Archiv der Kategorie 'Gesundheit'

Iran: Ein Königreich für ein Glas Wasser

Wie der stellvertretende iranische Energieminister Rahim Meydani heute erklärt hat, leidet der Iran unter zunehmendem Wassermangel. Quellen versiegeln, Wasserkanäle trocknen aus, gebohrte Brunnen liefern immer weniger Wasser oder Wasser schlechter Qualität (d.h. salziges Wasser).
Laut seiner Erklärung versorgt sein Ministerium 7 Millionen Dorfbewohner mit Trinkwasser. Er klagt darüber, dass sein Ministerium über zu wenig Geld verfügt, um es in eine bessere Wasserversorgung zu investieren.
Grundsätzlichere Fragen, wie etwa die Übernutzung von Grundwasser und die Nachhaltigkeit der Wassernutzung spricht er in der Erklärung, die von der iranischen Nachrichtenagentur „Mehr“ verbreitet wurde, nicht an.

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Iran: KrankenpflegerInnen vor dem Parlament


Am Sonntag, den 22. Februar 2015, versammelten sich anfänglich erst 1000, im Laufe der Zeit an die 2000 Krankenpfleger und Krankenschwester vor der nördlichen Eingangstür des iranischen Parlaments. Sie protestierten dagegen, dass zwar ein Gesetz über Lohnerhöhungen für Ärzte und Pflegepersonal verabschiedet wurde, aber nur der Teil sofort umgesetzt wurde, der die Ärzte betrifft. Die Pflegekräfte gingen dagegen bis jetzt leer aus. Darauf erschien der Vorsitzende des Sozialausschusses und meinte, sie seien an der falschen Adresse, das Parlament sei nur für die Verabschiedung der Gesetze zuständig, mehr nicht. Die Protestierenden waren empört, auch kritisierten einige, dass nicht der Sozialausschuss, sondern der Gesundheitsausschuss zuständig sei, und statt der Ausschuss-Vorsitzenden sollte eigentlich der Minister Rede und Antwort stehen.

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Iran: Mehdiye Golru – Protest gegen Säureattentate führt ins Gefängnis


Mehdiye Golru
Studentin, Frauenrechtlerin, im November verhaftet, als sie vor dem Volleyball-Stadion in Teheran an einer Protestdemonstration gegen Säureattentate teilnahm. Damals waren Frauen in Isfahan überfallen worden, denen die Angreifer Säure ins Gesicht sprühten. Mehdiye Golru war erst in Einzelhaft, jetzt soll sie in eine Zelle für zwei Personen verlegt worden sein. Sie war früher schon einmal im Gefängnis.

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Iran – Urumije: politische Gefangene im Hungerstreik

Am Samstag, den 13. Dezember 2014, befanden sich 27 politische Gefangene des Urumije-Gefängnisses schon den 24. Tag im Hungerstreik. Sie gaben bekannt, dass sie von nun an auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen würden, wenn ihre Forderungen weiter ignoriert würden. Vier der Gefangenen wurden vom Geheimdienst vorgeladen und mit den Worten bedroht: „Euch kann auch kein Ahmad Schahid helfen. Hier ist der Iran und hier gelten die iranischen Gesetze.“
Ahmad Schahid ist ein maldivischer Diplomat, der als UN-Sonderberichterstatter zum Iran eingesetzt ist.

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Pflegenotstand im Iran

In Teheran fand am Sonntag, den 14. Dezember 2014, eine Kundgebung des Pflegepersonals vor der Vertretung des Staatspräsidenten statt, an der rund 700 Personen teilnahmen. Sie forderten Löhne, die ihnen ein Überleben ermöglichen. Die Kosten im iranischen Gesundheitssystem sind zwar drastisch gestiegen, das Pflegepersonal hat davon aber nicht profitiert. Seit sieben Jahren ist ein Gesetz in Kraft, das ihre wirtschaftliche Lage verbessern soll – angewandt wird es aber nicht. Der Gesundheitsminister hat am 1. Dezember 2014 bekannt gegeben, dass die Löhne für die Pflegekräfte erhöht werden sollen und ihr Mindestlohn jetzt 1,8 Millionen Tuman betragen soll. Das sind umgerechnet 400 Euro. Laut Angaben der iranischen Zentralbank liegt die Armutsgrenze im Iran bei 2 Millionen Tuman, das heißt auch mit diesem neu verkündeten Mindestlohn bleiben die Krankenschwester und Pfleger unter dieser Grenze. An der Kundgebung wollte auch Pflegepersonal aus den iranischen Regionen Masandaran, Gilan und Isfahan teilnehmen. Sie wurden aber von einer staatlichen Institution, deren Name in den iranischen Medien nicht genannt wurde, gewarnt und unter Druck gesetzt, so dass sie nicht nach Teheran fuhren.
Die Folge der miserablen Bezahlung kombiniert mit dem Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem ist, dass die Bevölkerung, die nicht zwischen Ärzten und Pflegern unterscheidet, ihren Zorn an den Pflegern auslässt, was die Arbeitsmotivation nicht erhöht, sondern dazu führt, dass jährlich Tausende von Pflegern und Krankenschwestern aus dem Dienst ausscheiden und ihr Glück im Ausland versuchen. Die Arbeit verteilt sich dann auf die Dagebliebenen, ohne Lohnausgleich.

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Iran: Wasser zu Wein?

Über die Verwandlung von Wasser zu Wein kann man in der Bibel lesen.
Im Iran bringt man ein anderes Kunststück zustande: Dort verwandelt man Wasser in Abwasser,
Zugegeben, es riecht nicht ganz so wie bei einer Weinprobe, und der Iran hat auch keine Urheberrechte auf diese Erfindung, hier am Bodensee hat man dieses Experiment vor über vierzig Jahren auch schon gemacht.
Im Gegensatz zum Iran hatten aber weder Bayern noch Vorarlberg, weder der Thurgau noch Sankt-Gallen oder Baden-Württemberg die Absicht, ihre Probleme mit dem Bau der Atombombe zu lösen. Sie begnügten sich mit kleinen Dingen, zum Beispiel dem Bau von Kläranlagen rings um den See. Der Erfolg kann sich sehen lassen – heute muss man im Winter keine Seeputzete mehr mit Schülern veranstalten.
Geld hätte der Iran ja genug, so etwas zu bauen, und statt sich von Indien billige Stoffe liefern zu lassen und von China Gebetsteppiche, könnte man ja auch chinesische und indische Ingenieure und Baufirmen holen und Kläranlagen im ganzen Iran bauen. Aber dabei verdient man wohl nicht so viel wie mit Schmuggel und so.
Faktum ist jedenfalls, dass zahlreiche Flüsse im Iran heute nur noch als Abwasserkanäle bezeichnet werden können. So leitet nicht nur die Industrie, sondern auch große Städte wie Rascht ihr Wasser ungeklärt in die Flüsse Sardschub und Gohar-Rud (Region Gilan), von wo es dann in das Riedgebiet und die anschließende Lagune Ansali fließt, die für ihren Fischreichtum berühmt ist. Am Anfang werden die Fische (bestimmte Arten, zumindest) sich vermehren, weil es mehr Nährstoffe gibt, und dann wird das Wasser zu faulen beginnen und die toten Fische auf dem Wasser treiben.
Solange es im Iran keine Autonomien gibt, sondern alles von der Zentralregierung entschieden und verteilt wird, ist mit Besserung nicht zu rechnen. Denn die Bevölkerung, die es „ausbaden“ muss, hat nichts zu sagen und hat auch kein Geld, selbst Kläranlagen zu bauen.

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Iran: knappes Wasser

Hamid-Resa Dschanbas, der Leiter der iranischen Wasserbehörde, hat heute gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur „Fars“ erklärt, dass der Trinkwassermangel im Iran immer größer wird. In den Städten Kerman und Isfahan ist der Bedarf größer als die Produktion, in Teheran halten sich Verbrauch und Herstellung gerade noch die Waage, in der Provinz Semnan gibt es Orte, wo nur 20 Minuten am Tag Wasser in der Leitung ist. Als Ursache für den Wassermangel wird ausbleibender Regen und sinkende Grundwasserpegel angegeben, ob das stimmt, ist eine andere Frage.

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Iran: Nourusabad – im Süden von Teheran


Nourusabad ist ein Viertel im Süden von Teheran.
Was in Europa als „Nord-Süd-Konflikt“ tituliert wird, spiegelt sich im Unterschied zwischen Nord-Teheran und Süd-Teheran wieder. Im Norden wohnen die Reichen, die Mächtigen, im Süden diejenigen, die keine Arbeit haben, oder eine Woche pro Monat. Hier wohnen die Menschen, in deren Stadtteil es keinen Metzger gibt, weil sich niemand Fleisch leisten kann, in denen man selbst beim Bäcker und beim Lebensmittelhändler in der Kreide steht, weil man kein Geld hat, zu zahlen. Oder erst, wenn man mal wieder Arbeit gefunden hat. Nicht einmal gesundes Wasser gibt es hier, dafür stinkendes Abwasser vor der Haustür. Viele Kinder werden nicht in die Schule geschickt, weil sich die Eltern nicht das Geld für die Schulkleidung leisten können. Frauen sitzen vor den Häusern in der glühenden Hitze und häkeln. Hier ist die Armut und ihr Geruch zu greifen. Um das zu ändern, haben die Iraner eine Revolution gemacht, und was ist der Lohn?

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Islamische Republik ist kein Leben

Am heutigen Dienstag, den 8.7.2014, ist ein 36-jähriger Mann auf einen Funkmast in Teheran gestiegen und hat gedroht sich umzubringen


„Lügen“, „Unterdrückung“ und „Armut“

Er hatte dabei einen gelben Umhang an, auf dem die Worte : „Lügen“, „Unterdrückung“ und „Armut“ geschrieben standen. Es versammelte sich schnell eine Menge Schaulustiger, die die Szene mit Smartphones aufnahmen.

Die herbeigerufene Feuerwehr schickte mit einem Kran einen Feuerwehrmann bis zu dem jungen Mann hinauf. Sie verhandelten dort in großer Höhe so lange, bis er freiwillig wieder herunterstieg. Unten angekommen wurde der Mann von Sicherheitskräften festgenommen.

Ein iranischer Rechtsmediziner hat am 11.4.2014 bekannt gegeben, dass in den vergangenen neun Monaten täglich elf Iraninnener oder Iraner im Iran Selbstmord begangen haben. Insgesamt belief sich die Zahl auf 3125 Menschen. Davon waren 982 Frauen und 2143 Männer. Als wichtigste Ursachen hatte er Armut, gesellschaftliche Unterdrückung, keine Hoffnung für die Zukunft und Depressionen genannt.

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Ewin-Gefängnis: Teheran

Fünf Derwische der Gonabadi-Gemeinschaft namens Resa Entessari, Amir Eslami, Mostafa Abdi, Farschid Yadollahi und Omid Behrusi, die im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Haft sind, haben einen unbefristeten Hungerstreik eröffnet.
Damit protestieren sie dagegen, dass zwei Mitgefangene – Hamidresa Moradi und Mostafa Daneschdschu, die am Herzen operiert werden sollten, ohne Operation ins Gefängnis zurück verlegt wurden. Auch wird einem weiteren Gefangenen, nämlich Afschin Karampur, der unter anderem an einer Nierenerkrankung leidet, eine Behandlung im Krankenhaus verweigert, was ebenfalls Gegenstand des Protests ist. Die drei Kranken haben ihrerseits einen Medikamentstreik eröffnet, um gegen die verweigerte Behandlung zu protestieren.
20 politische Gefangene des selben Gefängnisses haben einen Brief an den Chef der iranischen Justiz geschrieben und darauf hingewiesen, dass die illegale Verweigerung der medizinischen Verhandlung auf das willkürliche Vorgehen des Richters Salawati zurückzuführen ist.

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Chusestan (Iran): 2 km Protestzug


Kasem Silawi, der Mann, der gleich zweimal gestorben ist

In der Ortschaft Chalife (auch Ramschir genannt), das südöstlich von Ahwas in der mehrheitlich von Arabern besiedelten iranischen Provinz Chusestan liegt, kam es vergangenen Dienstag, den 21. Januar 2014, zu einem über 2 Kilometer langen Protestzug. Der Hintergrund ist folgender.
Das örtliche Krankenhaus, die dort arbeitenden Ärzte wie auch das zuständige Personal, zeichnet sich durch besondere Nachlässigkeit gegenüber den eingewiesenen Kranken aus. So kam am selben Tag Kasem Silawi ums Leben, der in diesem Krankenhaus zur Behandlung war. Das Krankenhaus rief bei der Familie von Kasem Silawi an und teilte der Familie mit, dass Kasem Silawi verstorben sei, sie möchten die Leiche abholen. Die Familie holte die Leiche ab. Als sie die Leiche waschen wollten, stellten sie fest, dass der vermeintliche Tote noch lebte. Sie riefen im Krankenhaus an und forderten einen Ambulanzwagen, aber das Krankenhaus ignorierte die Bitte und schickte keinen Wagen. Darauf organisierte die Familie ein Auto, aber unterwegs verstarb Kasem Silawi tatsächlich. Dieser Vorfall empörte die Bevölkerung so sehr, dass sie noch am selben Tag auf die Straße gingen, um gegen den Umgang des Krankenhauses mit den Kranken zu protestieren.

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Iran: Lebenserwartung niedriger als in Ägypten oder der Türkei

Laut einer Erklärung von Mohammad Hossein Qorbani, des Sprechers des Gesundheitsausschusses des iranischen Parlaments, hat der iranische Gesundheitsminister dem Ausschuss besorgniserregende Zahlen unter anderem über die Höhe der Müttersterblichkeit bei der Geburt, über die Sterblichkeit von Neugeborenen, über den Anstieg der Zahl von AIDS-Erkrankten vorgelegt. Die Zahlen behielt der Parlamentarier leider für sich. Immerhin verrät er dem iranischen Publikum aber, dass die Lebenserwartung der Iraner unter der Lebenserwartung der Menschen in der Türkei oder in Ägypten liegt.
Quelle: http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=71706
7. Januar 2014

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Iran: Wasser aus dem Paradies


Aabe Samsam: So sieht das Wasser im islamischen Paradies von Ajatollah Chomeini aus

In einigen Dörfern des Gebiets Nuq im Stadtkreis Rafsandschan (Iran) kommt das Wasser aus der Leitung zwar nicht in Regenbogenfarben, aber doch recht bunt: Erst längere Zeit schwarz, dann braun, dann orange, dann gelb. Die Menschen bekommen Ausschläge und schwarze Fingernägel, die Ärzte im örtlichen Krankenhaus bezeichnen das örtliche Wasser als ungeeignet zum Trinken.
Die iranischen Behörden scheint das nicht zu kümmern.

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Irans Gefangenen-Ärzte leben gefährlich

Dr. Resa Heydarpur
Vergangene Woche wurde Dr. Resa Heydarpur, Arzt der Krankenstation des Ewin-Gefängnisses, vom iranischen Geheimdienst verhaftet und im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses eingesperrt.
Was ist vorgefallen? Wir hatten vom Fall des iranischen Bloggers Sattor Beheschti berichtet, der vor einem Jahr an den Folgen der Folter gestorben ist. Als Sattor Beheschti von seinem vorigen Haftort ins Ewin-Gefängnis verlegt wurde, hatte Dr. Resa Heydarpur in der Gesundheitsstation Dienst und musste den Gesundheitszustand des eingewiesenen Gefangenen untersuchen. Er stellte dabei die Spuren von Schlägen und Folter fest und hielt dies auch schriftlich fest.
Sattor Beheschti starb später an den Folgen der Folter, das Verfahren ist immer noch nicht abgeschlossen, und der Gefängnisdirektor wurde in eine andere Gefängnisabteilung versetzt, wo wegen Finanzdelikten inhaftierte Personen einsitzen. Offensichtlich reichte das den Folterern und ihren Schutzpatronen in den oberen Etagen der Macht (Ajatollah Chamene‘i und Co.) nicht, und so wurde jetzt der Arzt verhaftet.
Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Arzt, der Gefolterte behandelt, in eine gefährliche Lage gerät.

Dr. Ramin Purandardschani
An dieser Stelle sei an Dr. Ramin Purandardschani erinnert, der in einem Teheraner Krankenhaus als Arzt tätig war. Er hatte unter anderem auch Gefangene aus dem Kahrisak-Gefängnis untersucht, unter anderem Mohsen Ruholamini, den Sohn von Abdolhossein Ruholamini. Mohsen Ruholamini starb später an den Folgen der Folter, worauf sein Vater, ein Berater von Ajatollah Chamene‘i, alles in Bewegung setzte, diesen Mord aufzuklären. So wurde eine parlamentarische Untersuchungskommission gebildet, die den Foltertod aufklären sollte. Im Rahmen der Untersuchungen wurde auch der Arzt Dr. Ramin Purandardschani angehört, der im Detail berichtete, welchen Folterungen dieser und andere Gefangene im Kahrisak-Gefängnis ausgesetzt wurden.
Dr. Ramin Purandardschani starb danach unter mysteriösen Umständen. Erst gaben die Behörden bekannt, er sei an einem Herzinfarkt gestorben. Später behaupteten sie, es sei Selbstmord gewesen. Schließlich erklärte der Amtsarzt, er sei vergiftet worden. Die staatlichen Organe verweigerten eine Autopsie und ließen den Leichnam des Arztes rasch begraben.

Für iranische Ärzte sind solche Vorfälle bedrohlich, heißt es doch, dass sie mit ihrer Freiheit und ihrem Leben bezahlen müssen, wenn Sie ihre Arbeit korrekt ausüben und die beobachteten Verletzungen in irgendeiner Form bestätigen.

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Iran: Proteste im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr

Die politischen Gefangenen im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr haben am 2. November 2013 einen auf drei Tage begrenzten Hungerstreik eröffnet, sie nehmen nur noch trockenes Brot zu sich. Die Gefangenen protestieren auf diesem Weg gegen die Montage von Abhörgeräten im ganzen Gefängnis. Laut Angaben der Gefangenen arbeiten die Geräte in einem Wellenlängenbereich, der bei ihnen Übelkeit und Kopfweh verursacht. Auch die Angehörigen unterstützen die Forderung der Gefangenen, die Geräte wieder zu entfernen.

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