Archiv der Kategorie 'Gefängnis'

Iran: Staatsanwalt bestätigt Verhaftung streikender Arbeiter


Abbas Qassemi, der Staatsanwalt von Arak, bestätigte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Fars, dass gestern bei der Niederschlagung von Protesten der Arbeiter von Asarab in Arak 21 Arbeiter verhaftet wurden. Der Staatsanwalt erklärte, die Forderungen der Arbeiter seien zwar berechtigt, sie hätten aber kein Recht, den Schienenverkehr zu blockieren.
In der zweiten Streikwoche setzten die bewaffneten Staatskräfte auch Tränengas ein, um den Protest der Arbeiter aufzulösen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=193073
vom 29. Mehr 1398 (21. Oktober 2019)
dadsetane arak: dastgiriye 21 kargare azarab

https://www.radiofarda.com/a/Protests-by-AzarAb-workers-in-Arak/30226404.html
vom 28. Mehr 1398 (20. Oktober 2019)
ma‘murane amniyati ba shelike gaze ashk-awar be tajammo°e kargarane azarabe arak hamle kardand

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Iran: Erneut ein Schlag gegen iranische Oppositionsmedien


Ruhollah Zam
Der von der US-Regierung finanzierte iranisch-sprachige Sender Radio Farda (Radio morgen) berichtet heute, den 14. Oktober 2019, davon, dass die iranischen Revolutionswächter am heutigen Tag öffentlich die Behauptung erhoben hätten, dass sie Ruhollah Zam (Sam) in den Iran gelockt und verhaftet hätten. Wo genau die Pasdaran diese Meldung veröffentlicht haben, gibt Radio Farda nicht an.
Ruhollah Zam hatte 2015 in Paris den Nachrichtenkanal „Amadnews“ auf Telegram eröffnet, der zahlreiche Interna über die Islamische Republik Iran veröffentlichte und der als Tribüne für oppositionelle Stimmen diente.
Aus iranischen Webseiten ist ersichtlich, dass zum Beispiel die staatliche iranische Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Seda wa Sima am 14.10. über die Verhaftung von Ruhollah Zam berichtet hat. Der Direktor von Seda wa Sima wird direkt vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i ernannt und untersteht diesem.
Einzelheiten über das Geschehen wurden nicht bekannt gegeben. Es wird lediglich triumphierend davon berichtet, dass der Geheimdienst der Pasdaran eine erfolgreiche Operation gegen die westlichen Geheimdienste durchgeführt hätte.
Es heißt in Oppositionskreisen, dass Ruhollah Zam in ein dem Iran benachbartes Land gelockt, dort von Kräften des Geheimdienstes der Pasdaran entführt und im Iran verhaftet wurde.
Ein Telegram-Nachrichtenkanal namens „Axbare amniyatiye defa°i“ (Nachrichten über Sicherheit und Verteidigung), der den iranischen Geheimdiensten nahestehen soll, hat laut einem Bericht von Iran-Emrooz (das seinerseits auf die Deutsche Welle verweist), erklärt, dass Ruhollah Zam ab seinem Abflug aus Frankreich in ein dem Iran benachbartes Land vollständig unter der Aufsicht der iranischen Geheimdienstorgane stand. Es heißt weiter: „Er selbst und seine Begleiter sind mitsamt der Geräte, die sie dabei hatten, darunter Tablett, I-Phone, Computer etc. … ebenso wie die Kontrolle über den Kanal und die Webseite Amadnews und sämtliche Informationen, die von Individuen innerhalb des Irans an dieses konterrevolutionäre Medium geschickt worden, in die Gewalt der Revolutionswächter des Geheimdienstes der Pasdaran gelangt.“ Laut der englischen Wikipedia haben die Revolutionswächter selbst die Nachricht von Zam’s Verhaftung auf seinem Nachrichtenkanal platziert und damit deutlich gemacht, dass sie jetzt die Kontrolle übernommen haben.
Über die Rolle von Ruhollah Zam zu urteilen ist noch zu früh. Es gab immer wieder kritische Stimmen in der Opposition, die dessen Kanal „Amadnews“ als Werk des iranischen Geheimdienstes betrachteten. In deren Augen ist die jetzige Entführung eine Scheinoperation, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen, nachdem er seine Aufgabe erfüllt hat. Die Aufgabe hätte darin bestanden, Kontakte zur Opposition im Ausland aufzubauen und zugleich an deren Informationsquellen zu kommen. Ob diese Vermutung zutrifft, kann derzeit nicht berurteilt werden. Sicher ist aber, dass die iranischen Geheimdienstes sämtliche elektronischen Medien, die ihnen in die Hände gefallen sind, sorgfältig auswerten werden, um auf diesem Wege möglichst viel Informationen über ihre Gegner im In- und Ausland zu gewinnen. Die einzige Frage ist also nur, ob Ruhollah Zam die Rolle eines bewussten Mitarbeiters der Dienste spielte oder selbst ein Opfer war.

https://www.radiofarda.com/a/rohollah_zam_arrest_why_background/30215929.html
vom 22. Mehr 1398 (14. Oktober 2019)
chahar °amaliyate faribe jomhuriye eslami, az forude fuladwand ta ruhollah zam

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/81215/
vom 14.10.2019, 17:18
sepahe pasdaran: ruhollah zam-ra dastgir kardim (Deutsche Welle)

https://en.wikipedia.org/wiki/Ruhollah_Zam

https://news.gooya.com/2019/10/post-31055.php
Nachrichten der staatlichen iranischen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Seda wa Sima vom 14.10.2019:
https://youtu.be/yYD6Q8meIks

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Iran: Fundamentalist gibt Foltertod zu


Abdollah Ganji (Gandschi)

Abdollah Ganji (Gandschi) ist der Chefredakteur der Zeitung Jawan (Dschawan – Jung), dem Sprachrohr der Revolutionswächter (Pasdaran). Über diese Zeitung geben die Fundamentalisten den iranischen Hisbollahis Hinweise, welche Aktionen vom Regime erwünscht werden. Kürzlich war es zum Beispiel die „Anregung“, vor dem Parlament zu demonstrieren, dass die Frauen kein Recht haben sollen, ein Fußballstadion zu besuchen.
Am Sonntag, den 13. Oktober 2019, gab Abdollah Ganji der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ein Interview, in dessen drittem Teil er auf den Foltertod des iranischen Bloggers Sattor Beheschti einging. Sattor Beheschti war im Oktober 2012 von der iranischen Cyber-Polizei verhaftet worden und starb im November 2012 an den Folterungen in Haft. Seitdem kämpft seine Mutter vergeblich um eine Verfolgung der Täter.

Interview von IRNA mit Abdollah Ganji
Hier nun der Auszug aus dem Interview von IRNA mit Abdollah Ganji:
IRNA: Was genau war Ihre Ansicht zum Fall von Sattor Beheschti?
Ganji: Ich habe geschrieben und gesagt, dass dies eine gemeine Tat war. Das, was man mit ihm gemacht hat, war ein Verrat, und dagegen muss vorgegangen und die Bevölkerung informiert werden. Einige (von denen), die die Ursache für seinen Tod darstellen, hätten vor Gericht gestellt werden müssen. Dass jemand ins Gefängnis kommt und man dann so mit ihm umspringt, hat dem Ruf der Islamischen Republik sehr geschadet.
IRNA: Und zum Mord an Ali-Resa Schir-Ali Mohammadi vor einigen Monaten im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr?
Ganji: Da gibt es überhaupt nichts zu verteidigen. Ich schreibe auf Twitter darüber.
IRNA: Was ist ihre Meinung zur Absetzung des Generaldirektors der Gefängnisse nach diesem Mord?
Ganji: Meiner Meinung nach war das ein revolutionärer Akt.

Kommentar:
An dieser Meldung sind mehrere Dinge interessant.
Erstens handelt es sich nicht um einen Artikel der Zeitung Jawan (Dschawan). Das heißt, die fundamentalistischen Leser von Jawan sollen mit diesem Eingeständnis nicht angesprochen werden.
Zweitens handelt es sich um keine Äußerung, die Abdollah Ganji, der Chefredakteur von Jawan, von sich aus macht. Er antwortet auf Fragen der staatlichen Agentur IRNA. Damit geht auf den ersten Blick die Initiative von IRNA aus.
Das wirft die nächste Frage auf: Wer hat veranlasst, dass IRNA Abdollah Ganji diese Fragen stellt? Zu welchem Zweck?
Die Äußerungen von Ganji stellen eindeutig eine Distanzierung von diesen beiden Morden in Haft dar. Was wird damit bezweckt?
Und jetzt schauen wir uns die Äußerungen von Abdollah Ganji genauer an. Wieso verurteilt er den Foltermord von Sattor Beheschti? Weil es ein Verrat an der Islamischen Republik war. Weil es den Ruf der Islamischen Republik beschädigt hat. Genau darum geht es, um den Ruf des Regimes, nicht um sein Wesen.
Es ist sehr bezeichnend, dass Abdollah Ganji fordert, einige, die seinen Tod (= den von Sattor Beheschti) verursacht haben, hätten vor Gericht gestellt werden müssen. Wieso einige (pers. barxi), wieso nicht alle? Und wieso nennt Abdollah Ganji keine Namen? Was sind das für „Geständnisse“, bei denen an keiner Stelle konkret gesagt wird, was geschehen ist, bei denen nicht einmal das Wort „Folter“ vorkommt, und bei denen die Täter totgeschwiegen werden? Klar, einer von ihnen ist Sa‘id Mortasawi. Er wurde zwar wegen eines anderen Foltertodes (und nicht der einzige in seiner Karriere) zu Gefängnis verurteilt, zu zwei Jahren Gefängnis, wohlgemerkt, und wurde kürzlich freigelassen, nachdem er nichtmal ein Drittel der Strafe verbüßt hatte. Nein, Abdollah Ganji nennt keine Namen und keine Verantwortlichen, aber später kann er einmal sagen: Ja, ich habe die Untaten des Regimes auch kritisiert und beim Namen genannt.
Und das ist der letzte Punkt, der Aufmerksamkeit verdient: Wann beginnen diejenigen, die die energischsten Verfechter des Regimes sind, vorzubauen und sich Alibis zu fabrizieren? Doch wohl dann, wenn sie befürchten, dass sich das Ende des Regimes nähert und es an der Zeit ist, sich Gedanken über die eigene Zukunft in der Zeit danach zu machen…

https://news.gooya.com/2019/10/post-31044.php
vom 13.10.2019
modire ruznameye osulgera‘i, jawan: kari ke dar haqq sattor beheshti kardim xiyanat bud

zum Tod von Sattor Beheschti:
https://en.wikipedia.org/wiki/Sattar_Beheshti
http://alischirasi.blogsport.de/2014/03/17/iran-europa-die-alte-hexe/
http://alischirasi.blogsport.de/2013/11/04/iran-1-jahr-nach-dem-tod-des-webloggers/

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Iran – Maschhad: Iranisch-Schwedischer Staatsbürger in Haft

Abdolhossein Erfani Khaneghahi, bekannt auch als Farhad Erfani, war Anfang der 80-er Jahre nach der iranischen Revolution unter der Herrschaft von Imam Chomeini im Gefängnis. Nachdem er freigekommen war, floh er. Seit 1997 lebt Farhad Erfani nach Schweden, wo seine Frau und seine Tochter noch heute leben. Er veröffentlichte ein Buch über seine Gefängniserinnerungen unter dem Titel „Nekbat“. Das Buch wurde gedruckt und auch online veröffentlicht. Später besuchte Farhad Erfani hin und wieder seine Familie im Iran. Bei seinem letzten Besuch 2017 wurde er auf dem Flughafen verhaftet, als er wieder zurückfliegen wollte. Ihm wurden Gotteslästerung, Aufwiegelung und Propaganda gegen das Regime vorgeworfen, wobei vor allem Auszüge aus seinem Buch als Beweis dienten. Im Frühjahr 2018 wurde Farhad Erfani von der 4. Kammer des Revolutionstribunals von Maschhad zu 5 Jahren Gefängnis und 74 Jahren Peitschenhieben verurteilt, später wurde die Haftstrafe vom Berufungsgericht auf 3 Jahre Gefängnis reduziert, die Peitschenstrafe beibehalten. Die Auspeitschung wurde zu Beginn des Haftantritts vollstreckt. Das Geständnis des Gefangenen wurde unter der Drohung erzwungen, man werde seiner Familie in Schweden etwas antun. Aus dem selben Grund sollte er auch nichts über sein Urteil sagen. So kommt es, dass sein Fall erst in diesem Jahr publik geworden ist, und zwar aufgrund der Aussagen freigelassener Mitgefangener, die ebenfalls im Wakil-Abad-Gefängnis von Maschhad inhaftiert waren.
Eine Freilassung nach 2/3 der verbüßten Haftzeit, die jetzt um ist, wurde abgelehnt.

https://iranwire.com/en/features/5754
vom 7. Januar 2019
Is there an Unknown American Prisoner in Iran?

https://iranwire.com/en/features/6353
vom 7. Oktober 2019
Revealed: At Least Two More Dual Nationals in Iranian Prisons

von Niloufar Rostami

https://news.gooya.com/2019/10/post-30830.php
vom 7. Oktober 2019
sharayete doshware yek zendaniye gomname do tabe°iyati dar zendane wakil-abade mashhad

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Iran: 2 Hinrichtungen in Chusestan

Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Mehr hat Abd ol-Hamid Amonat Behbahani, der stellvertretende Leiter der Justizbehörde von Chusestan, am Sonntag, den 6. Oktober 2019 bekannt gegeben, dass zwei Personen hingerichtet wurden, die wegen der tödlichen Schüsse auf eine schiitische Trauerprozession vor vier Jahren zum Tode verurteilt wurden. Bis dahin hatte Behbahani nichts über den Prozess verlauten lassen. Laut eine Meldung von Amnesty International waren im Mai dieses Jahres zwei Iraner arabischer Volkszugehörigkeit namens Abdollah Karamollah Ka°b und Qasem Abdollah in diesem Verfahren zum Tode verurteilt worden. Das Urteil beruhte einzig auf den Geständnissen der beiden Männer. Die Geständnisse waren erzielt worden, indem die beiden Elektroschocks unterzogen wurden, elf Tage lang kopfüber von der Decke nach unten aufgehängt wurden und eine Scheinhinrichtung erleben mussten. Die sogenannten „Geständnisse“ widersprachen inhaltlich dem, was von Augenzeugen der damaligen Schüsse ausgesagt worden war.
In diesem Fall handelt es sich eindeutig um einen Justizmord. Da die Behörden wissentlich zwei Personen umgebracht haben, die nicht die Täter waren. Da sich die Maßnahme gegen die arabische Minderheit in Chusistan richtet, die mehrheitlich sunnitisch und nicht schiitisch ist, kann man davon ausgehen, dass dieses willkürliche Verfahren vor allem dazu dient, die gesamte arabische Bevölkerung der Region einzuschüchtern.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=192139
vom14. Mehr 1398 (6. Oktober 2019)
e°dame do nafar be ettehame tir-andazi be hey‘ate °azadari dar safi-abade dezful

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Iran: 40 Jahre Diktatur und noch immer kein Sturz in Sicht?

Der im Exil lebende iranische Journalist Abu l-Fazl Mohaqqeqi hat eine Reihe von iranischen Jugendlichen befragt, die jetzt ebenfalls im Ausland leben, was sie über die Lage der Jugendlichen im Iran zu sagen haben. Der hier zusammengefasste Artikel vom 30. September gibt ein Interview mit einem dieser Jugendlichen wieder, der erst vor kurzem den Iran verlassen hat.
Der Jugendliche umreißt kurz die gesellschaftliche Lage der Jugend. Da sind diejenigen, die im Rahmen der staatlichen Organe und der Strukturen der Geistlichkeit untergekommen sind und ein stabiles Auskommen haben. Von diesen soll hier nicht die Rede sein. Da sind die anderen, die aufgrund der prekären Lage der Eltern schon früh berufstätig werden, als Straßenhändler zum Beispiel, und jetzt von der iranischen Wirtschaftskrise voll getroffen werden. Da sind die inzwischen Millionen Drogenabhängigen unter Jugendlichen. Und da sind die Kinder der Mittelschicht, die zwar ein Studium absolviert haben, aber keine Arbeit finden. Aus dieser Schicht stammt auch der Interviewte. Er berichtet, wie belastend es für diese jungen Männer und Frauen ist, weiter auf der Tasche der Eltern zu liegen und weiter unter dem Dach der elterlichen Wohnung zu leben, ohne Aussicht, eine eigene Arbeit, ein eigenes Auskommen zu finden oder eine eigene Familie zu gründen. Partnersuche wird unter solchen Umständen sinnlos.
Gegen Ende des ausführlichen Artikels werden einige Fragen aufgeworfen, die für alle interessant sind, die sich fragen, wieso dieses Regime noch immer an der Macht ist.

Die Saat der Angst und die Rolle der Familie
„Du kannst auch nicht protestieren. Warum? Die Antwort auf Protest heißt Gefängnis, Folter und Tod. Alles Dinge, vor denen die Familien eine Heidenangst haben. Sie ziehen es vor, dass ihrer Kinder drogensüchtig werden, arbeitslos bleiben oder zu Hause hocken, als dass sie politisch aktiv würden. Sie verkaufen ihr ganzes Vermögen, vom Armband der Mutter bis zum Haus, um ihre Kinder – vor allem die Söhne – ins Ausland zu schicken.
Das größte Hindernis der Jugendlichen, auf die Straße zu gehen, sind die Familien. Sie haben auch Recht. Denn sie (ihre Eltern) haben ja erlebt, dass diese Regierung nicht vor brutaler Unterdrückung und Massakern zurückschreckt.
So sieht die Lage einer breiten Masse von Jugendlichen aus, die nicht auf Seiten der Regierung stehen und nirgendwo in den Regierungsinstitutionen und Behörden untergekommen sind, von den Bassidschis an den Schulen angefangen bis hin zu den „Islamischen Vereinen“ der Studenten und Dutzenden anderen Organen. (…)“

https://news.gooya.com/2019/09/post-30603.php
vom 30. September 2019
mosahebe wa goftegu ba chand jawan ba°d az faluye (engl. follow) 14 milyuni „tatalou“, Abu l-Fazl Mohaqqeqi

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Iran: Verfolgung konvertierter Christen

Derzeit ist der christliche Priester Jussef Nadarchani im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft. Er war 2009 wegen Abfalls vom rechten Glauben zum Tode verurteilt worden, weil er vom Islam zum Christentum übergetreten war. Nach Protesten aus dem Ausland wurde das Urteil in eine Gefängnisstrafe umgewandelt und der Vorwurf auf „Propaganda gegen das System“ abgeändert. Damals kam er nach Verbüßung der Haftstrafe zwar frei, wurde aber 1396 (2017/8) erneut verhaftet und zu 10 Jahren Gefängnis sowie 2 Jahren Verbannung nach Sistan und Balutschistan verurteilt.
Seinen beiden Kindern, die 15 und 16 Jahre alt sind, wird jetzt der Schulbesuch verweigert. Auch die Aushändigung der Zeugnisse der 9. Klasse ist bislang nicht erfolgt. Ihr Vater hatte versucht, sie als Christen registrieren zu lassen, was aber verweigert wurde. Die Kinder, die vom Staat weiterhin als Muslime behandelt werden, haben darauf den islamischen Unterricht nicht besucht, was dazu führte, dass die Behörden ihnen jetzt nicht mehr erlauben, weiter den Unterricht zu besuchen. Sie dürften höchsten noch als Gasthörer teilnehmen.
Ihr inhaftierter Vater hat daraufhin im Gefängnis den Hungerstreik eröffnet, um den weiteren Schulbesuch seiner Kinder einzufordern.

https://www.radiofarda.com/a/اعتصاب-غذای-یوسف-ندرخانی-در-اعتراض-به-ممانعت-از-تحصیل-فرزندانش-/30189722
vom 7. Mehr 1398 (29. September 2019)
e°tesabe ghazaye yusef nadarxani dar e°teraz be momane°at az tahsile farzandanash

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Iran: Politische Gefangene aus dem Ewin-Gefängnis schreiben ans Parlament

Eine Reihe von politischen Gefangenen, die im Ewin-Gefängnis von Teheran in Haft sind, schildern in einem offenen Brief an iranische Parlamentsabgeordnete, wie sich die Lage in Gefangenschaft für sie in letzter Zeit geändert hat. So schreiben sie, dass die zeitlichen Abstände zwischen den Besuchen vergrößert wurden und jetzt statt 1x in zwei Wochen auf 1x in drei oder vier Wochen verlängert wurden. Besuche zwischen Müttern und ihren Kindern wurden aufgehoben.
Der Empfang von Büchern oder anderen Druckerzeugnissen beim Besuch oder auf postalischem Weg wurde auch verboten.
Der Telefonkontakt nach außen wurde jetzt für jeden Gefangenen nur noch auf wenige festgelegte Nummern begrenzt.
Hinzu kommt, dass die politischen Gefangenen vermehrt mit nicht-politischen Gefangenen untergebracht werden, die zum Teil sehr gewalttätig oder drogenabhängig sind.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/81030/
vom 8. Mehr 1398 (30. September 2019)
nameye te°dadi az zendaniyane siyasi mahbus dar zendane ewin be nemayandegane majles

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Iran: Sippenhaft von Angehörigen von Regimekritikern

Masih Ali-Neschad war in der iranischen Frauenbewegung sehr aktiv und hat unter anderem die Bewegung der „weißen Mittwoche“ eingeführt. Die Idee war, dass die Frauen jeden Mittwoch in Weiß an die Öffentlichkeit gehen, um so symbolisch zum Ausdruck zu bringen, dass sie Freiheit für die Frauen fordern, unter anderem auch in der Frage der Kleidung.
Masih Ali-Neschad lebt inzwischen im Ausland. Das hält die iranischen Machthaber nicht davon ab, ihre Angehörigen zu verfolgen. So wurde nach Angaben von Masih Ali-Neschad ihr Bruder Ali Ali-Neschad vergangenen Dienstag, den 24. September 2019, von Beamten des Geheimdienstes abgeführt, nachdem diese dessen Wohnung durchsucht hatten. Das Laptop und Handy von Ali Ali-Neschad nahmen die Beamten ebenfalls mit. Angeblich will der Geheimdienst ihren Bruder über die Aktivitäten von Masih Ali-Neschad verhören. Masih Ali-Neschad hat keine Information, wo ihr Bruder festgehalten wird, ihre Mutter und die Familie ihres Mannes bekammen nur gesagt, dass sie keine Interviews geben dürften, das würde die Lage des Verhafteten noch verschlimmern.
Zeitgleich zu dieser Aktion drangen sieben Beamte des Geheimdienstes in die Wohnung des Ex-Ehemannes von Masih Ali-Neschad ein und nahmen den Bruder Hadi Lotfi und die Schwester Leyla Lotfi des Ex-Ehemannes mit. Ihr Ex-Ehemann lebt im Ausland und hat die Werke von Masih Ali-Neschad korrigiert und Korrektur gelesen. Seine beiden Geschwister haben nicht einmal Kontakt zu Masih Ali-Neschad, wie sie sagt.
Kommentar: Vielleicht beabsichtigen die iranischen Behörden mit ihren Formen der „Vernehmung“, einen Fall gegen Masih Ali-Neschad zu konstruieren, sozusagen einen Schau-Prozess, um Masih Ali-Neschad im Inland unglaubwürdig zu machen.

https://www.radiofarda.com/a/relatives-of-activist-masih-alinejad-arrested-by-security-forces/30183538.html
vom 30. Mehr 1398
bazdashte seh nafar az bastegane masih °ali-nezhad tawassote wezarate ettela°at

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Iran: Sepide Gholyan, 18 Jahre Gefängnis im Kampf für Arbeiterrechte


Der BBC hat kürzlich eine Tondatei zusammen mit einem kurzen Schreiben von Sepide Gholyan erhalten, die im Gefängnis von Qaretschak inhaftiert ist. Sie wurde wegen ihres Einsatzes für die Streikenden Arbeiter der Zuckerfabrik in Haft-Tape verhaftet und unter fabrizierten Vorwürfen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, wovon 7 Jahre unbedingt abzusitzen sind. Die Gefangene berichtet von den ständigen Schreien der Gefolterten, die zu ihr dringen. Sie berichtet davon, dass sie 16 Stunden lang in einer Zelle inhaftiert war, während in der Nachbarzelle ein Gefangener namens Ismail vom Verhörbeamten geschlagen und ständig aufgefordert wurde, ein Geständnis abzulegen. Ein Mitangeklagter im Verfahren gegen die streikenden Arbeiter von Haft-Tape hieß Ismail Bachschi. Was Sepide nicht wusste, war, dass Ismail zu diesem Zeitpunkt schon auf freiem Fuß war.
Der Verhörbeamte hatte von Sepide Gholyan verlangt, sie solle vor laufender Kamera erklären, dass sie getäuscht worden sei. Sepide berichtet. „Am ersten Esfand (12. Monat des iranischen Kalenders) kam der Verhörbeamte erneut ins Verhörzimmer und sagte zu mir: Ich mache dir einen Vorschlag. Du schminkst dich so, wie sonst auch, und hast die Haare so gefärbt, wie du willst, du trägst die Kleidung, die du magst, und brauchst nicht einmal ein Kopftuch tragen, alles ganz so, wie du willst, und so trittst du vor die Kamera und erklärst: „Ich bin reingelegt worden“. Hilf du uns, dass wir einen Dokumentarfilm darüber erstellen können, dass du getäuscht worden bist, dann helfen wir dir auch, dass du zu deiner Familie zurückkehrst. Anderenfalls stehen wir als die Dummen da und werden dir nie mehr die Gelegenheit geben, in die Freiheit zurückzukehren.“
Ein weiterer Grund, wieso Sepide Gholyan so eine drastische Strafe erhalten hat, könnte darin liegen, dass sie Lügen der Sicherheitsorgane entlarvt hat. Die Behörden hatten während des Streiks der Arbeiter von Haft-Tape bestritten, dass es Sondereinsatzkräfte gegen die Arbeiter gebe. Daraufhin war Sepide Gholyan an der Fassade der Verwaltung der Sicherheitsbehörden (Farmandari) hochgeklettert und hatte Aufnahmen von diesen Sondereinsatzkräften gemacht und veröffentlicht.
Sepida Gholyan klagt darüber, dass sie im Iran nichts gegen die Justiz des Landes unternehmen kann und sich auch nicht gegen den Rufmord wehren kann, den die staatlichen Medien gegen sie betreiben.
In ihrer Ton-Datei geht Sepide Gholyan auch auf die „blaue Frau“ (blau ist die Farbe der Fußballmannschaft, deren Fan sie ist), die sich vor dem Gebäude der Justizverwaltung in Teheran selbst angezündet hatte, um dagegen zu protestieren, dass sie wegen ihrer Teilnahme als Zuschauerin an einem Fußballspiel von der Justiz verfolgt wurde (Frauen dürfen im Iran als Zuschauerinnen ins Stadium, wenn dort nur Frauenmannschaften spielen). Diese Frau, sie hieß Sahar Chodayari, hatte gegenüber ihren Mitgefangenen bis zum Schluss erklärt, dass ihr Vater sie umbringen würde, wenn er von der Haftstrafe gegen sie (=Sahar Chodayari) erführe.
https://news.gooya.com/2019/09/post-30131.php
vom 15. September 2019
payame sepide qalyan (gholyan) az zendan

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190732
sepide qalyan (gholyan) az zendane qarechak: kabuse sedaye shekanjeha dar gusham qat° nemishavad / be man beguyid az qoveye qazaiye chetour shekayat konam + film
vom 24. Schahriwar 1398 (15. September 2019)

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Iran:Wut nach Tod des „blauen Mädchens


Sahar Khodayari

Quelle.Iran Journal
Sahar Khodayari, ein weiblicher iranischer Fußballfan, ist am Montag eine Woche nach ihrer Selbstverbrennung in einem Teheraner Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen.

Khodayari hatte am 12. März versucht, als Mann verkleidet das Stadionverbot für Frauen zu umgehen, um das Fußballspiel ihrer Lieblingsmannschaft Esteghlal in der asiatischen Champions League gegen Al-Ain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Teheran zu sehen. Die 29-Jährige fiel der Security jedoch auf und wurde am Eingang des Azadi-Stadions festgenommen. Sie musste zwei Tage in Untersuchungshaft verbringen und kam dann zunächst gegen eine Kaution von 50 Millionen Tuman, umgerechnet 5.000 Euro, frei.

Die Justiz leitete gegen Khodayari ein Verfahren wegen Beleidigung der öffentlichen Ordnung und Widerstand gegen die Polizei ein. Am 2. September erfuhr sie nach ihrer ersten Anhörung, dass ihr bis zu sechs Monate Haftstrafe drohten. Nach dem Verlassen des Revolutionsgerichts in Teheran übergoss sich die junge Frau mit Benzin und zündete sich an.

Khodayari wird in den sozialen Netzwerken nach der Farbe ihrer Lieblingsmannschaft Esteghlal als „blaues Mädchen“ bezeichnet. Unter dem Hashtag „Blaues Mädchen“ prangern nun Tausende Iraner*innen das Zutrittsverbot für Frauen in Sportstadien als „mittelalterliche und menschenrechtsfeindliche“ Maßnahme an und fordern deren Aufhebung. Die Abgeordnete Parvaneh Salahshouri schrieb auf Twitter: „Wo Männer die Grundrechte von Frauen missachten und Frauen diese Unterdrückung offenbar unterstützen, sind alle an der Selbstverbrennung von Sahar mitschuldig.“

Auch prominente Sportler äußern ihre Trauer um Khodayari. Der ehemalige Fußballspieler Ali Daei postete auf Instagram ein blau gefärbtes Foto, auf dem ein Mädchen zu sehen ist, das einen Ball in der Hand hält und mitten in einem Stadion in Flammen steht.
Quelle.Iran Journal

http://iranjournal.org/news/iran-wut-tod-blaues-maedchen
vom 10.09.2019
Es fällt auf, dass die Webseite Iran Journal den persischen Begriff „doxtar“ mit Mädchen übersetzt, obwohl es sich laut eigenen Angaben des Artikels um eine 29-jährige Frau handelt. Dahinter steht noch immer die sexistische Verwendung des Begriffs „doxtar“ für Jungfrau, die in Deutschland nicht mehr üblich ist.

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Iran: Milde für Folterer und Mörder Said Mortasawi


Links Said Mortasawi, neben zwei Geistlichen

Wir hatten schon öfter von Sa°id Mortasawi (Mortazavi) berichtet, der im Laufe seiner Kariere eine iranisch-kanadische Journalistin zu Tode gefoltert hatte und einer der Verantwortlichen der Folterungen im Kahrisak-Gefängnis war. Er wurde vom damaligen Präsidenten Ahmadineschad aus der Schusslinie geholt und als Direktor der staatlichen Sozialversicherung eingesetzt, den er als Selbstbedienungsladen auffasste und so ein Teil des Budgets in seine Taschen wandern ließ. Was ihm letztlich zum Verhängnis wurde, war wohl die Tatsache, dass Dr. Abdolhossein Ruh-ol-Amini, der Vater eines jungen Mannes, der in Kahrisak zu Tode gefoltert wurde, Berater des religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i war. Und der ließ nicht locker, bis Sa°id Mortasawi tatsächlich vor Gericht gestellt und zu letztlich 2 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die musste er auch nicht gleich antreten, und wie sich zeigt, sind seine Seilschaften nicht untätig geblieben. Er hat noch nichtmal ein Drittel seiner Haftstrafe verbüßt und ist jetzt schon wieder auf freiem Fuß.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190369
vom 18. Schahriwar 1398 (9. September 2019)
°aks / sa°id mortazavi qatele kahrizak wa dozde gharatgare sazemane ta‘mine ejtema°i be aghushe xanewadeye dozdan bazgasht

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Iran: Jahrzehnte Gefängnis für Arbeitervertreter


Am Sonntag, den 8. September 2019, wurden die Urteile gegen Vertreter der streikenden Arbeiter von Haft-Tape bekannt gegeben.
Esmail Bachschi, ein Arbeitervertreter aus Haft-Tape, wurde zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.
Sepide Qaliyan, eine Arbeiteraktivistin, erhielt 19 Jahre und 6 Monate Gefängnis.
Mohammad Chanifar, Arbeiter von Haft-Tape, muss für 6 Jahre hinter Gitter.
Die Mitarbeiter der Zeitschrift „Gam“, die sich gegen die Todesstrafe und für die streikenden Arbeiter ausgesprochen hatte, wurde ebenfalls mit schweren Haftstrafen belegt: Amir Hossein Mohammadi-Fard, Sanaz Elahyari, Asal Mohammadi und Amir Amir-Qoli wurde zu je 18 Jahren Gefängnis verurteilt.
Von den verhängten Gefängnisstrafen müssen Esmail Bachschi mindestens sieben Jahre, Sepide Qalyan mindesten acht Jahre und die vier Mitarbeiter der Zeitschrift „Gam“ mindestens sieben Jahre im Gefängnis verbüßen.
Die auch für iranische Verhältnisse harten Gefängnisstrafen führten zu Protesten unter freien Gewerkschaften und dem Schriftstellerverband.

https://www.radiofarda.com/a/protests-over-prolonged-prison-sentence-for-labor-activists/30152580.html
vom 17. Schahriwar 1398 (8. September 2019)
e°teraze sendikaye kargarane haft-tape be ahkame sangin °aleyhe fa°°alane kargari

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Iran: Abgeordnete fordert „Islamische Milde“ für inhaftierte Demonstrantinnen vom 1. Mai

Parwane Salahschuri, Abgeordnete für Teheran im iranischen Parlament, hat am Sonntag, den 1. September, im Parlament die Inhaftierung von drei jungen Frauen namens Nuschin Dscha°fari, Marsiye Amiri und °Atefe Rangris kritisiert und „islamische Milde“ für diese Frauen gefordert.
Parwane Salahschuri sagte vor den Abgeordneten: „In diesen Tagen verlangen mehrere junge Frauen im Gefängnis Gerechtigkeit. In Artikel 27 des iranischen Grundgesetzes ist die Versammlungsfreiheit verankert. Aber als zum Tag der Arbeit im Umkreis des Parlaments eine Versammlung mit gewerkschaftlichen Forderungen der Arbeiter stattfand, wurde eine ganze Reihe von Menschen verhaftet. (…) Einige der Inhaftierten wurden nach einiger Zeit wieder freigelassen, aber noch immer ist eine Reihe von ihnen im Gefängnis. Vor kurzem wurde das Urteil gegen Marsiye Amiri und °Atefe Rangriz verkündet. Gegen sie wurden sehr schwere Strafen in der Höhe von 10 und 11 Jahren Gefängnis verhängt, mit der Zusatzstrafe der Auspeitschung. Und dies dafür, dass sie an einer öffentlichen Kundgebung auf der Straße teilgenommen hatten.“ Sie verwies darauf, dass Millionenbetrüger mit vergleichbaren Strafen davonkommen.

https://news.gooya.com/2019/09/post-29674.php
vom 1. September 2019
salahshuri: seh doxtar tanha be dalile hozur dar yek e°teraze ejtema°i bayad 10 sal zendan berawand; in ast °edalate eslami

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Iran:Mohammad Rasoulof ist zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt


Mohammad Rasoulof
Der iranische Berufsverband der Filmschaffenden „Haus des Kinos“ hat den Justizchef des Iran am Dienstag in einem offenen Brief aufgefordert, das Urteil gegen den renommierten Regisseur Mohammad Rasoulof zu überdenken. Der Verband erwarte, dass die Justiz bei Themen, die unmittelbar die künstlerischen Aktivitäten der Filmschaffenden beträfen, keine „skandalösen Urteile“ fälle, heißt es in dem Schreiben.

Der Regisseur ist am 20. Juli in Teheran wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit und Propaganda gegen die islamische Regierung“ zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Außerdem wurden gegen den 47-Jährigen ein Ausreiseverbot von zwei Jahren sowie ein ebenfalls zweijähriges Verbot der Beteiligung an politischen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten verhängt.

Rasoulof ist für seine kritischen Filme bekannt. Vor allem seine letzten drei Werke „Auf Wiedersehen“, „Manuscripts Don’t Burn“ und „A Man of Integrity – Kampf um die Würde“ sorgten international für großes Aufsehen.

2017 ist Rasoulof bei den Filmfestspielen in Cannes für seinen Film „Lerd“ mit dem Preis „Un Certain Regard“ ausgezeichnet worden. Mit dem Nachwuchspreis werden junge Talente oder innovative Filme geehrt. In dem Film hatte der regimekritische Regisseur die Korruption im Iran aufgegriffen. Bei seiner Rückkehr wurde Rasoulof am Imam-Khomeini-Flughafen in Teheran sein Reisepass abgenommen. Seitdem darf er das Land nicht mehr verlassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Rasoulof wegen seiner Filme bestraft wird. Bereits 2010 wurde er festgenommen, als er mit seinem Kollegen Jafar Panahi einen Dokumentarfilm über Folterungen und Morde im Kahrizak-Gefängnis drehen wollte, und wegen „Propaganda gegen den Staat“ zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde später auf ein Jahr verkürzt.

http://iranjournal.org

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