Archiv der Kategorie 'Islamismus'

Iran: Mörderische Verbündete im Irak


Seit drei Wochen kommt es in verschiedenen Städten im Irak zu Protestkundgebungen gegen die staatliche Korruption, gegen die hohe Arbeitslosigkeit und gegen das Fehlen öffentlicher Dienstleistungen. Aus Krankenhausquellen verlautet, dass in diesen drei Wochen 150 Menschen ums Leben gekommen sind. Allein am vergangenen Freitag sollen mindestens 42 Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen sein.
Namentlich die paramilitärische Gruppe °Asa‘ebe Ahle Haqq, die vom Iran unterstützt wird, wird beschuldigt, das Feuer auf die Demonstranten eröffnet zu haben.
Der Hohe Menschenrechtsrat des Iraks hat bekannt gegeben, dass am Freitag mehr als 1800 Menschen bei den Protesten verletzt wurden.
Laut Meldungen der irakischen Polizei, die von Reuters zitiert wurden, sollen am Freitag ein Angehöriger der irakischen Sicherheitskräfte und mehrere Angehörige von °Asa‘ebe Ahle Haqq in der irakischen Stadt Al-Amara im Osten des Landes nahe der iranischen Grenze umgekommen sein. Die Demonstranten sollen in Al-Amara den Sitz von °Asa‘ebe Ahle Haqq attackiert haben, worauf bewaffnete Kräfte dieser Gruppe auf die Demonstranten schossen.
In Baghdad sollen am Freitag bei den Protesten 8 Menschen ums Leben gekommen sein, mindestens 5 von ihnen waren Demonstranten, die am Tränengas erstickt sind.
Auch in der Stadt Nasseriye sollen die Demonstranten den Sitz der °Asa‘ebe Ahle Haqq angegriffen haben, worauf die Bewachung des Gebäudes das Feuer auf sie eröffnet habe. 6 Menschen seien dabei ums Leben gekommen.
Laut staatlichen Angaben wurde in Diwaniye ein Gebäude in Brand gesetzt. 12 Menschen sollen in den Flammen ums Leben gekommen sein. Laut Angaben von Chalid Muhanna, des Sprechers des irakischen Innenministeriums, sollen bei den Unruhen am Freitag mindestens 68 Angehörige der irakischen Sicherheitskräfte verletzt worden sein.
In den sechs Provinzen Basra, Dhi Qar, Al-Muthanna, Diwaniye, Babel und Wasset wurde eine Ausgangssperre verhängt.
Der Justizrat des Iraks gab bekannt, dass jeder Angriff auf die Sicherheitskräfte des Landes und auf staatliche Zentren als Verbrechen gilt und mit dem Tod bestraft wird.

https://www.radiofarda.com/a/iraq-prtest-40-kiled/30236844.html
vom Sa, 4. Aban 1398 (26.10.2019)
edameye na-arami dar °eraq; daste kam 42 tan dar e°terazate ruze jom°e koshte shodand

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Iran: Die letzten 5 Prozent

Masih Mohajeri (Mohadscheri) ist der verantwortliche Redakteur der Zeitung Dschomhuriye Eslami (Islamische Republik). Er ist in sein Amt direkt vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i eingesetzt worden, seine Zeitung ist wie Keyhan (Teheran) ein Sprachrohr des Führers.
Er schreibt jetzt in einem Leitartikel:
„Wenn den Großen (gemeint ist Ajatollah Chamene‘i) Bericht erstattet wird, dass die Lage sehr gut ist und alles in die richtige Richtung geht, weil an dieser Feierlichkeit oder jenem Gebet oder betreffender Kundgebung so und so viele Menschen teilgenommen haben, so ist es die Bitte dieses Verfassers, dass die Großen solchen Berichten keinen Glauben schenken und ihre Aufmerksamkeit auf den äußerst wichtigen Punkt lenken, dass selbige Personen nicht einmal 5 Prozent der Bevölkerung dieses Landes ausmachen. Die Werke, Verhaltensweisen und Gedanken dieser 5 Prozent können nicht für die Gesamtheit der Gesellschaft verallgemeinert werden.“

Kommentar
Es ist typisch, dass Masih Mohajeri unterstellt, dass der Führer nur nicht richtig informiert ist. So wie es in Deutschland im Dritten Reich ja auch viele gaben, die sagten: Wenn das der Führer wüsste…
Aber Masih Mohajeri weiß natürlich, dass Ajatollah Chamene‘i über seine Geheimdienste verfügt und durch seine Vertreter vor Ort, die Freitagsimame in allen wichtigen Moscheen, sowie durch seine Besuche im Land sehr wohl ein Bild darüber hat, wie die tatsächliche Stimmung ist. Aber Masih Mohajeri will seinen Führer, dem er das tägliche Brot verdankt, natürlich nicht demontieren. Also kommen bei seinem Artikel auch nur Allgemeinplätze vor wie – die Scheidungsrate ist hoch, es gibt viele Diebstähle, die Drogenabhängigkeit ist ein Problem und so weiter, und dann letztlich unbeabsichtigt das Eingeständnis, dass nur noch 5% der Bevölkerung für das Regime mobilisierbar sind. Das bedeutet 4 Millionen Menschen bei einer Bevölkerung von 80 Millionen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=193008
vom 28. Mehr 1398 (20. Oktober 2019)
modire mas‘ule ruznameye jomhuriye eslami: jame°eye ma az nazare e°teqadi wa imani dochare yek bimariye xatarnak ast – majmu°e afradi ke dar marasem wa fola:n do°a wa folan gerdehama‘i sherkat mikonad zir 5 dar sade jam°iyyate keshwar ast

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Iran: Fundamentalist gibt Foltertod zu


Abdollah Ganji (Gandschi)

Abdollah Ganji (Gandschi) ist der Chefredakteur der Zeitung Jawan (Dschawan – Jung), dem Sprachrohr der Revolutionswächter (Pasdaran). Über diese Zeitung geben die Fundamentalisten den iranischen Hisbollahis Hinweise, welche Aktionen vom Regime erwünscht werden. Kürzlich war es zum Beispiel die „Anregung“, vor dem Parlament zu demonstrieren, dass die Frauen kein Recht haben sollen, ein Fußballstadion zu besuchen.
Am Sonntag, den 13. Oktober 2019, gab Abdollah Ganji der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ein Interview, in dessen drittem Teil er auf den Foltertod des iranischen Bloggers Sattor Beheschti einging. Sattor Beheschti war im Oktober 2012 von der iranischen Cyber-Polizei verhaftet worden und starb im November 2012 an den Folterungen in Haft. Seitdem kämpft seine Mutter vergeblich um eine Verfolgung der Täter.

Interview von IRNA mit Abdollah Ganji
Hier nun der Auszug aus dem Interview von IRNA mit Abdollah Ganji:
IRNA: Was genau war Ihre Ansicht zum Fall von Sattor Beheschti?
Ganji: Ich habe geschrieben und gesagt, dass dies eine gemeine Tat war. Das, was man mit ihm gemacht hat, war ein Verrat, und dagegen muss vorgegangen und die Bevölkerung informiert werden. Einige (von denen), die die Ursache für seinen Tod darstellen, hätten vor Gericht gestellt werden müssen. Dass jemand ins Gefängnis kommt und man dann so mit ihm umspringt, hat dem Ruf der Islamischen Republik sehr geschadet.
IRNA: Und zum Mord an Ali-Resa Schir-Ali Mohammadi vor einigen Monaten im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr?
Ganji: Da gibt es überhaupt nichts zu verteidigen. Ich schreibe auf Twitter darüber.
IRNA: Was ist ihre Meinung zur Absetzung des Generaldirektors der Gefängnisse nach diesem Mord?
Ganji: Meiner Meinung nach war das ein revolutionärer Akt.

Kommentar:
An dieser Meldung sind mehrere Dinge interessant.
Erstens handelt es sich nicht um einen Artikel der Zeitung Jawan (Dschawan). Das heißt, die fundamentalistischen Leser von Jawan sollen mit diesem Eingeständnis nicht angesprochen werden.
Zweitens handelt es sich um keine Äußerung, die Abdollah Ganji, der Chefredakteur von Jawan, von sich aus macht. Er antwortet auf Fragen der staatlichen Agentur IRNA. Damit geht auf den ersten Blick die Initiative von IRNA aus.
Das wirft die nächste Frage auf: Wer hat veranlasst, dass IRNA Abdollah Ganji diese Fragen stellt? Zu welchem Zweck?
Die Äußerungen von Ganji stellen eindeutig eine Distanzierung von diesen beiden Morden in Haft dar. Was wird damit bezweckt?
Und jetzt schauen wir uns die Äußerungen von Abdollah Ganji genauer an. Wieso verurteilt er den Foltermord von Sattor Beheschti? Weil es ein Verrat an der Islamischen Republik war. Weil es den Ruf der Islamischen Republik beschädigt hat. Genau darum geht es, um den Ruf des Regimes, nicht um sein Wesen.
Es ist sehr bezeichnend, dass Abdollah Ganji fordert, einige, die seinen Tod (= den von Sattor Beheschti) verursacht haben, hätten vor Gericht gestellt werden müssen. Wieso einige (pers. barxi), wieso nicht alle? Und wieso nennt Abdollah Ganji keine Namen? Was sind das für „Geständnisse“, bei denen an keiner Stelle konkret gesagt wird, was geschehen ist, bei denen nicht einmal das Wort „Folter“ vorkommt, und bei denen die Täter totgeschwiegen werden? Klar, einer von ihnen ist Sa‘id Mortasawi. Er wurde zwar wegen eines anderen Foltertodes (und nicht der einzige in seiner Karriere) zu Gefängnis verurteilt, zu zwei Jahren Gefängnis, wohlgemerkt, und wurde kürzlich freigelassen, nachdem er nichtmal ein Drittel der Strafe verbüßt hatte. Nein, Abdollah Ganji nennt keine Namen und keine Verantwortlichen, aber später kann er einmal sagen: Ja, ich habe die Untaten des Regimes auch kritisiert und beim Namen genannt.
Und das ist der letzte Punkt, der Aufmerksamkeit verdient: Wann beginnen diejenigen, die die energischsten Verfechter des Regimes sind, vorzubauen und sich Alibis zu fabrizieren? Doch wohl dann, wenn sie befürchten, dass sich das Ende des Regimes nähert und es an der Zeit ist, sich Gedanken über die eigene Zukunft in der Zeit danach zu machen…

https://news.gooya.com/2019/10/post-31044.php
vom 13.10.2019
modire ruznameye osulgera‘i, jawan: kari ke dar haqq sattor beheshti kardim xiyanat bud

zum Tod von Sattor Beheschti:
https://en.wikipedia.org/wiki/Sattar_Beheshti
http://alischirasi.blogsport.de/2014/03/17/iran-europa-die-alte-hexe/
http://alischirasi.blogsport.de/2013/11/04/iran-1-jahr-nach-dem-tod-des-webloggers/

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Iran: Der Vater der „blauen Frau“


Sahar Chodayari mit ihren Brandwunden im Krankenhaus

Wie ein aus Iran Journal übernommener Artikel berichtete, hat sich in Teheran eine 29-jährige Frau namens Sahar Chodayari vor dem Justizgebäude angezündet, nachdem ein Gericht sie zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt hatte. Sahar Chodayari hatte versucht, als Mann verkleidet an einem Fußballspiel als Zuschauerin teilzunehmen, und war dabei gefasst worden. Im Gefängnis hatte Sahar gegenüber Mitgefangenen geäußert, dass sie Angst hat, dass ihr Vater sie umbringen wird, wenn er erfährt, dass sie so etwas gemacht hat. Diese Mitgefangenen waren später mit der Arbeiteraktivistin Sepide Gholyan in einer Zelle und haben ihr davon berichtet.
Das wirft die Frage auf: Was ist das für ein Vater? Was für eine Vorgeschichte hat er? Hilft uns dies, zu verstehen, wieso das Regime noch an der Macht ist?
Und ebenso stellt sich natürlich auch die Frage nach der Mutter. Was den Vater angeht, war in den iranischen Medien etwas zu finden, bei der Mutter endete die Suche mit einer Fehlanzeige.


Der Vater
Heydar-Ali Chodayari ist der Vater der „blauen Frau“. Er hat der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr und auch anderen iranischen Medien Interviews gegeben, die inhaltlich übereinstimmen. Auch in späteren Interviews hat er an keiner Stelle seine früheren Äußerungen widerrufen oder dementiert, so dass man selbst im Rahmen der einseitigen staatlichen Medienberichterstattung annehmen muss, dass er hier seine wirkliche Gesinnung offenbart. Die Tatsache, dass seine Tochter Angst hatte, dass er sie umbringen würde, spricht auch dafür, dass seine Worte tatsächlich seinen Vorstellungen entsprechen.

Dschanbas (Janbaz) – ein Kriegsversehrter
Heydar-Ali Chodayari sagt von sich selber: Man fada‘iye nezam hastam – Ich bin bereit, mich für dieses System aufzuopfern. Ich bin Kriegsversehrter aus dem uns aufgezwungenen Krieg (gemeint ist der iranisch-irakische Krieg). Ich liebe den Imam (gemeint ist Imam Chomeini) mit Herz und Seele. Und sollte dem Land künftig – Gott verhüte – etwas zustoßen, werde ich an vorderster Stelle die herrschende Ordnung verteidigen. Ich habe keine Angst. Wenn ich auch nur ein Prozent anderer Meinung wäre als dieses System, dann würde ich es jetzt verkünden. Aber ich sage: Weder ich, noch meine Tochter, noch irgendein anderes Mitglied meiner Familie hatten je ein Problem mit dieser Ordnung und haben auch jetzt keins.“

Der Vater stellt Tochter als psychisch krank dar
In seinen Interviews ist der Vater bemüht, seine Tochter als psychisch krank darzustellen. Sie sei das Opfer der Anstachelung von anderen, denen er alle Schuld zuweist. Er sagt: „In den paar Tagen, in denen Sahar im Krankenhaus lag (wo sie den Verletzungen der Selbstverbrennung erlag), ist keine Celebrity (Berühmtheit, engl.) und kein footballist oder irgendein Verantwortlicher gekommen, um sie zu besuchen, ich habe auch keinen gesehen.
(AdÜ: Bei so einem Vater dürfte das auch nicht ganz ungefährlich sein…)
Der Vater fährt fort: „Jeder, der sagt, dass Sahar Opfer (erg. des Regimes) ist, stellt eine grundlose Behauptung auf. Wem ist Sahar zum Opfer gefallen? Sie hatte nervliche Probleme. An dem Tag, an dem sie zum Gericht ging, hatte sie wieder einen Nervenzusammenbruch, worauf sie zur Selbstverbrennung geschritten ist.

Vater dementiert Haftstrafe
Der Vater sagt weiter: „Es ist kein Urteil ergangen, dass Sahar ins Gefängnis kommt. Als Familie von Sahar verkünden wir (AdÜ: er spricht für alle…), dass überhaupt nicht beschlossen war, dass Sahar ins Gefängnis kommt.

Leichnam erhalten
Dass der Vater nicht auf Bestellung für das Regime spricht, zeigt auch ein Detail, in dem es um die Aushändigung der Leiche geht. Dies ist bei kritischen Angehörigen oft ein heikler Streitpunkt, und es gibt genügend Fälle, in denen Opfer des Regimes heimlich vergraben wurden. Nicht so hier. Der Vater sagt: „Der Leichnam meiner Tochter wurde nach ihrem Verscheiden übergeben, wir hatten dabei keinerlei Probleme. Uns wurde dabei gesagt, dass wir Sahar begraben können, wo immer wir wollen. Wir hatten keinerlei Probleme bei der Bestattung.

Die anderen sind schuld
Auf die Frage, ob er diejenigen, die mit „nebensächlichen Dingen, wie etwa, dass Frauen Stadions betreten dürfen“ die „Mädchen und Jugendlichen anstacheln“, für den Tod seiner Tochter verantwortlich macht, antwortete er: „Genau, ich halte diese Leute (die das fordern) für schuldig. Also wirklich, wozu müssen Frauen in ein Stadion? Wenn sie selbst Sport treiben, ist das ja noch was anderes.“
Er erklärte abschließend: „Ich bin nicht mit denjenigen einverstanden, die das Blut meiner Tochter für ihre Zwecke missbrauchen und erkläre das auch nicht als halal (islamisch akzeptabel). Diese Menschen machen einen Fehler, indem sie unter dem Vorwand eines Vorfalls, der Sahar zugestoßen ist, gegen dieses Land reden.“


Fazit
Der Vater ist jemand, der im iranisch-irakischen Krieg (1980-87) nicht nur einen Teil seiner Gesundheit eingebüßt hat, sondern dafür – sei es materiell oder anders – auch wohl so belohnt wurde, dass er bis heute hinter diesem System steht. Das ist nicht selbstverständlich, denn andere Kriegsversehrte protestieren inzwischen vor dem Parlament gegen die zu niedrigen Renten, die sie erhalten. Er kann zweifellos zu den Stützen des Regimes gezählt werden, auf diese Menschen können die Machthaber bauen. Die Werte, die dem Vater vermittelt wurden, machen ihn immun gegen den Tod seiner Tochter, auch sein eigenes Leben ist weniger Wert als diese Werte. Dass er die Selbstverbrennung seiner Tochter als Folge eines Nervenzusammenbruchs darstellt und ihr Handeln nur als Folge von fremder Anstachelung sieht, bedeutet, dass er sie wohl bis zuletzt nicht als selbständig denkenden Menschen wahrnehmen wollte. War das seine „Lösung“, um sich mit ihren Gedanken nicht auseinandersetzen zu müssen. Hat er Angst vor diesen Gedanken?
Dass die Tochter dieses eingefleischten Anhängers der Islamischen Herrschaft unter den Einfluss der Gegner des Systems geraten ist, „angestachelt“ wurde, zeigt, dass der Protest jetzt auch im Kern der Schichten angekommen ist, die hinter der Islamischen Republik stehen.

https://fararu.com/fa/news/411316/پدر-سحر-خدایاری-سحر-قربانی-چه-شده-او-مشکل-عصبی-داشت
vom 20. Schahriwar 1398 (11. September 2019)
pedare sahar xodayari: sahar qorbaniye che shode? u moshkele °asabi dasht

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Iran: Halu – der „Trottel“ spricht

Halu, ein im Iran lebender Dichter und Kritiker, der für seine Worte auch schon im Gefängnis gesessen ist, hat in einer Videobotschaft über die „Blaue Frau“ gesprochen. Die „Blaue Frau“ hatte sich aus Protest vor der Justizverwaltung in Teheran verbrannt, weil man sie für den Wunsch, an einem Fußballspiel als Zuschauerin (als Frau) teilzunehmen, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt hatte.
Halu nimmt die Begründung des Staates, Frauen zu verfolgen, die als Zuschauerin ins Fußballstadion wollen, aufs Korn. Er zeigt mit Hilfe von Filmen, wo die Frauen überall teilnehmen dürfen und der Staat die erfordliche „Infrastruktur“ geschaffen hat, nur eben beim Fußball nicht. Er fragt, ob die Fundamente des Staates nur erschüttert werden, wenn die Frauen ins Fußballstadion gehen, aber nicht, wenn sie an der Selbstauspeitschung während der Aschura-Prozessionen teilnehmen oder an anderen religiösen Veranstaltungen auftreten.
Und dann kommt er auf den Kern zu sprechen, etwa ab 2:50. Er spricht die Männer an, die iranischen Landsleute, und sagt zu ihnen: Wenn ihr jetzt noch ins Stadion geht, ohne eure Ehefrauen, ohne eure Schwestern und Mütter, dann habt ihr keine Ehre, dann seid ihr kein Mann mehr. Das Stadion ist jetzt der Platz, der nach verbranntem Menschenfleisch riecht. Und direkt an die Fußballspieler gewandt sagt er: Das alles sind Menschen, die kommen wollen, um euch zu unterstützen, die euch bewundern. Spielt es für euch den gar keine Rolle, dass die Hälfte der Menschen dieses Landes das Stadion nicht betreten dürfen?
Das wäre so, wie wenn ich wo eingeladen bin, um meine Gedichte vorzulesen, und erfahre, dass ein Teil des Publikums ausgeschlossen wird. Zum Beispiel diejenigen, die eine Krawatte tragen, ohne diejenigen, die kurzärmlige Hemden tragen. Oder die kein Kopftuch tragen und deshalb nicht reindürfen. Und da soll ich meine Gedichte vortragen?
Wieso spielt ihr in einem Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung davon ausgeschlossen wird, an diesem Spiel teilzunehmen?

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=190560
vom 22. Schahriwar 1398 (13. September 2019)
film / doxtare abi – goftar wa she°re halu

https://youtu.be/9H_-9TP0ZQE

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Iran: 40 Jahre Kopftuchkrieg und kein Ende


Der Vorsitzende des Revolutionstribunals von Teheran, Mussa Ghasanfar-Abadi

Der Vorsitzende des Revolutionstribunals von Teheran, Mussa Ghasanfar-Abadi, warnt, dass jede Frau, die Fotos oder Filme von sich oder anderen Frauen macht und dabei die Haare entblößt, mit einem bis zehn Jahren Gefängnis bestraft wird, wenn sie diese Fotos oder Filme an die Journalistin Massih Ali-Neschad schicken. Massih Ali-Neschad war früher Journalistin des iranischen Parlaments und ging dann in die USA ins Exil. Sie ist eine der Begründerinnen der Bewegung „Weißer Mittwoch“ (Tschaharschanbeye Sefid). Frauen, die an dieser Bewegung teilnahmen, traten damit auf, dass sie ihre Haare in der Öffentlichkeit entblößten und das Kopftuch auf einem Stock hochhielten.

https://www.radiofarda.com/a/30081243.html
vom 7. Mordad 1398 (29.07.2019)
Ghazanfar-Abadi: baraye ersal konandegane film be masih °ali-nezhad habs dar nazar migirim

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Iran: Friseursalon unter Beschuss

Wie berichtet, haben 14 iranische Bürgerrechtler, die im Iran leben, den Übergang von der islamischen Diktatur zu einem demokratischen System gefordert. Einer der 14 ist der Gewerkschaftsaktivist Dschawad La°l-Mohammadi. Am gestrigen Sonntag haben nun Kräfte, die im Auftrag der Machthaber stehen, den Friseursalon seiner Ehefrau unter Beschuss genommen und im Kugelhagel die Glastür zerstört.

https://news.gooya.com/2019/07/post-28572.php
vom 29. Juli 2019
°awamele hokumati, arayeshgahe hamsare jawade la°l-mohammadi, soxanguye 14 fa°°ale madani daxele keshwar-ra be golule bastand

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Der Islamischen Republik Iran wird gekündigt


Nein zur Islamischen Republik

Im Iran lebende Bürgerrechtler haben bislang in der Regel den Weg gewählt, auf die mangelnde Einhaltung vorhandener Gesetze hinzuweisen und das Grundgesetz als Basis für verschiedene politische Forderungen zu wählen. Die sogenannten Reformer im Iran waren ohnehin stets Befürworter der Beibehaltung der Islamischen Verfassung. Jetzt ist es zu einem Bruch gekommen. 14 BürgerrechtlerInnen haben namentlich eine Erklärung unterschrieben, in der sie die Islamische Republik Iran und die Herrschaft des Rechtsgelehrten als die eigentliche Wurzel des Übels darstellen. Im Iran ist das riskant und kann bis hin zur Todesstrafe führen. Die 14 Personen sind meist Angehörige von politischen Gefangenen, die zu verschiedenen Zeiten Opfer staatlicher Hinrichtungen unter der Islamischen Republik waren.

Die 14 Unterzeichner bezeichnen die Islamische Republik Iran als ein System, das auf tyrannischen Gesetzen beruht. Sie bezeichnen das iranische Grundgesetz und das Amt des „Rechtsgelehrten“ (Waliye Faqih) als Symbol der Korruption. Mit Waliye Faqih ist das Amt des Religiösen Führers gemeint, der letztlich jegliche Entscheidung einer anderen Institution aufheben kann, wenn er sie als den göttlichen Gesetzen zuwiderlaufend betrachtet.

Sie fordern die Regierungen der Welt auf, die Führer der Islamischen Republik Iran, namentlich Seyyed Ali Chamene‘i, die Befehlshaber der Revolutionswächter (Pasdaran) und diejenigen Vertreter im Parlament, die dort die Positionen von Ali Chamene‘i vertreten, nicht als Vertreter des iranischen Volks zu betrachten und die Beziehungen zu diesen Personen vollständig abzubrechen.

Es versteht sich, dass die Machthaber mit allen Mitteln gegen die Unterzeichner dieser Erklärung vorgehen werden. Die eigentliche spannende Frage ist, inwieweit diese Erklärung unter der iranischen Bevölkerung Rückhalt findet.

https://www.ipetitions.com/petition/no-to-islamic-republic-of-iran-support-the
No to Islamic Republic of Iran!

http://www.tribuneiran.org/%D8%A8%DB%8C%D8%A7%D9%86%DB%8C%D9%87-%DB%8C-%D8%AF%D9%88%D9%85-%DB%B1%DB%B4-%DA%A9%D9%86%D8%B4%DA%AF%D8%B1-%D9%85%D8%AF%D9%86%DB%8C-%D9%88-%D8%B3%DB%8C%D8%A7%D8%B3%DB%8C-%D8%AF%D8%A7%D8%AE%D9%84/
vom 30. Juni 2019
bayaniyeye dowome 14 koneshgare madani wa siyasi daxele keshwar – na be jomhuriye eslami

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Iran: US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen größte iranische Petrochemie-Holding


Das US-Finanzministerium hat am 7. Juni gegen die Firma Sherkate Petrushimiye Khalije Fars – Persian Gulf Petrochemical Industries Company (PGPIC) Sanktionen verhängt. Diese Firma ist das größte iranische Erdölunternehmen und eine Holding, die 39 Unternehmen umfasst. Als Begründung für die Sanktionen nannte das US-Finanzministerium, dass dieses Unternehmen der Finanzierung von Khatamu l-Anbiya dient, einer wichtigen Einheit der Pasdaran (Revolutionswächter), die im Nahen Osten sehr rege Aktivitäten entfaltet, wenn es um die Unterstützung radikaler islamischer Gruppen geht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79793/
vom 7. Juni 2019, 20:25
amrika mojtama°e petrushimiye xalije fars-ra tahrim kard

https://www.theguardian.com/world/2019/jun/08/us-imposes-sanctions-on-irans-largest-petrochemical-group

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Iran: Touristen auf der Zielscheibe


Die Allgemeine und Revolutionäre Staatsanwaltschaft der am Kaspischen Meer gelegenen Provinz Masenderan hat am 7. Juni Anweisung erteilt, die Verfolgung von Touristen aufzunehmen, die auf dem Stausee von Lafur auf einem Schlauchboot gesichtet wurden. Ihr Verbrechen: Sie waren nicht nach Geschlechtern getrennt und die Frauen waren nicht verschleiert. Die Revolutionswächter stoßen sich außerdem daran, dass Fotos von diesen Schlauchboot-Touristen auch im Internet zu finden sind.
Laut anderen Berichten sollen die Behörden sich zuerst diejenigen vorgeknöpft haben, die diese Motorschlauchboote vermieten.
Nebenbei: Diese Herrschaften nennen sich zwar revolutionär, aber sie können es locker mit jedem deutschen Spießer aufnehmen.

https://news.gooya.com/2019/06/---232.php
vom 8. Juni 2019
janjal bar sare °akse chand gardeshgare jawan dar sadde lafur – mazenderan

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Mullah Abdulrodus Hosseini ist in Ungnade gefallen

Mullah Abdulrodus Hosseini ist ein sunnitischer Mullah aus der Stadt Dschawanrud, in der kurdischen Provinz Kermanschah, der es gewagt hat, sich dem Religiösen Führer Ali Chamene‘i zu widersetzen. Nun ist er in Ungnade gefallen und wurde festgenommen.


Mullah Abdulrodus Hosseini

Jedes Jahr feiern Moslems das traditionelle Fastenbrechen nach dem Fastenmonat Ramadan mit einem Fest am 14. Chordad (4. Juni). In diesem Jahr fiel das Datum auf den Todestag von Ayatollah Chomein‘i. Aus diesem Grund entschied der Religiöse Führer Chamene‘i, dass am 14. nicht gefeiert sondern getrauert werden müsse. Erst am 15. Chordad sollte dann das Ende des Ramadan gefeiert werden.

Nun entschied der junge Mullah Abdulrodus Hosseini, der von Chamene‘i selbst als sein Vertreter in der Stadt Dschawanrud eingesetzt worden war, dass er doch am 14. Chordad das traditionelle islamische Fest feiern würde. Und so kam es auch. Die ganze Stadt feierte mit ihm am 14. Chordad.

Nun ist Abdulrodus Hosseini vom Geheimdienst festgenommen worden und niemand kann sagen, in welchem Gefängnis er sich befindet.

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Iran: Frauengesang in der Öffentlichkeit noch immer ein Verbrechen

Am Anfang stand der Auftritt einer iranischen Sängerin, unverschleiert, blondiert, vor dem Publikum an einem nicht genannten Ort im Iran. Eine Straftat, nach den Vorstellungen der herrschenden Geistlichkeit. Aus diesem Grund enthielt das auf youtube veröffentlichte Video auch die Überschrift: Die Adresse geben wir nicht, damit die Mollas vor Wut einen Herzinfarkt kriegen.
Nun, wütend sind sie tatsächlich geworden.

Wie der persische Dienst von BBC am 21. Mai berichtete, war die Sängerin vor ein paar Tagen in Abyane aufgetreten, einer historischen Ortschaft 40 km von Natans entfernt (Provinz Isfahan). Ruhollah Amini, der Freitags-Imam von Natans (Natanz) – der verlängerte Arm des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i an diesem Ort, verurteilte diesen Auftritt und erklärte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim: „Welcher fromme Mann, der seine Ehre besitzt, würde zulassen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt die göttlichen Gebote von jedem, der will, verletzt werden?“
Ruhollah Amini fügte hinzu: „Leider sehen wir, dass in einer Zeit, in der einige der Verantwortlichen des Systems gegenüber den (islamischen) Werten Rückzieher machen, einige Menschen, die Verderbnis verbreiten, absichtlich die (islamischen) Vorstellungen im heiligen Monat Ramadan verletzen. Es ist die Pflicht der gerichtlichen Institutionen, des Geheimdienstes und der Ordnungskräfte, energisch gegen solche Verletzungen der religiösen Werte vorzugehen.“


Negar Mo°asam, die Sängerin

Yussef Hassani, der Verwaltungschef des Landkreises Natans, hatte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Seda wa Sima erklärt, dass die Angehörigen eines privaten Reisebüros, die für die Verletzung der gesellschaftlichen Traditionen und der kulturellen Identität dieses geschichtlichen Orts verantwortlich seien, ausfindig gemacht worden seien. Die Staatsanwaltschaft von Natans werde gegen diese vorgehen. Wie Yussef Hassani weiter erklärte, habe die Staatsanwaltschaft von Natans die Konfiszierung von zwei Reisebussen angeordnet. Auch sei der Leiter dieser Gruppe und die Sängerin vom Gericht vorgeladen worden. Falls die Geladenen sich nicht vor Gericht einfänden, würde Haftbefehl gegen sie erlassen, sagte er. Er betonte, dass dieser Fall auf der Spitze der Tagesordnung stehe.
Der persische Dienst von Voice of America berichtete einen Tag später, am 22. Mai, dass die aus Schiras stammende Sängerin Negar Mo°asam, die auf dem in Abyane aufgenommenen Video singt, von der Staatsanwaltschaft von Natans vorgeladen wurde. Mortesa Basseriyan, der Staatsanwalt von Natans, bestätigte diese Vorladung und äußerte weiter: „Wir sind der erste Landkreis, in dem es zu diesem bitteren Vorfall kam, und haben darauf reagiert. Gegen diese Verletzung des religiösen Gesetzes werden wir entschieden und mit aller Macht und Stärke auf der Grundlage der Gesetze reagieren.“

Atombomben gegen Gesang
Dass die Reaktion der lokalen Machthaber hier besonders scharf ausfällt, mag noch einen ganz anderen politischen Hintergrund haben: Natanz ist der Standort der Atomanlage Natanz, wo die iranischen Machthaber in aller Heimlichkeit eine unterirdische Atomanlage einrichteten, die Tausende von Zentrifugen zur Urananreicherung enthielt. Man darf annehmen, dass an einem Ort mit derart heiklen militärischen Projekten alle lokalen Machthaber sorgfältig ausgewählt sind und eng mit dem religiösen Führer und den Pasdaran verbändelt sind. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Geheimdienst schnell aktiv geworden ist und die „Täter“ herausgefunden hat.
Vor diesem Hintergrund war es für die Sängerin ziemlich riskant, in dieser Region aufzutreten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183043
vom 30. Ordibehescht 1398 (20. Mai 2019)
film / dar yeki az shahrhaye iran adres nemi dim ta axundha az °asabaniyat sekte konand
https://youtu.be/VEuqAknBes8

http://www.bbc.com/persian/iran-48360157
vom 31. Ordibehescht 1398 (21. Mai 2019)
peygarde qaza‘iye zani ke dar rustaye abyane baraye mardom awaz xand

https://ir.voanews.com/a/singer-iran-music/4927682.html
vom 1. Chordad 1398 (22. Mai 2019)
negar mo°azzam honarmande shirazi ke dar abyane awaz xand rasman mourede peygarde qaza‘i qarar gereft

https://de.wikipedia.org/wiki/Atomanlage_Natanz
abgerufen am 27.05.2019

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Iran: Musikerin bei Konzert hinter Wänden versteckt


Die Musikerin

Blick von der Musikerin zu den anderen Aufführenden

Hinter dieser Wand muss sie spielen

versteckter Blick auf das Publikum
Auf einer musikalischen Aufführung in Kaschan, die sich an eine Rede des Bürgermeisters von Kaschan anschloss, musste die anwesende Musikerin in islamischer Verhüllung vom Publikum versteckt hinter einer Wand auf der Bühne spielen. Die Männer durften offen spielen.
Der Clou: Das Thema der Rede des Bürgermeisters von Kaschan lautete: „Untersuchung der Hindernisse bei der Förderung der Kultur in Kaschan.“ Ein Blick hinter die Kulissen erspart lange Reden!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=183304
vom 3. Chordad 1398 (24. Mai 2019)
honar dar hokumate eslamiye zedde zan
film / nawazandeye zane goruhe musiqi majbur ast az poshte diwarha benawazad
https://youtu.be/cpnK_1X0hcY

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Iran: Kinder iranischer Frauen benachteiligt

Das iranische Zivilrecht benachteiligt bei Ehen mit einem ausländischen Partner die Kinder, wenn die Mutter Iranerin ist und nicht der Vater. Ist der Vater Iraner und die Frau nicht, ist alles Paletti, die Kinder bekommen dann sogar die iranische Staatsbürgerschaft, wenn der Vater im Ausland lebt. Ist die Mutter Iranerin und der Vater Ausländer, sieht es anders aus. Diese Kinder bekommen nicht einmal die iranische Staatsbürgerschaft, wenn sie im Iran geboren sind und leben.
Gegen diese Ungerechtigkeit protestieren jetzt 180 Professoren und Forscher aus dem Gebiet der Sozialwissenschaften, die sich in der Sache mit einem Brief an das iranische Parlament gewandt haben. Sie fordern eine Änderung des Zivilrechts, so dass auch die Kinder iranischer Frauen, die einen ausländischen Ehepartner haben, die iranische Staatsbürgerschaft bekommen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/79526/
vom 11.05.2019, 14:45
darxaste e°taye tabe°iyat be farzandane madare irani

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Sasy Mankan und lustige Schülertänze im Iran

Anlässlich des 2. Mai 2019, dem Tag des Lehreres und der Lehrerin im Iran, gab es nicht nur Demonstrationen (wir haben berichtet), sondern auch unkonventionelle, ausgelassene Tänze zu Popmusik von Sasy Mankan, an verschiedenen iranischen Grundschulen. Einige Szenen davon wurden per Handy gefilmt und verbreiteten sich anschließend massenhaft im Internet.


Schülertänze zu Popmusik von Sasy Mankan im Iran

Video

Das blieb natürlich nicht lange unbemerkt von Mullahs und anderen Tugendwächtern im Iran, wie dem sonst eigentlich als kritisch geltenden Parlamentarier Ali Motahari. Mit dem nötigen Ernst machten sie auf den „Missstand“ aufmerksam, dass einen Tag lang Schüler, Schülerinnen und junge LehrerInnen unkonventionellen Unterricht und dabei sehr viel Spaß hatten. Das darf natürlich nicht sein.

Darum wurde von den Spaßbremsen gefordert, dass die Verantwortlichen Schuldirektoren unverzüglich entlassen werden. Des weiteren wurde vom Bildungsminitser Mohammad Bahtahi eine Kommission aus drei Fachleuten gebildet, deren Pflicht darin besteht, die Vorkommnisse zu untersuchen und der Wurzel des Übels auf den Grund zu gehen.

„Sasy Mankan“ (Künstlername von Sasan Yafte) ist ein iranischer Popmusiker mit Kontakten zu einem bekannten Politiker der Grünen Bewegung, Mehdi Karrubi, der noch immer unter Hausarrest steht.

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