Archiv der Kategorie 'Gefängnis'

Iran: Über 900 Menschen schreibender Berufe fordern Freilassung dreier Schriftsteller


Bektash Abtin, Resa Chandan-Mahabadi und Keyvan Bazhan

Die drei Mitglieder des iranischen Schriftstellerverbandes Bektash Abtin, Resa Chandan-Mahabadi und Keyvan Bazhan wurden vergangenen Mittwoch (15. Mai 2019) von der 28. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem Vorwurf der „Propaganda gegen das System“ und der „kriminellen Vereinigung, die gegen die Sicherheit des Landes gerichtet ist“, zu je sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil haben 900 Angehörige der schreibenden Berufe im Iran in einem offenen Brief an die Justiz und die Exekutive protestiert. Sie fordern die Freilassung der drei Schriftsteller.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=93323
vom 29. Ordibehescht 1398 (19. Mai 2019)
sadha newisande xahane laghwe ahkame zendane se °ozwe kanune newisandegane iran shodand

https://www.radiofarda.com/a/iranian-writers-reza-khandan-mahabadi-baktash-abtin-and-keyvan-bajan/29952755.html
vom 20. Mai 2019
bayaniyeye 900 newisande: hokme se °ozwe kanune newisandegan azadikosh ast

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Iran – Teheran: Studenten protestieren gegen anhaltende Haft einer Studentin


Seit 19 Tagen (Stand 19. Mai 2019) ist die Studentin der Sozialwissenschaften Marsiye Amiri, die an der Hochschule für Sozialwissenschaften in Teheran studiert und zugleich als Journalistin für die Zeitung Sharq news arbeitet, in Haft. Es ist nur bekannt, dass sie sich im Evin-Gefängnis in einer Zelle in Einzelhaft befinden. Am Sonntag haben sich eine Reihe von Studierenden an der Hochschule für Sozialwissenschaften versammelt, um gegen die anhaltende Inhaftierung von Marsiye Amiri zu protestieren.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182956
vom 29. Ordibehescht 1398 (19. Mai 2019)
tajammo°e daneshjuyane daneshgahe °olume ejtema°iye daneshgahe tehran be edameye bazdashte marziye amiri + °aks

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Iran: Bericht einer Studentin aus der Einzelhaft


Parisa Rafi°i

Parisa Rafi°i, Studentenaktivistin, Studentin der Schönen Künste an der Uni Teheran, war wegen ihrer Teilnahme an Studentenprotesten in der Jahreswende 2017/2018 am 25. Februar 2018 verhaftet und am 19. März 2018 gegen Kaution freigelassen worden. Am 3. September 2018 wurde sie von der 26. Kammer des Revolutionstribunals Teheran wegen Straftaten gegen die Nationale Sicherheit, wegen staatsfeindlicher Propaganda und Störung der öffentlichen Ordnung zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt.
In einem offenen Brief vom 19. Ordibehescht 1398 (9. Mai 2019) beschreibt sie die Bedingungen während ihrer 21 Tage währenden Einzelhaft vom 25. Februar bis 19. März 2018.
Sie schreibt, dass weder ihr noch ihren Angehörigen mitgeteilt wurde, an welchem Ort sie inhaftiert war. Dies erfüllt die Kriterien des „Verschwindenlassens“. Diese Praxis dient dazu, das Opfer völlig zu verunsichern. In den 21 Tagen wurde sie zudem in Einzelhaft gehalten, was die Unsicherheit noch vergrößert. In der Zeit ihrer Untersuchungshaft durfte sie auch keinen Anwalt sprechen.
Sie beschreibt die verschiedenen Formen, mit denen der Verhörbeamte versuchte, sie zu demütigen und unter Druck zu setzen. So verlangte er von ihr, sich auf ihre Jungfräulichkeit untersuchen zu lassen. Dem widersetzte sie sich erfolgreich. Der Verhörbeamte drohte ihr außerdem, ihr die Fingernägel auszureißen und sie hinrichten zu lassen.
Dies, um einen Eindruck zu gewinnen, wie man sie als Mensch brechen wollte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182326
vom 20. Ordibehescht 1398 (10. Mai 2019)

https://kayhanlife.com/society/human-rights/tehran-university-photography-student-jailed-for-seven-years/
vom 3. September 2019

https://www.scholarsatrisk.org/report/2018-02-25-university-of-tehran/
vom 25.02.2018

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Iran: Die Menschenrechte müssen eingehalten werden – ab ins Gefängnis


Ein Mann, der am Vortag (8. Mai 2019) vor dem Gericht des Ewin-Gefängnisses ein Plakat mit dieser Überschrift „Die Menschenrechte müssen eingehalten werden“ in der Hand hielt, wurde nach einer Stunde aus diesem Grund verhaftet. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=182286
vom vom 19. Ordibehescht 1398 (9. Mai 2019)
mo°tareze plakard bedast moqabele dadsaraye ewin bazdasht shod / °aks

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Iran: 1. Mai – Tag der Handschellen


Warten vor dem Ewin-Gefängnis /Teheran
Der Internationale Tag der Arbeit wird im Iran auf zwei ganz verschiedene Arten begangen. Die Arbeitnehmer und Gewerkschaften bereiten Aktionen vor, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, die Regierung und diejenigen, die jenseits der gewählten Gremien regieren, nutzen den Anlass, um die nächste Runde von Verhaftungen vorzunehmen. Vier Tage später, am gestrigen Sonntag, sieht man das Ergebnis. Das sind Angehörige und Freunde der Inhaftierten, die auf diese Weise gegen die Verhaftung protestieren. Noch ist es keine Massenbewegung, und das dürfte die Machthaber zufrieden stellen.

Vor dem Ewin-Gefängnis
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=181983
vom 15. Ordibehesht 1398 (5. Mai 2019)
°aks / tajammo°e xanewadeha wa dustane bazdashtihaye ruze jahaniye kargar dar moqabele zendane ewin

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Iran: Verhaftungen von Hochwasserhelfern gehen weiter

Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe in der südwestlichen Provinz Chusestan wurden mindestens 70 Einwohner dieser Region unter dem Vorwurf der „Teilnahme an der Veranstaltung von Straßenprotesten“, „Empfang finanzieller Hilfe aus dem Ausland für die Hochwassergeschädigten“ und „Verbreitung von Gerüchten über das Hochwasser im Internet“ verhaftet. Heute Morgen wurden vier weitere Aktivisten verhaftet, meist Lehrer, die Hochwasseropfer unterrichteten. Ihre Namen:

  • Naji Sawari, 38 Jahre, aus Ahwas, arabischer Lehrer und Schriftsteller
  • Mahir Dasumi, 30 Jahre, Forscher, Schriftsteller, arabischer Aktivist und Lehrer an einer gemeinnützigen Schule,
  • Ali Abidawi, 26, aus Ahwas, Lehrer,
  • Abdollah Faryast, 27, aus Ahwas, Kulturaktivist.

https://news.gooya.com/2019/04/post-25654.php
vom 29. April 2019
bazdashte shomare digari az emdadgarane seyle xuzestan

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Iran: Verhaftungen im Vorfeld des Tags der Arbeit


Parwin Mohammadi, Wale Zamani, Ali-Resa Thaqfi und Hale Safarzade

Der 1. Mai (im iranischen Kalender: der 11. Ordibehescht) nähert sich. Der Internationale Tag der Arbeit. Bezahlte Arbeit wird im Iran immer mehr zur Mangelware, aber das ändert nichts daran, dass das Regime Angst davor hat, dass die Arbeitenden ihre Rechte einfordern. Die Millionen Arbeitslosen mögen das Regime so wenig interessieren wie in den westlichen Staaten, aber alle diejenigen, die mit den Machthabern verbunden sind, haben ja auch Haus, Familie, Kinder. Sie wollen, dass die Kinder in die Schule gehen, dass Straßen und Häuser zumindest für sie gebaut werden, dass Wasser aus der Leitung fließt, und dass ihre Schutzpatrone genügend Geld haben, damit sie auch etwas abbekommen. Und das heißt: Auch in einem System wie der Islamischen Republik Iran, das mit Arbeiterrechten so wenig anfangen kann wie mit Menschenrechten im Allgemeinen, braucht es Lehrkräfte, Pflegepersonal in Krankenhäusern, Märkte für Nahrungsmittel und Kleider, und natürlich Erdölarbeiter, die den Reichen ihr Einkommen bescheren. Und diese Arbeitskräfte, selbst wenn sie inzwischen die Minderheit der Bevölkerung darstellen sollten, sind notwendig für das Wohlergehen der Machthaber. Das wissen die Machthaber, und das Wissen die Arbeiter. Das ist die Basis, auf der Verhandlungsmacht entsteht. Und das ist der Grund, warum das Regime auch heute noch Angst vor den Arbeitern hat. Deshalb verfolgt es Gewerkschaften, genauer gesagt, die Menschen, die unabhängige Gewerkschaftsbewegungen gründen und auf Trab bringen. So gab es unlängst Festnahmen in Teheran, Kamyaran, Sanandadsch und Urumije. Die Gewerkschaftsaktivisten wurden zum Teil wieder freigelassen, andere, wie Parwin Mohammadi, Wale Zamani, Ali-Resa Thaqfi und Hale Safarzade, sind seit vergangenen Freitag im Gohardascht-Gefängnis von Karadsch in Haft.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92904
vom 6. Ordibehescht 1398 (26. April 2019)
4 nafar az kargarane bazdasht shode dar tehran, hanuz azad nashodeand

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Iran: Ein Jahr Gefängnis für eine der „Frauen der Revolutionsstraße“


Wida Mowahed
Vor einem Jahr hatten im Iran an mehreren Orten Frauen gegen die Kopftuchpflicht protestiert, indem sie in der Revolutionsstraße in Teheran auf erhöhte Objekte stiegen und ihr Kopftuch wie eine Flagge hissten. Darauf kam es zu einer Reihe von Verhaftungen und Prozessen. Die erste Frau, die diese Bewegung ins Leben rief, war Wida Mowahed. Sie wurde Ende Februar 2019 von einem Richtergremium (Kammer 1091), das dem Ministerium für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) untergordnet ist, zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Ihr wurde „Aufwiegelung der Bevölkerung zu korruptem Verhalten und Prostitution mittels Enthüllung des Schleiers“ zur Last gelegt. Vor Gericht hatte Wida Mowahed die Form ihres Protests aufgrund der Konsequenzen für sie und ihr zweijähriges Kind als unpassend bezeichnet und sich verpflichtet, ihn nicht zu wiederholen. Ihre Anträge auf bedingte Freilassung oder auf Berücksichtigung bei der diesjährigen Amnestie wurde vom Gefängnis zurückgehalten, so dass der Vollstreckungsrichter sie nie erhalten hat.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM
vom 25. Farwardin 1398 (14. April 2019)
mahkumiyate doxtare xiyabane enqelab be yek sal habs

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Iran: Verhaftet wegen Blumen zum Tag der Frau


Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi

Zum 8. März dieses Jahres, dem internationalen Tag der Frau, hatten Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi in der Metro von Teheran an die weiblichen Passagiere Blumen verteilt. Auf Videos, die im Internet kursieren, sieht man sie, wie sie mit um den Hals gelegtem Kopftuch und einem Korb Blumen verteilen.
Die 23-jährige Yasemin Aryani ist Schauspielerin am Theater und auch Aktivisten der Kampagne des „Weißen Mittwochs“. Im Rahmen dieser Kampagne erscheinen Frauen jeden Mittwoch in weißer Kleidung in der Öffentlichkeit, um so für die Frauenrechte zu demonstrieren.
Yasemin Aryani wurde am Montag vor einer Woche (8.4.2019) auf Veranlassung des Ministeriums für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) von ihrer Arbeit als Schauspielerin entlassen, zwei Tage später, am 10. April 2019, wurde sie zusammen mit ihrer Mutter in ihrer Wohnung verhaftet und abgeführt. Als Yasemins Vater gegen die Verhaftung protestierte, drohten die Beamten damit, seinen Hund zu erschießen.
Die Beamtinnen und Beamten nahmen sämtliche Bücher, Manuskripte und das Laptop von Yasemin Aryani mit.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM

https://news.gooya.com/2019/04/post-25173.php
vom 13. April 2019
joz‘iyate taze az dastgiriye zanani ke dar metro gol midadand

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U-Bahn-Aktion für inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh

Das folgende Video zeigt eine Unterstützungsaktion für Nasrin Sotudeh, die vor Kurzem zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt worden ist.


Video

Man sieht, wie Frauenrechts-Aktivistinnen in einer U-Bahn das Wort ergreifen und den anwesenden Frauen über die ungerechte Verurteilung von Nasrin Sotudeh berichten. Dabei halten sie ein Foto der Menschenrechtsanwältin hoch. Sie fragen die Anwesenden, was Nasrin gemacht hat, dass sie eine so schwere Strafe erhalten musste. Sie habe sich nur für die Frauenrechte eingesetzt und keine Aktivitäten gegen den Staat unternommen. Die Aktivistinnen überreichen im Anschluss jeweils eine weiße Nelke als Geschenk. Die Aktivistinen gehen bei der Aktion ein hohes Risiko ein, ebenfalls festgenommen zu werden. Sie präsentieren sich zudem mutig ohne Kopftuch.

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Iran: Menschenrechtsanwältin zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt


Nasrin Sotude
Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude, die bereits eine Haftstrafe von 5 Jahren Gefängnis verbüßt, wurde von der 28. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Maqisse zu weiteren 33 Jahren Gefängnis und zusätzlich 148 Peitschenhieben verurteilt. Das Urteil wurde Nasrin Sotude im Gefängnis verkündet. Die Verhandlung gegen die inhaftierte Rechtsanwältin hatte am 9. Dey 1397 (29. Dezember 2018) in Abwesenheit der Angeklagten vor dem Revolutionstribunal stattgefunden. Die Vorwürfe waren die folgenden: „Zusammenschließung und Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“, „Propagandistische Tätigkeit gegen das System“, „Einflussreiche Mitgliedschaft in den illegalen, gegen die Sicherheit gerichteten Gruppierungen „Verein der Menschenrechtsverteidiger – Legam“ (Legam setzt sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein) und „Nationaler Friedensrat“", „Aufwiegelung der Bevölkerung zur Korruption und moralischen Ausschweifung und Schaffung der Basis dafür“, „Auftreten ohne den von der Scharia vorgeschriebenen Schleier am Ort der Vernehmung“ (dazu gehört Mut!), „Verletzung der öffentlichen Ordnung und Ruhe“, „Verbreitung von Lügen zur Aufwiegelung der öffentlichen Meinung“.
Allein schon die Vorwürfe machen deutlich, dass es sich um einen politischen Prozess handelt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92052
vom 20. Esfand 1397 (11. März 2019)
33 sale habse taze wa 148 zarbeye shalaq baraye nasrin sotude

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Weltfrauentag im Iran


In verschiedenen iranischen Städten wie Raschd, Sanandadsch und Teheran fanden zum Anlass des Weltfrauentags (8. März) Veranstaltungen statt, zum Teil schon am Vortag. Möglicherweise wurde der Vortag gewählt, weil der 8. März dieses Jahr auf einen Freitag fiel – im Iran entspricht das unserem Sonntag.
Eine interessante Aktion fand in der U-Bahn von Teheran statt. Dort stieg eine Gruppe von Frauen in die U-Bahn ein, einzelne sprachen über die Bedeutung des 8. März für die Rechte der Frau, einige Begleiterinnen klatschten dann Beifall, worauf auch andere Frauen in der U-Bahn Beifall klatschten, dann wurden an die anwesenden Frauen Blumen verteilt. Solche Aktionen sind im Iran riskant, sie können mit der Verhaftung enden.
Eher im traditionellen Rahmen bewegte sich eine Vortragsveranstaltung am 7. März in Teheran, an denen Vertreterinnen der Arbeiterbewegung, der Rentner, der Lehrer, der Schriftsteller, Dichter und anderer Künstler sowie Aktivistinnen für die Kinderrechte teilnahmen.
Folgende Frauen referierten über die angegebenen Themen:
Akram Nassiriyan – Frauen und soziale Medien
Nahid Schaqaqi – Die Wurzeln der Gewalt gegen Frauen
Negar Mas‘udi – Ehrenmorde
Asrin Darkale – Frauen als Hauptkraft der Proteste
Parwin Nachostin – Die Schwierigkeiten von Müttern, Ausweispapier für ihre Kinder zu erhalten (Anmerkung: Das betrifft oft iranische Frauen mit afghanischen Ehemännern)
Mariyam Mohammadi – 40 Jahre Frauenbewegung
Mahbube Farahsadi – Frauen in der Lehrer- und Rentnerbewegung
Der Vortragsabend wurde der inhaftierten Aktivistin Sepide Qalyan gewidmet, die wegen der Unterstützung der Arbeiterproteste von Haft-Tape im Gefängnis ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91990
vom 16. Esfand 1397 (7. März 2019)
taqdime maraseme 8 mars emsal dar tehran be sepide qalyan

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26 EU Parlamentarier appellieren an den iranischen Staatspräsidenten Rouhani, 8 Umweltaktivisten freizulassen

Die EU Parlamentarier fassen in Ihrem Offenen Brief die bekannten Fakten bezüglich der acht im Iran festgenommenen Umweltschützer zusammen. Sie kritisieren ihre Festnahme im Januar oder Februar letzten Jahres unter dem Vorwand angeblicher Spionagetätigkeit und zitieren die auch hier bereits berichten Foltervorwürfe und sonstigen Missstände, die einen fairen Prozess verhindern. So haben die Umweltschützer keinen Zugang zu Rechtsanwälten ihrer Wahl. Letztlich wird von Staatspräsident Rouhani gefordert, sich für die Freilassung der Gefangenen einzusetzen und bis dahin ein offenes und faires Gerichtsverfahren auf der Basis der Menschenrechtsverpflichtungen des Irans sicherzustellen.

Der Offene Brief im Wortlaut auf englisch:

H.E. Hassan Rouhani
President of the Islamic Republic of Iran
Brussels, 25 February 2019

Dear President Rouhani,

We, the undersigned Members of the European Parliament, are writing to express our strong concerns over the prolonged detention of eight environmental human rights defenders and serious violations of their due process and fair trial rights and to urge their immediate and unconditional release.

Houman Jokar, Sepideh Kashani, Niloufar Bayani, Amirhossein Khaleghi, Sam Rajabi, Taher Ghadirian, Morad Tahbaz, and Abdolreza Kouhpayeh, all members of a local environmental group, the Persian Wildlife Heritage Foundation, were arrested in January and February 2018 and have been detained without access to a lawyer of their own choosing. On February 10, the family of Seyed Emami, an Iranian-Canadian university professor who was also detained with others, reported that he had died in detention in unknown circumstances. Iranian authorities claimed that he committed suicide, but they have not conducted an impartial investigation into his death and have placed a travel ban on his wife, Maryam Mombeini. We understand that the Iranian judiciary has accused the activists of using environmental projects as a cover to collect classified strategic information while a committee established under your authority has found no evidence into these allegations. In a worrisome development, in November, the judiciary elevated the charge for four individuals to „corruption on earth“, which can carry the death penalty.

We are concerned that the trial of eight activists, that has begun behind closed doors on 30 January 2019, falls seriously short of fair trial standards. Judge Abdolghassem Salavati at Branch 15 of Tehran’s revolutionary court reportedly prevented a defendant from appearing in court with a lawyer of his own choosing, and after one of the defendants told the court she has been absent from the past two sessions of the trial, that she had been tortured in detention.

As stressed during a February 2016 debate in our Foreign Affairs Committee with Foreign Minister Zarif, and repeatedly in urgency resolutions adopted by this House, we believe that respect for international human rights standards should be at the core of EU-Iran bilateral relations, and it is cases like these that serve as a litmus test for your government’s commitment to make progress in its human rights record.

We therefore call on you to use the authority of your office, as the President and Head of the national security, to secure the release of these environmental defenders and, pending their release, to ensure a fair and open trial based on Iran’s human rights obligations and constitutional protections.

Yours sincerely,

Ana Gomes (S&D)
Elmar Brok (EPP)
Marietje Schaake (ALDE)
Barbara Lochbihler (Greens/EFA)
Theresa Griffin (S&D)
Ernest Urtasun (Greens/EFA)
Jiri Pospisil (EPP)
Bodil Valero (Greens/EFA)
Julie Ward (S&D)
Bart Staes (Greens/EFA)
Antonio Marinho e Pinto (ALDE)
Margrete Auken (Greens/EFA)
Tunne Kelam (EPP)
Soraya Post (S&D)
Klaus Buchner (Greens/EFA)
Carlos Coelho (EPP)
Eugen Freund (S&D)
Maria Heubuch (Greens/EFA)
Karoline Graswander-Hainz (S&D)
Eva Gro Joly (Greens/EFA)
Marita Ulvskog (S&D)
Karima Delli (Greens/EFA)
Csaba Sogor (EPP)
Philippe Lamberts (Greens/EFA)
Patricia Lalonde (ALDE)
Pascal Durand (Greens/EFA)

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Iran – Kurdische Autonomie im Nordirak: Kurdin in Sanandadsch verhaftet


Arzu Miraki ist eine iranische Sportlerin, die Kick-Boxing betreibt. Sie ist Mitglied des Kick-Boxing-Clubs der Stadt Suran in der Kurdischen Autonomie im Nordirak. Als ihr Team gegen die Kick-Boxing-Mannschaft von Isfahan gewann, hielt Arzu Miraki die Fahne der Kurdischen Autonomie im Nordirak hoch, also des Landes, das sie vertrat. Als sie nach Sanandadsch reiste, wurde sie dort verhaftet. Seitdem, also seit zwei Wochen, gibt es keine Nachricht von ihr.
Anmerkung: Da sie aus Sanandadsch stammt, kennt sie die Lage dort und ist mit der politischen Verfolgung der Kurden im Iran vertraut. Die Nachricht liefert keine Hintergründe, warum sie trotzdem nach Sanandadsch reiste.

https://news.gooya.com/2019/02/post-23749.php
vom 25. Februar 2019
warzeshkare zan sanandaji parchame kordestanra dar °eraq bar afrasht wa dar iran dastgir shod

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Iran: Qaretschak-Gefängnis


Qaretschak-Gefängnis
Das Qaretschak-Gefängnis liegt bei Waramin. Dort sind gewöhnliche Straftäter, Drogenabhängige und auch politische Gefangene inhaftiert, z.B. Frauen, die bei den Gonabadi-Derwischen aktiv sind, oder Bürgerrechtlerinnen. Diese werden oft zur Strafe aus anderen Gefängnissen dorthin verlegt.
Vor zwei Wochen hatten wir über einen Protest der Gefangenen in Qaretschak (Qaritschak) berichtet, der unter Einsatz von Pfefferspray und mit Knüppelhieben niedergeschlagen wurde.
Während amtliche Stellen behaupteten, der Protest sei ausgebrochen, weil die Gefangenen geglaubt hätten, sie fielen nicht unter die Amnestie, wird jetzt immer deutlicher, dass dies eine Lüge war.
Wie sich aus in die Öffentlichkeit gelangten Meldungen ergibt, war ein drogenabhängiger Gefangener an Tuberkulose erkrankt, wurde aber nicht behandelt. Dagegen protestierten die Mitgefangenen. Der Protest weitete sich wegen der miesen Haftbedingungen rasch aus.
Eine Gefangene, die ein Handy besaß, berichtete von den gewalttätigen Übergriffen der Wärter, worauf sie selbst angegriffen wurde. Die Angehörigen wissen nicht, was mit ihr geschehen ist.
Hauterkrankungen und Augenleiden sind in der Haft weit verbreitet.
Dies liegt an den schlechten hygienischen Bedingungen (unzureichende Möglichkeiten zum Waschen und Duschen), an der schlechten Ernährung (zu wenig und von schlechter Qualität), so dass die Gefangenen im Gefängnisladen einkaufen müssen, wo die Waren aber nur zu stark überhöhten Preisen erhältlich sind.
Eine Gefangene, die sich schriftlich über die Haftbedingungen beschwert hatte, wurde darauf vor Gericht gestellt und zu 148 Peitschenhieben verurteilt.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=177163
vom 6. Esfand 1397 (25. Februar 2019)
rawayati digar az mararathaye zanan dar zendane qarechak

http://alischirasi.blogsport.de/wp-admin/post.php?action=edit&post=2852
vom 11. Februar 2019

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