Archiv der Kategorie 'Gefängnis'

Iran: Baha‘is wieder im Visier

Die religiöse Minderheit der Baha‘is, die im Iran ca. 300.000 Anhänger hat und von der iranischen Verfassung nicht als legale Religion anerkannt wird, war seit Beginn der Revolution im Jahre 1979 immer wieder Gegenstand von Verfolgungen. In letzter Zeit mehren sich die Berichte von Verhaftungen unter den Baha‘is. So wurden kürzlich Baha‘is in Schiras und Karadsch verhaftet, jetzt ist die Rede von sieben Verhaftungen unter den Baha‘is in Baharestan, einem Ort 20 km südlich von Isfahan. Die Verhaftungen wurden am 23. September von den Sicherheitskräften durchgeführt. Die Angehörigen wissen weder, wohin die Verhafteten gebracht wurden noch was ihnen vorgeworfen wird. Dieses Vorgehen fällt unter die UN-Definition von „Verschwindenlassen“, denn die Angehörigen haben ein Recht darauf, den Aufenthaltsort des Verhafteten zu erfahren.

Baharestan 20 km südlich von Isfahan
Schiras und Karadsch
http://www.akhbar-rooz.com/news.jsp?essayId=89039
vom 1. Mehr 1397 (23. September 2018)
haft shahrwande baha‘i sakene baharestane esfahan bazdasht shodand

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Iran: Über 20 politische Gefangene im Hungerstreik

Derzeit befinden sich im Iran über 20 politische Gefangene im Hungerstreik. Darunter sind 18 Gonobadi-Derwische, eine religiöse Gruppe muslimischer Glaubensrichtung, die von der Islamischen Republik Iran verfolgt wird. Weiterhin streiken die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude und der Arzt Farhad Meissami, der wegen seiner Unterstützung für die Kampagne gegen den Kopftuchzwang in Haft ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88976
vom 29. Schahriwar 1397 (20. September 2018)
e°tesabe ghadhaye bish az 20 zendaniye °aqidati-siyasi dar iran

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Iran: Verfolgung der Familie der inhaftierten Anwältin Nasrin Sotude


Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude wurde am 23. Chordad 1397 (13. Juni 2018) dieses Jahres erneut verhaftet. Ihr Ehemann, Resa Chandan, wurde am 12. Schahriwar 1397 (3. September 2018) nach einem telefonischen Drohanruf des iranischen Geheimdienstes ebenfalls verhaftet. Als die Kinder von Nasrin Sotude am Sonntag, den 25. Schahriwar 1397 (16.09.2018) ihre Mutter im Ewin-Gefängnis besuchen wollten, wurde ihr Name nicht aufgerufen. Stattdessen wurde ihre Tochter Mehrawe Chandan aufgefordert, die islamische Kopfbedeckung einzuhalten. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sie bei allen Besuchen ihren Kopf stets auf gleiche Art bedeckte. Es handelt sich also nicht um eine Reaktion auf ihre Kleidung, sondern um eine weitere Form des Drucks durch die Behörden.
Nasrin Sotude hat als Reaktion hierauf erklärt, dass sie kein Besuche mehr empfangen will. Außerdem hat sie als Reaktion auf die Verhaftung ihres Mannes den trockenen Hungerstreik erklärt und weigert sich auch, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, um mit Infusionen am Leben gehalten zu werden. Es ist ein ungleicher Kampf, aber sie gibt nicht auf.

https://www.radiofarda.com/a/nasrin-sotudeh-daughter-mehraveh/29494023.html
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
afzayeshe fesharha bar farzandane nasrin setude

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Öffentliche Erklärung zur Freilassung von Ramin Hossein Panahi und Nasrin Sotudeh

Heute wurde von 35 Menschrechtsorganisationen, Frauengruppen und oppositionellen Vereinen sowie von 3600 Privatpersonen eine Erklärung veröffentlicht, die sich für die Freilassung von Ramin Hossein Panahi und Nasrin Sotudeh einsetzt.

Ramin Hossein Panahi, ein kurdischer Aktivist, wurde gefoltert, vor Monaten von einem Gericht zum Tode verurteilt und sitzt derzeit in einer Einzelzelle des Radscha‘i-Schahr in Karadsch ein. Es heisst, er kann jede Stunde hingerichtet werden. Seit dem 29.8. gibt es eine „Urgent Action“ von amnesty international, in der ebenfalls auf die drohende Hinrichtung hingewiesen wird. Es ist möglich, sich mit einem Brief an Ayatollah Sadeghi Larijani, den Chef der Judikative zu wenden und per Unterschrift seine Freilassung zu fordern.

Hinrichtung droht unmittelbar Urgent Action von amnesty international, 29.8.2018

Aus Protest gegen seine unrechtmäßige Verurteilung hat sich Ramin Hossein Panahi vor mehr als einer Woche die Lippen zugenäht und einen Hungerstreik begonnen. Selbst wenn es einen Aufschub seiner Hinrichtung geben sollte ist er auch hierdurch in seinem Leben bedroht.
Ramin Hossein Panahi wurde im Prozess durch die Rechtsanwältin Nasrin Sotudeh vertreten. Sie setzt sich seit Jahren für Menschenrechte im Iran ein und vertrat oft Angehörige von politischen Gefangenen. Sie befindet sich seit Juni diesen Jahres wieder in Haft, aufgrund ihrer Initiative für ein Referendum im Iran. Sie vertritt – wie viele Menschenrechtler und Künstler auch – die Ansicht, dass das herrschende islamische Modell nicht reformierbar ist und möchte darüber abstimmen lassen, ob dieses Modell weiter im Iran verfolgt werden soll oder nicht. Falls nicht, soll ein säkulares und demokratisches Modell an dessen Stelle treten. Nasrin Sotudeh hat ebenfalls einen Hungestreik begonnen.

Iran: Ramin Hossein Panahi – droht die Hinrichtung? Weblog von Ali Schirasi, 27.8.2018

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Iran: Farhad Meyssami im Hungerstreik

Der Bürgerrechtler Farhad Meyssami ist seit dem 9. Mordad 1397 (also seit etwa einem Monat) in Haft. Ihm werden „krimineller Zusammenschluss zur Störung der Sicherheit des Landes“, „Aufstachelung der Frauen zum öffentlichen Auftreten mit nacktem Kopf (ohne Kopfbedeckung)“ und „Propaganda gegen das System“ vorgeworfen. Als Beweismittel für diese Vorwürfe dienen einzig und allein einige Anstecker, die bei seiner Verhaftung in seiner Wohnung gefunden wurden, auf denen z.B. stand „Ich protestiere gegen die Zwangskopfbedeckung“, „Ich stimme der Zwangskopfbedeckung nicht zu“. Seine Mutter hatte ihn am vergangenen Dienstag im Ewin-Gefängnis besucht. Sie ist sehr beunruhigt über seine schlechte gesundheitliche Verfassung. Der 48-jährige Farhad Meyssami, von Beruf Arzt, hat aufgrund der willkürlichen Vorwurfe den Hungerstreik erklärt und ist entsprechend abgemagert.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/76657/
vom 03.09.2018, 16:54
waz°iyate jesmiye waxime farhade meythami dar athare e°tesabe ghadha dar zendan

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Iran: 30. Jahrestag des Gefängnismassakers von 1988

30 Jahre sind vergangen, seit Ajatollah Chomeini ein großes Massaker unter den politischen Gefangenen angeordnet hat. Die Täter sind bislang straflos ausgegangen, weil sie und ihre Komplizen noch immer an der Macht sind. Namentlich sind rund 4000 Gefangene bekannt, die binnen zwei Monaten im Sommer 1988 von Todeskommissionen aussortiert und hingerichtet wurden. Die Zahl der Opfer soll die 10.000 übersteigen, wie verschiedene Organisationen versichern.
Die Familien wurden damals im Ungewissen gelassen, sie konnten nur feststellen, dass sie keine Besuchserlaubnis mehr erhielten. Und auch die Gefangenen wurden irregeführt. Ihnen erzählte man nichts von Todeskommissionen, die die hinzurichtenden Gefangenen aussortieren, sondern etwas von einer „Begnadigungskommission“. Nach und nach kam ans Tageslicht, was geschehen war. Es wurden geheime Friedhöfe gefunden, die selbst nach 30 Jahren für das Regime so belastend sind, dass sie wieder zerstört werden. Aber seit der Sohn des verstorbenen Ajatollah Montaseri eine Tonbandaufnahme veröffentlicht hat, in der sein Vater das damalige Gefangenenmassaker als Verbrechen brandmarkte, ist das Thema auch einer breiteren Öffentlichkeit im Iran bekannt geworden.
In einer Zeit, in der die Wirtschaft zusammenbricht und nicht einmal mehr genug Windeln erhältlich sind, hat das Regime nichts mehr, mit denen es von diesem ungestraften Verbrechen ablenken kann.
Zu Zeiten des Aufschwungs, wenn es viel zu verteilen gibt, wird einer Regierung viel verziehen. Aber davon kann im Iran schon seit langem nicht mehr die Rede sein.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88608
vom 11. Schahriwar 1397 (2. September 2018)
bayaniyeye madarane parke lale be monasebate siyomin salgarde koshtare 67

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Iran: Ramin Hossein Panahi – droht die Hinrichtung?


Ramin Hossein Panahi

Die Verteidiger des politischen Gefangenen Ramin Hossein Panahi haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie gegen die illegalen Maßnahmen des Staates gegen ihren Mandanten protestieren.
Ramin Hossein Panahi war aus dem Gefängnis von Sanandadsch (Kurdistan) nach Radscha‘i-Schahr in Karadsch verlegt worden, was an sich schon nicht legal war. In Radscha‘i-Schahr wurde ihm eine medizinische Behandlung verweigert, ein telefonischer Kontakt zur Familie wurde ihm verweigert, er durfte keine Besuche mehr empfangen und auch keinen Kontakt zu seinen Anwälten halten. Am Vortag wurde er nun aus dem Radscha‘i-Schahr-Gefängnis in Karadsch an einen unbekannten Ort verlegt. Die Anwälte befürchten, dass seine Hinrichtung bevorsteht.
Der Gefangene hat aus Protest gegen sein ungerechtes Urteil und die Behandlung im Gefängnis seine Lippen zugenäht und nimmt keine Nahrung mehr auf.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88488
von 5. Schahriwar 1397 (27. August 2018)
ettela°iye-ye wokalaye ramin hossein panahi: e°tesabe ghaza wa xatar e°dam

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Teheran – Faschafuje: ein wenig bekanntes Gefängnis


Das Faschafuje-Gefängnis

Nader Faturetschi, ein iranischer Journalist, der schon öfter mit dem Gefängnis Bekanntschaft schließen musste, wurde kürzlich für seine journalistische Arbeit in das Teheraner Faschafuje-Gefängnis eingewiesen, wo er für einen Tag in Haft war.
Er kam am 28. Mordad 1397 in das Gefängnis, wurde einen Tag später wieder entlassen und veröffentlichte seine Erfahrungen auf Facebook am 30. Mordad.
Wie er schreibt, werden die eingelieferten Gefangenen erst einmal für 4 Tage in Quarantäne gehalten. Die Bedingungen dort sind katastrophal. Nicht nur das Essen, sondern erst recht das Klo. Er erklärt, dabei handle es sich um ein Loch im Boden, auf einer mit Holzlatten von der Zelle abgetrennten Fläche von 60 auf 60 cm2, ohne Wasserschlauch, ohne Waschbecken und Licht. Es diene 26-32 Gefangenen zur Verrichtung der Notdurft, die auf einer Fläche von 9 Quadratmetern eingesperrt sind. Das sind die Verhältnisse in einer Zelle der Quarantäne-Abteilung.
Wie Nader Faturetschi schreibt, sind 200 Derwische in diesem Gefängnis inhaftiert, auch zwei Menschenrechtsanwälte wurden kürzlich dort eingeliefert.

Das Faschafuje-Gefängnis liegt im Süden von Teheran, wie man auf Google-Maps erkennen kann:

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/76481/
vom 22.08.2018, 8:45
fashafuye, zendani zedde ensani wa zedde bashari, dar radife jahannam

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Iran: neue Anklagen gegen Menschenrechtsanwältin


Nasrin Setude

Nasrin Setude, eine bekannte iranische Menschenrechtlerin und Anwältin, wurde am 13. Juni 2018 zur Verbüßung einer Haftstrafe festgenommen, obwohl ihr dieses Haftstrafe nie verkündet wurde. Die Gefängnisstrafe von 5 Jahren war am 3. September 2016 auf einer Gerichtsverhandlung in ihrer Abwesenheit verhängt worden. Die Verhaftung von Nasrin Setude am 13. Juni erfolgte kurz nachdem sie das Mandant für eine Frau übernommen hatte, die wegen des Abnehmens des Kopftuchs in der Öffentlichkeit verfolgt wird.
Jetzt werden gegen Nasrin Setude weitere Anklagen erhoben, die mit ihrer Menschenrechtsarbeit zusammenhängen. Ihr werden „Aktivitäten gegen die Sicherheit in Zusammenarbeit mit konterrevolutionären Elementen im In- und Ausland“ und heimliche Treffen mit ausländischen Diplomaten vorgeworfen. Auch ihr Einsatz gegen die Todesstrafe im Iran wird ihr zur Last gelegt.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/76427/
vom 18.08.2018, 8:50
e°teraze didebane hoquqe bashar be hokme jadid °aleyhe nasrin setude

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Iran: Fotograf nach 10 Jahren freigelassen


Dschafar Eqdami

Dschafar Eqdami war vor zehn Jahren verhaftet worden, als er Fotos vom Chawaran-Friedhof bei Teheran machte. Auf diesem Friedhof wurde ein Teil der Opfer des Gefangenenmassakers von 1988 heimlich vergraben. Das Massaker war auf Anordnung von Ajatollah Chomeini durchgeführt worden. Bis heute sind die Mitglieder der Todeskommissionen, die überall im Iran festlegten, welche Gefangenen hingerichtet werden sollten, nicht vor Gericht gestellt worden. Im Gegenteil: Viele von ihnen üben heute einflussreiche Ämter aus. Und wie man sieht, reicht schon ein fotografischer Beleg von ihrem Treiben, um auf ein Jahrzehnt hinter Gittern zu kommen. Wie Eqdami berichtet, war er wegen seiner Fotos sogar gefoltert worden. Jetzt hat er das Gefängnis lebend wieder verlassen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=162483
vom 22. Mordad 1397 (13. August 2018)
javani ke az qabrestane koshtare 1367 °aks gerefte bud, ba°d az dah sal az zendan azad shod

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Iran – Ahwas: Einebnung der Massengräber mit dem Bulldozer


Wie die Webseite °Edalat baraye iran (Justice for Iran / Gerechtigkeit für den Iran) am 25. Juli 2018 meldete, hat die Stadtverwaltung von Ahwas vor ca. einem Monat die Massengräber des Gefängnismassakers vom September 1988 sowie die Gräber anderer politischer Gefangener verwüsten lassen. Begründet wird dies mit dem Bau eines geplanten „Boulvards“ und neuer Grünflächen. Im September 1988 sind allein in Ahwas mindestens 44 politische Gefangene umgebracht worden. Augenzeugen berichten, dass die Überreste der Leichen zu nächtlicher Stunde in neu gegrabene Löcher gekippt wurden. Schon in den Vorjahren hatte die Stadtverwaltung die Massengräber mit Müll und Bauschutt zugeschüttet, um die Angehörigen daran zu hindern, ihren Toten die letzte Ehre zu erweisen.
Die Kampagne Gerechtigkeit für den Iran hat einen Film von der Zerstörungsaktion der Massengräber veröffentlicht, der hier zu sehen ist.
Wer weiß, vielleicht spüren ja die Täter von damals, dass ihre Macht zu Ende geht, und versuchen mit dieser Aktion, ihre Spuren so gut es geht zu verwischen.

https://www.radiofarda.com/a/massgrave-destruction-in-ahvaz/29389869.html
vom 3. Mordad 1397 (25.07.2018)
taxribe kamele gurhaye jam°iye ahwaz tawassote shahrdari

https://www.radiofarda.com/a/massgrave-destruction-in-ahvaz/29389897.html

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Ewin-Gefängnis (Teheran, Iran): Ex-Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik

Mahmud Beheschti Langarudi, Gewerkschaftsaktivist und ehemaliger Sprecher der Lehrergewerkschaft für die Region Teheran, ist aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit im Ewin-Gefängnis inhaftiert. Da die Behörden seine Forderungen ignorieren, befindet er sich seit 14 Tagen im Hungerstreik. Er hat mindestens 6,5 kg Gewicht verloren, außerdem hat er möglicherweise eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Eine Infusion lehnte Mahmud Beheschti Langarudi ab.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=160012
vom 24. Tir 1397 (15. Juli 2018)
chahardahomin ruze e°tesabe ghaza‘iye mahmud beheshti langarudi, fa°°ale senfiye mo°alleman dar zendan

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Iran: Haft für Tänze auf Instagram


Die 17-jährige Ma‘ede, die selbst Gymnastik, Hindernislauf und Tänze unterrichtet, hatte auf Instagram ihre Tänze veröffentlicht. Nun wurde sie von der iranischen „Cyber-Polizei“ (Fata) verhaftet. Das staatliche Fernsehen Seda wa Sima, das fest in der Hand von islamistischen Ideologen aus dem Lager von Ajatollah Chamene‘i ist, hat ihr unter Tränen abgelegtes „Geständnis“ im ganzen Land veröffentlicht. Sie ist noch immer in Haft. Im Iran ist das öffentliche Tanzen von Frauen in keinem Gesetz verboten, auch nicht die Veröffentlichung solcher Tänze im Internet und ähnlichen Medien. Aber die fundamentalistische Auslegung des Islams besagt, dass solche Dinge religiös verboten „haram“ sind, und das genügt, um die Polizei und die iranische Form der Bild-Zeitung auf die Frauen zu hetzen.

https://news.gooya.com/2018/07/post-16524.php
vom 9. Juli 2018
xabargozari daxele iran: ma‘ede, raqs wa e°terafe boghz-alud-e telewizyuni .. che xabar az dozdane beyt-o l-mal

https://news.gooya.com/2018/07/post-16500.php
vom 9. Juli 2018
bar-xorde polise iran ba shaxhaye instagrami wa bazdashte ma‘ede hozhabri, raqsande‘i por tarafdar.

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Iran- Aserbaidschan: Über 50 Verhaftungen


Der Weg zur Babak-Festung in den Bergen

Die Babak-Festung stammt noch aus sassanidischer Zeit. Sie liegt in der Nähe der Stadt Kalibar in der Provinz Ost-Aserbaidschan und gilt als Symbol des Widerstands gegen die arabische Eroberer zur Zeit der Ausbreitung des Islams aus dem arabischen Raum in den Iran. Heute ist die Babak-Festung vor allem Treffpunkt turksprachiger Aseris aus der Region Ardabil und den Provinzen Ost- und West-Aserbaidschan. Sie kommen Mitte des Monats Tir (also Anfang Juli) zusammen und besprechen ihre politischen Forderungen – z.B. Unterricht der turksprachigen Bevökerung in der Muttersprache und so weiter.
Da die Ajatollahs in Sachen Rechte ethnischer Minderheiten genauso wenig Verständnis und Weitsicht aufbringen wie seinerzeit der Schah, wundert es nicht, dass auch auf die Forderungen der turksprachigen Bevölkerungsgruppen mit Repressalien reagiert wird. So gab es sowohl im Vorfeld des diesjährigen Treffens auf der Babak-Festung wie auch im Nachgang eine beachtliche Zahl von Verhaftungen. Von einigen Verhafteten ist selbst der Haftort nicht bekannt, man weiß lediglich, dass einer der Geheimdienste verantwortlich ist.

Die Babak-Festung

https://www.radiofarda.com/a/More-activists-arrested-in-Babak-Castle/29348563.html
vom 16. Tir 1397 (7. Juli 2018)
shomar-e bazdashtshodegane gerdehama‘iye qal°eye babak be bish az 50 nafar resid

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Hinrichtung von Mohammad Salas

Gestern, den 18.6.2018, wurde das 51-jährige Mitglied des iranischen Gonabadi-Ordens, Mohammad Salas, im Iran hingerichtet. Seine Anwältin, Zeinab Taheri, hat aus diesem Anlass eine öffentliche Erklärung zur Unrechtmäßigkeit seiner Verurteilung abgegeben und wurde noch am gleichen Tag verhaftet.


Mohammad Salas, am 18.6.2018 im Iran hingerichtet

Mohammad Salas war im Februar 2018 bei einem Sitzstreik von ca. 1000 Anhängern des Gonabadi-Ordens festgenommen worden. Dies geschah im Rahmen von gewaltförmigen Auseinandersetzungen zwischen den Derwischen und der Polizei, bei denen auch mehrere Polizisten ums Leben gekommen waren, als ein Bus in sie hineinfuhr. Der 51-jährige M. Salas wurde beschuldigt, den Bus gefahren zu haben, obwohl Zeugen aussagten, dass dies ein junger Mann gewesen sei, der fliehen konnte.

Die Festnahme von Mohammad Salas muss extrem brutal vonstatten gegangen sein. Amnesty International dokumentierte, dass er über mehrere Stunden in der Polizeistation geschlagen und gefoltert worden war. Er wurde bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert, wo zahlreiche Brüche, Kopf-Verletzungen mit Schnitten, die genäht werden mussten, gebrochene Zähne und eine gebrochene Nase festgestellt wurden. Er hätte sein Augenlicht verloren. Unter Medikamenten und kaum bei Bewusstsein wurde ihm noch im Krankenhaus ein „Geständnis“ abgenommen. Es sollte im anschließenden Prozess das einzige Beweismittel bleiben.


Zeinab Taheri, Anwältin von Mohammad Salas und mittlerweile inhaftiert

Zu keiner Zeit imVerfahren hatte Mohammad Salas‘ Anwältin Zugang zu ihrem Mandanten. Die kritischen Einwände ihrerseits, die seine Unschuld beweisen, wurden völlig ignoriert. Sie erklärte, dass ihr Mandant nicht der Busfahrer gewesen sei. Es gäbe keine Zeugen, kein Video und auch keine Fingerabdrücke, die das belegen würden. Im ersten Prozess hätte Mohammad Salas alle seine unter Folter gemachten Aussagen widerrufen. Später sei es zu weiteren Folterungen gekommen, selbst im Krankenhaus. Im zweiten Prozess konnte er sich kaum noch äußern.

Zeinab Taheri bestätigte, dass Mohammad Salas gefoltert worden ist. Die Angehörigen von Mohammad Salas hätten nach der Hinrichtung eine Obduktion gefordert, die aber von der Regierung nicht zugelassen worden sei. Sie fragte, wovor die Regierung bei einer Obduktion Angst habe, wenn sie ihn nicht geschlagen und gefoltert hätte. Auch die Beerdigung konnte laut der Anwältin nicht an einem Ort stattfinden, den sich die Familie ausgesucht hatte, sondern wurde in einer weit entfernten Stadt durchgeführt.

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