Archiv der Kategorie 'Gewerkschaft'

Iran: Alle Macht dem Lügenpack

Wir hatten vom Grubenunglück im Kohlebergwerk Yurt (Semestan-Yurt oder Yurt-Tscheschme, je nach Quelle) bei Asadschahr in der iranischen Provinz Golestan berichtet. 33 (35?) Arbeiter waren bei der Explosion und dem anschließenden Hilfeversuch ums Leben gekommen.
Einer der Arbeiter der Grube berichtet dem Nachrichtenportal Akhbar-Rooz.com von den Hintergründen des Unglücks.

Kein Gasmessgerät, keine Luftversorgung, Gasgeruch
So sei der besagte Tunnel eine Sackgasse gewesen, in der sich der Sauerstoffvorrat nach 15-20 Minuten erschöpfte. (AdÜ: Dies führt zur Gasvergiftung, aber nicht zur Explosion, denn für diese ist eine Mindestkonzentration an Sauerstoff erforderlich. Methangas explodiert bei einem Methangehalt der Luft zwischen 4,4 bis 16,5 Volumen-% Methan.). Der Arbeiter berichtete weiter, dass am Vortag der Explosion ein starker Gasgerucht festgestellt und die Verantwortlichen informiert wurden. Es geschah nichts.
Im ganzen Bergwerk existiert kein Gerät, das den Methangasgehalt der Luft (und andere Gase) misst. Dies zeigt deutlich, dass die Erklärung des Arbeitsministers, noch eine halbe Stunde vor der Explosion sei das Werk von Arbeitsinspekteuren besucht worden, pure Irreführung ist. Denn eine echte Kontrolle hätte sofort aufgedeckt, dass keine Messgeräte existieren.
Arbeiter, die gegen die Arbeitsbedingungen protestiert hätten, seien entlassen worden.
Angesichts der Angabe, dass 21 der 33 (35?) Toten des Unglücks Arbeiter waren, die ihren Kollegen nach der Explosion zu Hilfe eilten, liegt der Verdacht nahe, dass sie erstickt sind. Eine Explosion verbraucht Sauerstoff.

Unterschlagung der Abgaben an die Sozialversicherung, Gehaltsrückstände, 16-Stunden-Schichten
Der Arbeiter berichtet weiter, dass die Grubenarbeiter in 16-Stunden-Schichten arbeiteten, dass ihnen seit 1392 (2013) der Lohn für jeweils drei bis vier Monate im Jahr nicht ausbezahlt wurde und dass der Arbeitgeber die Abgaben an die Sozialversicherung nicht wie gesetzlich vorgesehen das ganze Jahr über entrichtete, sondern nur für 3-4 Monate. Man fragt sich, was die Inspekteure des Arbeitsministers eigentlich geprüft haben. Auch der Einsatz von Leiharbeitern in der Grube sagt etwas über die dortigen Verhältnisse aus.

Behörden waren informiert
Wie der interviewte Arbeiter angibt, hatten die Arbeiter die für den Bergbau verantwortlichen Personen auf Landkreis- und Provinzebene über die gefährlichen Arbeitsbedingungen informiert.

Quellen:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79735
vom 14. Ordibehescht 1396 (4. Mai 2017)
ba imani sefr kar mi kardim
https://www.arbeitssicherheit.de/de/html/lexikon/114/Explosionsgrenze

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Iran: 1. Mai-Kundgebung am 28. April


Die iranische Regierung hält wenig von Arbeitern, Gewerkschaften und Internationaler Solidarität, wenn es um die Arbeiter geht. Deshalb hat sie dieses Jahr die traditionellen Kundgebungen auf den 28. April vorverlegt. Zumindest aus Sanandadsch ist dies bekannt geworden. Die freien Gewerkschaften hatten im Vorfeld eine Genehmigung zur Veranstaltung einer 1.-Mai-Demonstration beantragt, worauf ihr Leiter vom Geheimdienst vorgeladen wurde. Er wurde unter Druck gesetzt, auf eine Veranstaltung zu verzichten. Als er nicht nachgab, einigte man sich darauf, dass die Vertreter der freien Gewerkschaften an der offiziellen Kundgebung am 28. April in Sanandadsch teilnehmen. Zur Abhaltung der staatlichen Veranstaltung erschienen dann 20 Arbeiter, dahinter mit 100 m Abstand folgten 150 Arbeiter der freien Gewerkschaften.
Der Staat war vorbereitet, und als der Leiter der Arbeitsbehörde von Sanandadsch ausrief: „Die Gewerkschafter sind gekommen“, wurden sie von den Sicherheitskräften umzingelt. Diese ließen sich aber nicht einschüchtern, verteilten ihre Flugblätter und klatschten den Rednern Beifall.
Auch in Karadsch fand am 28. April eine Kundgebung der freien Gewerkschaften zum 1. Mai statt. Ihr schlossen sich später noch die „Bergsteiger“ an, dass sind diejenigen, die sich treffen, um in den Bergen zu wandern und dort frei von Überwachung zu reden. So kamen über 100 Menschen zusammen, um den Tag der Arbeit zu feiern.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79617
vom 9. Ordibehescht 1396 (29. April 2017)
rahpeyma’i wa hamayeshe kargaran dar sanandaj be monasebate awwale meh

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Iran: Landesweite Aktion der Lehrkräfte


Protestaktion in Chusestan (an der iranisch-irakischen Grenze)

Am 9. März 2017 fanden im ganzen Iran Aktionen der Lehrkräfte statt, um ihren Forderungen an die Regierung Nachdruck zu verleihen. An den Aktionen nahmen mindestens 500 VertreterInnen der Lehrkräfte statt.
Ihre Forderungen:

  • Bessere Löhne für die Tagelöhner unter den Lehrenden, entsprechend den Löhnen anderer Staatsangestellter.
  • Die Sozialversicherung für Lehrende soll reformiert werden und die veruntreuten Versicherungsgelder vom Staat erstattet werden.
  • Die Löhne und Renten der Lehrenden sollen pünktlich gezahlt werden.
  • Aufhebung der Gerichtsurteile, mit denen die Gewerkschaftsaktivitäten von Lehrenden bestraft wurden. Freilassung des Führers der Lehrergewerkschaft Abdi, der zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Die Gewerkschaftsaktivisten hatten schon zehn Tage zuvor dem Parlament eine Petition mit 140.000 Unterschriften übergeben.

http://www.radiofarda.com/a/f6_iran_teachers/28359519.html
vom 19. Esfand 1395 (9. März 2017)
tajammo°e sarasariye mo°allemane shaghel wa bazneshaste

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Iran: Krankenversicherung betrügt Arbeiter


Protest vor dem Parlament

Im Iran sind die Arbeitnehmer eigentlich krankenversichert, zumindest besagt dies das Gesetz. Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlen auch monatlich einen Beitrag in die Krankenversicherung. Die Versicherung sollte auch die Kosten für die Medikamente übernehmen. Tut sie aber nicht. Dagegen kann man natürlich klagen, aber die Gerichte finden genügend Möglichkeiten, die Fälle in die Länge zu ziehen, indem sie diesen oder jenen Beleg einfordern. Die Justiz ist in den Händen der Ajatollahs, und die wissen, wem sie ihren Schutz gewähren. Vergessen wir nicht, dass unter dem vorigen Präsident Ahmadineschad ein Herr Mortasawi – ehemals Richter, Staatsanwalt und Folterer – zum Leiter der iranischen Sozialversicherung ernannt wurde, der dank seiner guten Vernetzung straflos Gelder unterschlagen konnte. Und das ist nur ein Fall, der bekannt wurde. So kommt es, dass die Arbeiter zwar Geld einzahlen, aber von der Versicherung nichts erhalten, weil die Herren, die diese staatlichen Pfründe verwalten, das Geld in ihren Taschen verschwinden lassen. Dagegen protestierten letzte Woche eine beträchtliche Anzahl von Arbeitnehmervertretern vor dem iranischen Parlament.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=122517
vom 14. Dey 1395 (3. Januar 2017)
kargarane mo°tarez dar moqabele majles faryad zadand: nemi god_arim manabe°e kargaran be jibe purshe-sawaran berizand

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Iran: 135 Peitschenhiebe für Sa’id Mortasawi


Der Mann auf dem Foto im Hintergrund links ist Sa‘id Mortasawi, verantwortlich für zahlreiche Folterungen – im Vordergrund iranische Gewerkschafter

Wir hatten von Sa’id Mortasawi wiederholt berichtet. Jetzt ist gegen ihn ein Urteil von 135 Peitschenhieben verhängt worden. Die Freie Gewerkschaft der Arbeiter des Irans hat am Samstag gegen das Urteil protestiert. Sie forderte die Aufhebung dieser mittelalterlichen Strafe (der Auspeitschung) und ein Verfahren gegen ihn und seine Mittäter vor einem öffentlichen Gericht unter Anwesenheit von Schöffen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=76475
vom 15. Aban 1395 (5. November 2016)
sa°id mortazawi 135 zarbe shallaq, shakiyane wey 28 sal zendan

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Iran: 2000 Gewerkschafter vor dem Parlament


Versammlung der Gewerkschafter vor dem Parlament – das Gebäude ist nicht zu sehen

Am Sonntag, den 30. Oktober 2016, versammelten sich vor dem iranischen Parlament rund 2000 Gewerkschafter, die aus dem ganzen Land gekommen waren. Sie vertraten die Arbeitnehmer der ehemals staatlichen Fernmeldegesellschaft (Moxaberat), die dann scheinprivatisiert wurde, also in die Hände der Pasdaran (Revolutionswächter) überging. Die Gesellschaft ist in Untergesellschaften aufgesplittet, die aber der Zentrale unterstehen. Im Vorfeld hat die Zentrale die Einzelfirmen aufgefordert, für den 30. Oktober keinen Urlaub zu genehmigen und genehmigten Urlaub zu widerrufen. Dass trotzdem 2000 Arbeitnehmer gekommen sind, ist ein beachtlicher Erfolg. 10 Abgeordnete des Parlaments kamen raus, um mit den Gewerkschaftern zu sprechen. Sie bestätigten, dass die Fernmeldegesellschaft die staatlichen Gesetze über Lohnzahlungen verletze und sie der Sache nachgehen werden. Von der Seite des Arbeitgebers erschien niemand – warum auch, im Iran haben die Pasdaran das Sagen, nicht das Parlament.
Die Gewerkschafter erklärten, dass sie ohne konkrete Zusagen weiter in Teheran bleiben werden.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=76341
vom 9. Aban 1395 (30. Oktober 2016)
tajamo°e kargaran wa personele baxshe xosusiye moxaberat dar moqabele majles

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Türkei – Denunziantenstaat

Wie die türkische Tageszeitung Evrensel (Universell) auf ihrer Webseite am 18. Mai 2016 berichtete, wurde in İzmit, der Hauptstadt der an die Provinz Istanbul angrenzenden Provinz Kocaeli, eine Presse-Erklärung der türkischen Gewerkschaft BES abgebrochen. Ein Bürger hatte sich an die Polizei mit der Behauptung gewandt, ein Mitglied der Gewerkschaft habe den Staatspräsidenten (Erdogan) beleidigt. Die Polizei wollte daraufhin das Gewerkschaftsmitglied Ayhan Yüce umgehend verhaften. Einer Intervention der CHP-Abgeordneten des Wahlkreises Kocaeli, Frau Hürriyet Kaplan, war zu verdanken, dass es wenigstens nicht dazu kam. Die BES ist eine Gewerkschaft, die Arbeitnehmer im Bereich Bürowesen, Banken und Versicherung vertritt und in zahlreichen staatlichen Einrichtungen vertreten. Sie soll über 18000 Mitglieder haben.
An dieser Stelle sei auch daran erinnert, dass die Staatsanwaltschaft Mainz laut Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 27. April 2016 mehrere Hundert Strafanzeigen gegen Jan Böhmermann wegen „Beleidigung des Staatspräsidenten“ (Erdogan) erhalten hat.
Auch die Webseite des Generalstabs der Türkischen Armee berichtet immer wieder von Fahndungserfolgen Dank Denunziationen von Bürgern, so am 13. Mai 2016 in der kurdischen Provinz Siirt, wo 700 kg Ammoniumnitrat in 83 Dampfdruckkochtöpfen auf dem Gelände einer Grundschule entdeckt worden seien.

Zuwendung zum Rechtsstaat?
So unerquicklich die Erscheinung des Denunziantentums ist, könnte man sie ja als Indiz dafür werten, dass die türkischen Bürger (und Bürgerinnen?) zunehmend mehr zu rechtsstaatlichen Methoden greifen und auf die Justiz vertrauen, statt zu Selbstjustiz zu greifen. Das wäre eine Fehldeutung. Nicht nur der Mord an Hrant Dink, auch der Mordversuch am Cumhuriyet-Chefredakteur Can Dündar in einer Pause der Gerichtsverhandlung vom 6. Mai 2016, zeigen deutlich, dass der Griff zur Waffe nach wie vor als Alternative gesehen wird. In den beiden Fällen wird deutlich, dass die Täter aus einem „patriotisch“ gesinnten Milieu stammen. Insofern ist das Denunziantentum kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu den Methoden der körperlichen Gewalt.

Die Wurzeln
Dass Denunziantentum zur Festigung der staatlichen Gewalt eingesetzt wird, ist auch in der Türkei nicht neu. Anfang der 1980-er Jahre kam ein Reiseleiter aus Konstanz für mehrere Monate hinter Gittern, weil er im Osten der Türkei in Zusammenhang mit armenisch-christlichen Denkmälern auch vom Völkermord an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts gesprochen hatte. Ein deutsch sprechender Türke verpfiff ihn bei der Polizei und der Reiseführer wurde verhaftet. Das Denunziantentum ist letztlich Ausdruck einer Nationalismuspolitik, die dem kleinen Bürger Macht verschafft, indem er angebliche Gegner an den Staat ausliefert. Der Bürger wird stark – so glaubt er, indem er den Staat stark macht. Auf Kosten von Feinden, die ihm die staatliche Propaganda serviert.

Bürger zu Kollaboranten
Erdogan kann sich daher rühmen, ein Heer von kostenlosen informellen Mitarbeitern geschaffen zu haben. Dabei macht er sich die nationalistische Denkweise zunutze, die unter Atatürks Zeitgenossen und Nachfolgern herrschte und darin bestand, alles als „Feinde“ auszugrenzen, die sich dem türkischen Nationalismus nicht unterordnen wollten. Das betraf bevorzugt Kurden, Armenier und internationalistisch denkende Linke. Durch die Wiederaufnahme des Kriegs gegen bewaffnete Kurden (PKK) hat Erdogan wieder die nationalistische Atmosphäre geschaffen, mit der sich die Bürger mobilisieren lassen. Heute bekommt man in der Türkei schon Probleme, wenn man Frieden – als Gegensatz zum Krieg – fordert, denn in der Türkei gibt es keinen Krieg, sondern nur „Kampf gegen Terrorismus“. Obwohl Erdogan also das gleiche Vorgehen und Vokabular wie seine türkisch-nationalistischen Vorgänger benutzt, setzt er diese Methoden zu anderen Zielen ein: Ihm geht es darum, die ohnehin bescheidene staatliche Gewaltenteilung zu zerstören und alles den Befugnissen des Präsidenten unterzuordnen. Am Ende steht kein gestärkter Staat, was den Bürgern vorgetäuscht wird, sondern ein gestärkter Alleinherrscher.

Quellen:
http://www.evrensel.net/haber/280468/basin-aciklamasi-sirasinda-cumhurbaskanina-hakaret-fisleme
Basın açıklaması sırasında ‚Cumhurbaşkanına hakaret‘ fişleme, İŞÇİ-SENDİKA
18 Mayıs 2016 22:23

https://tr.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCro_Emek%C3%A7ileri_Sendikas%C4%B1
abgerufen 20.05.2016

http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/turkiye/528327/Karar_kursun_gibi_agir…_Gazetecilik_m_hkum_edildi.html
7 Mayıs 2016 Cumartesi

http://www.tsk.tr/4_olaylar/4_2_onemli_yurtici_olaylar/onemliyurticiolaylar.html
13 Mayıs 2016: Siirt’de, Gökçebağ Beldesi İlköğretim Okulu bölgesinde vatandaşların ihbarı üzerine yapılan aramada, ayrı ayrı 83 düdüklü tencere içerisine hazırlanmış toplam 700 kg el yapımı patlayıcı (amonyum nitrat) ele geçirilerek imha edilmiştir.

http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/turkiye/529162/Can_Dundar_a_saldiran_Murat_Sahin__Sedat_Peker_e_mesaj_mi_atti_.html
7 Mayıs 2016 Cumartesi

http://www.sueddeutsche.de/medien/streit-um-erdoan-gedicht-zahl-der-strafanzeigen-gegen-boehmermann-steigt-auf-mehrere-hundert-1.2968939
27. April 2016, 09:32 Uhr
Streit um Erdoğan-Gedicht: Zahl der Strafanzeigen gegen Böhmermann steigt auf mehrere Hundert. Laut der Mainzer Staatsanwaltschaft liegt die Zahl „im oberen dreistelligen Bereich“.

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Iran: Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik


Seit 17 Tagen ist Mahmud Beheschti Langarudi, der Sprecher der iranischen Lehrergewerkschaft, im Hungerstreik. Er protestiert damit gegen das ungerechte Urteil, aufgrund dessen er in Haft gehalten wird.
Zu seiner Unterstützung haben sich Lehrkräfte in den verschiedenen Städten des Landes versammelt, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren und auf seine Lage aufmerksam zu machen.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=70815

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Iran: KrankenpflegerInnen vor dem Parlament


Am Sonntag, den 22. Februar 2015, versammelten sich anfänglich erst 1000, im Laufe der Zeit an die 2000 Krankenpfleger und Krankenschwester vor der nördlichen Eingangstür des iranischen Parlaments. Sie protestierten dagegen, dass zwar ein Gesetz über Lohnerhöhungen für Ärzte und Pflegepersonal verabschiedet wurde, aber nur der Teil sofort umgesetzt wurde, der die Ärzte betrifft. Die Pflegekräfte gingen dagegen bis jetzt leer aus. Darauf erschien der Vorsitzende des Sozialausschusses und meinte, sie seien an der falschen Adresse, das Parlament sei nur für die Verabschiedung der Gesetze zuständig, mehr nicht. Die Protestierenden waren empört, auch kritisierten einige, dass nicht der Sozialausschuss, sondern der Gesundheitsausschuss zuständig sei, und statt der Ausschuss-Vorsitzenden sollte eigentlich der Minister Rede und Antwort stehen.

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Interview mit Frau des hungerstreikenden Gewerkschafters Schahabi

Der Gewerkschaftsaktivist Resa Schahabi befindet sich seit mehr als 38 Tagen im Hungerstreik. Er sitzt im Gouhardascht-Gefängnis (Karadsch). Zuletzt wurde er trotz seines bewusstlosen Zustands von der Krankenabteilung wieder in den Gefängnistrakt verlegt. Seine Frau, Robabe Resai, konnte ihn dort letzte Woche besuchen und wurde heute von einem Menschenrechtsaktivisten interviewt.


Resa Schahabi im Hungerstreik

Wann war dein letzter Besuch und wie war die körperliche Situation deines Mannes?

Mein letzter Besuch war am letzten Mittwoch. Er hat 15 kg an Gewicht verloren. Sein Blutdruck schwankt ständig zwischen hohen und tiefen Werten. Bisher hatte er schon Rückenschmerzen und Beinschmerzen. Das hat sich durch den Hungerstreik verschlimmert. Er isst nichts aber muss seine Medikamente nehmen und hat daher starke Magenschmerzen.

Welche Forderungen hat er, damit er seinen Hungerstreik beendet?

Erstens: er will wieder ins Ewin Gefängnis zurückverlegt werden. Und zweitens: er will vorüberübergehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden um medizinisch richtig behandelt zu werden.

Wie haben die Zuständigen darauf reagiert?

Sie haben nur leere Versprechungen gemacht aber in der Praxis nichts getan.

Was haben Sie angesichts dieser Situation für Pläne?

Wenn die Forderungen meines Mannes nicht erfüllt werden, werde ich auchin den Hungerstreik treten.

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Einsatz für iranischen Gewerkschafter

Die französischen Gewerkschaften CFDT, CGT, FSU, UNSA u.a. haben in einem Appell an den religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i darum gebeten, den seit 2010 inhaftierten Gewerkschafter Resa Schahabi aus der Haft zu entlassen und ihm eine angemessene medizinische Behandlung zu ermöglichen. Die Gewerkschaften haben sich bereit erklärt, für die Kosten seiner Behandlung in Frankreich aufzukommen. Sie weisen in ihrem Brief darauf hin, dass eine Fortführung der Haft dazu führen kann, dass Resa Schahabi einseitig gelähmt wird.

Vgl. Iran: Inhaftierter Gewerkschafter im Hungerstreik 16. Juni 2014

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Iran: Gewerkschafter an Ausreise gehindert


Dawud Rasawi

Dawud Rasawi ist langjähriger Gewerkschafter und Mitglied des Gewerkschaftsvorstand bei der Teheraner Busgesellschaft Wahed. Er war zu einem Gewerkschaftstreffen nach Frankreich eingeladen, wurde aber auf dem Flughafen Teheran vom Geheimdienst an der Ausreise gehindert. Er wurde aufgefordert, sich zwei Tage später beim Islamischen Revolutionstribunal zu melden.

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Iran: Zu wenig zum Leben


Busfahrergewerkschaft fordert fairen Lohn

Die Gewerkschaft der Busfahrer der städtischen Busfahrtgesellschaft von Teheran hat eine Erklärung herausgegeben, in der sie gegen die zu geringe Erhöhung der Mindestlöhne protestiert. Im Gegensatz zu dem, was die Regierung von Hassan Rouhani zu Beginn versprochen hat, liegt die Erhöhung noch deutlich unter der Inflationsrate.
Die Gewerkschafter beklagen, dass die Arbeiter nach wie vor nicht an den Entscheidungsprozessen der Machtorgane beteiligt sind und auch Proteste unterdrückt werden.

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Brief von 700 iranischen JournalistInnen an den Präsidenten

Bis zum 26. Januar 2014 haben 700 iranische Journalistinnen und Journalisten eine Petition an Präsident Rouhani unterschrieben, er möge sein Wahlversprechen umsetzen und für die Wiederzulassung des Journalistenverbands sorgen. Der Verein benötige auch sein Büro, das bis heute versiegelt ist, und müsse sich wieder öffentlich treffen können, um für die beruflichen Rechte der Journalisten tätig zu werden.
Auch dies ist ein weiteres Indiz für eine aktive Zivilgesellschaft, die Wege sucht, aus der Sackgasse der Diktatur herauszufinden, ohne selbst gleich im Gefängnis zu landen.

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Teheran: Protest vor dem Arbeitsministerium

Die Teheraner Busgesellschaft „Scherkate Wahede Otobusraniye Tehran wa Hume“ (Einheitsfirma für den Busbetrieb in Teheran und Umgebung) besitzt wie die meisten staatlichen Unternehmen im Iran einen „Islamischen Rat“ (Schouraye Eslami), der als Vertretung der Arbeitnehmerinteressen dienen soll. Die Teheraner Busgesellschaft spielt in der iranischen Gewerkschaftsbewegung eine wichtige Rolle. So war Mansur Ossanlu Vorsitzender einer unabhängigen Gewerkschaft, die sich in dieser Firma gebildet hatte. Er verbüßte mehrere Jahre im Gefängnis und wurde Ende vergangenen Jahres freigelassen. Er lebt jetzt im Exil.
Die iranischen Machthaber haben offensichtlich beschlossen, die Kontrolle über die Arbeiter zu verschärfen, denn jetzt haben sie in einem eigenmächtigen Schritt selbst Kandidaten für die kommende Wahl des Islamischen Rats der Busgesellschaft aufgestellt und die Arbeiter daran gehindert, eigene Kandidaten zu bestimmen. Aus Protest sind die Arbeiter heute vor das Ministerium für Arbeit und Genossenschaften in Teheran gezogen. Sie weisen darauf hin, dass die vom Staat aufgestellten Kandidaten nicht einmal in der Busgesellschaft arbeiten.

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