Archiv der Kategorie 'Gesundheit'

Iran: Mitgefangene aus den Arbeiterprotesten sagt aus


Assal Mohammadi

Assal Mohammadi ist eine Studentin, die in Teheran aus Solidarität mit den streikenden Arbeitern in Ahwas und Haft-Tape protestiert hatte und deshalb verhaftet wurde. Sie wurde von den Behörden nach Schusch verschleppt – nahe zur irakischen Grenze, und dann in einen Haftort des Geheimdienstes von Ahwas gebracht.
Assal Mohammadi wurde nach einem Monat Gefängnis gegen eine beträchtliche Kautionszahlung freigelassen und hat jetzt in einem offenen Brief geschildert, wie sie in der Haft Zeugin der Folterung von Sepide Qalyan und Esma°il Bachschi wurde. Dies ist in mehrerer Hinsicht von Bedeutung. Ihre Zeugenaussage widerspricht der Behauptung der Behörden der Provinz Chusestan, Esma°il Bachschi sei in Haft nicht gefoltert worden (wir hatten kürzlich davon berichtet). Ihre Aussage zeigt auch, dass selbst Personen in ihrer gefährlichen Lage – sie lebt weiterhin im Iran und kann jederzeit wieder verhaftet werden, weiter an die Öffentlichkeit gehen. Denn sie wissen, dass es im Land eine interessierte Öffentlichkeit gibt, die stärker ist als die Machthaber.


Sepide Qalyan und Esmail Bachschi
In ihrem offenen Brief schreibt Assal Mohammadi: „Am sechsten Tag meiner Haft in Ahwas wurde ich in eine kleine, feuchte Zelle verlegt, in der sieben Gefangene untergebracht waren. Eine von ihnen war Sepide Qalyan (Sepide Qalyan hatte den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt und war dann aus dem Bus heraus verhaftet worden. Vgl. unsere Nachricht vom 26. November 2018). Ich brauchte einige Zeit, bis ich ihr Gesicht wieder erkannte. Ich konnte es nicht fassen, dass ihr fröhliches Gesicht in so kurzer Zeit so knöchern und abgemagert aussehen konnte. Am Nacken waren noch blaue Flecken zu sehen. An ihren Händen sah man Kratz- und Schürfwunden. Sie erzählte mir von den Repressalien, die sie in den 21 Tagen ihrer Haft (bis dahin) erlitten hatte. (…) Ich war selbst Zeugin, wie sie stundenlang verhört wurde, von zehn Uhr morgens bis Mitternacht. Das wiederholte sich Tag für Tag. Ich hörte das Brüllen und die Beleidigungen des Verhörbeamten aus dem Nachbarraum. Ich habe erlebt, wie sie so einen Druck auf sie ausübten, ein erfundenes Geständnis abzulegen, dass sie sich mit den Händen das Gesicht zerkratzte und sich den Tod wünschte.“
„Ich habe das lange Husten und die Atemnot von Esmail (Bachschi) aus dem benachbarten Verhörraum gehört und wie sich die Beamten über ihn lustig machten (…). Es war schmerzlich zu wissen, dass dieser aufrechte Kollege im Raum nebenan gequält wird und ihm ein Minimum an medizinischer Behandlung verweigert wird. (…) Ich bin bereit dazu, darüber Zeugnis abzulegen, was ich gehört und gesehen habe.“

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=90953
vom 24. Dey 1397 (14.1.2019)
shahadat-nameye °asal mohammadi: shahede sewome shekanje

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Iran: Narges Mohammadi und Nasanin Sagheri im Hungerstreik


Nasanin Sagheri (links) und Narges Mohammadi (rechts)

Am heutigen Montag sind zwei politische Gefangene im Iran für drei Tage in den Hungerstreik getreten, um gegen die Verweigerung angemessener medizinischer Behandlung zu protestieren. Die Menschenrechtsaktivisten Narges Mohammadi war zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie leidet an einer Lungenembolie und an Muskellähmung.
Nasanin Sagheri (Nazanin Zagheri-Ratcliffe) betrieb in Großbritannien eine Webseite und wurde bei einem Besuch im Iran verhaftet. Bei ihr wurde ein Knoten in der Brust entdeckt.
In beiden Fällen verweigern die Gefängnisbehörden eine Behandlung der Kranken im Krankenhaus.
https://www.radiofarda.com/a/zaghari-narges-mohammadi/29708930.html
vom 24. Dey 1397 (14.1.2019)
aghaze e°tesabe ghadha-ye seh ruze nargese mohammadi wa nazanin zagheri

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Iran – Haft-Tape: Arbeiterführer gefoltert


ein altes Foto von Ismail Bachschi

Trotz gegenteiliger Behauptungen des Provinzgouverneurs von Chusestan, Gholamresa Shariati, der inhaftierte Gewerkschaftsaktivist Ismail Bachschi sei nicht gefoltert worden, sprechen die Indizien von etwas anderem. Am 22. Dezember 2018 wurde bekannt, dass es bis dahin nicht möglich war, mit Ismail Bachschi Kontakt aufzunehmen, obwohl der Inhaftierte zehn Tage zuvor gegen eine Kaution von 400 Millionen Tuman freigelassen worden war.
Einem iranischen Journalisten namens Shahed Alawi ist es gelungen, einen Angehörigen des Freigelassenen zu finden, der bereit war, Näheres zu dessen Lage zu berichten.
Demnach wies Ismail Bachschi blaue Flecken und Schwellungen am Kopf und im Gesicht auf, als er freigelassen wurde. In Haft wurde er mit dem Knüppel auf die Hoden geschlagen, und zu den schweren Körperverletzungen, die ihm die Beamten zufügten, kommt noch hinzu, dass sie ihm Psychopharmaka verabreichten, die u.a. halluzinogene Wirkung haben.
Die Schmerzen durch die Folterung wie auch die Wirkung oder Nebenwirkung dieser Substanzen halten auch nach der Freilassung noch an, so dass Ismail Bachschi nicht in der Verfassung ist, Kontakt nach Außen aufzunehmen. Außerdem wurde ihm mit erneuter Inhaftierung gedroht, falls er Interviews gebe. Auch auf die Gewerkschaftsaktivisten, die mit ihm zusammen den Streik bei der Zuckerfabrik von Haft-Tape durchführten, übten die Organe Druck aus. Sie drohten, wer mit ihm Kontakt aufnehme, werde gleichfalls inhaftiert. Das führt dazu, dass Ismail Bachschi ziemlich isoliert ist. Hinzu kommt, dass die Behörden ihn aus der Arbeit entlassen haben, so dass er keinen Lohn mehr erhält, und außerdem seine Konten gesperrt haben, so dass er weder an sein Geld kommt noch ihm Geld überwiesen werden kann. Dies hat zur Folge, dass er akut an Geldmangel leidet und auch nicht den Arzt oder Medikamente bezahlen kann, die er in dieser Lage benötigt. Aufgrund dieses Vorgehens der Behörden ist eine baldige Besserung nicht zu erwarten.
Die Behörden sind zwar rasch am Dementieren, wenn es um Foltervorwürfe geht, aber zugleich behindern sie aktiv jegliche Kontaktaufnahme von Journalisten, auch inländischen Journalisten, mit ihm. Das bedeutet, dass die Behörden selbst nicht die Möglichkeit zulassen, ihre Behauptungen zu bestätigen. Und das wiederum lässt den Schluss zu, dass sie selbst wissen, dass ihre Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=172449
vom 1. Dey 1397 (22. Dezember 2018)
shekanje-ye esma°il baxshi dar zendan, az batum zadan be beizeha ta xorandane qorshaye tawahhom-za

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Iran: Protest und Hungerstreik der Gefangenen in Gachsaran

Heute wurde bekannt, dass etwa 300 Inhaftierte im Gefängnis von Gachsaran einen Protest begonnen haben. Gachsaran ist eine Stadt im Südwesten des Irans.

Die Gefangenen protestieren gegen verschiedene Missstände. Der Protest richtet sich gegen die schlechten Ernährungs- und Gesundheitsbedingungen. Darüberhinaus geht es um die Art, wie sie von den Gefängniswärtern behandelt werden und die sie als unmenschlich bezeichnen. Auch beschweren sie sich darüber, dass der ihnen zustehende Hafturlaub nicht gewährt wird.

Seit Sonntag befinden sie sich im Hungerstreik.

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Iran: Verfolgung der Familie der inhaftierten Anwältin Nasrin Sotude


Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude wurde am 23. Chordad 1397 (13. Juni 2018) dieses Jahres erneut verhaftet. Ihr Ehemann, Resa Chandan, wurde am 12. Schahriwar 1397 (3. September 2018) nach einem telefonischen Drohanruf des iranischen Geheimdienstes ebenfalls verhaftet. Als die Kinder von Nasrin Sotude am Sonntag, den 25. Schahriwar 1397 (16.09.2018) ihre Mutter im Ewin-Gefängnis besuchen wollten, wurde ihr Name nicht aufgerufen. Stattdessen wurde ihre Tochter Mehrawe Chandan aufgefordert, die islamische Kopfbedeckung einzuhalten. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sie bei allen Besuchen ihren Kopf stets auf gleiche Art bedeckte. Es handelt sich also nicht um eine Reaktion auf ihre Kleidung, sondern um eine weitere Form des Drucks durch die Behörden.
Nasrin Sotude hat als Reaktion hierauf erklärt, dass sie kein Besuche mehr empfangen will. Außerdem hat sie als Reaktion auf die Verhaftung ihres Mannes den trockenen Hungerstreik erklärt und weigert sich auch, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, um mit Infusionen am Leben gehalten zu werden. Es ist ein ungleicher Kampf, aber sie gibt nicht auf.

https://www.radiofarda.com/a/nasrin-sotudeh-daughter-mehraveh/29494023.html
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
afzayeshe fesharha bar farzandane nasrin setude

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Iran: Protest wegen Wassermangel

Der Mangel an Trinkwasser in Borasdschan (Region Buschehr) hatte in den letzten Wochen schon mehrfach zu Protesten geführt. An diesem Sonntag sollen sich etwa 80 Bürger an der Einfahrtsstraße von Borasdschan versammelt haben und den Verkehr über eine halbe Stunde zum Erliegen gebracht haben, indem sie quer über die Fahrbahn Autoreifen legten und in Brand setzten.

https://www.radiofarda.com/a/iran_bushehr_borazjan_protest_water_shortage_police/29382016.html
vom 31. Tir 1397 (22. Juli 2018)
tajammo°e e°terazi dar borazjan °aleyhe kambude abe sharb

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Iran: Golroch Irani im Krankenhaus


Golroch Irani

Nach sechzig Tagen Hungerstreik wurde die iranische Bürgerrechtlerin Golroch Irani vergangenen Dienstag (3. April 2018) in ein Krankenhaus verlegt. Die Familie wurde nicht informiert, in welches Krankenhaus sie eingewiesen wurde. Mit ihrem Hungerstreik protestierte Golroch Irani gegen ihre illegale Verlegung und gegen die erlittene Misshandlung in Haft. Infolge des Hungerstreiks hat sie 20 kg an Gewicht verloren.
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85842
vom 15. Farwardin 1397, 4. April 2018

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Iran: Zwei gefangene Frauen im Hungerstreik


Kolroch Ebrahimi


Atena Da‘emi

Atena Da‘emi und Kolroch Ebrahimi, zwei aktive Bürgerrechtlerinnen, wurden am 4. Bahman 1396, also vor 19 Tagen, mit Schlägen und Gewalt vom Frauentrakt des Ewin-Gefängnisses in Teheran ins Qaretschak-Gefängnis in Waramin verlegt. Aus Protest gegen die Misshandlung und die willkürliche Verlegung sind sie am 14. Bahman, vor 9 Tagen, in den Hungerstreik getreten. Ihnen drohen schwere Nierenschäden. Die verantwortlichen Behörden in Teheran weigern sich, die Zwangsverlegung rückgängig zu machen und drohen der Mutter von Atena Da‘emi, sie ebenfalls zu inhaftieren, wenn sie weiter gegen das Verhalten der Behörde protestiere.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=84821
vom 22. Bahman 1396 (11. Februar 2018)
atena da‘emi wa kolrox ira‘i (ebrahimi) dar hashtomin ruze e°tesab

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Iran: Todesfälle in Gefängnissen müssen untersucht werden

In einer jüngsten Erklärung weist Amnesty International auf die katastrophale Lage in den iranischen Gefängnissen hin.
Mindestens fünf Personen sind Berichten zufolge nach der Niederschlagung regierungskritischer Proteste im Iran in Gewahrsam der Sicherheitskräfte gestorben. Amnesty International fordert die iranischen Behörden auf, die Todesfälle unverzüglich zu untersuchen. Ausserdem müssten die notwendigen Massnahmen ergriffen werden, um Inhaftierte vor Folter zu schützen und weitere Tote zu verhindern.
Weitere Einzelheiten siehe:

https://www.amnesty.ch/de/laender/naher-osten-nordafrika/iran/dok/2018/todesfaelle-in-gewahrsam
15. Januar 2018

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Iran: Gewerkschafter der Busfahrer in Lebensgefahr


Führer der Busfahrergewerkschaft von Teheran, Resa Schahabi, in Lebensgefahr

Vergangenen Samstag (den 16. Dezember 2017) musste einer der Führer der Gewerkschaft der Busfahrer von Teheran, Resa Schahabi, wegen eines Gehirnschlags aus dem Radscha‘i-Schahr Gefängnis von Karadsch ins Krankenhaus verlegt werden. Trotz der Gefahr eines erneuten Gehirnschlags wurde er nicht im Krankenhaus behalten sondern wieder ins Gefängnis zurückgebracht. Die Busfahrergewerkschaft kritisiert die Staatsanwaltschaft von Teheran, die bis heute nicht zur Kenntnis nimmt, was der Facharzt, der Schahabi behandelt hat, sagt, nämlich dass er in seiner gegenwärtigen körperlichen Verfassung nicht hafttauglich ist.
Die Gewerkschaft fordert deshalb die sofortige Freilassung und Behandlung des Gewerkschaftsführers.

https://www.radiofarda.com/a/iran_reza_shahabi_tehran_bus_drivers_syndecate/28924997.html
vom 27. Adhar 1396 (18. Dezember 2017)
sendikaye kargarane sherkate wahede otubusraniye tehran az waxamate hale reza shahhabi xabar dad

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Iran: Inhaftierter Gewerkschafter in Ketten


Gewerkschafter Mahmud Salehi im Krankenhaus von Saqqes

Mahmud Salehi ist ein iranischer Gewerkschafter aus dem kurdischen Saqqes. Er wurde in den Zellen des iranischen Geheimdienstes in Saqqes so gefoltert, dass seine Nieren nicht mehr funktionieren und er zweimal wöchentlich auf Dialyse angewiesen ist. Außerdem leidet er an Diabetes. Am 7. Aban (das ist der laufende iranische Monat) war er festgenommen worden. Er sollte eine einjährige Haftstrafe verbüßen. Aus der Haft wurde er am 12. Aban (3.11.) ins Imam-Chomeini-Krankenhaus von Saqqes verlegt, wo er unter Aufsicht von drei Gefängniswärtern von einem Arzt untersucht wurde. Die Wärter legten ihm Ketten an den Füßen an. Obwohl der behandelnde Arzt eine Verlegung in ein Spezialkrankenhaus nach Urumije, Tabris oder Teheran empfohlen hatte, ließen ihn die Gefängnisbehörden wieder ins Gefängnis von Saqqes zurück verlegt. Dies stellt eine ernsthafte Bedrohung für seine Gesundheit dar.

https://www.radiofarda.com/a/Iran-mahmoud-salehi-hospital-prison/28849425.html
vom 21. Aban 1396 (12.11.2017)
mahmud salehi be raghme tousiyeye pezeshke mo°alej be zendane saqez bazgardande shod

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Iran: Studentin stirbt beim Duschen

In der iranischen Stadt Schahre-Kord ist vergangenen Freitag eine Studentin ums Leben gekommen, als sie sich duschen wollte. Im Vorfeld hatten die Studenten immer wieder gegen die unsichere Gasheizung der Dusche protestiert, es geschah nie etwas. Nach dem Tod der Studentin kam es zu Protesten der Studierenden. Darauf erklärten die Behörden, die Studentin habe Selbstmord begangen. Die Behörden wechselten darauf die Taktik und behaupteten, sie sei an einem Herzinfarkt gestorben. Die Studenten forderten darauf eine Autopsie. Der Sachverständige stellte fest, dass die Studentin an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben ist.
Das Verhalten der Behörden legt die Vermutung nahe, dass sie die Verantwortlichen für den lebensgefährlichen Stand der Gasheizung/Entlüftung der Duschen vor einer rechtlichen Verfolgung schützen wollen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82525
vom 13. Mehr 1396 (8. Oktober 2017)
tajammo°e e°teraz-amiz moqabele daneshgahe shahrekord dar peye marge yek daneshju

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Iran: staatliche Hausbesetzer abgezogen, erfolgreicher Hungerstreik


Mehdi Karubi

Am Nachmittag des 17. Augusts wurde bekannt, dassdie iranischen Machthaber auf die Forderungen von Mehdi Karubi, einem seit Jahren im illegalen Hausarrest inhaftierten Kandidaten der Präsidentschaftswahl von 2009, teilweise eingegangen sind. Seine Bewacher, die ihn seit Jahren in seiner eigenen Wohnung bespitzelten und sich dort einquartiert hatten, werden nun abgezogen. Die zweite Forderung – nämlich nach einer öffentlichen Gerichtsverhandlung, auf der die Vorwürfe gegen ihn aufgetischt werden, so dass er sich öffentlich verteidigen kann, harrt noch der Verwirklichung. Ob es dazu kommt, wird sich zeigen. Der Sohn von Mehdi Karubi hat jedenfalls bekannt gegeben, dass sein 80-jähriger Vater den Hungerstreik abgebrochen hat.

https://www.radiofarda.com/a/iran_karoubi_khatami_hunger_strike/28682129.html
vom 26. Mordad 1396 (17. August 2017)
mowafeqat ba xoruje ma‘muran az mahalle hasre karubi; e°tesabe ghadha payan yaft

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Iran: Hausarrest? Geisel des Geheimdienstes

Man liest immer wieder, das gegen Mirhossein Mussawi und Mehdi Karubi, die beiden reformorientierten Kandidaten der Präsidentschaftswahlen von 2009, ein Hausarrest verhängt wurde. Das klingt geradezu beschönigend. Mehdi Karubi, der inzwischen 80 Jahre alt ist und vor kurzem einen Herzschrittmacher eingesetzt bekam, hat trotz seines Herzleidens am Mittwoch, den 15. August 2017, einen trockenen Hungerstreik gegen den Hausarrest und seine Umstände eröffnet.
Er fordert, dass die „Sicherheits“beamten aus seiner Wohnung abgezogen werden, die ihn in seiner eigenen Wohnung überwachen und dort wohnen! Sie belauschen jedes seiner Worte und filmen ihn in seiner eigenen Wohnung und mischen sich laufend in sein Privatleben ein.
Das hat er 2400 Tage über sich ergehen lassen, jetzt reicht es ihm.
Er verlangt auch, dass er endlich vor Gericht gestellt wird oder aber leben kann, wie jeder andere Bürger auch.

https://www.radiofarda.com/a/karrubi-hospitalized-after-hunger-strike/28680619.html
vom 26. Mordad 1396 (17. August 2017)
mahdi karubi dar peye e°tesabe ghadha be bimarestan montaqel shod

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Iran: Kein Recht auf Leben für Oppositionskandidaten


Mussawi, Rahnaward, Karubi

Wir erinnern, bei den Präsidentschaftswahlen 2009 traten neben dem „erfolgreichen“ Wahlbetrüger Ahmadineschad als Oppositionskandidaten der Reformisten Mehdi Karubi und Mirhossein Mussawi an. Der Wahlsieg von Mirhossein Mussawi war schon amtlich verkündet worden, als Ajatollah Chamene‘i mit Hilfe der Revolutionswächter und seiner Schlägertruppen dafür sorgte, dass das Ergebnis umfunktioniert wurde. Die Kandidaten Mehdi Karubi und Mirhossein Mussawi kamen in Hausarrest, ebenso seine Frau Sahra Rahnaward, ein Gerichtsverfahren wird ihnen bis heute verweigert. Ajatollah Chamene‘i und Co sehen dies als Gnade an, denn sie finden, dass diese Kandidaten eh hingerichtet gehören. Aber einen Prozess möchten sie doch nicht abhalten, da könnten sie nicht verhindern, dass die Worte der Gerichteten an die Öffentlichkeit dringen, und das könnte neue Empörungen auslösen, die bei der jetzigen Wirtschaftslage rasch zum Kippen des Regimes führen. Also hofft man auf den lieben Gott. Und weil die im Hausarrest in Haft gehaltenen auch nicht unter gesundheitsförderlichen Bedingungen leben, können sie ja noch hoffen, dass vielleicht auch Ezrail, der Todesengel, zur Hilfe kommt.
Daher verweigern die Machthaber diesen Gefangenen eine angemessene medizinische Hilfe. Das wird die Beziehungen zum Westen nicht verschlechtern, der hat mit seinen hundertköpfigen Wirtschaftsdelegationen aus Frankreich, Deutschland oder Italien eh schon bewiesen, was ihm im Iran wichtig ist. Das Geld.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/70479/
vom 02.08.2017, 7:29
iran: momane°at az moraqebate darmaniye chehrehaye opozisyun

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