Archiv der Kategorie 'Islamismus'

Iran: Die Basis der Macht – Erpressung


Hodschatoleslam Dscha’far Dschawad Schodschuni: nicht islamisch verschleierte Frauen gehören ausgepeitscht

Am 16. Aban 1395, also am 6. November 2016, verstarb in Teheran im Alter von 84 Jahren der als islamischer Extremist bekannte Hodschatoleslam Dscha’far Dschawad Schodschuni. Zur Schahzeit soll er mit Seyyed Modschtaba Nawwab Safawi zusammengearbeitet haben, dem Begründer der islamischen Terrorgruppe Dscham’iyate Fedayane Eslam (Vereinigung derer, die sich für den Islam aufopfern). Er war Abgeordneter im ersten Parlament der Islamischen Republik Iran nach der Revolution von 1979 und nach eigenen Angaben Ermittler (also Folterer) im Ewin-Gefängnis in Teheran. Er gehörte stets zu den massivsten Angreifern der Reformisten und schreckte auch vor Vorwürfen unter der Gürtellinie nicht zurück. Sein Tod wurde von Ajatollah Chamene’i entsprechend gewürdigt. Er sei ein mustergültiger Soldat im Kampf für den Islam gewesen.


Hodschatoleslam Dscha’far Dschawad Schodschuni: in seiner Jugend

Bettgeschichten
So viel Moralismus wirkt als Herausforderung. Und die Historiker wurden fündig. So hat der SAVAK, der berüchtigte Geheimdienst des Schahs, eine Frau dazu benutzt, diverse Geistliche auf ihre Standfestigkeit zu testen. Hodschatoleslam Dscha’far Dschawad Schodschuni gehörte zu denen, die sich einwickeln ließen. So wurden von ihm Aufnahmen gemacht, wie er mit einer Frau im Bett beschäftigt war, die nach eigenen Angaben verheiratet war. Nach der Auslegung der Scharia, die eben jener Hodschatoleslam Schodschuni verkündete, wäre das ein Grund für Steinigung, sowohl seiner selbst wie der Frau.

Versuch gescheitert
Als es darum ging, aus diesen Fotos politisches Kapital zu schlagen, geriet das Schahregime allerdings auf Glatteis. Der Geheimdienst wählte Hodschatoleslam Falsafi aus, der mit derselben Frau im Bett gewesen war, um Hodschatoleslam Schodschuni zu überzeugen, sich auf der Kanzel zu mäßigen, sonst würde man seine Fotos im ganzen Land verbreiten. Dazu merkte Hodschatoleslam Falsafi allerdings an, dass das Volk schon merken werde, dass die Fotos montiert seien und dass deren Veröffentlichungen den Zorn des Volks nur verdoppeln würde. Sprich: Der Schah scheiterte an der Redekunst der Geistlichen und an seiner eigenen Unglaubwürdigkeit. Wer glaubt schon Geheimdiensten?


Hodschatoleslam Dscha’far Dschawad Schodschuni: am Sternenhimmel der Macht

Sieg der Revolution
Nach der Revolution fanden viele Leute vom Schlage Hodschatoleslam Schodschunis den Weg nach oben. Nicht ohne Grund: Ob Ajatollah Chomeini, ob Ajatollah Chamene’i, sie umgaben sich gern mit Menschen, deren Schwächen sie kannten. So waren sie erpressbar und willige Werkzeuge. Geradlinige Menschen mit eigener Überzeugung wie Ajatollah Montaseri oder Ajatollah Taleqani waren ihnen suspekt und wurden früher oder später entmachtet oder umgebracht. So ist es kein Wunder, dass Leute wie Haddad Adel unter Ajatollah Chamene’i aufstiegen, der früher mit dem Schahregime zusammengearbeitet hatte. Auch Sadegh Laridschani, bis kurz vor seiner Ernennung zum Oberhaupt der Justiz noch kein Ajatollah, gehört in die Kategorie. Dass er Geld im Wert von 250 Millionen Euro auf seinen Kontos bei der Iranischen Nationalbank hat, dürfte auch Ajatollah Chamene’i nicht verborgen geworden sein.


Hodschatoleslam Dscha’far Dschawad Schodschuni: sein Begräbnis

Ahmadineschad – ein gelehriger Schüler
Die Methode, kompromittierende Fakten über die Machthaber zu sammeln, übernahm auch Ahmadineschad in seiner Amtszeit als Präsident. Mit seinen Leuten im Geheimdienst ließ er auch den Apparat des Religiösen Führers bespitzeln und hat genügend belastendes Material über Modschtaba Chamene’i, den Sohn des Ajatollahs, über Haddad Adel, dessen Tochter mit Modschtaba Chamene’i verheiratet ist und der selbst ein enger Berater von Ajatollah Chamene’i ist, usw. Aus diesem Grund traut sich auch heute noch keiner an Ahmadineschad ran.

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%AC%D8%B9%D9%81%D8%B1_%D8%B4%D8%AC%D9%88%D9%86%DB%8C
(abgerufen am 14.11.2016)

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/11/220033.php
vom 22.11.2016
didani-ha: fesade axlaqiye hojaje eslam-ra behtar beshenasim

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Türkei: Meine Leichen, deine Leichen

Wir hatten berichtet: Am 4. November war in Diyarbakir ein Bombenanschlag auf das Gebäude der Staatssicherheit verrichtet worden, bei dem elf Menschen ums Leben kamen, etwa Hundert verletzt wurden und zahlreiche Wohnungen zerstört wurden. Reuters berichtete dann, dass der Islamische Staat die Verantwortung für den Anschlag übernommen habe, das Amt des Gouverneurs von Diyarbakir beschuldigte die PKK, später erschien dann auf der Webseite der TAK (Freiheitsfalken Kurdistans, einer PKK-Abspaltung) eine Erklärung, dass sie das Attentat verübt habe, und jetzt erscheint eine Zeitschrift, in der der Islamische Staat die Verantwortung erneut übernimmt, wie die türkische Nachrichtenseite diken.com.tr am 11 November 2016 unter Berufung auf sputnik-news berichtete. Sputnik-News erscheint in verschiedenen Sprachen, unter anderem auf Türkisch, und ist ein Nachfolger der Agentur RIA-Novosti. Sie dient der russischen Regierung dazu, ihre Versionen der Geschehnisse im Ausland unters Volk zu bringen.


auf sputnik veröffentlichtes Bild der Titelseite von Rumiyah, türkische Ausgabe 3

Rumiyah (Rom, Ost-Rom = Byzanz = Konstantinopel = Istanbul)
Über die erste Ausgabe der IS-Zeitschrift Rumiyah auf Türkisch hatten wir schon berichtet, hier handelt es sich um Nummer 3. Die deutsche Version hat offensichtlich andere Inhalte, wie eine Internetsuche ergab. Der Zugang zur türkischen Version der Zeitschrift Rumiyah erschien bei einer entsprechenden Suche im Internet, beim Versuch, die pdf-Datei herunterzuladen,verschwand jedoch das hier abgebildete Bild und der Computer blieb hängen. Beim zweiten Anlauf klappte es. Dort finden sich u.a. folgende Äußerungen:
„Greift die Mitglieder von Erdoğans Partei, ihre Unterstützer, ihre Helfer und die Mitglieder der anderen Parteien, die mit dieser Partei befreundet sind, an! Und während ihr diese Abtrünnigen angreift, vergesst nicht, zugleich auch wo immer ihr seid die Staatsangehörigen der Kreuzritter-Staaten umzubringen. Tötet sie so, dass es ihren Hinterbliebenen eine Lehre sein wird. Auf diese Weise werdet ihr eure Brüder rächen.“
(Erdoğan’ın parti üyelerine, destekçilerine, yardımcılarına ve onunla dostluk kuran diğer partilerin üyelerine saldırın! Bu mürtedlere saldırırken de aynı zamanda haçlı ülkelerinin vatandaşlarını bulduğunuz yerde öldürmeyi de ihmal etmeyin. Onları öyle öldürün ki; arkalarında kalanlara ibret olsunlar ve böylece sizler kardeşlerinizin intikamını almış olursunuz.)
Unklar bleibt, wer diese Zeitschrift betreibt. Geld dafür hat der IS, Fachleute auch, aber wer eine Webseite wirklich betreibt, ist bestenfalls für Institutionen mit besonderen Zugriffsrechten feststellbar.


der Zugang zur IS-Zeitschrift Rumiyah – beim 1. Download blieb der Computer hängen, beim 2. klappte es

Den Meldungen zufolge soll der Islamische Staat jedenfalls dazu aufgerufen haben, Mitglieder der türkischen Regierungspartei AKP, türkische Richter und Polizisten zu ermorden und hart gegen die „abtrünnigen“ türkischen Soldaten vorzugehen. Die Bewegung von Fethullah Gülen bezeichnet der IS als tağut und kafir.

taghut – Erklärung im persischen online-Wörterbuch parsi.wiki (von Dehkhoda)

tağut
Dieses Wort klingt in iranischen Ohren.
Als taghuti bezeichneten die iranischen Islamisten die Regierung des Schahs. Es bezeichnet jemanden, der Götzen anbetet und andere vom rechten Weg des Glaubens abbringt. Das Wort spielte in der Verfolgung von Gegnern nach der Machtergreifung durch Ajatollah Chomeini (Februar 1979) eine wichtige Rolle.
Jetzt taucht es also in der türkischen Form beim Islamischen Staat auf. Wenn man auf Türkisch im Internet nach der Bedeutung des Worts sucht, findet man an vorderster Stelle folgende Erklärungen:
tağut: Jemand, der geil, verdorben, führend in Schlechtigkeit und Verdorbenheit ist, Despot, Schaitan, Götze, Götzentempel, Wahrsager, Zaubrer. Alle Institutionen und Personen, die den Geboten GOTTES den Rücken kehren. Sein Infinitiv Tuğyan, der von der arabischen Wurzel Teğa gebildet wurde, bedeutet so viel wie Aufstand gegen GOTT den Erhabenen.
(TAĞUT: Azgın, sapık, kötülük ve sapıklık önderi, zorba, şeytan, put, puthane, kâhin, sihirbaz. ALLAH‘ın hükümlerine sırt çeviren kişi ve kuruluşların tümü. Arapça „Teğa“ kökünden türetilmiş olup kelimenin masdarı olan „Tuğyan“ ALLAH Teâlâ‘ya isyan etmek anlamına gelmektedir. (…))
Und wenig später kommt der Verfasser auch auf die politische Auslegung dieses Begriffs zu sprechen:
Die heute auf Erden Macht ausübenden Regime (POLITIK) sind alles Menschen-Regime und beschließen ihre Gebote selbst. Indirekt stehen sie damit in Opposition zu den Geboten GOTTES. In diesem Fall werden alle diese Regime als tağut bezeichnet. Selbst die demokratischen und laizistischen Regime, die den Massen als „attraktivste und am meisten akzeptable Regime“ vorgestellt werden, gehören zur Sorte der tağut.
(Bugün yeryüzünde yürürlükte olan rejimlerin(SİYASET) hepsi, beşerî rejimlerdir ve hükümlerini kendileri koymaktadırlar. Dolayısıyla da ALLAH (c.c)‘ın hükümlerine muhalefet etmektedirler. O halde bu rejimlerin hepsi „tağut“ olarak isimlenir. Hatta kitlelere „en cazip ve hüsn-ü kabul gören bir rejim“ olarak tanıtılan demokratik ve lâik rejimler de tağut hükmündedir.)

Sunnit – Schiit – die islamistische Auslegung deckt sich
Wer in Deutschland mit Menschen diskutiert, die bemüht sind, die gewalttätigen und intoleranten Auslegungsversionen des Islams unter den Tisch zu kehren, macht namentlich als Iraner immer wieder die Erfahrung, dass bei konkreten Beispielen mit Erfahrungen aus dem Iran die Antwort kommt: Ja, das ist bei den Schiiten so, aber nicht bei den Sunniten. So, als hätten die Schiiten einen anderen Koran und andere Hadise. Am Beispiel des Propagandabegriffs tağut kann man dagegen deutlich erkennen, dass die Denk- und Argumentationsweise sich deckt. Wer auf diesen Gleisen weiterfährt, endet in einem Regime, wie es seit 1979 im Iran herrscht. Dieser Zug endet in einer blutigen Sackgasse, egal ob mit sunnitischer Rhetorik wie beim IS oder schiitischer wie bei den Ajatollahs.

Quellen:
http://www.diken.com.tr/isid-diyarbakirdaki-saldiriyi-bir-kez-daha-ustlendi-ve-emir-verdi-akp-uyelerini-oldurun/
IŞİD, Diyarbakır’daki saldırıyı yine üstlendi ve emir verdi: AKP üyelerini öldürün
11/11/2016 19:43

https://tr.sputniknews.com/ortadogu/201611111025767009-isid-turkiyedeki-militanlarina-ak-partilileri-oldurma-cagrisi-yapti/
IŞİD, Türkiye‘deki militanlarına AK Parti‘lileri öldürme çağrısı yaptı
Ortadoğu 18:38 11.11.2016(Güncellendi 18:40 11.11.2016) URL‘yi kısaltın Hikmet Durgun

Erklärung der Bedeutung von ta:ghut. auf Persisch (online-Wörterbuch von Dehkhoda)
http://www.parsi.wiki/fa/wiki/topicdetail/3ba6fcb15fa3434f958b4b9010dc6279

Erklärung der Bedeutung von tağut auf einer türkischen Webseite
https://www.frmtr.com/islam-ve-insan/2988450-tagut-nedir-mutlaka-okuyun-cok-onemli.html
Eski 24-08-09, 12:49 #1
ankara_bjk ankara_bjk çevrimdışı
Varsayılan TAĞUT Nedir?(MUTLAKA OKUYUN ÇOK ÖNEMLİ)

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Iran: Hassmord an Baha’i


Farhang Amiri, wegen seines Glaubens in Jasd ermordet

Farhang Amiri, ein Angehöriger der Glaubensgemeinschaft der Baha’i, wurde vor etwa einem Monat in Jasd (Zentraliran) von zwei Männern vor seinem Haus ermordet. Die Männer, zwei Brüder, hatten unter einem Vorwand das Gespräch gesucht, der eine hielt ihm dann den Mund zu, während der andere ihn mit dem Messer tödlich verwundete. Farhang Amiri erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Die Mörder, die verhaftet wurden, beriefen sich für ihr Tun auf den Koran, ohne auch nur sagen zu können, auf welchen Koranvers sie sich dabei beziehen. Wie die Eltern der Mörder berichteten, hatten sie bemerkt, dass die Söhne in fundamentalistisches Fahrwasser gerieten und auch den Geheimdienst informiert, er solle ein Auge auf sie haben.
Das einzige, was der iranische Staat im Vorfeld geleistet hat, waren Hausdurchsuchungen beim Opfer. Nach der Ideologie der iranischen Mollas sind Baha’is unrein und rechtlos, seit dem Sieg der iranischen Revolution sind schon eine ganze Reihe Baha’is umgebracht worden.
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/65526/
vom 26.10.2016, 23:19
joz’iyati az qatle farhange amiri, shahrwande baha’i dar yazd

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Iran: Im Paradies für Männer

Für die Männer gibt es im Paradies laut dem Koran Sure 52 (at-Tus – der Berg) nicht nur großäugige Jungfrauen (Huri genannt) (in Vers 20 der Sure 52), sondern sie werden von Jünglingen mit Früchten, Fleisch und Getränken versorgt.

Sure 52, Vers 24 – deutsch

Zu diesen Jünglingen lautet eine deutsche Internet-Übersetzung:
Sure 52, Vers 24: Und unter ihnen gehen Jünglinge umher, die zu ihnen gehören, als wären sie wohlverwahrte Perlen.
Quelle: http://islam.de/13827.php?sura=52
(Von den Frauen im Paradies ist hier nicht die Rede…)


Das arabische Original, mit Lautzeichen und Punkten, die in frühen Fassungen des Korans noch nicht existierten

Sure 52, Vers 24 – englisch

Englische Übersetzungen dieser Stelle sind online zahlreich verfügbar, hier sieben Versionen auf dem Quranic Arabic Corpus
Verse 52:24

Sahih International: There will circulate among them [servant] boys [especially] for them, as if they were pearls well-protected.
Pickthall: And there go round, waiting on them menservants of their own, as they were hidden pearls.
Yusuf Ali: Round about them will serve, (devoted) to them, young male servants (handsome) as Pearls well-guarded.
Shakir: And round them shall go boys of theirs as if they were hidden pearls.
Muhammad Sarwar: They will be served by youths who will be as beautiful as pearls.
Mohsin Khan: And there will go round boy-servants of theirs, to serve them as if they were preserved pearls.
Arberry: and there go round them youths, their own, as if they were hidden pearls.

http://corpus.quran.com/translation.jsp?chapter=52&verse=24

Sure 52, Vers 24 – türkisch
Eine türkische Übersetzung lautet:

24- Kendileri için (hizmet eden) civanlar, etrafında dönüp dolaşırlar; sanki (her biri) ‘sedefte saklı inci gibi tertemiz, pırıl pırıl.’
Für sie (dienende) Jünglinge, die um sie herum hin- und her gehen; als wäre (jeder einzelne) wie eine in der Muschel verborgene Perle rein und glänzend.
http://www.turkcekuran.net/52-tur-suresi/

Sure 52, Vers 24 – persisch

Und hier der oben abgebildete persische Koranlehrer Gharaati aus dem Iran:
Er berichtet den Zuhörern mit Verweis auf diese Koranstelle, dass die Männer im Paradies von hübsch aussehenden Jungen bedient werden, die nur ihnen zur Verfügung stehen, da werde einem das Essen noch mehr schmecken.
Der Herr ist nicht irgendwer: Zur Schahzeit war er Religionslehrer (Islamische Lehre) an einer Oberschule, ein beliebter Kollege, auch wenn keiner genau wusste, wie es um seine Beziehungen zum Geheimdienst SAVAK stand. Später gründete er in der Moschee einen „Islamischen Verein“, das sind Gremien, die unislamisches Verhalten ausforschen, was für die Betroffenen schwere Folgen haben kann, bis hin zum Arbeitsplatzverlust und Haft.
Nach der Revolution von 1979 stieg er zum Koranlehrer der Nation auf, indem er im staatlichen Rundfunk und Fernsehen (Seda wa Sima) den Koran unterrichtete.
Inzwischen ist er ein betagter, angesehener Lehrer, der mehrmals wöchentlich im staatlichen Fernsehen den Koran auslegt…

Quelle für den Film:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118771

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Iran – Kurdistan: Männer dürfen keine Frauenkleider nähen

Was die Schaffung von Arbeitsplätzen für die jährlich über 1 Million junger Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, angeht, ist der Iran gewiss kein Spitzenreiter. Das Land – genauer gesagt, die herrschende Elite – hat ganz andere Probleme. So verkündete jetzt der für Kurdistan zuständige Sekretär des Stabs zur Umsetzung der Einhaltung des (islamisch) Gebotenen und zur Unterbindung des (islamisch) Verbotenen (Setade Ahyaye Amr be Ma°ruf wa Nahy az Monker), Herr Mahmud Allahmoradi: „Im Schneidergewerbe haben wir Probleme. Denn manchmal nehmen Herren das Maß für Frauenkleider und nähen diese. In diesem Monat fand deshalb eine Sitzung mit den Berufsverbänden der Provinz Kurdistan unter Anwesenheit der Sicherheitskräfte der Provinz statt.“ Das Ergebnis ist das, was wir in der Überschrift lesen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117956
mamnu°iyate duxte lebase zanane tawassote xayyatane mard dar kordestan
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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Iran: 6 Jahre Gefängnis für unveröffentlichte Erzählung


Golroch Ebrahimi

Am Donnerstag, den 6. Oktober 2016, machte Amnesty International in einer Erklärung darauf aufmerksam, dass die iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Golroch Ebrahimi demnächst für eine Erzählung ins Gefängnis kommt, die noch nicht einmal gedruckt wurde. Die Erzählung behandelt das Thema Steinigung. Golroch Ebrahimi wurde deshalb u.a. wegen der „Beleidigung von Dingen, die dem Islam heilig sind“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und soll demnächst ihre Gefängnisstrafe antreten.

http://www.radiofarda.com/a/o2-rb-amnesty-international/28036360.html
°afw beyn ol-melal: golrox ebrahimi baraye dastani cap nashode be zudi rawaneye zendan mi shawad
vom 15. Mehr 1395 (6. Oktober 2016)

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-174-2013-2/ehepaar-haft
Iran
UA-174/2013-2 Index: MDE 13/2520/2015 28. September 2015
Herr ARASH SADEGHI
Frau GOLROKH EBRAHIMI IRAEE

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/10/iran-writer-facing-imminent-imprisonment-for-story-about-stoning/
Iran: Writer facing imminent imprisonment for story about stoning
6 October 2016, 11:36 UTC

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Iran: Von der Party in den Knast


In den beiden Städten Nejschabur und Maschhad in der Region Chorasan wurden von den Bassidschi-Milizen laut iranischen Pressemeldungen 46 Menschen in Haft genommen, die an zwei „illegalen nächtlichen Partys“ teilgenommen hatten. Sie hätten Alkohol konsumiert und illegale Beziehungen untereinander gehabt.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/10/218306.php
vom 12. Mehr 1395 (3. Oktober 2016)
46 nafar dar xorasan-e razavi bazdasht shodand

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Türkei: Erst war das Kopftuch verboten, jetzt der Short


Protest in Istanbul

Die Krankenschwester Ayşegül Terzi war in Istanbul verprügelt worden, weil sie im städtischen Bus eine kurze Hose (Short) trug. Das führte an vielen Orten zu Protesten, so wie hier vor dem Beşiktaş Kartal-Denkmal in Istanbul, wo auch die Väter aus Protest Shorts anzogen.
Die Zeitung Birgün hat einige der teilnehmenden Frauen befragt. Mucize Ayrık erklärte: „Es hieß doch immer, dass der Islam eine tolerante Religion sei. Tatsächlich wird die Religion aber missbraucht und das lässt meine Begeisterung abkühlen. Der Islam ist schließlich keine Religion, anderen etwas mit Gewalt aufzuzwingen und ihnen den Kopf abzuschneiden“, sagte sie. Sie fuhr fort: „In den heiligen Büchern sind immer die Männer an erster Stelle. Heißt das, dass die Bücher nach den Interessen der Männer geschrieben wurden? Warum soll ich mich verhüllen? Damit die Männer nicht von den Reizen verführt werden? Dann könnte ich doch als Frau auch von den Reizen eines Manns verführt werden, dann sollen sich auch die Männer verhüllen. Bin ich dann gezwungen, mich zu verhüllen, bloß weil die Männer es wollen?“

http://www.birgun.net/haber-detay/carsi-da-kadinlardan-sortlu-protesto-129332.html
Çarşı’da kadınlardan şortlu protesto
26.09.2016 08:27

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Iran: Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab kritisiert Ajatollah Dschannati


links im Bild Ajatollah Dschannati, Vorsitzender des Wächterrats und zugleich des Expertenrats, rechts Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab

Ajatollah Dschannati gehört zu den sogenannten Fundementalisten innerhalb der iranischen Geistlichkeit. Er hatte am 10. September in seiner Freitagspredigt den verstorbenen Ajatollah Montaseri als naiv bezeichnet, ein beliebtes Vorgehen der islamistischen Machthaber, die es nicht ertragen konnten, dass Ajatollah Montaseri ihr brutales Vorgehen gegenüber den Gefangenen kritisierte.
Jetzt hat einer von Montaseris Schüler, Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab, der in Kaschan Theologie-Unterricht der obersten Stufe erteilt, in einem Brief an Ajatollah Dschannati gegen diese Schmähung des Verstorbenen protestiert. Er fordert Ajatollah Dschannati deshalb erneut zu einem theologischen Streitgespräch auf, worauf der Angesprochene aber schon früher nicht einging. Er fragt auch, wie es kommt, dass Ajatollah Dschannati einen so vulgären und plumpen Mann wie Ahmadineschad bis zur letzten Minute unterstützte.
Auch macht er Ajatollah Dschannati zum Vorwurf, dass dieser zum Anlass des Todes des Königs von Saudi-Arabien nicht etwa sein Beileid geäußert hat, wie dies den islamischen Sitten entspricht, sondern seine Glückwünsche geäußert hat!
Der Schreiber kritisiert auch das unfaire Vorgehen von Ajatollah Dschannati in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wächterrats, Kandidaten vor den Wahlen aufgrund von Verleumdungen und unbelegter Vorwürfe ohne Anhörung der Beschuldigten von der Wahl auszuschließen.
Als besonders ungerecht empfindet es Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab, dass Ajatollah Dschannati in seiner Freitagspredigt den verstorbenen Ajatollah Montaseri wegen seiner Kritik am Gefängnismassaker von 1988 angegriffen hat. Der Rechtsgelehrte schreibt Ajatollah Dschannati ins Stammbuch: „Sie sind es, die sich am Tage des Jüngsten Gerichts für dieses ungerechte und unfaire Urteil (gegen die Gefangenen) verantworten müssen, nicht Ajatollah Montaseri.“
Klare Worte an die Adresse eines Mörders.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217306.php
vom 20. Schahriwar 1395 (10. September 2016)
name-ye shagerde ayatollah montazeri be ayatollah jannati

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Iran: Modeschau in Qom


Qom ist das iranische Zentrum der Rechtsgelehrten mit wichtigen religiösen Schulen. Hier fand laut einem Bericht von Peykeiran vom 10. September 2016 eine Modeschau statt.
Es folgen einige Bilder:


Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116154

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Usbekistan: Abschied von einem Diktator


Islam Karimow (Islom Karim)

Vor einer Woche, am 2. September 2016, ist der usbekische Präsident Islam Karimow gestorben. Vorausgegangen waren eine Todesmeldung und ihr umgehendes Dementi, und wenn der finnische Neurochirurg, Juha Hernesniemi, der ihn untersucht hat, die Wahrheit sagt, war er sogar schon ein paar Tage früher tot.

Obwohl die Ärzte seinen Gehirntod festgestellt hatten, hielten sie ihn weiter mit Maschinen am „Leben“, bis auch das Herz durch einen Infarkt seinen Dienst versagte.

Eine Reanimation half auch nicht mehr. Islam Karimows Angehörigen blieb somit ein wochen- oder monatelanges Warten erspart.

Eine Diskussion über würdevolles Sterben findet in Usbekistan natürlich nicht statt, wer sollte nach einer jahrzehntelangen Diktatur auch noch diskutieren wollen.

Islamisches Begräbnis für einen Atheisten
Die Webseite fergananews veröffentlichte schon am 1. September Fotos von den Arbeiten auf dem Hasrati-Hisr-Friedhof in Samarkand.

Hier wird das Grab für Islam Karimow gebaut.

Da ist es mit ein paar Schaufeln Erde nicht abgetan.

Im Gegensatz zur muslimischen Geistlichkeit in der Türkei, die den gestorbenen Putschisten die letzten Dienste offiziell verweigert, muss Islam Karimow in Usbekistan nicht mit so einer Reaktion rechnen. So hat er die offiziellen Vertreter des Islams entsprechend ausgesiebt. Die Tatsache, dass er Tausende von gläubigen Muslimen inhaftieren und viele von ihnen foltern ließ und selbst den Zugang zum Koran im Gefängnis verwehrte, spielt keine Rolle. Die Tatsache, dass er früher der Erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Sozialistischen Sowjetrepublik Usbekistans war, spielt auch keine Rolle. Ob und was er geglaubt hat, spielt keine Rolle, Hauptsache, der Schein bleibt gewahrt.


Das Volk nimmt Abschied

Am frühen Morgen des 3. Septembers sammelten sich Hunderttausende Taschkenter,

Männer und Frauen, an den Straßenrändern der Hauptstadt,

entlang der Strecke, auf der die Leiche des Präsidenten zum Flughafen gebracht werden sollte, um nach Samarkand zu gelangen.

Sie kamen schon vor fünf Uhr, in der Befürchtung, dass die Zugänge zu den Straßen später gesperrt würden.



Die Bevölkerung der Hauptstadt hat schließlich ihre Erfahrung mit Fahrzeugkonvois des Präsidenten…

Wer darf den Sarg zuerst tragen

Symbolisch wichtig ist die Frage, wer als erster den Sarg tragen darf. Nur, wer sich in der Frage der Nachfolge gut positioniert hat, kommt dafür in Frage. Einer von ihnen ist Schawkat Mirsijajew. Er ist der Träger im Vordergrund. Egal, wer das Rennen macht, es wird kaum mehr Veränderung geben als im benachbarten Turkmenistan, als Präsisdent Saparmurad Nijasow starb.

Das Schlusslicht der Sargträger bilden die Militärs. Die hatte der Diktator stets fest im Griff, Putsche wie in der Türkei waren hier nie das Thema.

Still wie ein Stein
Ein demokratisches Erwachen ist nicht zu erwarten. Zu Beginn der 1990-er waren noch die Bewegungen Erk und Birlik aktiv. Ihre Anhänger wurden verhaftet, ermordet oder gingen ins Exil, wie die Parteiführer. Muhammad Salih, der Parteiführer von Erk (Freiheit), war bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der Unabhängigkeit von 1991 gegen Islam Karimow angetreten, später ließ ihn das Regime weltweit per Interpol suchen. Sowohl die Regierungsmedien wie die Oppositionspartei Birlik betrieben eine Schmierkampagne. Birlik (Einheit), deren Führer Abdurahim Pulat, ebenfalls im Exil lebt, ist schon längst zerfallen. Sie hatte ursprünglich eine beachtliche Anhängerzahl. Aber hier schlug nicht nur die Repression zu, sondern auch die Rechthaberei des Führers, der alle anderen Konkurrenten im demokratischen Lager als Verräter beschimpft und im übrigen immer schon alles vorhergesagt haben will, wenn ein Ereignis eingetreten ist.

Was sagt Abdurahim Pulat?
Die usbekische Webseite harakat.net, das Sprachrohr von Abdurahim Pulat, schreibt zu Karimows Tod:
„Die Gefährten von Islom Karim haben ihm einen Tritt gegeben und ins Grab geworfen, was kommt nun? Was soll schon kommen? Es kommt so, wie Birlik und Harakat schon gesagt haben!
Bevor Islom Karim, der in Usbekistan in den letzten Jahren schon fast zum zweiten Gott gemacht wurde, auch nur gestorben war, bekam er einen Tritt von seinen Gefährten und wurde weggeworfen. Kaum hatte der Ministerrat die erste Meldung über seine Erkrankung veröffentlicht, wurde bekannt, dass die Amtsgeschäfte entgegen der herrschenden Gesetze an den Vorsitzenden eben dieses Ministerrats übergegangen sind. (…)“

Nationalistisches Geschmäckle
Die Webseite fährt fort:
„Die Usbeken sind jetzt Islom Karim los, der ihnen von der Lubjanka (gemeint: dem russischen Geheimdienst sprich Putin) aufgebürdet wurde, der zwar ein mongoloides Äußeres (positiv gemeint!) hat, aber eine tadschikische Mentalität besaß, der Usbekistan als Staat vernichtet hat, praktisch nichts getan hat als Hunderte von Usbeken von kirgisischen Faschisten umgebracht wurden (Abdurahim Pulat hatte damals einen militärischen Einmarsch gefordert), und der die Usbeken zu Millionen in eine Lage gebracht hat, dass sie im Ausland wie Sklaven arbeiten müssen, um für ihre Familien zu sorgen. Nun, was folgt jetzt?
Erstens muss man Usbekistan als Staat wiederherstellen und die Usbeken wieder zu einer Nation machen. Aber das ist nicht leicht. Selbst wenn Islom Karims Gefährten dies tun wollten, brächten sie das nicht zustande. Denn unter ihnen gibt es keinen, der etwas von globalen Angelegenheiten versteht (übrigens ganz im Gegensatz zu Abdurahim Pulat).“

Putin besucht das Grab seines Sowjetkollegen Karimow in Samarkand

„Usbekistan benötigt grundlegende Veränderung. Wie der Birlik-Führer Abdurahim Pulat schon oft gesagt hat, kann man die Zweige und Äste eines Baums nicht durch Pfropfen ändern und so in einen anderen Baum verwandeln, vielmehr muss man seine Wurzeln ändern.“
Die Kostprobe mag genügen.

Und die Islamisten?
2005 hatte Islam Karimow noch einen angeblichen islamischen Aufstand in Andischan gewaltsam niedergeschlagen, bei dem auch viele Zivilisten umgebracht wurden oder danach in den Gefängnissen verschwanden. Eine Aufklärung dieser Ereignisse steht noch in der Zukunft, das Regime hatte damals alles getan, um Zeugen seines Vorgehens zu beseitigen. Damals herrschte in Deutschland eine Koalition aus Rot-Grün, die Bundeswehr benutzte Termes nahe der afghanischen Grenze für die Einsätze in Afghanistan, entsprechend lau verlief die amtliche Reaktion der deutschen Institutionen. Die Islamische Bewegung Usbekistans, die in Usbekistan und Tadschikistan von sich reden machte, dürfte inzwischen irgendwo im Sumpf der Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan feststecken. Die nach eigener Darstellung vor allem durch Propaganda und Missionierung aktive Hisb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) fristet ihr Dasein im Gefängnis, und um die Nachfolge des Präsidenten über die veröffentlichte Meinung in Russland zu steuern, wird jetzt in der russischen Presse auch der „Islamische Staat“ (IS, russisches Kürzel IGIL) ins Spiel gebracht, so in der Komsomolskaya Pravda vom 09.09.2016, die einen Artikel mit dem Titel: „Wohin steuert Usbekistan: Nach Russland, China oder zum Islamischen Staat?“ veröffentlicht hat.

Quellen:
http://www.kp.ru/daily/26580.7/3594977/
Галина САПОЖНИКОВА
Куда пойдет Узбекистан: в Россию, Китай или ИГИЛ*?
09.09.2016 11:00

http://www.topnews.ru/news_id_93393.html
Финский хирург рассказал, как умер президент Узбекистана Ислам Каримов
Опубликовано 06.09.16 08:46

http://www.harakat.net/news/?id=19605
03 September 2016 19:27

http://www.centrasia.ru/newsA.php?st=1472807820
Выходец из таджикского кишлака Яхтан? На малой родине узб-премьера Шавката Мирзиеева
12:17 02.09.2016

http://www.fergananews.com/articles/9078
Узбекистан: Похороны Ислама Каримова пройдут в Самарканде третьего сентября (фото)
01.09.2016 22:15 msk, Фергана

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Irans Musikszene begehrt auf


Am 24. August wurde bekannt, dass sich iranische Musiker und Musikerinnen in einem offenen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani gewandt hatten. Diesen Brief unterschrieben innerhalb 24 Stunden über 3000 Iranerinnen und Iraner aus dem Musikbereich. Die Unterschreibenden bedankten sich dafür, dass Hassan Rouhani sich zwar spät, aber immerhin zum illegalen Verbot eines Konzerts in Maschhad geäußert hatte. Sie zeigten sich besorgt, dass der Minister für Kultur und Religiöse Aufklärung dieses Verbot unterstützt hatte, obwohl er eigentlich dem Gesetz zur Geltung verhelfen sollte. Es sei Aufgabe der Regierung dafür zu sorgen, dass das Gesetz überall im Land eingehalten werde und nicht von lokalen Strukturen ausgehebelt werde. Die Musikerinnen und Musiker forderten, dass sie endlich ihrem Beruf ungehindert nachgehen können wie andere Berufsgruppen auch.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64045/
iran-emrooz.net | Wed, 24.08.2016, 22:59

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Syrien – Türkei: Krieg und Propaganda

Der Sender CNN Türk berichtet aus Ankara (!), dass die türkischen Streitkräfte in Cerablus (Syrien, nahe der türkischen Grenze) 12-mal IS-Ziele bombardiert habe, und außerdem auch den Norden von Menbiç (Manbij) beschossen habe, aus dem kürzlich kurdische Kämpfer mit US-Unterstützung die IS vertrieben. Durch den Beschuss solle ein „Korridor“ eröffnet werden.
Özgür Gündem berichtete dagegen schon am 19. August, dass Cerablus seit zwei Tagen von der türkischen Armee beschossen werde, allerdings nicht IS-Ziele, sondern leere Flächen, während die IS-Kämpfer samt ihren Familien nach el-Bab abzögen. An ihrer Stelle werde aus der türkischen Nachbarstadt Karkamış eine von der Türkei unterstützte Gruppe namens Ceyş El-Fetih (Armee des Eroberers) nach Cerablus verlegt.
CNN nährt damit die Propaganda Präsident Erdogans, IS und PKK/YPG seien beides Terrorgruppen und der türkische Staat verfolge beide, während die Meldung von Özgür Gündem nahelegt, dass die IS noch immer geschützt wird.

http://www.diken.com.tr/turkiye-pyd-ve-isidi-vurdu/
22/08/2016 20:17

http://ozgurgundem1.com/haber/175853/dais-sehba-sinirini-turkiye-destekli-gruplara-birakiyor
DAİŞ Şehba sınırını Türkiye destekli gruplara bırakıyor
19 Ağustos 2016 13:42

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Iran: Ajatollah Montaseri – die Stimme des Gewissens

Der Sohn von Ajatollah Montaseri hat kürzlich die Tondatei einer brisanten Rede seines Vaters aus dem Jahr 1988 veröffentlicht und damit einen Skandal für das heutige Regime im Iran geschaffen. Damals hatte Montaseri versucht, der Todeskommission für die bevorstehenden Gefängnismassaker ins Gewissen zu reden und sie von ihrem Vorhaben abzubringen – vergeblich wie wir heute wissen. Die Täter von damals sitzen heute noch in den höchsten Ämtern.


Ajatollah Montaseri auf Soundcloud (Audio aus dem Jahr 1988)
hier der Link zu seiner Original-Rede: https://soundcloud.com/bbcpersian/1367a

1988 eine Massenhinrichtung an den politischen Gefangenen
Im Iran fand ab 29. Juli 1988 eine Massenhinrichtung an den politischen Gefangenen statt – die Zahl der Opfer schwankt je nach Quelle zwischen 5000 und 30000. Die Hinrichtungswelle fand aufgrund eines Erlasses von Ajatollah Chomeini statt, der die Bildung einer Hinrichtungskommission („Todeskommission“) anordnete.

Die 6 Mitglieder der Todes-Kommission
Hossein-Ali Nayeri: Er hatte den Vorsitz der Todeskommission inne. Heute ist er der stellvortretende Vorsitzende des Kassationsgerichts (Diwane Aliye Keschwar) und Vorsitzender der Disziplinarkammer für Richter (Dadgahe Entezamiye Qad.at).
Mortesa Eschraghi: Er war damals der Oberstaatsanwalt von Teheran. Er ist einer der Enkel von Ajatollah Chomeini. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt in Teheran.
Ebrahim Ra’isi: Er war damals stellvertretender Generalstaatsanwalt des Irans. Später Generalstaatsanwalt. Jetzt führt er die reichste religiöse Stiftung im Iran, die Astane Qodse Rasawi heißt (bezieht sich auf das Heiligtum von Imam Resa in Maschhad).
Mostafa Purmohammadi: Damals vertrat er das Geheimdienstministerium in der Todeskommission. Später war er stellvertretender Leiter der Auslandsabteilung des Geheimdienstministeriums unter Ali Fallahian und Innenminister zur ersten Amtszeit von Mahmud Ahmadineschad. Es sei daran erinnert, dass der Mord von kurdischen Politikern im Mykonos-Restaurant in Berlin 1991 vom Iran aus organisiert wurde und Ali Fallahian von dem zuständigen deutschen Gericht als einer der Täter bezeichnet wurde. Heute ist Mostafa Purmohammadi Justizminister unter Hassan Rouhani.
Ali Rasini: Damals war er Vorsitzender der Sondergerichte für Kriegsvergehen und hatte den Rang eines Hodschatoleslam, inzwischen ist er zum Ajatollah aufgestiegen.
Esma’il Schuschtari: Damals Chef sämtlicher Gefängnisse. Nach Abschluss der Hinrichtungswelle war er 16 Jahre lang Justizminister. Heute ist er Leiter der Sonderuntersuchungsbehörde des Präsidialamts (unter Präsident Hassan Rouhani).


sitzend Ajatollah Montaseri, stehen sein Sohn Ahmad Montaseri (ein altes Foto)

Ajatollah Montaseri
Ajatollah Hossein-Ali Montaseri war ein konservativer Geistlicher, der schon zur Schahzeit wegen seiner Überzeugung hinter Gittern saß. Er war ein gläubiger Mensch und überzeugter Anhänger der Herrschaft des Rechtsgelehrten. Bis Juli 1988 war er Stellvertreter des Rechtsgelehrten, das heißt, er war als Nachfolger von Ajatollah Chomeini vorgesehen, falls dieser sterben sollte. Zugleich war er ein Mensch, dem der Glaube wichtig war und nicht die Macht.
Als Ajatollah Montaseri von der anrollenden Hinrichtungswelle 1988 erfuhr, schrieb er zwei Briefe an Ajatollah Chomeini, um gegen die Massaker zu protestieren und sie zu stoppen. Ajatollah Chomeini antwortete ihm nicht, statt dessen schickte er die Todeskommission zu ihm, die ihn überzeugen sollte. Ajatollah Montaseri versuchte, den Mitgliedern der Kommission ins Gewissen zu reden. Er sagte wörtlich: „Das größte Verbrechen, das in der Islamischen Republik begangen wurde und wofür uns die Geschichte verurteilt, wurde von Ihnen begangen. Ihr Name wird in Zukunft als Name von Verbrechern in die Geschichte eingehen.“
Seine Rede dauerte nur 40 Minuten, aber mit dieser Rede war das Schicksal von Ajatollah Montaseri besiegelt. Vorbei war es mit der Rolle des Kronprinzen, stattdessen wurde sogenannter Hausarrest über ihn verhängt und erhielt ein Lehrverbot. Aber er ist seinem Gewissen treu geblieben, und so wurde sein Begräbnis im Jahr 2009, dem Jahr, in dem Chomeinis Nachfolger Chamene’i als Wahlfälscher in die iranische Geschichte einging, zu einer Demonstration von Milliionen Iranern gegen das Regime.

Die Stimme des Toten – ein Staatsgeheimnis?
Jetzt hat sein Sohn Ahmad Montaseri die Tondatei von dieser Rede im Iran veröffentlicht. Es war, wie wenn man Wasser in einen Ameisenhaufen gießt. Alle Mittäter und ihre Erben wurden aktiv. Die Pasdaran erklärten, entweder sei er ein naiver Mensch oder ein Spion. Er wurde auch schon vom Gericht vorgeladen. Ihm wird vorgeworfen, Staatsgeheimnisse veröffentlicht zu haben. Aber der Geist ist aus der Flasche gelassen, Dank Internet wird es nicht mehr möglich sein, diese Worte zu löschen.

Und die Reformer?
Mostafa Tadschsade, ein in Teheran lebender sogenannter Reformpolitiker, erklärte gegenüber Radio Farda, dass die Machthaber sich für das Massaker entschuldigen sollten – wobei er die hingerichteten Volksmudschahedin von dieser Entschuldigung ausnahm. Kein Wort davon, dass die Täter vor Gericht gestellt werden sollten. Aber wir wollen ihn nicht richten. Er lebt im Iran, und wie wir sehen, sind die Täter von damals auch Täter von heute.

Quellen:
https://soundcloud.com/bbcpersian/1367a
Ajatollah Montaseri auf Soundcloud (Audio aus dem Jahr 1988)

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/08/215994.php
vom Donnerstag, den 21. Mordad 1395 (11. August 2016)
wakoneshe ‚mojahedine xalq‘ be enteshare soxanane montazeri dar bareye e°damhaye sale 67
(enthält eine Übersicht über die Mitglieder der Todeskommission 1988)

http://www.radiofarda.com/a/f12-tajzadeh-on-1988-executions-in-iran/27920336.html
vom 24. Mordad 1395 (14. August 2016)
darxaste tajzade baraye °od_rxahiye hakemiyat az mellat be xatere e°damhaye 67
(Ansichten des in Teheran lebenden sogenannten Reformers Mostafa Tadschsade zu den Hinrichungen von 1988)

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/63752/
vom 25. Mordad 1395 (15. August 2016)
ahmade montazeri be dadgah ehd.ar shod
(Verfolgung von Montaseris Sohn wegen der Veröffentlichung der Tondatei von der Rede seines Vaters)

http://pezhvakeiran.com/maghaleh-29823.html
vom 15.08.2016
ba chehreye morted.a eshraghi °od.we heyate koshtare 67 ashna shawim
von Iraj Mesdaqi (Lebenslauf von Mortesa Eschraghi)

http://www.ayatollahrazini.com/%d8%b2%d9%86%d8%af%da%af%db%8c-%d9%86%d8%a7%d9%85%d9%87/
Lebenslauf von Ali Rasini

http://www.asriran.com/fa/news/318818/%D9%85%D8%AD%D9%85%D8%AF-%D8%A7%D8%B3%D9%85%D8%A7%D8%B9%DB%8C%D9%84-%D8%B4%D9%88%D8%B4%D8%AA%D8%B1%DB%8C-%D8%B1%DB%8C%DB%8C%D8%B3-%D8%AF%D9%81%D8%AA%D8%B1-%D8%A8%D8%A7%D8%B2%D8%B1%D8%B3%DB%8C-%D9%88%DB%8C%DA%98%D9%87-%D8%B1%DB%8C%DB%8C%D8%B3-%D8%AC%D9%85%D9%87%D9%88%D8%B1-%D8%B4%D8%AF
vom 04. Februar 2014, aktuelle Position von Esma’il Schuschtari

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Iran: Der Zorn der neuen Generation

Leserbrief zur Musik von Shahin Najafi, einem Rapper aus dem Iran, der in Deutschland im Exil lebt. Augrund seiner Texte muss er hier unter polizeilichen Personenschutz leben, weil gegen ihn ein Todesfatwa ausgesprochen wurde.


Youtube – Seite von Shahin Najafi

Ein Leserbrief
Die Webseite www.pyknet.net ist die Nachrichtenseite der iranischen Tudeh-Partei, zu Sowjetzeiten also der moskautreuen Kommunisten. Sie druckte am 10. August 2016 einen leicht überarbeiteten Leserbrief einer Iranerin namens Elham Motlaqi an ihren Chefredakteur ab. Der Chefredakteur hatte wohl in einer Antwort auf eine Leserfrage zu Shahin Najafi (Schahin Nadschafi) geschrieben, dass er diesen Mann nicht kenne und generell von der heutigen iranischen Musik und den heutigen Lieder nicht viel halte.

Die Generation zwischen 17 und etwas über 30
Die Leserin schrieb darauf an ihn, dass Sie zu der Generation gehöre, die jetzt zwischen 17 und etwas über 30 Jahre alt sei, die also weder die Zeit vor der Revolution noch die Revolution von 1979 miterlebt habe und einzig und allein in diesem Staat aufgewachsen sei. Auf Schahin Nadschafi, der unter anderem Rapp-Lieder schreibt und singt, sei sie per Zufall im Internet gestoßen. Seine Texte hätten sie sofort angesprochen, er spreche das an, was die junge Generation heute bewege. Seine Themen seien die sozialen Erscheinungen des iranischen Alltags: Drogensucht, Kinderarbeit, Wühlen im Müll, Prostitution…

Aufklärung mit Ohrfeigen
Sie berichtet auch von ihren eigenen Erfahrungen, als sie mit 24 eigene Gedichte ans Ministerium für religiöse Aufklärung geschickt hatte, um eine Erlaubnis zur Veröffentlichung zu erhalten. Sie sei dann zum Ministerium gerufen worden. Der Beamte habe zu ihr gesagt, sie solle die Tür zumachen, und ihr dann eine Ohrfeige geknallt und sie mit dem Wort Fahesche (Hure) beschimpft. Warum? Weil sie in ihren Gedichten das Wort zananegi (Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan) verwendet hatte und die Brüste mit einer Handgranate verglichen hatte.
Später sei sie ein zweites Mal von ihrem Mann geohrfeigt worden, weil sie vor seinen Augen die Schnapsflasche ins Klo ausgeleert hatte und ihn als Mensch mit zwei Gesichtern bezeichnet hatte, weil er am Arbeitsplatz so den Frommen rauskehrt.

Vulgär sind die Ajatollahs
Wenn dem Chefredakteur die Melodien und die Reimkunst der neuen Sänger und Sängerinnen auch nicht gefalle, so seien es doch gerade sie, die die Themen der jungen Generation anspreche, so Sängerinnen und Sänger wie Yaghma Golru‘i, Mahdi Mussawi, Fateme Extessari, die zum Teil fliehen mussten.
Ihre Lieder und Auftritt sprechen auch von der Gewalt und Vergewaltigung von Gefangenen im Gefängnis.
Wer die vulgäre Wortwahl der jungen Generation kritisiere, dürfe nicht vergessen, in was für einem Staat sie lebten: Ein Ajatollah in Qom bezeichnete Männer, die nicht auf die Verschleierung der Frauen achten, als dayuth, als Kuppler und Zuhälter, der die eigene Frau verkauft, und das kommt dann in den staatlichen Medien an vorderster Stelle. Geht es vulgärer?
Angehörige der Bassidschi-Milizen beleidigen die Tochter von Ajatollah Haschemi Rafsandschani als Hure (dschende laschi) und verbreiten dies sogar über einen youtube-Film. Das ist die „Höflichkeit“ der Machthaber.

Chawaran – der Islamische Staat der Ajatollahs
Die Leserin Elham Motlaqi schreibt auch von einem anderen Text von Schahin Nadschafi, der als Antwort auf die Worte eines angeblich fortschrittlichen Reformisten: „Was geschehen ist, ist geschehen, ihr braucht Chawaran nicht immer zu wiederholen“ sang: „Chawaran-ra faramusch nakonid“ – Vergesst Chawaran nicht. Chawaran ist ein Friedhof vor Teheran, auf dem das Regime die Toten des Gefängnismassakers, das auf Anordnung von Ajatollah Chomeini zum Ende des iranisch-irakischen Krieges in den iranischen Gefängnissen verübt wurde, mit Bulldozern beerdigt hatte.
Ein Kapitel, das das Regime gern verheimlicht, so dass gerade das Lied von Schahin Nadschafi die junge Generation darauf stößt.
Schahin Nadschafi lebt übrigens in Deutschland im Exil, sein Lied „Naghi“ hatte eine Mordfatwa im Iran zur Folge, so dass er ähnlich gefährdet ist wie Salman Rushdie (Autor der „Satanischen Verse“), nur dass er nicht berühmt ist.

http://www.pyknet.net/1395/08mordad/20/page/enghelab.php
vom 20. Mordad 1395 (10. August 2016)
anche dar jame°e mi god_arad enqelab-ra az cheshme mardom andaxte
elham motlaqi

https://de.wikipedia.org/wiki/Shahin_Najafi
vom 12.08.2016

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