Archiv der Kategorie 'Hungerstreik'

Solidaritätsaktion für Dscha‘far Asim Sade


„Das Leben von Dscha’far Asim-Sade ist in Gefahr“, „Dscha’far Asim-Sade muss freigelassen werden“, „Peitschenhiebe und Strafen für Arbeiter, die für ihre Rechte kämpfen, sind unmenschlich und werden von uns nicht akzeptiert .“

Dscha’far Asim-Sade, Leiter der Freien Arbeitergewerkschaft des Irans, ist heute den 62. Tag im Hungerstreik.

Eine Gruppe von UnterstützerInnen hat sich heute vor dem Amtssitz von Staatspräsident Rouhani versammelt und für die Freilassung von Dscha’far Asim-Sade demonstriert. In der Gruppe waren VertreterInnen der Lehrergewerkschaft, Arbeitergewerkschaft, StudentInnen und weitere Personen, aus Organisationen, die sich für Menschrechte und Demokratie einsetzen.

Polizei und Männer in Zivil, d.h. vom Geheimdienst waren vor Ort, haben beobachtet und fotografiert. Sie wollten die Demonstration auflösen. Die Demonstranten ließen sich aber nicht so leicht vertreiben. Ohne ein Gespräch mit einer verantwortlichen Person würden sie nicht nach Hause gehen.

Schließlich erreichten sie ihr Ziel und ein Mitglied der Arbeitergewerkschaft, ein Mitglied der Lehrergewerkschaft und die Schwester von Dscha’far Asim-Sade durften im Büro des Staatspräsidenten ihr Anliegen vortragen. Sie baten angesichts seines schlechten Gesundheitszustands für die Freilassung von Dscha’far und sei es auch nur für kurze Zeit. Ihre Forderungen wurden an Rouhani weitergeleitet.

Im Anschluss sind alle zusammen zum Sina-Krankenhaus gegangen um Dscha’far Asim-Sade zu besuchen.

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Narges Mohammadi tritt in den Hungerstreik

Am Montag, den 27.6.2016 ist die Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi, die gegenwärtig im Ewin-Gefägnis in Teheran inhaftiert ist, in den Hungerstreik getreten.


Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi mit ihren Kindern

In einem offenen Brief hat sie die Gründe dafür erklärt. Sie fordert seit langer Zeit die Erlaubnis der Gefängnisverwaltung und der Justizbehörden, mit ihren Kindern in Kontakt treten zu können, und sei es nur per Telefon. Dieses Recht wird ihr verwehrt.

Ihre Kinder leben mit ihrem Mann zusammen im französischen Exil. Das Telefon ist die einzige Möglichkeit, mit ihren Kinder in Kontakt zu treten. Sie schreibt, dass das keine große Forderung sei, dass es nicht gegen das Gesetz oder irgendwelche Sicherheitsbestimmungen verstoße, mit ihren Kindern zu telefonieren. Es sei das gute Recht einer Mutter.

Narges Mohammadi hat vor ihrer jüngsten Festnahme im Mai 2015 als Vizepräsidentin für das Zentrum zur Verteidigung der Menschenrechte gearbeitet. Das ist das Institut der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi.

Weitere Artikel zu Narges Mohammadi in diesem Blog

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Iran: Strafverlegung eines kurdischen Gefangenen

Mohammad-Amin Abdollahi, ein kurdischer Gefangener aus Bukan, war bis vor kurzem im Gefängnis von Tabas in Haft, wo er seit zwei Jahren fern seiner Heimat und Familie festgehalten wurde.
Vor zwei Monaten hatte Mohammad-Amin Abdollahi einen Hungerstreik eröffnet, damit er heimatnah verlegt wird und Hafturlaub erhält. Der Gefängnisdirektor sagte ihm dies zu, wenn er den Streik abbreche.
Eingehalten wurden die Versprechen nicht. Deshalb trat Mohammad-Amin Abdollahi erneut in den Hungerstreik. Schon am zweiten Tag, am Sonntagmorgen, wurde er um vier Uhr früh mit Gewalt aus der Zelle geholt und in ein noch weiter entferntes Gefängnis nach Birdschand in der östlich gelegenen Region Chorassan gebracht.

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Iran: Atena Farqdani beginnt Hungerstreik

Atena Farqdani, die Studentin, Malerin und Kinderrechtsaktivistin, die vor wenigen Tagen inhaftiert und verprügelt worden war, hat diesen Dienstag, den 13.1.2015, aus Protest einen Hungerstreik begonnen. Der Hungerstreik wurde von ihren Eltern am Dienstag bestätigt.

Vgl. vorangegangener Artikel

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Hungerstreik von politischer Gefangenen im Iran

Ghontsche Ghawani, eine junge Frau mit britisch-iranischer Staatsangehörigkeit, hat gestern im iranischen Gefängnis einen Hungerstreik ohne Trinkwasser begonnen.


Ghontsche Ghawani befindet sich im Hungerstreik

Ghontsche Ghawani war vor ein paar Monaten von England in den Iran gereist um ein Volleyballspiel zwischen zwei iranischen Teams zu sehen. Sie wurde im Stadion festgenommen und am selben Tag wieder freigelassen. Als sie Tage später ihre Sachen holen wollte, die sich noch auf der Polizeistation befanden, wurde sie erneut festgenommen.

Sie befindet sich nun seit vielen Wochen im Gefängnis und hat keine Aussichten bald entlassen zu werden. Ihr Anwalt berichtet, dass ein Richter ihm eine Beurteilung gezeigt hat, aus der hervorging, dass sie ein Jahr absitzen muss – allerdings ging diese Information noch nicht offiziell an den Anwalt.

Der zuständige Staatsanwalt gibt an, dass sie wegen Äußerungen gegen die Islamische Republik Iran festgenommen worden sei.

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Interview mit Frau des hungerstreikenden Gewerkschafters Schahabi

Der Gewerkschaftsaktivist Resa Schahabi befindet sich seit mehr als 38 Tagen im Hungerstreik. Er sitzt im Gouhardascht-Gefängnis (Karadsch). Zuletzt wurde er trotz seines bewusstlosen Zustands von der Krankenabteilung wieder in den Gefängnistrakt verlegt. Seine Frau, Robabe Resai, konnte ihn dort letzte Woche besuchen und wurde heute von einem Menschenrechtsaktivisten interviewt.


Resa Schahabi im Hungerstreik

Wann war dein letzter Besuch und wie war die körperliche Situation deines Mannes?

Mein letzter Besuch war am letzten Mittwoch. Er hat 15 kg an Gewicht verloren. Sein Blutdruck schwankt ständig zwischen hohen und tiefen Werten. Bisher hatte er schon Rückenschmerzen und Beinschmerzen. Das hat sich durch den Hungerstreik verschlimmert. Er isst nichts aber muss seine Medikamente nehmen und hat daher starke Magenschmerzen.

Welche Forderungen hat er, damit er seinen Hungerstreik beendet?

Erstens: er will wieder ins Ewin Gefängnis zurückverlegt werden. Und zweitens: er will vorüberübergehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden um medizinisch richtig behandelt zu werden.

Wie haben die Zuständigen darauf reagiert?

Sie haben nur leere Versprechungen gemacht aber in der Praxis nichts getan.

Was haben Sie angesichts dieser Situation für Pläne?

Wenn die Forderungen meines Mannes nicht erfüllt werden, werde ich auchin den Hungerstreik treten.

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11 Hinrichtungen im Gheselhesar-Gefängnis, Iran

Gestern, Montag, den 25.11.2013, einen Tag nach der Einigung in den 5+1 Atomverhandlungen in Genf wurden 10 Männer und eine Frau im Gheselhesar-Gefängnis, 50 km westlich von Teheran, hingerichtet.

Kurz darauf sind 1800 Gefangene von insgesamt 3000 Insassen in Hungerstreik getreten. Von diesen 1800 Gefangenen sind die meisten ebenfalls zum Tode verurteilt. Ihre Forderung ist, dass ihre Akten ein weiteres Mal geprüft werden, weil sie zu Unrecht zum Tode verurteilt wurden.

Bislang waren die Abteilungen 2 und 3 an diesem Hungerstreik beteiligt. Nachdem sich die Informationen in den Abteilungen 1 und 4 ebenfalls verbreitet haben, wird damit gerechnet, dass dort auch in Hungerstreik getreten wird.

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Hungerstreik im Gefängnis Ghezel Hessar (Iran)

Seit gestern, den 22.5.2013, machen 2000 Gefangene des iranischen Gefängnis Ghezel Hessar, in der Stadt Karadsch, in der Nähe von Teheran, einen Hungerstreik.

Grund für den Hungerstreik sind regelmäßige Hinrichtungen im Gefängnis und die schlechte Allgemeinsituation (Nahrungsversorgung, Kleidung, medizinische Behandlung, Besuchserlaubnisse) sowie das willkürliche und ungesetzliche Verhalten der Wächter.

Heute hat der Gefängnisdirektor Hosseini mehrere am Streik beteiligte Häftlinge in sein Büro geholt. Dort wurden sie beschimpft und als Rädelsführer bezeichnet. Er drohte damit, 100 Häftlinge hinzuricten, falls der Hungerstreik nicht beendet wird.

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Freilassung nach 23 Tagen Hungerstreik

Der inhaftierte Arbeiteraktivist Reza Shahabi, der aus Protest gegen seine schlechte Behandlung im Teheraner Evin-Gefängnis in Hungerstreik getreten ist, wurde jetzt vorläufig entlassen.


Reza Shahabi

Wir hatten am 20.12.2012 darüber berichtet, wie Reza Shahabi in den Hungerstreik getreten ist. Nachdem er diesen Hungerstreik 23 Tage durchgehalten hat, wurde er nun zur medizinischen Behandlung freigelassen.

Shahabi ist durch den Hungerstreik sehr geschwächt und braucht dringend medizinische Behandlung. Er hat 15 Kilo an Gewicht verloren und sein Blutdruck sehr niedrig.

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Iran: Nasrin Sotude setzt sich mit ihren Forderungen durch

Nasrin Sotude, die hungerstreikende Rechtsanwältin für politische Gefangene, konnte sich mit ihren Zielen durchsetzen und hat ihren Hungerstreik heute Mittag beendet.


Nasrin Sotude und ihr Mann Reza Khandan (vor ihrer Verurteilung)

Mehrfach haben wir in den letzten Wochen über den Hungerstreik der Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotude berichtet. (siehe 1, 2, 3)

Heute Nachmittag wurde bekannt, dass sie ihren Hungerstreik erfolgreich abgebrochen hat. In seiner Facebook-Seite teilte ihr Mann mit, dass alle ihre Forderungen bzgl. des Besuchsrechts, der Rechts zur Ausreise ihres Mannes und ihrer Kinder sowie die Möglichkeit zu Telefonieren, erfüllt wurden.

Frauenrechtsorganisationen hatten Kontakt mit zwei Abgeordneten aufgenommen, die sich bei Ali Laridschani, dem Parlamentspräsidenten und Sadegh Laridschani, dem Leiter der Judikative für Sotude einsetzten.

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Hungerstreik für Hoda Saber beendet

Der aus politischen Gründen inhaftierte Journalist Hoda Saber hatte aus Protest gegen die Ermordung von Hale Sahabi Anfang Juni im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses einen Hungerstreik durchgeführt. Angeblich soll er an einem Herzinfarkt gestorben sein, doch 64 seiner Mitgefangenen entlarvten diese offizielle Verlautbarung als Lüge: sie gaben eine Erklärung ab, in der sie klarstellten, dass Hoda Saber brutal zusammengeschlagen und zu spät ins Krankenhaus gebracht worden war.


Die 12 Hungerstreikenden aus Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses

12 seiner Mitgefangenen aus Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses haben daraufhin am vorletzten Samstag, den 18.06.2011, ebenfalls einen Hungerstreik begonnen. Er richtete sich gegen die Verletzung der Grundrechte von Gefangenen seitens der Regierung. Über eine Woche lang wurde der Streik durchgehalten, bis gestern Abend, den 26.06.2011, wo er wieder beendet wurde. Drei Tage nach Beginn des Streiks im Ewin – Gefängnis solidarisierten sich 6 Häftlinge des Gohardascht-Gefängnisses (in Karadsch, westlich von Teheran) mit ihnen und starteten ebenfalls einen Hungerstreik.


Ewin-Gefängnis, Teheran

Während der Hungerstreik noch lief, gingen von verschiedenen prominenten Personen und Organisationen im Iran und aus dem Ausland Solidaritätsadressen ein. Letzten Samstag kam es in 25 großen Städten auf der ganzen Welt zu Demonstrationen und Versammlungen. Den Hungerstreikenden wurde signalisiert, dass ihre Botschaft angekommen sei, und dass die Welt über ihr Anliegen informiert wurde. Des weiteren wurden die Hungerstreikenden gebeten, ihren Streik zu beenden und wieder Nahrung zu sich zu nehmen.

Gleichzeitig mit dem Abbruch des Streiks veröffentlichten sie eine Erklärung. In ihr beschrieben sie, wie sie misshandelt und schikaniert worden waren, wie einige von ihnen extra vor Gericht erscheinen mussten und zusätzliche Strafen für ihre Beteiligung am Hungerstreik erhalten hatten. Dies beweist, nach Meinung der Beteiligten am Hungerstreik, ein weiteres Mal die Brutalität der Regierung und die Tatsache, dass Menschleben für sie keinen Wert haben.

Die Streikenden bedanken sich ausdrücklich für die Unterstützung durch die Gefangenen des Gohardascht-Gefängnisses, die Solidarität im In- und Ausland sowie bei den Familien von Hoda Saber und Hale Sahabi.

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In Gedenken an Hoda Saber (Journalist)


Journalist Hoda Saber, ehemaliger Verantwortlicher der Zeitung Iran-Farda

Der aus politischen Gründen inhaftierte Journalist Hoda Saber, der nach der Wahlfälschung von 2009 erneut verhaftet wurde, hatte aus Protest gegen die Ermordung von Hale Sahabi – wir berichteten darüber – im Gefängnis den Hungerstreik erklärt. Er war im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran inhaftiert. Die staatlichen Medien meldeten darauf, dass er infolge eines Herzinfarkts gestorben sei. Zugleich verhinderten die staatlichen Behörden aber, dass die Angehörigen des verstorbenen Gefangenen eine unabhängige Obduktion zur Feststellung der Todesursache durchführen konnten und begruben ihn unter massiven Sicherheitsvorkehrungen.


Hoda Saber

Herzinfarkt klingt besser als Foltertod
64 Mitgefangene aus dem Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses haben nun eine Erklärung abgegeben, in denen sie die Hintergründe des Todesfalls beleuchteten. Sie berichteten, dass der hungerstreikende Hoda Saber um 4 Uhr morgens aus der Zelle geholt und in die „Gesundheitsstation“ des Traktes gebracht wurde. Zwei Stunden später kam er wieder zurück und krümmte sich vor schmerzen. Hoda Saber berichtete, dass er in der Gesundheitsstation von Personen, die die Kleidung des Pflegepersonals trugen, brutal zusammengeschlagen wurde. Später wurde er zur Behandlung in ein externes Krankenhaus gebracht, aber dies wurde von den Behörden so lange herausgezögert, dass er dort verstarb. Die Gefangenen wiesen in ihrer Erklärung darauf hin, dass Hoda Saber während seiner Haft regelmäßig Sport betrieben habe und auch an Wettkämpfen mit jüngeren Gefangenen teilgenommen habe. Dies wirft ein schräges Licht auf die Behauptung der Behörden, er sei an einem Herzinfarkt gestorben.

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Iran: Gefängnisse sind wieder der Ort der Politik


Mutter mit Fotos von 13 der 17 Gefangenen

Vor dreizehn Tagen haben siebzehn politische Gefangene im Trakt 350 des Teheraner Ewin-Gefängnisses einen unbefristeten Hungerstreik eröffnet, um dagegen gegen die Behandlung und die Verweigerung der Gefangenenrechte zu protestieren. Obwohl diese Gefangenen alle rechtskräftig verurteilt sind, wird ihnen der Besuch von Familienangehörigen verweigert, sie werden laufend von den Wärtern beleidigt und entwürdigend behandelt. Nach ein paar Tagen drohten ihnen die Beamten, sie würden Zustände wie im berüchtigten Kahrisak-Gefängnis einführen, wenn sie weiter streikten. Die Gefangenen ließen sich nicht einschüchtern und wurden darauf in Einzelzellen gesperrt. Darauf traten die Angehörigen dieser Gefangenen vor dem Revolutionstribunal und der Staatsanwaltschaft in Teheran zusammen, hielten Fotos ihrer inhaftierten Angehörigen hoch und forderten das Recht, sie besuchen zu dürfen. Sie verlangten von Ajatollah Sadeq Laridschani, dem Obersten Chef der Justiz im Iran, sich dafür einzusetzen, dass die Gefangenen ihren Hungerstreik beenden können und sie wieder in Gemeinschaftszellen zurück verlegt werden. Die bewaffneten Staatskräfte griffen an und vertrieben die Angehörigen mit Gewalt. Als Protest gaben die Familien bekannt, dass sie ebenfalls in Hungerstreik treten, bis die Forderungen der Gefangenen erfüllt werden. Ihre Forderungen verbreiteten sie auch über Internet.
Der Islamische Verein der Ärzte-Gesellschaft des Iran (Andschomane Eslamiye Dschame‘eye Peseschkiye Iran), eine Organisation, die in etwa der Bundesärztekammer in Deutschland entspricht, hat sich ebenfalls zum Hungerstreik geäußert und darauf hingewiesen, dass selbst dann, wenn der Hungerstreik später abgebrochen werden sollte, die jungen Gefangenen lebenslange Schäden davontragen werden.

Ewin-Gefängnis

Inzwischen haben sich auch Studenten der Teheraner Amir-Kabir-Universität dem Hungerstreik der Gefangenen angeschlossen, um ihre Forderungen zu unterstützen, und Gefangene im Männer-Trakt des Gouhar-Dascht-Gefängnisses sowie im Frauen-Trakt des Radscha‘i-Schahr-Gefängnisses haben aus Solidarität mit den 17 Gefangenen im Ewin-Gefängnis einen befristeten Hungerstreik erklärt. Auch die Frauen im Ewin-Gefängnis haben in einem offenen Brief ihre Solidarität mit den streikenden Gefangenen erklärt und ihre Rückverlegung in Gemeinschafszellen gefordert.

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