Archiv der Kategorie 'Gesundheit'

Iran: „Trockener Hungerstreik“ eines inhaftierten Journalisten

Der iranische Journalist Ehsan Masandarani, der im Gefängnis sitzt und einen Hungerstreik eröffnet hatte, hat am Sonntag, den 5. Juni 2016, wegen der demütigenden und beleidigenden Behandlung durch die Gefängnisbehörden und aus Protest gegen die Schläge, die er im Krankenhaus erhalten hat, einen „trockenen Hungerstreik“ eröffnet, bei dem er auch keine Flüssigkeit zu sich nimmt.
Ehsan Masandarani war vergangenen Dienstag ins Sina-Krankenhaus in Teheran verlegt worden, weil er an einer Entzündung der Speiseröhre, der Lunge und der Därme litt. Im Krankenhaus wurde er von von seiner Schwester und der 11-jährigen Tochter seiner Schwester besucht. Der bewachende Pasdar beleidigte darauf die Anwesenden und vertrieb die Besucherinnen mit den Worten, sie seien keine Verwandten ersten Grades. Bei der Gelegenheit „beschlagnahmte“ der Revolutionswächter auch gleich das I-Pad des 11-jährigen Mädchens. Aus Protest gegen dieses Verhalten erklärte Ehsan Masandarani, er wolle ins Gefängnis zurück, und versuchte, sich im Bett aufzurichten. Der Pasdar stürzte sich darauf auf ihn und drückte so fest auf den rechten Arm des Patienten, an dem eine Infusionslösung angeschlossen war, dass Ehsan Masandarani ohnmächtig wurde.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110134
vom 17. Chordad 1395 (6. Juni 2016)
ehsan mazandarani, ruznamenegare zendani, e°lame e°tesabe ghad_a’iye xoshk kard
(tamase telefoni ahmade montazeri ba xanewadeye nargese mohammadi)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Menschenkette um die Sozialversicherung

Vergangenen Freitag, den 20. November 2015, fand vor der iranischen Sozialversicherung in Teheran eine Kundgebung von über 5000 Teilnehmern statt, die eine Menschenkette um das Gebäude bildeten. Die Teilnehmer protestierten gegen das Ausufern von befristeten Arbeitsverträgen, die die Menschen aus der Sozialversicherung ausschließen. Außerdem verlangten sie, dass die Verschmelzung der bankrotten Krankenversicherung mit der Arbeitslosenversicherung rückgängig gemacht werden soll. Ein Sprecher der Protestierenden erklärte, für diese Maßnahme gebe es überhaupt keine gesetzliche Grundlage.
Quelle:
http://www.kaleme.com/1394/08/29/klm-230051/

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Organ-Handel im Iran


Verkaufsanzeigen an einer Hauswand

In der Zeitung „Schahr-Ara“ (deutsch: „Stadtverschönerer“ oder „Zierde der Stadt“) aus Maschhad wurde in der letzten Ausgabe ein Artikel über eine Erscheinung veröffentlicht, die im Iran immer mehr um sich greift. Viele Menschen, die ihre Familie nicht mehr ernähren können, verkaufen ihre Organe, um sie noch eine Zeitlang über Wasser zu halten.
Entsprechende Hinweise und Telefonnummern kann man an Hauswänden finden oder auch im Internet. Im Internet muss man nur die entsprechenden Stichworte eingeben, z.B. forush-e qarine (Verkauf der Hornhaut), forush-e koliye (Verkauf der Niere) oder inzwischen auch forush-e cheshm (Verkauf des Auges) (in persischen Buchstaben), und schon erhält man eine lange Trefferliste.
Ein Journalist (oder eine Journalistin?) der Zeitung Schahr-Ara wollte der Sache auf den Grund gehen und vereinbarte ein Treffen mit einer Person, die ihr Auge verkaufen wollte. Es war eine 34-jährige Frau mit drei Kindern, die zuvor schon ihre Niere verkauft hatte. Sie meinte: „Was nützt mir das Auge, wenn ich meine Kinder nicht ernähren kann. Wissen Sie, was es heißt, von trockenem Brot zu leben?“
Die Nachrichtenagentur ISNA griff den Artikel auf, so dass das Thema jetzt auch in einer größeren Öffentlichkeit diskutiert wird.
Aber alle Diskussionen kommen nicht an einem Punkt vorbei: Die ruinierte Wirtschaft – wofür die Sanktionen genauso verantwortlich sind wie die staatlichen Diebe in der Zentralbank, in den bisherigen Regierungen, unter den Ajatollahs und bei den Pasdaran – hat die Bevölkerung in ein Elend getrieben, aus dem sie keinen Ausweg mehr findet. Manche mögen stehlen oder betrügen, andere verfallen den Drogen, die Ehrlichen zerstören sich selbst, indem sie ihre Organe verkaufen.
Ein Ende ist nicht abzusehen, denn noch immer ist keine wirtschaftliche Besserung in Sicht.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Staat verhindert ärztliche Behandlung


Rechtsanwältin Narges Mohammadi

Die Rechtsanwältin Narges Mohammadi, eine bekannte iranische Menschenrechtsaktivistin, wird derzeit aus politischen Gründen im Ewin-Gefängnis in Haft gehalten. Aufgrund von Muskellähmungen wurde sie vergangenen Samstag ins Taleqani-Krankenhaus in Teheran eingeliefert. Dort wurde eine Eingangsuntersuchung vorgenommen. Die Ärzte kamen zum Schluss, dass Narges Mohammadi dabehalten werden müsse, damit sie von einem Spezialisten untersucht werden könne. Die Gefängnisbehörden ignorierten den ärztlichen Beschluss und verlegten Frau Narges Mohammadi noch am Sonntag wieder ins Ewin-Gefängnis zurück.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Erfolgreicher Streik gegen die kleinen Götter


Streik im Krankenhaus von Mamasani (bei Schiras)

Im Kreis Mamasani (in der Nähe von Schiras) war es am Montag, den 27.07.2015, zu einem bedenkenswerten Vorfall gekommen. Der nicht namentlich genannte diensthabende Richter des Kreises war im dortigen Krankenhaus aufgetaucht und hatte sich nach einer Person erkundigt, die durch Messerstiche verletzt war. In Zusammenhang damit kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung mit der behandelnden Ärztin. Der Richter in seiner Machtvollkommenheit beendete die Auseinandersetzung damit, dass er die Ärztin verhaften ließ. Bei der Verhaftung wurde die Ärztin geohrfeigt und ihr Handschellen angelegt.
Dieses Vorgehen löste unter den Angestellten des Krankenhauses so große Empörung aus, dass Ärzte wie Pflegepersonal in den Streik traten.
Sie forderten die Versetzung des Richters und des Staatsanwalts des Kreises Mamasani an einen anderen Ort, eine förmliche Entschuldigung der beiden in den örtlichen Medien und Zeitungen, die Ergreifung gesetzlicher Maßnahmen gegen die Beamten, die bei der Verhaftung so brutal vorgegangen waren, und wirksame Maßnahmen von den zuständigen Behörden, die Ärzte vor weiteren Übergriffen zu schützen.
Erst nach der Zusage, dass der Sache nachgegangen werde, beendeten die Beteiligten den Streit. Die inhaftierte Ärztin wurde schon am Folgetag freigelassen.
Wenn das kein Erfolg ist!

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Ein Königreich für ein Glas Wasser

Wie der stellvertretende iranische Energieminister Rahim Meydani heute erklärt hat, leidet der Iran unter zunehmendem Wassermangel. Quellen versiegeln, Wasserkanäle trocknen aus, gebohrte Brunnen liefern immer weniger Wasser oder Wasser schlechter Qualität (d.h. salziges Wasser).
Laut seiner Erklärung versorgt sein Ministerium 7 Millionen Dorfbewohner mit Trinkwasser. Er klagt darüber, dass sein Ministerium über zu wenig Geld verfügt, um es in eine bessere Wasserversorgung zu investieren.
Grundsätzlichere Fragen, wie etwa die Übernutzung von Grundwasser und die Nachhaltigkeit der Wassernutzung spricht er in der Erklärung, die von der iranischen Nachrichtenagentur „Mehr“ verbreitet wurde, nicht an.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: KrankenpflegerInnen vor dem Parlament


Am Sonntag, den 22. Februar 2015, versammelten sich anfänglich erst 1000, im Laufe der Zeit an die 2000 Krankenpfleger und Krankenschwester vor der nördlichen Eingangstür des iranischen Parlaments. Sie protestierten dagegen, dass zwar ein Gesetz über Lohnerhöhungen für Ärzte und Pflegepersonal verabschiedet wurde, aber nur der Teil sofort umgesetzt wurde, der die Ärzte betrifft. Die Pflegekräfte gingen dagegen bis jetzt leer aus. Darauf erschien der Vorsitzende des Sozialausschusses und meinte, sie seien an der falschen Adresse, das Parlament sei nur für die Verabschiedung der Gesetze zuständig, mehr nicht. Die Protestierenden waren empört, auch kritisierten einige, dass nicht der Sozialausschuss, sondern der Gesundheitsausschuss zuständig sei, und statt der Ausschuss-Vorsitzenden sollte eigentlich der Minister Rede und Antwort stehen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Mehdiye Golru – Protest gegen Säureattentate führt ins Gefängnis


Mehdiye Golru
Studentin, Frauenrechtlerin, im November verhaftet, als sie vor dem Volleyball-Stadion in Teheran an einer Protestdemonstration gegen Säureattentate teilnahm. Damals waren Frauen in Isfahan überfallen worden, denen die Angreifer Säure ins Gesicht sprühten. Mehdiye Golru war erst in Einzelhaft, jetzt soll sie in eine Zelle für zwei Personen verlegt worden sein. Sie war früher schon einmal im Gefängnis.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Urumije: politische Gefangene im Hungerstreik

Am Samstag, den 13. Dezember 2014, befanden sich 27 politische Gefangene des Urumije-Gefängnisses schon den 24. Tag im Hungerstreik. Sie gaben bekannt, dass sie von nun an auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen würden, wenn ihre Forderungen weiter ignoriert würden. Vier der Gefangenen wurden vom Geheimdienst vorgeladen und mit den Worten bedroht: „Euch kann auch kein Ahmad Schahid helfen. Hier ist der Iran und hier gelten die iranischen Gesetze.“
Ahmad Schahid ist ein maldivischer Diplomat, der als UN-Sonderberichterstatter zum Iran eingesetzt ist.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Pflegenotstand im Iran

In Teheran fand am Sonntag, den 14. Dezember 2014, eine Kundgebung des Pflegepersonals vor der Vertretung des Staatspräsidenten statt, an der rund 700 Personen teilnahmen. Sie forderten Löhne, die ihnen ein Überleben ermöglichen. Die Kosten im iranischen Gesundheitssystem sind zwar drastisch gestiegen, das Pflegepersonal hat davon aber nicht profitiert. Seit sieben Jahren ist ein Gesetz in Kraft, das ihre wirtschaftliche Lage verbessern soll – angewandt wird es aber nicht. Der Gesundheitsminister hat am 1. Dezember 2014 bekannt gegeben, dass die Löhne für die Pflegekräfte erhöht werden sollen und ihr Mindestlohn jetzt 1,8 Millionen Tuman betragen soll. Das sind umgerechnet 400 Euro. Laut Angaben der iranischen Zentralbank liegt die Armutsgrenze im Iran bei 2 Millionen Tuman, das heißt auch mit diesem neu verkündeten Mindestlohn bleiben die Krankenschwester und Pfleger unter dieser Grenze. An der Kundgebung wollte auch Pflegepersonal aus den iranischen Regionen Masandaran, Gilan und Isfahan teilnehmen. Sie wurden aber von einer staatlichen Institution, deren Name in den iranischen Medien nicht genannt wurde, gewarnt und unter Druck gesetzt, so dass sie nicht nach Teheran fuhren.
Die Folge der miserablen Bezahlung kombiniert mit dem Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem ist, dass die Bevölkerung, die nicht zwischen Ärzten und Pflegern unterscheidet, ihren Zorn an den Pflegern auslässt, was die Arbeitsmotivation nicht erhöht, sondern dazu führt, dass jährlich Tausende von Pflegern und Krankenschwestern aus dem Dienst ausscheiden und ihr Glück im Ausland versuchen. Die Arbeit verteilt sich dann auf die Dagebliebenen, ohne Lohnausgleich.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Wasser zu Wein?

Über die Verwandlung von Wasser zu Wein kann man in der Bibel lesen.
Im Iran bringt man ein anderes Kunststück zustande: Dort verwandelt man Wasser in Abwasser,
Zugegeben, es riecht nicht ganz so wie bei einer Weinprobe, und der Iran hat auch keine Urheberrechte auf diese Erfindung, hier am Bodensee hat man dieses Experiment vor über vierzig Jahren auch schon gemacht.
Im Gegensatz zum Iran hatten aber weder Bayern noch Vorarlberg, weder der Thurgau noch Sankt-Gallen oder Baden-Württemberg die Absicht, ihre Probleme mit dem Bau der Atombombe zu lösen. Sie begnügten sich mit kleinen Dingen, zum Beispiel dem Bau von Kläranlagen rings um den See. Der Erfolg kann sich sehen lassen – heute muss man im Winter keine Seeputzete mehr mit Schülern veranstalten.
Geld hätte der Iran ja genug, so etwas zu bauen, und statt sich von Indien billige Stoffe liefern zu lassen und von China Gebetsteppiche, könnte man ja auch chinesische und indische Ingenieure und Baufirmen holen und Kläranlagen im ganzen Iran bauen. Aber dabei verdient man wohl nicht so viel wie mit Schmuggel und so.
Faktum ist jedenfalls, dass zahlreiche Flüsse im Iran heute nur noch als Abwasserkanäle bezeichnet werden können. So leitet nicht nur die Industrie, sondern auch große Städte wie Rascht ihr Wasser ungeklärt in die Flüsse Sardschub und Gohar-Rud (Region Gilan), von wo es dann in das Riedgebiet und die anschließende Lagune Ansali fließt, die für ihren Fischreichtum berühmt ist. Am Anfang werden die Fische (bestimmte Arten, zumindest) sich vermehren, weil es mehr Nährstoffe gibt, und dann wird das Wasser zu faulen beginnen und die toten Fische auf dem Wasser treiben.
Solange es im Iran keine Autonomien gibt, sondern alles von der Zentralregierung entschieden und verteilt wird, ist mit Besserung nicht zu rechnen. Denn die Bevölkerung, die es „ausbaden“ muss, hat nichts zu sagen und hat auch kein Geld, selbst Kläranlagen zu bauen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: knappes Wasser

Hamid-Resa Dschanbas, der Leiter der iranischen Wasserbehörde, hat heute gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur „Fars“ erklärt, dass der Trinkwassermangel im Iran immer größer wird. In den Städten Kerman und Isfahan ist der Bedarf größer als die Produktion, in Teheran halten sich Verbrauch und Herstellung gerade noch die Waage, in der Provinz Semnan gibt es Orte, wo nur 20 Minuten am Tag Wasser in der Leitung ist. Als Ursache für den Wassermangel wird ausbleibender Regen und sinkende Grundwasserpegel angegeben, ob das stimmt, ist eine andere Frage.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Nourusabad – im Süden von Teheran


Nourusabad ist ein Viertel im Süden von Teheran.
Was in Europa als „Nord-Süd-Konflikt“ tituliert wird, spiegelt sich im Unterschied zwischen Nord-Teheran und Süd-Teheran wieder. Im Norden wohnen die Reichen, die Mächtigen, im Süden diejenigen, die keine Arbeit haben, oder eine Woche pro Monat. Hier wohnen die Menschen, in deren Stadtteil es keinen Metzger gibt, weil sich niemand Fleisch leisten kann, in denen man selbst beim Bäcker und beim Lebensmittelhändler in der Kreide steht, weil man kein Geld hat, zu zahlen. Oder erst, wenn man mal wieder Arbeit gefunden hat. Nicht einmal gesundes Wasser gibt es hier, dafür stinkendes Abwasser vor der Haustür. Viele Kinder werden nicht in die Schule geschickt, weil sich die Eltern nicht das Geld für die Schulkleidung leisten können. Frauen sitzen vor den Häusern in der glühenden Hitze und häkeln. Hier ist die Armut und ihr Geruch zu greifen. Um das zu ändern, haben die Iraner eine Revolution gemacht, und was ist der Lohn?

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Islamische Republik ist kein Leben

Am heutigen Dienstag, den 8.7.2014, ist ein 36-jähriger Mann auf einen Funkmast in Teheran gestiegen und hat gedroht sich umzubringen


„Lügen“, „Unterdrückung“ und „Armut“

Er hatte dabei einen gelben Umhang an, auf dem die Worte : „Lügen“, „Unterdrückung“ und „Armut“ geschrieben standen. Es versammelte sich schnell eine Menge Schaulustiger, die die Szene mit Smartphones aufnahmen.

Die herbeigerufene Feuerwehr schickte mit einem Kran einen Feuerwehrmann bis zu dem jungen Mann hinauf. Sie verhandelten dort in großer Höhe so lange, bis er freiwillig wieder herunterstieg. Unten angekommen wurde der Mann von Sicherheitskräften festgenommen.

Ein iranischer Rechtsmediziner hat am 11.4.2014 bekannt gegeben, dass in den vergangenen neun Monaten täglich elf Iraninnener oder Iraner im Iran Selbstmord begangen haben. Insgesamt belief sich die Zahl auf 3125 Menschen. Davon waren 982 Frauen und 2143 Männer. Als wichtigste Ursachen hatte er Armut, gesellschaftliche Unterdrückung, keine Hoffnung für die Zukunft und Depressionen genannt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Ewin-Gefängnis: Teheran

Fünf Derwische der Gonabadi-Gemeinschaft namens Resa Entessari, Amir Eslami, Mostafa Abdi, Farschid Yadollahi und Omid Behrusi, die im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Haft sind, haben einen unbefristeten Hungerstreik eröffnet.
Damit protestieren sie dagegen, dass zwei Mitgefangene – Hamidresa Moradi und Mostafa Daneschdschu, die am Herzen operiert werden sollten, ohne Operation ins Gefängnis zurück verlegt wurden. Auch wird einem weiteren Gefangenen, nämlich Afschin Karampur, der unter anderem an einer Nierenerkrankung leidet, eine Behandlung im Krankenhaus verweigert, was ebenfalls Gegenstand des Protests ist. Die drei Kranken haben ihrerseits einen Medikamentstreik eröffnet, um gegen die verweigerte Behandlung zu protestieren.
20 politische Gefangene des selben Gefängnisses haben einen Brief an den Chef der iranischen Justiz geschrieben und darauf hingewiesen, dass die illegale Verweigerung der medizinischen Verhandlung auf das willkürliche Vorgehen des Richters Salawati zurückzuführen ist.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email