Archiv der Kategorie 'Geheimdienst'

Said Mortazavi – ein Folterer mit Schutzpatron


Richter Said Mortazavi

Said Mortazavi ist ein bekannter Mann im Iran. Er hatte die iranisch-kanadische Journalistin Zahra Kazemi (Kasemi) beim Verhör zu Tode gefoltert. Damals war er Richter. Dann wurde er zum Staatsanwalt von Teheran befördert. Nach der Wahlfälschung vom Juni 2009 war er als Richter beim berüchtigten Kahrisak-Gefängnis tätig, in seinem alten „Metier“. Einige Angehörige der ermordeten Folteropfer haben gegen ihn und weitere Richter geklagt, worauf ein Verfahren eingeleitet wurde. Richter Mortazavi (Mortasawi) wurde daraufhin auf eine andere Stelle versetzt, er ist jetzt für Schmuggler zuständig.
Am 24. Juli 2011 (2. Mordad 1390) wurde Richter Mortazavi von der Zeitung „Dschomhuriye Eslami“ – die einem Flügel der Anhänger von Ajatollah Chamene‘i nahesteht – sinngemäß so zitiert, dass ein Gerichtsbeschluss ergangen sei, wonach weder ihn noch seine anderen Richterkollegen im Fall Kahrisak irgendein Verschulden treffe. Die Zeitung zitiert aber auch die Angehörigen der Ermordeten, die darauf hinweisen, dass die Beschuldigten noch nicht einmal verhört wurden, von einem Beschluss des Gerichts ganz zu schweigen.
Der ehemalige Geheimdienstminister und jetzige Justizsprecher Ezhe‘i (Esche‘i) wies heute, am 25. Juli 2011, in einer Presse-Erklärung darauf hin, dass alle drei Richter im Kahrisak-Fall nach wie vor angeklagt seien und auch keinerlei Freispruch erfolgt sei.
Dass weder die Zeitung noch ein Sprecher von Ajatollah Chamene‘i bis jetzt etwas gegen Said Mortazavi ausrichten konnten und er weiterhin als Richter im Amt ist, zeigt, dass die Pasdaran in diesem Kräftemessen bislang die Stärkeren sind.

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Teheran: Die Mörder bilden den Leichenzug

Am 14. Februar 2011 (25. Bahman nach iranischem Kalender), als die Iraner zum Zeichen der Solidarität mit der Revolution in Ägypten und Tunesien auf die Straße gingen, wurden mindestens zwei Menschen von den Staatsorganen erschossen und allein in Teheran über 1500 Menschen verhaftet. Einer der beiden Toten ist Sane Zhale (Schale), ein Kurde aus Pawe, der an der Kunsthochschule in Teheran studierte. Der iranische Geheimdienst machte mit Hilfe einer Fotomontage aus dem erschossenen Kurden einen Bassidschi präsentierte einen angeblichen Bassidschi-Ausweis des Ermordeten, auf dem dieses montierte Foto zu sehen war. Diese „Beweise“ ließ der Geheimdienst den staatstreuen Medien zukommen, die daraufhin behaupteten, die demonstrierende Menge habe diesen „Bassidschi“ umgebracht. Die Spitzen der Pasdaran und der Bassidschis ließen es sich darauf nicht nehmen, zum Begräbnis des Ermordeten zu erscheinen, um dem oppositionellen Kurden nachträglich zu einer „Karriere“ in diesen Organen zu verhelfen. Die Studenten, die ihren Kollegen als Anhänger Mussawis und Ajatollah Montaseris kannten, protestierten heftig und wurden bei der Trauerfeier von den Staatskräften zusammengeschlagen.


Hier sieht man, wie die Handlanger der Mörder die Leiche des ermordeten Kurden tragen.

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Wissenschaft als Sprachrohr der Mächtigen


Zentrum für Dokumente der Islamischen Revolution

Die Zeiten sind vorbei, dass im Iran jemand die Interessen der islamistischen Machthaber freiwillig und unbezahlt aus innerer Überzeugung verteidigen möchte. Deshalb sind die Pasdaran seit einiger Zeit dazu übergegangen, Forschungsinstitute zum Beispiel in Qom zu finanzieren, die ihre Ansprüche und Aussagen „wissenschaftlich“ untermauern und ihr Treiben anständig verkleiden.

Zu diesen Instituten in Qom zählt die Forschungsakademie für Islamische Forschungen der Islamischen Revolutionswächter (Pazhuheshkade-ye Tahqiqat-e Eslami-ye Sepah-e Pasdaran-e Eslami). Auch die Akademie für Iranische Studien in London (Akademi-ye Motale‘at-e Irani-ye Landan) sowie das


Internationale Zentrum für Friedensstudien in London (Markaz-e Beyn-ol-Melali-ye Motale‘at-e Solh) werden von den Pasdaran finanziert. Der Direktor der beiden Zentren ist Seyed Salman Safawi, Bruder des ehemaligen Chefs der Pasdaran General Safawi. Ihre Aufgabe ist, in den staatlichen und halbstaatlichen Medien des Irans wie auch im Ausland Werbung für die jetzigen Machthaber zu betreiben. Finanziert werden diese Institute wohl aus dem Staatsbudget wie auch aus der Kasse des religiösen Führers Ajatollah chamene‘i, aber amtliche Zahlen dafür gibt es nicht.

Folter: Die Wissenschaft der Islamischen Republik Iran
Eine Eigenart der iranischen Machthaber ist die auszugsweise Veröffentlichung von unter Folter erlangten „Geständnissen“ als wissenschaftliche Dokumente, die diverse Behauptungen der Regierenden untermauern sollen. Davon gibt es eine ganze Reihe von Titeln:

  • Die Entstehung und der Sturz der Pahlawi-Herrschaft (Zohur wa soqut-e saltanat-e pahlawi);
  • Die Memoiren von Fardust (Khaterat-e Fardust) (Fardust war ein General des Schahs, der nach der Revolution verhaftet wurde);
  • Die Politik und Organisation der Tude-Partei (Siyasat wa Sazeman-e Hezb-e Tude) (Tude-Partei; Kommunistische Partei des Irans);
  • Die Memoiren von Iradsch Eskandari (Khaterat-e Iraj Eskandari) (Iradsch Eskandari war Mitglied des Zentralkomitees der Tude-Partei);
  • Die Organisation der Volksmudschahedin – vom Anfang bis zum Ende (Sazeman-e Mojahedin-e Khalq – Peyda‘i ta farjam).

Diese Titel wurden von diversen obskuren Institutionen herausgegeben, so vom Institut für politische Studien und Forschungen (Moassesse-ye Motale‘at wa Pazhuhesh-haye Siyasi), das indirekt dem iranischen Geheimdienst untersteht oder dem Institut für das Studium der Zeitgenössischen Geschichte des Iran (Moassesse-ye Motale‘at-e Tarikh Moasser-e Iran).
Einige „Wissenschaftler“ dieser Institute, so ein gewisser Herr Abdollah Shahbazi, hatten direkten Zugang zu den Verhörakten des Geheimdienstes und entwickelten wunschgemäß die Szenarien für ihre Auftraggeber.

Das Zentrum für Dokumente der Islamischen Revolution (Markaz-e Asnad-e Enqelab-e Eslami) unter der Leitung von Ruhollah Hosseiniyan hat Zugang zu den Akten des Sawak (Geheimdienst des Schahs) wie den Verhörakten des jetzigen Geheimdienstes. Die „Forscher“ des Zentrums sind meist ehemalige Verhörbeamten, also Folterer, die allerdings unter einem falschen Namen auftreten.

Hier die Webseite dieses Zentrums:
http://www.irdc.ir/fa/about.aspx

Auch die Zeitung Keyhan (Teheraner Ausgabe) von Hossein Schariatmadari, die dem religiösen Führer nahe steht, betreibt ein „Forschungsinstitut Keyhan“, das auf Foltergeständnisse zugreifen und sie veröffentlichen darf.

Quelle dieses Artikels:
http://www.radiofarda.com/content/f2_iran_revolutionary_guards_intelligence_penetrated_in_research_centers_tv_media/2238826.html

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Der Mord an Dr. Sudbachsch – die Täter nehmen Gestalt an

Wie berichtet, wurde vergangene Woche der iranische Arzt Dr. Sudbachsch von zwei Motoradattentätern vor seiner Praxis ermordet.
Dr. Sudbachsch war einer der Ärzte, der Gefangene untersuchte und behandelte, die Opfer der Vergewaltigungen im berüchtigten Kahrisak-Gefängnis geworden waren und deshalb auch Erkrankungen an den Geschlechsorganen davongetragen hatten. Die sogenannten Sicherheitsorgane hatten ihm darauf befohlen, er solle bei sämtlichen Gefangenen die Diagnose „Meningitis“ stellen, was der Arzt aber nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Er wusste, dass er in Gefahr war, und hatte deshalb seine Familie ins Ausland geschickt. Für sich selbst hatte er ebenfalls ein Ticket besorgt. Der Mordanschlag erfolgte einen Tag vor dem Abflug.
Da die Akten von Ausreisenden aus dem Iran über die Tisch der Sicherheitsorgane wandern, ist klar, dass die Attentäter mit diesen in Verbindung stehen.
Dr. Sudbachsch ist schon der zweite Arzt, der für seine Diagnosen in Zusammenhang mit den staatlichen Verbrechen im Kahrisak-Gefängnis ermordet wurde. Der erste war Dr. Ramin Purandardschani, der den Leichnam von Gholamhossein Ruhol-Amini untersucht hatte und ebenfalls Spuren der sexuellen Folter festgestellt hatte.

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Iran: Geheimdienst gegen Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Nasrin Setude
Am Samstag, den 28. August 2010, haben 10 Beamten des iranischen Geheimdienstes eine Razzia bei der Rechtsanwältin Nasrin Setude durchgeführt und dabei nicht nur sämtliche Akten der Anwältin beschlagnahmt, sondern auch ihre persönlichen Sachen und die ihres Mannes und ihrer kleinen Kinder durchgewühlt und mitgenommen.
Nasrin Setude verteidigt unter anderem die Nobelpreisträgerin Schirin Ebadi, gegen die die iranischen Behörden ein Verfahren eingeleitet und eine Vorladung vor Gericht ausgestellt haben. Unter ihren Mandanten sind zahlreiche politische Gefangene, die nach den politischen Protesten gegen die Wahlfälschung vom Juni 2009 inhaftiert wurden.
Die Anwältin Nasrin Setude hat darüber hinaus eine Vorladung des Gerichts erhalten, das im Ewin-Gefängnis amtiert. Ihr wird „Verschwörung gegen die Sicherheit des Landes“ und „Propaganda gegen das System der Islamischen Republik“ vorgeworfen.

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Iran: Verhandlungsbasis ist Geiselnahme


Verhandlungskalender, zwischen den Zeilen zu lesen

Die iranische Regierung hatte vor einiger Zeit eine französische Studentin verhaften lassen, die an den Kundgebungen nach der gefälschten Präsidentenwahl im Iran im Juni 2009 teilgenommen hatte, und sie wegen Spionage angeklagt. Der französischen Regierung gelang es, nach 6 Wochen ihre bedingte Freilassung zu erreichen. Bis zur Gerichtsverhandlung hielt sie sich unter dem Schutz der französischen Botschaft in Teheran auf. Am 15. Mai 2010 hat ein iranisches Gericht entschieden, dass sie gegen eine Strafe von 240.000 Euro freizulassen ist. Nach Entrichtung des Betrags durfte sie am 16. Mai 2010 nach Frankreich zurückkehren.

Am 20. März 2009 war in Frankreich ein 37-jähriger iranischer Ingenieur namens Majid (Madschid) Kakavand verhaftet worde, dessen Auslieferung von der US-Regierung gefordert wurde, weil er in Waffen-Geschäfte verwickelt gewesen sei. Am 27. August 2009 war er gegen Kaution von 200.000 Euro bis zur Gerichtsverhandlung auf freien Fuß gesetzt worden. Am 5. Mai 2010 hat ein französisches Gericht entschieden, das Auslieferungsgesuch der USA endgültig abgelehnt, so dass für eine Inhaftierung des Ingenieurs keine Rechtsgrundlage mehr besteht und er die Kaution zurück bezahlt bekam.

Ali Vakili Rad, der verurteilte Mörder von Schapur Bachtiar, wurde am 18. Mai 2010 auf Bewährung freigelassen und durfte noch am selben Tag nach Teheran ausreisen.

Im Juli 2009 wurden Shane Bauer, Sarah Shourd und Josh Fattal, drei amerikanische Staatsbürger, die im Irak im iranisch-irakischen Grenzgebiet eine Gebirgswanderung unternahmen, von iranischen Pasdaran festgenommen und unter dem Vorwand der Spionage inhaftiert. Seitdem werden sie ohne formelle Anklage im Ewin-Gefängnis festgehalten. Am 20. Mai 2010 durften sie erstmals Besuch von ihren Müttern aus den USA enthalten.

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Vorbereitung auf den Revolutionstag am 22. Bahman (11. Februar)

Seit letzter Woche bereiten sich Basiji, Revolutionswächter und Geheimdienste auf den Revolutionstag 22. Bahman (11. Februar) vor. In jeder großen und kleinen Stadt, selbst in größeren Dörfern werden Übungen zur Aufstandsbekämpfung abgehalten. Diese Bilder hier stammen aus Yasuj, Südwest-Iran.

Für die erwarteten Szenarien werden die Einheiten in zwei Gruppen aufgeteilt: die eine Gruppe mimt die Aufständischen als zivil gekleidete Steinewerfer, mit Megafonen und Sprechchören, und die andere Gruppe, die regulär uniformierten Einheiten, bekämpft diese mit Waffen, Maschinengewehren, Motorrädern und Schlagstöcken.


Scheindemonstranten

Aus Scheu, die tatsächlichen Parolen der Demonstranten bei einer Übung wiederzugeben, wurden sinnlose Phrasen auf Plakate geschrieben. Der rote Schriftzug linksoben im Bild lautet „Khalije farse Iran, esfalt bayad gardad“ (Der persische Golf muss asphaltiert werden)


Scheindemonstranten zünden Mülleimer an


Die bei den Demonstrationen der Grünen Bewegung üblichen grünen Kleidungsstücke, Tücher oder Schals werden vermieden und durch rote Farben ersetzt.

Es wird geübt, in die Mitte einer Demonstration vorzustoßen, um sie zu teilen und aufzulösen.

Diese Übung zeigt, wie vom Rücksitz eines Motorrads direkt in eine Menge geschossen werden soll.


Diese uniformierte Einheit zeigt Ghaschghai-Nomaden. Die Machthaber wollen demonstrieren, dass auch Nomaden auf ihrer Seite stehen.


Unter dem Tisch pflegt die iranische Regierung Geheimkontakte in die USA, in der Öffentlichkeit sieht es so aus.


Mit voller Ausrüstung

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Klares Geständnis des Leiters der Judikative im Iran

Letzte Woche fand in Teheran eine Fachtagung der Leiter der Justizorgane fast aller iranischer Städte statt. In seiner Rede stellte der Leiter der Judikative, Ayatollah Shahrudi folgendes fest:

„In unseren Gerichten lagern Berge von Akten. Das heisst für uns, dass wir unsere Gerichte davon entlasten müssen. Wir sind Zeuge, wie in manche Fällen tausende Menschen gegen eine einzige Person klagen. [Anmerkung: Wer ist so eine Person? Ein Rechtsgelehrter oder sein Sohn, ein hochrangiger Leiter in der Revolutionswächterorganisation oder beim Geheimdienst, ein Parlamentarier, ein Minister, …?]

Selbst unsere Sicherheitsorgane verstehen die Grundlagen des Rechts nicht. Die meisten Vertreter der Geheimdienste oder der Öffentlichen Ordnung scheinen zu glauben, dass man möglichst schnell möglichst viele Beschuldigte ins Gefängnis werfen muss. Aber das birgt auf Dauer die Gefahr von großen Unruhen und Protesten in der Gesellschaft.

In unserer Gesellschaft sind alle Ämter Teil eines staatlichen Systems – wie kommt es, dass es soviele Konflikte zwischen ihnen gibt? Wo in der Welt gibt es vergleichbar viele Auseinandersetzungen unter den Ämtern? Während die einen Ämter ein Auge zudrücken, um den wirtschaftlichen Zielen näher zu kommen, gehen die anderen dazwischen und legen dem Unternehmer schon bei geringfügigen Verstößen gleich die Handschellen an. Dies erzeugt Unsicherheit. Und dann fragen wir uns, warum niemand bei uns investieren will.

Will jemand aus dem Ausland bei uns investieren, so wird sein Antrag von den Sicherheitsorganen, der obersten Aufsichtsbehörde (Sazman-e bazresi-ye koll-e keshwar), dann vom Staatspräsidenten, dem Geheimdienst und dem Organ zur Überprüfung von Schmuggelware geprüft. Welcher Unternehmer ist so verrückt, dass er da noch im Iran investieren würde?

Das Amt für Schmuggelware ist ein Instrument geworden, um jede beliebige Person unter dem Vorwurf der Schmuggelei festzunehmen, besonders in den grenznahen Städten. Wenn jemand mit fünf Handys oder ein paar Ballen Stoff in den Iran einreist, wird er sofort festgenommen und mit einer Geldstrafe ins Gefängnis geschickt.

Staatsanwälte oder Richter sind keine Maschinen, die alle Fälle, die ihnen vorgelegt werden, sofort entscheiden. Es muss gründlich überlegt und geprüft werden. Wenn Sie die Sache gründlicher angehen wollen, müssen Sie sich aufmachen und die Quelle zum Versiegen bringen.“ [Anmerkung: Wo sind diese Quellen? Bei Ayatollah Chamenei und seinem Sohn? Bei Ayatollah Rafsanjani und seinen Söhnen? Bei Ayatollah Mesbahe Yazdi und seinem Sohn? Bei Ayatollah Tabesi und seinem Sohn? Beim Gehemdienst oder der Revolutionswächterorganisation? Oder den Milizen (Basidschi)?]

In den letzten Jahren ist die Zahl der Rechtsanwälte in unserer Gesellschaft stark gestiegen. Wir haben 20.000 Rechtsanwälte und Rechtsberater. Eine der Hauptaufgaben der Judikative ist mittlerweile die Ausbildung von Rechtsanwälten geworden. Aber bedauerlicherweise setzen wir diese Anwälte nicht richtig ein. In der ganzen Welt sind die Anwälte und Rechtsberater dazu da, um die Rechte des Einzelnen zu verteidigen, während sie bei uns vor allem dazu dienen, die Geschäfte zu „schmieren“.


Shirin Ebadi, Friedens- nobelpreisträgerin
von 2003
[Anmerkung: Es gibt auch im Iran Anwältinnen und Anwälte, die die Menschenrechte verteidigen, sich für die Hinterbliebenen der Opfer von Serienmorden einsetzen oder sich für Frauenrechte und Sitzstreikende engagieren. Solche Anwälte laufen Gefahr, lange Zeit hinter Gitter zu kommen oder direkt mit Leib und Leben bedroht zu werden, wie z.B. Shirin Ebadi, die Friedensnobelpreisträgerin. ]
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Iranische Polizei und Geheimdienst verplomben Büro des Menschenrechtsvereins


Bild: Shirin Ebadi vor dem Büro des Vereins der Verteidiger der Menschenrechte

Ein Sprecher des Vereins der Verteidiger der Menschenrechte hat in einem ersten Bericht bekanntgegeben, dass die Polizei und der iranische Geheimdienst am Sonntag, den 21.12.2008, ohne offizielle Papiere vorzulegen, die Büroräume des Vereins verplombt haben. Ein großer Teil des Büros war aus den Preisgeldern des Friedensnobelpreises finanziert worden, den Shirin Ebadi im Jahr 2003 entgegen genommen hatte. Zusätzlich zu dem Büro des Menschenrechtsvereins war noch ein Verein zur Beseitigung von Landminen betroffen, dessen Räume ebenfalls verplombt wurden. Die Aktivitäten beider Vereine sind durch die Schließung ihrer Räume zum Erliegen gekommen.

Der Sprecher des Menschrechtsvereins erklärte, dass diese Aktion illegal sei. Hasan Ghashghai, Sprecher des iranischen Außenministeriums, meinte in seiner wöchentlichen Erklärung, dass dies ein vollkomen legaler Vorgang gewesen sei. Des weiteren sagte er, dass der Iran nicht wie ein Tante-Emma Laden, eine Tischlerei oder eine Bäckerei funktioniere und nicht jeder einfach so und ohne Genehmigung mit der Arbeit beginnen könne. Der Menschenrechtsverein sei 9 Jahre lang ohne Genehmigung aktiv gewesen.

Viele staaliche Medien begrüßten es, dass dieser Verein, der mit ausländischen Geldern finanziert worden sei, endlich geschlossen wurde. Dieser Verein sei ein Zentrum der Intrigen gegen die Regierung der Islamischen Republik gewesen.

Umgekehrt haben weltweit viele Organisationen, die sich für Menschenrechte einsetzen, gegen die Schließung protestiert.

Der Verein hatte drei wichtige Aufgaben:

1. Kostenlose Verteidigung bei Anklagen wegen politischer Vergehen oder aufgrund der Gesinnung

2. Unterstützung der Familien von Politischen Gefangenen

3. Regelmäßige Berichte über Menschenrechtsverletzungen im gesamten Iran

Zahlreiche Dokumentationen über Menschenrechtsverletzungen stützten sich auf Berichte dieses Vereins, so u.a. auch ein Bericht von Ban-Ki-moon, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen.

www.amnesty.org
hat am 23.12.2008 hierzu folgende Meldung veröffentlicht:
Authorities close key human rights centre in Tehran
23 December 2008
The Iranian authorities have forced the closure of the Centre for the Defence of Human Rights (CDHR) in Tehran. The Centre was co-founded by 2003 Nobel Peace Laureate Shirin Ebadi and other leading Iranian human rights activists.

The forcible closure is an extremely ominous development that threatens the country’s entire human rights movement. Amnesty International has called for the decision to be reversed without delay.

The office was closed by security officials on Sunday afternoon, shortly before the centre was to hold a commemoration marking the 60th anniversary of the Universal Declaration of Human Rights (UDHR). Dozens of police and plain clothed officials tried to enter the premises.

According to Narges Mohammadi, spokesperson for the CHRD, security officials failed to show any official order justifying their action and one told her that, if she were not a woman, he would drag her by the legs and throw her into the street.

The CHRD was co-founded in 2002 by Shirin Ebadi, Iran’s best known human rights defender. She was present at the time of the centre’s forcible closure on Sunday. The centre has sought legal registration since its formation six years ago but this has been continuously denied by the Iranian authorities, leaving Dr Ebadi and her colleagues to operate in a form of legal limbo, and under constant threat. She has previously received death threats.

It is unclear why the Iranian security authorities decided to act against the centre now. They appear to have wished to prevent a celebration of the UDHR, the founding document of modern human rights law. It seems that also want to send a powerful – and chilling – warning to Iran’s growing movement of human rights activists and defenders by targeting the organisation headed by the most internationally renowned leader of the movement.

The CHRD has three stated roles, reporting violations of human rights in Iran; providing pro-bono legal representation to political prisoners; and supporting the families of political prisoners. Its members have pursued high profile cases of impunity, and defended high profile victims of human rights violations. Some – such as lawyer Abdolfattah Soltani – have been detained in the past for no more than carrying out his duty as a lawyer.

Amnesty International has called for the CHRD to be allowed to resume its activities without delay and to be allowed legal registration. The Iranian government should abide by its obligations under international law to promote and protect human rights and should support, not attack and undermine, the work of human rights defenders.

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Einschüchterungsversuche des iranischen Geheimdienstes gegen StudentInnen

In den letzten Tagen wurden an iranischen Universitäten zahlreiche erfolgreiche Demonstrationen und Versammlungen durchgeführt. In den offiziellen Medien heisst es, dass diese Demonstrationen von antiiranischen Revolutionsfeinden organisiert würden.

Gemäß der Nachrichtenagentur Amir Kabir haben vom Geheimdienst kontrollierte iranische Sicherheitsorgane die Redner, und diejenigen, die radikale Parolen gerufen oder Flugblätter verteilt haben, auf verschiedene Weisen eingeschüchtert und bedroht. Manche StudentInnen wurden für kurze Zeit verhört, bei manchen kam es zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen von Computern, manche wurden ganz direkt am Telefon mit dem Tod bedroht.

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Eine Explosion in Schiras und eine weitere politische Explosion in Teheran

Video von Fars News

Am Samstag, den 12.4.2008 kam es um 21:15 Uhr in einer vollbesetzten Moschee der iranischen Stadt Schiras zu einer Explosion. Diese Moschee gehört einer sehr radikalen Hisbollah – Gruppe, deren Anhänger von Ayatollah Mezbah Yazdi und Ahmadinejad unterstützt werden. Jeden Samstag abend gibt es hier eine religiöse Trauerveranstaltung und die Teilnehmer sind Mitglieder der o.g. Gruppierung, darunter vorwiegend Basiji (religiöse Milizen).

Die Moschee ist sehr bekannt und spielt eine wichtige Rolle bei der Organisierung von Aktionen der Basiji gegen Zeitungen, Demonstrationen von Arbeitern und Studenten, etc. An diesem Samstag wurde – wie auch an den Samstagen zuvor – gegen die religiösen Minderheiten der Bahaii und der Wahhabiten, einen sunnitischen Zweig des Islam, gehetzt.

Kurz nach der Explosion verbreiteten sich zwei entgegengesetzte Berichte über dieses Ereignis. Während die landesweiten Medien versuchten, den Vorfall heruterzuspielen und bekanntgaben, dass es sich um einen Unfall handele, berichteten die lokalen Medien von Schiras sowie die Vertreter der Moschee wesentlich dramatischer. Sie behaupteten, dass ein Sprengstoffattentat stattgefunden habe und Polizei und Geheimdienst die Pflicht hätten, den Vorfall gründlich zu untersuchen.

Die Explosion in Schiras hatte eine politische Explosion in der Regierung zur Folge. Die Fraktion der Kritiker von Ahmadinejad beschwerte sich lauthals über die falsche staatliche Berichterstattung, fragte nach den Schuldigen und kritisierte Versäumnisse bei der Sicherheit. Laut der Website Tabnak soll sich heute, am 14.4., eine Gruppierung der Wahhabiten zu einem Anschlag gegen die Moschee bekannt haben.

Hinsichtlich der Zahl der Verletzten und Toten gibt es überraschend widersprüchliche Aussagen. Normalerweise versammeln sich in dieser Moschee jeden Samstag bis zu 10.000 organisierte Gläubige. Am letzten Samstag befanden sich etwa 3000 Männer und 1500 Frauen vor Ort. Laut der Website Peiknet hat ein Augenzeuge mit dem Namen Seyed Mehdi Hosseini gesagt, dass seine Kleidung von dem Blut der Opfer getränkt gewesen sei und mindestens 50 Personen getötet sowie hunderte verletzt worden seien. Die staalichen Medien sprechen lediglich von 12 Toten und ca. 200 Verletzten.

Die jüngste Meldung aus der Gerüchteküche des Irans behauptet, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Racheakt des ehemaligen Innenministers Hodschatoleslam Mostafa Purmohammadi handele, der erst vor wenigen Tagen entlassen wurde und einen Geheimdienst innerhalb des Geheimdienstes aufgebaut hat.

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Ein Mörder als „Held“ der iranischen Nation


Kazem Darabi


Darabis Verwandte kurz vor seiner Ankunft

Aus wikipedia:

Am 11. Oktober 2007 entschied der Deutsche Bundesgerichtshof nach § 456a StPO, dass Kazem Darabi im Dezember 2007 nach 15 Jahren Haft freigelassen und anschließend in den Iran abgeschoben werden soll. Er wurde am Montag, den 10. Dezember 2007, aus der Haft entlassen und über den Flughafen Köln/Bonn in den Iran geflogen. Am Flughafen Teheran-Imam Khomeini wurde Darabi in Anwesenheit der iranischen Presseagenturen IRNA und IRIB von seiner Familie und dem stellvertretenden Generaldirektor für Europa im iranischen Außenministerium Mohammad Bagheri und weiteren hochrangigen Regimevertretern warm empfangen und als „Held der Nation“ verehrt. In einer Pressekonferenz am selben Tag vor inländischen und ausländischen Journalisten bestritt Darabi alle ihm vorgeworfenen Straftaten und kündigte ein von ihm auf deutsch verfasstes Buch über seine Verurteilung und die Demokratie in der BRD an.

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