Archiv der Kategorie 'Geheimdienst'

Iran: Frauengesang in der Öffentlichkeit noch immer ein Verbrechen

Am Anfang stand der Auftritt einer iranischen Sängerin, unverschleiert, blondiert, vor dem Publikum an einem nicht genannten Ort im Iran. Eine Straftat, nach den Vorstellungen der herrschenden Geistlichkeit. Aus diesem Grund enthielt das auf youtube veröffentlichte Video auch die Überschrift: Die Adresse geben wir nicht, damit die Mollas vor Wut einen Herzinfarkt kriegen.
Nun, wütend sind sie tatsächlich geworden.

Wie der persische Dienst von BBC am 21. Mai berichtete, war die Sängerin vor ein paar Tagen in Abyane aufgetreten, einer historischen Ortschaft 40 km von Natans entfernt (Provinz Isfahan). Ruhollah Amini, der Freitags-Imam von Natans (Natanz) – der verlängerte Arm des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i an diesem Ort, verurteilte diesen Auftritt und erklärte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim: „Welcher fromme Mann, der seine Ehre besitzt, würde zulassen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt die göttlichen Gebote von jedem, der will, verletzt werden?“
Ruhollah Amini fügte hinzu: „Leider sehen wir, dass in einer Zeit, in der einige der Verantwortlichen des Systems gegenüber den (islamischen) Werten Rückzieher machen, einige Menschen, die Verderbnis verbreiten, absichtlich die (islamischen) Vorstellungen im heiligen Monat Ramadan verletzen. Es ist die Pflicht der gerichtlichen Institutionen, des Geheimdienstes und der Ordnungskräfte, energisch gegen solche Verletzungen der religiösen Werte vorzugehen.“


Negar Mo°asam, die Sängerin

Yussef Hassani, der Verwaltungschef des Landkreises Natans, hatte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Seda wa Sima erklärt, dass die Angehörigen eines privaten Reisebüros, die für die Verletzung der gesellschaftlichen Traditionen und der kulturellen Identität dieses geschichtlichen Orts verantwortlich seien, ausfindig gemacht worden seien. Die Staatsanwaltschaft von Natans werde gegen diese vorgehen. Wie Yussef Hassani weiter erklärte, habe die Staatsanwaltschaft von Natans die Konfiszierung von zwei Reisebussen angeordnet. Auch sei der Leiter dieser Gruppe und die Sängerin vom Gericht vorgeladen worden. Falls die Geladenen sich nicht vor Gericht einfänden, würde Haftbefehl gegen sie erlassen, sagte er. Er betonte, dass dieser Fall auf der Spitze der Tagesordnung stehe.
Der persische Dienst von Voice of America berichtete einen Tag später, am 22. Mai, dass die aus Schiras stammende Sängerin Negar Mo°asam, die auf dem in Abyane aufgenommenen Video singt, von der Staatsanwaltschaft von Natans vorgeladen wurde. Mortesa Basseriyan, der Staatsanwalt von Natans, bestätigte diese Vorladung und äußerte weiter: „Wir sind der erste Landkreis, in dem es zu diesem bitteren Vorfall kam, und haben darauf reagiert. Gegen diese Verletzung des religiösen Gesetzes werden wir entschieden und mit aller Macht und Stärke auf der Grundlage der Gesetze reagieren.“

Atombomben gegen Gesang
Dass die Reaktion der lokalen Machthaber hier besonders scharf ausfällt, mag noch einen ganz anderen politischen Hintergrund haben: Natanz ist der Standort der Atomanlage Natanz, wo die iranischen Machthaber in aller Heimlichkeit eine unterirdische Atomanlage einrichteten, die Tausende von Zentrifugen zur Urananreicherung enthielt. Man darf annehmen, dass an einem Ort mit derart heiklen militärischen Projekten alle lokalen Machthaber sorgfältig ausgewählt sind und eng mit dem religiösen Führer und den Pasdaran verbändelt sind. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Geheimdienst schnell aktiv geworden ist und die „Täter“ herausgefunden hat.
Vor diesem Hintergrund war es für die Sängerin ziemlich riskant, in dieser Region aufzutreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183043
vom 30. Ordibehescht 1398 (20. Mai 2019)
film / dar yeki az shahrhaye iran adres nemi dim ta axundha az °asabaniyat sekte konand
https://youtu.be/VEuqAknBes8

http://www.bbc.com/persian/iran-48360157
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
peygarde qaza‘iye zani ke dar rustaye abyane baraye mardom awaz xand

https://ir.voanews.com/a/singer-iran-music/4927682.html
vom 1. Chordad 1398 (22. Mai 2019)
negar mo°azzam honarmande shirazi ke dar abyane awaz xand rasman mourede peygarde qaza‘i qarar gereft

https://de.wikipedia.org/wiki/Atomanlage_Natanz
abgerufen am 27.05.2019

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Iran: Vom Hochwasser ins Gefängnis


Die bewaffneten Organe haben in den letzten Tagen und Wochen, als der Iran vom Nordosten bis in den Südwesten von schweren Regenfällen und katastrophalen Hochwasserständen heimgesucht wurde, Präsenz gezeigt. Im Norden, in der Provinz Golestan, haben sie die von Unternehmen der Pasdaran erbaute Bahnlinie an drei Stellen gesprengt – weil sie an Brücken gespart hatten, und damit die unterhalb gelegenen Ortschaften unter Wasser gesetzt. In der Provinz Chusestan haben sie von der Bevölkerung erbaute Hochwasserdämme mit Gewalt gegen die Bevölkerung gesprengt, und jetzt sind sie zu Verhaftungen geschritten. Am Sonntag nahm der Geheimdienst von Ahwas mindestens 25 Hochwasserhelfer fest. Hierzu stürmten die sogenannten Sicherheitskräfte den Sitz des Volkskomitees, das spontan zur Hochwasserbekämpfung gegründet wurde, in Malaschije in Ahwas. Die Inhaftierten waren Angehörige der arabischen Minderheit. Der Aufenthaltsort der Verhafteten ist nicht bekannt. Am Vortag waren mindestens fünf Bürger von Ahwas aus Kuye Alawi verhaftet worden, weil sie gegen die fehlende staatliche Unterstützung für die Hochwassergeschädigten protestiert hatten.
Zusätzlich hielten die Revolutionswächter, Bassidschis und die Polizei in den letzten Tag in dieser Region bewaffnete Manöver ab, offensichtlich, um die Bevölkerung einzuschüchtern.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92680
vom 25. Farwardin 1398 (14. April 2019)
25 emdadrasane ahwaz bazdasht shodand

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Iran: Der Kampf ums Wasser führt ins Gefängnis


Jussef Farhadi Baba‘i

Während die Prozesse gegen bekannte iranische Umweltschützer weiter gehen, kam es am Sonntag, den 17. Februar 2019, zu weiteren Verhaftungen. Jussef Farhadi Baba‘i wurde am Sonntag zusammen mit seinem Bruder von den Sicherheitsorganen in Schahre Kord verhaftet. Er war in der Kampagne „Sedaye Paye Ab“ aktiv, die sich gegen die Wasserumleitungsprojekte mehrerer Flüsse im Iran wendet. Diese Wasserumleitungen haben schon im letzten Jahr zu heftigen Protesten der betroffenen Landbevölkerung geführt, die nun ihre Felder nicht mehr bewässern können.

Ebenfalls am Sonntag wurden zwei Umweltschützer in der kurdischen Stadt Sanandadsch verhaftet. Es handelt sich dabei um Arman Wafayi und Schahu Faradschi, die zugleich auch dem kurdischen Ableger der Hesbe Wahdate Melli angehören, einer Umweltschutzpartei, die erst vor zwei Jahren gegründet wurde.

https://www.radiofarda.com/a/arrest-of-an-iranian-enviroment-activist/29776724.html
vom 29. Bahman 1397 (18. Februar 2019)
se fa°°ale digare mohite zist dar iran bazdasht shodand

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Iran: Wieder im Westen aktiv

Dass die Islamische Republik Iran keine Hemmungen kennt, Gegner auch im Ausland zu verfolgen und zu ermorden, ist bekannt. Mitunter wird versucht, dies als Kapitel der Vergangenheit darzustellen, seit 1992 sei ja niemand mehr in Deutschland im Auftrag der iranischen Machthaber ermordet worden. Da gilt zum einen, dass Europa mehr ist als Deutschland, und an dieser Stelle sei nochmals daran erinnert, dass der Betreiber des persisch-sprachigen Medienkonzerns GEM-TV, Sa‘id Karimian (Saeed Karimian), am 30.04.2017 in Istanbul in aller Öffentlichkeit in seinem Auto ermordet wurde. Auch dieser Mord erfolgte im Auftrag der iranischen Machthaber. Machthaber heißt im Iran nicht unbedingt Regierung. Da sind zum einen die Revolutionswächter (Pasdaran) und die mit ihnen verbündeten Ajatollahs mit dem Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i an der Spitze. Ajatollah Chamene‘i wird von der deutschen Gerichtsbarkeit auch als einer der Auftraggeber für den vierfachen Mord in Berlin von 1992 angesehen.
Jetzt, in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 2019, haben die Ajatollahs wieder von sich reden gemacht. Ein iranischer Oppositioneller wurde um 22:30 Uhr in Berlin-Steglitz von drei Vermummten auf der Straße mit seinem Namen auf Persisch angesprochen und dann verprügelt und getreten. Der persische Dienst der Deutschen Welle, der über den Vorfall ebenfalls berichtete, erhielt vom Staatsschutz, der Polizei, die in diesem Fall ermittelt, keine weiteren Informationen.


ausgewiesener iranischer Botschafter in Albanien

Aktiv auch in Österreich, Belgien, Albanien
Wie die Deutsche Welle berichtet, haben mehrere europäische Staaten in den letzten Monaten einige iranische Diplomaten ausgewiesen. Assadollah Assadi, ein Mitarbeiter der iranischen Botschaft in Österreich, wurde unter dem Vorwurf terroristischer Aktivitäten in Deutschland verhaftet und dann an Belgien ausgeliefert. Am 19. Dezember 2018 wurde auch der iranische Botschafter in Albanien unter dem Vorwurf der Unterstützung terroristischer Aktivitäten aus dem Land ausgewiesen. Albanien hatte 2016 rund 3000 Angehörige der iranischen Oppositionsgruppe der Volksmudschahedin aufgenommen, wodurch das Land ins Visier der iranischen Ajatollahs geriet.
Auch Frankreich, Dänemark und Holland beschuldigen die Islamische Republik Iran, auf ihrem Boden terroristische Aktivitäten ausgeübt zu haben.

Eigenmächtige Kräfte?
Ali Majedi, ehemaliger iranischer Botschafter in Deutschland, hat in einem Interview, das er vor ein paar Wochen der iranischen Nachrichtenagentur ISNA gab, die „eigenmächtigen Operationen“ von Kräften der Islamischen Republik (Iran) im Ausland als „unvernünftig“ bezeichnet. Majedi hatte bezüglich Maßnahmen gegen Gegner der Islamischen Republik (Iran) unmissverständlich erklärt: „Wir sind im Inland (=Iran) mit sogenannten „eigenmächtigen Operationen“ konfrontiert. Können wir da bestreiten, dass es im Ausland nicht auch zu Vorfällen dieser Art kommt?“
Laut Angaben von Majedi, haben die Europäer in Zusammenhang mit Aktivitäten der Islamischen Republik, Anschläge auf Oppositionelle im Ausland zu verüben, Dokumente vorgelegt, die man nicht einfach von der Hand weisen könne.
Anmerkung: „Eigenmächtige Kräfte“ sind im iranischen Sprachgebrauch Personen, die scheinbar spontan handeln, aber Rückendeckung von oberster Stelle (dem Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i) besitzen, so dass sie gegen strafrechtliche Verfolgung immun sind. Dadurch, dass es sich scheinbar um Privatpersonen handelt, kann der Staat so tun, als sei er nicht für ihr Tun verantwortlich.

Tagesspiegel, Berlin 31.01.2019, 16:50 Uhr
Überfall in Steglitz
Angriff in Berlin – iranische Agenten?

In Berlin wurde ein iranischer Exilant angegriffen – das Opfer vermutet Agenten der Mullahs hinter der Tat. Der Staatsschutz ermittelt. HANNES HEINE
Berlins Polizei ermittelt wegen eines Überfalls in Steglitz (Symbolfoto).
In Berlin soll in der Nacht zu Donnerstag ein iranischer Oppositioneller angegriffen worden sein – mutmaßlich von Agenten der Regierung in Teheran. In Steglitz war ein 47-jähriger Mann demnach von drei Vermummten erst auf Persisch angesprochen, dann geschlagen und getreten worden. Das Opfer wurde leicht verletzt. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz ermittelt. Der Iraner habe die Tat auf sein Engagement als Oppositionspolitiker bezogen, teilte die Polizei mit, da die Unbekannten ihn auf Persisch bedroht haben sollen.

Sollte es sich bei dem Überfall tatsächlich um die Tat von iranischen Agenten handeln, wäre dies nicht die erste illegale Aktion von Anhängern der Mullahs in Deutschland. Im März 2017 war der Pakistaner Haider Syed M., 31 Jahre alt, in Berlin wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte unter anderem den früheren Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und SPD-Bundespolitiker Reinhold Robbe ausspioniert. Ein Verfassungsschützer sagte als Zeuge aus, der Iran sammele Informationen für potenzielle Anschlagsziele, um sich für den Fall eines Krieges mit westlichen Ländern für Vergeltungsschläge zu wappnen.

Vergangenen Herbst begann die für solche Fälle zuständige Bundesanwaltschaft gegen den Iraner Assadollah A. wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit und Verabredung zum Mord zu ermitteln. A. war in Deutschland unterwegs und in Wien an Irans Botschaft akkreditiert. Er soll einen Anschlag auf iranische Oppositionelle in Belgien geplant haben. In jenen Tagen teilte zudem der dänische Geheimdienst mit, ein Attentat auf Exil-Iraner in Dänemark verhindert zu haben. Ein Verdächtiger habe den dänischen Wohnort eines iranischen Separatisten fotografiert.

Im September 1992 hatten iranische Agenten und islamistische Libanesen ein griechisches Restaurant in Berlin gestürmt: Beim sogenannten „Mykonos“-Attentat erschossen sie vier kurdische Exilpolitiker.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/ueberfall-in-steglitz-angriff-in-berlin-iranische-agenten/23934434.html

https://news.gooya.com/2019/02/post-23163.php
Wednesday, Feb 6, 2019
hamleye mohajemane neqabdar be yek fa°°ale siyasiye irani dar berlin

https://www.dw.com/en/us-praises-albania-for-expelling-iranian-ambassador/a-46811422
US praises Albania for expelling Iranian ambassador
December 20, 2018

http://www.tiranaecho.com/latest-news/us-praises-albania-after-it-expels-iranian-ambassador-on-terror-grounds/
Tirana, Albania | 19 Dec 2018
US praises Albania after it expels Iranian Ambassador on terror grounds

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Iran: Im Sicherheitsapparat kriselt es


Turadsch Esma‘ili

Anfang Januar 2019 ist Turadsch Esma‘ili, ein hochrangiger Berater von Ali Schamchani, dem Sekretär des Hohen Rates für Nationale Sicherheit im Iran, verschwunden und eine Woche später, am 13. Januar 2019, in einem Hotel in Istanbul aufgetaucht. Vermutlich dank seiner guten Verbindungen zum iranischen Sicherheitsapparat erfuhr er noch rechtzeitig von einem geplanten gemeinsamen Angriff iranischer „Sicherheitsbeamter“ und Beamter des türkischen Geheimdienstes MIT auf das Hotel, so dass ihre Razzia erfolglos blieb. Turadsch Esma‘ili hatte wohl im Vorfeld abgeprüft, welches europäische Land ihm Unterstützung gewähren würde, und scheint sich im Schutz eines europäischen Konsulats in Istanbul zu befinden, wie die iranische Exilzeitung Keyhan in London berichtet. Um sich solche Unterstützung zu sichern, soll Turadsch Esma‘ili einige wichtige Dokumente mitgebracht haben. Sie betreffen sowohl Programme für Internet-Attacken als auch Informationen über das iranische Programm zur Herstellung von Langstreckenraketen.
Die Überprüfung des Inhalts dieser Mitbringsel ist nur für entsprechende Staatsorgane möglich, insofern ist der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen mit einem Fragezeichen zu versehen.

Verhaftungen im Iran
Schon vor der Flucht von Turadsch Esma‘ili waren im Iran hochrangige Mitarbeiter des Sicherheitsapparats verhaftet worden. Einer von ihnen, Ali-Resa Sarafiyan (Zarafiyan), Direktor des Informations- und Kontaktzentrums des Sekretariats des Hohen Rats für Nationale Sicherheit im Irna, war ein Mitarbeiter von Turadsch Esma‘ili. Er wurde Anfang 2019 unter dem Vorwurf der Spionage für Israel verhaftet worden. Laut Informationen von ihm nahestehenden Personen ist er massiven Folterungen ausgesetzt. Isa Golwerdi, ein anderer ehemaliger hochrangiger Beamter des Hohen Rats für Nationale Sicherheit, der nach der Revolution von 1979 auch bei der Besetzung der US-Botschaft in Teheran beteiligt gewesen war, wird seit Anfang 2019 in einem Gefängnis der Revolutionswächter in Haft gehalten. Auch dies unter dem Vorwurf der Spionage für Israel

Iranisches Atomprogramm in Israel veröffentlicht
Hintergrund der Verhaftungen ist die Tatsache, dass 2017 in einem Vorort von Teheran eine große Zahl von geheimen Dokumenten über das iranische Atomprogramm verschwunden und später in Tel Aviv wieder aufgetaucht sind. Benjamin Netanyahu hatte damals mehrere Zigtausend Dokumente und CDs der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein israelisches Team hatte sie aus ihrem Lagerort bei Teheran geraubt und nach Israel gebracht. Es ist schwer vorstellbar, dass dies ohne Unterstützung aus dem iranischen Sicherheitsapparat möglich gewesen wäre.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=175602
vom 14. Bahman 1397 (3. Februar 2019)
ba farare turaj esma°ili, rizesh dar sofufe amniyati niz bish az pish ashkar shod

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Iran: Das Bild der Folterer


So haben die Pasdaran Esmail Bachschi zugerichtet

Die Revolutionswächter (Pasdaran), die für die Verhaftung und Folterung des Arbeiterführers Esmail Bachschi anscheinend verantwortlich sind, haben heute auf der Seite ihrer Nachrichtenagentur Fars selbst die erneute Verhaftung von Esmail Bachschi bekannt gegeben. Hier die Version der Täter: „Esmail Bachschi, eines der Elemente, die mit umstürzlerischen Gruppen in Kontakt stehen, und der verlogenerweise behauptete, gefoltert worden zu sein, wurde vor seinem Anschluss an eine Gruppe, die sich ins Ausland absetzen wollte, verhaftet“.
Und dazu veröffentlichte deren Organ ein Foto von Esmail Bachschi mit angeschwollenem Gesicht, das mehr als deutlich zeigt, dass er das Opfer von Misshandlungen wurde. Auch eine Art Geständnis, wenn auch unfreiwillig.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=174669
vom 1. Bahman 1397 (21. Januar 2019)
esmail baxshi dastgir shod

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Iran: Sepide Qalyan erneut verhaftet


Sepide Qalyan

Sepide Qalyan, die die Arbeiterproteste in Haft-Tape unterstützte und gemeinsam mit Esmail Bachschi in Haft gehalten und wie dieser gefoltert worden war, hat nach ihrer Freilassung ausgesagt, dass sie selbst gefoltert wurde und auch die Folterung von Esmail Bachschi bezeugen kann. Diese Aussage behagte den Machthabern gar nicht, weil sie die Folterungen stets bestritten hatten.
Am Samstag strahlte das staatliche iranische Fernsehen eine Sendung mit dem Titel „Barnameye suchte“ (Der gescheiterte Plan) aus, in der es ein manipuliertes Geständnis von Sepide Qalyan der Öffentlichkeit vorstellte. Sepide Qalyan erklärte darauf, dass man schon an diesem „Geständnis“ erkennen könne, dass sie gefoltert wurde.
Am Sonntagmorgen um 7 Uhr erschienen darauf 14 Beamte – 12 Männer und 2 Frauen, um Sepide Qalyan zu verhaften. Sie hatten keinen Haftbefehl dabei. Als der Bruder von Sepide Qalyan, Mahdi Qalyan, protestierte, sie hätten kein Recht, seine Schwester ohne Haftbefehl mitzunehmen, wurden ihm die Zähne eingeschlagen und er wurde ebenfalls verhaftet. Seiner Schwester schlugen die Beamten mit einer Pfanne auf den Kopf, wie ihr Vater später berichtete. Bruder und Schwester wurden beide an einen unbekannten Ort verbracht. Ihr Vater Choda-Raham Qalyan wurde ebenfalls bedroht, als er sich auf dem Sitz des Geheimdienstes in Schusch nach dem Verbleib seiner Kinder erkundigten. Der Vater berichtete auch, dass einer der verhaftenden Beamten gesagt hätte, er werde Sepide Qalyan umbringen, und wenn auch sonst alle freigelassen würden. Dies verweist auf einen persönlichen Groll hin, der für die Verhaftete besonders gefährlich werden kann.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91046
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
sepide qalyan mojaddadan bazdasht shod

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=174598
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
pedare sepide qalyan: 12 mamure mard wa do mamure zan ba xoshunat rixtand xane, dandanhaye pesaramra shekastand man wa hamsaramro kotak zadand goftand doxtaratra ham mikoshim

https://www.radiofarda.com/a/iran_dezful_sepideh_qolian_khodarahm_torture_arrest/29722168.html
vom 1. Bahman 1397 (21. Januar 2019)
pedare sepide qalyan: hokme bazdasht neshan nadadand wa mara zadand

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Iran: Staatliches Überfallkommando verhaftet Arbeitersprecher


Esmail Bachschi

Esmail Bachschi, einer der Sprecher der Gewerkschaft der Arbeiter der Zuckerfabrik von Haft-Tape wurde vom Sonntag auf Montag gegen Mitternacht von einem staatlichen Kommando, das mit 15 Streifenwagen anrückte, verhaftet und an einen unbekannten Ort verbracht. Esmail Bachschi war nach seiner ersten Verhaftung in einem miserablen körperlichen und seelischen Zustand freigelassen worden. Die Behörden leugneten, dass sie ihn gefoltert hatten. Nachdem er selbst eine Erklärung abgegeben hatte, in der er ebenfalls den Vorwurf erhoben hatte, von den Beamten des Geheimdienstes in Haft gefoltert worden zu sein, scheinen die Verantwortlichen nun das Opfer und zugleich den Zeugen ihres Verhaltens wieder aus dem Verkehr ziehen zu wollen.
Die iranische Öffentlichkeit im Lande wird dieses Vorgehen vermutlich als Indiz werten, dass die Behauptungen von Esmail Bachschi stimmen. Die fabrizierten Geständnisse, die das staatliche Fernsehen ausstrahlte, dürften nur bei Leuten verfangen, die ohnehin auf der Seite der Machthaber stehen, die Arbeiter wird das kaum überzeugen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91059
vom 30. Dey 1397 (20. Januar 2019)
esma‘il baxshi dobare bazdasht shod

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Flugzeugunglück im Iran: Fleisch mit Sternen

Am 14. Januar 2019 ist im Iran bei Karadsch ein Flugzeug des Typs Boeing 707 abgestürzt. Flugzeugabstürze sind im Iran nicht so selten, angeblich, weil die Ersatzteile für Flugzeuge durch die Sanktionen schwer zu erhalten waren und sind. Diese Erklärung überzeugt nicht so sehr, weil die Teile, die man zum Bau von Ultrazentrifugen für die Uran-Anreicherung benötigt, oder die Teile, die man zum Bau von Langstrecken-Raketen benötigt, trotz der Sanktionen besorgt wurden. Es ist wohl eher so, dass Unfallverhütung nicht zu den Prioritäten der iranischen Ajatollahs und der Pasdaran-Generäle gehört.
Das Besondere an diesem unglückseligen Flug ist ganz woanders zu finden. Angeblich transportierte das Flugzeug tiefgekühltes Schafsfleisch aus Kirgisistan in den Iran. Seltsam ist nur, dass es sich um ein Flugzeug der iranischen Luftwaffe handelte, wie bald bekannt wurde. Noch seltsamer ist das, was über die Passagiere des Flugzeugs bekannt wurde. Neben der Besatzung waren dies 16 Personen, und zwar zum Teil hochrangige Offiziere der Luftwaffe. Was haben die mit tiefgekühltem Schafsfleisch zu tun? Unter den Umgekommenen waren mindestens drei Offiziere des Geheimdienstes der Armee. Das Flugzeug ist auf dem Fath-Flughafen in Karadsch abgestürzt, es sollte angeblich den Peyam-Flughafen von Karadsch anfliegen. Beide Flughäfen unterstehen den Pasdaran (Revolutionswächtern), und nicht den Luftstreitkräften. Ein Luftwaffen-Stützpunkt wäre der Mehrabad-Flughafen in Teheran. Es sieht also so aus, als hätte das Flugzeug ganz andere Ware geladen gehabt als Fleisch, denn Schmuggel steht im Iran unter der Obhut der Revolutionswächter. Diese Ware sollte wohl auf einem Pasdaran-Flughafen entladen werden.

http://www.pyknet.net/1397/03dey/26/page/gozaresh.htm
vom 26. Dey 1397 (16.01.2019)
gozareshi dar bareye hawapeymaye 707 –
6 nezami qorbaniye sanehe dar hawapeymaye hamele gusht che mikardand

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Iran: Mitgefangene aus den Arbeiterprotesten sagt aus


Assal Mohammadi

Assal Mohammadi ist eine Studentin, die in Teheran aus Solidarität mit den streikenden Arbeitern in Ahwas und Haft-Tape protestiert hatte und deshalb verhaftet wurde. Sie wurde von den Behörden nach Schusch verschleppt – nahe zur irakischen Grenze, und dann in einen Haftort des Geheimdienstes von Ahwas gebracht.
Assal Mohammadi wurde nach einem Monat Gefängnis gegen eine beträchtliche Kautionszahlung freigelassen und hat jetzt in einem offenen Brief geschildert, wie sie in der Haft Zeugin der Folterung von Sepide Qalyan und Esma°il Bachschi wurde. Dies ist in mehrerer Hinsicht von Bedeutung. Ihre Zeugenaussage widerspricht der Behauptung der Behörden der Provinz Chusestan, Esma°il Bachschi sei in Haft nicht gefoltert worden (wir hatten kürzlich davon berichtet). Ihre Aussage zeigt auch, dass selbst Personen in ihrer gefährlichen Lage – sie lebt weiterhin im Iran und kann jederzeit wieder verhaftet werden, weiter an die Öffentlichkeit gehen. Denn sie wissen, dass es im Land eine interessierte Öffentlichkeit gibt, die stärker ist als die Machthaber.


Sepide Qalyan und Esmail Bachschi
In ihrem offenen Brief schreibt Assal Mohammadi: „Am sechsten Tag meiner Haft in Ahwas wurde ich in eine kleine, feuchte Zelle verlegt, in der sieben Gefangene untergebracht waren. Eine von ihnen war Sepide Qalyan (Sepide Qalyan hatte den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt und war dann aus dem Bus heraus verhaftet worden. Vgl. unsere Nachricht vom 26. November 2018). Ich brauchte einige Zeit, bis ich ihr Gesicht wieder erkannte. Ich konnte es nicht fassen, dass ihr fröhliches Gesicht in so kurzer Zeit so knöchern und abgemagert aussehen konnte. Am Nacken waren noch blaue Flecken zu sehen. An ihren Händen sah man Kratz- und Schürfwunden. Sie erzählte mir von den Repressalien, die sie in den 21 Tagen ihrer Haft (bis dahin) erlitten hatte. (…) Ich war selbst Zeugin, wie sie stundenlang verhört wurde, von zehn Uhr morgens bis Mitternacht. Das wiederholte sich Tag für Tag. Ich hörte das Brüllen und die Beleidigungen des Verhörbeamten aus dem Nachbarraum. Ich habe erlebt, wie sie so einen Druck auf sie ausübten, ein erfundenes Geständnis abzulegen, dass sie sich mit den Händen das Gesicht zerkratzte und sich den Tod wünschte.“
„Ich habe das lange Husten und die Atemnot von Esmail (Bachschi) aus dem benachbarten Verhörraum gehört und wie sich die Beamten über ihn lustig machten (…). Es war schmerzlich zu wissen, dass dieser aufrechte Kollege im Raum nebenan gequält wird und ihm ein Minimum an medizinischer Behandlung verweigert wird. (…) Ich bin bereit dazu, darüber Zeugnis abzulegen, was ich gehört und gesehen habe.“

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=90953
vom 24. Dey 1397 (14.1.2019)
shahadat-nameye °asal mohammadi: shahede sewome shekanje

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Iran – Ahwas: Dutzende von Stahlarbeitern verhaftet


Protest der Stahlarbeiter in Ahwas

Gestern Nacht wurden mehrere Dutzend streikende Stahlarbeiter in Ahwas von den sogenannten Sicherheitskräften verhaftet und an unbekannte Orte gebracht. Darauf demonstrierten die Stahlarbeiter heute vor dem Sitz des Geheimdienstes in Ahwas. Bei der Demo wurden zwei weitere Arbeiter verhaftet. Die Arbeiter forderten die Freilassung ihrer inhaftierten Kollegen. Bislang sind die Namen von 31 inhaftierten Stahlarbeitern bekannt.
Der Parlamentsabgeordnete von Ahwas verurteilte die Inhaftierung der Arbeiter und forderte, dass die Arbeiter angehört werden und man sich um ihre Sorgen kümmern solle.

https://news.gooya.com/2018/12/post-21609.php
vom 17.12.2018
bazdashte dahha tan az kargarane sherkate fulade ahwaz, ehraze howiyate 31 tan az bazdashtshodegan

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Iran – Qom: Tod eines politischen Gefangenen nach Hungerstreik


Wahid Sayyadi Nassiri

Vergangenen Mittwoch wurde bekannt, dass Wahid Sayyadi Nassiri nach einem Hungerstreik, den er gegen die Art der Unterbringung im Gefängnis von Qom abhielt, ums Leben gekommen ist. Wahid Sayyadi Nassiri war vor drei Jahren aufgrund politischer Vorwürfe verhaftet worden. Ihm wurde wegen seiner Veröffentlichungen im Internet und namentlich auf Facebook
„Blasphemie, Beleidigung des Führers der Islamischen Republik Iran und Propaganda gegen das System“ vorgeworfen. Er wurde deshalb zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil verbüßte er im Ewin-Gefängnis von Teheran und im Radscha‘i-Schahr-Gefängnis von Karadsch, bis er aufgrund einer Neujahrsamnestie nach zweieinhalb Jahren Haft freigelassen wurde.
Aber schon wenige Monate später wurde er vom Geheimdienst der Stadt Qom erneut verhaftet und erst ins Faschafuye-Gefängnis eingeliefert und von dort wenig später ins Saheli-Gefängnis von Qom verlegt. Im Gefängnis wurde das Grundprinzip, die Gefangenen nach der Art ihrer Straftaten zusammenzusperren, nicht eingehalten, wogegen er einen Hungerstreik eröffnete. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich so, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er verstarb.

https://www.radiofarda.com/a/vahid-sayyadi-nasiri-died-after-hunger-strike/29652535.html
vom 21. Adhar 1397 (12. Dezember 2018)
yek zendaniye siyasi bar athare e°tesabe ghadha dar zendane qom jan baxt

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Iranisch-Kurdistan: Lastenträger erschossen

Der Lastenträger Hadi Salimi wurde von Grenzpolizisten erschossen, zwei weitere Personen erlitten Verletzungen. Das geschah am letzten Donnerstag in der Nähe der iranisch-kurdischen Stadt Bane.


Lastenträger im iranisch-irakischen Grenzgebiet (Kulbaran)

Hadi Salimi war ein junger Mann, gerade mal 30 Jahre alt. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er hatte keine Arbeit und musste sich seinen Lebensunterhalt mit dem Transport von Lasten im iranisch-irakischen Grenzgebiet verdienen.

Als er erschossen wurde, befand er sich mit seinen Freunden auf dem Weg in den Irak um 12 Autoreifen abzuholen, die für den Iran bestimmt waren. Noch bevor sie die Ware erhalten hatten, kam es zur Erschießung. Die Leiche befindet sich nun im Krankenhaus von Bane. Geheimdienst und Revolutionswächter haben alle Wege zum Krankenhaus abgeriegelt – sie befürchten Proteste aus der Bevölkerung.

Das kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak ist Schauplatz eines kleinen Grenzhandels, der den Schmuggelbrüdern – den Pasdaran und Co. – ein Dorn im Auge ist. Die Menschen, die sonst keine Arbeit finden, weil im Iran viele Fabriken stillgelegt wurden, transportieren Waren aus dem Irak in den Iran auf dem Rücken oder, wenn sie etwas mehr Geld haben, zu Pferde.

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Iran – Haft-Tape: Sepide Qalyan wegen Solidarität mit Arbeitern verhaftet


Sepide Qalyan

Die bürgerrechtlich aktive Sepide Qalyan war am Sonntag, den 18. November 2018, von einer Sondereinheit zusammen mit mehreren Arbeitern verhaftet worden. Ihre „Straftat“ bestand darin, den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt zu haben. Sie wurde aus dem Bus heraus verhaftet und erst einen Tag in Schusch in Haft gehalten, dann wurde sie in das Gefängnis des Geheimdienstes der Pasdaran nach Ahwas verlegt. Aufgrund der Proteste der Arbeiter wurden einige Arbeitervertreter nach ein paar Tagen freigelassen, Sepide Qalyan und der Arbeitervertreter Esma°il Bachschi sind aber weiterhin in Haft, obwohl den Arbeitern von den Behörden zugesichert worden war, alle würden freigelassen. Der Geheimdienst hat vergangenen Montag auch die Wohnung von Sepide Qalyan durchsucht und einige Privatgegenstände von ihr beschlagnahmt. Bislang durfte sie nur kurz Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170440
vom 2. Adhar 1397 (23. November 2018)
gozareshi az bazdashte sepide qalyan

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Iran: Verfolgung der Familie der inhaftierten Anwältin Nasrin Sotude


Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude wurde am 23. Chordad 1397 (13. Juni 2018) dieses Jahres erneut verhaftet. Ihr Ehemann, Resa Chandan, wurde am 12. Schahriwar 1397 (3. September 2018) nach einem telefonischen Drohanruf des iranischen Geheimdienstes ebenfalls verhaftet. Als die Kinder von Nasrin Sotude am Sonntag, den 25. Schahriwar 1397 (16.09.2018) ihre Mutter im Ewin-Gefängnis besuchen wollten, wurde ihr Name nicht aufgerufen. Stattdessen wurde ihre Tochter Mehrawe Chandan aufgefordert, die islamische Kopfbedeckung einzuhalten. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sie bei allen Besuchen ihren Kopf stets auf gleiche Art bedeckte. Es handelt sich also nicht um eine Reaktion auf ihre Kleidung, sondern um eine weitere Form des Drucks durch die Behörden.
Nasrin Sotude hat als Reaktion hierauf erklärt, dass sie kein Besuche mehr empfangen will. Außerdem hat sie als Reaktion auf die Verhaftung ihres Mannes den trockenen Hungerstreik erklärt und weigert sich auch, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, um mit Infusionen am Leben gehalten zu werden. Es ist ein ungleicher Kampf, aber sie gibt nicht auf.

https://www.radiofarda.com/a/nasrin-sotudeh-daughter-mehraveh/29494023.html
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
afzayeshe fesharha bar farzandane nasrin setude

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