Archiv der Kategorie 'Irak'

Iranische Gastarbeiter im irakischen Kurdistan

In der Hauptstadt der Kurdischen Autonomie im Nordirak, in Arbil, ist inzwischen die Anwesenheit von iranischen Arbeitern zu spüren, die dort meistens auf dem Bau eine Anstellung finden. Der Lohn, den sie hier erhalten, ist dreimal so hoch wie im Iran. Hinzu kommen die hohen Lebensmittelpreise im Iran. Dies führt dazu, dass die Iraner mit einem einmonatigen Touristenvisum in den Irak einreisen, dann für knapp einen Monat bleiben und arbeiten, in ihre Heimat zurückkehren und wenig später die nächste Reise antreten. Auch iranische Akademiker sind unter den Arbeitern zu finden.
Die rotierende Form der Arbeit erinnert an die Praxis des Saisonnierstatuts in der Schweiz. Im Gegensatz zu Kurdistan reisten die Arbeiter damals aber mit dem offiziellen Ziel der Arbeitsaufnahme ein.
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=187091
vom 31. Tir 1398 (22. Juli 2019)
mouje harekate irani be samte kordestane °eraq / mosaferxanehaye arbil por az kargarane irani

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Rentner fordern Abzug der irakischen Paramilitärs aus dem Iran

Nach den durch die Hochwasser im Iran verursachten Überschwemmungen sind irakische paramilitärische Einheiten namens Haschad osch-scha°bi, die von den iranischen Pasdaran gegründet wurden und finanziert werden, in die iranische Provinz Chusestan geholt worden, angeblich, um ein Ausgreifen des Hochwassers auf den Irak zu verhindern.
Der Rat der Rentner des Irans drückte sein Befremden darüber aus, dass man Paramilitärs ins Land holt statt die Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes zu erbitten, um mit den Folgen des Hochwassers fertig zu werden. Der Rat der Rentner des Irans bezeichnete die Heranziehung dieser Hilfstruppen als Feldzug zur Unterdrückung der iranischen Bevölkerung (gemeint ist hier die arabische Minderheit in Chusestan), die nach den Hochwasserschäden gegen die ausbleibende staatliche Hilfe protestiert.
Der Rat der Rentner des Irans weist darauf hin, dass nach Artikel 146 der iranischen Verfassung die Stationierung jeglicher ausländischer Militärs, und sei es auch zu friedlichen Zwecken, verboten ist. Deshalb fordert er den umgehenden Abzug der paramilitärischen Einheiten des irakischen Haschad osch-Scha°bi und der afghanischen Fatemiyun von iranischem Boden.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92710
vom 26. Farwardin 1398 (15. April 2019)
shouraye bazneshastegane keshwar: xahane xoruje fouriye niruhaye shebhe nezamiye xareji az keshwar hastim

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Keine Todesschüsse auf Lastenträger


Das sind keine Alpinisten, sondern Lastträger, die so ihr Brot verdienen – die iranischen Staatsorgane schießen auf sie

2200 Iranerinnen und Iraner haben jetzt in einer Petition an die verantwortlichen Stellen dazu aufgefordert, dass die Grenzsoldaten, die Pasdaran und die anderen bewaffneten Organe nicht mehr auf die kurdischen Grenzgänger schießen, die auf dem Rücken schwere Lasten über gebirgige, gefahrenreiche Wege vom Irak in den Iran bringen. Die Lastträger, auf Persisch Kulbaran genannt, verdienen so den Unterhalt für ihre Familien.
Es ist beachtlich, dass die Unterzeichnenden des Aufrufs im Iran leben.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91181
vom 6. Bahman 1397 (26. Januar 2019)
koshtare kulbaranra motewaqqef konid!

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Geldwäsche und Finanzierung des Terrorismus

Wir hatten schon letztes Jahr davon berichtet, dass das iranische Parlament sich für den Beitritt zum Abkommen gegen die Finanzierung des Terrorismus (CTF) ausgesprochen hatte. Der Wächterrat hat die Entscheidung dann auf Veranlassung des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i kassiert, die entgültige Entscheidung wurde dann an die Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems (Majma°e Taschchise Maslehate Nesam) weitergereicht. Dieser hat seine Entscheidung ein weiteres Mal verschoben.
Unterdessen hat Staatspräsident Hassan Rouhani im Parlament zwei weitere Gesetze in Zusammenhang mit diesem Abkommen verabschieden lassen, diesmal in der Form einer Änderung der bisherigen Gesetzesbeschlüsse. Er hat die Verwaltung auch angewiesen, die Änderungsbeschlüsse in die Praxis umzusetzen.
Das Vorgehen des Staatspräsident ist sicherlich von dem Wunsch bestimmt, dem Ausland zu signalisieren, dass er sein Bestmögliches tue, damit der Iran nicht als Staat dasteht, der Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus fördert. Ein fehlender Beitritt zum CTF hat nämlich zur Folge, dass zahlreiche iranische Banken auf schwarzen Listen landen, mit denen das Ausland den Kontakt meidet. Und das ist für die Normalisierung des Außenhandels kein Vorteil.


Madschid Ansari

Todesdrohung
Dies ist aber nur ein Teil der Geschichte. Der Geistliche Madschid Ansari, der den Reformern nahesteht, hat jetzt in einem Interview bekannt gegeben, dass er als Mitglied der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems kürzlich eine SMS erhalten hat, in der ihm mit dem Tode gedroht wurde, weil er den Beitritt des Irans zur CTF unterstützt.
Madschid Ansari ist jetzt mit einem interessanten Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten: Wenn die Institutionen in dieser strittigen Frage nicht weiter kommen und auch die Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems sich nicht einig werden kann, sieht die iranische Verfassung die Möglichkeit des Referendums vor. Soll doch das Volk entscheiden. Das ist ein schlauer Schachzug. Denn zu Beginn der Islamischen Republik, als Ajatollah Chomeini starken Rückhalt in der Bevölkerung hatte, hat er viele Veränderungen in Form von Referenden durch das Volk abstimmen lassen. Er wusste, dass die Mehrheit so stimmt, wie er es empfiehlt. Diese Macht hat heute keiner mehr, aber die Institution des Referendums ist geblieben. Es liegt an Staatspräsident Hassan Rouhani, ein Referendum einzuleiten oder stattdessen mit juristischen Tricksereien weiterzumachen, die nur das Ausland besänftigen, ohne in der Sache etwas zu ändern.

Der Druck der Straße

Eine weitere Form, mit der Druck gegen Befürworter des Abkommens gegen die Finanzierung des Terrorismus ausgeübt wird, sind staatlich organisierte Demonstrationen von Hisbollahi. Als das Abkommen im Parlament diskutiert wurde, marschierten sie vor dem Parlament auf, als der Wächterrat sich damit befasste, oder die Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems, waren sie dort. Das soll einschüchtern und die Entscheidung negativ beeinflussen. Für die Vertreter der Institutionen war es so gefährlich, das Gebäude zu verlassen, dass sie bis spät Nachts warten mussten und erst dann nach Hause gehen konnten.

Wer steht hinter den Drohungen?
Der Geistliche Madschid Ansari ist selbst ein Anhänger der Islamischen Republik und wird sich hüten, die offen beim Namen zu nennen, die ihn bedrohen. Das könnte rasch die Grundfesten des Regimes treffen. Aber die Nachrichten aus dem Iran machen deutlich, wer da alles im Hintergrund mobilisiert. So sprechen die Freitagsimame im ganzen Iran die religiösen Studenten an und erklären ihnen, dass dieses Abkommen die Beziehungen zur islamischen Welt torpediere und ihnen künftig die Möglichkeit nehmen werde, zum Beispiel nach Kerbela (im Irak) zu reisen, wo ein wichtiges schiitisches Heiligtum steht. So werden im ganzen Land Demonstrationen religiöser Studenten angekurbelt.
Eine andere Interessengruppe sind die Pasdaran und Bassidschis, die mit dem bisherigen System der Geldwäsche und getarnter Überweisungen ins Ausland nicht nur schiitische Gruppen im Irak, die Hisbollah im Libanon oder in Syrien unterstützt haben, sondern auch reichlich Gelegenheit hatten, von diesen „Kampfgeldern“ einen Teil auf Privatkonten ins Ausland abzuzweigen, um damit Studien und Auslandsaufenthalte ihrer Kinder und Angehörigen zu finanzieren.

Was ist Terrorismus?
In der Sache ist aber ein zentraler Punkt bis heute nicht geklärt. Es gibt zwar Abkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus, aber was Terrorismus ist und was Freiheitskampf, ist nicht festgelegt beziehungsweise immer in der Hand der Machthaber.
Natürlich berufen sich die Waffenbrüder im Iran darauf, dass sie ja nie den Terrorismus unterstützen, sondern nur den berechtigten Widerstand und Freiheitskampf der Palästinenser etc. Hier Grenzen zu ziehen ist eine politische Entscheidung und damit niemals politisch neutral. Es liegt in der Natur der Sache, dass Staaten ihren Terrorismus stets als legitim bezeichnen und mit Gesetzen abdecken, was „Befreiungsbewegungen“ von der Natur der Sache nicht tun können. Dem Staat deshalb mehr Rechte zuzusprechen als den Bewegungen ist einseitig und bringt keine Bewegung in die Frage.

https://news.gooya.com/2019/01/post-22893.php
vom 8. Bahman 1397 (28. Januar 2019)
°ozwe majma°e tashxise maslehat, bar sare layeheye palermo „tahdid be qatl“ shodmajid-an

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Paris: Anhänger der iranisch-kurdischen Komele-Partei attackieren Botschaft

Aus Protest gegen die Hinrichtung dreier Kurden im Iran und gegen die Raketenangriffe der iranischen Revolutionswächter auf den Versammlungsort zweier iranisch-kurdischer Parteien im Nordirak haben Anhänger der Komele die Botschaft der Iranischen Republik Iran in Paris angegriffen und u.a. das Schild der Botschaft mit blutroter Farbe besprüht. Die Protestierenden konnten nicht ins Botschaftsgebäude eindringen.

https://news.gooya.com/2018/09/post-18645.php
vom 15. September 2018
hamleye hawadarane hezbe kumele be sefarate iran dar paris

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Irak: Mit Drohnen und Bomben gegen kurdische Parteien


Am Morgen des vergangenen Samstag haben die iranischen Revolutionswächter mit Drohnen die Sitze zweier kurdischer Parteien im Nordirak ausgekundschaftet und dann vom Iran aus Raketen auf diese Ziele abgefeuert. In der Folge sind mehrere Mitglieder kurdischer Parteien ums Leben gekommen, es ist von 14 Toten die Rede, mindestens 30 weitere Mitglieder seien ums Leben gekommen, wie Radio Farda auf seiner Webseite schreibt.


Wie Asu Hassanzade, der Pressesprecher der Demokratischen Partei Kurdistan – Iran (DPK-I) in einem Interview gegenüber der Deutschen Welle erklärte, attackierten die Pasdaran vergangenen Samstag vom Iran aus die gemeinsame Tagung der beiden kurdischen Parteien DKP-I und HaDaK (Demokratische Partei Kurdistans, eine Abspaltung der ersten) in Kuye Sandschaq, einer Ortschaft im Nordirak, die 70 km von Arbil entfernt liegt. Asu Hassanzade spricht von mindestens 15 Toten und 30-40 Verletzten. Es sollen mindestens 10 hochrangige Funktionäre der DPK-I bei diesem Raketenangriff ums Leben gekommen sein.
Kommentar:
Wie wir berichteten, hatte das Unabhängigkeitsreferendum im kurdischen Nordirak vergangenes Jahr dazu geführt, dass sich die Regime der Türkei und des Irans auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Kurden im Nordirak einigen konnten. Der Iran nutzte seither wiederholt die Gelegenheit, um kurdische Aktivisten aus dem Iran im Nordirak zu ermorden. Es verwundert sehr, dass zwei iranische kurdische Parteien unter solchen Umständen bekannt machen, wann sie wo eine Vollversammlung abhalten wollen. Dass die Regierung der kurdischen Autonomie im Nordirak und die Regierung in Baghdad nichts gegen die Pasdaran unternehmen können oder wollen, kann ihnen nicht entgangen sein. Da riecht etwas faul…

https://www.radiofarda.com/a/f4_iraq_foreign_ministry_statment_attack_iran_kurds/29480190.html
vom 18. Schahriwar 1397 (9. September 2018)
baghdad: golule-barane maqarrhaye do hezbe kord tawassote sepah naqze hakemiyate °eraq ast

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88747
vom 18. Schahriwar 1397 (9. September 2018)
pish az 10 kadre hezbe demukrate kordestan dar hamleye sepah koshte shodand

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Vom Ende der „strategischen Tiefe“

Die iranische Geistlichkeit und die Revolutionswächter (Pasdaran) rechtfertigten ihre militärische Anwesenheit in Syrien, Irak, Jemen und Libanon stets mit dem Begriff der strategischen Tiefe“. Sprich: Solange man in Syrien oder dem Irak kämpft, hält man sich den Feind (USA, Israel) im Iran vom Leibe.

Diese Denkweise war so stark, dass der iranische Außenminister Zarif nichts zu vermelden hatte, wenn es darum ging, wer iranischer Botschafter in Damaskus, Baghdad oder Beirut werden sollte. Das entschieden die Pasdaran. Als der Posten des iranischen Botschafters im Irak neu besetzt werden sollte, war es Qassem Soleymani, der Befehlshaber der Qods-Streitkräfte des Iran, der seinen Stellvertreter Iradsch Masdschedi auf diesem Posten durchsetzte. Seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein wurde der Posten des iranischen Botschafters im Irak stets von einem Angehörigen der Pasdaran besetzt. Viele führende schiitische Politiker im Irak waren vom Iran unterstützt worden und haben dort zeitweise gelebt oder haben noch heute ihre Familie in Teheran. So der Pasdar Hadi al-Ameri, der mit dem Geld und der Unterstützung von Qassem Soleymani ins irakische Parlament gewählt wurde. al-Ameri ist im Iran groß geworden, spricht besser Persisch als Arabisch, seine Frau und seine Kinder leben in Teheran. Jetzt, im irakischen Parlament, vermeidet er es, vom Iran zu reden. Moqtada Sadr, ein Zögling der iranischen Geistlichkeit, der eine theologische Ausbildung in Qom genossen hat und mit seinen fanatischen Reden wie ein kleiner Hitler wirkte, wurde dank wirtschaftlicher und militärischer Hilfe des Irans im Irak eine einflussreiche Person. Heute versucht er, sich damit zu profilieren, seinen Abstand zum Iran zur Schau zu stellen. Wenn das heute die Voraussetzung ist, um im Irak als Schiit überhaupt politische Chancen zu haben, kann von strategischer Tiefe nicht mehr die Rede sein.

In Syrien sieht es nicht besser aus. Dort haben wohl über 100 hochrangige Pasdaran und Tausende von einfachen Kämpfern, die der Iran entsandte, ihr Leben gelassen, um das Regime von Baschar al-Assad am Leben zu erhalten. Aber Russland, der engste Verbündete in diesem Kampf, hat darauf geachtet, die syrischen Golan-Höhen, die für Israel militärisch bedeutend sind, selbst unter ihre Aufsicht zu nehmen und nicht den Pasdaran zu überlassen. So wie es aussieht, werden die iranischen Pasdaran Syrien in der nächsten Zeit verlassen müssen. Darin scheinen sich alle anderen Parteien im syrischen Krieg einig. Eine weitere Bastion der „strategischen Tiefe“ geht damit verloren.

Eine weitere Front hatte das Regime der Islamischen Republik Iran in Jemen aufgebaut, als es die aufständischen Huthis militärisch unterstützte. Als es den Huthis gelang, die Hauptstadt zu stürmen und Präsident Saleh umzubringen, war für Saudiarabien das Fass voll und es begann systematisch, die Huthi-Stellungen und viele zivile Ziele – Busse wie Krankenhäuser – zu bombardieren. Ajatollah Chamene‘i nutzte den Krieg, um im Iran gegen die Araber zu hetzen, und statt strategische Tiefe zu gewinnen, hat er damit die Feindschaft gegen die arabische Minderheit im Iran aufgeheizt und einen Beitrag dazu geleistet, den Iran zu spalten.

Die vierte Stellung in der strategischen Tiefe, der Libanon und die dortige Hisbollah, ist ein separates Thema, wie Ali Sadrzade, der Autor des hier zusammengefassten Artikels, meint. Denn dabei geht es automatisch auch um Israel, und das ist eine längere Geschichte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=164228
vom 12. Schahriwar 1397 (3. September 2018)
payane °omqe estratezhik / sepahe qods be payanash nazdik mishawad
von Ali Sadrzade (Radio Farda)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Irak: Kurdenmorde im Nahen Ausland

Was die Türkei kann, können wir auch. Wir erinnern uns. Die Bildung einer kurdischen Autonomie in Syrien wie auch das Unabhängigkeitsreferendum der KurdInnen im Nordirak Ende September 2017 diente der türkischen Regierung als Vorwand, militärisch dort einzumarschieren und ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Das Unabhängigkeitsreferendum im Nordirak führte zudem auch dazu, dass sich die türkische und die iranische Regierung näher kamen und gemeinsam Sanktionen gegen die kurdische Regierung im Nordirak verhängten. In diesem Umfeld ist es zu sehen, dass die iranischen Machthaber auch kein Problem darin sehen, kurdische Kritiker aus dem Iran, die sich im Nordirak aufhalten, dort zu ermorden, so wenig, wie sie sich davon abhalten ließen, einen bekannten iranischen Medienherausgeber in Istanbul umzubringen.
Das jüngste Opfer dieser Auslandsmorde, die aller Wahrscheinlichkeit nach von den iranischen „Sicherheits“organen organisiert wurden, ist Eqbal Moradi. Seine von sieben Kugeln durchsiebte Leiche wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch letzter Woche bei Pandschuin (Provinz Soleymaniye, Nordirak) in der Nähe eines Flusses gefunden. Eqbal Moradi war führendes Mitglied der Menschenrechtsgesellschaft Kurdistans. Er war Vater von Sanyar Moradi, einem politischen Gefangenen, der zum Tode verurteilt wurde, und Onkel von Loqman Moradi, der derzeit in Haft ist und ebenfalls zum Tode verurteilt wurde. Vor 10 Jahren war Eqbal Moradi in der Gegen von Pandschuin schon einmal Opfer eines Mordversuchs, den er aber überlebte.
Vorausgegangene Opfer staatlicher iranischer Morde im Nordirak sind Salah Rahmani, ein aktives Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran, und dessen Sohn Sabah Rahmani, am 10. Esfand 1396 (1. März 2018) in Erbil (Nordirak) ermordet wurden. Am 15. Esfand 1396 (6. März 2018) wurde Qader Qaderi, einer der herausragenden Führer des militärischen Flügels der Demokratischen Partei Kurdistan – Iran, in Hartel (Provinz Soleymaniye, Nordirak) durch über 20 Schüsse ermordet.

http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1091&Id=38&pgn=
vom Mittwoch, 27. Tir 1397 (18. Juli 2018)
e°lamiyeye hey‘ate ejra‘iye sazemane kargarane enqelabiye iran (rahe kargar) dar mahkumiyate terore eqbal moradi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Chorramschahr (Iran): Salz in der Leitung

So fing es an: Die Menschen in Chorramschahr, einer iranischen Großstadt an der Grenze zum Irak, stellten fest, dass das Wasser, das aus der Leitung war, kein Trinkwasser mehr war, sondern Salzwasser. Die Menschen gingen auf die Straße und protestierten. Der Freitagsimam von Chorramschahr – ein vom religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i eingesetzter Geistlicher, ermahnte die Bevölkerung zu Besonnenheit, ohne den Protest an und für sich zu kritisieren. Die Antwort der Regierung war dagegen gewalttätig. Sie setzte die sogenannten Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten ein, es gab Verletzte und eine Person soll laut Gerüchten von der Polizei erschossen worden sein. Diese gewaltsame Reaktion empörte die Bevölkerung umso mehr, und so versammelte sie sich täglich vor dem Sitz des Provinzgouverneurs. Um die Menschen zu beschwichtigen, wurden Zisternenwagen mit Trinkwasser geschickt, aber das war ein Tropfen auf den heißen Stein, für so eine große Stadt wie Chorramschahr, die 2012 knapp 140.000 Einwohner hatte.
Dann entdeckten die Einwohner, wo ihr bisheriges Trinkwasser abgeblieben war. Geschäftstüchtige Leute aus dem Kreise der Machthaber hatten es an den Irak verkauft, genauer sie hatten Leitungen nach Basra (Irak) legen lassen, um das Trinkwasser dort für gutes Geld zu verkaufen. Und stattdessen das Leitungssystem für die eigene Bevölkerung mit Salzwasser gespeist. Die wütende Bevölkerung fand heraus, wo diese Leitung nach Basra verlief und zerstörte sie mit primitiven Mitteln, um das Geschäft zu stoppen.
Das hatte Erfolg. Jetzt fließt wieder Süßwasser in den Leitungen von Chorramschahr.

https://news.gooya.com/2018/06/post-16244.php
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=87412
https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=158966

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Kurdistan: Geschlossene Grenze für den kleinen Handel


Grenzhandel auf dem Rücken

Im Dezember 2017 hatte der iranische Innenminister bekannt gegeben, dass der kleine Grenzhandel zwischen Iran und Irak, verboten ist. Die Ware wurde von vielen kurdischen Grenzgängern auf dem Rücken oder auf Reittieren vom Irak in den Iran getragen. Der Weg über die Berge ist lebensgefährlich. Der Parlamentsabgeordnete von Sardascht hat jetzt bekannt gegeben, dass durch das Verbot, das noch vor Ende des iranischen Jahres (also spätestens Anfang März 2018) vom iranischen Parlament als Gesetz verabschiedet wurde, 70.000 bis 80.000 Kurden auf der iranischen Seite (z.B. in Piranschahr) ihr Einkommen verloren.
Auch die Händler, die die Waren dieser Grenzgänger abkauften, sind arbeitslos geworden.
Aus diesem Grund kam es in der letzten Zeit in verschiedenen iranischen Orten an der irakischen Grenze zu Protesten der Grenzgänger und der Händler. Der Parlamentsabgeordnete von Sardascht bezeichnete diese Situation als Zeitbombe.

https://www.radiofarda.com/a/iran-iraq-border-closed-workers-lost-jobs/29175511.html
vom 30. Farwardin 1397
nemayandeye majlese iran: 80 hezar kulebar dar gharbe keshvar bi kar shodeand

http://www.pishkhaan.net/news/60447/?t=
vom 28.09.1396
ruznameye ebtekar: „ebtekar“ tasmime dowlat mabna bar mamnu°iyate kulebari-ra barresi kad – payane yek trazhedi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Irak: Proteste in der Kurdischen Autonomie

Am Dienstag, den 19. Dezember 2017, wurden in Raniye (Raprin) im Norden von Soleymaniye die Parteibüros der Demokratischen Partei Kurdistans und der Patriotischen Union Kurdistans in Brand gesteckt. Ob dies das Werk von Demonstranten war, wie die Medienberichte behaupten, oder von anderen, die sich unter die Demonstranten mischten, lässt sich anhand der dürftigen Quellenlage nicht beurteilen. Als Folge der Brandstiftungen eröffneten die bewaffneten Staatsorgane das Feuer auf die Demonstranten und erschossen fünf Menschen.
In der Stadt Soleymaniye gaben die Staatsorgane Warnschüsse in die Luft ab und sperrten die Straßen, die zu den Parteisitzen führten, angeblich, um Angriffe der Demonstranten zu verhindern.
Auch in anderen Städten kam es zu Protesten, so in Keyfari, Kelar, Halabtsche und Kuye Sandschaq. In Kuye Sandschaq seien die Stadtverwaltung und der Sitz der Demokratischen Partei in Brand gesteckt worden. In Keyfari seien Angriffe auf die Sitze der Demokratischen Partei, der Patriotischen Union Kurdistans und der Bewegung Guran (Veränderung) von den Sicherheitskräften unterbunden worden.
Am Montag sollen Parteibüros der Demokratischen Partei Kurdistans, der Patriotischen Union Kurdistans, der Bewegung Guran (Veränderung) und der Islamischen Union Kurdistans in Brand gesteckt worden sein – nähere Angaben über Ort und Umstände fehlen. Auch hier ist es nicht möglich, zu entscheiden, wer die Urheber dieser Brandstiftungen waren.

Quellen:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83661
vom 27. Adhar 1396 (18. Dezember 2017)
5 nafar dar e°terazate kordestane °eraq koshte shodand
(aus dem Inhalt der Meldung wird deutlich, dass sie vom Folgetag stammen muss)

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=143897
vom 28. Adhar 1396 (19. Dezember 2017)
edameye e°terazat dar eqlime kordestan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Demonstrationen in Irakisch Kurdistan

Am Montag, den 18.12.2017 und am heutigen Dienstag kamen in verschiedenen Städten von Irakisch-Kurdistan tausende Menschen auf die Straße. Sie protestierten gegen die schlechten Lebensbedingungen und forderten die Zahlung ausstehender Löhne. U.a. wurde die Hauptverbindungsstraße zw. Kirkuk und Erbil blockiert.


Demonstration am 18.12.2017 in Sulaimaniyya

Adressat der Proteste waren sowohl die Demokratische Partei Kurdistan (DPK) als auch die Patriotische Union Kurdistan (PUK), die sie in der Autonomen Region die Macht teilen. An der Demonstration in Sulaimaniyya haben sich heute etwa 1250 Personen beteiligt, die meisten von ihnen waren Beamte, Lehrer und Studenten. In dieser Stadt aber auch in anderen Städten warfen die Demonstranten den staatlichen Machthabern Korruption vor und forderten ihren Rücktritt.

In Sulaimaniyya und Halabdscha aber auch in anderen Städten kam es zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften, die Tränengas, Wasserwerfer, Gummigeschosse und auch scharfe Munition einsetzten. Seitens der Demonstranten flogen Steine und es wurden mehrere Gebäude der Regierung in Brand gesetzt.

Laut jüngsten Berichten verschiedener Nachrichtenagenturen sind heute 5 Menschen in Ranie (bei Sulaimaniyya) ums Leben gekommen, weitere 80 Menschen wurden verletzt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Kurdistan-Irak: Rücktrittserklärung Barsanis und Mob

Gestern hat der amtierende Präsident der kurdischen Autonomie im Nordirak, Masud Barsani, bekannt gegeben, dass er zum 1. November 2017 von seinem Amt zurücktritt. Darauf kam es in verschiedenen kurdischen Städten, so in Arbil, Dohuk, Suran und Zakho (Sacho) zu Kundgebungen von Barsanis Anhängern. In Zakho wurde das Parteibüro der PUK, der Partei von Dschalal Talebani, angegriffen und in Brand gesteckt. Auch ein Parteibüro der Oppositionsgruppe Gorran wurde angezündet. Eine bewaffnete Gruppe mutmaßlicher Anhänger von Masud Barsani drang darüber hinaus ins Parlament ein, um Angehörige der Opposition am Verlassen des Gebäudes zu hindern. Vertreter von Gorran äußerten ihre Zweifel daran, dass die kurdischen Sicherheitsorgane nicht in der Lage gewesen wären, das Eindringen der Bewaffneten zu verhindern, wenn sie gewollt hätten.
Außerdem wurde berichtet, dass südlich von Kerkuk ein kurdischer Filmreporter des Senders Kurdistan TV mit mehreren Messerstichen ermordet wurde. Über die Täter ist nichts bekannt. Dies ist der 21. Journalist, der im Irak innerhalb von einem Jahr ermordet wurde.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71643/
vom 30.10.2017, 9:33
ashub dar eqlime kordestane °eraq ba°d az kenare-giriye barzani

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Kurdistan: Aus der Traum

Das Unabhängigkeitsreferendum in der Kurdischen Autonomie im Nordirak vom Ende September 2017 hat eine Entwicklung ausgelöst, die sich die abstimmenden Kurden so wohl nicht vorgestellt hatten. Schon im Vorfeld des Referendums hatten sich nicht nur der Iran, die Zentralregierung im Irak und die Türkei dagegen ausgesprochen, auch die US-Regierung und Putin sprachen sich dagegen aus. Auch die syrische Regierung, die mit der Bildung eineyr kurdischen Verwaltungszone konfrontiert ist, kritisierte das Referendum, so dass alle vier Nachbarn der Kurdischen Autonomie gegen die Abhaltung des Referendums waren.
Dies führte nicht nur zu gemeinsamen Sanktionen – Flugblockaden, Truppenkonzentrationen an der Grenze, sondern schließlich auch zu einem gemeinsamen militärischen Vorgehen des Irans und der Zentralregierung des Iraks. Am Montag Morgen (16.10.2017) rückten das irakische Militär und die al-Haschd ash-Scha°bi (Volksmobilmachung, eine schiitische Formation, die vom Iran ausgebildet und unterstützt wird) gegen Kerkuk (Kirkuk) vor und nahmen sie bis zum Abend ein, während kurdische Flüchtlinge die Ausgangsstraßen verstopften. Innerhalb von 48 Stunden räumten die kurdischen Streitkräfte weitere wichtige Gebiete: Sinjar (Sindschar), Bashiqa (Baschiqa), Makhmour (Machmur). Die außerhalb der Kurdischen Autonomie gelegenen Provinzen Nineveh und Diyala, die im Laufe des Kriegs von den Kurden einverleibt wurden, gingen wieder an die Zentralregierung. Mit Kerkuk ist ein Hauptteil der Erdöleinnahmen der Kurdischen Autonomie wieder der Zentralregierung zugefallen, und die Zentralregierung fordert nun auch, dass die Peschmerga, die kurdischen Streitkräfte, ebenfalls der Zentralregierung unterstellt werden.
Al-Dschasira berichtet von einem Deal, der laut Gerüchten zwischen General Qassem Soleymani, dem Befehlshaber der Qods-Streitkräfte der Pasdaran, und Bafel Talebani, einem führenden PUK-Politiker, ausgehandelt wurde, wonach die PUK-Kräfte den Einheiten der Haschd asch-Scha°bi kampflos ihre Stellungen in Kerkuk überlassen haben sollen. Al-Dschasira schreibt, dass später aber auch Einheiten der KDP (Barsanis Partei) ebenfalls ihre Stellungen bei Kerkuk geräumt habe, also nicht nur die PUK-Kämfper, wie Masud Barsani behauptete.
Jetzt haben irakische Truppen zusammen mit der schiitischen „Volksmobilmachung“ auch Altun Kupri eingenommen, das 40 km südlich der kurdischen Hauptstadt Arbil liegt.
Mit der Abhaltung des Referendums hat Masud Barsani und sein Umfeld in wenigen Tagen das zerstört, was die Kurden im Krieg gegen den IS gewonnen hatten.

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/iraq-army-seizes-town-erbil-fierce-clashes-171020101628079.html
20.10.2017
Iraq army seizes Altun Kupri from Kurdish Peshmerga

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/shocking-reversal-fortunes-unfolded-kirkuk-171020092324524.html
20.10.2017
How a shocking reversal of fortunes unfolded in Kirkuk
by John Beck

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71475/
19.10.2017
gozareshe shabakeye al-jazire az kerkuk

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Kerkuk: Irak – Iran – Kurdistan


Massud Barsani, Präsident in der Pose des Feldherrn

Kerkuk, ein Zentrum der Erdölförderung im Irak, war lange Zeit in der Hand des „Islamischen Staats“ (IS). Im Rahmen des Kriegs gegen den IS, in dem auch die Kurdische Autonomie des Nordiraks eine wichtige militärische Rolle spielte, gelang des den kurdischen Kämpfern, den Peschmerga, den IS aus Kerkuk zu vertreiben und die Stadt einzunehmen. Barsani nutzte jetzt das Referendum über die Unabhängigkeit, dieses Referendum auch auf Kerkuk auszuweiten und so seinen Machtanspruch auf dieses Gebiet auszudehnen. Es war ein Versuch, der auf rasche und heftige Reaktion des Irans und der irakischen Zentralregierung stieß. Schon kurz nach dem Referendum brachte die irakische Regierung Soldaten nach Kerkuk.

Iranisches Zureden
Am Sonntag, den 15. Oktober, erschienen Qassem Soleymani, der Befehlshaber der Qods-Streitkräfte der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran), die für „Auslandsoperationen“ zuständig sind, in der Kurdischen Autonomie im Nordirak, wo er Soleymaniye, das Machtzentrum der PUK (Patriotische Union Kurdistans) von Dschalal Talebani, und dann Arbil, die Hauptstadt der Autonomie, besuchte. Seine Botschaft an die kurdischen Führer soll angeblich so gelautet haben: „Bis jetzt habe ich al-Haschd asch-Scha°bi gebeten, das irakische Kurdistan nicht anzugreifen, aber das werde ich jetzt nicht mehr tun.“
al-Haschd asch-Scha°bi, wörtlich Volksmobilmachung, ist eine Formation schiitischer Milizen im Irak, die im Kampf gegen den IS gegründet wurde und vom Iran militärische Unterstützung und Ausbildung erhielt.

Ultimatum
Am Samstag stellte die irakische Zentralregierung der Kurdenführung ein Ultimatum: Sie solle Kerkuk binnen 48 Stunden räumen, sonst werde es von den Regierungstruppen eingenommen. Am Sonntag und Montag erfolgte dann die Besetzung der Stadt Kerkuk, angeblich sollen 60% der Bevölkerung in die angrenzenden kurdischen Provinzen geflohen sein. Zu einem Krieg kam es nicht.

Massud Barsani erklärt Gegner zum Verräter
Massud Barsani (Mas°ud Barzani), der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, dessen laut der Verfassung zulässige Amtszeit eigentlich schon 2013 zu Ende war, hatte das Referendum um die Unabhängigkeit durchführen lassen, um sein korruptes Image im Volk aufzupolieren. Das ist ihm gelungen. Er nutzte das Referendum zugleich, die Kriegsbeute Irak in sein Reich einzuverleiben, denn die Erdöleinnahmen aus Kerkuk sind für ihn so verlockend wie für die irakische Zentralregierung oder andere Politiker. Es war ein Pokerspiel, das er verloren hat. Er wäre kein Politiker, wenn er das offen zugäbe. Stattdessen ließ er eine Erklärung veröffentlichen, in der er die Peschmerga einige Führer der PUK für den Verlust von Kerkuk verantwortlich macht. Das Vorrücken der al-Haschd asch-Scha°bi in Kerkuk sei nur durch „Verrat“ möglich gewesen, weil diese Peschmerga das Gebiet geräumt hätten. Diese Version hat gleich mehrere Vorteile: Erstens kann Barsani den Widerstandskämpfer spielen, ohne dass Widerstand geleistet wurde. Die Stadt ist ja durch „Verrat“ gefallen. Zweitens kann er wichtige Gegenspieler als Verräter brandmarken und wer weiß, vielleicht wird ihnen bald der Prozess gemacht. Und zu guter Letzt steht er als Sieger im innerkurdischen Machtkampf da, obwohl sein Pokerspiel um Kerkuk nicht aufgegangen ist.

Erdöl fließt weiter in die Türkei
Auffällig ist, dass die türkische Regierung, die ihr Militär an die Grenze zum Nordirak geschickt hat und verbal mit Krieg drohte, allen Drohungen zum Trotz trotz des Unabhängigkeitsreferendums für Kurdistan den Ölhahn nicht zugedreht hat. Angesichts der guten Beziehungen zwischen Barsani und Erdogan bedeutet dies wohl, dass beide Seiten wissen, dass es sich um ein Spiel handelte. Kerkuk ist für Kurdistan verloren, Barsani hat seine illegale Macht ausgebaut und steht als Held vor den Kurden da, und Erdogan behält mit ihm einen gewichtigen Gegenspieler gegen die PKK.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=139197
qasem soleymani dar arbil, saf-ara‘iye nezami dar kerkuk
vom 23. Mehr 1396 (15. Oktober 2017)

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Haschd_asch-Scha%CA%BFb%C4%AB

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71435/
mas°ude barzani: be ma xiyanat shod
vom 16.10.2017 15:53

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82643
wad.°iyate fouq ol-°ade wa xatare dargiriye nezami dar kerkuk
vom 23. Mehr 1396 (15. Oktober 2017)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email