Archiv der Kategorie 'Hungerstreik'

Hungerstreik im Gefängnis Ghezel Hessar (Iran)

Seit gestern, den 22.5.2013, machen 2000 Gefangene des iranischen Gefängnis Ghezel Hessar, in der Stadt Karadsch, in der Nähe von Teheran, einen Hungerstreik.

Grund für den Hungerstreik sind regelmäßige Hinrichtungen im Gefängnis und die schlechte Allgemeinsituation (Nahrungsversorgung, Kleidung, medizinische Behandlung, Besuchserlaubnisse) sowie das willkürliche und ungesetzliche Verhalten der Wächter.

Heute hat der Gefängnisdirektor Hosseini mehrere am Streik beteiligte Häftlinge in sein Büro geholt. Dort wurden sie beschimpft und als Rädelsführer bezeichnet. Er drohte damit, 100 Häftlinge hinzuricten, falls der Hungerstreik nicht beendet wird.

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Freilassung nach 23 Tagen Hungerstreik

Der inhaftierte Arbeiteraktivist Reza Shahabi, der aus Protest gegen seine schlechte Behandlung im Teheraner Evin-Gefängnis in Hungerstreik getreten ist, wurde jetzt vorläufig entlassen.


Reza Shahabi

Wir hatten am 20.12.2012 darüber berichtet, wie Reza Shahabi in den Hungerstreik getreten ist. Nachdem er diesen Hungerstreik 23 Tage durchgehalten hat, wurde er nun zur medizinischen Behandlung freigelassen.

Shahabi ist durch den Hungerstreik sehr geschwächt und braucht dringend medizinische Behandlung. Er hat 15 Kilo an Gewicht verloren und sein Blutdruck sehr niedrig.

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Iran: Nasrin Sotude setzt sich mit ihren Forderungen durch

Nasrin Sotude, die hungerstreikende Rechtsanwältin für politische Gefangene, konnte sich mit ihren Zielen durchsetzen und hat ihren Hungerstreik heute Mittag beendet.


Nasrin Sotude und ihr Mann Reza Khandan (vor ihrer Verurteilung)

Mehrfach haben wir in den letzten Wochen über den Hungerstreik der Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotude berichtet. (siehe 1, 2, 3)

Heute Nachmittag wurde bekannt, dass sie ihren Hungerstreik erfolgreich abgebrochen hat. In seiner Facebook-Seite teilte ihr Mann mit, dass alle ihre Forderungen bzgl. des Besuchsrechts, der Rechts zur Ausreise ihres Mannes und ihrer Kinder sowie die Möglichkeit zu Telefonieren, erfüllt wurden.

Frauenrechtsorganisationen hatten Kontakt mit zwei Abgeordneten aufgenommen, die sich bei Ali Laridschani, dem Parlamentspräsidenten und Sadegh Laridschani, dem Leiter der Judikative für Sotude einsetzten.

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Hungerstreik für Hoda Saber beendet

Der aus politischen Gründen inhaftierte Journalist Hoda Saber hatte aus Protest gegen die Ermordung von Hale Sahabi Anfang Juni im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses einen Hungerstreik durchgeführt. Angeblich soll er an einem Herzinfarkt gestorben sein, doch 64 seiner Mitgefangenen entlarvten diese offizielle Verlautbarung als Lüge: sie gaben eine Erklärung ab, in der sie klarstellten, dass Hoda Saber brutal zusammengeschlagen und zu spät ins Krankenhaus gebracht worden war.


Die 12 Hungerstreikenden aus Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses

12 seiner Mitgefangenen aus Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses haben daraufhin am vorletzten Samstag, den 18.06.2011, ebenfalls einen Hungerstreik begonnen. Er richtete sich gegen die Verletzung der Grundrechte von Gefangenen seitens der Regierung. Über eine Woche lang wurde der Streik durchgehalten, bis gestern Abend, den 26.06.2011, wo er wieder beendet wurde. Drei Tage nach Beginn des Streiks im Ewin – Gefängnis solidarisierten sich 6 Häftlinge des Gohardascht-Gefängnisses (in Karadsch, westlich von Teheran) mit ihnen und starteten ebenfalls einen Hungerstreik.


Ewin-Gefängnis, Teheran

Während der Hungerstreik noch lief, gingen von verschiedenen prominenten Personen und Organisationen im Iran und aus dem Ausland Solidaritätsadressen ein. Letzten Samstag kam es in 25 großen Städten auf der ganzen Welt zu Demonstrationen und Versammlungen. Den Hungerstreikenden wurde signalisiert, dass ihre Botschaft angekommen sei, und dass die Welt über ihr Anliegen informiert wurde. Des weiteren wurden die Hungerstreikenden gebeten, ihren Streik zu beenden und wieder Nahrung zu sich zu nehmen.

Gleichzeitig mit dem Abbruch des Streiks veröffentlichten sie eine Erklärung. In ihr beschrieben sie, wie sie misshandelt und schikaniert worden waren, wie einige von ihnen extra vor Gericht erscheinen mussten und zusätzliche Strafen für ihre Beteiligung am Hungerstreik erhalten hatten. Dies beweist, nach Meinung der Beteiligten am Hungerstreik, ein weiteres Mal die Brutalität der Regierung und die Tatsache, dass Menschleben für sie keinen Wert haben.

Die Streikenden bedanken sich ausdrücklich für die Unterstützung durch die Gefangenen des Gohardascht-Gefängnisses, die Solidarität im In- und Ausland sowie bei den Familien von Hoda Saber und Hale Sahabi.

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In Gedenken an Hoda Saber (Journalist)


Journalist Hoda Saber, ehemaliger Verantwortlicher der Zeitung Iran-Farda

Der aus politischen Gründen inhaftierte Journalist Hoda Saber, der nach der Wahlfälschung von 2009 erneut verhaftet wurde, hatte aus Protest gegen die Ermordung von Hale Sahabi – wir berichteten darüber – im Gefängnis den Hungerstreik erklärt. Er war im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran inhaftiert. Die staatlichen Medien meldeten darauf, dass er infolge eines Herzinfarkts gestorben sei. Zugleich verhinderten die staatlichen Behörden aber, dass die Angehörigen des verstorbenen Gefangenen eine unabhängige Obduktion zur Feststellung der Todesursache durchführen konnten und begruben ihn unter massiven Sicherheitsvorkehrungen.


Hoda Saber

Herzinfarkt klingt besser als Foltertod
64 Mitgefangene aus dem Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses haben nun eine Erklärung abgegeben, in denen sie die Hintergründe des Todesfalls beleuchteten. Sie berichteten, dass der hungerstreikende Hoda Saber um 4 Uhr morgens aus der Zelle geholt und in die „Gesundheitsstation“ des Traktes gebracht wurde. Zwei Stunden später kam er wieder zurück und krümmte sich vor schmerzen. Hoda Saber berichtete, dass er in der Gesundheitsstation von Personen, die die Kleidung des Pflegepersonals trugen, brutal zusammengeschlagen wurde. Später wurde er zur Behandlung in ein externes Krankenhaus gebracht, aber dies wurde von den Behörden so lange herausgezögert, dass er dort verstarb. Die Gefangenen wiesen in ihrer Erklärung darauf hin, dass Hoda Saber während seiner Haft regelmäßig Sport betrieben habe und auch an Wettkämpfen mit jüngeren Gefangenen teilgenommen habe. Dies wirft ein schräges Licht auf die Behauptung der Behörden, er sei an einem Herzinfarkt gestorben.

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Iran: Gefängnisse sind wieder der Ort der Politik


Mutter mit Fotos von 13 der 17 Gefangenen

Vor dreizehn Tagen haben siebzehn politische Gefangene im Trakt 350 des Teheraner Ewin-Gefängnisses einen unbefristeten Hungerstreik eröffnet, um dagegen gegen die Behandlung und die Verweigerung der Gefangenenrechte zu protestieren. Obwohl diese Gefangenen alle rechtskräftig verurteilt sind, wird ihnen der Besuch von Familienangehörigen verweigert, sie werden laufend von den Wärtern beleidigt und entwürdigend behandelt. Nach ein paar Tagen drohten ihnen die Beamten, sie würden Zustände wie im berüchtigten Kahrisak-Gefängnis einführen, wenn sie weiter streikten. Die Gefangenen ließen sich nicht einschüchtern und wurden darauf in Einzelzellen gesperrt. Darauf traten die Angehörigen dieser Gefangenen vor dem Revolutionstribunal und der Staatsanwaltschaft in Teheran zusammen, hielten Fotos ihrer inhaftierten Angehörigen hoch und forderten das Recht, sie besuchen zu dürfen. Sie verlangten von Ajatollah Sadeq Laridschani, dem Obersten Chef der Justiz im Iran, sich dafür einzusetzen, dass die Gefangenen ihren Hungerstreik beenden können und sie wieder in Gemeinschaftszellen zurück verlegt werden. Die bewaffneten Staatskräfte griffen an und vertrieben die Angehörigen mit Gewalt. Als Protest gaben die Familien bekannt, dass sie ebenfalls in Hungerstreik treten, bis die Forderungen der Gefangenen erfüllt werden. Ihre Forderungen verbreiteten sie auch über Internet.
Der Islamische Verein der Ärzte-Gesellschaft des Iran (Andschomane Eslamiye Dschame‘eye Peseschkiye Iran), eine Organisation, die in etwa der Bundesärztekammer in Deutschland entspricht, hat sich ebenfalls zum Hungerstreik geäußert und darauf hingewiesen, dass selbst dann, wenn der Hungerstreik später abgebrochen werden sollte, die jungen Gefangenen lebenslange Schäden davontragen werden.

Ewin-Gefängnis

Inzwischen haben sich auch Studenten der Teheraner Amir-Kabir-Universität dem Hungerstreik der Gefangenen angeschlossen, um ihre Forderungen zu unterstützen, und Gefangene im Männer-Trakt des Gouhar-Dascht-Gefängnisses sowie im Frauen-Trakt des Radscha‘i-Schahr-Gefängnisses haben aus Solidarität mit den 17 Gefangenen im Ewin-Gefängnis einen befristeten Hungerstreik erklärt. Auch die Frauen im Ewin-Gefängnis haben in einem offenen Brief ihre Solidarität mit den streikenden Gefangenen erklärt und ihre Rückverlegung in Gemeinschafszellen gefordert.

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