in einen geschlossenen Raum gesperrt und durften nur vor einem Fernseher sitzen.

Tareneh Alidoosti fand diese Aktion „zum Kotzen“ (tschendeschavar) und betonte, dass das nichts mit der Scharia oder irgendwelchen Traditionen zu tun hat.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Der Kampf um die Köpfe, nicht um das Kopftuch

Interview mit einer Kämpferin gegen den Kopftuchzwang

In der iranischen Presse ist jetzt ein Interview mit einer der jungen Frauen erschienen, die aus Protest gegen die Zwangsbedeckung des Kopfes an verschiedenen Stellen in der Revolutionsstraße in Teheran Posten bezogen haben und ihr Kopftuch auf einem Stecken gehisst vor sich hin halten. Sie sagt, dass die Reaktion der Passanten sehr verschieden gewesen sei. Manche Frauen und Mädchen hätten sie angeguckt und dann getuschelt, ein Mann habe sie am Mantel gezogen und gesagt, sie solle vom Podest runterkommen, aber da sei ein anderer aufgetaucht und habe diesen verdrängt, einer habe gemeint, er habe auch seine Kritik an der Gesellschaft, aber das hier sei nicht in Ordnung, viele hätten einfach nur geschaut und seien dann weitergegangen, sie habe auch anzügliche Bemerkungen zu hören bekommen, aber es seien auch Jugendliche vorbeigekommen, die vor ihr das Victory-Zeichen gemacht hätten und Taxi-Fahrer, die gemeint hätten: Die hat Mut.
Eine halbe Stunde stand sie so, dann sah sie die Polizei kommen und verdünnisierte sich. Ihr ist klar, dass die Polizei sie auch noch später verhaften kann, wenn sie die Kameras auswertet.
http://news.gooya.com/2018/02/post-11700.php
vom 3. Februar 2018
goft-o-gu ba yeki az doxtarane xiyabane enqelab

Die Vorgeschichte einer der protestierenden Frauen
In der iranischen Presse (Iran-Wire) ist ein Bericht von Ayda Qadschar über Schima Baba‘i erschienen, eine der die Hintergründe ihres Protests erläutert. Sie war schon im letzten Jahr von der „Polizei für Moralische Sicherheit“ vorgeladen worden und wurde aufgefordert, zu begründen, wieso sie gegen das Kopftuch sei. Bei diesem Gespräch war auch Schimas Vater zugegen, der ein Kriegsversehrter ist, also einer derjenigen, die im iranisch-irakischen Krieg verletzt wurden und als Kämpfer für die islamische Revolution eigentlich von Amts wegen privilegiert sind. Als der Polizist beim Verhör immer lauter wurde, protestierte Schimas Vater dagegen. Darauf wurde der Polizist handgreiflich. Schima schildert: „Mein Vater wurde wütend und sagte: So geht ihr mit den Kriegsversehrten dieses Landes um? Ich bin nicht in den Krieg gegangen, damit meine Tochter kein Recht hat, über ihre Kopfbedeckung zu entscheiden und dass man so auf ihre Antworten reagiert. Darauf wurde er aus dem Zimmer geschubst, während ich zur Justizbehörde des Bezirks 21 überstellt wurde. Der Staatsanwalt dort meinte dann: „Dir juckt wohl das Fell. Gegen dich liegt schon eine politische Akte vor und du machst Propaganda gegen das System.“ Ich antwortete: „Ja, es juckt mich sehr, endlich mein Recht zu bekommen.“ Der Staatsanwaltschaft schickte sie dann mit ominösen Bemerkungen zu einer anderen Behörde. Der Beamte dort war etwas freundlicher, er meinte: „Unsere Gesellschaft ist nicht in der Lage, das freiwillige Tragen des Kopftuchs zu akzeptieren. Angesichts des Verhaltens von Schima sei vom Staatsanwalt die Anweisung gekommen, von ihr eine so hohe Kaution zu verlangen, dass sie das Geld nicht aufbringen könne und inhaftiert würde. Der Beamte legte dann aber für sie eine noch zahlbare Kaution fest. Als ihr Vater die bezahlen wollte und seinen Lohnzettel vorlegte, stellte sich heraus, dass die „Polizei für Moralische Sicherheit“ gegen ihn Anzeige wegen „Beleidigung der Polizei“ erstattet hatte. Schima blieb 5 Stunden in Haft, bis ein Anwalt für sie bürgte. Gegen ihren Vater wurde später Haftbefehl erlassen.
http://news.gooya.com/2018/01/post-11579.php
vom 30. Januar 2018
doxtare enqelab: az zendan wa shekanje nemitarsim

29 Verhaftete
Die Presseabteilung der Polizei von Groß-Teheran hat in Zusammenhang mit der Protestbewegung gegen die Zwangskopfbedeckung (Kopftücher) die Verhaftung von 29 jungen Frauen bekannt gegeben.
http://news.gooya.com/2018/02/post-11633.php
vom 1. Februar 2018
dastgiriye 29 nafar az doxtarane xiyabane enqelab dar tehran

Parlamentsabgeordnete: Diskriminierung ist die Mutter des Protests
Nahid Tadsch od-din, Abgeordnete für Isfahan im Landesparlament, hat in einem Tweet darauf hingewiesen, dass die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts die Ursache für die neue Protestbewegung namens „Töchter der Revolutionsstraße“ ist. Sie schreibt: Die Töchter der Revolutionsstraße sind dieselben, die seit Jahren bei den Auswahlverfahren zum Hochschulstudium, bei der Anstellung in Arbeitsverhältnisse, bei der politischen Teilnahme, bei der Bekleidung von Führungspositionen, beim Besuch von Sportplätzen, bei der Aufführung von Live-Musik auf der Bühne etc. vor den verschlossenen Toren der Geschlechter-Diskriminierung stehen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=147343
vom 13. Bahman 1396 (2. Februar 2018)
nemayandeye majles: doxtare xiyabane enqelab haman doxtarani hastand ke poshte darwazehaye tab°ize jensiyati mandeand

Abgeordnete von Teheran: Der Protest ist eine Folge unseres Fehlverhaltens
Soheila Dscheloudarsade, Abgeordnete für Teheran im Landesparlament, führt die neue Protestbewegung gegen die Zwangsbedeckung des Kopfes für Frauen auf die Unterdrückung zurück: „Wenn wir die Frauen allen möglichen Beschränkungen unterwerfen und sie unnötig einengen, führt dies dazu, dass dieser Druck in Empörung mündet, so dass die Töchter der Revolutionsstraße ihre Kopftücher auf einem Stecken gehisst haben. (…) Das ist eine Folge unseres Fehlverhaltens.“
https://www.radiofarda.com/a/iran_sohiela_jeloudarzadeh_hijab/29011343.html
vom 12. Bahman 1396 (1. Februar 2018)
nemayandeye majles: doxtarane xiyabane enqelab, natijeye eshtebahe ma bud

Solidarität mit den Frauen
In diesem Film sieht man, wie ein junger Mann auf einer Verkehrsinsel vor dem Gefängnis des Stadtkreises Behbahan für die inhaftierten „Töchter der Revolutionsstraße“ demonstriert, also diejenigen, die ihr Kopftuch öffentlich abgenommen und auf einem Stock gehisst hatten, um so in aller Öffentlichkeit gegen die Zwangsbedeckung zu protestieren.

https://outlook.live.com/owa/?rru=inbox&path=/mail/inbox/rp
vom 11. Bahman 1396 (31. Januar 2018)
hemayat az doxtarane xiyabane enqelab dar moqabele zendane shahre behbahan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Töchter der Revolutionsstrasse

Vida Mowahhedi ist mit ihrer Aktion, bei der sie ihr Kopftuch an einem Stock hochhält, unter dem Namen „Tochter der Revolutionsstraße“ bekannt geworden. Seit gestern haben sechs Frauen auf verschiedenen Plätzen in Teheran und eine Frau in Isfahan ihre Aktion in aller Öffentlichkeit wiederholt und sind dabei große Risiken eingegangen. Eine dieser Frauen wurde bereits verhaftet.

Warum machen sie diese Aktionen?

Der Grund ist in einem dreifachen Unterdrückungsverhältnis zu sehen, dem Frauen im Iran ausgesetzt sind und die alle auch mit dem Islam im Zusammenhang stehen.

Frauen werden im Iran in eine islamische Gesellschaft hinein geboren. Schon in den Familien wird den Frauen von Kindesbeinen an die Rolle zugewiesen, die der Islam ihnen zugesteht. Es ist die Rolle der Hausfrau, die nicht arbeiten geht, sondern zu Hause die Kinder aufzieht, kocht und das Gros der Erziehungsarbeit leistet. An der Spitze der Familienhierarchie stehen die Männer, egal ob Ehemann, Bruder oder Onkel. Ohne die Erlaubnis von Männern darf die Frau nicht reisen. Während Männer nach islamischem Recht vier Frauen gleichzeitig haben können, ist Frauen das nicht gestattet. Nur wenige Familien aus einem intellektuellen oder politischen Umfeld weichen von den traditionellen Rollen ab.

Der nächste Unterdrückungszusammenhang ist die Arbeitswelt, wo den Frauen bestimmte Berufe wie z.B. Richterin von vornherein verwehrt sind. Frauen haben nicht nur bei vergleichbarer Arbeit geringere Löhne, sondern müssen darüber hinaus ein soziales Unterdrückungsverhältnis ertragen, bei dem sie im Gegensatz zu den Männern nichts kritisieren dürfen und überhaupt wenig bis nichts zu sagen haben. Frauen zahlen höhere Krankenversicherungsbeiträge und werden im Zweifelsfall als erste entlassen. Die alltäglichen Beziehungen bei der Arbeit sind von Sexismen durchdrungen – so werden unverheiratete Frauen, besonders wenn sie schön sind, den verheirateten bei der Einstellung vorgezogen. Man kann von einer patriarchalen Hegemonie am Arbeitsplatz sprechen.

Das dritte Unterdrückungsverhältnis wird durch den Staat und seine islamischen Gesetze bestimmt. Es trifft alle Frauen, die sich in der Öffentlichkeit bewegen. In Bussen müssen die Frauen hinten ein- und aussteigen, auf den Straßen wird von Tugendwächtern auf die islamischen Bekleidungsvorschriften geachtet, an den Universitäten werden Frauen bei den Eingängen kontrolliert und gezwungen, den Schleier richtig zu rücken oder sich abzuschminken. Bei staatlichen Ämtern dürfen Frauen ohne Tschador nicht eintreten – entweder sie bedecken sich für den Behördengang mit einem der bereitliegenden Leih-Tschadors oder sie müssen im Eingangsbereich stehen bleiben. Frauen, die mehr Freiheit wollen, schicke, eng anliegende Kleidung tragen, den Schleier nach hinten rutschen lassen und sich hübsch machen, müssen jederzeit mit wütenden Reaktionen von Bassidschi oder Polizei rechnen, selbst von streng islamischen Frauen.   

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email