Archiv der Kategorie 'Hinrichtung'

Amnesty International Jahresbericht zum Iran

Am gestrigen Dienstag, den 21.2.2017, hat Amnesty International seinen Jahresbericht für den Zeitraum 1.1.2016 – 31.12.2016 vorgestellt, darunter auch den Länderbericht zum Iran.

In der Zusammenfassung heisst es:

  • Die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit waren 2016 weiterhin stark eingeschränkt.
  • Personen, die friedlich Kritik äußerten, wurden festgenommen und nach grob unfairen Verfahren von Revolutionsgerichten zu Gefängnisstrafen verurteilt.
  • Folter und andere Misshandlungen von Gefangenen waren weiterhin an der Tagesordnung und blieben straflos.
  • Die Behörden verhängten und vollstreckten nach wie vor grausame Körperstrafen wie Auspeitschungen und Zwangsamputationen.
  • Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten wurden diskriminiert und strafrechtlich verfolgt.
  • Frauen und Mädchen erlitten Gewalt und Diskriminierung in vielfacher Weise.
  • Die Behörden verhängten zahlreiche Todesurteile und richteten Hunderte von Menschen hin, einige von ihnen in der Öffentlichkeit.
  • Unter den Hingerichteten waren mindestens zwei Personen, die zur Tatzeit noch minderjährig waren.

Eine verheerende Bilanz.

Quelle: https://www.amnesty.de/jahresbericht/2017/iran

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Plasco – Teheran: Anfänge iranischer Judenfeindlichkeit


Plasco – eines der markanten Teheraner Hochhäuser aus den 1960-er Jahren

Anfang der 1960-er Jahre, in der Zeit, als der Schah von Persien begann, das Land zu modernisieren, wurde in Teheran an der Istanbul-Straße das Plasco-Hochhaus mit 17 Stockwerken gebaut.


Es war damals das höchste Gebäude von Teheran, der Sitz der Plastikfirma Plasco, zahlreicher Büros und exklusiver Einkaufsläden.


Photo von Habibollah Elqanian am Modell des Plasco-Hochhauses

Habibollah Elqanian
Der Eigentümer war Habibollah Elqanian, dem auch die Firma Plasco gehörte. Plasco war damals der größte Kunststoffhersteller des Irans. Habibollah Elqanian war damals Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Teherans. Da das Hochhaus mit seinen Einkaufsläden ein modernes Gegenstück zum traditionellen Basar darstellte, waren die Basarhändler der Umgebung gegen den Bau des Hochhaus, bedeutete es doch eine neue Art von Konkurrenz, die sie als existenzbedrohend wahrnahmen. Es heißt, dass sogar Ajatollah Taleqani sich gegen den Bau des Hochhauses ausgesprochen hatte, und er war in vielen Punkten wesentlich demokratischer gesinnt als Ajatollah Chomeini.


Habibollah Elqanian vor dem Revolutionsgericht

Das Ende des Erbauers
Mit dem Sieg der iranischen Revolution am 22. Bahman 1357 (Februar 1979) ging es Habibollah Elqanian an den Kragen. Denn die Ajatollahs, die sich an die Spitze der Revolution setzten und mit dem Basar in enger Verbindung standen, ließen ihn als angeblichen Spion für Israel nur fünf Tage später verhaften. Am 19. Ordibehescht 1358 – 9. Mai 1979 – wurde er im Qasr-Gefängnis vom als Henker berüchtigten Richter Sadeq Chalchali zusammen mit sieben weiteren Personen in nur 20 Minuten abgeurteilt, ohne einen Verteidiger zu haben. Er wurde zum Tode verurteilt. Schon am nächsten Morgen wurde er erschossen. Er war der erste Jude, der vom Regime der iranischen Mollas hingerichtet wurde.


Sadeq Chalchali, der Scharfrichter der iranischen Revolution

Die Arisierer
Zur Nazizeit wurde in Deutschland und dem annektierten Österreich die Judenverfolgung von den neuen Machthabern dazu genutzt, sich am Eigentum der Opfer zu bereichern. Eine parallele Entwicklung war auch im Iran zu beobachten. Das Plasco-Hochhaus, Symbol des modernen Teherans, wurde der Bonyade Mostas’afin, der „Stiftung der Entrechteten“ übergeben, einer der größten Konzerne des heutigen Irans, dem das Eigentum zahlreicher geflohener oder verhafteter Schah-Anhänger übergeben wurde. Die Stiftung war dafür gedacht, das Geld „unter den Armen“ zu verteilen. Die Führung dieser Stiftung wird von einer Person ausgeübt, die der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i in dieses Amt einsetzt.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123492
vom 2. Bahman 1395 (21. Januar 2017)
saxtemane plasko dar bahmane 1342

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B3%D8%A7%D8%AE%D8%AA%D9%85%D8%A7%D9%86_%D9%BE%D9%84%D8%A7%D8%B3%DA%A9%D9%88
(zum Plasco-Hochhaus)

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%AD%D8%A8%DB%8C%D8%A8%E2%80%8C%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%87_%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D9%86%DB%8C%D8%A7%D9%86
(über Habibollah Elqanian)

http://www.farhangnews.ir/content/245454
Photo von Habibollah Elqanian am Modell des Plasco-Hochhauses

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Iran: 21 Jahre für ein Tonband: Reaktion von Ahmad Montaseri

Wie berichtet, wurde Ahmad Montaseri wegen der Veröffentlichung der Tonbandaufnahme, in der sein Vater Ajatollah Montaseri das Gefängnismassaker von 1988 kritisierte, zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt, wovon er 6 Jahre absitzen muss. Außerdem darf er 3 Jahre lang nicht das Gewand eines Geistlichen tragen.


Ahmad Montaseri

In einer ersten Reaktion erklärt Ahmad Montaseri, dass er nach der Gerichtsverhandlung angesichts des Verhaltens des Richters von einem Freispruch ausging. Es sei auffällig, dass bis zur Verkündung des Urteils längere Zeit verging und im Urteil selbst Dinge angesprochen wurden, die in der Verhandlung überhaupt nicht zur Debatte standen – zum Beispiel der Vorwurf des Geheimnisverrats. Er geht deshalb davon aus, dass dieses Urteil von oben diktiert wurde und die Verkündung deshalb solange dauerte. Er wird gegen das Urteil in Berufung gehen, wozu er zwanzig Tage Zeit hat. Er sagte auch: Wenn sie ihn einsperren, wird das nur dazu führen, dass die anderen Tonbänder noch schneller in die Öffentlichkeit gelangen…

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/11/220643.php
vom 8. Adhar 1395 (28. November 2016

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Iran: 21 Jahre Gefängnis für die Wahrheit


Ahmad Montaseri, der Sohn des verstorbenen Ajatollahs Montaseri, wurde jetzt wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ und wegen „Propaganda gegen das System“ zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde ihm für drei Jahre untersagt, die Kleidung eines Geistlichen zu tragen, weil er die Ehre dieser Berufskleidung entwürdigt habe. Seine Schuld bestand darin, ein Tonband zu veröffentlichen, in dem sein Vater, Ajatollah Montaseri, das Gefängnismassaker von 1988, das auf Anweisung von Ajatollah Chomeini verübt wurde, vor der zuständigen „Säuberungskommission“ scharf kritisierte. Ahmad Montaseri wurde angekreidet, dieses Tonband sei von den arabischen Staaten und von den Volksmodschahedin gegen den Iran ausgeschlachtet worden. Weil der Bruder von Ahmad Montaseri als „Märtyrer“ gestorben ist und Ahmad Montaseri selbst schon fortgeschrittenen Alters und zudem nicht vorbestraft ist, muss er „nur“ sechs Jahre von den 21 Jahren absitzen.
Die harte Strafe ist nicht verwunderlich: Die Täter von damals sind noch heute an der Macht.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/11/220612.php
vom 7. Adhar 1395 (27. November 2016)
ahmade montazeri be habse tulani wa xal°-e leba:s mahkum shod

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Iran: 6 Jahre Gefängnis für unveröffentlichte Erzählung


Golroch Ebrahimi

Am Donnerstag, den 6. Oktober 2016, machte Amnesty International in einer Erklärung darauf aufmerksam, dass die iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Golroch Ebrahimi demnächst für eine Erzählung ins Gefängnis kommt, die noch nicht einmal gedruckt wurde. Die Erzählung behandelt das Thema Steinigung. Golroch Ebrahimi wurde deshalb u.a. wegen der „Beleidigung von Dingen, die dem Islam heilig sind“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und soll demnächst ihre Gefängnisstrafe antreten.

http://www.radiofarda.com/a/o2-rb-amnesty-international/28036360.html
°afw beyn ol-melal: golrox ebrahimi baraye dastani cap nashode be zudi rawaneye zendan mi shawad
vom 15. Mehr 1395 (6. Oktober 2016)

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-174-2013-2/ehepaar-haft
Iran
UA-174/2013-2 Index: MDE 13/2520/2015 28. September 2015
Herr ARASH SADEGHI
Frau GOLROKH EBRAHIMI IRAEE

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/10/iran-writer-facing-imminent-imprisonment-for-story-about-stoning/
Iran: Writer facing imminent imprisonment for story about stoning
6 October 2016, 11:36 UTC

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Irans Killerjustiz: 16 Jahre Gefängnis für Narges Mohammadi


Narges Mohammadi

Narges Mohammadi ist die stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Menschenrechtsverteidiger (Kanun-e Modafe°an-e Hoquq-e Bashar) und Aktivistin der Kampagne Legam (Zügel), die für eine schrittweise Abschaffung der Todesstrafe im Iran eintritt.
Die 36. Kammer des Revisionsgerichts der Region Teheran, die ihren Sitz am Revolutionstribunal hat, hat am Mittwoch, den 28.09.2016, das Urteil der Vorinstanz gegen die iranische Menschenrechtlerin Narges Mohammadi in vollem Umfang bestätigt. Die Vorinstanz hatte unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Salawati im Mai dieses Jahres Narges Mohammadi wegen „Verbrechen gegen die Staatssicherheit“ und „Propaganda gegen das System“ zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.
Der Grund für die Anklage ist ihr aktiver Einsatz gegen die Todesstrafe im Iran und ihr Treffen mit der EU-Außenministerin Catherine Ashton im März 2014, wie Amnesty International über sie schreibt.

Man darf gespannt sein, ob kritischer Dialog in den sich selbst so demokratisch präsentierenden Staaten Westeuropas nur bedeutet, dass man Kaffekränzchen mit Folterern wie Mahmud Ahmadineschad oder Sa‘id Mortasawi pflegt und dann untätig zuschaut, wie diejenigen, die den Dialog mit Leben erfüllen, im Gefängnis umkommen. Denn dass Narges Mohammadi die Strafe nicht überleben kann, ist klar. Sie leidet an einer Lungenerkrankung (Blutklumpen in der Lunge) und an einer Nervenerkrankung, die im Gefängnis nicht behandelt wird und zu Anfällen und Lähmungserscheinungen führt.

Quellen:

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/218072.php
vom 7. Mehr 1395 (28.09.2016)
16 sal-e habs-e ta°ziri baraye narges mohammadi

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64801/
iran-emrooz.net | Wed, 28.09.2016, 9:51

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/09/iran-shameful-16-year-sentence-for-narges-mohammadi-a-devastating-blow-to-human-rights/
28 September 2016, 15:41 UTC
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/05/iran16-year-sentence-against-critically-ill-human-rights-defender-signals-all-out-repression/
19 May 2016, 17:28 UTC

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Iran: Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab kritisiert Ajatollah Dschannati


links im Bild Ajatollah Dschannati, Vorsitzender des Wächterrats und zugleich des Expertenrats, rechts Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab

Ajatollah Dschannati gehört zu den sogenannten Fundementalisten innerhalb der iranischen Geistlichkeit. Er hatte am 10. September in seiner Freitagspredigt den verstorbenen Ajatollah Montaseri als naiv bezeichnet, ein beliebtes Vorgehen der islamistischen Machthaber, die es nicht ertragen konnten, dass Ajatollah Montaseri ihr brutales Vorgehen gegenüber den Gefangenen kritisierte.
Jetzt hat einer von Montaseris Schüler, Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab, der in Kaschan Theologie-Unterricht der obersten Stufe erteilt, in einem Brief an Ajatollah Dschannati gegen diese Schmähung des Verstorbenen protestiert. Er fordert Ajatollah Dschannati deshalb erneut zu einem theologischen Streitgespräch auf, worauf der Angesprochene aber schon früher nicht einging. Er fragt auch, wie es kommt, dass Ajatollah Dschannati einen so vulgären und plumpen Mann wie Ahmadineschad bis zur letzten Minute unterstützte.
Auch macht er Ajatollah Dschannati zum Vorwurf, dass dieser zum Anlass des Todes des Königs von Saudi-Arabien nicht etwa sein Beileid geäußert hat, wie dies den islamischen Sitten entspricht, sondern seine Glückwünsche geäußert hat!
Der Schreiber kritisiert auch das unfaire Vorgehen von Ajatollah Dschannati in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wächterrats, Kandidaten vor den Wahlen aufgrund von Verleumdungen und unbelegter Vorwürfe ohne Anhörung der Beschuldigten von der Wahl auszuschließen.
Als besonders ungerecht empfindet es Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab, dass Ajatollah Dschannati in seiner Freitagspredigt den verstorbenen Ajatollah Montaseri wegen seiner Kritik am Gefängnismassaker von 1988 angegriffen hat. Der Rechtsgelehrte schreibt Ajatollah Dschannati ins Stammbuch: „Sie sind es, die sich am Tage des Jüngsten Gerichts für dieses ungerechte und unfaire Urteil (gegen die Gefangenen) verantworten müssen, nicht Ajatollah Montaseri.“
Klare Worte an die Adresse eines Mörders.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217306.php
vom 20. Schahriwar 1395 (10. September 2016)
name-ye shagerde ayatollah montazeri be ayatollah jannati

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Iran: Hauptsache hingerichtet – das Werk des Ajatollah Ahmad Dschannati


Ausschnitt aus der Zeitung Ettelaat

Die iranische Webseite news.gooya.com hat vergangenen Freitag einen Link zu Freedom Messenger veröffentlicht, der seit der Niederschlagung der Millionenproteste gegen die Wahlfälschung von 2009 Filmaufnahmen über die damaligen Ereignisse veröffentlicht. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Aufnahme mit Mehdi Chas‘ali, einem bekannten Kritiker der Geistlichen, der im Iran lebt und wiederholt verhaftet wurde. Er erklärt, dass Ajatollah Ahmad Dschannati, der jetzt Vorsitzender des Wächterrats und des Expertenrats ist, sich bei der Niederschlagung der Proteste gegen die Wahlfälschung sogar für die Hinrichtung einer jungen Frau ausgesprochen hatte, von der nicht einmal der Name bekannt war, und verweist auf einen Artikel in der Regierungszeitung Ettelaat.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/09/217192.php
vom 19. Schahriwar 1395 (9.9.2016)
pardebardariye mehdi xaz°ali az jenayate jannati

zu Freedom Messenger:
https://jmirani.wordpress.com/2016/05/16/sperrung-des-freedom-messenger-kanals/comment-page-1/

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Irans Gefängnismassaker von 1988


Andenken auf dem Chawaran-Friedhof vor Teheran, wo die Toten des Massakers mit Buldozern verscharrt wurden

100 namhafte iranische Persönlichkeiten im Ausland haben einen Antrag an den UN-Menschenrechtsrat und an den Internationalen Gerichtshof gestellt, das Gefängnismassaker des Jahres 1988, das aufgrund einer Fatwa des damaligen Religiösen Führers Ajatollah Chomeini angerichtet wurde, als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ einzustufen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64393/
dar-xa:ste shena:sa:‘iye e°da:mha:ye 67 be °onva:ne jena:yat °aleyhe bashariyat
iran-emrooz.net | Wed, 07.09.2016, 22:51

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Iran: Expertenrat preist Gefängnismassaker


Der Expertenrat: Hier werden Mörder mit Weihrauch gesegnet

Das Jahr 1367 iranischer Zeitrechnung und somit das Jahr 1988 nach hiesigem Kalender ist als das Jahr des großen Massakers an den politischen Gefangenen im Iran in die Geschichte eingegangen. Das Massaker beruhte auf einer Fatwa des damaligen Religiösen Führers Ajatollah Chomeini. Eine Todeskommission, der auch noch heute an der Macht befindliche Personen angehören, hatte die Ausführung des Massenmords übernommen.

Die Worte eines toten Ajatollahs – noch heute Sprengstoff
Nun hat der Expertenrat, der u.a für die Wahl eines Nachfolgers des Religiösen Führers zuständig ist, auf seiner Webseite majlesekhobregan.ir eine Erklärung zum Thema abgegeben. Nicht ganz freiwillig, denn vorausgegangen war die Veröffentlichung einer Ton-Datei des 2009 verstorbenen Ajatollahs Hossein-Ali Montaseri. Ajatollah Montaseri hatte damals den Mitgliedern der Todeskommission ins Gesicht gesagt, dass sie das größte Verbrechen in der Geschichte der Islamischen Republik begangen hätten. Ajatollah Hossein-Ali Montaseri, der bis dahin als Nachfolger von Ajatollah Chomeini galt, wurde darauf von letzterem entmachtet und unter Hausarrest gestellt. Aber er blieb seiner Überzeugung treu bis zum Tod. Deswegen tut es den anderen Ajatollahs besonders weh, wenn seine Stimme – noch jenseits des Grabes – nun im Volk zirkuliert. Das ist der eigentliche Grund für ihre Stellungnahme.
Link zur Ton-Datei:
http://www.radiofarda.com/a/b5_audiocut_hosseinali_montazeri_over_executions_1988_iran/27911396.html
audio.rferl.org/FRD/2016/08/09/f2720a29-b951-4fc6-855a-c18cd25baef0.mp3
Ton-Datei, kürzlich veröffentlicht von Ahmad Montaseri, dem Sohn des verstorbenen Ajatollahs Hossein-Ali Montaseri

Massenmord: ein historischer und revolutionärer Beschluss
In seiner Erklärung vom Sonntag verurteilt der Expertenrat die Verbreitung der Ton-Datei und macht Anhänger der Volksmudschahedin dafür verantwortlich. Und dann kommt er zur Sache:
Er bezeichnet die Mord-Fatwa von Ajatollah Chomeini als „historischen und revolutionären Beschluss seiner Exzellenz Imam Chomeini zu einem entschlossenen und unversöhnlichen Umgang mit den Abtrünnigen (Bezeichnung für die Volksmudschahedin), zur gerechten Verurteilung der Anführer und eines Teils der Mitglieder der Splittergruppe der Abtrünnigen“.

«تصمیم تاریخی و انقلابی حضرت امام خمینی در برخورد جدی و بدون مسامحه با منافقین و محاکمه عادلانه سران و برخی اعضای گروهک منافقین»

Der Expertenrat schreibt weiter, dass Ajatollah Chomeini „in dieser heiklen Phase, mit dieser zum richtigen Zeitpunkt getroffenen Entscheidung, das Auge der Verschwörung blind gemacht hat und der Splittergruppe, deren Hände bis zum Ellbogen mit dem Blut dieses unterdrückten und leidenden Volkes verschmiert sind, die Gelegenheit zur Angeberei und Unruhestiftung genommen hat.“

در آن برهه حساس، با آن تصمیم به‌موقع، چشم فتنه را کور نموده و فرصت خودنمایی و فتنه‌گری گروهکی که دستش تا مرفق، آغشته به خون این ملت مظلوم و زجرکشیده است را سلب کردند

Die doppelzüngigen Ajatollahs
Interessant ist, dass die Webseite des Expertenrats auch eine englische Fassung aufweist. Dort ist von dieser Erklärung zum Gefängnismassaker von 1988 nichts zu sehen. Die aktuellste Nachricht ist mit 14. März 2016 datiert, die viertneueste Meldung bezieht sich auf eine Erklärung Ajatollah Chamene‘is vom 3. Januar 2016 zur Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr an-Nimr in Saudi-Arabien. Sprich: Wenn anderswo einer hingerichtet wird, der als Verbündeter empfunden wird, dann wird Gottes Rache persönlich herbeigewünscht, aber die Tausende von Toten, die man selbst auf dem Gewissen hat, verbreitet man lieber nicht auf Englisch, das soll brav unter den heimischen persischen Teppich gekehrt werden.

Quellen:

http://www.radiofarda.com/a/f14-iran-assembly-of-clerics-defends-mass-execution-of-political-prisoners/27950627.html
vom 7. Schahriwar 1395 (28. August 2016)
defa:°-e majles-e xobrega:n-e rahbari az e°da:m-ha:ye sa:l-e 67

http://www.majlesekhobregan.ir/fa/NewsView.html?ItemID=1967
بازدید : 175 تاریخ درج : 1395/6/7 زمان : 09:17:00
Veröffentlichung der Erklärung des Expertenrats vom Sonntag, den 28.08.2016

http://www.majlesekhobregan.ir/en/NewsList.html
englische Version

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Iran: Sunnitischer Geistlicher kritisiert Hinrichtungswelle im Iran

Moulawi Abdulhamid, der Freitags-Imam der Sunniten in Sahedan, der Hauptstadt der Region Sistan und Balutschistan, hat am vergangenen Freitag, 5. 8. 2016, in seiner Freitagspredigt die kürzlich bekannt gewordenen Hinrichtungen von 20 Sunniten im Iran kritisiert. Er drückte sich dabei sehr vorsichtig aus. So meinte er, dass die Hinrichtungen angesichts der heiklen Bedingungen in der Region keine große Weitsicht verraten.
Er wies darauf hin, dass unter den sunnitischen Rechtsgelehrten (wohl im Iran) die Meinung herrsche, dass man sehr vorsichtig mit der Todesstrafe umgehen müsse. Er sprach sich auch dafür aus, die Gesetze zu revidieren, um die Zahl der Tatbestände auf ein Minimum zu reduzieren, für die die Todesstrafe verhängt werden könne. Er äußerte die Empfehlung, dass man Personen, die nicht Mörder oder direkte Täter sind, verzeihen solle, das heißt, dass diese nicht zum Tode verurteilt werden sollten.

http://www.radiofarda.com/a/o2-abdolhamid-on-sunni-execution/27902887.html
vom 15. Mordad 1395 (5. August 2016)
Moulawi Abdolhamid az e°damhaye axir dar iran enteqad kard

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Iran – Kurdistan: Überfall auf Polizeiwache

In Sardascht, das auf iranischer Seite an der Grenze zur „Autonomen Region Kurdistan“ des Nordiraks liegt und zur iranische Provinz West-Aserbaidschan gehört, wurde am vergangenen Montag, den 8. August 2016, ein bewaffneter Angriff auf eine Polizeiwache verübt. Die Täter warfen vom Motorrad aus drei Blendgranaten in Richtung der Wache. Dabei gingen mehrere Fensterscheiben in der Umgebung in Bruch. Anschließend soll es einen zehnminütigen Schusswechsel zwischen Angreifern und Sicherheitskräften gegeben haben. Die Täter sind bislang noch unbekannt.
In den jüngsten Tagen wurden 20 kurdische Gefangene sunnitischen Glaubensbekenntnisses im Iran hingerichtet.

http://www.radiofarda.com/a/f4_gunmen_attack_sardasht_police_office_iran/27910958.html
vom 19. Mordad 1395 (9. August 2016)
hamleye afrade mosallah be yek kalantari dar shahre sardasht

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Iran: Hinrichtung eines Atomphysikers


Sprecher der iranischen Justiz Gholamhossein Mohseni Esche’i

Schahram Amiri, ein iranischer Atomphysiker, hat eine bewegte Vergangenheit. Erst hieß es, er sei im Jahr 2009 auf einer Pilgerreise nach Mekka verschwunden. Dann tauchte er in den USA auf und beantragte Asyl. 2010 flog er wieder in den Iran zurück und erklärte, er sei in die USA entführt worden. Er wurde am Flughafen mit Blumen empfangen und als Held gefeiert. Aber es dauerte nicht lange, da wurde er verhaftet.

Am vergangenen Mittwoch, den 3. August 2016, wurde er hingerichtet. Die Hinrichtung wurde am Sonntag, den 7. August 2016, vom Sprecher der iranischen Justiz Gholamhossein Mohseni Esche’i, bestätigt. Schahram Amiri habe dem Erzfeind, den USA, lebenswichtige Informationen übergeben. Deshalb sei er zum Tode verurteilt worden. Auch nach dem Urteil habe er keine Spur von Reue gezeigt, obwohl er Gelegenheit dazu gehabt habe. „Reue“ – toube – hat im politischen Kontext der Islamischen Republik Iran ein besonderes Geschmäckle. Es bedeutet meist, dass man bereit ist, vor laufender Kamera sich selbst und alle möglichen anderen zu belasten, die dann mit ins Verderben gerissen werden. Wer nicht bereut, hat in der Regel massiven Erpressungsversuchen und evtl. auch der Folter widerstanden. Und das ist diesem Menschen hoch anzurechnen.

http://www.radiofarda.com/a/f12-iran-confirms-execution-shahram-amiri/27905984.html

vom Sonntag, 17. Mordad 1395 (7. August 2016)

qowweye qad.a’iyeye iran e°dame shahram amiri-ra ta’yid kard

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/08/215842.php

vom Montag, 18. Mordad 1395 (8. August 2016)

Shahram Amiri kist?

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Todesstrafe im Iran: 20 Hinrichtungen an einem Tag


Generalstaatsanwalt des Irans Mohammad Dschawad Montaseri

Der Generalstaatsanwalt des Irans Mohammad Dschawad Montaseri hat am Donnerstag, den 14. Mordad, bekannt gegeben, dass 20 Personen, die in drei iranischen Provinzen „terroristische Aktivitäten“ ausgeübt hätten, hingerichtet worden seien. Diese Personen hätten unter dem Einfluss von religiös extremistischen Gruppen gestanden. Laut iranischen Medien seien die 20 am Dienstag im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Karadsch hingerichtet worden. In den vergangenen Tagen hatten die Justizbehörde der Region Kurdistan und das iranische Geheimdienstministerium eine Erklärung herausgegeben, in der die Hingerichteten als Mitglieder einer Gruppe „Touhid wa Dschahad“ bezeichnet wurden. Die Vorwürfe gegen die Gruppe beinhalteten unter anderem, sie hätten vergiftete Schokolade (Pralinen) unter militärischem Personal in Sanandadsch verteilt und zwei sunnitische Geistliche – Mamusta Scheich ol-Eslam, Vertreter der Region Kurdistan im Expertenrat, und Mamusta Borhan Aali – ermordet.
Ein Teil der Hingerichteten hatte vergangenes Jahr erklärt, dass sie in der Haft unter Folter zu einem „Geständnis“ gezwungen worden seien.

http://www.radiofarda.com/a/f4_iran_general_prosecutor_20_execution_terror_group/27900369.html

vom 14. Mordad 1395 (4. August 2016)
dadsetane kolle iran te°dade afrade e°dam shodeye goruhe touhid wa jahad ra 20 nafar e°lam kard

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Iran – Sanandadsch : 4 Kinder vor Hinrichtung


Iran idam Cumhuriyeti – Iranische Hinrichtungsrepublik

Die türkische Webseite Özgür Gündem (Freie Tagesordnung) berichtet heute unter Berufung auf die Iranische Menschenrechtsorganisation, dass im Gefängnis von Sanandadsch (iranisches Kurdistan) vier kurdische Kinder (unter 18) in die Zelle für Hinzurichtende verlegt wurden, wobei in 3 der 4 Fälle der Fall noch vor dem obersten Gerichtshof anhängig ist. Da die Justiz ganz in der Hand der Fundamentalisten ist, gehen die Gefängnisbehörden offensichtlich davon aus, dass diese Instanz nichts ändern wird. Die vier verurteilten Kinder heißen Yusif Mihemedî, Siyaweş Mihemedî, Amanc Ewîsî und Hêmin Hewramînijad. Laut Amnesty International wurden von 2005-2015 im Iran 73 Kinder (unter 18-Jährige) hingerichtet.

Quelle:
http://www.ozgur-gundem.com/haber/162051/iran-idam-cumhuriyeti-4-kurt-cocugunu-daha-idam-edecek

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