Archiv der Kategorie 'Kultur'

Bilder von Garmeh bei Isfahan, Iran

Garmeh ist ein kleines Dorf am Rande der Wüste, nordöstlich von Isfahan gelegen. Die Menschen leben von der Landwirtschaft und ihrem Vieh, sie haben Palmen und flechten Körbe. Es gibt genug Wasser. Im Sommer kann es allerdings sehr heiß werden – bis zu 60° Celsius. Im Winter kann es -7° kalt werden.

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Iran: Der Westen als Krankheit

Gharbsadegi – Vom Westen befallen
Dies ist die Diagnose einer Krankheit, an der nach Auffassung der herrschenden iranischen Geistlichkeit alle leiden, die gegen die islamischen Sitten – nach ihrem Verständnis – verstoßen. Das tun sie, wenn Männer und Frauen gemeinsam unterwegs sind, ohne verheiratet zu sein, gar gemeinsam tanzen, das tun sie, wenn Männer und Frauen gemeinsam Musik spielen oder singen oder auch nur im Fußballstadion der iranischen Mannschaft zujubeln, und das tun vor allem die Frauen, wenn sie sich „unislamisch“ kleiden, also nicht als schwarzer Sack verhüllt durch die Gegend laufen wollen.
Die Behandlung dieser „Krankheit“ erfolgt mit Methoden, die wenig mit der Medizin von Avicenna (Ibn Sina) und sehr viel mit dem europäischen Mittelalter zu tun haben, also gerade jener Region, von der man sich doch distanzieren möchte. Sie besteht im schlagfertigen Einsatz von Polizeiknüppeln, im Übergießen mit Säure, im Einsperren und Foltern.

Die Westkrankheit – eine Antwort auf den Kolonialismus
Wenigen ist heute bewusst, dass der Vorwurf der Verwestlichung „Gharbsadegi“ ursprünglich eine anti-kolonialistische Zielrichtung hatte und als Vorwurf gegen das Schahregime eingesetzt wurde. Einer der bekanntesten Schriftsteller des Irans der Zeit vor der Revolution von 1979 war Dschalal Al-e Ahmad, der mit seinem Buch „Gharbsadegi“ diesen Vorwurf in ein breites Publikum getragen hat. Seine Gedanken fanden auch Anklang bei Ajatollah Chomeini und Ajatollah Chamene‘i, und wie diese sie verarbeiteten, sehen wir ja an obigen Beispielen. Nicht so bekannt ist, dass Jalal (sprich: Dschalal) Al-e Ahmad auch ein begeisterter Anhänger des damals noch jungen Staates Israel war. Denn unter den Ajatollahs ist Israel zum zweiten Teufel aufgestiegen, gleich neben den USA als „großem Teufel“. „Marg bar Esra‘il“ (Tod über Israel) war nicht nur eine Parole, mit denen iranische Hisbollahis auf den Straßen demonstrierten, selbst Staatspräsident Mahmud Ahmadineschad, der Vorgänger von Hassan Rouhani, erklärte noch öffentlich, Israel müsse vom Erdboden verschwinden. Wie es kommt, dass der theoretische Begründer einer der wesentlichen Merkmale der Islamischen Republik Iran, nämlich des Kampfes gegen die „Verwestlichung“, sich so positiv zu Israel äußert, erklärt im Folgenden Samuel Thrope in einem Artikel aus der israelischen Zeitung Ha-Aretz (Das Land) vom 19.02.2017, den wir für unsere Leserschaft ins Deutsche übersetzt haben.

http://www.haaretz.co.il/blogs/sadna/1.3870203
Blogs des Workshops für Sozialgeschichte

כיצד יישב אינטלקטואל איראני את סלידתו מהמערב עם הערצתו לישראל
Wie passt die Abneigung eines iranischen Intellektuellen gegen den Westen mit seiner Bewunderung für Israel zusammen?

Das junge, sozialistische Israel war auch im vorrevolutionären Iran „das Licht der Völker“. Der Besuch von Jalal Al-e Ahmad im Land enthüllt regionale Verbindungen, die heute unvorstellbar erscheinen.

Ha-Aretz 19.02.2017
Workshop für Sozialgeschichte
Shmuel Trop / Samuel Thrope

In den 60-er Jahren war Jalal Al-e Ahmad der bekannteste Schriftsteller und Intellektuelle im Iran. Al-e Ahmad fand Bewunderung dank des unabhängigen und scharfen Blicks, den er schon in seinen ersten Erzählungen in den 40-ern und 50-ern bewiesen hatte. Aber es war die Veröffentlichung seines Buchs „Gharbzadegi“ – das mit „Verwestlichung“ oder „West-Erkrankung“ übersetzt werden kann und im Jahr 1962 erschien, mit dem Al-e Ahmad den Höhepunkt seiner Bekanntheit und seines Einflusses erreichte. Das Buch attackierte scharf die Herrschaft von Mohammad Resa Schah Pahlawi, der den Iran von 1941-1979 regierte und Verbündeter der USA und auch Israels im Kalten Krieg war, sowie die verwestlichte Kultur des Irans in jenen Jahren.
„Gharbzadegi“ ist eine eindeutig anti-koloniale Schrift, die auf der klaren Trennung zwischen dem satten, dominanten und reichen Westen sowie dem hungrigen, armen und kranken Osten beruht. Al-e Ahmad ruft die Iraner ebenso wie die anderen Orientalen auf, aufzuhören, den Westen zu imitieren, und zu ihren kulturellen und religiösen Wurzeln zurückzukehren. Eine ganze Generation junger Iraner führte wenige Jahre später die Revolution von 1979 an. Gharbzadegi – die Verwestlichung – war ein Meilenstein der Politik und der Erkenntnis. Im Licht dieser Haltung, trafen überraschend schon 1963, nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von Gharbzadegi, Al-e Ahmad und seine Frau, die Schriftstellerin Simin Daneschwar, auf Einladung der Israelischen Botschaft in Teheran zu einem zweiwöchigen Besuch in Israel (w. im Land) ein. Wie andere Intellektuelle, die Israel in jenen Jahren besuchten, so etwa Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, beschreibt Al-e Ahmad das junge Israel in dem Buch, das er über seinen Besuch schrieb, ganz unerwartet, ja sogar mutig. Eine Beschreibung, die sich zugleich auch mit der politischen und sozialen Lage im Iran befasst.


Die bekanntesten iranischen Intellektuellen: Jalal Al-e Ahmad und Simin Daneschwar in den 60-er Jahren

Nur wenige würden Israel heute zu den östlichen, anti-imperialistischen Kräften der Welt zählen. Aber Al-e Ahmad sah im Staat der Juden einen Teil des Ostens, „dessen eines Ende in Tel Aviv und dessen anderes in Tokyo“ liegt, so seine Worte. Sein Reisebericht, der den Besuch dokumentiert, wurde erst nach der Revolution und 15 Jahre nach dem Tod des Verfassers unter dem Titel „Reise in das Land des Todesengels“ veröffentlicht (welcher mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Al-e Ahmad selbst gewählt wurde). In diesem Buch bringt Al-e Ahmad seine Bewunderung für die Kibbuzim (Kollektivsiedlungen auf dem Land) und für den Unterricht in hebräischer Sprache in Israel zum Ausdruck, neben der energischen Kritik an der Diskriminierung der arabischen Bürger Israels. Im letzten Kapitel des Buchs, das als Reaktion auf den Sechs-Tage-Krieg (5.-10. Juni 1967) geschrieben wurde, ist die Kritik von Al-e Ahmad schon viel schärfer und direkter. Selbst dann ist Israel, wie er schreibt, einschließlich all seiner Mängel und Gegensätze, in orientalischen Augen die Basis einer Macht, ein erster Schritt, die Botschaft einer nahenden Zukunft.

Das Interesse von Al-e Ahmad an Israel begann lange vor seinem kurzen Besuch im Februar 1963.
Wie viele Intellektuelle im Iran war Al-e Ahmad Mitglied der örtlichen kommunistischen Partei, der Tudeh-Partei. Er war der Partei in seiner Jugend beigetreten, im Alter von 21, und rasch ins Zentralkomitee der Partei gewählt worden. Seine ersten Erzählungen, die die Region seiner Kindheit in den Armenvierteln im Süden Teherans beschrieben, wurden in Zeitschriften der Partei veröffentlicht.

Aber im Jahr 1948, nach der Unterstützung der sowjetischen Seite durch die Tudeh-Partei im Konflikt mit der iranischen Regierung wegen Erdölkonzessionen, empörten sich Al-e Ahmad und andere und verließen die Partei (AdÜ: die Sowjetunion forderte für sich vergleichbare Erdölförderrechte im Iran wie Großbritannien sie hatte). Nach diesem dramatischen Schritt suchte Al-e Ahmad nach sozialistischen politischen Alternativen und fand den Kibbuz. Seine ersten Bekanntschaften mit der israelischen kollektiven Landwirtschaft ließen in ihm bald mehr und mehr den Wunsch nach Informationen über Israel und die Juden aufkommen. Er las die Protokolle der Nürnberger Prozesse, das Buch „Diebe in der Nacht“ von Arthur Koestler, das auf seinen Erfahrungen als Kibbuz-Reporter beruhten, und die Bibel. Er schrieb sogar eine Erzählung im Stil der Bibel mit dem Titel: „Das dritte Buch der Könige“.


Eines der Symbole der iranischen Revolution, und einer, der bis in seine letzten Jahre in Israel ein Model zur Nachahmung sah. Iranische Briefmarke aus dem Jahr 1988 zu Ehren der intellektuellen Leistungen von Al-e Ahmad (Wikipedia)

Es ist wichtig und interessant festzustellen, dass Al-e Ahmad keine Notwendigkeit sah, diese Themen mit iranischen Juden zu diskutieren, einer Gemeinschaft von mehreren Zehntausend in jenen Jahren. Juden und Judentum waren für Al-e Ahmad eine ausländische, externe Angelegenheit, kein Teil des Irans selbst.

Al-e Ahmad schreibt in seinem Buch, dass er auf eine Einladung der Israelischen Botschaft reagierte, das Land zu besuchen, „damit ich Dinge von Nahem begreifen konnte, von denen ich bislang nur in den Büchern gelesen hatte, und schließlich um alles, was so attraktiv war, zu sehen.“
Dies ist sicher richtig, aber viele andere Quellen, darunter die Briefe zwischen ihm und seiner Frau Simin Daneschwar zur Vorbereitung der Reise, seine anderen Bücher, und auch die Telegramme, die zwischen dem israelischen Außenministerium und den Botschaften in Teheran und London gewechselt wurden, zeichnen ein etwas komplexeres Bild. Erstens war Al-e Ahmad nicht der einzige iranische Intellektuelle, der in jenen Jahren zu einem Besuch nach Israel eingeladen wurde.
1961 traf Tsvi Rafi‘ach, damals ein junger israelischer Diplomat in seinem ersten Diensteinsatz, in Teheran ein und begann, Beziehungen zu einheimischen Schriftstellern, Künstlern und Denkern aufzubauen. Rafi‘ach brachte iranische Intellektuelle (Menschen des Geistes) nach Israel und ihre israelischen Kollegen in den Iran, als ein Weg, die kulturellen Beziehungen und dabei auch die engen Sicherheitsbeziehungen zwischen den Staaten zu verbessern, die schon bestanden. Neben Al-e Ahmad statteten in jenen Jahren auch der Cousin von Mohammad Resa Schah, Prinz Schahram Pahlawi, sowie führende Linke wie der Al-e Ahmad nahestehende Politiker Chalil Maleki Israel einen Besuch ab. Mit anderen Worten, Rafi‘ach wollte Menschen von beiden Seiten der politischen Landkarte dorthin bringen, und mit der Zeit schloss er sich den sozialen Kreisen jener Intellektueller an. In Briefen beschreibt Daneschwar den israelischen Diplomaten als jemanden, der auf natürliche Weise an die Parteien und Geschehnisse heranging.


Versuche, neben den Sicherheitsbeziehungen auch die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zu entwickeln. Die iranische Delegation an der internationalen Konferenz über die Rolle der Wissenschaft zur Förderung junger Staaten am Weizmann-Institut in Rechovot (Israel), 1960
Quelle: Fritz Cohen

Für Al-e Ahmad war die Reise nach Israel mehr als nur ein Besuch. Er verbrachte vier Monate in Europa vor seiner Ankunft (erg.: in Israel). Wie aus seinen Briefen an Simin Daneschwar hervorgeht, schlug er ihr gegen Ende seiner Europa-Reise vor, den Iran für immer zu verlassen. Nach Abschluss seiner Israel-Reise schrieb ihr Al-e Ahmad, dass sie nach London oder Paris auswandern könnten statt heimzukehren, wo er seine literarische Tätigkeit unter freundlicheren Bedingungen fortsetzen könne. Es ist unmöglich festzustellen, wie ernsthaft dieser Gedanke war, obwohl auch andere Schriftsteller dem Schah-Regime entflohen, das zur gleichen Zeit immer repressiver wurde. Jedenfalls zerstörte die Enthüllung seiner Untreue gegenüber Simin Daneschwar durch einen Brief, der sie wenige Tage vor ihrem Treffen im Lande (= Israel) erreichte, diesen Traum.

Das Buch enthüllt noch viel mehr über Al-e Ahmad und seinen Besuch als Aktenordner und Briefe. Studiert man es heute, fallen die erstaunlichen Beschreibungen Israels von Al-e Ahmad am meisten auf, insbesondere im Licht des Bruchs und der Feindseligkeiten zwischen Israel und Iran in den heutigen Tagen. Al-e Ahmad sieht Israel nicht nur als Teil des Orients, er lobt dessen Regierung auch mit Bezeichnungen, welche für den idealen islamischen Staat reserviert sind. Er verurteilt die benachbarten arabischen Staaten wegen ihrer Abhängigkeit von der westlichen Kultur und ihres doppelgesichtigen Verhaltens in Sachen palästinensischer Flüchtlinge. Er beschreibt den Besuch in Yad Vashem, und die Tränen, in die er bei einer Gedenkfeier für einen holländischen Christen ausbrach, der in der Zeit des Holocaust Juden rettete. Andererseits stellt er anderenorts einen Vergleich zwischen Israel und Nazi-Deutschland auf, und nennt es „einen Brückenkopf des westlichen Kapitalismus im Nahen Osten“. Al-e Ahmad nimmt bezüglich Israel so unterschiedliche, und manchmal so widersprüchliche Positionen ein, dass es nicht möglich ist, ihn auf der Landkarte der Fixpunkte im israelisch-palästinensischen Konflikt zu orten.

Der Grund für die Widersprüche und Gegensätze ist, dass der Staat der Juden nicht das eigentliche Thema des Reiseberichts von Al-e Ahmad ist. Ähnlich wie viele andere Schriftsteller verschiedener Zeiten und Orte, beschreibt der Reisende das, was ihm auffällt, denkt aber dabei an seine Heimat.
So auch im Falle von Al-e Ahmad. Die Beschäftigung mit dem Kibbuz und Israels Rolle im Nahen Osten dient ihm zu einem anderen Zweck: seine Kritik am Iran des Schahs zu verschärfen und zu verstärken. Wenn Al-e Ahmad sagt, dass die Führer Israels Gottes auserwählte Vertreter sind und dass „Ben Gurion nicht geringer als Enoch und dass Mosche Dayan nicht geringer als Ijob (Hiob) ist“, ist schwer zu verstehen, wie diese geistlichen Lobbezeichnungen durch seine weltlichen Erfahrungen in Israel in den 60-er Jahren zustande gekommen sein sollen; abgesehen von dem durch einen Rabbi vorgetragenen Gesang:
„אל מלא רחמים“ (An den, der voller Gnade ist), den sie in Yad Vashem hörten, hat das iranische Ehepaar anscheinend weder eine Synagoge besucht noch an einer religiösen Zeremonie teilgenommen. Seine Wahl, Israel als Staat zu loben, der Bewunderung verdient, dient hauptsächlich dazu, zu markieren, was er bei sich zu Hause, im Iran, vermisst. Er preist Israel genau wegen jener Dinge, die – wie Al-e Ahmad ausdrücklich in „Gharbzadegi“ schrieb – im Iran im Argen liegen: ein gutes Bildungswesen, eine angemessene Landwirtschaft, Gleichheit, ein Festhalten an den kulturellen und religiösen Wurzeln, und ein Gleichgewicht zwischen Ost und West.


Al-e Ahmad kritisierte scharf die engen Beziehungen des iranischen Schahs zu den Vereinigten Staaten und die Verwestlichungstendenzen unter seiner Herrschaft. Der Schah Mohammad Resa Pahlawi mit einem hochrangigen Offizier der US-Luftwaffe, 1977
Photo: Sergeant Major Dunham, US-Luftwaffe

Dr. Samuel Thrope, in Jerusalem lebender Übersetzer und Journalist. Autor von „The Israeli Republic“ – seine Übersetzung von „Reise in das Land des Todesengels“ von Dschalal Al-e Ahmad,
herausgegeben 2017 von Restless Books.

Der Artikel enthält am Schluss noch einen Link auf die facebook-Seite des Workshops für Sozialgeschichte:
https://www.facebook.com/sadnale/

Im folgenden ein Link auf einen Vortrag des Trauerlieds אל מלא רחמים (Dem, der voll von Gnade ist) in Yad Vashem:
https://www.youtube.com/watch?v=4NdXmi6_oJE

Hinweis für weitere Lektüre:
https://www.foreignaffairs.com/articles/iran/2014-02-12/among-believers
Foreign Affairs: March/April 2014: Among the believers – Bernard Avishai; Jalal Al-e Ahmad

http://www.restlessbooks.com/bookstore/the-israeli-republic

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Iran: 8. März – Internationaler Tag der Frau


Auch wenn die iranischen Machthaber von Frauenrechten nicht viel hören wollen, die Frauenbewegung im Iran ist aktiv. Nicht überall hat sie gleich viel Erfolg – so hat die Stadtverwaltung in Teheran keine öffentlichen Aktivitäten zum 8. März erlaubt, so dass die Frauen sich nur im privaten Rahmen treffen konnten. Aber in Rascht (Region Gilan, Nordiran) konnten die Frauen einen Raum mieten, einen Film über die Geschichte des 8. März zeigen und dies mit einer Vortragsreihe verknüpfen. Eine Rednerin sprach über die „ideale Stadt für Frauen“, eine andere über die Tätigkeit der Frauen auf dem Land in der Region Gilan.
Die Veranstalterinnen wiesen auch darauf hin, dass es schon Anfang des 14. Jahrhunderts persischer Zeitrechung, also vor knapp 100 Jahren (ca. 1920) in Rascht eine Frauenorganisation namens „Peyk-e Sa°adat-e Nesawan“ (Bote des Glücks der Frauen) gegeben habe, die schon damals Veranstaltungen zum 8. März abhielt.
Was die Lage der Frauen auf dem Land in der Region Gilan angeht, muss man wissen, dass das Gebiet an der Südküste des Kaspischen Meers traditionelles Reis- und Teeanbaugebiet ist. Beides sind dort typische Frauenarbeiten. Auch der Anbau von Auberginen, Gurken und Tomaten (s.eyfi-ka:ri) ist ihnen zu verdanken. Eine weitere Arbeit besteht darin, Strohmatten zu flechten, oder Tücher zu weben (cha:dor-shab), die dazu dienen die Bettwäsche einzwickeln, so dass man sie tagsüber als Stützkissen an der Wand platzieren kann. Dazu verwendet man einen ziemlich feinen Faden.
Es ist erfreulich, dass die Frauen trotz der widrigen Umstände so gut organisiert sind, dass solche Veranstaltungen möglich sind.

http://www.etehadefedaian.org/%da%af%d8%b2%d8%a7%d8%b1%d8%b4-%d9%85%d8%b1%d8%a7%d8%b3%d9%85-%d8%b1%d9%88%d8%b2-%d8%ac%d9%87%d8%a7%d9%86%db%8c-%d8%b2%d9%86-%d8%af%d8%b1-%d8%b1%d8%b4%d8%aa
vom 21. Esfand 1395 (11. März 2017)
gozareshe maraseme ruze jahaniye zan dar rasht

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Iran: Schriftstellerverband ehrt Faribors Ra’is-Dana


Private Sitzung des iranischen Schriftstellerverbands

Faribors Ra’is-Dana ist seit 50 Jahren Mitglied des iranischen Schriftstellerverbands, der schon zur Schahzeit gegründet wurde. In den letzten Jahren vor der Revolution von 1979 hatte der Schriftstellerverband sogar mit Erlaubnis der Deutschen Botschaft in Teheran in einem ihrer Gebäude eine Lesung des politisch engagierten Dichters Sa’id Soltanpur veranstaltet. Für viele Intellektuelle war dies damals ein sicherer Ort, der sie vor dem direkten Zugriff des SAVAK schützte. Diese Geste war damals wichtig, um das Selbstbewusstsein der Intellektuellen zu stärken. Nach der Revolution wurde Sa’id Soltanpour bei seiner Hochzeit verhaftet und am 21. Juni 1981 hingerichtet.
Faribors Ra’is-Dana hat wie viele andere demokratisch gesinnte Mitglieder des Schriftstellerverbands auch einige Zeit hinter Gittern verbracht, und so unterstützte er auch stets iranische Menschenrechtsorganisationen. Die Feier zu seiner Ehrung am 3. März 2017 durfte nicht in den Räumen des Schriftstellerverbands stattfinden, sondern in einer Privatwohnung. Aber sie wurde nicht von der Polizei gestürmt. Und das ist viel in einem Land, wo die Polizei selbst ein Fest von Frauen platzen lässt und die Teilnehmerinnen verhaftet, weil sie angeblich wegen mangelnder Verschleierung die islamischen Werte missachtet hätten. Und das auf einer Feier, an der kein Mann teilgenommen hat.
Man sieht immer wieder, wie widersprüchlich dieses Regime ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78642
vom 14. Esfand 1395 (4. März 2017)
bozorgdashte fariborze ra’is-dana tawassote kanune newisandegane iran

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Iran: Filmregisseur im Kreuzfeuer der Politik


Entgegennahme des Oscars für den Film „Der Verkäufer“ von Asghar Farhadi durch die Bevollmächtigte Anusche Ansari und Firus Naderi

Der iranische Regisseur Asghar Farhadi ist kein Unbekannter im Filmgeschäft. Für den Film „Nader und Simin – eine Trennung“ erhielt er 2012 den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Damals hetzte die staatliche Zeitung Keyhan (Teheran) unter der Leitung von Hossein Schariatmadari gegen ihn, beschuldigte ihn, den Iran verwestlichen zu wollen und fuhr weitere Geschütze gegen ihn auf, in einem Land, wo solche Vorwürfe allemal reichen, um einen Menschen ins Gefängnis zu bringen. Hinter Schariatmadari steht Ajatollah Chamene’i, der Religiöse Führer des Landes.
Dieses Jahr kandidierte Asghar Farhadi mit dem Film „Der Verkäufer“ erneut bei der Oscar-Preisverleihung. Weder dieser noch der vorausgegangene Film durfte im Iran gezeigt werden, Asghar Farhadi akzeptierte nicht, den Film durch die Zensur laufen zu lassen.
Dieses Jahr gesellte sich zu den bösartigen Attacken der iranischen Fundamentalisten ein weiter Fundi, diesmal von der anderen Seite des Ozeans. Herr Trump persönlich hat die schon von Reagen erfundene „Achse des Bösen“ wieder ausgegraben und befunden, dass Bürger bestimmter, vor allem muslimischer Staaten, die USA nicht besuchen dürfen, man wolle ja keine Terroristen ins Land holen. Gegen diese Diskriminierung protestierten auch iranische Intellektuelle, die Trumps Dekret als puren Rassismus bezeichneten. Tarane Ali-Dusti, die Schauspielerin, die im Film „Der Verkäufer“ die Hauptrolle spielt, sowie Asghar Farhadi erklärten, sie wollten keine Privilegien und würden deshalb genauso wie alle anderen Iraner, die nicht mehr in die USA reisen dürfen, der Preisverleihung fernbleiben. Asghar Farhadi ernannte außerdem Anusche Ansari, eine bekannte Iranerin, die als erste Frau eine kommerzielle Reise in den Weltraum für 20 Millionen unternommen hat und deshalb unter Iranern sehr bekannt ist, sowie Firus Naderi, einen iranischen Wissenschaftler, der bei der NASA arbeitet, als Vertreter mit seiner Vollmacht. Für den Fall der Fälle. Dieser Fall trat ein: Der Film „Der Verkäufer“ wurde tatsächlich mit dem Oscar ausgezeichnet. Anusche Ansari verlas bei der Entgegennahme des Preises die Protestnote von Asghar Farhadi gegen die Willkür Trumps.


„Der Verkäufer“ auf dem Trafalgar Square in London – Protest gegen Trumps Apartheid

Der Oberbürgermeister von London setzte dem Protest noch die Krone auf: Er ließ den Film „Der Verkäufer“ gestern, am Tag der Preisverleihung in den USA, in London auf dem Trafalgar Square auf einer Großfilmleinwand zeigen. Tausende Menschen in London besuchten die Vorstellung, auch viele junge Menschen.
Der Protest ist angekommen. Man wird sehen, wie die Politik darauf reagiert.

http://news.gooya.com/2017/02/post-1187.php
vom 27. 02. 2017
forushande barandeye oskar shod

http://www.radiofarda.com/a/f35_farhadi_movie_london/28334096.html
vom 9. Esfand 1395 (27.02.2017)
hazaran nafar be tamashaye forushande-ye farhadi dar meydane trafalgar-e landan raftand

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/68106/
vom 27.02.2017
farhadi ba forushande dowomin oskar-e iran-ra be armaghan award

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Iran: Revo-Luzzi-Party


Ja, das muss man schon dazu schreiben, wer hätte sonst gedacht, dass das ein Revolutionär ist?

Der 22. Bahman (11. Februar 1979) ist in der iranischen Geschichte ein wichtiges Datum. Der Tag, an dem das Schahregime stürzte und es zu Straßenkämpfen zwischen der Armee und revolutionären Gruppen kam. Seither sind 38 Jahre vergangen, die Revolutionäre der ersten Stunde sind tot oder haben Fett angesetzt, und für die große Mehrheit der Bevölkerung des Landes, die nach der Revolution geboren ist, ist das nur noch öder Lernstoff und langweilige Pflichtübung. Mit dem Ergebnis, dass immer weniger Menschen an den staatlichen Feiern teilnehmen. Natürlich, die Revolutionswächter und Angehörigen der Bassidschi-Milizen samt Familie kommen noch, immerhin ist das ihr Brotverdienst,


und dann wird noch Essen verteilt, vorher sollte man allerdings auf einer dieser Fahnen rumtrampeln und passende Parolen brüllen, so marg bar amrika oder marg bar esrail (Tod für Amerika, Tod für Israel), vielleicht reicht ja auch ein kräftiges Helau oder Ho Narro, man sollte es mal probieren…


inzwischen gibt es auch das Angebot, sich kostenlos frisieren zu lassen, na ja, da kann man ja mal kommen.


„Astronomische Löhne“ – die könnten auch beim Karneval in Köln mitlaufen. Gemeint sind hier die horrenden Löhne der Großkopfeten, wir sehen, diese Themen sind international…


zu anderen Anlässen ein Fall für die Sittenpolizei – so viel Frauenhaar, aber jetzt ist ja Revo-Luzzi-Party, da darf man.


Es waren jedenfalls viel mehr Menschen zur Beerdigung von Ajatollah Montaseri oder von Ajatollah Rafsandschani auf der Straße als am diesjährigen 22. Bahman, der auf den 10. Februar fiel.


Die Feiern werden immer bunter,


links könnte man meinen, die Schwulen-und-Lesben-Bewegung habe ihren Auftritt


da werden Maskottchen verbrannt wie in Süddeutschland die Fasnachtspuppen,


andere schleppen den Galgen mit rum


wie die Jakobiner in der Konstanzer Fasnacht die Guillotine


der Tschador bekommt einen Maulkorb in iranischen Nationalfarben,


Schminke in rot-weiß-grün darf natürlich auch nicht fehlen, und selbst USA und Israel, früher der Große und der Kleine Teufel, sind inzwischen zu einem harmlosen Tierchen avanciert, wie man an diesem bunt gefärbten Esel sieht.


Man macht sich über sie lustig, aber wer hat Angst vor dem Esel? Wer will sein Leben für einen Kampf gegen den Esel opfern?

Und genau hier liegt der Wunde Punkt der Herrschenden: Der Glaube an die Islamische Revolution ist längst erloschen, nur die Angst vor dem Bösen Feind kann die Leute noch unter ihre Fittiche treiben. Wer über den Feind lacht, braucht keine Waffen mehr und keine Armee. Und das ist das Ende der Herrschaft der Mollas.

http://www.radiofarda.com/a/f3-revolution-carnival/28302885.html
vom 25. Bahman 1395 (13.02.2017)
karnavale 22 bahman 1395: xosh bashi va tamasxore siyasat

http://news.gooya.com/2017/02/post-625.php
vom 11.02.2017
hashiyehaye tasviriye marasem rahpeyma’iye 22 bahman

http://www.tabnak.ir/fa/news/665893/%D8%B1%D8%A7%D9%87%D9%BE%DB%8C%D9%85%D8%A7%DB%8C%DB%8C-%DB%8C%D9%88%D9%85-%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%87-%DB%B2%DB%B2-%D8%A8%D9%87%D9%85%D9%86-%D8%AF%D8%B1-%D8%A7%D8%B3%D8%AA%D8%A7%D9%86%E2%80%8C%D9%87%D8%A7-%DB%B2
vom 10.02.2017
rahpeyma‘iye youm-ollah 22 bahman dar ostanha -2

http://news.gooya.com/2017/02/post-701.php
vom 10.02.2017
parchame amrika va esra‘il ruye badane olagh

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Iran: ein Dorf im Nordiran

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Iran: Iranische Architektur

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Iran – USA: Protest gegen Trumps Rassismus


Die iranische Schauspielerin Tarane Alidusti, die zusammen mit Schahab Hosseini die Hauptrolle im Film „Foruschande“ (Der Verkäufer) spielte, hat auf Twitter erklärt, dass sie zur Zeremonie der Oskar-Verleihung nicht in die USA reisen wird, weil der neue US-Präsident ein Visa-Verbot gegen die Iraner verhängt hat. Sie bezeichnete diese Maßnahme als Rassismus, und erklärte, sie werde aus Protest auch dann nicht reisen, wenn eine Ausnahme für Künstler gemacht würde.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123761
vom 7. Bahman 1395 (26. Januar 2017)
tarane °alidusti: mamnu°iyate wiza baraye iraniyan az suye tramp nezhadparastane ast, dar oskar sherkat nemikonam

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Iran:Garme in der zentralen Wüste von Iran


Garme in Isfahan Provinz Nain und Khoor und befindet sich in der zentralen Wüste von Iran entfernt. Das Dorf liegt 750 Meter Höhe über dem Meeresspiegel und das Klima ist trocken und heiß Wüste in der Nähe.

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Iran: Im Paradies für Männer

Für die Männer gibt es im Paradies laut dem Koran Sure 52 (at-Tus – der Berg) nicht nur großäugige Jungfrauen (Huri genannt) (in Vers 20 der Sure 52), sondern sie werden von Jünglingen mit Früchten, Fleisch und Getränken versorgt.

Sure 52, Vers 24 – deutsch

Zu diesen Jünglingen lautet eine deutsche Internet-Übersetzung:
Sure 52, Vers 24: Und unter ihnen gehen Jünglinge umher, die zu ihnen gehören, als wären sie wohlverwahrte Perlen.
Quelle: http://islam.de/13827.php?sura=52
(Von den Frauen im Paradies ist hier nicht die Rede…)


Das arabische Original, mit Lautzeichen und Punkten, die in frühen Fassungen des Korans noch nicht existierten

Sure 52, Vers 24 – englisch

Englische Übersetzungen dieser Stelle sind online zahlreich verfügbar, hier sieben Versionen auf dem Quranic Arabic Corpus
Verse 52:24

Sahih International: There will circulate among them [servant] boys [especially] for them, as if they were pearls well-protected.
Pickthall: And there go round, waiting on them menservants of their own, as they were hidden pearls.
Yusuf Ali: Round about them will serve, (devoted) to them, young male servants (handsome) as Pearls well-guarded.
Shakir: And round them shall go boys of theirs as if they were hidden pearls.
Muhammad Sarwar: They will be served by youths who will be as beautiful as pearls.
Mohsin Khan: And there will go round boy-servants of theirs, to serve them as if they were preserved pearls.
Arberry: and there go round them youths, their own, as if they were hidden pearls.

http://corpus.quran.com/translation.jsp?chapter=52&verse=24

Sure 52, Vers 24 – türkisch
Eine türkische Übersetzung lautet:

24- Kendileri için (hizmet eden) civanlar, etrafında dönüp dolaşırlar; sanki (her biri) ‘sedefte saklı inci gibi tertemiz, pırıl pırıl.’
Für sie (dienende) Jünglinge, die um sie herum hin- und her gehen; als wäre (jeder einzelne) wie eine in der Muschel verborgene Perle rein und glänzend.
http://www.turkcekuran.net/52-tur-suresi/

Sure 52, Vers 24 – persisch

Und hier der oben abgebildete persische Koranlehrer Gharaati aus dem Iran:
Er berichtet den Zuhörern mit Verweis auf diese Koranstelle, dass die Männer im Paradies von hübsch aussehenden Jungen bedient werden, die nur ihnen zur Verfügung stehen, da werde einem das Essen noch mehr schmecken.
Der Herr ist nicht irgendwer: Zur Schahzeit war er Religionslehrer (Islamische Lehre) an einer Oberschule, ein beliebter Kollege, auch wenn keiner genau wusste, wie es um seine Beziehungen zum Geheimdienst SAVAK stand. Später gründete er in der Moschee einen „Islamischen Verein“, das sind Gremien, die unislamisches Verhalten ausforschen, was für die Betroffenen schwere Folgen haben kann, bis hin zum Arbeitsplatzverlust und Haft.
Nach der Revolution von 1979 stieg er zum Koranlehrer der Nation auf, indem er im staatlichen Rundfunk und Fernsehen (Seda wa Sima) den Koran unterrichtete.
Inzwischen ist er ein betagter, angesehener Lehrer, der mehrmals wöchentlich im staatlichen Fernsehen den Koran auslegt…

Quelle für den Film:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118771

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Iran: für die Botschaft der Freiheit kommen Musiker auf die Straße

Straßenmusiker in Kermanschah finden große Anerkenung für klassische iranische Musik

https://www.youtube.com/watch?v=f7og-9xy9Aw

Bei youtube wurde gestern ein kurzes aber interessantes Video hochgeladen, das eine Straßenszene in der iranisch-kurdischen Stadt Kermanschah zeigt: Zwei junge Musiker spielen am hellichten Tag mitten auf einer belebten Straße virtuos klassische iranische Musik und ziehen innerhalb von Sekunden die Aufmerksamkeit sämtlicher Passantinnen und Passanten auf sich.

Zu Beginn des aufgeführten Musikstücks schauen sich die Musiker noch nervös um, als wollten sie mögliche Gefahren durch Sicherheitskräfte prüfen. Nach kurzer Zeit bildet sich jedoch ein Kreis von PassantInnen um sie, die stehenbleiben und – sei es auch nur für ein paar Sekunden- den Klängen lauschen. Es dauert nicht lange, bis einzelne ZuhörerInnen auf die Musiker zugehen und ihnen den einen oder anderen Geldschein in die Hand drücken oder in die Hosen stecken. Es gibt keinen Hut und keinen Beutel, in dem das Geld gesammelt wird, was vermutlich seinen Grund darin hat, dass die Musiker schneller fliehen können, sollte eine Kontrolle auftauchen. Mit Sicherheit haben sie jedenfalls keine behördliche Erlaubnis für ihre Straßenmusik.

Auch ist die gesamte Situation eine sehr flüchtige: die Zeit drängt, die Musik hat ein hohes Tempo und vermutlich wurde das Stück dahingehend ausgewählt, dass es trotz des hohen Spieltempos gut klingt. Und es scheint so, als würde sich in der letzten Sekunde des Videos die gesamte Szenerie in Sekundenbruchteilen auflösen, so als ob die Musiker durch ein schnelles Wort gewarnt worden wären und danach schnell verschwinden.

Grundsätzlich können Musiker bei den Behörden eine Genehmigung für ihre Aufführung beantragen, z.B. für Konzerte in einem Saal etc. Allerdings werden solche Genehmigungen selten erteilt und oft dürfen Konzerte selbst mit vorhandener behördlicher Genehmigung nicht stattfinden. Wenn also Konzerte in solchem Rahmen unmöglich werden, gehen die Musiker eben auf die Straße.

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Iran: Der Basar von Tabris

Der Basar von Tabris, einem Zentrum der iranischen Aseris, steht inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.


Es handelt sich um einen der größten überdachten Basare der Welt.


Tabris war früher ein wichtiger Knotenpunkte der Seidenstraße,


die den Handel zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa miteinander verknüpfte.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116024
vom 8. September 2016 (18. Schahriwar 1395)

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Irans Musikszene begehrt auf


Am 24. August wurde bekannt, dass sich iranische Musiker und Musikerinnen in einem offenen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani gewandt hatten. Diesen Brief unterschrieben innerhalb 24 Stunden über 3000 Iranerinnen und Iraner aus dem Musikbereich. Die Unterschreibenden bedankten sich dafür, dass Hassan Rouhani sich zwar spät, aber immerhin zum illegalen Verbot eines Konzerts in Maschhad geäußert hatte. Sie zeigten sich besorgt, dass der Minister für Kultur und Religiöse Aufklärung dieses Verbot unterstützt hatte, obwohl er eigentlich dem Gesetz zur Geltung verhelfen sollte. Es sei Aufgabe der Regierung dafür zu sorgen, dass das Gesetz überall im Land eingehalten werde und nicht von lokalen Strukturen ausgehebelt werde. Die Musikerinnen und Musiker forderten, dass sie endlich ihrem Beruf ungehindert nachgehen können wie andere Berufsgruppen auch.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64045/
iran-emrooz.net | Wed, 24.08.2016, 22:59

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Amir Ghotbi – Henker der iranischen Medien

Auf diesem Foto ist ein wichtiger Mann der iranischen Staatsanwaltschaft abgebildet. Es handelt sich um Amir Ghotbi, den Leiter der Abteilung für Kultur und Medien, einem guten Freund des Generalstaatsanwalts von Teheran, Abbas Dscha°fari Doulat-Abad.

Amir Ghotbis Abteilung ist zuständig für das Überwachen der in Zeitungen verbreiteten Inhalte. Aufgrund guter Kontakte zum iranischen Geheimdienst fällt ihm dies besonders leicht. Auf sein Konto gehen zahlreiche Verbote von iranischen Zeitungen wie Aseman, Shargh, Etemad, usw. Darüber hinaus hat er immer wieder Künstler jeglicher Kunstrichtung, sei es MalerInnen, KarikaturistInnen, MusikerInnen verfolgt. Zuletzt hat er sein Aufgabengebiet auch auf Sportler und Sportlerinnen ausgedehnt. Aufgrund seiner Aktivitäten können viele Kulturschaffende ihren Beruf nicht mehr ausüben oder sind vor Gericht gekommen.

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