Archiv der Kategorie 'Hisbollah'

Russland und Iran: Gemeinsamer Krieg in Syrien


Militärflughafen Mosdok (Nord-Ossetien): von hier starteten die Bomber nach Tschetschenien und Syrien

Wladimir Muchin (Mukhin) von der russischen Zeitung Nesawissimaya Gaseta schreibt in einem Artikel, der heute auf der russischen Webseite centrasia.ru veröffentlicht wurde, ausführlicher über die russisch-iranische Zusammenarbeit zur Unterstützung der Truppen von Baschar al-Assad in Syrien.
Demnach hat der Sekretär des Hohen Rats für Nationale Sicherheit des Irans Ali Schamchani erklärt, dass der Iran der Russischen Föderation Infrastruktur zur Bekämpfung des Terrorismus in Syrien zur Verfügung stellt. Vom Militärflughafen in Hamedan, das nicht weit von der iranisch-irakischen Grenze entfernt liegt, sollen schon Bomber des Typs Tu-22M3 und Su-34 Angriffe gegen den „Islamischen Staat“ und „Dschebhat an-Nusra“ in Syrien geflogen haben. Laut Angaben des Russischen Verteidigungsministeriums sollen dabei u.a. fünf große Waffenlager und ein Lager zur Ausbildung von Kämpfern zerstört worden sein.

Abkommen zwischen Russland, Aserbaidschan und Iran
Laut Angaben aus militärisch-diplomatischen Kreisen soll das Abkommen über die Nutzung militärischer Infrastruktur im Iran durch die russische Luftwaffe am 8. August 2016 auf einem Treffen der Präsidenten Russlands, Aserbaidschans und des Irans (Wladimir Putin, Ilham Aliyew und Hassan Rouhani) erzielt worden sein. Schon jetzt sollen in Hamedan bis zu vier Überschallflugzeuge des Typs Tu-22M3, die Raketen und Bomben abschießen können, sowie vier Jagdflugzeuge des Typs Su-34 (Generation 4++) stationiert sein.


Militärflughafen in Hamedan (Iran)

Hamedan statt Mosdok
Bislang starteten die russischen Bomber mit ihren Angriffen auf Ziele in Syrien von Mosdok, der zweitgrößten Stadt in Nordossetien. Damit sie ihre volle Bombenladung transportieren konnten, war für diese Entfernung ein Auftanken in der Luft erforderlich, was die Angriffe erschwerte. Jetzt sind die russischen Bomber nur noch rund 900 km von ihren Zielen in Syrien entfernt. Das verkürzt die Flugzeit und erlaubt eine höhere Bombenlast mitzuführen. Es ist davon auszugehen, dass der Iran die russischen Bomber zudem mit Kerosin versorgen wird, das im Iran billiger als in den meisten Ländern der Welt ist.


Basil-al-Assad Militärflughafen in Chmeimim (Latakiya)

Militärische Deckung aus Chmeimim
Die russischen Bomber werden durch Jagdflugzeuge des Typs Su-30SM und Su-35S gedeckt, die im Basil-al-Assad-Militärflughafen in Chmeimim (Region Latakiya) stationiert sind.

Unterstützung durch iranische Truppen
Russische militärisch-diplomatische Quellen halten es für möglich, dass der Iran die syrische Regierung in Damaskus bald auch durch reguläre iranische Truppen unterstützen wird. Davon soll vor über einer Woche der stellvertretende iranische Außenminister Ibrahim Rahimpur gesprochen haben. Schon jetzt berichten arabische Medien, dass zur Unterstützung der Truppen von Baschar al-Assad im Kampf um Aleppo 2000 schiitische Kämpfer entsandt worden seien, mehrheitlich Anhänger der Hisbollah, aber auch „Freiwillige“ aus dem Iran und dem Irak, darunter auch Revolutionswächter (Pasdaran). Kämpfer des IS und der Dschebhat an-Nusra sind nicht nur in Aleppo aktiv, sondern auch in Palmyra, vor Damaskus und in den Provinzen Latakiya und Idlib. In diesen beiden Provinzen werden sie unter der Hand von der Türkei unterstützt.

Militärmanöver – die Übung wird Realität
Derzeit finden im Kaspischen Meer und im Mittelmeer militärische Übungen statt. Laut Mitteilungen der russischen Militärführung sollen der Iran und der Irak eine Anfrage des russischen Verteidigungsministeriums gutgeheißen haben, dass die Kriegsmarine der Russischen Föderation auf ihren Übungen Raketen des Typs „Kalibr“ verwenden darf. Diese Raketen werden wohl vom Kaspischen Meer aus gegen die Truppen des IS in Syrien abgeschossen werden.

Quelle:
http://www.centrasia.ru/newsA.php?st=1471460100

В борьбу с террористами вступила новая российская авиабаза в Иране, – В.Мухин
21:55 17.08.2016

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Konzertverhinderung in Maschar, Iran

In der südiranischen Stadt Maschar sollten dieses Wochenende zwei Konzerte stattfinden, beide wurden von isalmischen Fundamentalisten verhindert.

Das erste Konzert, bei dem klassische iranische Musik aufgeführt werden sollte, war für Samstag geplant. Das zweite Konzert sollte Popmusik auf die Bühne bringen und hätte am gestrigen Montag stattfinden sollen. In beiden Fällen hatten die Veranstalter alle nötigen Genehmigungen von den örtlichen Behörden und selbst von Teheran. Über 300 Tickets waren bereits verkauft worden.

Lediglich einem fundamentalistischen Freitagsprediger waren die Konzerte ein Dorn im Auge. Er wetterte gegen beide und seine Anhänger, die Hisbollahi, verstanden: kurzerhand verhinderten sie die Konzerte.

Dazu versammelten sie sich über 2 Stunden vor beginn der Konzerte an den Eingängen der Locations, riefen Parolen, behaupteten, dass die Musik unislamisch sei und die Genehmigungen der Behörden keinen Wert hätte und verhinderten jeglichen Zutritt. Am Ende ließen sie sich auf ihre Knien zum Gebet nieder.

Die Polizei stand dabei und griff nicht ein. Gegenüber den fundamentalistischen Gruppierungen wie die Hisbollah haben die Regierung unter Rohani oder die regulären Ordnungskräfte keine Macht.

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Das Schicksal der Kritiker der iranischen Machthaber


Ali Motahari in Schiras, nach Angriffen auf seine Person

Vor und während der iranischen Revolution von 1979 wurde Ayatollah Chomeini von vielen westlichen Ländern und der Ex-Sovietunion unterstützt. Selbst viele Linke im Westens unterstützten ihn. Gleichzeitig gab es viel Unterstützung aus dem Iran: von der Linken, auch von Volksmujahedin. Ein Jahr später, nach dem Chomeini seine Macht gefestigt hatte, wurden viele, die ihn unterstützt hatten, verfolgt, ins Gefängnis geworfen, gefoltert oder getötet. Das hält an bis zum heutigen Tag.

Nach Chomeinis Tod kam es zu einer Spaltung bei den Machthabern. Es bildeten sich die Fraktionen der sog. radikalreligiösen Fundamentalisten und der Reformisten heraus. In den letzten 15 Jahren ereilte auch die Reformisten das gleiche Schicksal der Verfolgung. Letztes Beispiel: Mussawi und Karubi im Hausarrest. In der Regierungsperiode von Ahmadinejad verschärfte sich sowohl die gesellschaftliche und ökonomische Krise als auch die Spaltung dieser beiden Fraktionen der Machthaber.

Ein Teil der Radikalreligiösen Fundamentalisten sah das gesamte islamische Modell in Gefahr und versuchte die Islamische Republik zu retten. Sie nahmen eine Position zwischen den Reformisten und den Fundamentalisten ein. Ali Motahari ein bekannter Protagonist dieser neuen Gruppe ist selbst ein sehr religiöser Mensch, und tritt offen gegen die Rechte der Frau ein. Er ist zudem ein wichtiger Abgeordneter im iranischen Parlament. Seine Schwester ist die Frau von Ali Laridschani, dem Parlamentspräsidenten. Gegen Ende der Amtsperiode von Ahmadinejad hat er ihn und seine Verwaltung scharf kritisiert. Bei den Präsidentschaftswahlen unterstützte er Rouhani direkt. Auch der Religiöse Führer Chamenei wurde von ihm bereits öffentlich kritisiert. Motahari ist der erste, der den Hausarrest von Mussawi und Karrubi im Parlament als Unrecht bezeichnet hat. Der Arrest würde die iranische Verfassung verletzen. Bei seinen Vorträgen im ganzen Iran kommen immer wieder Bassiji, Pasdaran und Hisbollah-Anhänger um zu störten. Die Organisatoren und Anhänger sind aber in der Regel in der Überzahl, so dass die Veranstaltungen von ihren Gegnern nicht gesprengt werden können.

Am letzten Samstag, den 7. März 2015, sollte Motahari einen offiziell genehmigten Vortrag zum Thema „Islam und die Freiheit“ an der Universität Schiras halten. Während etwa 500 Zuhörer auf ihn warteten, wurde er bei seiner Ankunft am Flughafen von etwa 100 organisierten Personen unfreundlich empfangen. Man rief Parolen gegen Motahari, um ihn zur Umkehr nach Teheran zu zwingen. Das Taxi mit dem er vom Flughafen zur Universität fahren sollte, wurde von den Hisbollah und Bassiji-Gruppen angegriffen. Dabei kamen Tomaten, Steine und Stöcke zum Einsatz. Das Taxi wurde beschädigt. Als das Taxi sich in schneller Fahrt absetzen wollte, jagten etwa 50 Motorräder hinter ihm her und bedrängten es weiter. Die Motorräder waren große Maschinen, die nur von Pasdaran und Bassiji benutzt werden, und die Fahrer waren Männer in Zivil.

Motahari und das Taxi konnten sich schließlich auf einer großen Polizeiwache in Schiras in Sicherheit bringen. Die Polizei hinderte die radikalen Gruppen zwar daran, auf den Hof des Polizeireviers vorzudringen, weigerte sich jedoch, die radikalen Gruppen aufzulösen oder die Täter festzunehmen. Ein Polizeioffizier sagte: „Wir können nicht. Sie wissen selbst genau, wer diese Gruppen organisiert hat.“ Die radikalen Gruppen skandierten derweil, dass sie erst nach Hause gehen würden, wenn Motahari zurück zum Flughafen geschickt würde. Obwohl Motahari sich lange sträubte und diskutierte, blieb für ihn am Ende kein anderer Ausweg, als wieder nach Teheran zurückzufliegen.


Taxi von Ali Motahari am 7. März 2015

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Iranische Fundamentalisten loben die Attentate auf die Satirezeitung Charlie Hebdo


Ausgabe der Jal Sarat vor einigen Tagen

„Jal Sarat“ ist die iranische Ausgabe der fundamentalistischen Organisation Ansar Hisbollah. In einer Ausgabe der letzten Tage schrieb sie auf der Startseite, dass die Macher der Satiriezeitung Charlie Hebdo Feinde des Islams waren und an den heiligen Tagen des Islams zum Friedhof geschickt worden sind. Damit sagen sie, das aus islamischer Sicht das Attentat gerechtfertig war.


Ausgabe der Kayhan vom 9. Januar 2015

Der Herausgeber dieser Zeitung ist der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i. Kayhan ist Sprachrohr für ihn und seine Anhänger. Ihr Direktor Hussein Schariat Madari gilt als streng fundamentalistisch und wird von Sicherheitskräften der Bassidschi und Revolutionswächter unterstützt. Jeden Tag wird Kayhan in Millionenauflage gedruckt – verkauft werden jedoch nur ein paar tausend Exemplare.

Am Freitag schrieb Kayhan als Aufmacher der ersten Seite: „کیهان کشته‌شدگان „شارلی ابدو“ را مهدورالدم خواند“.

Übersetzt bedeutet dies etwa: „Die Getöteten bei Charlie Hebdo mussten nach der Scharia getötet werden“. Die Phrase „مهدورالدم “ (mahdur al dam) muss erklärt werden. „dam“ heisst wörtlich übersetzt „Blut“ und „mahdur“ bedeutet „jemand, der seine Rechte verloren hat“. Beides zusammen ist ein Scharia-Ausdruck, der sich auf Menschen bezieht. Wenn ein Gerichtsurteil „mahdur al dam“ lautet, heisst das, das dieser Mensch das „Recht auf sein Blut verloren“ hat, also hingerichtet werden muss. Es ist eine Fatwa, wenn ein Rechtsgelehrter das ausspricht.

Während die Reformisten im Iran die Attentate veruteilt haben, hat der fundamentalistische Flügel, der die Macht in der Hand hat, sie gerechtfertigt. Die Reformisten werden von diesen Fundamentalisten wiederum als Anhänger des Westens bezeichnet.

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Todesfall nach Säureattentat im Iran

In der iranischen Stadt Isfahan erlag am Sonntag, den 19.10.2014, eine junge Frau ihren schweren Verletzungen durch ein Säureattentat

Laut verschiedenen Medienberichten hatte das Attentat am Sonntagvormittag stattgefunden. Drei Frauen waren davon betroffen. Es wird berichtet, dass zwei vermummte Männer mit einem Motorrad auf die Frauen zu raste, die Säure verspritzte und davonfuhr. Zwei Frauen trugen Verletzungen im Gesicht und an den Händen davon. Die dritte Frau war am schwersten verletzt. Ihr ganzes Gesicht und der Halsbereich bis hinunter zu Brust hatte tiefe Verletzungen. Sie starb noch auf der Straße. Alle drei wurden ins nächste Krankenhaus gebracht.

Die Menschen in Isfahan behaupten, dass die Säureattentäter Hisbollahi gewesen seien (die natürlich von Pasdaran und Bassidschi unterstützt werden).

Eine Studentin hatte zusammen mit ihrem Vater das Geschehen aus der Nähe beobachtet: „ Wir sahen bei der Straße Scheich Sadugh eine größere aufgeregte Menschenansammlung. Als wir näherkamen sahen wir Polizei, einen Krankenwagen und Sanitäter, die sich um die drei Frauen kümmerten. Ich selbst habe die schwer verletzte Frau gesehen, wie sie im gesamten Brustbereich veräzt war. Mein Vater hat angesichts dieser Situation darauf bestanden, dass ich nicht an die Uni, sondern wieder nach Hause zurück gehe. Ich solle die Entwicklung der nächsten Tage abwarten.“

Diverse Websites und Medien berichten außerdem von einem weiteren Vorfall, der sich am voran gegangenen Tag ebenfalls in Isfahan zugetragen hat. Drei Männer wurden quasi auf frischer Tat ertappt, wie sie mit Säureflaschen ein Attentat begehen wollten. Passanten riefen die Polizei an, die schnell kam und zusammen mit den Passaten die drei Männer festnahmen. Die Männer wurden zur nächsten Polizeistation gebracht. Obwohl eine große Zahl von Menschen das miterlebt hat, waren offizielle Stellen bei der Justiz und der Polizei nicht bereit, den Vorfall zu bestätigen.

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Iran: Rauchzeichen aus einem verbrannten Land

Der Hoffnungsträger
Es ist seltsam: Der neu gewählte iranische Präsident Hassan Rouhani soll die Hoffnungen von allen verwirklichen. Der Reformisten hoffen auf einen Reformkurs, der ihre Anhänger in Positionen der Macht bringt. Die Fundamentalisten hoffen, dass Rouhani die Sanktionen des Westens beseitigen kann, damit wieder Dollars in ihre Taschen fließen. Der Westen hofft, dass Rouhani das iranische Atomprogramm stoppt. Und das iranische Volk hofft, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt und Rouhani sie davor rettet, ein zweiter Irak oder ein zweites Syrien zu werden.

Ist Rouhani der Messias, der alle erlöst?
Während Rouhani die Vorbereitungen für die Ablösung von Mahmud Ahmadineschad trifft und das neue Kabinett zusammenstellen muss, finden sich zum einen viele, die daran erinnern, dass sie auch für ein Ministeramt geeignet wären, auf der anderen Seite fallen erste Drohungen, wer alles nicht in Frage kommt.

Reformisten, auf einem Auge blind
Auffällig ist, dass die Anhänger der Reformisten im Iran mit großer Aufmachung berichten, wenn Hassan Rouhani sich mit dem zurückgetretenen Kandidaten Aref (auch er wird in die Nähe der Reformer gestellt) bespricht und ihm womöglich einen Ministersessel anbietet, oder wenn Hassan Rouhani sich mit Ajatollah Rafsandschani berät oder sich gar öffentlich beim früheren Ex-Präsidenten Chatami für die Unterstützung bei den Wahlen bedankt.
Die gleichen Kreise bleiben leise, wenn Hassan Rouhani sich mit den unterlegenen Kandidaten Sa‘id Dschalili oder Bagher Qalibaf trifft. Mit anderen Worten, die reformistischen Medien zeichnen dem Volk gegenüber ein Bild von Hassan Rouhani als einem, der versucht, den Reformen eine Chance zu geben. Alles andere fällt unter den Tisch.

Die Fundis zücken das Schwert
Die fundamentalistische Gegenseite, die „Prinzipialisten“, verstärkt seltsamerweise diesen Eindruck, indem auch sie nichts von diesen allseitigen Gesprächen berichtet, sondern Rouhani angreift, weil er nicht eine klare Trennlinie zu den „Elementen des Aufruhrs“ (gemeint sind die Millionenproteste von 2009) zieht.
So warnt Hossein Schariatmadari, der Herausgeber der Teheraner Ausgabe von Keyhan („Die Welt“), das Sprachrohr von Modschtaba Chamene‘i – das ist der Sohn des Religiösen Führers, der zugleich dessen Amtsgeschäfte leitet, dass die Elemente des Aufruhrs nicht ins Kabinett aufgenommen werden dürfen.
Ein weiterer im Bunde ist Hossein Allahkaram, ein Anführer der iranischen Hisbullahis und einer der Beteiligten an den Serienmorden an Oppositionellen im Iran unter Chatamis Präsidentschaft. Ahmadineschad hat aus ihm einen „seriösen Mann“ werden lassen und ihn zum Universitätsdozenten gemacht. Dieser „geläuterte“ Killer hat sich jetzt wütend darüber geäußert, dass Rouhani sogar mit Chatami spreche, der die „Verschwörung von 2009″ im Dienste der Briten, Amerikaner und Israelis angezettelt habe.
Hossein Schariatmadari wie Hossein Allahkaram sind keine Phrasendrescher, hinter ihnen stehen genügend Schläger und Mördertrupps, die gezielt Gegner umbringen können, wenn die Anweisung von oben kommt. Von oben heißt, aus dem Büro des Religiösen Führers.
Das ist verwirrend, denn schließlich haben die Pasdaran und der Religiöse Führer mit Hilfe des Wächterrats befunden, dass Hassan Rouhani ein geeigneter Kandidat ihrer Interessen ist, und Hassan Rouhani hat Ajatollah Chamene‘i noch vor den Wahlen dem Religiösen Führer schriftlich seinen Gehorsam bezeugt.
Wieso fahren die Radikalen so schwere Geschütze gegen einen Mann auf, der doch einer der ihren ist?

Die Wirtschaftskrise: den Knoten zerschlägt das Schwert der Fundis nicht
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir erneut die Frage stellen, was der Zweck der Wahlen war.
Das Volk will Veränderung. Es leidet unter der horrenden Inflation und der gewaltigen Arbeitslosigkeit. Das Potential für Unruhen ist da, und es kann das ganze Regime über Nacht wegfegen. Das Regime weiß das.
Die Pasdaran und Bassidschis und natürlich auch die vielen korrupten Geistlichen wollen weiter die Staatseinnahmen anzapfen, aber da gibt es ein Hindernis: Die Einnahmen sind drastisch geschrumpft, so dass es viel weniger zu verteilen gibt als früher.
Dass die Einnahmen geschrumpft sind, hängt auch mit der bisherigen Außenpolitik zusammen: Den iranischen Machthabern war der Bau einer Atombombe so wichtig, dass sie deshalb die Sanktionen in Kauf genommen haben.
Jetzt haben sie festgestellt, dass es sich ohne Sanktionen besser lebt, und deswegen waren alle, die an der Macht teilhaben, daran interessiert, den Westen davon zu überzeugen, dass jetzt eine Wende eintritt. Eine Wende in der Atomfrage.
Da war Hassan Rouhani ein guter Kandidat. Er soll den Konflikt mit dem Westen richten, die Sanktionen sollen aufgehoben werden und die Dollars sprudeln wieder. Das ist der Plan.

Das Volk: Warten, schweigen und dann?
Aber da gibt es eine große Unbekannte: das Volk. Selbst wenn die Sanktionen aufgehoben werden, entstehen die ruinierten Wirtschaftsbetriebe nicht in wenigen Monaten wieder neu. Auch die Importe von Weizen, Kartoffeln, Reis, Orangen und anderen Produkten, die der Iran früher selbst im Überfluss produziert hat, werden nicht aufhören, die heimische Landwirtschaft zu zerstören, denn die Pasdaranführer leben von den Importtributen, nicht von der Produktion.
Das Volk hofft natürlich, dass es ihm nach einer Aufhebung der Sanktionen wieder besser gehen wird, dass die Inflation besiegt wird. Auch die Händler hoffen, dass mit Rouhani sich der Preis des Dollars (für den Außenhandel) stabilisiert.
Aber was geschieht? Innerhalb weniger Tage ist der Wechselkurs des Dollars von 1:4000 auf 1:2900 gefallen, um gleich darauf wieder auf 1:3400 zu steigen. Da stabilisiert sich nichts. Und die Inflation? In den letzten Tagen wurden gerade wieder die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel um 30 Prozent erhöht. Das Volk sieht es, aber es wartet noch ab.
Man gewinnt den Eindruck, dass verschiedene Gruppen sich in Position bringen: Die Reformisten versuchen ein paar Ministerposten zu ergattern, um unter ihren Anhängern das Manna von Staatsgeldern zu verteilen, die Fundamentalisten drohen mit „Volkszorn“ auf den Straßen, sprich mit Aufmärschen gewaltbereiter Hisbullahis, um diese Posten für sich zu behalten, und der Religiöse Führer schweigt.
Die Pasdaranführer schweigen, was Israel und USA angeht, die Freitagsprediger des gleichen, denn den Ausgleich mit dem Westen, genauer die Versöhnung mit den heiß geliebten Dollars, wünschen auch sie.
Es gibt nur eine Gruppe, die sich nicht in Position bringen kann: das Volk. Vor zwei Tagen wollte sich eine unabhängige Lehrergewerkschaft gründen – verboten. Die politischen Gefangenen, ob Gewerkschafter, ob Studenten, sind weiter in Haft.
Auf die Intellektuellen warten die nächsten Serienmorde. Wie soll das Volk sich organisieren?

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Iran: Anschlagsvorwürfe der USA


Hodschatoleslam Mehdi Ta‘eb

Aus dem Stabsquartier des Amar
Die Rede ist von Hodschatoleslam Mehdi Ta‘eb, einem Dozenten an der House (einflussreiche Ausbildungsstätte für islamische Geistliche) in Qom, und zugleich Mitbegründer und Vorsitzender eines am 7. Februar 2011 gegründeten „Zentrums zur Anleitung der Front der Leute der Rechtsgelehrsamkeit“ (Markaze Rahbordiye Jebheye Ahle Wela‘) – kurz auch „Stabsquartier des Amar“ (Qarargahe Amar). Mit „Leute der Rechtsgelehrsamkeit“ sind die Anhänger der Herrschaft des religiösen Rechtsgelehrten gemeint, also die Anhänger einer religiösen Diktatur, wie sie vom inzwischen verstorbenen Ajatollah Chomeini begründet wurde. Zu den veröffentlichen Zielen gehören der politische und kulturelle Kampf um die „Werte der Revolution“, aber das ist nicht die eigentliche Tätigkeit des „Stabsquartiers des Amar“.
Zuerst einmal seien die Gründer dieser Organisation vollständig aufgeführt: Hodschatoleslam Mehdi Ta‘eb, Hodschatoleslam Ali-Resa Panahiyan, Mohammad-Mehdi Mandegari, Hamid Rassa‘i, Hassan Abbassi, Sa‘id Qassemi, Sa‘id Haddadiyan, Nader Talebsade, Mehdi Kutschiksade, Ali-Akbar Maddahi, Hassan Yekta.
Quelle hierzu: http://www.ammariyon.ir/fa/pages/?cid=6267

Theoretiker für Selbstmordanschläge
Hassan Abbassi ist ein wichtiger Theoretiker der Terroranschläge, er unterrichtet an militärischen Hochschulen den Begriff „Dschihad“ im Sinne eines gewalttätigen religiösen Kampfs, er liefert die theologische Rechtfertigung für Selbstmordanschläge etc. Mehdi Kutschiksade ist ein radikaler „Hisbollahi“, der als Abgeordneter im iranischen Parlament sitzt.
Das sind schon erste Indizien, dass die eigentliche Aufgabe dieses Hauptquartiers, für das nicht umsonst ein militärischer Namen gewählt wurde, im bewaffneten Kampf liegt, namentlich in der Schulung von rekrutierten Pasdaran für Selbstmordanschläge.

Wenn schon, dann holen wir uns den König
Hodschatoleslam Mehdi Ta‘eb, der Leiter dieses Hauptquartiers oder „Zentrums“, ist daher nicht irgendein unbedeutender Geistlicher, wenn er zum Thema des angeblich geplanten Mordanschlags auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA Stellung nimmt.
Hodschatoleslam Mehdi Ta‘eb erkärte vergangene Woche gegenüber staatlichen iranischen „Presseklub“ (Bashgahe Chabarnegaran):
„Wir haben es nicht nötig, den Botschafter von Saudi-Arabien umzubringen. Wenn wir jemanden umbringen wollen, dann haben wir genügend Möglichkeiten, um König Abdullah (gemeint ist der saudische König Abdullah Saud) selbst umzubringen. Was sollen wir uns mit Kleingemüse begnügen?“

Iranische Reaktionen zum angeblich geplanten Mordanschlag auf den saudischen Botschafter
Diese Form des Dementis klingt schon etwas anders als die Äußerungen von Ajatollah Chamene‘i in Kermanschah, der meinte, die US-Regierung wolle nur von eigenen Problemen ablenken, etwa der Protestbewegung „Besetzt die Wall-Street“.
Der Parlamentssprecher Ali Laridschani meinte dagegen, die Leute, die von der US-Regierung als Täter bezeichnet worden seien, gehörten der iranischen Opposition an und hätten mit der Regierung nichts zu tun.
Der iranische „Präsident“ Mahmud Ahmadineschad erklärte, eine Untersuchung der Angelegenheit werde es von iranischer Seite nicht geben.
Das britische Finanzministerium hat unterdessen das Vermögen von fünf Personen eingefroren, die von der US-Regierung als mutmaßliche Täter bezeichnet werden: Es handelt sich um

  • Mansur Arbabsiyar, Mitglied der Qods-Kräfte der Pasdaran, der die iranische und die US-Staatsbürgerschaft besitzt,
    Gholam Shakuri, keine Angaben,
  • Hamed Abdullahi, ein hochrangiger Offizier der Qods-Kräfte der Pasdaran, der zu den Planern des Terroranschlags gehören soll,
  • Abduresa Schahla‘i, ein Assistent der Qods-Kräfte der Pasdaran und
  • Qassem Soleimani, den Oberbefehlshaber der Qods-Kräfte der Pasdaran.

Die beiden Letztgenannten sollen die Aufsicht über den geplanten Terroranschlag geführt haben.

Kommentar:
Wenn man die NZZ, die taz, die Frankfurter Rundschau, die Welt oder die Frankfurter Allgemeine anschaut, springt einem überall Misstrauen an der Richtigkeit der US-Vorwürfe in die Augen. Generell werden Zweifel angemeldet, dass die iranische Regierung dahinter stehe, weil das nicht in ihrem Interesse sei.
Es ist eine kuriose Situation: Die Art, wie die US-Regierung die Vorwürfe präsentiert, erinnert fatal an das Vorgehen der Vorgängerregierung zur Rechtfertigung des Kriegs gegen Saddam Hussein und den Irak. Danach erwiesen sich die damals erhobenen Vorwürfe als falsch.
Das Problem ist, dass die Vorwürfe diesmal zutreffen könnten, nur das Ziel, das dahinter steht, nämlich einen neuen Krieg anzuzetteln, ist natürlich verwerflich und schadet der iranischen Bevölkerung. Und statt sich mit diesen vermuteten Zielen der US-Regierung auseinanderzusetzen, ziehen es die hiesigen Medien vor, einfach die Vorwürfe herunterzuspielen. Dabei werden dann auch irgendwelche Fachleute zitiert, die mit den „iranischen Interessen“ argumentieren. Warum setzen die sich nicht mit der Ideologie der Herrschenden auseinander? Die „Theorie der Angst“ ist auch heute noch ein Herrschaftsinstrument der Mächtigen im Iran. Und da sich die Regierung in den letzten Jahren stark auf den Krieg gegen die eigene Bevölkerung konzentrieren musste, war sie im Westen weniger aktiv. Aber auch nur im Westen. In Syrien, Libanon oder Palästina sind die iranischen Pasdaran nach wie vor mit im Spiel, und es ist kein Zufall, dass syrische Demonstranten bei ihren Protesten nicht nur symbolisch den Sarg von Baschar Asad mit sich führen, sondern auch von Ajatollah Chamene‘i. Die iranischen Pasdaran sind gemeinsam mit den syrischen Organen diejenigen, die Demonstranten niederprügeln und erschießen. Dass das in Deutschland weniger zählt als ein Attentat in Berlin, ist eine verkleidete Form des Rassismus. Wenn die Opfer nur irgendwelche Araber „da hinten in Syrien“ sind, ist der iranische Auslandsterrorismus anscheinend nicht erwähnenswert und es wird gar seine Existenz bestritten.

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Antragsformulare für eine Mitgliedschaft in der libanesischen Hisbollah im Iran


Bild: Hassan Nasrallah und Ahmadinejad

Gemäß der halbstaatlichen Website Tabnak sind in den letzten Monaten und Tagen in der Umgebung von Teheran und weiteren grösseren Städten viele Antragsformulare für eine Mitgliedschaft in der libanesischen Hisbollah verteilt worden. Im Untertitel des Formulars wird klar, dass man sich für sog. Märtyreraktivitäten anmelden soll, um weltweit gegen die Feinde des Islam zu kämpfen.

Die Antragssteller müssen ihren Namen, ihre Adresse, ihre Telefonnumer und viele weitere Daten eintragen.

Anmerkung: Angeblich existieren im Iran viele Kasernen, in denen die Ausbildung von Selbstmordattentätern zum o.g. Zweck organisiert wird. Sie werden staatlich finanziert.

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Heiliger Ramadan als Instrument in der Hand der iranischen Regierung

Die Islamisten behaupten, der Ramadan sei ein heiliger Monat. Nach islamischer Tradition muss jeder Moslem in dieser Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang fasten. Tag und Nacht wird pausenlos in allen Medien auf die Pflichten eines Moslems zu Ramadan hingewiesen.

Die iranische Regierung hat in jeder Stadt und in jedem Dorf ihre Kraft darauf konzentriert, dass das Essensverbot genau eingehalten wird. Sieht die Polizei Verstöße dagegen, kann es zu Bestrafungen oder vorübergehenden Festnahmen kommen. Selbst Touristen dürfen in dieser Zeit das Verbot in der Öffentlichkeit nicht durchbrechen.

Die fundamentalistische iranische Regierung missbraucht den moslemischen heiligen Monat für ihre Zwecke. Für diese Zwecke braucht sie Geld, Raum und Menschen. Die folgenden Bilder demonstrieren, welche Möglichkeiten die iranische Regierung hat.

Im Iran kann man in jeder grossen Stadt und in jedem kleinen Dorf eine Moschee finden – ein Ort, wo Ramadan gemeinsam mit vielen Anderen begangen werden kann. Das Bild unten zeigt uns, wie von der Regierung oder einer religiösen Institution Essen für ihre Anhänger oder einfache Leute in großem Maßstab vorbereitet wird, um ihre Ziele zu erreichen. Die iranische Regierung hat für solche Ziele mehr als genug Geld von den Öleinnahmen (82 Mrd. Dollar allein in diesem Jahr).

Im nächsten Bild kann man sehen, wie Moslems in einer Moschee beten. Die Anhänger der Regierung und der Hisbollah gehen in die Moschee ihres Stadtviertels und können dort ohne weiteres jeden Tag, besonders an Ramadan, essen.

Unten sehen wir eine grosse Anzahl von Menschen, die – Frauen und Männer getrennt – an der Massenspeisung teilnehmen. Diese Menschen müssen normalerweise eine Gebetszeremonie über sich ergehen lassen, Parolen rufen und erst danach können sie zu dem Raum gehen, wo sie ein Essen erhalten.

Während des restlichen Jahres können arme Menschen ein Essen dieser Qualität nicht bekommen. Deswegen ist Ramadan eine günstige Gelegenheit, in der die iranische Regierung arme Leute für ihre Zwecke organisieren kann. Das gilt nicht nur für den Iran sondern findet ebenso im Libanon, in Palästina, im Irak und in Syrien, in vielen anderen arabischen Ländern, in Asien (Indonesien) und sogar in europäischen Ländern (besonders Großbritannien) statt.

Normale Menschen, die vielleicht sogar Moslems sind aber keine Anhänger der Regierung, nehmen ihr Essen nach Sonnenuntergang einfach auf der Strasse zu sich.

Ein Beispiel für die Tafel eines reichen Moslems nach Sonnenuntergang ist im unteren Bild zu sehen (das Bild zeigt eine Strassenszene vor einem Werbeplakat).

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Eine Explosion in Schiras und eine weitere politische Explosion in Teheran

Video von Fars News

Am Samstag, den 12.4.2008 kam es um 21:15 Uhr in einer vollbesetzten Moschee der iranischen Stadt Schiras zu einer Explosion. Diese Moschee gehört einer sehr radikalen Hisbollah – Gruppe, deren Anhänger von Ayatollah Mezbah Yazdi und Ahmadinejad unterstützt werden. Jeden Samstag abend gibt es hier eine religiöse Trauerveranstaltung und die Teilnehmer sind Mitglieder der o.g. Gruppierung, darunter vorwiegend Basiji (religiöse Milizen).

Die Moschee ist sehr bekannt und spielt eine wichtige Rolle bei der Organisierung von Aktionen der Basiji gegen Zeitungen, Demonstrationen von Arbeitern und Studenten, etc. An diesem Samstag wurde – wie auch an den Samstagen zuvor – gegen die religiösen Minderheiten der Bahaii und der Wahhabiten, einen sunnitischen Zweig des Islam, gehetzt.

Kurz nach der Explosion verbreiteten sich zwei entgegengesetzte Berichte über dieses Ereignis. Während die landesweiten Medien versuchten, den Vorfall heruterzuspielen und bekanntgaben, dass es sich um einen Unfall handele, berichteten die lokalen Medien von Schiras sowie die Vertreter der Moschee wesentlich dramatischer. Sie behaupteten, dass ein Sprengstoffattentat stattgefunden habe und Polizei und Geheimdienst die Pflicht hätten, den Vorfall gründlich zu untersuchen.

Die Explosion in Schiras hatte eine politische Explosion in der Regierung zur Folge. Die Fraktion der Kritiker von Ahmadinejad beschwerte sich lauthals über die falsche staatliche Berichterstattung, fragte nach den Schuldigen und kritisierte Versäumnisse bei der Sicherheit. Laut der Website Tabnak soll sich heute, am 14.4., eine Gruppierung der Wahhabiten zu einem Anschlag gegen die Moschee bekannt haben.

Hinsichtlich der Zahl der Verletzten und Toten gibt es überraschend widersprüchliche Aussagen. Normalerweise versammeln sich in dieser Moschee jeden Samstag bis zu 10.000 organisierte Gläubige. Am letzten Samstag befanden sich etwa 3000 Männer und 1500 Frauen vor Ort. Laut der Website Peiknet hat ein Augenzeuge mit dem Namen Seyed Mehdi Hosseini gesagt, dass seine Kleidung von dem Blut der Opfer getränkt gewesen sei und mindestens 50 Personen getötet sowie hunderte verletzt worden seien. Die staalichen Medien sprechen lediglich von 12 Toten und ca. 200 Verletzten.

Die jüngste Meldung aus der Gerüchteküche des Irans behauptet, dass es sich bei dieser Geschichte um einen Racheakt des ehemaligen Innenministers Hodschatoleslam Mostafa Purmohammadi handele, der erst vor wenigen Tagen entlassen wurde und einen Geheimdienst innerhalb des Geheimdienstes aufgebaut hat.

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Sich umbringen um zu töten

Die iranische Frauenzeitschrift Zanan (persisch: Frauen) darf nicht mehr erscheinen. Auf dem Umschlag ihrer letzten Ausgabe (Nr. 140) war eine Frau abgebildet, die ihr Gesicht mit Kufiya (Palästinensertuch), Sonnenbrille und Schleier verbirgt. Als Titel ist in grossen Lettern zu lesen: „Selbstmord um zu töten“ (Koshte mishavand ta bokoshand) und als Untertitel: „Bericht über Frauen, die Märtyrerinnen werden möchten“.

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Vier kurze Videos von Ahmadinejads Besuch an der Universität Teheran

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

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Ahmadinejad in der Universität Teheran

Von der Regierung organisierte Studenten der Hisbollah bzw. Basiji (Milizen).

Demonstrierende Studenten

Sicherheitskräfte

Ahmadinejad sollte bereits in der letzten Septemberwoche die traditionelle Eröffnungsrede zum Semesterbeginn an der Universität Teheran halten. Als sich Studenten mit einem offenen Brief ankündigten, um ihm 10 kritische Fragen zu stellen, wurde der Termin abgesagt. In einem zweiten offenen Brief schrieben die Studenten daraufhin, dass sie wüssten, warum der Termin abgesagt wurde: weil der Staatspräsident seine Rede in einem kleinen Saal, ausschließlich vor seinen Anhängern halten wolle: eingeladenen Studenten und Professoren.

Wie vorausgesehen, kam es dann auch. Der Vortrag fand am 8. Oktober in einem kleinen Saal statt. Als Zuhörer waren nur eingeladene Personen zugelassen.

Rings um die Universität waren zahlreiche Sicherheitskräfte stationiert. Sie kontrollierten die Studenten, die von mehreren Universitäten herbeikamen, bereits an den Eingängen und liessen nur Studenten der Universität Teheran auf den Campus. Allerdings kamen zahlreiche Studenten der Imam-Sadegh-Universität und der Revolutionswächter-Universität auf das Universitätsgelände und in das Gebäude, in dem der Vortrag gehalten wurde.

Die protestierenden Studenten versammelten sich anfangs vor der literaturwissenschaftlichen Fakultät. Es wurden Reden über die gefangenen StudentInnen gehalten und deren Freilassung gefordert. Anschließend zogen die Studenten geschlossen zum Vortragssaal von Ahmadinejad. Hier stiessen sie auf Hisbollah und Basiji sowie islamistische Studenten, die Parolen gegen die USA und Israel riefen. Es kam zu einer Schlägerei.

Daraufhin bewegten sich die Studenten zum Rand des Universitätsgeländes, um Kontakt zu solidarischen Studenten und interessierten Passanten ausserhalb aufzunehmen. Die Sicherheitskräfte verhinderten dies, indem sie die Menge ausserhalb verjagten.

Als die Nachricht durchsickerte, dass Ahmadinejad zum Haupttor hinausfahren wolle, strömten alle dorthin. Doch Ahmadinejad konnte durch einen Nebenausgang verschwinden.

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