Archiv der Kategorie 'Internationale Beziehungen'

Iran – Jemen: Ehemaliger Staatschef von Jemen ermordet

Wie verschiedene Quellen aus Jemen berichten, kam es seit Sonntag in Sana°a, der Hauptstadt Jemens, zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Huthi-Milizen, die das Innenministerium und den Flughafen der Hauptstadt kontrollieren, und den Kräften des ehemaligen Präsidenten von Jemen Ali Abdollah Saleh. Im Rahmen der Kämpfe wurden Ziele in der Nähe des Innenministeriums und des internationalen Flughafens von Sana°a bombardiert. Da nur Saudi-Arabien über Luftstreitkräfte verfügt, dürfte die Regierung Saudi-Arabiens für diese Bombardements verantwortlich sein. Die Huthi-Milizen ihrerseits werden von den iranischen Machthabern unterstützt. Sie haben nach eigenen Berichten – so schreibt die Agentur Reuters – das Auto gestoppt, in dem der ehemalige Präsident Jemens Ali Abdollah Saleh saß, und diesen zusammen mit einem weiteren führenden Politiker der Nationalen Kongresspartei Jemens ermordet. Aus diesen Details ist klar ersichtlich, dass dieser Mord nicht während einer bewaffneten Auseinandersetzung erfolgte. Nachdem die Huthis schon früher eine ballistische Rakete auf den internationalen Flughafen von Riad (Saudiarabien) abgeschossen haben, die angeblich im Iran gebaut wurde, dürfte dieses Vorgehen zu einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem Iran und Saudiarabien führen.
Diese Aktion der Huthis, die angesichts der raschen Veröffentlichung von Fotos der Leiche des ermordeten Ali Abdollah Saleh in iranischen Medien in Absprache mit ihren iranischen Sponsoren geschehen sein muss, ist ein weiterer Schritt zu einem kriegerischen Konflikt zwischen Iran und Saudiarabien. In diesem Fall ging scheinen auf iranischer Seite Kriegstreiber am Werk zu sein.

https://www.radiofarda.com/a/yemen_saleh_houthi_clashes_saudi/28894742.html
vom 13. Adhar 1396 (4. Dezember 2017)
manabe°e hezbe kongreye melliye yaman: °ali °abdollah saleh koshte shod

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Iran: Auslandsmorde im Aufwind


am Tatort in Den Haag

Wir hatten schon von der Ermordung des iranischen Medienunternehmers Said Karimian berichtet, der am 29. April 2017 in Istanbul im Auto erschossen wurde. Alles wies darauf hin, dass der Mord vom iranischen Regime organisiert wurde.
Wir hatten im August 2017 auch auf die Zerstörung der Gedenktafel an die Berlin vom iranischen Regime ermordeten Kurden hingewiesen.


Ahmad Mola Nissi (iranisch-arabischer Aktivist aus Ahwas), am 8. November 2017 in Den Haag ermordet

Diesmal hat das Regime in Den Haag in Holland zugeschlagen. Dort lebte der arabischstämmige iranische Flüchtling Ahmad Moula Abu Nahed (auch Ahmad Nissi genannt) seit zehn Jahren. Laut einem Bericht des holländischen Gerichtsreporters Sander Knura sollen schon früher Versuche unternommen worden sein, Ahmad Mola Nissi zu ermorden. Am 8. November 2017 wurde er auf der Straße mit fünf Schüssen umgebracht. Er soll Gründer einer Organisation sein, die auf Persisch Jonbeshe Azadibaxshe al-Ahwaz (Freiheitsbewegung al-Ahwas) genannt wird. In den holländischen Quellen wird die Bewegung als Arab Struggle Movement bezeichnet, die 1999 von Ahmad Nissi (auch Ahmad Mola Nissi) gegründet worden sei. Die Bewegung soll im Iran bewaffnete Anschläge verübt haben.

Bewegung des arabischen Kampfes um die Befreiung von Ahwas
Eine Internetsuche ergibt eine Webseite als Treffer, die www.ahwazna.org heißt und in drei Sprachen betrieben wird: Arabisch, Englisch und Persisch. Die am wenigsten gepflegte Variante ist die Persische, dort sind die neuesten Meldungen über ein halbes Jahr alt. Sucht man dort unter dar bareye ma (über uns), findet man nur eine leere Seite.
Auf der englischen und arabischen Seite sind die Nachrichten zwei bis drei Wochen alt (am 13. November ist die jüngste Meldung vom 28. Oktober), entsprechend ist auch noch nichts von der Ermordung von Ahmad Moula Abu Nahed_ alias Ahmad Mola Nissa zu lesen. Immerhin ist auf der englischen Seite im Kopf von The Arab Struggle Movement for the Liberation of Al-Ahwaz die Rede, also scheint es sich um die Webseite der Bewegung zu handeln, die angeblich von Ahmad Mola Nissi gegründet wurde.
Die arabische Seite bezeichnet die Organisation als haraka(tu) l-nid.al (i)l-°arabiy li-tah.rir (i)l-ah.waz (Bewegung des arabischen Kampfes um die Befreiung von Ahwas).


Mord in Den Haag

Irans Auslandsterror bleibt straflos
Was auch immer hinter dieser Organisation steht, eins ist klar. Es gibt in Ahwas und Umgebung eine massive Unterdrückung der arabischen Minderheit, auch wenn es nur um die Einforderung kultureller Rechte geht. Somit ist der Boden für die Entstehung auch radikaler Organisationen vorbereitet. Eine zweite Tatsache ist, dass Ahmad Mola Nissi in Den Haag ermordet wurde und das iranische Regime sich wieder wie in den 1990-er Jahren traut, im Westen lebende Exil-Iraner zu bedrohen und umzubringen. Auch einer iranischen Aktivistin für Frauenrechte, die in Großbritannien lebt, wurde im Juli von einem iranischen Justizbeamten öffentlich mit ihrer Ermordung gedroht. Von einer gemeinsamen Reaktion der EU ist bislang nichts zu sehen.

Quellen:
http://alischirasi.blogsport.de/2017/05/22/iran-tuerkei-die-ermordung-des-medien-unternehmers-karimian-teil-3/
http://alischirasi.blogsport.de/2017/08/16/iran-berlin-die-kurdenkiller-wittern-morgenluft/
http://alischirasi.blogsport.de/2017/07/03/iran-staatsterrorismus-bis-heute/

http://news.gooya.com/2017/11/post-9106.php
vom 9. November 2017
fa°ale siyasiye °arabe irani dar laheye holand be d.arbeye golule koshte shod

http://www.dw.com/fa-ir/%DB%8C%DA%A9-%D9%81%D8%B9%D8%A7%D9%84-%D8%B3%DB%8C%D8%A7%D8%B3%DB%8C-%D8%B9%D8%B1%D8%A8-%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86%DB%8C-%D8%AF%D8%B1-%D9%84%D8%A7%D9%87%D9%87-%DA%A9%D8%B4%D8%AA%D9%87-%D8%B4%D8%AF/a-41313657
vom 9.11.2017
yek fa°ale siyasiye °arabe irani dar lahe koshte shod

http://www.ahwazna.org/fa-121_%D8%AF%D8%B1%D8%A8%D8%A7%D8%B1%D9%87_%D9%85%D8%A7_.html
http://www.ahwazna.org/ar-c_11_p1_%D8%A8%D9%8A%D8%A7%D9%86%D8%A7%D8%AA_%D8%A7%D9%84%D8%AD%D8%B1%D9%83%D8%A9_.html
http://www.ahwazna.org/index.php?&lang=2

https://www.panorama.nl/misdaad/ahmad-mola-nissi-den-haag
vom 9. November 2017 11.20
Slachtoffer schietpartij Den Haag: Iranese Ahmad Mola Nissi
Lijkt op politieke moord, was leider van de Arab Struggle Movement

https://www.omroepwest.nl/nieuws/3545476/Vermoorde-man-blijkt-politicus-Hier-zit-het-Iraanse-regime-achter
vom 8. November 2017 20:34
von Gerichtsreporter Sander Knura

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Iran – Saudi-Arabien: Ballistische Raketen zur Eröffnung eines neuen Kriegs?

Saudi-Arabische Quellen geben an, vergangenen Samstag in der Nähe des Internationalen Flughafens von Riadh (Saudi-Arabien) eine ballistische Rakete abgeschossen zu haben, die von der Huthi-Minderheit in Jemen abgeschossen worden sein soll. Laut den gleichen Quellen seien vergleichbare Raketen früher eindeutig iranischer Bauart gewesen. Saudi-arabische Vertreter bezeichnen daher den Raketenangriff als Kriegsakt und behalten sich vor, ihn im passenden Moment in passender Form zu entgegnen.
Angesichts der Tatsache, dass es sowohl im Iran wie in Saudi-Arabien einflussreiche Kriegstreiber gibt, sind solche Worte keine leeren Drohungen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71742/
vom 15. Aban 1396 (6.11.2017)
partabe mushak be riyad., ta°arrod.e mostaqime nezamiye iran ast

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83002
vom 15. Aban 1396 (6.11.2017)
waxamate bishtar dar rawabete tehran – riyad.

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Iran – West-Aserbaidschan: „Sicherheits“kräfte in Hinterhalt geraten

In der Region Tschaldaran in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan sind in Duschan-Tappe, nach anderen Angaben in der Region Baba-Nur, iranische Grenztruppen in einer Entfernung von 15 Kilometern zur türkischen Grenze am Freitag, den 3. November 2017, in einen Hinterhalt geraten. Dabei kamen nach amtlichen Angaben acht Angehörige der bewaffneten iranischen Organe ums Leben, darunter drei Offiziere. Der Staat macht „Terroristen“ für diese Tat verantwortlich. Da es sich hierbei um einen propagandistisch gefärbten Begriff handelt, besagt er nichts.
Die überraschend angegriffenen Sicherheitskräfte waren auf dem Rückweg von einem „dienstlichen Auftrag“ in die Kaserne.
In der Gegend leben sowohl sunnitische Kurden, die Kurmandschi sprechen, als auch aseri-türkisch Sprechende schiitische iranische Aserbaidschaner.
Es ist bislang keine politische Gruppe bekannt, die die Aktion für sich beansprucht hat. Dies wäre bei den bekannten kurdischen Gruppen – Demokratische Partei Kurdistan-Iran, Komele und Peschwa – eigentlich zu erwarten.
Die Sicherheitsorgane der Region sprechen davon, dass derzeit in Tschaldaran eine „Säuberung“ als Reaktion auf den Anschlag stattfinde.
Die Tatsache, dass der Anschlag aus dem Hinterhalt stattfinden konnte, obwohl in der Region Kurden und Aseris leben, ist überraschend. Gewöhnlich arbeiten bewaffnete Gruppe der Kurden nicht mit Aseri-Gruppen zusammen. Insofern ist erstaunlich, dass die Kräfte, die den Hinterhalt durchführten, nicht verraten wurden. Außerdem fällt auf, dass die Sicherheitskräfte auf dem Rückweg in die Kaserne angegriffen wurden. Das könnte auch auf ein Informationsleck innerhalb der Sicherheitsorgane hindeuten.
Dieser Überfall bleibt daher vorerst mysteriös:
Kurdische bewaffnete Organisationen haben ihn nicht für sich beansprucht,
aseri-türkische bewaffnete Organisationen haben bislang keine solche Aktionen durchgeführt,
islamistische Gruppen sind meistens auch nicht darum verlegen, Erfolge für sich zu reklamieren, und Schmuggler (ob Rauschgiftschmuggler oder Menschenschmuggler) scheuen das Licht der Öffentlichkeit, sie bestechen die Sicherheitsorgane lieber statt auf sie zu schießen.
Handelt es sich gar um eine Abrechnung innerhalb staatlicher Organe?

http://news.gooya.com/2017/11/post-8958.php
vom 4. November 2017
joz‘iyate jadid az koshte shodane niruhaye marzbani naja dar caldaran

https://www.radiofarda.com/a/Militants-kill-8-Iranian-border-guards-near-Turkish-border/28834091.html
vom 12. Aban 1396 (3. 11. 2017)
hasht tan az niruhaye marzbaniye iran dar dargiri ba yek goruhe mosallah dar caldaran koshte shodand

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Kurdistan: Aus der Traum

Das Unabhängigkeitsreferendum in der Kurdischen Autonomie im Nordirak vom Ende September 2017 hat eine Entwicklung ausgelöst, die sich die abstimmenden Kurden so wohl nicht vorgestellt hatten. Schon im Vorfeld des Referendums hatten sich nicht nur der Iran, die Zentralregierung im Irak und die Türkei dagegen ausgesprochen, auch die US-Regierung und Putin sprachen sich dagegen aus. Auch die syrische Regierung, die mit der Bildung eineyr kurdischen Verwaltungszone konfrontiert ist, kritisierte das Referendum, so dass alle vier Nachbarn der Kurdischen Autonomie gegen die Abhaltung des Referendums waren.
Dies führte nicht nur zu gemeinsamen Sanktionen – Flugblockaden, Truppenkonzentrationen an der Grenze, sondern schließlich auch zu einem gemeinsamen militärischen Vorgehen des Irans und der Zentralregierung des Iraks. Am Montag Morgen (16.10.2017) rückten das irakische Militär und die al-Haschd ash-Scha°bi (Volksmobilmachung, eine schiitische Formation, die vom Iran ausgebildet und unterstützt wird) gegen Kerkuk (Kirkuk) vor und nahmen sie bis zum Abend ein, während kurdische Flüchtlinge die Ausgangsstraßen verstopften. Innerhalb von 48 Stunden räumten die kurdischen Streitkräfte weitere wichtige Gebiete: Sinjar (Sindschar), Bashiqa (Baschiqa), Makhmour (Machmur). Die außerhalb der Kurdischen Autonomie gelegenen Provinzen Nineveh und Diyala, die im Laufe des Kriegs von den Kurden einverleibt wurden, gingen wieder an die Zentralregierung. Mit Kerkuk ist ein Hauptteil der Erdöleinnahmen der Kurdischen Autonomie wieder der Zentralregierung zugefallen, und die Zentralregierung fordert nun auch, dass die Peschmerga, die kurdischen Streitkräfte, ebenfalls der Zentralregierung unterstellt werden.
Al-Dschasira berichtet von einem Deal, der laut Gerüchten zwischen General Qassem Soleymani, dem Befehlshaber der Qods-Streitkräfte der Pasdaran, und Bafel Talebani, einem führenden PUK-Politiker, ausgehandelt wurde, wonach die PUK-Kräfte den Einheiten der Haschd asch-Scha°bi kampflos ihre Stellungen in Kerkuk überlassen haben sollen. Al-Dschasira schreibt, dass später aber auch Einheiten der KDP (Barsanis Partei) ebenfalls ihre Stellungen bei Kerkuk geräumt habe, also nicht nur die PUK-Kämfper, wie Masud Barsani behauptete.
Jetzt haben irakische Truppen zusammen mit der schiitischen „Volksmobilmachung“ auch Altun Kupri eingenommen, das 40 km südlich der kurdischen Hauptstadt Arbil liegt.
Mit der Abhaltung des Referendums hat Masud Barsani und sein Umfeld in wenigen Tagen das zerstört, was die Kurden im Krieg gegen den IS gewonnen hatten.

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/iraq-army-seizes-town-erbil-fierce-clashes-171020101628079.html
20.10.2017
Iraq army seizes Altun Kupri from Kurdish Peshmerga

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/shocking-reversal-fortunes-unfolded-kirkuk-171020092324524.html
20.10.2017
How a shocking reversal of fortunes unfolded in Kirkuk
by John Beck

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71475/
19.10.2017
gozareshe shabakeye al-jazire az kerkuk

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Irak: Drohung der Zentralregierung gegen Kurdische Autonomie

Am Dienstag, den 26. September 2017, einen Tag nach dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum, forderte der irakische Premierminister Haydar al-°Abadi die Behörden der Kurdischen Autonomie auf, binnen 72 Stunden die Kontrolle über die Flughäfen in der Region der Zentralregierung zu übergeben. Innerhalb dieser drei Tage werde die irakische Zentralregierung keine internationalen Flüge zu diesen Flughäfen oder solche, die von dort starten, zulassen. Sollte die Kurdische Autonomie-Verwaltung sich weigern, die Flughäfen zu übergeben, werde Irak seine Nachbarn bitten, die Grenzen zur Kurdischen Autonomie zu schließen.

Zwei Flughäfen
Es geht dabei um die Flughäfen von Arbil und Soleimaniye, die normalerweise von Luftfahrtgesellschaften aus Deutschland, Jordanien und der Türkei angeflogen werden. Bis zum Sonntag wurden die Flughäfen auch vom Iran aus angeflogen.

https://www.radiofarda.com/a/iraq_ebadi_barzani/28758740.html
vom 4. Mehr 1396 (26. September 2017)
mohlate 72 sa°ateye al-°abadi baraye wagod_ariye kontrole forudgah-haye kordestane °eraq be baghdad

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Iran: Staatspräsident Hassan Rouhani gegen Unabhängigkeitsreferendum der irakischen Kurden


Hassan Rouhani und Putin

In einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Putin soll Hassan Rouhani laut einer Meldung des Pressezentrums des iranischen Staatspräsidenten vom 25.9.2017 mit diesem über die „derzeitigen Veränderungen im Irak“ gesprochen haben. Laut Rouhani sei „für die Islamische Republik die regionale Sicherheit und die Wahrung der territorialen Integrität und der nationalen Einheit des Iraks von größter Bedeutung und lebenswichtig.“
Schon am Samstag führte Rouhani in der gleichen Frage ein Gespräch mit dem türkischen Staatspräsident Erdogan. Beide Seiten sollen die Abhaltung des Unabhängigkeitsreferendums in der Kurdischen Autonomie als Faktor zur Erzeugung von Chaos in der Region beurteilt haben.
Am Sonntag hatte Rouhani dann den irakischen Premierminister Haydar al-°Abadi angerufen, um diesem mitzuteilen, dass „die Islamische Republik Iran völlig die Zentralregierung des Iraks“ verteidige. „Alle sollten wissen, dass ihre Legitimität im Rahmen der irakischen Verfassung besteht“ und dass eine Verletzung der irakischen Verfassung der Durchführung illegaler Schritte gleichkomme.
Laut Mitteilung des iranischen Pressezentrums soll Putin seine Unterstützung für die Regierung in Bagdad und die territoriale Integrität des Iraks erklärt haben.

https://www.radiofarda.com/a/f4_rouhani_putin_call_kurdistan_iraq_referendum/28756410.html
vom 3. Mehr 1396 (25. September 2017)
rouhani baraye sewomin bar be hame-porsiye eqlime kordestane °eraq wakoneshe manfi neshan dad

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Kurden im Irak, Iran und der Türkei

Im Iran bilden die Kurden in drei Regionen – Kurdestan, West-Aserbaidschan und Kermanschah – eine kompakte Bevölkerungsgruppe. Aufgrund der Siedlungspolitik der Qadscharen-Dynastie und später von Resa Schah findet man Kurden aber auch in den Regionen Ilam, Hamedan, Lorestan, Chusestan, Gilan, Masenderan, Qaswin, Teheran, Isfahan, Fars, Chorassane shomali, Chorassane rasawi, Kerman, sowie Sistan und Balutschistan. Allein in den ersten drei Regionen beträgt ihre Zahl 7 Millionen (Quelle?). Die Kurden, die heute in Syrien, Irak und der Türkei leben, standen einst unter der Herrschaft des Osmanischen Reichs. Hinzu kommen noch kurdische Gruppen in Aserbaidschan, Armenien, Usbekistan und Tadschikistan.
Die Zahl der Kurden in der Türkei wird auf 23 Millionen geschätzt (von wem?).
Die Zahl der Kurden in der Kurdischen Autonomie im Nordirak beträgt 5 Millionen. In der kurdischen Autonomie leben aber auch andere Bevölkerungsgruppen: Turkmenen, Armenier, Araber, christliche Assyrer etc.
Die Angabe zu Syrien in diesem Artikel ist ? Prozent der Bevölkerung von 20 Millionen. Das Fragezeichen steht hier, weil der Originaltext an dieser Stelle einfach leer ist. Stattdessen treffen die Verfasser die Vorhersage, dass Iran, Türkei und Irak die Minderheiten in der Kurdischen Autonomie aufhetzen werden, um dort im Falle der Unabhängigkeit einen Bürgerkrieg anzuzetteln.
http://www.pyknet.net/1396/06mehr/02/page/kurds.php

vom 2. Mehr 1396 (24.09.2017)
be monasebate hame-porsiye esteqlal dar kordestane °eraq
chand milyun kord dar iran, torkiye, °eraq wa suriye‘and?

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Iran: Sperrung der Flüge von und zur Kurdischen Autonomie Irak

Der Hohe Rat für Nationale Sicherheit des Irans hat die Luftgrenze zur Kurdischen Autonomie des Iraks auf Ersuchen der irakischen Zentralregierung geschlossen. Laut einer BBC-Meldung wurden die Flüge aus dem Iran nach Suleymaniye und Arbil sowie die Flüge, die aus dem Gebiet der Kurdischen Autonomie in den Iran führen, gestrichen.
Bei der Bekanntgabe dieses Beschlusses sprach Keyvan Khosravi (Keywan Chosrawi), der Sprecher des Hohen Rats für Nationale Sicherheit des Irans, von „wohlmeinenden politischen Bemühungen des Irans“, um das Referendum über die kurdische Unabhängigkeit, das am 25.09.2017 in der Kurdischen Autonomie des Iraks abgehalten wird, zu verhindern.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=137809
vom 2. Mehr 1396 (24. September 2017)
iran marze hawa‘i ba kordestane °eraq-ra bast

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Iran: Unter Dieben

Auf Anweisung von Modschtaba Chamene‘i, des Sohns des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i, sollten 1,84 Milliarden US-Dollar aus der Kasse des Religiösen Führers unter den iranischen Soldaten in Syrien verteilt werden. Zur Übersendung des Gelds nach Syrien wurde die Filiale der afghanische Karzai-Bank in Dubai genutzt. Hamid Karzai war von 2001-2014 afghanischer Präsident, sein Bruder ist in den afghanischen Drogenhandel verwickelt. Es versteht sich, dass man bei dem Ausmaß des afghanischen Drogenhandels erfordert die Dienste einer Bank, deshalb die Karzai-Bank.
Das Geld kam zwar in Syrien an, aber zwei Generäle der Pasdaran, einer namens Nikbacht, der andere namens Baqeri, sollen es geschafft haben, es in ihre Tasche zu stecken, bevor es an die Soldaten verteilt werden konnte.
Nun hat Modschtaba Chamene‘i wahrlich kein Grund, sich über die kriminellen Energien anderer Menschen zu beschweren, da müsste er sich selbst an die Nase greifen.
Aber vielleicht hat diese Unterschlagung ja den Vorteil, dass die iranischen Krieger das syrische Schlachtfeld vorzeitig verlassen… Den Syrern sei es gegönnt.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=137369
vom 26. Schahriwar 1396 (17. September 2017)
do sardar arshade sepah dar suriye, mablaghe ersaliye beyte rahbari-ra be serqat bordand

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Iran und Türkei: Klares Nein zu unabhängigem Kurdistan im Irak


Ali Schamchani, der Sekretär des Hohen Nationalen Sicherheitsrats der Islamischen Republik Iran

Ali Schamchani, der Sekretär des Hohen Nationalen Sicherheitsrats der Islamischen Republik Iran hat am Sonntag, den 17. September, also eine Woche vor dem Unabhängigkeitsreferendum in der Kurdischen Autonomie im Nordirak, deutlich gemacht, was für eine Haltung die iranischen Machthaber einnehmen. Sollte die Kurdische Autonomie im Nordirak ihre Unabhängigkeit vom Irak erklären, werde der Iran sämtliche militärischen und Sicherheitsabkommen mit den nordirakischen Kurden annullieren. Außerdem werde der Iran sämtliche Grenzübergänge zum Nordirak schließen und werde noch ganz anders als bisher gegen alle Kräfte vorgehen, die in Gegnerschaft zur iranischen Regierung stehen.

Hier werden keine Häuser gebaut und keine Felder bestellt…
Parallel dazu hält die türkische Armee an der irakischen Grenze in der Region Silopi-Habur Militärmanöver ab, deren Ende sie offen lässt. Bei diesem Manöver werden über 100 Militärfahrzeuge eingesetzt. Mit Baggern wurden Stellungen ausgehoben und Kanonen in Schussstellung gebracht. Die Kanonen zielen auf die Hayırsız dağları (türkische Bezeichnung einer Bergkette im Nordirak).

…sondern Kanonen in Stellung gebracht

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82189
vom 26. Schahriwar 1396 (17. September 2017)
tahdide sarihe jomhuriye eslami °aleyhe referandom dar kordestane °eraq

http://www.diken.com.tr/irak-sinirindaki-tatbikattan-detaylar-obusler-ve-fuze-bataryalari-mevzilendi/
vom 18/09/2017 20:09
Irak sınırındaki tatbikattan detaylar: Obüsler ve füze bataryaları mevzilendi

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Iran – Berlin: Die Kurdenkiller wittern Morgenluft


zerstörte Gedenktafel an den Mykonos-Mord in Berlin

Die persische Nachrichtenseite news.gooya.com berichtet unter Berufung auf die kurdische Webseite www.rojikurd.net, dass die Gedenktafel an Dr. Sadeq Sharafkandi (Scharafkandi), den Führer der Demokratischen Partei Kurdistans/ Iran (DPKI), und seine Begleiter, die am 17. September 1992 in Berlin im Mykonos-Restaurant im Auftrag des Religiösen Führers der Islamischen Republik Iran, Ajatollah Chamene‘i, ermordet wurden, zerstört wurde. In Deutschland war es später zu einem Prozess gegen die ausführenden Täter, den Iraner Kazem Darabi und seine vier libanesischen Mithelfer, gekommen. In dem Verfahren, das sich über fünf Jahre hinzog, wurde deutlich, dass der Mord direkt von der iranischen Vertretung in Berlin organisiert wurde. Der Mörder selbst war den deutschen Behörden kein Unbekannter.
Die Auftraggeber – der Religiöse Führer, der damalige Geheimdienstminister, der Außenminister und Ajatollah Rafsandschani – konnten sich bislang einer Strafverfolgung entziehen, weil sie weiterhin an der Macht sind. Lediglich Ajatollah Rafsandschani ist inzwischen gestorben, weil er beim Religiösen Führer in Ungnade gefallen ist. Es heißt, er sei im Schwimmbad ertränkt worden – es wurde rechtzeitig für einen Stromausfall gesorgt, so dass die Täter unerkannt blieben und im Dunkeln agieren konnten.
Bedenkt man, dass Mohammad Jafari Sahrarudi, der Anführer des Terrorkommandos, das im Juli 1989 in Wien den Kurdenführer und Scharafkandis Vorgänger Ghassemlou ermordete, heute die rechte Hand des iranischen Parlamentssprechers Ali Laridschani ist und sogar an der Münchner „Sicherheitskonferenz“ teilgenommen haben soll, sieht man, dass die wahren iranischen Machthaber heute wieder Aufwind verspüren und sich selbst im Ausland wieder aus den Löchern trauen. Der Mord am iranischen Fernsehunternehmer Saeed (Sa‘id) Karimian am 29.04.2017 in Istanbul ist offenkundig das Signal, dass im Iran die Betonköpfe das Ruder übernommen haben. Vom Westen scheinen sie nichts zu befürchten.

Quellen:
http://news.gooya.com/2017/08/post-6486.php
vom 16. August 2017
taxribe louhe yadbude qorbaniyane terore mikonos az suye °awamele rezhime iran dar berlin

http://www.rojikurd.net/fa/%d8%aa%d8%ae%d8%b1%db%8c%d8%a8-%d9%84%d9%88%d8%ad-%db%8c%d8%a7%d8%af%d8%a8%d9%88%d8%af-%d9%82%d8%b1%d8%a8%d8%a7%d9%86%db%8c%d8%a7%d9%86-%d8%aa%d8%b1%d9%88%d8%b1-%d9%85%db%8c%da%a9%d9%88%d9%86%d9%88/

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Türkei: Mauerbau


Mauerbau an der iranisch-türkischen Grenze

Am vergangenen Dienstag (8.8.2017) gaben türkische Medien bekannt, dass mit dem Bau einer Grenzmauer zum Iran begonnen wurde. Dabei kommen 2 m hohe, 3 m breite und 7 Tonnen schwere Fertigbetonblöcke zum Einsatz. Süleyman Elban, der Gouverneur der Provinz Ağrı, stattete den Bauarbeiten einen medienwirksamen Besuch ab, begleitet von Kenan Yıldız, dem Direktor der Staatssicherheit der Provinz Ağrı und von Oberst Gökhan Şahin, dem Kommandanten der Jandarma der Provinz Ağrı. Anschließend besuchte Süleyman Elban das Kommando des dort stationierten 4. Grenzbataillons, trug sich ins Ehrenbuch ein und nahm gemeinsam mit den dort dienst tuenden Wehrpflichtigen eine Mahlzeit ein.


an der Grenze zu Syrien

Mauerbau an der syrischen Grenze
Eine vergleichbare Mauer an der türkisch-syrischen Grenze wurde schon im vergangenen Jahr begonnen und soll eine Länge von 911 Kilometern erreichen. Sie besteht aus 4 Meter langen Beton-Modulen und soll verhindern, dass syrisch Flüchtlinge in die Türkei gelangen können. Im Februar 2017 war die Hälfte der Strecke fertig gestellt. Wenn die Mauer an der syrischen Grenze fertig gestellt ist, werden Laternenmasten mit Lampen zur Beleuchtung der Grenzzone installiert. Anschließend sollen 8 Meter hohe, gepanzerte Wachtürme aufgestellt werden, die gegen Schüsse und Raketen Schutz bieten sollen.

70 Kilometer Mauern an der iranischen Grenze
Wie Serpil Çevikcan am 8. August in der Tageszeitung Milliyet schreibt, soll an einem 70 km langen Grenzabschnitt zwischen Ağrı und Iğdır eine vergleichbare Mauer an der Grenze zum Iran entstehen, die übrigen Grenzabschnitte werden mit Stacheldraht und Wachtürmen gesichert. Als Begründung wird angegeben, dass die PKK nach Angaben türkischer Geheimdienste auf iranischer Seite in Makü (Maku), Dambat, Navur, Kotr, Kenereş und Şehidan Militärlager eingerichtet haben soll, um von dort Anschläge in der Türkei zu verüben. In diesen Lagern sollen 800-1000 Kämpfer untergebracht sein. Laut Radio Farda soll eine Quelle aus dem iranischen Außenministerium diesen Mauerbau am 19. Ordibehesht 1396 (Anfang Mai 2017) begrüßt haben.

Zwischen Fakten und Propaganda
Angaben von Geheimdiensten sollte man erst einmal als Zwecklügen betrachten und nicht als Fakten, zumal der Artikel von Serpil Çevikcan ganz auf der Propagandalinie der türkischen Regierung liegt, nämlich PKK und die Anhänger von Fethullah Gülen in einen Topf zu werfen. Da inzwischen selbst der Vorstandsvorsitzende von Amnesty International in der Türkei inhaftiert wurde, mit dem nachweislich falschen Vorwurf, bei sich ein Datenverschlüsselungsprogramm namens Bylock installiert zu haben, was in der Türkei ausreicht, Menschen als Anhänger der „Fethullah-Terror-Organisation“ (FETÖ) abzustempeln, muss man sich immer bewusst machen, dass Terrorist in der Türkei an erster Stelle ein aus den Fingern gesaugter Vorwurf ist, um alles in der Bevölkerung zu unterdrücken und zu verfolgen, was nicht auf Erdogan-Linie liegt. Deswegen ist das einzige, was sicher ist, der Mauerbau. Die EU-Innenminister werden Erdogan dankbar dafür sein. Denn natürlich wird das die Zahl der Flüchtlinge verringern.


der türkisch-syrische Flüchtlingsschutzwall – die AfD hat gesiegt

https://www.radiofarda.com/a/turkey-building-wall-ran-border/28666150.html
vom 18. Mordad 1396 (9. August 2017)
torkiye saxte diwar dar marzhaye xod ba iran ra aghaz kard

http://www.diken.com.tr/pkknin-sizma-girisimine-karsi-suriyenin-ardindan-iran-sinirina-da-duvar/
vom 08.05.2017 11:22
PKK’nın ‘sızma’ girişimine karşı: Suriye’nin ardından İran sınırına da duvar
http://www.milliyet.com.tr/yazarlar/serpil-cevikcan/pkk-ve-feto-yle-mucadelede-son-2446277/
vom 08.05.2017 0:56
PKK ve FETÖ’yle mücadelede son tablo
von Serpil Çevikcan
http://www.hurriyet.com.tr/suriyeden-sonra-iran-sinirina-guvenlik-duvari-40543826
vom 08 Ağustos 2017 – 12:54
Suriye‘den sonra İran sınırına ‚Güvenlik duvarı‘
von Oğuzhan HANÇER/AĞRI (DHA)

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Iran: die Unterwelt lässt grüßen

Vergangenen Samstag, am 5. August 2017, erfolgte die Vereidigung des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani zu seiner zweiten Amtszeit. Zu dieser Vereidigung waren auch zahlreiche ausländischen Gäste geladen. In Empfang genommen wurden sie von Parlamentssprecher Ali Laridschani und von Mohammad Jafari Sahrarudi (Mohammad Dscha°fari Sahrarudi). In seiner Einführungsrede wiederholte Hassan Rouhani sein Versprechen, sich für die Verwirklichung der Bürgerrechte einzusetzen.*)


Mohammad Jafari Sahrarudi ist der erste von rechts, links von ihm Parlamentssprecher Ali Laridschani, links von ihm Staatspräsident Hassan Rouhani

Bürgerrechte – aber nicht für Frauen, nicht für Sunniten, nicht für Kurden, Balutschen, Araber und Turkmenen
Zur Vereidigung nicht eingeladen waren Vertreter der iranischen Sunniten.
In seinem neuen Kabinettt finden sich weder Frauen noch Vertreter der Sunniten.
In seinem neuen Kabinett finden sich keine Kurden, keine Balutschen, keine Araber und keine Turkmenen. Sie wurden nicht nur von sämtlichen Ministerposten ausgeschlossen, sondern auch vom Amt des Stellvertreters und des Beraters.


Mohammad Jafari Sahrarudi neben Ajatollah Mohammadi Golpayegani, dem Leiter des Sekretariats des Religiösen Führers

Das Siegeslächeln der Mörder
Der neue Justizminister von Hassan Rouhani heißt Ali-Resa Awa‘i. Er war Mitglied der Todeskommission in der Provinz Chusestan. Wir erinnern: Als Ajatollah Chomeini einen Waffenstillstand im iranisch-irakischen Krieg akzeptierte, ließ er 1988 in den iranischen Gefängnissen eine Massenhinrichtung politischer Gegner durchführen, auch solcher, die ihre Haftstrafe schon abgesessen hatten. Zur Auswahl der Opfer bildete er eine zentrale Todeskommission, außerdem wurden in den verschiedenen Landesteilen regionale Todeskommissionen gebildet. Chusestan ist eine an den Irak angrenzende Region, die auch von der arabischen Minderheit besiedelt wird.
Der neue Minister für Arbeit, Wohlstand und Sozialversicherung, Ali Rabi‘i, war früher nicht nur stellvertretender Geheimdienstminister, sondern auch Verhörbeamter und Folterer. Der Minister für Industrie und Bergbau, Mohammad Schariatmadari, ist einer der Begründer des iranischen Geheimdienstes (VEVAK) und gilt als einer der Drahtzieher der Wirtschaftsmafia um den religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i und um Ajatollah Mohammad Mohammadi Reyschahri.


Man sieht noch die Narbe der Schussverletzung am Hals von Mohammad Jafari Sahrarudi, die er sich beim Mordanschlag auf den Kurdenführer Ghassemlou in Wien zugezogen hat

Mohammad Jafari Sahrarudi
In den Wochen vor der Vereidigung von Präsident Hassan Rouhani wurde er sogar als möglicher Kandidat für das Amt des Leiters des Nationalen Sicherheitsrats des Irans erwähnt. Mohammad Jafari Sahrarudi war einer der Befehlshaber der Pasdaran (Revolutionswächter) während des iranisch-irakischen Kriegs (1980-1988). Dann leitete er das Terrorkommando, das den Führer der Demokratischen Partei Kurdistans / Iran, Dr. Abdul Rahman Ghassemlou (Qassemlu) und zwei seiner Begleiter am 13. Juli 1989 in Wien erschoss. Aus bis heute nicht geklärten Gründen erlitt er dabei eine Schussverletzung am Hals und wurde verhaftet. In Geheimverhandlungen mit den österreichischen Behörden erreichte der Iran, dass Mohammad Jafari Sahrarudi in den Iran ausreisen durfte. (Fußnote 1, s.u.). Erst fünf Monate später, am 22. Dezember 1989, als Jafari Sahrarudi schon längst wieder in Teheran lebte, wurde ein internationaler Haftbefehl gegen ihn und zwei seiner Komplizen ausgestellt.


Mohammad Jafari Sahraverdi im Interview mit dem irakischen Fernsehsender Asia

Nach seiner Rückkehr in den Iran wurde Jafari Sahrarudi zuerst zum Befehlshaber des Pasdaran-Stützpunkts „Ramadan“ im Westen des Irans ernannt, wo er sich der Unterdrückung der Kurden und der Niederschlagung der kurdischen Bewegungen widmete. Nach dem US-Angriff auf den Irak im Jahr 1991 – als Reaktion auf die irakische Besetzung des Kuwaits – und der Schaffung einer Kurdischen Autonomie im Irak in den 1990-ern wuchs sein Einfluss in Zusammenhang mit der Kurdistan-Frage. Auch bei der Niederschlagung der Studentenbewegung im Iran 1999 soll er eine wichtige Rolle gespielt haben. Nach dem Wahlsieg von Mahmud Ahmadineschad bei den Präsidentenwahlen 2005 ernannte dieser Ali Laridschani zum Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats des Irans und bestimmte Mohammad Jafari Sahrarudi zu dessen Stellvertreter.

Um die Bedeutung des Amts des Stellvertreters des Nationalen Sicherheitsrats zu verdeutlichen, sei darauf hingewiesen, dass Ali Schamchani der derzeitige Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats ist, während sein Stellvertreter General Resa Seyfollahi ist. Seyfollahi war einer der Begründer der Revolutionswächter in Isfahan, Befehlshaber des Geheimdienstes der Revolutionswächter (Pasdaran) in den 1980-ern, stieg dann in die Führung des Zentralstabs der Revolutionswächter auf, und wurde 1371 (1992) Befehlshaber der Polizeikräfte.

Gescheiterte Verhaftung
Ab 2005 wurde Mohammad Jafari Sahrarudi als stellvertretender Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats auch in einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Kurdistan blieb nach wie vor einer seiner Schwerpunkte. Am 21. Dey 1385 (11. Januar 2007) drangen US-Militärs um 3 Uhr morgens ins Verbindungsbüro der Islamischen Republik Iran in Erbil (Kurdische Autonomie, Nordirak) ein, um Mohammad Jafari Sahrarudi zu verhaften. Sie verhafteten 7 iranische Staatsbürger. Mohammad Jafari Sahrarudi war nicht darunter. Er soll sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Gastmahl befunden haben, das von den Behörden der Kurdischen Autonomie veranstaltet wurde. Mit Hilfe seiner Gastgeber konnte er noch in der selben Nacht über die Landesgrenze in den Iran fliehen. Eine Flucht per Flugzeug war nicht möglich, weil die US-Militärs auch einen Angriff auf den Flughafen von Erbil unternommen hatten.


Mohammad Jafari Sahrarudi geleitet Scheich Na°im Qassem, den Stellvertreter des Generalsekretärs der Hisbollah Hassan Nasrollah

Büroleiter von Ali Laridschani
Nur vier Monate später, während die sieben verhafteten Angehörigen der Al-Qods-Brigade der Pasdaran sich in US-Gewahrsam befanden, fand in Sharm el-Sheikh eine Internationale Irak-Konferenz statt. Die US-Außenministerin Condoleezaa Rice und ihre Begleiter saßen auf der Konferenz gegenüber dem iranischen Außenminister Manouchehr Mottaki (Manutschehr Mottaki) und seinen Begleitpersonen, zu denen auch Mohammad Jafari Sahrarudi gehörte.
Nachdem Ali Laridschani im Mai 2008 zum Parlamentssprecher aufgestiegen war, wurde Mohammad Jafari Sahrarudi sein Büroleiter. Sahrarudis Zuständigkeit für die Kurdistan-Thematik blieb weiter bestehen.


Mohammad Jafari Sahrarudi wird von Natschirwan Barsani, dem Ministerpräsidenten der Kurdischen Autonomie im Irak empfangen

Kurdistan auf der Tagesordnung
Im Monat Aban 1392 (Oktober/November 2013) berichteten die Medien vom Besuch einer hochrangigen iranischen Delegation unter der Führung von Mohammad Jafari Sahrarudi in der Kurdischen Autonomie im Nordirak. Mohammad Jafari Sahrarudi wurde dabei als Berater von Ali Laridschani bezeichnet. Die Delegation führte Gespräche mit Politikern der PUK (Patriotic Union of Kurdistan, Führer Jalal Talabani), des Movement for Change (Führer Nawshirwan Mustafa Gorran), der KDP (Kurdistan Democratic Party, Führer Massoud Barzani) und dem Vorsitzenden der Kurdischen Autonomie. Es ging um die Lage in der Region nach den Parlamentswahlen vom September 2013. Auch Qassem Soleymani, der Kommandant der Al-Qods-Brigade der Pasdaran, soll an diesen Gesprächen teilgenommen haben.

Internationaler Haftbefehl wirkungslos
Trotz des gegen ihn bestehenden internationalen Haftbefehls kann Mohammad Jafari Sahrarudi ungehindert ins Ausland reisen. Im Monat Mehr 1392 (September/Oktober 2013) nahm er in Begleitung von Ali Laridschani an der interparlamentarischen Konferenz in Genf teil, später an der Sicherheitskonferenz in München (eine Jahresangabe hierzu fehlt).

Anmerkung des Übersetzers: Im Persischen lautet die Buchstabenfolge s.-h.-r-a:-r-u/w-d-i, in der Bezeichnung der Fotos mit lateinischer Schrift ist Sahraverdi zu lesen. Ein Vertauschen von r und u/w hätte die unterschiedliche Lesung Sahrarudi oder Sahraverdi zur Folge. In der Wienerzeitung vom 6.6.2000 ist der Name als Saharoodi angegeben. Das -oo- entspräche der englischen Umschreibung für den Laut u, der Name hat allerdings ein -r- zu wenig.
http://www.wienerzeitung.at/weltpolitik/350084_Habe-Ghassemlou-selbst-erschossen.html?em_cnt=350084

*) Die Informationen des folgenden Artikels stammen im wesentlichen von Iraj Mesdaqi (Mesdaghi), einem ehemaligen politischen Gefangenen aus dem Iran, der 1994 in Schweden Zuflucht gefunden hat.

Fußnote
1) Vor ein paar Jahren hat ein aus den Reihen der Pasdaran entlassener General in einem Brief an Mohammadi Nurizad bislang unveröffentlichte Informationen über die Umstände des Terroranschlags auf Ghassemlou bekannt gegeben. Siehe bei nurizad.info
[1] چند سال پیش یکی از سرداران اخراجی سپاه پاسداران در نامه به محمدی نوری‌زاد اطلاعات منتشر نشده‌ای راجع به چگونگی ترور دکتر قاسملو انتشار داد.
http://nurizad.info/?p=19349

Quellen:
http://news.gooya.com/2017/08/post-6253.php
vom 09. August 2017
qatele qassemlu mizbane maraseme tahlife rouhani – iraj mesdaqi
www.irajmesdaghi.com

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/01/11/AR2007011100427.html
U.S. Troops Raid 2 Iranian Targets in Iraq, Detain 5 People
By Robin Wright and Nancy Trejos
Washington Post Staff Writers
Friday, January 12, 2007

http://www.aljazeera.com/programmes/insideiraq/2007/05/200852518388310313.html
The Sharm El-Sheikh conferencehttps://iran1988.org/seyyed-alireza-avaei/
Will economic stability alone stop the violence in Iraq?
04 July 2007 11:22 GMT

http://blogs.timesofisrael.com/khamennei-supreme-leader-supreme-dealer/
The Supreme Leader who is also supreme BMW dealer
by Saeed Ghasseminejad
April 28, 2013, 6:15 pm

https://iran1988.org/seyyed-alireza-avaei/
zur Rolle von Ali-Resa Ava‘i in der Todeskommission von Chusestan (Desful)
über die Rolle von Ajatollah Mohammad Reyshahri

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Iran: Rückkehr zu den Waffen?


Screenshot von der Webseite „Heilige Verteidigung“ – auch das Regime nimmt das Wort Verteidigung für ihre Tätigkeit in Anspruch

Schüsse in Piranschahr
Am Sonntag berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Pasdaran-Befehlshaber Oberst Mohammad Pakpur, dass ein „terroristisches, konterrevolutionäres Kommando“ vorhatte, auf iranisches Gebiet einzudringen und in einem Gefecht mit den Landstreitkräften der Revolutionswächter (Pasdaran) „vernichtet wurde“. Ebenfalls am Sonntag berichtete die zentrale Webseite der Demokratischen Partei Kurdistans / Iran (DPKI), dass ihrer Partei angeschlossene Peschmerga-Kämpfer in der Nacht vom Freitag auf den Samstag in der Region Piranschahr eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den Kräften der Revolutionswächter hatten und ihnen „einen tödlichen Schlag“ versetzt hätten. Während die Machthaber von „terroristischen Gruppen“ sprechen, redet die Demokratische Partei Kurdistans/Iran von einer „Verteidigung der Rechte der Kurden“.

Oberst der Pasdaran ums Leben gekommen
Zwei Wochen zuvor hatte der Stützpunkt „Hamse“ (qarargahe hamze-ye seyyed osh-shohada‘) der Landstreitkräfte der Revolutionswächter gemeldet, dass bei einer Auseinandersetzung mit einer „terroristischen Gruppe“ drei Mitglieder der Gruppe und ein Oberst der Revolutionswächter ums Leben gekommen seien. Der Stützpunkt Hamse war noch zu den Anfängen der iranischen Revolution, 1979, in der Region eingerichtet worden, um den bewaffneten Widerstand gegen die Islamische Republik zu brechen. Sein Oberkommando ist zentral in Teheran eingerichtet, die einzelnen Kräfte sind über das gesamte kurdische Gebiet verteilt und in den Kasernen der Pasdaran stationiert. Sie unterstehen aber nicht dem örtlichen Befehlshaber, sondern dem zentralen Kommando in Teheran.

Die Komele schießt auch

Auch Komele, eine andere kurdische Oppositionsgruppe im Iran, berichtete von bewaffneten Gefechten mit Kräften der Revolutionswächtern am 2. Tir 1396, also vor etwa 6 Wochen.

Iranische Streitkräfte beschießen Kurdische Autonomie/Nordirak
Etwa zehn Tage später wurde berichtet, dass iranische Streitkräfte das Gebiet der kurdischen Autonomie in Kurdistan beschossen habe.

Der Westen hat die Waffen wieder salonfähig gemacht
Dies alles macht deutlich, dass im iranischen Kurdistan wieder verstärkt mit Schusswaffen gekämpft wird. Was ist der Grund? Die DPKI hatte lange einen Kurs verfochten, durch Verhandlungen mit Vertretern der Islamischen Republik eine Anerkennung der Rechte der Kurden zu erzielen. Der Erfolg war, dass 1989/1991 ihre Anführer und Verhandlungsführer in Wien und Berlin ermordet wurden. Von einer Gewährung irgendwelcher Rechte an die Kurden ist im Iran nicht die Rede. Dies führt allmählich zu einer Radikalisierung in der Bevölkerung, die auf der einen Seite sehen, dass Wahlen im Iran nichts ändern, dass Verhandlungen nichts bringen, und andererseits feststellen, dass es neuere Gruppen gibt, die radikalere Wege einschlagen. So etwa die Anhänger von Peschwak, einer Gruppe, die ideologisch der PKK nahesteht. Andere, wir haben schon darüber berichtet, sehen ihr Heil in einer iranischen Variante der „Al-Kaida“. Wenn die DPKI nicht reagiert, kann sie nur zuschauen, wie ihr die „Schäfchen“ davonlaufen. Zugleich befindet sie sich in einer heiklen Lage. Ihre Zufluchtsgebiete im kurdischen Nordirak hängen vom Wohlwollen der Staaten ab, die die kurdische Autonomie im Irak unterstützen. Seit dem Krieg in Syrien und dem Aufkommen des „Islamischen Staats“ finden sich in westlichen Staaten immer mehr Befürworter der Unterstützung kurdischer Gruppen im Kampf gegen die Islamisten. Davon profitiert auch die DPKI. Sie hofft, mit dieser Rückendeckung und einem stärkeren bewaffneten Auftreten im iranischen Kurdistan ihre Anhängerschaft zurückzugewinnen. In der Darstellung der DPKI verübt diese keine Angriffe auf Kasernen oder Posten der iranischen Revolutionswächter, sondern greift lediglich zum Zweck der Verteidigung ein, um ihre eigenen Aktiven zu schützen, die unter der kurdischen Bevölkerung für ihre Ziele werben, oder auch um eine Verfolgung von Vertretern der Zivilgesellschaft zu verhindern, wenn diese Opfer staatlicher Übergriffe werden. So will die DPKI den Eindruck vermitteln, dass sie hinter der Bevölkerung steht. Das Kalkül der Komele ist in diesem Punkt ähnlich.

Wie stürze ich eine Diktatur?
Unabhängig davon, was Wahrnehmung, Darstellung und Wahrheit ist, lässt sich jedenfalls eine Zunahme von bewaffneten Auseinandersetzungen feststellen. Die Erfahrung zeigt leider, dass erfolgreicher Umgang mit Waffen nach dem erfolgreichen Sturz einer Regierung keineswegs die beste Schule zur Ausbildung einer demokratischen, an Menschenrechten orientierten politischen Elite ist. Die Frage, was man statt dessen tun könnte, um diese Diktatur endlich abzuschütteln, ist mit dieser Feststellung freilich nicht gelöst.

https://www.radiofarda.com/a/new-clash-between-irgc-and-armed-group-in-northwest-of-iran/28661822.html
vom 15. Mordad 1396 (Sonntag, den 6. August 2017)
dargiriye niruye zaminiye sepah ba yek goruhe mosallah dar mantaqeye marziye adherbayjane gharbi

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