Archiv der Kategorie 'Frauen'

Iran: Tod nach Haft im Geheimdienstkerker


Mahdis Mirqawami aus Kermanschah

Am 5. Bahman 1395 (2. Januarhälfte 2017) wurde die 26-jährige Ingenieurin Mahdis Mirqawami aus Kermanschah vom Geheimdienst verhaftet und in das Haftzentrum des Geheimdienstes in Kermanschah gebracht. Am 7. Bahman wurde sie entlassen, am 8. Bahman beging sie Selbstmord. Der Geheimdienst setzt die Familie unter Druck, nichts über den Tod bekannt zu geben. Vor vier Jahren, am 15. Dey 1391 (Jahreswechsel 2012/3), beging Shalir Farhadi, 23 Jahre alt, ebenfalls Selbstmord, nachdem sie vier Monate vom Geheimdienst in Kermanschah in Haft gehalten worden war und dann freigelassen wurde.
Die Selbstmorde deuten auf Vergewaltigung in Haft hin. Die Täter sind offensichtlich so mächtig, dass sie die Familien wirksam einschüchtern können. Dass es schon vor vier Jahren einen vergleichbaren Fall gab, zeigt, dass die Täter – falls es sich um die gleichen Personen handelt – schon zu Zeiten von Präsident Ahmadineschad in Haft waren. Vermutlich sind sie weit oben gedeckt (vielleicht durch den Umkreis des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i), sonst könnte man sicher sein, dass die Angehörigen schon einen Weg gefunden hätten, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Quelle:
http://news.gooya.com/2017/02/post-1062.php
vom 24.02.2017
xodkoshiye mahdis mirqavami pas az azadi az bazdashtgahe ettela°at dar kermanshah

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Iran:Kritik an verschleierter schwedischer Regierungsdelegation

Am 13. Februar 2017 ging der Besuch einer schwedischen Regierungsdelegation letztes Wochenende im Iran durch die Medien.

Von dem Besuch gibt es folgende Aufnahme:

Zu sehen sind der Premierminister und verschiedene Politikerinnen, darunter die schwedische Handelsministerin, wie sie eingekleidet in einen Tschador an einem Empfang in Teheran teilnehmen.

Die NGO UN-Watch und verschiedene Menschenrechtsorganisationen im In- und Ausland haben die Anpassung dieser Delegierten an die iranischen Vorschriften für eine Zwangsverschleierung im Iran kritisiert.

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Iran: Kinderbesuch im Gefängnis


vor dem Ewin-Gefängnis

Die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi berichtet in einem Brief aus dem Ewin-Gefängnis, den die Webseite des Vereins der Menschenrechtsverteidiger veröffentlichte, wie es inhaftierten Müttern ergeht, die noch kleine Kinder haben. Im Ewin-Gefängnis dürfen sie einmal pro Woche mittwochs für eine Stunde den Besuch ihres Kindes empfangen. Der Besuch erfolgt unter den Augen von Wärtern und Gefängniskameras. Die Angehörigen übergeben das Kind den Wärtern, diese bringen es in den Gesprächsraum, wo die Mutter auf das Kind wartet. Manche Kinder haben beide Elternteile im Gefängnis und pendeln von einem Besuch zum andern. Besonders kleine Kinder verlieren die Gefühlsbeziehung zu ihrer Mutter und haben dann andere Menschen als Bezugsperson.
Die eindrückliche Schilderung von Narges Mohammadi zeigt einmal mehr, dass das Gefängnis nicht nur eine Strafe für die Inhaftierten, sondern auch für die Angehörigen darstellt.
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/67804/
vom 18. Bahman 1395 (6. Februar 2017)
gozareshe nargese mohammadi az yek ruze bande zanane zendane ewin

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Iran: Mit 12 oder 13 Jahren heiraten und Kinder kriegen

Bericht einer Lehrerin aus einem Dorf bei Maschad (Ostiran).

Die Lehrerin Tahura Ahsani unterrichtet seit einem Jahr in der Grundschule eines Dorfes bei Maschad. Es gibt in dem Ort keine weiterführende Schule, geschweige denn ein Gymnasium. Die Menschen sind hier sehr arm. Das bezieht sich sich nicht nur auf das Materielle sondern auch auf den Bildungshintergrund.

Wanderarbeiter kommen ab und zu hier vorbei um einige Monate zu arbeiten und dann weiterzuziehen oder in ihr Heimatland (u.a. Afghanistan) zurückzugehen. Sie bringen oft Drogen mit, nicht nur um sie zu konsumieren, sondern auch um sie zu schmuggeln.

Frau Ahsani berichtet darüber, wie sie mit den Eltern ihrer Schülerinnen über deren Zukunftspläne gesprochen hat. Es ist hier üblich, dass die Mädchen mit 12 oder 13 Jahren von ihren Eltern verheiratet werden, auch gegen ihren Willen. Nach der Heirat müssen sie als Hausfrau arbeiten. Sie werden schwanger und ziehen als junge Mütter ihre Kinder auf. Sie verlassen deshalb die Schule.

Zur Zeit beobachtet die Lehrerin, wie jeden Monat ein oder zwei Mädchen eines Tages nicht mehr in der Schule auftauchen. Später erfährt sie dann, dass sie geheiratet haben. Es kann vorkommen, das die Ehemänner weiterziehen oder in ihr Heimatland zurück gehen, was dann dazu führt, dass sie sich wieder von den Mädchen scheiden lassen. Diese bleiben dann mit ca. 13 Jahren als junge, geschiedene Frau zurück. Sie gelten dann nicht mehr als jungfräulich und verlieren ihren guten Ruf.

Frau Ahsani erzählt über ein Kind, dass im Persisch-Unterricht einmal einen Aufsatz zum Thema „Wünsche und Ziele wenn man 20 Jahre alt ist “ schreiben musste und zitiert aus dem ihrer Meinung nach überaus bitteren Inhalt:

„Ich liebe die Schule. Ich möchte gerne lernen und in der Schule weiterkommen um einen guten Job zu bekommen. Mein Wunsch ist es, Anwältin zu werden. Aber das ist nicht einfach, ich muss Schritt für Schritt vorgehen. Es ist sehr schwierig, und ich weiss, jede Arbeit, jeder gute Job erfordert große Anstrengung. Ich weiss, ich muss viel Geduld haben. Ohne Geduld kann ich keinen Erfolg haben. Wenn ich z.B. Anwältin werden möchte, ist es wichtig, dass ich nicht schon mit 13 Jahren heiraten sollte. Überhaupt möchte ich nicht heiraten, weil ich dann nicht die Schule weitermachen kann. Unterricht und Schule müsste dann gestrichen werden. Aber ich weiss, dass Wissenschaft eine gute Sache ist und dass sie schöner ist, als man sich das vorstellen kann. Ich bin jetzt 13 Jahre alt. Wenn ich heiraten muss, werde ich mit 20 Jahren viele Kinder haben. Kinder zu haben ist nicht mein Ziel. Deswegen hasse ich das Heiraten. Ich möchte die Schule nicht verlassen. Wenn ich irgendwann mal heirate, möchte ich ein Kind haben und mein Kind gut erziehen. Und der Gesellschaft einen guten Menschen geben.“ (Fatemeh)

Ihre Eltern haben vor, das Mädchen in wenigen Monaten zu verheiraten.

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Iran: 2 Motorradfahrerinnen verhaftet

Der Befehlshaber der Sicherheitskräfte von Desful, Oberst Ali Elhami, hat vergangenen Mittwoch im Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur IRNA verkündet, dass die Sicherheitskräfte zwei Motorradfahrerinnen verhaftet hätten, die im Park „Bustane Dschangaliye Lale“ an der Straße von Desful nach Sardascht Motorrad fuhren. Das verstoße gegen die islamischen Werte und gegen die Islamische Revolution. Die beiden jungen Frauen seien den Justizorganen übergeben worden. Besonders empört zeigte sich dieser Sittenapostel, dass die Frauen solche Aktionen auch im Internet veröffentlichten. Mit anderen Worten: Es handelt sich um einen bewussten Verstoß der Jugend gegen die erstickenden islamistischen Regeln. So ist selbst Motorradfahren eine Form des Kulturkampfs und der Auseinandersetzung mit dem Islamismus geworden. Man kann sicher sein, dass das Regime mit diesem Vorgehen gegen die Jugend keine Sympathien gewinnt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=122950
vom 23. Dey 1395 (12. Januar 2017)
dastgiriye 2 doxtare motor-sawar dar dezful

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Irans Energieministerium hat ein Problem


Das Energieministerium im Iran ist nicht für die Erdölindustrie zuständig, diese Pfründe werden separat vergeben. Es ist für die Staudämme und zugehörigen Wasserkraftwerke und potentiell auch für Atomkraftwerke zuständig, sofern sie jemals Strom erzeugen werden. Aber das ist nicht das, was dem Ministerium Sorgen bereitet.
Es veröffentlichte jetzt die Regeln, die die „werten Schwestern“ bei der Bekleidung einzuhalten haben. Mit Schwestern sind die weiblichen Angestellten des Ministeriums gemeint.
Die Frauen müssen bei der Arbeit die Haare mit dem Magna’e verhüllen, den Kopf mit dem Tschador bedecken und dazu einen Überwurfmantel (Manto) tragen. Während das Plakat der Behörde recht bunt gestaltet ist, mit Blümchen, ist Frauen solches nicht gestattet. Ihr Manto darf die Farben Grau (t.usi), Braun (qahwe’i), Hellbraun (krem), Schwarz mit bläulichem Schimmer (sorme’i) und natürlich Schwarz (meshki) aufweisen. Das war’s dann auch. Selbst Grün, die Farbe des Propheten, ist nicht vorgesehen. Vermutlich aus Angst vor der Grünen Bewegung, wie sich die Reformisten bezeichnen. Die Länge des Überwurfmantels ist auch festgelegt: Ärmel nicht kürzer als das Handgelenk, unten darf’s nicht kürzer als bis zum Knie sein, lange Strümpfe (über die Fußknöchel) sind nicht nur im Winter angesagt, und künstliche Fingernägel (ka:sht-e na:xon), künstliche Wimpern, Schmuck und dergleichen haben bei der Arbeit auch nichts verloren. Schuhe dürfen kein Geräusch verursachen (damit sind hochhackige Schuhe wohl ausgeschlossen…).
Daneben ist die Tatsache, dass die Stromversorgung an verschiedenen Orten nur stundenweise existiert oder Orte ganz davon ausgeschlossen sind, doch nur eine Lapalie.
Man sieht, die Islamische Republik kümmert sich um die wesentlichen Dinge im Leben.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/12/221212.php
vom 22. Adhar 1395 (12. Dezember 2016)
d.avabet.-e pushesh-e xaharan-e gerami dar wezarat-e niru

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Denkt jemand an den leisen Tod meines Mannes?

Offener Brief von Golroch Irani für Arash Sadeghi und internationale Menschenrechtsorganisationen.


Arash Sadeghi und Golroch Irani

An alle internationale Menschenrechtsorganisationen!

Obwohl mehr als ein Monat des Hungerstreiks meines Mannes Arash Sadeghi vergangen ist und obwohl seine gesundheitliche Situation so problematisch ist, dass er mehrmals Magenbluten hatte und die Ärzte der kleinen provisorischen Gesundheitsstation im Gefängnis eine sofortige Verlegung in ein Krankenhaus empfohlen haben, haben die Zuständigen im Gefängnis nicht reagiert und ihm die Krankenhausbehandlung versagt.

Diesen Hungerstreik hat mein Mann als Protest gegen meine Festnahme begonnen, weil die Revolutionswächter – Organisation mich grundlos festgenommen hatte, um auf ihn noch mehr Druck auszuüben. Sie haben mich vor Gericht gebracht und ich wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Mein Mann muss 19 Jahre im Gefängnis bleiben. Obwohl der Staatsanwalt meinen Prozess und die verhängte Strafe für fehlerhaft hält, traut er sich nicht, das Verfahren neu zu eröffnen, aus Angst vor den Revolutionswächtern.

In diesen Tagen ist die Gesundheit meines Mannes sehr angegriffen und er liegt im Sterben. Für seine gesundheitliche Situation sind die Judikative und die Revolutionswächter verantwortlich. Ich bitte alle internationalen Menschenrechtsorganisationen, aktiv zu werden gegen den leisen Tod meines Mannes. Lassen Sie nicht zu, dass mein Mann einfach stirbt!

Golroch Ebrahimi Irani (Frau von Arash Sadeghi)

An meinem Mann Arash Sadeghi!

Frei denkende Menschen haben eine stolze Geschichte.

Niemand kann das freie Denken knebeln.

Während uns so viel Unterdrückung von den Machthabern auferlegt wird,

werden wir von Tag zu Tag stärker und machen weiter.

Mit jedem Ein- und Ausatmen, gehen wir einen Schritt vorwärts

in den Morgen.

Dafür ertragen wir die Trennung.

Du bist weit entfernt hinter einer Mauer

und kämpfst mit dem Tod.

Ich weiß wenig von dir.

Die Liebe zu dir durchströmt meinem Körper und meinen Gedanken.

Ich sehe nur deine Liebe.

Und mehr und mehr glaube ich an deine Ehrbarkeit.

Ich weiss, uns ist Ungerechtigkeit widerfahren,

und du schreist mit deinem Leben dagegen an.

Der Morgen, den wir erwarten, ist unterwegs.

Du musst bleiben, bis der Morgen der Freiheit anbricht.

Wir werden unsere Fahne hochhalten

und in das Licht der Freiheit schauen.

Ich bewundere deinen Widerstand, mein lieber Arash!

Du musst bleiben, weil ich dich liebe.

Für immer mit dir zusammen

Golroch

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Iran: Kindesraub durch den Staat

Der Bruder von Rahele Rahemi-Pur, Hossein Rahemi-Pur, war 1362 (1983) zusammen mit seiner schwangeren Frau inhaftiert worden. Seine Frau entband im Gefängnis. Als die Angehörigen Nachforschungen über den Verbleib des Kindes anstellten, hieß es, es sei gestorben. Auch Hossein Rahemi-Pur starb im Gefängnis. Die Mutter des Kindes wurde später aus der Haft entlassen. Die intensiven Nachforschungen der Angehörigen nach dem Ort der Bestattung der beiden Toten blieben ohne Erfolg, ihnen wurde nur gedroht, wenn sie so weiter machten, verschwänden sie selbst im Gefängnis. Jetzt ist Rahele Rahemi-Pur, eine iranische Menschenrechtsaktivisten, selbst im Gefängnis. Sie hat nun von der iranischen Justiz verlangt, aufzuklären, wo ihr Bruder und dessen Kind geblieben sind. Dafür hat sie jetzt eine Vorladung von der Kammer des Revolutionstribunals in Teheran erhalten, und zwar von dessen berüchtigten Vorsitzenden Salawati. Ein schlechtes Omen. Als diese Nachricht bekannt wurde, traten fünf Institutionen der Vereinten Nationen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, an die iranische Regierung und forderten sie auf, von Repressalien gegen die Menschenrechtlerin abzusehen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=120434
vom 5. Adhar 1395 (25. November 2016)
panj nehade sazmane melal: karzar aleyhe rahele rahemi-pur-ra motewaqqef konid

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Türkei: Straffreiheit für Vergewaltiger – Opfer heiraten

18 November 2016
Ein entsprechender Gesetzesvorschlag im türkischen Parlament, der Straffreiheit für Vergewaltiger vorsieht, wenn sie ihr Opfer heiraten – siehe die ai-Meldung unten, hat sowohl in der Türkei als auch im Iran heftige Wellen geschlagen. Die Iraner haben wenig Freiheit, ihre eigenen Machthaber zu kritisieren, also greifen sie Themen auf, die die Denkweise ihrer eigenen Herrscher widerspiegeln, und kritisieren sie im Nachbarland Türkei.


Polizei prügelt Bevölkerung, die gegen Straffreiheit für Vergewaltiger (im Fall der Heirat) auf die Straße geht

Proteste in der Türkei
In der Türkei hat dieser Gesetzesentwurf an vielen Orten zu Protesten geführt, und einmal mehr ist der Ausnahmezustand, den die Regierungspartei mit Unterstützung der sogenannten Opposition aus MHP und CHP nachträglich auch im Parlament absegnen ließ, ein willkommener Vorwand, Proteste zu verbieten und Demonstranten mit Tränengas und Polizeiprügeln zum Schweigen zu bringen, wie hier in Hopa, Provinz Artvin.

Quellen:
http://www.diken.com.tr/istismar-onergesine-kolluk-kalkani-hopada-yurttaslara-polis-saldirdi/
İstismar önergesine ‘kolluk kalkanı’: Hopa’da yurttaşlara polis saldırdı
21/11/2016 17:45

Amnesty International
18. November 2016
Turkey: Proposal to free those convicted of sexual assault if they marry their victims must be rejected

In response to proposals submitted to the Turkish parliament that would potentially allow thousands of people convicted of sexual assault to be let out of jail if they marry the victim of their crime, Gauri van Gulik, Amnesty International’s Deputy Europe Director said:

“Suspending the sentence for any criminal offense, but in particular sexual assault, by offering the perpetrator to marry the victim can be dangerous, sends the wrong message and could lead to further abuse.”

“While the government claims these cases do not include any involving coercion, it is impossible in the case of a blanket suspensions to guarantee that there was in fact full and informed consent of the girl, not just of her family.”

According to news reports, Prime Minister Binali Yildirim said the aim of the proposal was to remedy the situation of men who are in jail and are married to women under the age of 18 in a religious ceremony and with the consent of their family. He said “it will end the victimhood of around 3,000 families”.

The proposal, which would apply to cases of sexual abuse that occurred before 16 November 2016, has attracted widespread condemnation and an online petition gathered over 500,000 signatures in less than 24 hours.

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Iran: Geballte Opposition gegen Unrechtsjustiz


Narges Mohammadi

In der vergangenen Woche haben sich eine größere Zahl bekannter iranischer Oppositioneller in der Wohnung von Keywan Samimi versammelt, der selbst lange Jahre als politischer Gefangener in Haft war. Unter den Teilnehmern befand sich unter anderem auch Lotfollah Meythami, einer der Begründer der Revolutionswächter, der später in die Reihen der Kritiker des Regimes übergewechselt ist, alle Privilegien verloren hat und jetzt die Zeitschrift Tscheschm-Andas (Perspektive) herausgibt, in der auch Narges Mohammadi immer wieder veröffentlicht hat.


Die Teilnehmer besprachen, wie sie – auch auf juristischen Wegen – gegen das Willkürurteil von 16 Jahren Gefängnis für Narges Mohammadi vorgehen kommen. Es sind viele Menschen mit politischer und Gefängniserfahrung dabei, die wissen, wie man in diesem Land kämpft. Angesichts der eingeleiteten Demontage des Oberhaupts der Justiz – Ajatollah Sadeq Laridschani, der mit einem Kontoguthaben von umgerechnet 250 Millionen Euro zu den großen Dieben des Landes gerechnet werden darf, kann es durchaus sein, dass sie Erfolg haben, das Urteil gegen Narges Mohammadi zu kippen.


das Gesicht der wahren Opposition im Iran

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/65809/
vom 7. November 2016
e°teraz be hokme sangin baraye narges mohammadi

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Iran: 17 Abgeordnete fordern erneut Überprüfung der Verurteilung von Narges Mohammadi

Wie berichtet, war die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dagegen hatten eine Reihe von Abgeordneten des iranischen Parlaments protestiert. Sie forderten eine Revision des Urteils. Darauf hatte der Generalstaatsanwalt den Abgeordneten Unwissenheit vorgeworfen. Er erklärte, dass die Tatsache, dass der Staat die Vorwürfe gegen die Verurteilte nicht publik mache, nicht bedeute, dass sie nichts getan habe.
Die Abgeordneten protestierten in einem erneuten Brief gegen die Unterstellung, sie hätten den Brief unterschrieben, ohne den Fall genauer zu kennen. Sie forderten erneut eine Revision des Falls, da sie der Überzeugung seien, dass die Verurteilung vor allem zur Abschreckung von Kritikern diene. Sie forderten die Justiz darüber hinaus auf, konkret zu benennen, was Narges Mohammadi denn angeblich getan habe, dass die Sicherheit des Staates bedroht sei.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/65784/
vom 6. November 2016
dadsetane kolle keshwar dar bareye parwandeye narges mohammadi touzih dahad

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Iran: Narges Mohammadi wehrt sich gegen Verleumdung


Narges Mohammadi mit ihren Kindern, die jetzt zusammen mit dem Ehemann von Narges Mohammadi ins Ausland fliehen mussten

Wie berichtet, haben eine Reihe von Abgeordneten des iranischen Parlaments kürzlich gefordert, dass im Fall der Menschenrechtlerin Narges Mohammadi, die von der Berufungsinstanz zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, das Verfahren wieder aufgenommen werden soll. Der Justizsprecher und Generalstaatsanwalt Mohsen Esche’i, früher Geheimdienstminister unter Präsident Ahmadineschad, hat daraufhin dem Parlament vorgehalten, es habe sich in Justizangelegenheiten nicht einzumischen. Außerdem erging er sich in Andeutungen, um Narges Mohammadi zu diskreditieren. Diese hat darauf aus dem Gefängnis mit einem offenen Brief geantwortet, in dem sie den kriminellen Machthabern des Landes die Leviten liest und darauf hinweist, dass sie nichts zu verbergen habe. Sie habe im Prozess stets gefordert, dass die Vorwürfe öffentlich gemacht werden und in den iranischen Medien bekannt gegeben werden. Es sei die Justiz, der ja auch der Justizsprecher angehöre, die darauf bestanden habe, das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuwickeln.
Eine mutige Antwort.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/65451/
Mon, 24.10.2016, 11:55
pasoxe nargese mohammadi be ezharate dadsetane kolle keshwar

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Iran: Parlamentsabgeordnete gegen Verurteilung von Narges Mohammadi


Narges Mohammadi mit ihren Kindern. Ihre Kinder und ihr Mann mussten nach Europa fliehen.

Wir hatten von der Verurteilung der iranischen Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi berichtet, die zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Jetzt haben mindestens 15 Abgeordnete des iranischen Parlaments, darunter Ali Motahhari, das Urteil kritisiert und erklärt, dass dieses Urteil nur dazu diene, den Preis für vernünftige Kritik möglichst hoch anzusetzen. Sie fordern in einem offenen Brief an den Obersten Justizrat des Landes die Aufhebung des Urteils und eine erneute Revision. Die Abgeordneten weisen auch darauf hin, dass Narges Mohammadi dringend eine angemessene medizinische Behandlung benötigt. Eine Kopie des offenen Briefs liegt uns nicht vor, daher lässt sich derzeit auch nicht feststellen, wie viele Abgeordnete sich insgesamt an diesem Protest beteiligt haben.
Dennoch ist es ein erfreuliches Zeichen, dass der Protest selbst dieses Gremium erreicht hat, das aus vom Wächterrat handverlesenen Kandidaten besteht.

http://www.radiofarda.com/a/f7-iranian-mps-call-for-reconsideration-of-narges-mohammadi-case/28057225.html
vom 25. Mehr 1395 (16. Oktober 2016)
darxaste nemayandegane majles baraye naqze hokm wa residegiye mojaddad be parwandeye narges mohammadi

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Iran: Kurdin in Haft


Seynab Dschalalian

Seynab Dschalalian (geb. 1361/1982) ist eine Kurdin, die seit 2007 in Chuy (Region West-Aserbaidschan) in Haft ist und 2009 wegen angeblicher Zugehörigkeit zur bewaffneten kurdischen Organisation Peschwak zum Tode verurteilt wurde. Aufgrund der Bemühungen ihrer Anwälte gelang es, die Todesstrafe in lebenslänglich umzuwandeln. Seit ihrer Verhaftung hat sie noch keinen einzigen Hafturlaub erhalten. Sie leidet zudem an einer Augenkrankheit namens Pterygium conjunctivae (Persisch bima:ri-ye na:xunak-e cheshm), einer Wucherung der Bindehaut, die auf die Hornhaut übergreift und operativ entfernt werden muss. Eine solche Operation ist nur außerhalb des Gefängnisses möglich.
Amirsalar Dawudi, ihr Rechtsanwalt, berichtet jetzt, dass die Pasdaran und das Geheimdienstministerium die Gefangene unter Druck setzen, sich filmen zu lassen und dabei sich selbst zu belasten. Zuvor haben diese Organe sie schon heimlich gefilmt und versucht, durch nachträgliche Manipulationen der Aufnahmen zu belegen, dass sie eine Terroristin sei. Sogar einen „Dokumentarfilm“ machten die Behörden aus diesen Aufnahmen, der am 21. Ordibehescht 1395 (10. Mai 2016) vom Fernsehen der Region West-Aserbaidschan unter dem Titel „Saye-ye terurism“ (Der Schatten des Terrorismus) ausgestrahlt wurde.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/65183/
vom 14.10.2016
talash baraye axze e°terafe telewizyuni az zeynab jalaliyan

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Iran – Kurdistan: Männer dürfen keine Frauenkleider nähen

Was die Schaffung von Arbeitsplätzen für die jährlich über 1 Million junger Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, angeht, ist der Iran gewiss kein Spitzenreiter. Das Land – genauer gesagt, die herrschende Elite – hat ganz andere Probleme. So verkündete jetzt der für Kurdistan zuständige Sekretär des Stabs zur Umsetzung der Einhaltung des (islamisch) Gebotenen und zur Unterbindung des (islamisch) Verbotenen (Setade Ahyaye Amr be Ma°ruf wa Nahy az Monker), Herr Mahmud Allahmoradi: „Im Schneidergewerbe haben wir Probleme. Denn manchmal nehmen Herren das Maß für Frauenkleider und nähen diese. In diesem Monat fand deshalb eine Sitzung mit den Berufsverbänden der Provinz Kurdistan unter Anwesenheit der Sicherheitskräfte der Provinz statt.“ Das Ergebnis ist das, was wir in der Überschrift lesen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117956
mamnu°iyate duxte lebase zanane tawassote xayyatane mard dar kordestan
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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