Archiv der Kategorie 'Gefängnis'

Iran: Mitgefangene aus den Arbeiterprotesten sagt aus


Assal Mohammadi

Assal Mohammadi ist eine Studentin, die in Teheran aus Solidarität mit den streikenden Arbeitern in Ahwas und Haft-Tape protestiert hatte und deshalb verhaftet wurde. Sie wurde von den Behörden nach Schusch verschleppt – nahe zur irakischen Grenze, und dann in einen Haftort des Geheimdienstes von Ahwas gebracht.
Assal Mohammadi wurde nach einem Monat Gefängnis gegen eine beträchtliche Kautionszahlung freigelassen und hat jetzt in einem offenen Brief geschildert, wie sie in der Haft Zeugin der Folterung von Sepide Qalyan und Esma°il Bachschi wurde. Dies ist in mehrerer Hinsicht von Bedeutung. Ihre Zeugenaussage widerspricht der Behauptung der Behörden der Provinz Chusestan, Esma°il Bachschi sei in Haft nicht gefoltert worden (wir hatten kürzlich davon berichtet). Ihre Aussage zeigt auch, dass selbst Personen in ihrer gefährlichen Lage – sie lebt weiterhin im Iran und kann jederzeit wieder verhaftet werden, weiter an die Öffentlichkeit gehen. Denn sie wissen, dass es im Land eine interessierte Öffentlichkeit gibt, die stärker ist als die Machthaber.


Sepide Qalyan und Esmail Bachschi
In ihrem offenen Brief schreibt Assal Mohammadi: „Am sechsten Tag meiner Haft in Ahwas wurde ich in eine kleine, feuchte Zelle verlegt, in der sieben Gefangene untergebracht waren. Eine von ihnen war Sepide Qalyan (Sepide Qalyan hatte den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt und war dann aus dem Bus heraus verhaftet worden. Vgl. unsere Nachricht vom 26. November 2018). Ich brauchte einige Zeit, bis ich ihr Gesicht wieder erkannte. Ich konnte es nicht fassen, dass ihr fröhliches Gesicht in so kurzer Zeit so knöchern und abgemagert aussehen konnte. Am Nacken waren noch blaue Flecken zu sehen. An ihren Händen sah man Kratz- und Schürfwunden. Sie erzählte mir von den Repressalien, die sie in den 21 Tagen ihrer Haft (bis dahin) erlitten hatte. (…) Ich war selbst Zeugin, wie sie stundenlang verhört wurde, von zehn Uhr morgens bis Mitternacht. Das wiederholte sich Tag für Tag. Ich hörte das Brüllen und die Beleidigungen des Verhörbeamten aus dem Nachbarraum. Ich habe erlebt, wie sie so einen Druck auf sie ausübten, ein erfundenes Geständnis abzulegen, dass sie sich mit den Händen das Gesicht zerkratzte und sich den Tod wünschte.“
„Ich habe das lange Husten und die Atemnot von Esmail (Bachschi) aus dem benachbarten Verhörraum gehört und wie sich die Beamten über ihn lustig machten (…). Es war schmerzlich zu wissen, dass dieser aufrechte Kollege im Raum nebenan gequält wird und ihm ein Minimum an medizinischer Behandlung verweigert wird. (…) Ich bin bereit dazu, darüber Zeugnis abzulegen, was ich gehört und gesehen habe.“

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=90953
vom 24. Dey 1397 (14.1.2019)
shahadat-nameye °asal mohammadi: shahede sewome shekanje

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Narges Mohammadi und Nasanin Sagheri im Hungerstreik


Nasanin Sagheri (links) und Narges Mohammadi (rechts)

Am heutigen Montag sind zwei politische Gefangene im Iran für drei Tage in den Hungerstreik getreten, um gegen die Verweigerung angemessener medizinischer Behandlung zu protestieren. Die Menschenrechtsaktivisten Narges Mohammadi war zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie leidet an einer Lungenembolie und an Muskellähmung.
Nasanin Sagheri (Nazanin Zagheri-Ratcliffe) betrieb in Großbritannien eine Webseite und wurde bei einem Besuch im Iran verhaftet. Bei ihr wurde ein Knoten in der Brust entdeckt.
In beiden Fällen verweigern die Gefängnisbehörden eine Behandlung der Kranken im Krankenhaus.
https://www.radiofarda.com/a/zaghari-narges-mohammadi/29708930.html
vom 24. Dey 1397 (14.1.2019)
aghaze e°tesabe ghadha-ye seh ruze nargese mohammadi wa nazanin zagheri

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Haft-Tape: Arbeiterführer gefoltert


ein altes Foto von Ismail Bachschi

Trotz gegenteiliger Behauptungen des Provinzgouverneurs von Chusestan, Gholamresa Shariati, der inhaftierte Gewerkschaftsaktivist Ismail Bachschi sei nicht gefoltert worden, sprechen die Indizien von etwas anderem. Am 22. Dezember 2018 wurde bekannt, dass es bis dahin nicht möglich war, mit Ismail Bachschi Kontakt aufzunehmen, obwohl der Inhaftierte zehn Tage zuvor gegen eine Kaution von 400 Millionen Tuman freigelassen worden war.
Einem iranischen Journalisten namens Shahed Alawi ist es gelungen, einen Angehörigen des Freigelassenen zu finden, der bereit war, Näheres zu dessen Lage zu berichten.
Demnach wies Ismail Bachschi blaue Flecken und Schwellungen am Kopf und im Gesicht auf, als er freigelassen wurde. In Haft wurde er mit dem Knüppel auf die Hoden geschlagen, und zu den schweren Körperverletzungen, die ihm die Beamten zufügten, kommt noch hinzu, dass sie ihm Psychopharmaka verabreichten, die u.a. halluzinogene Wirkung haben.
Die Schmerzen durch die Folterung wie auch die Wirkung oder Nebenwirkung dieser Substanzen halten auch nach der Freilassung noch an, so dass Ismail Bachschi nicht in der Verfassung ist, Kontakt nach Außen aufzunehmen. Außerdem wurde ihm mit erneuter Inhaftierung gedroht, falls er Interviews gebe. Auch auf die Gewerkschaftsaktivisten, die mit ihm zusammen den Streik bei der Zuckerfabrik von Haft-Tape durchführten, übten die Organe Druck aus. Sie drohten, wer mit ihm Kontakt aufnehme, werde gleichfalls inhaftiert. Das führt dazu, dass Ismail Bachschi ziemlich isoliert ist. Hinzu kommt, dass die Behörden ihn aus der Arbeit entlassen haben, so dass er keinen Lohn mehr erhält, und außerdem seine Konten gesperrt haben, so dass er weder an sein Geld kommt noch ihm Geld überwiesen werden kann. Dies hat zur Folge, dass er akut an Geldmangel leidet und auch nicht den Arzt oder Medikamente bezahlen kann, die er in dieser Lage benötigt. Aufgrund dieses Vorgehens der Behörden ist eine baldige Besserung nicht zu erwarten.
Die Behörden sind zwar rasch am Dementieren, wenn es um Foltervorwürfe geht, aber zugleich behindern sie aktiv jegliche Kontaktaufnahme von Journalisten, auch inländischen Journalisten, mit ihm. Das bedeutet, dass die Behörden selbst nicht die Möglichkeit zulassen, ihre Behauptungen zu bestätigen. Und das wiederum lässt den Schluss zu, dass sie selbst wissen, dass ihre Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=172449
vom 1. Dey 1397 (22. Dezember 2018)
shekanje-ye esma°il baxshi dar zendan, az batum zadan be beizeha ta xorandane qorshaye tawahhom-za

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Ahwas: Dutzende von Stahlarbeitern verhaftet


Protest der Stahlarbeiter in Ahwas

Gestern Nacht wurden mehrere Dutzend streikende Stahlarbeiter in Ahwas von den sogenannten Sicherheitskräften verhaftet und an unbekannte Orte gebracht. Darauf demonstrierten die Stahlarbeiter heute vor dem Sitz des Geheimdienstes in Ahwas. Bei der Demo wurden zwei weitere Arbeiter verhaftet. Die Arbeiter forderten die Freilassung ihrer inhaftierten Kollegen. Bislang sind die Namen von 31 inhaftierten Stahlarbeitern bekannt.
Der Parlamentsabgeordnete von Ahwas verurteilte die Inhaftierung der Arbeiter und forderte, dass die Arbeiter angehört werden und man sich um ihre Sorgen kümmern solle.

https://news.gooya.com/2018/12/post-21609.php
vom 17.12.2018
bazdashte dahha tan az kargarane sherkate fulade ahwaz, ehraze howiyate 31 tan az bazdashtshodegan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Qom: Tod eines politischen Gefangenen nach Hungerstreik


Wahid Sayyadi Nassiri

Vergangenen Mittwoch wurde bekannt, dass Wahid Sayyadi Nassiri nach einem Hungerstreik, den er gegen die Art der Unterbringung im Gefängnis von Qom abhielt, ums Leben gekommen ist. Wahid Sayyadi Nassiri war vor drei Jahren aufgrund politischer Vorwürfe verhaftet worden. Ihm wurde wegen seiner Veröffentlichungen im Internet und namentlich auf Facebook
„Blasphemie, Beleidigung des Führers der Islamischen Republik Iran und Propaganda gegen das System“ vorgeworfen. Er wurde deshalb zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil verbüßte er im Ewin-Gefängnis von Teheran und im Radscha‘i-Schahr-Gefängnis von Karadsch, bis er aufgrund einer Neujahrsamnestie nach zweieinhalb Jahren Haft freigelassen wurde.
Aber schon wenige Monate später wurde er vom Geheimdienst der Stadt Qom erneut verhaftet und erst ins Faschafuye-Gefängnis eingeliefert und von dort wenig später ins Saheli-Gefängnis von Qom verlegt. Im Gefängnis wurde das Grundprinzip, die Gefangenen nach der Art ihrer Straftaten zusammenzusperren, nicht eingehalten, wogegen er einen Hungerstreik eröffnete. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich so, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er verstarb.

https://www.radiofarda.com/a/vahid-sayyadi-nasiri-died-after-hunger-strike/29652535.html
vom 21. Adhar 1397 (12. Dezember 2018)
yek zendaniye siyasi bar athare e°tesabe ghadha dar zendane qom jan baxt

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Gefängnisbesuch bei Esmail Bachschi und Sepide Qalyan

Für Sepide Qalyan wurde ein Monat Untersuchungshaft angeordnet, weil sie sich solidarisch mit den streikenden Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape zeigte. Esmail Bachschi, ist ein Vertreter der streikenden Arbeiter der Zuckerrohrfabrik in Haft-Tape und befindet sich ebenfalls in Haft. Beide konnten nun kurz von Angehörigen besucht werden.

Die Angehörigen berichten, dass sie beide Inhaftierte als schwach und sowohl physisch als auch psychisch stark unter Druck erlebt haben. Diesen Eindruck hatten auch andere, vorherige Besucher, die das gleiche über die beiden berichteten.

Beide wurden offenbar geschlagen. Esmail Bachschi hat auf seiner Stirn einen blauen Fleck, der von Schlägen herrührt.

Sie befinden sich zur Zeit beide in Einzelhaft. Sie wussten, als sie den Besuch bekamen, nicht, ob es zu einer Tages- oder Nachtzeit war.

Esmail Bachschi und Sepide Qalyan wurde von den Angehörigen gut zugesprochen. Sie sollten sich noch etwas gedulden. Als sie von den zahlreichen Solidaritätsbekunden und Demonstrationen für ihre Freilassung hörten, freuten sie sich.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Haft-Tape: Verhaftung von Arbeitervertretern


Ali Nedschati, Arbeitervertreter von Haft-Tape

Von iranischen Gewerkschaften wurde der Vorwurf erhoben, dass Esmail Bachschi, ein inhaftierter Vertreter der streikenden Arbeiter der Zuckerrohrfabrik in Haft-Tape, in Haft so schwer gefoltert wurde, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die iranischen Justizbehörden haben diese Meldung umgehend dementiert. Dies ist nicht erstaunlich, da die Justiz im Iran nicht die Rolle eines unabhängigen Kontrolleurs staatlichen Handels spielt, sondern vor allem dazu dient, staatliche Verbrechen zu vertuschen.
Es wurde außerdem bekannt, dass vergangenen Donnerstag ein weiterer Arbeitervertreter von Haft-Tape inhaftiert wurde, und zwar Ali Nedschati.

https://www.radiofarda.com/a/iran_shoosh_ali_nejati_esmail_bakhshi_workers_hafttapeh/29628184.html
vom 8. Adhar 1397 (30. November 2018)
bazdashte °aliye nejati, esma°ile baxshi „be dalile shekanje be bimarestan montaqel shod“

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Haft-Tape: Arbeiter fordern Enteignung


Protestzug der Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape im nahegelegenen Schusch

Die streikenden Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape fordern außer der Zahlung ihrer Löhne die Enteignung des jetzigen Eigentümers der Fabrik und einen Rücktransfer der Firma an den Staat. Außerdem verlangen sie die Entlassung eines noch immer inhaftierten Arbeitervertreters. Am gestrigen Sonntag zogen sie in einem langen Protestzug durch die Straßen von Schusch und suchten die Unterstützung der Bevölkerung:

Hamschahri be gusch basch, ma kargarim na oubasch.
Mitbürger, hör zu, wir sind Arbeiter, keine Banditen.

Wie inzwischen bekannt wurde, hat Sepide Qalyan, die wegen ihrer Solidarität mit dem Arbeiterstreik verhaftet wurde, am Sonntag ihrer Familie mitgeteilt, dass gegen sie für einen Monat Untersuchungshaft angeordnet wurde.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=90108
vom 4. Adhar 1397 (25. November 2018)
kargarane neyshekare haft-tape dar bist-o-yekomin ruze e°tesab

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Haft-Tape: Sepide Qalyan wegen Solidarität mit Arbeitern verhaftet


Sepide Qalyan

Die bürgerrechtlich aktive Sepide Qalyan war am Sonntag, den 18. November 2018, von einer Sondereinheit zusammen mit mehreren Arbeitern verhaftet worden. Ihre „Straftat“ bestand darin, den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt zu haben. Sie wurde aus dem Bus heraus verhaftet und erst einen Tag in Schusch in Haft gehalten, dann wurde sie in das Gefängnis des Geheimdienstes der Pasdaran nach Ahwas verlegt. Aufgrund der Proteste der Arbeiter wurden einige Arbeitervertreter nach ein paar Tagen freigelassen, Sepide Qalyan und der Arbeitervertreter Esma°il Bachschi sind aber weiterhin in Haft, obwohl den Arbeitern von den Behörden zugesichert worden war, alle würden freigelassen. Der Geheimdienst hat vergangenen Montag auch die Wohnung von Sepide Qalyan durchsucht und einige Privatgegenstände von ihr beschlagnahmt. Bislang durfte sie nur kurz Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170440
vom 2. Adhar 1397 (23. November 2018)
gozareshi az bazdashte sepide qalyan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Ahwas: Stahlarbeiter fordern sofortige Freilassung der Gewerkschafter in Haft-Tape

Im Iran ist derzeit etwas im Entstehen, was an die Bildung der Gewerkschaft Solidarnosc in Polen erinnert, die das Ende des sogenannten Sozialistischen Staates einläutete. Die Inhaftierung der 16 Betriebsratsmitglieder der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape hat nicht nur zur Solidarisierung von Studenten in Teheran und Lehrern in Kermanschah geführt, die Stahlarbeiter von Ahwas sind heute vor den Sitz des Leiters der Sicherheitsbehörden der ganzen Provinz Chusestan gezogen und haben die sofortige Freilassung der inhaftierten Arbeiter gefordert.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170102
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
film / tajammo°e kargarane goruhe melliye fulade ahwaz moqabele farmandari ke xastare azadiye fouriye kargarane bazdashtshode neyshekare haft-tape hastand, doshanbe 28 aban 97

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Haft-Tape: Sitzstreik der Arbeiter vor dem Gericht in Schusch


Sitzstreik der Arbeiter vor dem Gericht in Schusch

Wir hatten berichtet, dass am Sonntag der Betriebsrat der Arbeiter der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape verhaftet wurde. Die Arbeiter haben darauf zusammen mit ihren Familien am heutigen Montag einen Protestzug zur nahegelegenen Stadt Schusch unternommen und einen Sitzstreik vor dem Gericht des Stadtkreises Schusch eröffnet, um die Freilassung der inhaftierten Arbeiter zu fordern.

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass die Behörden es abgelehnt haben, den Rechtsanwalt, der eine Vollmacht der inhaftierten Arbeiter besitzt, zum Verfahren zuzulassen. Als Begründung wurde angegeben, dass der Prozess „Fragen der Staatssicherheit“ betreffe. Die Behörden haben eine beschränkte Liste von Anwälten, die in solchen Verfahren zugelassen werden. Man darf davon ausgehen, dass die Behörden eine ihnen genehme Auswahl getroffen haben. Soweit zum Recht auf freie Wahl des Anwalts im Iran.


Die Demo in Schusch – keine kleine Sache

https://www.radiofarda.com/a/iran_shoosh_hafttapeh_sugar_factory_strike_demonstration/29608484.html
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
kargarane haft-tape baraye azadiye bazdashtshodegan bast neshastand

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89953
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
seyle kargaran dar barabare dadgahe shush

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Haft-Tape: Alle Betriebsratsmitglieder verhaftet


Während der für die Lohnunterschlagung und andere Delikte verantwortliche Eigentümer der Zuckerrohrfabrik in Haft-Tape laut Angaben eines Staatsanwalts flüchtig sein soll, während andere staatliche Stellen behaupteten, er sei festgenommen worden, wird deutlich, wogegen sich die Staatsmacht tatsächlich richtet. Der Betriebsrat der streikenden Arbeiter der Zuckerrohrfabrik wurde am Sonntag vollständig verhaftet, es soll sich um 16 Personen handeln. Es ist anzunehmen, dass der flüchtige Eigentümer aus dem Dunstkreis der Pasdaran stammt und seine Schäfchen schon längst ins Trockene gebracht haben – er soll auch gegen die staatlichen Devisenbestimmungen verstoßen haben – während die Opfer seiner Betrügereien nun auch noch ins Gefängnis wandern. Der Anwalt der Inhaftierten hat bislang noch keine Auskunft über die Vorwürfe erhalten, die gegen die Betriebsratsmitglieder erhoben werden.


Liste der verhafteten Betriebsratsmitglieder der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89933
vom 27. Aban 1397 (18. November 2018)
tamamiye a°zaye majma°e nemayandegane kargariye haft-tape bazdasht shodand

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Ahwas: Massenhinrichtung arabischer Häftlinge

Am 22. September 2018 war in Ahwas ein Anschlag auf eine Militärparade verübt worden, bei dem laut amtlichen Angaben 25 Menschen ums Leben kamen. Schon damals fiel auf, dass die Attentäter zwar auf einfache Soldaten schossen, nicht aber auf die Generäle und Geistlichen, die auf der Ehrentribüne saßen. Das erweckte den Eindruck, dass es sich um einen „bestellten Anschlag“ handelte. Und tatsächlich diente der Anschlag auch als Vorwand für eine umfangsreiche Razzia und Verhaftungswelle gegen arabischsprachige Aktivisten in Ahwas. Die staatlichen Behörden berichteten dann, es seien 22 Personen verhaftet worden, die verdächtigt seien, am Anschlag beteiligt gewesen zu sein.
Diese 22 arabischen Gefangenen wurden jetzt am 8. November in einem Gefängnis in Ahwas heimlich hingerichtet. Den Angehörigen wurde verboten, eine Trauerfeier für die Hingerichteten abzuhalten, sie sollten auch keinerlei Interviews zu dieser Tatsache geben.
Es ist auffällig, dass hier die Zahl der Inhaftierten identisch mit der Zahl der Hingerichteten ist. So als wäre der Verdacht schon ausreichend, um die Tatbeteiligung zu beweisen. Für den kurzen Prozess und die rasche Hinrichtung gibt es vielleicht eine wesentlich einfachere Erklärung: Die angeblichen Täter hatten gar nichts mit dem Vorfall zu tun, und damit niemals mehr herauskommt, dass sie vielleicht ein Alibi etc. hatten, hat man sie einfach hingerichtet. Dann muss man auch nicht weiter nachforschen, wer wirklich dahinter steht.
Das ganze riecht nach einem politischen Mord, der die Stimmung im Lande weiter vergiftet und dazu führt, dass die arabische Minderheit von diesem Staat nichts mehr wissen will. So zerfallen Staaten.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89836
vom 20. Aban 1397 /11. November 2018
ehtemale e°dame te°dadi az fa°°alane °arabe ahwazi

https://rahekargar1358.wordpress.com/2018/11/11/mary-10625/
vom 11.11.2018
e°dame daste-jam°y wa maxfiyaneye 22 nafare mottaham be dast dashtan dar hamleye teruristiye ahwaz

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Entführter Lehrer Haschem Chastar freigelassen


Haschem Chastar zusammen mit seiner Frau nach seiner Freilassung

Wir hatten berichtet, dass die sogenannten Sicherheitsorgane den gewerkschaftlich aktiven, im Ruhestand befindlichen Lehrer Haschem Chastar entführt hatten und die Angehörigen über seinen Aufenthaltsort im Ungewissen gelassen hatten. Später stellte sich heraus, dass er zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde. Proteste von Lehrergewerkschaften und anderen Gruppen hatten jetzt Erfolg. Sie führten zur Freilassung von Haschem Chastar. Dieser bedankt sich in einer Grußbotschaft an die Unterstützer und hofft, dass auch anderen Gefangenen diese Unterstützung zuteil wird.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89822
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
payame hasheme xastar be mardome iran pas az azadi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Gewerkschafter erst „verschwunden“, dann zwangspsychiatrisiert

Am 30. Oktober erschien eine Erklärung des Koordinationsrats der Lehrergewerkschaften des Irans, in der gegen das Verschwindenlassen des pensionierten Lehrers und Gewerkschaftsaktivisten Haschem Chastar protestiert wurde. Wie der Koordinationsrat weiter schreibt, stellte sich dann heraus, dass er zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen wurde, was auf ein Zusammenspiel der sogenannten Sicherheitskräfte und der Justiz hindeutet.
Heute, den 5. November, haben sich eine Reihe von Lehrern und Angehörigen des Zwangspsychiatrisierten vor dem Ebne-Sina-Krankenhaus (Avicenna-Krankenhaus) von Maschhad versammelt. Es handelt sich dabei um eine psychiatrische Klinik. Haschem Chastar wird dort in einer Abteilung festgehalten, in der er keinen Besuch empfangen darf.
Angesichts des Protests wurde das Krankenhaus von sogenannten Sicherheitskräften umzingelt, mindestens acht Personen, darunter auch die Ehefrau und ein Sohn von Haschem Chastar wurden festgenommen und mit einem Polizeiauto weggebracht.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169119
vom 14. Aban 1397 (5. November 2018)
tajammo° moqabele bimarestane ebne sinaye mashhad dar e°teraz be bazdasht wa bastari kardane hashem xastar dar bande bimarestane mamnu° ol-molaqat + film

http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1033&Id=1208&pgn=
vom 8. Aban 1398 (30. Oktober 2018)
bayaniyeye shouraye hamahangiye tashkilhaye senfiye farhangiyane iran dar e°teraz be robudane mohandes hashem xastar

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email