Archiv der Kategorie 'Hinrichtung'

Iran – Teheran: Totengedenken auf dem Chawaran-Friedhof


Blumen für die Ermordeten – Opfer des Islamischen Staats in der iranischen Version

Der „Islamische Staat in Syrien und Irak“ ist bei weitem nicht der erste islamistische Staat, dessen Fundamente auf Leichen ruhen. Die Islamische Republik Iran hat noch zu Lebzeiten von Ajatollah Chomeini ein Massaker unter den politischen Gefangenen veranstaltet und dann versucht, die Leichen unauffällig zu „entsorgen“. Das Bellen von Hunden machte dann auf die Massengräber aufmerksam. Seitdem gehen die Angehörigen der Ermordeten regelmäßig vor Beginn des persischen Neujahrs auf diesen Friedhof, um der Toten zu gedenken. Die sogenannten Sicherheitskräfte postierten sich demonstrativ vor dem Eingang, um so die Angehörigen abzuschrecken, aber sie fanden ihren Weg auf den Friedhof. Lange dauerte das Gedenken allerdings nicht, denn dann wurden die Trauernden von den bewaffneten Organen vertrieben.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=72752

Links zum Chawaran-Friedhof:
Englisch:
https://en.wikipedia.org/wiki/Khavaran_cemetery
Persisch:
https://fa.wikipedia.org/wiki/%DA%AF%D9%88%D8%B1%D8%B3%D8%AA%D8%A7%D9%86_%D8%AE%D8%A7%D9%88%D8%B1%D8%A7%D9%86

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UN-Sonderberichterstatter Shaheed besorgt über Todesstrafe im Iran

UN-Sonderberichterstatter Ahmed Shaheed ist beunruhigt über die Menschenrechtslage im Iran. Auch seit der Wahl des reformorientierten Präsidenten Hassan Ruhani vor zwei Jahren habe sich die Situation weiter verschlechtert, so Shaheed.

Insbesondere die häufige Vollstreckung der Todesstrafe gebe Anlass zur Sorge. In diesem Jahr wurden bereits 252 Menschen hingerichtet, im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 753 – darunter 25 Frauen und 13 Minderjährige. Dies sei die höchste Hinrichtungszahl seit 13 Jahren gewesen. Der Iran bleibe damit das Land mit den meisten Exekutionen pro Einwohner.

Dies sei umso besorgniserregender, als die meisten Todesurteile für Drogendelikte oder Vergehen wie Ehebruch, Sodomie und „vage formulierte Verstöße gegen die nationale Sicherheit“ verhängt würden, sagte Shaheed. Er rief Teheran zu einem Moratorium für die Todesstrafe auf.

http://www.unric.org/de/uno-schlagzeilen/27481-un-sonderberichterstatter-shaheed-besorgt-ueber-todesstrafe-im-iran

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Iran: Die Kleinen hängt man…

Am Montag, den 6.3.2016, berichtete news.gooya von einem Urteil der 15. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran. Es verhängte gegen 3 Personen die Todesstrafe, darunter gegen Babak Sandschani.

Hintergrund des Verfahrens ist die Amtszeit von Mahmud Ahmadineschad. Damals erfanden Ahmadineschad und die Leute hinter ihm aufgrund der Sanktionen wegen des Atombombenprogramms andere Wege zum Export des iranischen Erdöls. Eine der Methoden war die Gründung von Privatfirmen von Personen, die das Öl unter ihrem Namen exportierten und das Geld dann weiterleiten sollten.

Um diese Gelder, es sind Milliarden (Euro-Beträge!) geht es auch jetzt. Babak Sandschani und den Mitangeklagten wird vorgeworfen, sie hätten die Gelder unterschlagen, um dem System zu schaden. Es wird gemunkelt, dass Babak Sandschani seinen Kopf noch retten kann, wenn er die geforderte Summe (wohl 2,5 Milliarden Euro) auftreibt.

Der Sprecher des Hohen Rats der Justiz im Iran, Mohsen Esche‘i, bezeichnete Babak Sandschani als „Verderber auf Erden“ (mofsed fi l-ard.) – das ist die islamistische Basis für ein Todesurteil. Man sollte dabei nicht vergessen, wer Esche‘i ist – ehemals Geheimdienstminister, ein Mann, an dessen Händen Blut klebt. Unabhängig davon, ob sich Babak Sandschani und die Mitangeklagten bereichert haben oder nicht, gehört Esche‘i ebenso zum Täterkreis wie Ahmadineschad und die Pasdaran-Generäle, die den Erdölhandel kontrollieren. Das Todesurteil ist eine Abrechnung unter ihnen, mit Wahrheitsfindung haben die nichts am Hut.

Dies sei unabhängig davon gesagt, dass die Todesstrafe eine Barbarei ist. Ob im Iran, in Saudiarabien, in China oder in den USA.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/03/209409.php

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Hinrichtungen im Iran

Laut amtlichen Quellen wurden im Iran vergangene Woche mindestens 24 Menschen hingerichtet. Da im Iran keine unabhängige Justiz existiert, kann auch nichts darüber ausgesagt werden, ob die Vorwürfe gegen die Verurteilten überhaupt den Tatsachen entsprechen. In der Regel schiebt der Staat Drogendelikte vor. In der Region Qaswin wurden 17 Menschen hingerichtet, in der Region Hormosgan wurden 5 weitere Gefangene im Zentralgefängnis in Bandar Abbas hingerichtet. Sie wurden u.a. als „bewaffnete Banditen“ bezeichnet. In der Stadt Schiras wurden zwei Personen auf einem öffentlichen Platz erhängt. Über diese Angaben hinaus hat die Menschenrechtsnachrichtenagentur Horana von der Hinrichtung von fünf (Balutschen?) in Kerman erfahren. Im Parsilun-Gefängnis von Chorram-Abad wurden am Freitag drei Verurteilte in Einzelzellen verlegt, von dort geht es zur Hinrichtung.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=100331

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Iran: Todesurteil gegen Mohammad-Ali Taheri ans Revolutionstribunal zurück verwiesen

Wie der Anwalt von Mohammad-Ali Taheri berichtet, hat die 33. Kammer des Obersten Gerichtshofs (Diwan-e Ali) des Landes den Fall seines Mandanten zur erneuten Befassung an die 26. Kammer des Revolutionstribunals zurück verwiesen.
Mohammad-Ali Taheri ist der Begründer des „Erfan-Halqe“, einer mystischen Religion, die auch als Grundlage für die alternative Behandlung von Krankheiten dient. Er wurde von verschiedenen Ajatollahs als vom Islam Abtrünniger beurteilt und im August 2015 wegen Verbreitung von „Verderbnis auf Erden“ (fesa:d fi l-°ard.) zum Tode verurteilt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=70980

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Iran – Syrien: Tod von Pasdar-General Hossein Hamedani

Am 10. Oktober 2015 starb der Pasdar-General Hossein Hamedani, laut „Saham News“ war er der Verantwortliche für Logistik und Ausrüstung für Syrien im Generalstab der Streitkräfte. Einige Medien berichteten unter Berufung auf Amtsstellen, er sei in Syrien von der „terroristischen Gruppe IS“ umgebracht worden. Die „Jam News“, die den Sicherheitskräften nahesteht, schrieb dagegen, er sei aufgrund eines Unfalls ums Leben gekommen.
Laut „Saham News“ war General Hossein Hamedani der Befehlshaber der Pasdaran (Revolutionswächter) in Teheran während der Niederschlagung der Proteste gegen die Fälschung der Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl vom Juni 2009. Aufgrund eines Konflikts mit Hossein Ta‘eb in Zusammenhang mit dem Einsatz des Verhörteams der Ehefrau von Said Emami in der Geheimdienstorganisation der Pasdaran musste Hossein Hamedani seinen Posten aufgeben. Er wurde dann von General Qassem Soleimani zum „Koordinator der Kräfte der Pasdaran in Syrien“ ernannt. Dort war er maßgeblich an der Entwicklung der Pläne zur Bekämpfung der Organisation IS (Islamischer Staat) beteiligt. Vor einiger Zeit wurde er aber aufgrund des Drängens von Hossein Ta‘eb „wegen mangelnder Unterstützung der Operationen der Pasdaran in Syrien“ abgesetzt und nach Teheran zurück versetzt.
Eigentlich hatte er also offiziell gar nichts mehr in Syrien verloren. Trotzdem kam er bei Aleppo ums Leben, als sein Auto von der Straße abkam und umstürzte. Er sei auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.
Vor seinem Tod hat General Hossein Hamedani allerdings noch der Zeitschrift „Dschawaane Hamedaan“ ein Interview gewährt, in dem er auch über seine Aktivitäten bei der Unterdrückung der Proteste von 2009 berichtete.

Todesstrafe für Mussawi und Karubi

Im Interview erklärte General Hossein Hamedani unter anderem: „Ich habe mehrmals gesagt, dass für den Fall, dass die Führer der Verschwörung wie Herr Karubi und Mirhossein (Mussawi) freigesprochen werden, weder Gott, der Erhabene, noch die jenigen, die Märtyrer oder verletzt wurden, je ihre Zustimmung geben werden. (…) Mussawi und Karubi sind die Hauptangeklagten dieses Geschehens und die Mindeststrafe für sie ist die Hinrichtung.

Schläger und Banditen – der bewaffnete Arm des Staates

In einem anderen Teil des Interviews erklärte General Hamedani auch, welche Zusatzkräfte die Pasdaran 2009 einsetzten, um die Proteste der Bevölkerung niederzuschlagen: „Wir stellten 5000 Personen fest, die bei den Unruhen anwesend waren, aber nicht bei den politischen Parteien und politischen Bewegungen mitmachten, sondern Verbrecher und Banditen waren. Wir kontrollierten ihre Wohnsitze. (…) Später machten wir sie zu Mitgliedern von Bataillonen. Diese drei Bataillone haben darauf bewiesen, wenn wir Kämpfer für den Glauben ausbilden wollen, müssen wir auf solche Leute zurückgreifen, die mit scharfen Klingen und Kurzschwertern umgehen können, und sie zum Einsatz bringen. Einer von ihnen namens Setari erlitt beim Angriff auf die Menge Verletzungen, so dass er zu 70% behindert (jaanbaaz) war, im letzten Jahr ist er den Märtyrertod gestorben.“

Syrien – das strategische Hinterland des Irans
Auf die Frage, warum der Iran „dem Land und dem Volk Syriens“ Beraterhilfe leiste, antwortete General Hamedani, der Religiöse Führer habe Syrien als das strategische Hinterland des Irans bezeichnet. Die Schiiten der Region hätten gemeinsame Interessen in Syrien, Libanon und dem „besetzten Palästina“. Auch habe der Imam Chomeini die Befreiung Jerusalems zu einem wichtigen Ziel der islamischen Revolution erklärt. Das sei kein mittel- oder kurzfristiges Ziel. Für die Befreiung Jerusalems und Ghasas habe Chomeini keine Mittel geschont, auch nach ihm habe man in die Bildung von Widerstandsgruppen und in die Unterstützung der Staaten dieser Front investiert. In den Jahren nach der Islamischen Revolution hätten sich viele Staaten aus dieser Front ausgeklinkt und hätten sich mit dem Feind arrangiert.

Was plant der Feind mit Syrien?
Laut General Hamedani beabsichtige auch die USA nicht, die syrische Baath-Partei zu vernichten. Im Gegensatz zum Irak, wo es mehrere Putsche gegeben habe, sei die Baath-Partei in Syrien seit 60 Jahren an der Macht und in Syrien sei alles ruhig geblieben. Ziel der US-Intervention sei es, den iranischen Einfluss in Syrien zu beschneiden, die Hisbullah zu schwächen und letztendlich, die Sicherheit von Israel zu gewährleisten. In Syrien habe die USA nicht den Krieg gegen die syrische Regierung oder die Baath-Partei eröffnet, sondern gegen den Iran. „Der Fall Syriens bedeutet dann nichts anderes, als dass wir den Feind dann in unseren eigenen Grenzen bekämpfen müssten.“

Iranische Beratertätigkeit
General Hamedani schildert, wie er und seine Kollegen das Vertrauen der syrischen Machthaber gewonnen hätten. Als die Kämpfe in Damaskus ausbrachen und auch der Präsidentenpalast beschossen wurde, seien die Russen abgehauen, aber die Iraner dageblieben. Das habe ihnen Vertrauen eingebracht. Sie hätten dann geraten, analog zum iranischen Vorbild der Bassidschis Freiwilligenmilizen aufzubauen. Die Armee sei dagegen gewesen und wollte diese Verbände sich unterstellen, aber die iranischen Berater hätten betont, dass die Freiwilligkeit der Milizen der entscheidende Punkt sei. Wenn die Armee mehr Leute brauche, solle sie welche rekrutieren. Die Milizen hätten sich dann als erfolgreich bei der Verteidigung von Damaskus erwiesen, darauf hätte auch die syrische Armee deren Nutzen eingesehen.
(Anmerkung: Interessant ist, dass die Bassidschis im Iran inzwischen den Pasdaran unterstehen, also keine selbständigen Milizen mehr sind. Das weiß auch General Hamedani.)
General Hamedani berichtet weiter, dass sie mehrere Hundert Erzieher des „Kulturvereins“ ausgebildet und in die verschiedensten Regionen Syriens geschickt hätten, auch in Dörfer, wo der IS (Islamische Staat) stehe, um dort „Kulturarbeit“ zu leisten.

Die „Verschwörung“ von 2009
Im Interview wurde General Hamedani auch auf die Rolle des Geheimdienstes und der Pasdaran bei der „Wiederherstellung der Ordnung“ während der „Verschwörung“ von 2009 (gemeint sind die Proteste gegen die Wahlfälschung) angesprochen. Der General ist der Ansicht, dass die Serienmorde an Oppositionellen, wegen der letztlich der stellvertretende iranische Geheimdienstminister Said Emami festgenommen wurde, diesem zu Unrecht angelastet wurden. Er habe ihn selbst gekannt, er sei ein gläubiger Mensch gewesen. Das habe zu einer Spaltung im Ministerium geführt und dieses geschwächt. Außerdem sei das Ministerium zwar zur Aushebung von „terroristischen Zellen“ befähigt, aber nicht dafür, auf so „große Ereignisse wie die Verschwörung von 2009 (persisch: Verschwörung von 88, nach dem persischen Jahr 1388), die sogar auf die Straße hinaus reichte“ zu reagieren. Mit anderen Worten, es blieb gar nichts anderes übrig, als neben den 45.000 Bassidschis, die nach seinen Worten damals auf den Straßen waren, auch die Pasdaran einzusetzen.

Verhaftungen auf wessen Befehl?
Konkret wurde General Hamedani die Frage gestellt: „Erfolgte die Verhaftung einiger Unruhestifter, die die Kinder von verantwortlichen Personen waren, wie etwa die Verhaftung von Fayese Haschemi (der Tochter von Ajatollah Rafsandschani) auf Ihre Anweisung?“ In der Antwort weist Hamedani die Verantwortung der Justiz zu, sie hätten nur deren Beschlüsse ausgeführt, es habe für sie keinen Unterschied gemacht, ob jemand von den Aghazade (Herrensöhne oder -töchter) betroffen gewesen sei oder irgend einer Familie angehört habe. Im weiteren spricht General Hamedani wie alle Innenminister und Staatsanwälte der Welt, wenn sie Unterdrückungsmaßnahmen rechtfertigen: „Ich habe Dutzende von Personen (…) freigelassen, weil sie nur mit Worten protestiert hatten. Diejenigen, die die Straße dirigierten, die Sachbeschädigungen und Zerstörungen anrichteten, waren eine andere Sache. Unser Revolutionswächter mit zwei Kindern ist jetzt zu 70% behindert, 7-mal musste er sich einer Gehirnoperation unterziehen. Da können wir nicht nachsichtig sein. Ich habe mehrmals gesagt, dass für den Fall, dass die Führer der Verschwörung wie Herr Karubi und Mirhossein (Mussawi) freigesprochen werden, weder Gott, der Erhabene, noch die jenigen, die Märtyrer oder verletzt wurden, je ihre Zustimmung geben werden. (…) Mussawi und Karubi sind die Hauptangeklagten dieses Geschehens und die Mindeststrafe für sie ist die Hinrichtung. Unser Volk und unsere Kämpfer können kein Urteil zulassen, das niedriger als diese Strafe ausfällt.“

Hamedanis Rolle
General Hamedani erwähnt, dass er schon 1999 (bei den Studentenprotesten) als stellvertretender Leiter der Bassidschis Erfahrungen mit der „Verschwörung“ gesammelt habe und ihm das 2009 von Nutzen gewesen sei. Er spricht dann von den drei oben zitierten Bataillonen, die aus „Banditen und Verbrechern“ gebildet wurden, um die Straßen unter Kontrolle zu bringen. Zum Aschura-Tag des Jahres 2009 habe er extra alle Kinos, Schulen und Gebetshäuser (Hosseiniyes) für seine Mannschaften in Beschlag genommen, um Unruhen vorzubeugen, und auch die 3 Bataillone der fachkundigen Halsabschneider eingesetzt. Er habe extra auch Gruppen zum Platz der Universität geschickt.

Quelle: http://news.gooya.com/politics/archives/2015/10/203273.php
(11.10.2015)

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Wir begraben Sie im Reaktor von Arak und gießen Zement über Sie


Ruhollah Hosseinian: Wir begraben Sie im Reaktor von Arak und gießen Zement über Sie

Atomare Abrüstung – Chronik eines angekündigten Todes?
Anlässlich der bevorstehenden Abstimmung über die mit dem Westen vereinbarte atomare Abrüstung des Irans im Rahmen eines „Umfassenden Gemeinsamen Aktionsplans“ / „Joint Comprehensive Plan of Action“ (Persisch: barnaame-ye jaame‘-e eqdaam-e moshtarak, kurz barjaam) hat der iranische Parlamentsabgeordnete Ruhollah Hosseinian am Sonntag, den 11.10.2015 in aller Öffentlichkeit gegenüber dem Leiter der iranischen Atomenergiebehörde Ali-Akbar Salehi folgendes erklärt:
„Wenn der Aktionsplan in der Abstimmung befürwortet wird, richten wir Sie hin und begraben Sie im Reaktor von Arak und gießen Zement über Sie.“ (agar barjaam r‘ay biyaawarad shomaa-raa ‚e‘daam karde wa dar raaktor-e arak dafn mikonim wa ru-yetaan simaan mirizim)
Quelle: http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/57764/

Ali-Akbar Salehi
Ali-Akbar Salehi war von 2010-2013 Außenminister unter Ahmadineschad. Seit 2013 ist er zum zweiten Mal Direkter der iranischen Atom-Energiebehörde – das erste Mal hatte er das Amt von 1997-2005 inne.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Ali_Akbar_Salehi

Ruhollah Hosseinian
Ruhollah Hosseinian blickt auf eine lange Karriere im staatlichen Unterdrückungsapparat zurück:
Er begann 1983 in der Staatsanwaltschaft der Islamischen Revolution in Maschhad, war dann stellvertretender Staatsanwalt in Teheran sowie in Sistan und Balutschistan. Später war er Staatsanwalt am Sondergericht der Geistlichkeit in Teheran, Vorsitzender der 4. Kammer des Sondergerichts der Geistlichkeit, er war stellvertretender Abgesandter des Revolutionstribunals im Geheimdienstministerium. Später wurde er Leiter des Dokumentenzentrums der Islamischen Revolution. Dadurch hatte er Zugang zu Dokumenten, die noch aus der Zeit vor der Revolution stammten. Er gehörte zu den Unterstützern von Seyed Mohammad Chatamis Präsidentschaftskandidatur, bereute dies aber später öffentlich. Ruhollah Hosseinian war auch einer der Unterstützer von Said Emami, des Sicherheitsassistenten und Beraters des Geheimdienstministers, der später wegen der Serienmorde an Oppositionellen angeklagt wurde und dann im Gefängnis angeblich Selbstmord beging, vermutlich aber vergiftet wurde.
Ruhollah Hosseinian ist derzeit Abgeordneter für Teheran im iranischen Parlament.
Quelle: https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B1%D9%88%D8%AD%E2%80%8C%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%87_%D8%AD%D8%B3%DB%8C%D9%86%DB%8C%D8%A7%D9%86
Vor dem Hintergrund seiner persönlichen Geschichte sind solche drastischen Drohungen nicht als leere Phrasendrescherei zu betrachten. Er dürfte das Wohlwollen des religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i hinter sich wissen. Was das für die Durchführbarkeit des Atomabkommens bedeuten mag, steht auf einem anderen Blatt.

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Iranische Kurdenpolitik: die nächste Hinrichtung


Sirwan Neschawi

Wie gestern bekannt wurde, wurde Sirwan Neschawi (Nezhavi) aus Sardascht im Gefängnis von Urumije hingerichtet. Er war 2011 zusammen mit Ibrahim Issa verhaftet worden und später vom Revolutionstribunal von Mahabad wegen „Kriegs gegen Gott“ (moh.a:rebe) zur Hinrichtung verurteilt worden. Er soll Mitglied von PJAK (Partei eines Freien Lebens in Kurdistan) gewesen sein, einer iranischen „Tochter“ der PKK. Einen Anwalt hatte er vor Gericht nicht. Auch bekam er vor seiner Hinrichtung nicht einmal einen Besuchstermin. Sein Name fügt sich in die lange Liste hingerichteter Kurden des Ajatollah-Regimes.

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Iran: 152 Hinrichtungen in 2 Wochen

Das im Iran aktive Internationale Komitee gegen Hinrichtungen hat bekannt gegeben, dass im Iran in den vergangenen zwei Wochen 152 Gefangene hingerichtet wurden.
Das Komitee hat aus staatlichen Quellen folgende Zahlen der Hinrichtungen der letzten beiden Wochen zusammengestellt:
Gefängnis von Qesel-Hessar in Karadsch: 75
Gefängnis von Bandar-Abbas: 20
Gefängnis von Urumije (Darya): 16
Gefängnis von Radscha‘i-Schahr (Karadsch): 11
Gefängnis von Adel-Abad (Schiras): 8
Gefängnis von Tabris: 6
Zentralgefängnis von Karadsch: 5
Gefängnis von Kerman: 5
Gefängnis von Rascht: 2
Gefängnis von Qa‘em-Schahr: 1
Gefängnis von Sandschan: 1
Schiras, öffentliche Hinrichtung: 1
Schahr-e Babak, öffentliche Hinrichtung: 1

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Iran: politische Hinrichtung


Heute, den 15.06.2015, wurden die Angehörigen von Mansur Arwand aus dem kurdischen Mahabad, der im Gefängnis Miyan-do-Ab, einer Stadt im iranischen Aserbaidschan in Haft war, informiert, dass Mansur Arwand hingerichtet wurde, ohne dass er auch nur seine Familie ein letztes Mal sehen durfte oder sie zuvor informieren durfte. Er war wegen Unterstützung einer kurdischen Organisation und „Kriegsführender gegen Gott“ (moha:rebe ba: xoda:) zum Tode verurteilt worden.
Die Familie hat jetzt davon erfahren, weil die Gefängnisbehörden ein Lösegeld für die Leiche verlangen, sonst wird diese nicht herausgegeben.

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Iran: Öffentliche Hinrichtungen in Maschhad


Vergangene Woche wurden in Maschhad drei Männer hingerichtet. Sie waren von der 8. Kammer des Revolutionsgerichts zum Tode verurteilt worden.


Gholam-Ali Sadeqi, Staatsanwalt bei der allgemeinen Gerichtsbarkeit und beim Revolutionsgericht von Maschhad, erklärte vergangene Woche gegenüber der staatlichen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Seda wa Sima, dass den 3 Männern bewaffnete Überfälle zur Last gelegt werden, dass sie einen Goldhändler ermordet hätten und die öffentliche Sicherheit bedroht hätten.


Er sagte weiter: „Der eine Verurteilte ist 38 Jahre alt, die beiden anderen 27 Jahre.“


Mit anderen Worten: Es sind alles Kinder der Revolution, sie sind in der Islamischen Republik Iran großgeworden.
Was sie wirklich getan haben, wissen sie selbst am besten, faire Justiz ist im Iran nicht zu erwarten, und das Wort eines Staatsanwalts sollte man nirgends auf der Welt für bare Münze nehmen.


Auffällig ist, dass eine ganze Reihe von Neugierigen die Hinrichtung beobachten, Freude ist den Gesichtsausdrücken aber nicht zu entnehmen.

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Iran: Über 40 Hinrichtungen in drei Tagen

Auffällig ist, dass nach dem scheinbaren Erreichen einer Übereinkunft zwischen dem Westen und dem Iran über eine atomare Abrüstung eine Hinrichtungswelle im Iran eingesetzt hat. Sie ist zwar nicht mit den Massenhinrichtungen von 1987 vergleichbar, als Ajatollah Chomeini nach dem Waffenstillstand mit dem Irak ein Massaker in den Gefängnissen anordnete. Aber sie weckt Befürchtungen, dass das Nachfolgeregime von Ajatollah Chamene‘i zum Schluss gelangt sein könnte, die Öffentlichkeit durch die Schaffung einer intensiven Atmosphäre des Schreckens unter Kontrolle zu halten.
Am Mittwoch, den 15. April, wurden 5 Gefangene in Gefängnis von Radscha‘i-Schahr erhängt.
Am Montag und Dienstag, den 13. und 14. April, wurden 37 Gefangene im Gefängnis von Rascha‘i-Schahr und von Qesel-Hessar erhängt.
Eine größere Zahl von Gefangenen wurde jetzt in Einzelzellen verlegt, ein Indiz, dass auch ihre Hinrichtung bald bevorstehen könnte.

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Iran: Hinrichtung

Am 4. März 2015 wurden die sechs sunnitischen Kurden, von denen wir berichtet hatten, im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr hingerichtet. Die Menschenrechtler Mohammad Nurisad und Narges Mohammadi, die die Angehörigen der Hingerichteten unterstützten, wurden in der Nähe des Gefängnisses von Radscha‘i-Schahr von sogenannten Sicherheitsbeamten überfallen. Mohammad Nurisad wurde mit Handschellen gefesselt, in diesem Zustand verprügelt und mit beleidigenden Ausdrücken beschimpft. Die Menschenrechtler hatten den Angehörigen den Ort genannt, wo die Hingerichteten vom Staat begraben werden. Der Grund für das brutale Vorgehen ist nicht bekannt.

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Drohende Hinrichtung von sechs politischen Gefangenen im Iran

Am heutigen Dienstag, den 3.3.2015, kam es in den frühen Morgenstunden im Gefängnis Rajaischar in Karadsch (westlich von Teheran) zu einer Durchsuchung der Abteilung 10. Nach der Durchsuchung wurden sechs politische Gefangene brutal geschlagen, in Ketten gelegt und an einen unbekannten Ort verschleppt. Es sind dies: Hamed Ahmadi, Dschamschied und Dschahangir Dehrani, Kamal Mulai, Hadi Hosseini, Sedigh Mohammadi.

Die Aktion wurde von einer sog. Aufstandsbekämpfungseinheit durchgeführt, die wiederum einer Spezialeinheit des Geheimdienstes untersteht. Bei Fragen nach dem Verbleib der sechs Gefangenen kam heraus, dass sie hingerichtet werden sollen. Auch die Familienangehörigen bestätigten diese Informationen.

Laut den letzten Nachrichten waren die sechs Gefangenen um 16 Uhr Ortszeit noch am Leben. Es gab ein Telefonat eines Angehörigen mit einem Gefängnisbeamten, bei dem es hieß, dass der Vater seinen Sohn bis 16 Uhr das letzte Mal vor der Hinrichtung besuchen könne. Die sechs Gefangenen sollen auch einen Hungerstreik begonnen haben, der als Ziel hat, dass das Todesurteil aufgehoben wird.

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Hinrichtungen auch in Kurdistan

Weitere Meldungen von Hinrichtungen trafen aus dem Zentralgefängnis von Urumije ein. Dort wurden im Trakt 12 mindestens 6 Gefangene hingerichtet, darunter auch zwei Brüder, die bei den kurdischen Peschmerga (Guerrilla-Kämpfer) der Komele mitgearbeitet hatten. Einer der Hingerichteten gehörte der kurdischen Gruppe Pezhak an. Ein weiterer gehörte der Derwisch-Gruppe Yarsan an. Das Datum der Hinrichtung ist nicht bekannt.

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