Archiv der Kategorie 'Kultur'

Iran – USA: Protest gegen Trumps Rassismus


Die iranische Schauspielerin Tarane Alidusti, die zusammen mit Schahab Hosseini die Hauptrolle im Film „Foruschande“ (Der Verkäufer) spielte, hat auf Twitter erklärt, dass sie zur Zeremonie der Oskar-Verleihung nicht in die USA reisen wird, weil der neue US-Präsident ein Visa-Verbot gegen die Iraner verhängt hat. Sie bezeichnete diese Maßnahme als Rassismus, und erklärte, sie werde aus Protest auch dann nicht reisen, wenn eine Ausnahme für Künstler gemacht würde.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123761
vom 7. Bahman 1395 (26. Januar 2017)
tarane °alidusti: mamnu°iyate wiza baraye iraniyan az suye tramp nezhadparastane ast, dar oskar sherkat nemikonam

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Iran:Garme in der zentralen Wüste von Iran


Garme in Isfahan Provinz Nain und Khoor und befindet sich in der zentralen Wüste von Iran entfernt. Das Dorf liegt 750 Meter Höhe über dem Meeresspiegel und das Klima ist trocken und heiß Wüste in der Nähe.

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Iran: Im Paradies für Männer

Für die Männer gibt es im Paradies laut dem Koran Sure 52 (at-Tus – der Berg) nicht nur großäugige Jungfrauen (Huri genannt) (in Vers 20 der Sure 52), sondern sie werden von Jünglingen mit Früchten, Fleisch und Getränken versorgt.

Sure 52, Vers 24 – deutsch

Zu diesen Jünglingen lautet eine deutsche Internet-Übersetzung:
Sure 52, Vers 24: Und unter ihnen gehen Jünglinge umher, die zu ihnen gehören, als wären sie wohlverwahrte Perlen.
Quelle: http://islam.de/13827.php?sura=52
(Von den Frauen im Paradies ist hier nicht die Rede…)


Das arabische Original, mit Lautzeichen und Punkten, die in frühen Fassungen des Korans noch nicht existierten

Sure 52, Vers 24 – englisch

Englische Übersetzungen dieser Stelle sind online zahlreich verfügbar, hier sieben Versionen auf dem Quranic Arabic Corpus
Verse 52:24

Sahih International: There will circulate among them [servant] boys [especially] for them, as if they were pearls well-protected.
Pickthall: And there go round, waiting on them menservants of their own, as they were hidden pearls.
Yusuf Ali: Round about them will serve, (devoted) to them, young male servants (handsome) as Pearls well-guarded.
Shakir: And round them shall go boys of theirs as if they were hidden pearls.
Muhammad Sarwar: They will be served by youths who will be as beautiful as pearls.
Mohsin Khan: And there will go round boy-servants of theirs, to serve them as if they were preserved pearls.
Arberry: and there go round them youths, their own, as if they were hidden pearls.

http://corpus.quran.com/translation.jsp?chapter=52&verse=24

Sure 52, Vers 24 – türkisch
Eine türkische Übersetzung lautet:

24- Kendileri için (hizmet eden) civanlar, etrafında dönüp dolaşırlar; sanki (her biri) ‘sedefte saklı inci gibi tertemiz, pırıl pırıl.’
Für sie (dienende) Jünglinge, die um sie herum hin- und her gehen; als wäre (jeder einzelne) wie eine in der Muschel verborgene Perle rein und glänzend.
http://www.turkcekuran.net/52-tur-suresi/

Sure 52, Vers 24 – persisch

Und hier der oben abgebildete persische Koranlehrer Gharaati aus dem Iran:
Er berichtet den Zuhörern mit Verweis auf diese Koranstelle, dass die Männer im Paradies von hübsch aussehenden Jungen bedient werden, die nur ihnen zur Verfügung stehen, da werde einem das Essen noch mehr schmecken.
Der Herr ist nicht irgendwer: Zur Schahzeit war er Religionslehrer (Islamische Lehre) an einer Oberschule, ein beliebter Kollege, auch wenn keiner genau wusste, wie es um seine Beziehungen zum Geheimdienst SAVAK stand. Später gründete er in der Moschee einen „Islamischen Verein“, das sind Gremien, die unislamisches Verhalten ausforschen, was für die Betroffenen schwere Folgen haben kann, bis hin zum Arbeitsplatzverlust und Haft.
Nach der Revolution von 1979 stieg er zum Koranlehrer der Nation auf, indem er im staatlichen Rundfunk und Fernsehen (Seda wa Sima) den Koran unterrichtete.
Inzwischen ist er ein betagter, angesehener Lehrer, der mehrmals wöchentlich im staatlichen Fernsehen den Koran auslegt…

Quelle für den Film:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118771

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Iran: für die Botschaft der Freiheit kommen Musiker auf die Straße

Straßenmusiker in Kermanschah finden große Anerkenung für klassische iranische Musik

https://www.youtube.com/watch?v=f7og-9xy9Aw

Bei youtube wurde gestern ein kurzes aber interessantes Video hochgeladen, das eine Straßenszene in der iranisch-kurdischen Stadt Kermanschah zeigt: Zwei junge Musiker spielen am hellichten Tag mitten auf einer belebten Straße virtuos klassische iranische Musik und ziehen innerhalb von Sekunden die Aufmerksamkeit sämtlicher Passantinnen und Passanten auf sich.

Zu Beginn des aufgeführten Musikstücks schauen sich die Musiker noch nervös um, als wollten sie mögliche Gefahren durch Sicherheitskräfte prüfen. Nach kurzer Zeit bildet sich jedoch ein Kreis von PassantInnen um sie, die stehenbleiben und – sei es auch nur für ein paar Sekunden- den Klängen lauschen. Es dauert nicht lange, bis einzelne ZuhörerInnen auf die Musiker zugehen und ihnen den einen oder anderen Geldschein in die Hand drücken oder in die Hosen stecken. Es gibt keinen Hut und keinen Beutel, in dem das Geld gesammelt wird, was vermutlich seinen Grund darin hat, dass die Musiker schneller fliehen können, sollte eine Kontrolle auftauchen. Mit Sicherheit haben sie jedenfalls keine behördliche Erlaubnis für ihre Straßenmusik.

Auch ist die gesamte Situation eine sehr flüchtige: die Zeit drängt, die Musik hat ein hohes Tempo und vermutlich wurde das Stück dahingehend ausgewählt, dass es trotz des hohen Spieltempos gut klingt. Und es scheint so, als würde sich in der letzten Sekunde des Videos die gesamte Szenerie in Sekundenbruchteilen auflösen, so als ob die Musiker durch ein schnelles Wort gewarnt worden wären und danach schnell verschwinden.

Grundsätzlich können Musiker bei den Behörden eine Genehmigung für ihre Aufführung beantragen, z.B. für Konzerte in einem Saal etc. Allerdings werden solche Genehmigungen selten erteilt und oft dürfen Konzerte selbst mit vorhandener behördlicher Genehmigung nicht stattfinden. Wenn also Konzerte in solchem Rahmen unmöglich werden, gehen die Musiker eben auf die Straße.

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Iran: Der Basar von Tabris

Der Basar von Tabris, einem Zentrum der iranischen Aseris, steht inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.


Es handelt sich um einen der größten überdachten Basare der Welt.


Tabris war früher ein wichtiger Knotenpunkte der Seidenstraße,


die den Handel zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa miteinander verknüpfte.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116024
vom 8. September 2016 (18. Schahriwar 1395)

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Irans Musikszene begehrt auf


Am 24. August wurde bekannt, dass sich iranische Musiker und Musikerinnen in einem offenen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani gewandt hatten. Diesen Brief unterschrieben innerhalb 24 Stunden über 3000 Iranerinnen und Iraner aus dem Musikbereich. Die Unterschreibenden bedankten sich dafür, dass Hassan Rouhani sich zwar spät, aber immerhin zum illegalen Verbot eines Konzerts in Maschhad geäußert hatte. Sie zeigten sich besorgt, dass der Minister für Kultur und Religiöse Aufklärung dieses Verbot unterstützt hatte, obwohl er eigentlich dem Gesetz zur Geltung verhelfen sollte. Es sei Aufgabe der Regierung dafür zu sorgen, dass das Gesetz überall im Land eingehalten werde und nicht von lokalen Strukturen ausgehebelt werde. Die Musikerinnen und Musiker forderten, dass sie endlich ihrem Beruf ungehindert nachgehen können wie andere Berufsgruppen auch.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64045/
iran-emrooz.net | Wed, 24.08.2016, 22:59

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Amir Ghotbi – Henker der iranischen Medien

Auf diesem Foto ist ein wichtiger Mann der iranischen Staatsanwaltschaft abgebildet. Es handelt sich um Amir Ghotbi, den Leiter der Abteilung für Kultur und Medien, einem guten Freund des Generalstaatsanwalts von Teheran, Abbas Dscha°fari Doulat-Abad.

Amir Ghotbis Abteilung ist zuständig für das Überwachen der in Zeitungen verbreiteten Inhalte. Aufgrund guter Kontakte zum iranischen Geheimdienst fällt ihm dies besonders leicht. Auf sein Konto gehen zahlreiche Verbote von iranischen Zeitungen wie Aseman, Shargh, Etemad, usw. Darüber hinaus hat er immer wieder Künstler jeglicher Kunstrichtung, sei es MalerInnen, KarikaturistInnen, MusikerInnen verfolgt. Zuletzt hat er sein Aufgabengebiet auch auf Sportler und Sportlerinnen ausgedehnt. Aufgrund seiner Aktivitäten können viele Kulturschaffende ihren Beruf nicht mehr ausüben oder sind vor Gericht gekommen.

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Iran: Studienausschluss fürs Tanzen

Wie berichtet, hatte ein Parlamentsabgeordneter der Region Sistan und Balutschistan, der offensichtlich fundamentalistisches Gedankengut vertriet, kritisiert, dass auf einer Musikveranstaltung von Studenten auch nicht-traditionelle, moderne Tänze getanzt wurden, die im Internet veröffentlicht wurden.
Inzwischen hat die Disziplinarkommission der Universität von Sahedan, der Hauptstadt von Sistan und Balutschistan, getagt und Strafen gegen sieben Studenten verhängt, dafür, dass sie getanzt haben. Fünf Studenten wurden für zwei Semester vom Studium ausgeschlossen, zwei weitere für ein Semester. Unter den Ausgeschlossen befinden sich auch zwei Moderatoren des Abendprogramms. Einer der betroffenen Studenten (es waren nur männliche Jugendliche anwesend, so will es der staatliche Geschlechterrassismus) meinte, wieso sie bestraft würden. Sie hätten doch niemanden geschädigt und nur getanzt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110689#
vom 26. Chordad 1395 (15. Juni 2016)
mahrumiyat az tahsil-e 7 daneshju be ettehame harekat-e mouzun (raqsidan)

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Islamisten im Iran – denen kann man’s nie Recht machen

In Sahedan, der Hauptstadt der Region Sistan und Balutschistan, fand im größten Saal der Universität von Sistan und Balutschistan kürzlich ein Fest mit Tanz und Musik statt. Im Saal waren nur männliche Jugendliche, auch auf der Bühne waren keine Frauen anwesend, aber die Islamisten haben schon wieder was auszusetzen, diesmal aus dem Munde des Parlamentsabgeordneten von Sahedan. Ihm missfiel, dass einzelne Studenten dort „fränkische Karatespiele“ getanzt hätten – mit fränkisch ist hier europäisch gemeint, und mit Karate bezeichnet er ruckartige Handbewegungen. Der Abgeordnete will jetzt den Rektor der Uni vor Gericht stellen lassen, weil er den Ferdousi-Salon der Uni für so was hergegeben habe.
Schrecklich! Die islamische Republik wird untergehen! (und das hoffentlich bald)
Gegen die besonders islamisch Gesinnten Balutschen haben die selben Herrschaften übrigens auch einiges: Die bewaffnete Gruppe Dschond-ollah (Soldat Gottes) wird amtlich – nicht zu Unrecht – als Terrorgruppe eingestuft.

Ein Filmausschnitt vom Tanz ist derzeit unter diesem Link zu finden:
http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/06/213487.php
vom 22. Chordad 1395 (11. Juni 2016)
didaniha – filme raqs wa qarati-baziye farangiye daneshjuyane daneshgahe sistan wa baluchistan

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Frauenfeinde: der real existierende Islam im Iran


Der Menschenfeind – ein Bild von Pieter Bruegel d. Ä., die Ähnlichkeit zu den Ajatollahs täuscht: er lässt die anderen wenigstens in Ruhe…

Vergangene Woche wollte die Musikgruppe von Schahram Naseri (Shahram Nazeri) ein vorher genehmigtes Konzert traditioneller iranischer Musik in Nejschabur geben. Aber die Genehmigung des Innenministeriums und des Ministeriums für religiöse Aufklärung nützte nichts. Die Mollas vor Ort, namentlich der von Ajatollah Chamene’i eingesetzte Freitagsprediger hetzten gegen die Gruppe von der Kanzel. Die organisierten Fundamentalisten blockierten den Frauen der Musikgruppe den Zugang. Entweder ohne Frauen oder gar nicht, lautete ihre Drohung. Die Gruppe von Schahram Naseri sagte daher das Konzert ab. Das stieß bei den Zuhörern auf massiven Protest.

Frauenverbot auch in Isfahan
Vergangenen Freitag, den 20.05.2016, wollte die Gruppe ein Konzert in Isfahan geben. Aber auch hier wurde ihr aufgrund der Einmischung aus der gleichen politischen Ecke kurzfristig verboten, die Frauen im Konzert auftreten zu lassen. Da in Isfahan angesichts der umstrittenen nachträglichen Annullierung der Wahl der lokalen Abgeordneten Minu Chaleqi ohnehin die Stimmung in der Bevölkerung auf Protest steht, beschloss die Musik-Gruppe, trotzdem aufzutreten und das Publikum auch als Adressat für den Protest gegen diese Politik nutzen. Schahram Naseri erklärte: „Der Platz der Frauen in unsere Musikgruppe ist leer. Es darf nicht sein, dass ein Mensch aufgrund seines Geschlechts daran gehindert wird, seine Kunst vorzutragen.“


Bild von einem früheren Konzert der Gruppe von Schahram Naseri in Isfahan

Kampf den Engstirnigen
Schahrm Naseri sprach weiter: „Heute muss ich mich entweder von der Welt der Musik verabschieden und mich zu Hause verkriechen, oder ich muss meine Heimat verlassen, oder ich muss zur Förderung der Musik dieses Landes und zur seelischen Aufmunterung des Volks einen Schritt vorwärts machen und mit diesen engstirnigen Gestalten den Kampf aufnehmen. Ich habe den dritten Weg gewählt.“

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/f7-female-musicians-of-group-not-allowed-to-join-nazeri-concert-in-isfahan/27749410.html
vom 21.05.2016 (1. Chordad 1395)
jelougiri az hozure navazandegane zan dar konserte shahram nazeri dar esfahan
(Verhinderung der Teilnahme von Musikerinnen am Konzert von Schahram Naseri in Isfahan)

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Iranisch-irakische Grenze: Schüsse und Tote


Laut einer Pressemeldung von Peyk-e Iran kam es zwischen den Revolutionswächtern und Bewaffneten an der iranisch-irakischen Grenze bei Sardascht (Stadt im iranischen Kurdistan) zu einem heftigen Gefecht, bei dem zwei Revolutionswächter ums Leben kamen. Ein weiterer Revolutionswächter soll verletzt worden sein. Bislang ist unbekannt, ob es sich dabei um ein Gefecht mit Drogenschmugglern oder mit politischen Gruppen handelte, die das Regime im Iran bekämpfen.
Die vom Barsani-Clan betriebene irakisch-kurdische Webseite rudaw.net berichtete am 4. und 5. Mai vom Vorfall. Sie schrieb den Vorfall einer bewaffneten kurdischen Gruppe zu und merkte an, dass die iranische kurdische Opposition zwar „gespannte Beziehungen“ zur Regierung in Teheran habe, aber auf Gewalt verzichtet habe.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=108033
Peyke Iran 5. Mai 2016
Koshte shodane do oswe sepah pasdaran dar dargiri mosalahane dar sardasht
Zwei Revolutionswächter kommen bei bewaffneter Auseinandersetzung in Sardascht ums Leben

http://rudaw.net/english/middleeast/iran/05052016?keyword=sardasht
Iran
Kurdish EKPU claim responsibility for clashes with Iranian guards in Sardasht

By Rudaw 5/5/2016

http://rudaw.net/english/middleeast/iran/04052016
Iran
Clash in Iranian Sardasht between Kurdish force and Revolutionary Guards: witness

By Rudaw 4/5/2016

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Iran: Nourus bei den Kurden von Mariwan

Auch die iranischen Kurden feiern Nourus, das iranische Neujahrsfest, das dieses Jahr am 20. März anfing. (Aus technischen Gründen erscheint der Bericht leider erst heute).

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=105180

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Wahlkampf im Iran mit Musik

Hier die Transkription des im Teheraner Umgangspersisch geschriebenen Liedtexts mit Übersetzung und Link.
Ein Lied, das es sich lohnt, anzuhören, zusammen mit den Begleitfotos aus dem iranischen Parlament.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/208256.php

Ali Sakariyayi und Resa Ehsanpur präsentieren:
Der Typ ist gekommen und will Abgeordneter werden
und der Macker von mir und dir und dem (den andern) werden

er sagt, er sei gekommen, um die Schmerzen zu heilen
ein Vorbild für die künftige Generation zu werden
(Strophe 2x)

die Freude, die der Typ euch wünscht,
der will nicht euch, der will eure Stimmen
warum sollen wir ihn zum Abgeordneten machen?
warum sollen wir ihn zum Verantwortlichen für die Zukunft machen?
als der Typ gekommen ist,
als der unverschämte Kerl gekommen ist,

gekommen ist, um zu genießen,
ach, um zu genießen,
ja, um zu genießen,
Bruder, um zu genießen,
mein Bester, um zu genießen,
um zu genießen und dann zu gehen
(Strophe 2x)

Schade um unsere Stimme, die wir ihm zu Füßen werfen
sind wir denn –
(fern von deiner Seele/deinem Leben =) ohne dich beleidigen zu wollen –
(so einer oder so was – gemeint zum Beispiel) sind wir ein Esel oder eine Kuh?
es gibt so viele Menschen, die besser sind als dieser Typ
gebe Gott, dass die einmal gewinnen

Korrekturlesen und Ordnen des Texts – von Amin

Ali Zakariyayi
wa Reza Ehsanpur
taqdim mikonand
yaru umade mixahad nemayande beshe
hame kareye to wa un bande beshe

mige umade dardaro darmun bokone
d.arb ol-mat_ale naslaye ayande beshe
(Strophe 2x)

del-xoshi ke in yaru shomaharo mixad
shomara nemixad yaru araro mixad
chera nemayandash konim?
mas’ule ayandash konim?
waqti ke yaru umade
un bache por-ru umade

umade halesho
ax halesho
are halesho
dadash halesho
aziz halesho
bebarad berawad
(Strophe 2x)

heyfe ra’ye maha ke be pahash berizim
mage ma dur az junet felanim o chizim
in hame adam hastan ke az yaru saran
inshallah haminha ham tahe kar mibaran

wirayesh wa tanzime matn – amin

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/208256.php

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Karnaval in Rascht (nicht in Rio) – Neues aus dem Iran


Am 2. Januar 2016 beging die Stadt Rascht, die am Südufer des Kaspischen Meeres liegt und mehr als eine halbe Million Einwohner hat, den Feiertag der Stadt. Zu diesem Anlass organisierte die Stadtverwaltung von Rascht auch eine öffentliche Theateraufführung und Tänze, auf denen auch Mädchen auftraten.

Das brachte ihr anschließend eine geballte Ladung von Protesten der bornierten Geistlichkeit ein, die kein bißchen anders denken wie die Führer des Islamischen Staats in Syrien und im Irak. Nur sind die Iraner schon ein Stück weiter als die Anhänger des IS. Sie wissen, dass die Geistlichen so korrupt sind wie vorher das Schahregime, und dass ihre Moral nur Fassade ist. Noch haben die Mollas die Waffen, aber die Leute machen, was sie für richtig halten.

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Nationalismus im Iran: vom Fernsehen auf die Straßen


Der Film, um den es geht
http://news.gooya.com/politics/archives/2015/11/204543.php

Kürzlich wurde im iranischen Fernsehen in der Sendung „fitile“ (Docht, Zündschnur), die für Kinder und Jugendliche bestimmt ist, ein Sketsch gezeigt, in dem sich zwei iranisch-aserbaidschanische Gäste, deren Persisch mit türkischen Wörtern durchsetzt ist, bei der Rezeption des Hotels beschweren, weil es in ihrem Zimmer so stinkt. Der Mann an der Rezeption versucht die beiden – Vater und Sohn – zu beschwichtigen, wobei er auch ein paar türkische Redewendungen zustande bringt, und den Grund der Beschwerde zu ermitteln. Es kommt heraus, dass der Vater dem Sohn die Zähne mit der Klobürste geputzt hat und dass es aus dem Mund des Sohnes stinkt. Der Rezeptionist versucht dem Vater diplomatisch beizubringen, dass es für kleine empfindliche Kindermünder extra kleine Zahnbürsten gibt…


Aseris demonstrieren gegen ihre Verunglimpfung im Fernsehen

Diese Art von Witz ist den iranischen Türken (Aseris) genauso sauer aufgestoßen wie einem in Deutschland die Türkenwitze auf den Wecker gehen können. Mehr noch, sie empfanden es als Beleidigung des aseri-türkischen Volks und gingen heute auf die Straße. In mehreren Städten – Tabris, Urumije, Ardabil und Meschkin-Schahr – kam es deshalb zu Zusammenstößen mit den angeblichen Sicherheitskräften, die nicht nur Knüppel, Tränengas und Pfefferspray einsetzten, sondern auch Sonderkräfte einsetzten, die mit dem Motorrad rücksichtslos in die Menge fuhren.


Motorrad-Armee vor dem Angriff aufs Volk

Das iranische Fernsehen reagierte zwar mit einer Entschuldigung für diese Sendung und versprach, die Schuldigen zu bestrafen, aber mit so einer Art von Polizeieinsätzen wird das Klima gewiss nicht besser. Dem Staat ist offensichtlich bewusst, dass er hier ein riskantes Spiel spielt, aber er ist offensichtlich nicht willens und nicht fähig, über den Schatten des persischen Nationalismus hinwegzuspringen. Das verheißt nichts Gutes für den Fortbestand des Staates, denn dieses Regime wird genauso wegbrechen, wie die Sowjetunion, und dann können solche gärenden Konflikte enden wie in Jugoslawien.

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