Archiv der Kategorie 'Islamismus'

Der Islamischen Republik Iran wird gekündigt


Nein zur Islamischen Republik

Im Iran lebende Bürgerrechtler haben bislang in der Regel den Weg gewählt, auf die mangelnde Einhaltung vorhandener Gesetze hinzuweisen und das Grundgesetz als Basis für verschiedene politische Forderungen zu wählen. Die sogenannten Reformer im Iran waren ohnehin stets Befürworter der Beibehaltung der Islamischen Verfassung. Jetzt ist es zu einem Bruch gekommen. 14 BürgerrechtlerInnen haben namentlich eine Erklärung unterschrieben, in der sie die Islamische Republik Iran und die Herrschaft des Rechtsgelehrten als die eigentliche Wurzel des Übels darstellen. Im Iran ist das riskant und kann bis hin zur Todesstrafe führen. Die 14 Personen sind meist Angehörige von politischen Gefangenen, die zu verschiedenen Zeiten Opfer staatlicher Hinrichtungen unter der Islamischen Republik waren.

Die 14 Unterzeichner bezeichnen die Islamische Republik Iran als ein System, das auf tyrannischen Gesetzen beruht. Sie bezeichnen das iranische Grundgesetz und das Amt des „Rechtsgelehrten“ (Waliye Faqih) als Symbol der Korruption. Mit Waliye Faqih ist das Amt des Religiösen Führers gemeint, der letztlich jegliche Entscheidung einer anderen Institution aufheben kann, wenn er sie als den göttlichen Gesetzen zuwiderlaufend betrachtet.

Sie fordern die Regierungen der Welt auf, die Führer der Islamischen Republik Iran, namentlich Seyyed Ali Chamene‘i, die Befehlshaber der Revolutionswächter (Pasdaran) und diejenigen Vertreter im Parlament, die dort die Positionen von Ali Chamene‘i vertreten, nicht als Vertreter des iranischen Volks zu betrachten und die Beziehungen zu diesen Personen vollständig abzubrechen.

Es versteht sich, dass die Machthaber mit allen Mitteln gegen die Unterzeichner dieser Erklärung vorgehen werden. Die eigentliche spannende Frage ist, inwieweit diese Erklärung unter der iranischen Bevölkerung Rückhalt findet.

https://www.ipetitions.com/petition/no-to-islamic-republic-of-iran-support-the
No to Islamic Republic of Iran!

http://www.tribuneiran.org/%D8%A8%DB%8C%D8%A7%D9%86%DB%8C%D9%87-%DB%8C-%D8%AF%D9%88%D9%85-%DB%B1%DB%B4-%DA%A9%D9%86%D8%B4%DA%AF%D8%B1-%D9%85%D8%AF%D9%86%DB%8C-%D9%88-%D8%B3%DB%8C%D8%A7%D8%B3%DB%8C-%D8%AF%D8%A7%D8%AE%D9%84/
vom 30. Juni 2019
bayaniyeye dowome 14 koneshgare madani wa siyasi daxele keshwar – na be jomhuriye eslami

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Iran: US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen größte iranische Petrochemie-Holding


Das US-Finanzministerium hat am 7. Juni gegen die Firma Sherkate Petrushimiye Khalije Fars – Persian Gulf Petrochemical Industries Company (PGPIC) Sanktionen verhängt. Diese Firma ist das größte iranische Erdölunternehmen und eine Holding, die 39 Unternehmen umfasst. Als Begründung für die Sanktionen nannte das US-Finanzministerium, dass dieses Unternehmen der Finanzierung von Khatamu l-Anbiya dient, einer wichtigen Einheit der Pasdaran (Revolutionswächter), die im Nahen Osten sehr rege Aktivitäten entfaltet, wenn es um die Unterstützung radikaler islamischer Gruppen geht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79793/
vom 7. Juni 2019, 20:25
amrika mojtama°e petrushimiye xalije fars-ra tahrim kard

https://www.theguardian.com/world/2019/jun/08/us-imposes-sanctions-on-irans-largest-petrochemical-group

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Iran: Touristen auf der Zielscheibe


Die Allgemeine und Revolutionäre Staatsanwaltschaft der am Kaspischen Meer gelegenen Provinz Masenderan hat am 7. Juni Anweisung erteilt, die Verfolgung von Touristen aufzunehmen, die auf dem Stausee von Lafur auf einem Schlauchboot gesichtet wurden. Ihr Verbrechen: Sie waren nicht nach Geschlechtern getrennt und die Frauen waren nicht verschleiert. Die Revolutionswächter stoßen sich außerdem daran, dass Fotos von diesen Schlauchboot-Touristen auch im Internet zu finden sind.
Laut anderen Berichten sollen die Behörden sich zuerst diejenigen vorgeknöpft haben, die diese Motorschlauchboote vermieten.
Nebenbei: Diese Herrschaften nennen sich zwar revolutionär, aber sie können es locker mit jedem deutschen Spießer aufnehmen.

https://news.gooya.com/2019/06/---232.php
vom 8. Juni 2019
janjal bar sare °akse chand gardeshgare jawan dar sadde lafur – mazenderan

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Mullah Abdulrodus Hosseini ist in Ungnade gefallen

Mullah Abdulrodus Hosseini ist ein sunnitischer Mullah aus der Stadt Dschawanrud, in der kurdischen Provinz Kermanschah, der es gewagt hat, sich dem Religiösen Führer Ali Chamene‘i zu widersetzen. Nun ist er in Ungnade gefallen und wurde festgenommen.


Mullah Abdulrodus Hosseini

Jedes Jahr feiern Moslems das traditionelle Fastenbrechen nach dem Fastenmonat Ramadan mit einem Fest am 14. Chordad (4. Juni). In diesem Jahr fiel das Datum auf den Todestag von Ayatollah Chomein‘i. Aus diesem Grund entschied der Religiöse Führer Chamene‘i, dass am 14. nicht gefeiert sondern getrauert werden müsse. Erst am 15. Chordad sollte dann das Ende des Ramadan gefeiert werden.

Nun entschied der junge Mullah Abdulrodus Hosseini, der von Chamene‘i selbst als sein Vertreter in der Stadt Dschawanrud eingesetzt worden war, dass er doch am 14. Chordad das traditionelle islamische Fest feiern würde. Und so kam es auch. Die ganze Stadt feierte mit ihm am 14. Chordad.

Nun ist Abdulrodus Hosseini vom Geheimdienst festgenommen worden und niemand kann sagen, in welchem Gefängnis er sich befindet.

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Iran: Frauengesang in der Öffentlichkeit noch immer ein Verbrechen

Am Anfang stand der Auftritt einer iranischen Sängerin, unverschleiert, blondiert, vor dem Publikum an einem nicht genannten Ort im Iran. Eine Straftat, nach den Vorstellungen der herrschenden Geistlichkeit. Aus diesem Grund enthielt das auf youtube veröffentlichte Video auch die Überschrift: Die Adresse geben wir nicht, damit die Mollas vor Wut einen Herzinfarkt kriegen.
Nun, wütend sind sie tatsächlich geworden.

Wie der persische Dienst von BBC am 21. Mai berichtete, war die Sängerin vor ein paar Tagen in Abyane aufgetreten, einer historischen Ortschaft 40 km von Natans entfernt (Provinz Isfahan). Ruhollah Amini, der Freitags-Imam von Natans (Natanz) – der verlängerte Arm des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i an diesem Ort, verurteilte diesen Auftritt und erklärte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim: „Welcher fromme Mann, der seine Ehre besitzt, würde zulassen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt die göttlichen Gebote von jedem, der will, verletzt werden?“
Ruhollah Amini fügte hinzu: „Leider sehen wir, dass in einer Zeit, in der einige der Verantwortlichen des Systems gegenüber den (islamischen) Werten Rückzieher machen, einige Menschen, die Verderbnis verbreiten, absichtlich die (islamischen) Vorstellungen im heiligen Monat Ramadan verletzen. Es ist die Pflicht der gerichtlichen Institutionen, des Geheimdienstes und der Ordnungskräfte, energisch gegen solche Verletzungen der religiösen Werte vorzugehen.“


Negar Mo°asam, die Sängerin

Yussef Hassani, der Verwaltungschef des Landkreises Natans, hatte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Seda wa Sima erklärt, dass die Angehörigen eines privaten Reisebüros, die für die Verletzung der gesellschaftlichen Traditionen und der kulturellen Identität dieses geschichtlichen Orts verantwortlich seien, ausfindig gemacht worden seien. Die Staatsanwaltschaft von Natans werde gegen diese vorgehen. Wie Yussef Hassani weiter erklärte, habe die Staatsanwaltschaft von Natans die Konfiszierung von zwei Reisebussen angeordnet. Auch sei der Leiter dieser Gruppe und die Sängerin vom Gericht vorgeladen worden. Falls die Geladenen sich nicht vor Gericht einfänden, würde Haftbefehl gegen sie erlassen, sagte er. Er betonte, dass dieser Fall auf der Spitze der Tagesordnung stehe.
Der persische Dienst von Voice of America berichtete einen Tag später, am 22. Mai, dass die aus Schiras stammende Sängerin Negar Mo°asam, die auf dem in Abyane aufgenommenen Video singt, von der Staatsanwaltschaft von Natans vorgeladen wurde. Mortesa Basseriyan, der Staatsanwalt von Natans, bestätigte diese Vorladung und äußerte weiter: „Wir sind der erste Landkreis, in dem es zu diesem bitteren Vorfall kam, und haben darauf reagiert. Gegen diese Verletzung des religiösen Gesetzes werden wir entschieden und mit aller Macht und Stärke auf der Grundlage der Gesetze reagieren.“

Atombomben gegen Gesang
Dass die Reaktion der lokalen Machthaber hier besonders scharf ausfällt, mag noch einen ganz anderen politischen Hintergrund haben: Natanz ist der Standort der Atomanlage Natanz, wo die iranischen Machthaber in aller Heimlichkeit eine unterirdische Atomanlage einrichteten, die Tausende von Zentrifugen zur Urananreicherung enthielt. Man darf annehmen, dass an einem Ort mit derart heiklen militärischen Projekten alle lokalen Machthaber sorgfältig ausgewählt sind und eng mit dem religiösen Führer und den Pasdaran verbändelt sind. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Geheimdienst schnell aktiv geworden ist und die „Täter“ herausgefunden hat.
Vor diesem Hintergrund war es für die Sängerin ziemlich riskant, in dieser Region aufzutreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183043
vom 30. Ordibehescht 1398 (20. Mai 2019)
film / dar yeki az shahrhaye iran adres nemi dim ta axundha az °asabaniyat sekte konand
https://youtu.be/VEuqAknBes8

http://www.bbc.com/persian/iran-48360157
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
peygarde qaza‘iye zani ke dar rustaye abyane baraye mardom awaz xand

https://ir.voanews.com/a/singer-iran-music/4927682.html
vom 1. Chordad 1398 (22. Mai 2019)
negar mo°azzam honarmande shirazi ke dar abyane awaz xand rasman mourede peygarde qaza‘i qarar gereft

https://de.wikipedia.org/wiki/Atomanlage_Natanz
abgerufen am 27.05.2019

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Iran: Musikerin bei Konzert hinter Wänden versteckt


Die Musikerin

Blick von der Musikerin zu den anderen Aufführenden

Hinter dieser Wand muss sie spielen

versteckter Blick auf das Publikum
Auf einer musikalischen Aufführung in Kaschan, die sich an eine Rede des Bürgermeisters von Kaschan anschloss, musste die anwesende Musikerin in islamischer Verhüllung vom Publikum versteckt hinter einer Wand auf der Bühne spielen. Die Männer durften offen spielen.
Der Clou: Das Thema der Rede des Bürgermeisters von Kaschan lautete: „Untersuchung der Hindernisse bei der Förderung der Kultur in Kaschan.“ Ein Blick hinter die Kulissen erspart lange Reden!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183304
vom 3. Chordad 1398 (24. Mai 2019)
honar dar hokumate eslamiye zedde zan
film / nawazandeye zane goruhe musiqi majbur ast az poshte diwarha benawazad
https://youtu.be/cpnK_1X0hcY

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Iran: Kinder iranischer Frauen benachteiligt

Das iranische Zivilrecht benachteiligt bei Ehen mit einem ausländischen Partner die Kinder, wenn die Mutter Iranerin ist und nicht der Vater. Ist der Vater Iraner und die Frau nicht, ist alles Paletti, die Kinder bekommen dann sogar die iranische Staatsbürgerschaft, wenn der Vater im Ausland lebt. Ist die Mutter Iranerin und der Vater Ausländer, sieht es anders aus. Diese Kinder bekommen nicht einmal die iranische Staatsbürgerschaft, wenn sie im Iran geboren sind und leben.
Gegen diese Ungerechtigkeit protestieren jetzt 180 Professoren und Forscher aus dem Gebiet der Sozialwissenschaften, die sich in der Sache mit einem Brief an das iranische Parlament gewandt haben. Sie fordern eine Änderung des Zivilrechts, so dass auch die Kinder iranischer Frauen, die einen ausländischen Ehepartner haben, die iranische Staatsbürgerschaft bekommen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79526/
vom 11.05.2019, 14:45
darxaste e°taye tabe°iyat be farzandane madare irani

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Sasy Mankan und lustige Schülertänze im Iran

Anlässlich des 2. Mai 2019, dem Tag des Lehreres und der Lehrerin im Iran, gab es nicht nur Demonstrationen (wir haben berichtet), sondern auch unkonventionelle, ausgelassene Tänze zu Popmusik von Sasy Mankan, an verschiedenen iranischen Grundschulen. Einige Szenen davon wurden per Handy gefilmt und verbreiteten sich anschließend massenhaft im Internet.


Schülertänze zu Popmusik von Sasy Mankan im Iran

Video

Das blieb natürlich nicht lange unbemerkt von Mullahs und anderen Tugendwächtern im Iran, wie dem sonst eigentlich als kritisch geltenden Parlamentarier Ali Motahari. Mit dem nötigen Ernst machten sie auf den „Missstand“ aufmerksam, dass einen Tag lang Schüler, Schülerinnen und junge LehrerInnen unkonventionellen Unterricht und dabei sehr viel Spaß hatten. Das darf natürlich nicht sein.

Darum wurde von den Spaßbremsen gefordert, dass die Verantwortlichen Schuldirektoren unverzüglich entlassen werden. Des weiteren wurde vom Bildungsminitser Mohammad Bahtahi eine Kommission aus drei Fachleuten gebildet, deren Pflicht darin besteht, die Vorkommnisse zu untersuchen und der Wurzel des Übels auf den Grund zu gehen.

„Sasy Mankan“ (Künstlername von Sasan Yafte) ist ein iranischer Popmusiker mit Kontakten zu einem bekannten Politiker der Grünen Bewegung, Mehdi Karrubi, der noch immer unter Hausarrest steht.

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Iran: Ein Jahr Gefängnis für eine der „Frauen der Revolutionsstraße“


Wida Mowahed
Vor einem Jahr hatten im Iran an mehreren Orten Frauen gegen die Kopftuchpflicht protestiert, indem sie in der Revolutionsstraße in Teheran auf erhöhte Objekte stiegen und ihr Kopftuch wie eine Flagge hissten. Darauf kam es zu einer Reihe von Verhaftungen und Prozessen. Die erste Frau, die diese Bewegung ins Leben rief, war Wida Mowahed. Sie wurde Ende Februar 2019 von einem Richtergremium (Kammer 1091), das dem Ministerium für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) untergordnet ist, zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Ihr wurde „Aufwiegelung der Bevölkerung zu korruptem Verhalten und Prostitution mittels Enthüllung des Schleiers“ zur Last gelegt. Vor Gericht hatte Wida Mowahed die Form ihres Protests aufgrund der Konsequenzen für sie und ihr zweijähriges Kind als unpassend bezeichnet und sich verpflichtet, ihn nicht zu wiederholen. Ihre Anträge auf bedingte Freilassung oder auf Berücksichtigung bei der diesjährigen Amnestie wurde vom Gefängnis zurückgehalten, so dass der Vollstreckungsrichter sie nie erhalten hat.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM
vom 25. Farwardin 1398 (14. April 2019)
mahkumiyate doxtare xiyabane enqelab be yek sal habs

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Iran: Verhaftet wegen Blumen zum Tag der Frau


Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi

Zum 8. März dieses Jahres, dem internationalen Tag der Frau, hatten Yasemin Aryani und ihre Mutter Monire Arabschahi in der Metro von Teheran an die weiblichen Passagiere Blumen verteilt. Auf Videos, die im Internet kursieren, sieht man sie, wie sie mit um den Hals gelegtem Kopftuch und einem Korb Blumen verteilen.
Die 23-jährige Yasemin Aryani ist Schauspielerin am Theater und auch Aktivisten der Kampagne des „Weißen Mittwochs“. Im Rahmen dieser Kampagne erscheinen Frauen jeden Mittwoch in weißer Kleidung in der Öffentlichkeit, um so für die Frauenrechte zu demonstrieren.
Yasemin Aryani wurde am Montag vor einer Woche (8.4.2019) auf Veranlassung des Ministeriums für Religiöse Aufklärung (Wezarate Ershad) von ihrer Arbeit als Schauspielerin entlassen, zwei Tage später, am 10. April 2019, wurde sie zusammen mit ihrer Mutter in ihrer Wohnung verhaftet und abgeführt. Als Yasemins Vater gegen die Verhaftung protestierte, drohten die Beamten damit, seinen Hund zu erschießen.
Die Beamtinnen und Beamten nahmen sämtliche Bücher, Manuskripte und das Laptop von Yasemin Aryani mit.

https://youtu.be/QYpbpdPy5AM

https://news.gooya.com/2019/04/post-25173.php
vom 13. April 2019
joz‘iyate taze az dastgiriye zanani ke dar metro gol midadand

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Iran: Menschenrechtsanwältin zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt


Nasrin Sotude
Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude, die bereits eine Haftstrafe von 5 Jahren Gefängnis verbüßt, wurde von der 28. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Maqisse zu weiteren 33 Jahren Gefängnis und zusätzlich 148 Peitschenhieben verurteilt. Das Urteil wurde Nasrin Sotude im Gefängnis verkündet. Die Verhandlung gegen die inhaftierte Rechtsanwältin hatte am 9. Dey 1397 (29. Dezember 2018) in Abwesenheit der Angeklagten vor dem Revolutionstribunal stattgefunden. Die Vorwürfe waren die folgenden: „Zusammenschließung und Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“, „Propagandistische Tätigkeit gegen das System“, „Einflussreiche Mitgliedschaft in den illegalen, gegen die Sicherheit gerichteten Gruppierungen „Verein der Menschenrechtsverteidiger – Legam“ (Legam setzt sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein) und „Nationaler Friedensrat“", „Aufwiegelung der Bevölkerung zur Korruption und moralischen Ausschweifung und Schaffung der Basis dafür“, „Auftreten ohne den von der Scharia vorgeschriebenen Schleier am Ort der Vernehmung“ (dazu gehört Mut!), „Verletzung der öffentlichen Ordnung und Ruhe“, „Verbreitung von Lügen zur Aufwiegelung der öffentlichen Meinung“.
Allein schon die Vorwürfe machen deutlich, dass es sich um einen politischen Prozess handelt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92052
vom 20. Esfand 1397 (11. März 2019)
33 sale habse taze wa 148 zarbeye shalaq baraye nasrin sotude

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Iran: Baldiger Sturz der Islamischen Republik? Oft genug gehört

Mas‘ud Noqrekar widmet sich in einem Aufsatz der Frage, wie es dazu kommt, dass die Islamische Republik Iran nach 40 Jahren immer noch weiter besteht. Schon bald nach der Machtergreifung Chomeinis gehörten Monarchisten und Volksmodschahedin zu den ersten, die von einem baldigen Sturz sprachen. Eingetreten ist er nicht.

Die Rolle der Ideologie
Mas‘ud Noqrekar weist darauf hin, dass es immer wieder politische Strömungen im Iran gegeben hat, die meinten, man könne mit Verhandlungen eine Änderung des Systems erzielen. Das hat sich als Irrtum erwiesen, den die Verhandelnden mit ihrem Blut bezahlen mussten. Er spielt damit auf die Vertreter der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran an, die in den 1990er Jahren in Wien und Berlin ermordet wurden. Man dürfe nicht vergessen, dass die Machthaber von der Richtigkeit ihres Glaubens überzeugt seien, davon, dass es rechtens sei, die Ungläubigen zu beseitigen, und davon, dass es legitim sei, zu lügen und zu betrügen, wenn es die Position ihrer Religion stärke. Bei so einem Gegner sei es sinnlos, auf die Macht der Argumente und des Verstandes zu vertrauen.

Angst zur Festigung der Herrschaft
Die Islamisten an der Macht haben systematisch Angst in der Gesellschaft verbreitet, um jede Hoffnung auf Veränderung auszulöschen und die Massen davon zu überzeugen, dass ihr System ewig währt. Angst vor Gefängnis, Folter und Hinrichtung, Angst vor Arbeitslosigkeit, Angst vor Chaos, Angst vor einer Spaltung des Irans (Kurden, Aseris, Balutschen, Araber), Angst vor dem Ausbruch eines Kriegs.

Die gesellschaftliche Basis der Islamisten
Mas‘ud Noqrekar ist auch der Ansicht, dass die Annahme, 90 Prozent der Bevölkerung sei gegen das Regime, nicht auf genauer Kenntnis der Fakten beruhen könne. Zur Basis des Regimes gehören nicht nur die Geistlichen im ganzen Land, die Angehörigen der Revolutionswächter (Pasdaran), der Paramilitärischen Milizen (Bassidschi), die Mitarbeiter der Geheimdienste, die Beamten in den Gefängnissen und in den Verwaltungsbehörden, dazu gehören auch die Bewohner der Randbezirke der Großstädte, die Slumbewohner und die religiös denkende schiitische Landbevölkerung, die mit Hilfe von Subventionen an das Regime gebunden werden. Ein Beispiel: Im Iran gibt es über 8000 Heiligtümer (Emamsade), die im Schnitt von 10 Verwaltern geführt werden. Wenn man deren Familienangehörige einbeziehe, komme man auf rund 1 Million Menschen, die vom Einkommen dieser Heiligtümer abhängen und ein Interesse am Fortbestand des islamistischen Regimes haben.


Die Erzeugung von Krisen zur Ablenkung

Einen weiteren Grund für den Fortbestand des Regimes sieht Mas‘ud Noqrekar darin, dass es systematisch Krisen erzeugt, um von den eigenen Problemen abzulenken. Er nennt keine Beispiele, aber hier kann man die Fortführung des iranisch-irakischen Krieges in den 1980er Jahren genauso erwähnen wie die geheime atomare Aufrüstung mit den darauf folgenden Sanktionen oder den Sturm auf die britische Botschaft in Teheran. Es werden Konfliktsituationen geschaffen, die als Begründung dafür herhalten können, warum es der Bevölkerung schlecht geht, und die zugleich geeignet sind, das Ausland für die Mängel verantwortlich zu machen.

Die wirtschaftliche Basis
Ein wichtiger Grund für das Fortbestehen des Regimes ist auch darin zu sehen, dass es über die Erdgas- und Erdöleinnahmen, über das Einkommen aus Außenhandel und Schmuggel, und über die Möglichkeiten, durch betrügerische Geschäfte an Geld zu kommen, genügend Einkommen erzielt, um seine politische Basis zu befriedigen. Die Revolutionswächter sind heute nicht nur die wichtigste militärisch-polizeiliche Stütze des Regimes, sie sind zugleich auch einer der stärksten Wirtschaftsgruppen des Landes, zusammen mit den Religiösen Stiftungen.

Das außenpolitische Umfeld
Die Kritik des westlichen Auslands an den Menschenrechtsverletzungen im Iran war nicht unbedingt geeignet, das Ansehen des Regimes in der Bevölkerung zu erschüttern. Das Verhalten der Regierung Israels in der Region – mit der Unterstützung der US-Regierungen, der Gegensatz zwischen USA und EU, zwischen USA und Russland bzw. USA und China, dies alles wurde von den iranischen Machthabern genutzt, um ihre Position zu erhalten. Und bei aller Kritik des Westens – das iranische Erdöl wollte er trotzdem weiter beziehen…

Die Rolle der Opposition
Auch wenn die Bevölkerung im Iran heute erkannt habe, dass die iranischen Reformisten sich nicht wesentlich von den Fundamentalisten unterscheiden, bedeutet dies noch nicht, dass das Regime zusammenbricht. Es sei notwendig, der Bevölkerung Organisationsformen anzubieten, die ihre Interessen widerspiegeln, und Vorschläge zu machen, die im Iran eine gesellschaftliche Basis haben. Das sei nicht einfach, da die Regierung alles versucht, solche Organisationen zu zerschlagen – mit schwerwiegenden Folgen für die Aktivisten. Trotzdem sei nur auf diesem Wege mittelfristig eine für die Bevölkerung attraktive Alternative für das Islamische System zu erreichen.

https://news.gooya.com/2019/01/post-22673.php
vom 21. Januar 2019
dar hashiyeye sho°ar: jomhuriye eslami be zudi sar-negun xahad shod!
mas°ud noqre-kar

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Iran – Qom: Tod eines politischen Gefangenen nach Hungerstreik


Wahid Sayyadi Nassiri

Vergangenen Mittwoch wurde bekannt, dass Wahid Sayyadi Nassiri nach einem Hungerstreik, den er gegen die Art der Unterbringung im Gefängnis von Qom abhielt, ums Leben gekommen ist. Wahid Sayyadi Nassiri war vor drei Jahren aufgrund politischer Vorwürfe verhaftet worden. Ihm wurde wegen seiner Veröffentlichungen im Internet und namentlich auf Facebook
„Blasphemie, Beleidigung des Führers der Islamischen Republik Iran und Propaganda gegen das System“ vorgeworfen. Er wurde deshalb zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil verbüßte er im Ewin-Gefängnis von Teheran und im Radscha‘i-Schahr-Gefängnis von Karadsch, bis er aufgrund einer Neujahrsamnestie nach zweieinhalb Jahren Haft freigelassen wurde.
Aber schon wenige Monate später wurde er vom Geheimdienst der Stadt Qom erneut verhaftet und erst ins Faschafuye-Gefängnis eingeliefert und von dort wenig später ins Saheli-Gefängnis von Qom verlegt. Im Gefängnis wurde das Grundprinzip, die Gefangenen nach der Art ihrer Straftaten zusammenzusperren, nicht eingehalten, wogegen er einen Hungerstreik eröffnete. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich so, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er verstarb.

https://www.radiofarda.com/a/vahid-sayyadi-nasiri-died-after-hunger-strike/29652535.html
vom 21. Adhar 1397 (12. Dezember 2018)
yek zendaniye siyasi bar athare e°tesabe ghadha dar zendane qom jan baxt

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Iran – Haft-Tape: Bitterer Zucker

Wir haben wiederholt über den Streik der Zuckerrohrarbeiter in Haft-Tape berichtet. Ney-Shekar ist das persische Wort für Zuckerrohr. Aber in Wirklichkeit wurde der Zucker für diese Fabrik gar nicht aus Zuckerrohr gewonnen, sondern aus Zuckerrüben.
Die Fabrik wurde noch vor der Revolution von 1979 unter der Schahregierung mit staatlichen Geldern gebaut. Es waren zwei Fabriken: eine in Desful, die andere in Haft-Tape. Erbaut wurden die Fabriken von Arbeitern und Ingenieuren aus der damals noch existierenden Tschechoslowakei (CSSR). Zur Anfangszeit waren dort 580 Arbeiter beschäftigt. Auf 7000 Hektaren in der Umgebung der beiden Fabriken wurde Zuckerrohr angebaut, wodurch etwa 4000 bis 5000 Menschen in der Landwirtschaft mit Arbeit und Absatz gesichert waren. Nach der Revolution von 1979 wurde ein Revolutionswächter Chef der nach wie vor staatlichen Firma. Nunmehr zählte nicht mehr die Professionalität der Arbeitskräfte, sondern ihre Ergebenheit gegenüber der Moschee, das heißt den Geistlichen. Die Zahl der Arbeiter sank von 580 auf 300, aus festen Arbeitskräften wurden Saisonarbeiter. Dann kam die Privatisierungspolitik von Präsident Rafsandschani – nach dem Ende des irakisch-iranischen Krieges.
Zwei bekannte Geistliche aus Qom, Ajatollah Makarem-e Schirasi und Ajatollah Wa°ese Tabassi „kauften“ die Fabrik für 2 Milliarden Tuman (damals noch ca. 500 Mio Dollar!) – mit Hilfe von Geldern, die von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds stammten.
Natürlich schoben sie andere Namen vor, um nicht ins Gerede zu kommen. Zwei Direktoren – Yussefi und Aschtari – machten sich damals einen Namen, indem sie das Geld, das den Bauern, die die Zuckerrüben geliefert hatten, vorenthielten und unterschlugen. Das führte dazu, dass der Anbau von Zuckerrüben in der Region zusammenbrach. Als die Zuckerfabrik gegenüber den Bauern und Arbeitern eine Schuld von damals 8 Milliarden Tuman angehäuft hatte, gelang es den gut vernetzten Privatiers, von der Export-Bank in Schusch einen Kredit zu erhalten, um die Schulden zu bezahlen. Sie wussten besseres damit zu tun. Die Arbeiter und Bauern sahen in die Röhre, das Geld fand unter den weiten Talaren der Geistlichen andere Wege.
Um sich die Arbeiter vom Leibe zu halten, versuchten die Direktoren damals, arabisch-sprachige und persisch-sprachige Arbeiter gegeneinander auszuspielen, aber bald merkten beide, dass sie an der Nase herumgeführt wurden, und taten sich zusammen.
Die Privatisierung führte dazu, dass die Anlagen und Maschinen der Fabrik nach und nach verscherbelt wurden, so dass zweifelhaft ist, welche Kapazitäten die Fabrik in Haft-Tape heute noch besitzt. Die Fabrik in Desful musste aufgrund ähnlicher Machenschaften schon früher geschlossen werden. Während die neuen Eigentümer bei der „Privatisierung“ nur 2 Milliarden Tuman für die Fabrik bezahlt hatten, erzielten sie für den Verkauf der Maschinen und Anlagen ein Mehrfaches. Nicht nur das: Sie importierten Zucker aus dem Ausland für 11 Milliarden Dollar. Zwei Drittel davon ging als Gewinn in die Taschen der Geistlichkeit von Qom und der anderen Geistlichen, die hinter dieser Fabrik standen, beispielsweise Ajatollah Mesbah-e Yasdi.
So sieht „Privatisierung“ im Iran aus, und die Stahlfabrik in Ahwas erwartet ein ähnliches Schicksal.

http://www.pyknet.net/1397/04azar/08/page/shekar.htm
vom 8. Adhar 1397 (30. November 2018)
dar haft-tape: shekari ke ba xosusi-sazi az zahr-e halahel ham talx-tar shod

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Ehem. Iranischer Innenminister kritisiert das islamische Modell

Ali Akbar Nateq Nuri ist ein wichtiger iranischer Geistlicher und Politiker. Er war von 1981 bis 1985 iranischer Innenminister unter Ali Chamene‘i und von 1996 bis 2000 Parlamentspräsident. Zur Präsidentenwahl 1997 wurde vom Revolutionsführer Ali Chamene‘i zum Kandidaten erkoren. (Wikipedia)

Er hat nun kürzlich in der berühmten Moschee Dschamran in Teheran eine Rede gehalten, in der er das islamische Modell des Irans gründlich kritisiert.


Ali Akbar Nateq Nur

Wir haben sie übersetzt.:

Wir wollten ein islamisches Modell sein, ein Vorbild für die gesamte islamische Welt.

Unser Gott ist unser Zeuge, ob wir das, was wir behauptet haben erfüllen konnten.

Wir sind verantwortlich vor unserem Gott und vor den Märtyrern unserer Revolution.

Aber was machen wir? Armut herrscht in unserem Land. Drogen haben unser Land runiniert. Und im ganzen Land herrscht Korruption.

Unser Bildungssystem ist in einem schlechten Zustand.

Unsere Nahrungsmittel haben ein sehr niedrige Quialität.

Können wir so als Vorbild dienen?

Können wir wirklich sagen, dass unsere Judikative rechtens ist, gemäß dem islamischen Modell? Nein!

Können wir sagen dass den Menschen von den Behörden geholfen wird, auch ohne Bestechung? Nein! Wenn den Menschen geholfen würde, bräuchten sie nicht zu uns (zur Geistlichkeit) kommen.

Was folgt daraus für unser Volk? Es unterscheidet nicht mehr und denkt, alle da oben sind korrupt (auch die Geistlichkeit).

Können wir wirklich von uns behaupten, wir seien ein islamisches Modell, ohne uns zu schämen?

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