Archiv der Kategorie 'Kurdistan'

Syrien: Kampf den Kurden

Kämpfe in Haseke
Die türkische Tageszeitung Diken („Der Stachel“) berichtet am 20.08.2016, dass die im Norden Syriens gelegene kurdische Stadt Haseke (unweit des Dreiländerecks Syrien-Irak-Türkei) seit Donnerstag, den 18.08.2016, vom Militär der syrischen Regierung bombardiert wird. Dies sei das erste Mal im fünf Jahre dauernden syrischen Krieg, dass die Regierungstruppen einen Luftangriff gegen die Kurden vorgenommen habe. Laut einer Meldung von Rudaw.net hatten die kurdischen Kräfte zuvor gemeinsam mit der syrischen Armee einen koordinierten Angriff auf Haseke gestartet, um den „Islamischen Staat“ aus der Stadt zu vertreiben.
Der Sprecher der syrisch-kurdischen YPG (Volks-Verteidigungs-Einheiten)Redur Halil erklärte, dass beim Angriff Stellungen der kurdischen Polizeikräfte „Asayisch“ getroffen worden seien und es dabei Tote und Verletzte gegeben habe.
Die irakisch-kurdische Webseite Rudaw.net berichtet am 18.08., dass Kampfflugzeuge der der syrischen Armee Angriffe auf die Stadt Haseke im kurdischen Gebiet Rojava geflogen hätten. Auch hätten Artillerie-Einheiten der Armee die Stadt unter Beschuss genommen.
Laut einer Meldung des YPG-Sprechers Redur Halil gegenüber Reuters seien 3 Stellungen bombardiert worden. 5 YPG-Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen. Rudaw meldet weiter, dass die Kämpfe schon am 15. August begonnen hätten und „mit leichten Waffen“ fortgeführt würden.
Die kurdischen Sicherheitskräfte „Asayisch“ hätten bekannt gegeben, dass bei den Kämpfen 14 syrische Soldaten gestorben und 8 Zivilisten verletzt worden seien. Ein zwischenzeitlich ausgehandelter Waffenstillstand sei wieder gebrochen worden.
Die türkisch-kurdische Webseite Özgür Gündem meldet am 20.08.2016, dass die Kämpfe zwischen den kurdischen Kräften und den syrischen Regierungstruppen sowie paramilitärischen Kräften (welche?) noch anhalten. Laut YPG-Quellen hätten die Regierungskräfte auch Gasbomben eingesetzt. Das Kommando der YPG-Kräfte erklärt den Regierungsangriff mit dem Vorrücken der Kurden in Minbic (Menbiç, Manbij) und Schedade.

US-Militär greift ein
Laut dem türkischen Dienst von BBC habe der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Jeff Davis erklärt, dass Kriegsflugzeuge nach Haseke geschickt worden seien, um die eigenen Streitkräfte zu schützen. Die syrischen Flugzeuge hätten sich darauf aus dem Gebiet entfernt. Auch habe die USA die syrische Regierung unter Vermittlung Russlands gewarnt, dass sie ihre Koalitionskräfte im Gebiet schützen werde, falls sie bedroht würden.
Laut Özgür Gündem kreisen die syrischen Kampfflugzeuge weiter über Haseke, würfen aber keine Bomben ab.


Cebel ekrad, Kürt dagi

Angriff auf Cebel ekrad – „Kurdenberg“
Wie Rudaw.net am 20. August meldet, hat die syrische Armee ganz im Westen des Landes, im ländlichen Gebiet der Region Latakiya, einen von Kampfflugzeugen unterstützten Artillerie-Angriff auf die Orte Kibbani und Kale-Dagi und Umgebung gestartet. Sie liegen im Gebiet von Cebel ekrad / Kürt Dagi / Kurdenberg. Schon früher, im Mai 2016, habe die syrische Armee drei Tage lang versucht, dieses unter kurdischer Kontrolle stehende Gebiet zu erobern. Der „Kurdenberg“ erstreckt sich bis zu einem Gebiet, wo die syrische Minderheit der Aleviten lebt – zu denen auch die Assad-Familie gehört.
In der Region „Kurdenberg“ leben 80.000 bis 90.000 Kurden, die 4 kurdischen Familienverbänden angehören. Sie sollen unter dem kurdischstämmigen Führer Saldin (Selahaddin Eyyubi) dort angesiedelt worden sein.

Und Cerablus?
Cerablus (Jarabulus auf der Landkarte, gesprochen Dscherablus) liegt ebenso wie Manbij auf der anderen (westlichen) Seite des Euphrat, den der türkische Außenminister Davutoglu in seiner Amtszeit als Ministerpräsident als „rote Linie“ bezeichnet hatte“, die die Kurden nicht (nach Westen) überschreiten dürften. Er hatte damals auch eingeräumt, dass die türkischen Streitkräfte zwei Angriffe gegen die syrischen YPG-Einheiten geführt hätten. Damals hatte ihn der HDP-Vorsitzende Demirtas gefragt, wieso die Armee denn nicht gegen die IS-Stellung in Cerablus direkt an der türkischen Grenze vorgehe? Im Gegensatz zur YPG bezeichne die Regierung diese auch nicht als Terroristen. Am 12. August 2016, als bekannt wurde, dass Manbij von den Kurden erobert und der IS dort vertrieben wurde, erinnerte Demirtas Davutoglu an seine damaligen Worte. Nun, die türkische Regierung scheint ihre Antwort nicht schuldig geblieben zu sein. Özgür Gündem berichtet am 19. August 2016, dass die türkische Armee zwei Tage lang Cerablus bombardiert habe und die Kämpfer des IS samt ihren Familien nach Bab abgezogen seien. Dafür seien aus der türkischen Nachbarstadt Karkamış Kämpfer der Ceyş El-Fetih (Dschejsch el-Fetih, Armee des Eroberers) nach Cerablus verlegt worden, einer von der türkischen Regierung unterstützten bewaffneten Gruppe, die nun die Nachfolge des IS in Cerablus antritt. Özgür Gündem berichtet auch, dass das Artilleriefeuer der türkischen Armee auf leere Flächen gerichtet gewesen sei, also wohl nicht in der Absicht erfolgt sei, die abrückenden oder anziehenden Kräfte zu treffen.

Nächster Seitenwechsel?
Die Vorgänge könnten ein Indiz dafür sein, dass der türkische Staatspräsident Erdogan seine Außenpolitik neu ausrichtet. Nach der Aussöhnung mit Russland, zu dem die Beziehungen wegen des Flugzeugabschusses im November 2015 stark abgekühlt waren, könnte die gemeinsame Sache gegen die Kurden auf eine Annäherung an die Regierung von Baschar al-Assad hinweisen. Die türkische Regierung und das Militär hatten schon immer einen PKK/YPG-freien Streifen entlang der türkischen Grenze (auf syrischem Gebiet) gefordert, die syrische Luftwaffe hat jetzt an zwei Punkten (Region Latakiya und Haseke) damit begonnen. Sie ist mit der russischen Luftwaffe verbündet, die jetzt nicht nur in Chmeimim (Syrien) sondern auch von Hamedan (Iran) aus operiert. Eine Koalition Türkei-Syrien-Iran-Russland erscheint aus türkischer Sicht durchaus sinnvoll, da das Verhältnis zu den USA und Westeuropa nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 stark abgekühlt ist. Der USA wird letztlich vorgeworfen, hinter dem Putschversuch zu stehen, der dem in Pensylvania lebenden Fethullah Gülen angelastet wird. Und der EU wird Scheinheiligkeit vorgeworfen. Wenn in einem EU-Land eine Terrorgruppe aktiv sei, würden die Menschenrechte auch ausgesetzt, und Deutschland habe nach der Vereinigung mit der DDR auch Hunderttausende aus dem Staatsdienst entlassen, das sei sogar im Einigungsvertrag gestanden. Da brauche man sich dort nicht über die Entlassungswelle in der Türkei zu beschweren.

Quellen:
http://www.diken.com.tr/esad-ile-kurtler-arasindaki-catismaya-abd-de-dahil-oldu-haseke-icin-jetler-havalandi/
20/08/2016 10:00
http://rudaw.net/turkish/kurdistan/180820164
Kürdistan: HASEKE – Esad‘dan YPG‘ye bombalar! vom 18.08.2016
http://rudaw.net/turkish/kurdistan/200820166
Kürdistan: Kürt Dağı‘nda bombardıman (20.08.2016)
http://ozgurgundem1.com/haber/175895/hesek-de-rejime-agir-darbe
vom 20 Ağustos 2016 17:03
http://ozgurgundem1.com/haber/175853/dais-sehba-sinirini-turkiye-destekli-gruplara-birakiyor
vom 19 Ağustos 2016 13:42
http://www.diken.com.tr/demirtas-pyd-firatin-batisina-gecemeyecek-diyen-davutoglunu-tiye-aldi-o-zaman-dans/
12/08/2016 18:33

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Türkei: Bewaffnete Überfälle von Polizei und PKK

Wir hatten berichtet, dass die Tageszeitung Özgür Gündem am 16. August 2016 auf Gerichtsbeschluss von Sondereinheiten der Polizei geschlossen wurde und die Journalisten unter Gewaltanwendung abgeführt wurden. Am Abend des 18.08.2016 berichtete die Zeitung Diken von der Freilassung von 22 der 25 Journalisten. Weiterhin in Haft sind Zana Kaya, İnan Kızılkaya und Aslı Erdoğan. Sie werden in der Anti-Terror-Abteilung der Staatssicherheit der Provinz Istanbul festgehalten.


Aslı Erdoğan

Nach einer Meldung von Diken von 14:15 war die Schriftstellerin Aslı Erdoğan wegen einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands kurz in ein Krankenhaus gebracht worden, wurde danach aber wieder zur Staatssicherheit von Istanbul zurückgebracht. Es soll ihr gut gehen, aber bis zu diesem Zeitpunkt wurde ihr noch nicht erlaubt, mir einem Anwalt oder einer Anwältin zu sprechen.


Naci Adıyaman

Militärköpfe in der PKK in der Überhand?
Die Zeitung Diken berichtete am 13. August davon, dass die PKK den Leiter der AKP-Jugendorganisation des Landkreises Beytüşşebap (Provinz Şırnak) Naci Adıyaman und seinen Bruder Fikret Adıyaman auf der Straße angehalten hätten und sie aus dem Auto aussteigen ließen. Die Leiche von Naci Adıyaman sei 1 km von diesem Ort entfernt gefunden worden. Nach dem Verbleib von Fikret Adıyaman forschen die Sicherheitsorgane noch. Naci und Fikret Adıyaman sind die Neffen von Tahir Adıyaman, des Oberhaupts des Jirki-Familienverbands, und zugleich Anführer von sogenannten „Dorfschützer“-Einheiten.

Angriffe in Elazığ und Van
Am 18.08.2016 wurden zwei bewaffnete Angriffe verübt: einer auf die Staatssicherheit von Elazığ (Name einer kurdischen Provinz und ihrer Hauptstadt) und einer auf die Polizeikommandantur von Van. Vor der Staatssicherheit in Elazığ explodierte ein mit Bomben beladenes Fahrzeug, worauf laut Ministerpräsident Yildirim 3 Polizisten ums Leben gekommen und 217 Menschen verletzt worden seien. Als CNN Türk einen Augenzeugen befragte, und dieser von einer großen Zahl von Toten in der Staatssicherheit sprach, fuhr der Moderator des Programms dazwischen und forderte den Zeugen auf, nicht auf die Zahl der Toten einzugehen. Der Augenzeuge sagte später zum Moderator, dass man ihn (den Moderator) falsch informiert habe, es gebe eine große Zahl von Toten.“
Während Zeitungen wie Milliyet sofort die PKK für die Anschläge verantwortlich machte, schreibt die Zeitung Özgür Gündem nichts über die möglichen Urheber. Sollte die PKK tatsächlich für die Angriffe verantwortlich sein, spräche dies für einen Sieg der Militaristen in der Organisation. Aus militärischer Sicht ist die Schwächung der türkischen Armee durch die Säuberungen der jüngsten Wochen ein Vorteil, aus politischer Sicht ist jeder Terrorakt ein propagandistischer Trumpf in der Hand der Machthaber, die Kurden noch intensiver zu verfolgen. Dies beweist auch die jüngste Razzia gegen die Zeitung Özgür Gündem.

Quellen
http://www.diken.com.tr/akp-ilce-genclik-kollari-baskani-sirnakta-pkklilarca-olduruldu/
AKP ilçe gençlik kolları başkanı Şırnak’ta ölü bulundu
13/08/2016 17:53

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundem-yazari-asli-erdogan-gozaltinda-rahatsizlanarak-hastaneye-kaldirildi/
Özgür Gündem yazarı Aslı Erdoğan gözaltında rahatsızlanarak hastaneye kaldırıldı
18/08/2016 14:15

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundemde-gozaltina-alinan-25-gazeteciden-22si-serbest-birakildi/
Özgür Gündem’de gözaltına alınan 25 gazeteciden 22’si serbest bırakıldı
18/08/2016 19:18

http://ozgurgundem1.com/haber/175799/2-ayri-noktada-polise-saldiri-olu-ve-yaralilar-var
2 ayrı noktada polise saldırı; ölü ve yaralılar var
18 Ağustos 2016 14:00

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Irak – Iran: Pasdaran beschießen kurdisches Gebiet im Irak


beschossene kurdische Gebiete im Nordirak

Vergangenen Donnerstag wurde berichtet, dass die Artillerie der iranischen Revolutionswächter kurdisches Gebiet im Irak an der Grenze zum Iran unter heftigen Beschuss genommen hat und dabei ein 19-Jähriger ums Leben gekommen sei.
Dies ist ein weiteres Indiz für die Ausweitung des Kampfs des iranischen Regimes gegen die Kurden.

Und Jagd auf die Kurden in der Türkei
Dies erfolgt parallel zur Verschärfung der Lage der Kurden in der Türkei, wo der stellvertretende AKP-Generalsekretär und Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu erklärt hat, dass die Putschisten mit der PKK zusammengehen werden. Es gebe zwar keine Beweise, aber die würden noch kommen…

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=75104
vom 21. Mordad 1395 (11. August 2016)
sepahe pasdaran manateqi dar kordestane °eraq-ra golulebaran kard

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Erdogan statt Christo: Enthüllungskünstler statt Verpackungskünstler


Hakkari – an der iranisch-irakischen Grenze

Am 2. August 2016 wurde bekannt gegeben, dass die türkischen Provinzen (mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit) Hakkari und Şırnak ihren Status als Provinz (il) verlieren und zum Landkreis (ilçe) herabgestuft werden sollen.


Şırnak – unweit der syrisch-irakischen Grenze

Hakkari soll dann in Çölemerik (entsprechend der kurdischen Bezeichnung) umbenannt werden, Şırnak soll dann Nuh (Noah) heißen – so heißt die Stadt auch auf Kurdisch nicht. Die Umbenennungen sind somit wohl ein weiteres Zeichen des Sieges. Nicht nur die Städte wurden durch den Krieg seit 2015 der Erdoberfläche gleich gemacht, nun soll auch ihr Name aus der Erinnerung getilgt werden. Und während die Arche Noah ein Symbol der Rettung ist, sind die Trümmer Şırnaks ein Mahnmal der Zerstörung durch die türkische Armee und die Politik Erdogans (sowie des Städtekriegs der PKK).
Statt Hakkari soll der Landkreis Yüksekova zur Provinz aufgewertet werden, statt Şırnak der Landkreis Cizre. Während Şırnak erst seit 1990 unter Turgut Özal als Provinz geschaffen wurde – wohl aus militärischen Gründen, war Hakkari 1926 das erste Mal und seit 1936 dauerhaft eine eigene Provinz. Entsprechend droht die Bevölkerung mit Auswanderung in den Irak, falls das Gesetz verabschiedet werden sollte.
Häufig dienen Veränderungen von Verwaltungsgrenzen dazu, bestimmte Wählergruppen zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Im konkreten Fall liegt das Motiv allerdings nicht auf der Hand, denn Erdogan hat die beiden künftigen Provinzzentren Yüksekova und Cizre so gründliche zerbomben lassen, dass man ihn geradezu als das krasse Gegenstück zum Verpackungskünstler Christo bezeichnen kann.
Hier Fotos aus Yüksekova von diesem Jahr:

Und hier Fotos aus Cizre von diesem Jahr:

Das einzige, was von diesen Orten bleibt, sind die Menschen, und es bleibt zu hoffen, dass sie Erdogan überleben.

http://www.birgun.net/haber-detay/hakkarililerden-ilce-tepkisi-irak-a-goc-ederiz-123977.html

12.08.2016 17:04 GÜNCEL

http://www.diken.com.tr/cizre-ve-yuksekova-il-olacak-hakkari-ve-sirnakin-isimleri-degistirilecek/
02/08/2016 10:45

https://www.evrensel.net/haber/286618/hakkari-ve-sirnak-il-olmaktan-cikariliyor

02 Ağustos 2016 10:24

http://www.agos.com.tr/tr/yazi/16069/hakkari-ve-sirnak-il-olmaktan-cikarilacak

Haber Merkezi 02.08.2016 GÜNCEL

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Iran – Kurdistan: Überfall auf Polizeiwache

In Sardascht, das auf iranischer Seite an der Grenze zur „Autonomen Region Kurdistan“ des Nordiraks liegt und zur iranische Provinz West-Aserbaidschan gehört, wurde am vergangenen Montag, den 8. August 2016, ein bewaffneter Angriff auf eine Polizeiwache verübt. Die Täter warfen vom Motorrad aus drei Blendgranaten in Richtung der Wache. Dabei gingen mehrere Fensterscheiben in der Umgebung in Bruch. Anschließend soll es einen zehnminütigen Schusswechsel zwischen Angreifern und Sicherheitskräften gegeben haben. Die Täter sind bislang noch unbekannt.
In den jüngsten Tagen wurden 20 kurdische Gefangene sunnitischen Glaubensbekenntnisses im Iran hingerichtet.

http://www.radiofarda.com/a/f4_gunmen_attack_sardasht_police_office_iran/27910958.html
vom 19. Mordad 1395 (9. August 2016)
hamleye afrade mosallah be yek kalantari dar shahre sardasht

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Türkei: Erdogans Lügengebäude wankt

Wir hatten berichtet, dass der Generalstabschef Hulusi Akar erklärt hat, während seiner Geiselnahme durch die Putschisten von einem der Putschisten den Vorschlag erhalten zu haben, er solle mit Fethullah Gülen in Verbindung treten. Dies war der erste direkte „Beweis“ für eine angebliche Beteiligung des in den USA lebenden Vordenkers der islamischen Fethullah-Gülen-Bewegung. Schon zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens dieser Aussage waren Zweifel an der Freiwilligkeit der Aussage von Generalstabschef Hulusi Akar angebracht. Heute sind Einzelheiten der Aussage des inhaftierten Brigadegenerals Hakan Evrim bekannt geworden, dem Hulusi Akar diese Aufforderung in den Mund gelegt hatte.
Hakan Evrim gibt an, selbst gleichermaßen von den Putschisten inhaftiert worden zu sein. Somit wäre schon die organisatorische Zuordnung zur Putschbewegung falsch. Er sagt weiter aus, dass er mit der Fethullah-Gülen-Bewegung nie etwas zu tun gehabt habe und dass er Fethullah Gülen auch nicht kenne. Dies widerspricht der Behauptung von Hulusi Akar, Hakan Evrim habe einen Gesprächskontakt zu Fethullah Gülen vermitteln wollen.
Somit steht Aussage gegen Aussage.

Wer hat die Spur gelegt?
Brigadegeneral Hakan Evrim hat darüber hinaus erklärt, dass ihm die Bewegungen der Luftwaffe mit einer Operation gegen die PKK begründet worden seien. Deshalb würden nachts Flugzeuge aus Diyarbakir eintreffen. Da solche Operationen Routine seien, habe er nichts anderes dahinter vermutet. Mit diesem Detail wird eine Spur sichtbar, wieso so viele am Krieg gegen die Kurden beteiligte Einheiten von den Verhaftungen betroffen sind.
Die nächste Frage lautet: Wer hat die Spur gelegt?

http://www.diken.com.tr/akarin-gulenle-gorusturecekti-dedigi-evrim-guleni-tanimam-darbeden-habersizdim/
Akar’ın ‘Gülen’le görüştürecekti’ dediği Evrim: Tanımam, darbeden habersizdim

28/07/2016 21:42

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Türkei: Geburtsstunde der Militärdienstverweigerung?


Angehörige warten auf Nachricht von den nach dem 15. Juli 2016 inhaftierten Rekruten

Wer seinen Sohn nicht zum Militär schickt, ist ein Vaterlandsverräter
Vor dem Gefängnis Silivri (in der Region Istanbul) warten die Angehörigen der rund 1600 Rekruten, die in Zusammenhang mit dem Putschversuch inhaftiert wurden. Hier einige Äußerungen von Angehörigen, die der türkische Journalist Erk Acarer zusammengestellt hat.
„Außer Ridvan habe ich noch einen Sohn. In unserer Tradition heißt es, wer seinen Sohn nicht zum Militär schickt, ist ein Vaterlandsverräter. Wir haben unseren Sohn zum Militär geschickt, und gelten jetzt trotzdem als Vaterlandsverräter. Aus diesem Grund will ich meinen anderen Sohn nicht (zum Militär) schicken. Wir kommen aus Van, seit Tagen sind wir hier. Wir wollen nur wissen, was los ist. Mein Sohn hätte aus dem Militärdienst entlassen werden sollen. Seitdem sind schon 4 Tage vergangen. Wir warten in Sorgen. Gestern sind hier zwei Soldatenmütter ohnmächtig geworden. Mein Sohn leistete seinen Militärdienst in Hasdal (AdÜ: Hasdal-Kaserne in Istanbul). Man hatte ihnen gesagt: Wir holen euch zu einem Manöver. Jeder weiß, dass ein sogar ein Gefreiter einem einfachen Rekruten befehlen kann, stundenlang einem Baum den militärischen Gruß zu erweisen. Unsere Kinder haben nicht aufs Volk geschossen. Aber man konnte auch nicht erwarten, dass sie den Kommandanten, die sie zum Manöver holten, Widerstand leisten und sagen: Wir gehen nicht mit. Unsere Kinder sind alle unschuldig!“
Vater Murat Cengiz sagt: „Wir verlangen, dass die Soldaten der unteren Rangstufen geschützt werden und die Offiziere, die die Befehle erteilen, bestraft werden.“ Er fährt fort: „Zum Glück haben die Verräter ihr Ziel nicht erreicht, aber die Rechnung dürfen unsere Kinder bezahlen. Jetzt müssen wir uns auch noch mit dem Vorwurf herumschlagen, ehrlose Kerle zu sein. Wir wollen unsere Kinder wieder in die Arme schließen. Dieses Leid soll endlich ein Ende finden.“ (…)

Wir haben unseren Sohn zum Militär geschickt, und gelten jetzt trotzdem als Vaterlandsverräter.
Eine andere, die vor Silivri weiterhin auf ihren zum Militärdienst eingezogenen Sohn wartet, ist Ayse Abay. „Mein Sohn Mikail ist seit anderthalb Monaten beim Militär. Er hat noch nicht einmal verstanden, was Militärdienst ist“, sagt sie und empört sich: „Wir haben ihnen unsere Kinder anvertraut. Was wussten wir, dass uns das blühte! Wir kommen aus Ankara. Seit Tagen warten wir hier in einem Zustand der Rechtlosigkeit. Ich konnte mit meinem Sohn nach dem Putschversuch nur einmal sprechen. Er fragte mich: „Mamma, in Ankara hat es eine Explosion gegeben, seid ihr gesund?“. Unsere Kinder haben von der ganzen Sache so wenig Ahnung. Wir wollen vor allem informiert werden. Und sie sollen unseren Kindern auch ausrichten, dass wir hier warten.“

Seit Tagen warten wir hier in einem Zustand der Rechtlosigkeit
Unter Türken (weniger unter Kurden) war die Verrichtung des Militärdienstes Ehrensache. Die Ausgestoßen und Misshandelten waren bis jetzt immer die Verweigerer, die nach jeder Haftzeit erneut eingezogen und verurteilt wurden und in Haft zusammengeschlagen wurden. Jetzt scheint den einfachen Menschen zu dämmern, dass sie sich ein falsches Bild von „Vater Staat“ gemacht haben. 1600 Inhaftierte sind zwar nicht viele, wenn man bedenkt, dass die Türkei 75 Millionen Einwohner hat, aber so wie diese Menschen denken zig Millionen. Und das wird Folgen haben.

http://www.birgun.net/haber-detay/cocuklarimiza-yapilanlar-hepimizi-incitiyor-121850.html
“Çocuklarımıza yapılanlar hepimizi incitiyor”
28.07.2016 07:51 GÜNCEL
ERK ACARER erkacarer@birgun.net @eacarer
Fotoğraflar: Recep Yılmaz

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Autonome Region Kurdistan (Irak): USA finanziert das Militär

Am 12. Juli 2016 hat die USA ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit mit der Kurdischen Autonomie im Nordirak abgeschlossen. Die US-Regierung wurde bei der Unterschrift von Elissa Slotkin vertreten, der Acting Assistant Secretary of Defense, die kurdische Regierung des Nordiraks vom Innenminister der Kurdischen Autonomie Karim Sandschari. Bei der Unterzeichnung war Mas°ud Barsani, der Präsident der Autonomie, zugegen. Die US-Regierung verpflichtet sich in diesem Abkommen, die kurdischen Peschmerga mit 450 Mio. Dollar für den Kampf gegen den „IS“ (sogenannter Islamischer Staat) zu unterstützen. Das Geld dient vor allem dazu, die Löhne der kurdischen Peschmerga-Soldaten zu zahlen. Die Kurdische Autonomie verpflichtet sich ihrerseits, ihre Kräfte an der Front gegen den IS zum Einsatz zu bringen.

Abkommen gegen den IS oder gegen die Zentralregierung in Baghdad?
Auf den ersten Blick dient das Abkommen dazu, die Region Niniwe dem Einflussbereich des IS zu entziehen, der nach wie vor die Provinz Mossul beherrscht. Auffallend ist allerdings, dass bei der Vertragsunterzeichnung kein Vertreter der Zentralregierung aus Baghdad anwesend war. Ibrahim Dscha°fari (Ja°fari), der irakische Verteidigungsminister, soll in einem Interview mit dem Sender „al-Hurra“ geäußert haben, das Abkommen sei ohne das Wissen der Zentralregierung abgeschlossen worden und verletze die nationale Souveränität des Iraks. Der US-Botschafter in Baghdad äußerte hingegen, die Zentralregierung sei vom Abkommen informiert worden.
Angesichts der Äußerungen von Präsident Barsani, auf eine Unabhängigkeit der Kurdischen Autonomie hinzuarbeiten, hatte die Zentralregierung die Zahlungen für die Kurdische Autonomie aus dem Zentralbudget empfindlich gekürzt. Das jetzige Abkommen mit den USA macht die Kurdische Autonomie von diesen Zahlungen unabhängiger und unterstützt somit die Unabhängigkeitsbestrebungen. Während Umid Salah, der Sprecher der Kurdischen Autonomieregierung, erklärte, das Abkommen sei auf ca. 2 Jahre geplant und es sei nicht vorgesehen, militärische Stützpunkte der Koalition (gegen den IS) zu schaffen, zitiert die Webseite a:fa:q (Horizonte) das Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans (so heißt Barsanis Regierungspartei im Norirak) Rinas Jano Mohammad, der davon sprach, dass aufgrund des Abkommens 5 US-Stützpunkte in Halabtsche, Atrusch, Arbil, Dohuk und Sandschar eingerichtet würden, die der Ausbildung der Peschmerga-Soldaten dienten. Nach seinen Worten soll das Abkommen die Gehälter der Peschmerga für 10 Jahre sichern, außerdem sollen sie mit modernen Waffen ausgerüstet werden.

Deutschland im Kontakt
Rinas Jano Mohammad besuchte als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Iraks am 15. Februar 2015 die deutsche Botschaft in Baghdad, um Deutschland für die militärische Unterstützung der irakischen Streitkräfte zu danken und von der Einrichtung eines deutsch-irakischen Freundschaftskomitees im Rahmen des Auswärtigen Ausschusses zu berichten. Rinas Jano Mohammad wurde zum Vorsitzenden des Freundschaftskomitees ernannt. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass der CDU-Fraktionschef Volker Kauder laut Medienberichten vom 16. Oktober 2014 Waffenlieferungen an die Kurden forderte.

Faktum ist, dass dieses Vorgehen das autoritäre und korrupte Barsani-Regime stützt und einer demokratischen Entwicklung des Nordiraks nicht förderlich ist. Denn Barsani arbeitet schon seit längerem daran, alle anderen kurdischen Parteien der Kurdischen Autonomie zu entmachten.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113287
vom 6. Mordad 1395 (27. Juli 2016)
amrika doulate markaziye °eraqra dur zad : naxostin mowafeqatnameye nezamiye amrika wa eqlime kordestan

http://www.parliament.iq/details.aspx?id=3135&AlwType=ComH
vom 22. Februar (Shubat) 2015
عضو لجنة الخارجية النائب ريناس جانو محمد تزور السفارة الالمانية
°ad.wu lajnati l-xa:rijiya an-na:‘ibu ri:na:s ja:nuaazu:ru as-safa:rata l-alma:niyata

http://www.defense.gov/About-DoD/Biographies/Biography-View/Article/602768/elissa-slotkin
(ein lesenswerter Lebenslauf)
abgerufen am 28.07.2016

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Iran: Anschlag in den Bergen von Kermanschah

Am Sonntag, den 10. Juli 2016, wurde im Kreis Ridschab (Provinz Kermanschah) in der Region Dalahu ein Überfall auf ein Auto verübt, in dem unter anderem Heschmatollah Falahat-Pische, der Parlamentsabgeordnete für den Wahlkreis Eslam-Abade Gharb, sowie Faramars Asghari, der Leiter der Sicherheitsbehörde des Kreises Eslam-Abade Gharb, saßen. Das Fahrzeug wurde von vier bewaffneten Personen in Beschuss genommen, die in einem anderen Auto saßen. Beim Überfall kam der Fahrer des Wagens sowie einer der Verantwortlichen der Veterinärmedizin der Provinz Kermanschah ums Leben. Der Leiter der Sicherheitsbehörde wurde von den Schüssen schwer verletzt.
Nach einer Meldung vom Folgetag, in der auch der überlebende Parlamentsabgeordnete Falahat-Pische zitiert wird, heißt der verwundete Leiter der Sicherheitsbehörde Akbari mit Nachnamen, nicht Asghari. Akbari soll sich nach einer Operation nicht mehr in Lebensgefahr befinden.
Über die Urheber gibt es keine Erkenntnisse, höchstens Schuldzuweisungen, so an die kurdische Gruppe Pezhwak oder allgemein an „Täter aus dem Ausland“.

http://www.radiofarda.com/a/f7-gunmen-attack-mp-car-in-kermanshah/27850317.html
vom 20. Tir 1395 (10. Juli 2016)
do koshte dar hamleye mosallahane be xodrouye hamele yek nemayandeye majles dar kermanshah

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=112261
vom 21. Tir 1395 (11. Juli 2016)
axarin xabar dar bareye hamleye mosallahane dar dalahu az zabane falahat-pishe, haft daqiqe xodrouye ma wa jam°i az modirane kermanshah be ragbar baste shod

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Bomben für Israel – und für Kurdistan

Das erste Ziel ist Israel
Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat General Hossein Salami, der stellvertretende Oberbefehlshaber der Streitkräfte der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) in einer Rede vor der Freitagspredigt am „Jerusalem-Tag“ darauf hingewiesen, dass alles bereit stehe, um Israel zu vernichten. Er erklärte: „Heute sind über hunderttausend Raketen vom Libanon aus flugbereit, um dann, wenn zu sehen ist, dass die Zionisten aufgrund ihrer falschen Einschätzungen ihre Fehler wiederholen, diese Raketen abzuschießen und auf das zionistische Regime niedergehen zu lassen (…).“
Er fuhr fort: „Aber das Ganze hört nicht bei diesen hunderttausend Raketen auf – das gesamte Besetzungsgebiet, vom Westjordanland (kara:ne-ye ba:xtari) bis zum Gasa-Streifen (nawa:re ghaze) und Nordpalästine, Haifa, Tel-Aviv und jedem anderen Punkt des besetzten Palästinas, wird das Ziel zigtausender zerstörerischer Langstrecken-Raketen sein, die in den entferntesten Punkten der islamischen Welt stationiert sind und nur auf den Befehl warten, einen schwarzen Flecken der politischen Geographie für immer zu vernichten.“

Das zweite Kurdistan
Der stellvertretende Pasdar-Oberbefehlshaber Hossein Salami erklärte weiter bezüglich „abweichlerischer, konter-revolutionärer Splittergruppen“ – gemeint ist die Demokratische Partei Kurdistans / Iran: „Einige Regierungen der Region wollten in unserem Land eine kleine Sicherheitslücke schaffen. Aber sie sind auf eine entschlossene Reaktion gestoßen. Ich warne die Verantwortlichen im Nordirak, ihre Verpflichtungen einzuhalten. Denn wenn die Islamische Republik von irgendeiner Seite bedroht wird, werden wir diese Bedrohung egal an welchem Punkt zerstören. Die Unrechtsregime warne ich, keine kindischen Spiele mit dem Schwanz des Löwen zu treiben. (…)“
Wie man sieht, hat das Regime des Barsani-Clans im Nordirak nicht nur Abmachungen mit der türkischen Regierung getroffen, die es der türkischen Luftwaffe erlauben, Tag für Tag irakisches Gebiet zu bombardieren und Kurden zu töten, sondern auch mit der iranischen Regierung. Die Abmachungen mit dem Iran besagen unter anderem, dass das Barsani-Regime nicht zulässt, dass kurdische Gruppen wie Komele vom Nordirak aus Angriffe auf den Iran starten können. De facto erfolgten die jüngsten Gefechte zwischen Kurden und Pasdaran im Iran aber auf iranischem Gebiet und gingen nicht vom Nordirak aus. Das weiß der Pasdar-General auch.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=111644
vom 11. Tir 1395 (1. Juli 2016)
janeshine farmandehe sepah: 100 hezar mushak az lobnan amadeye partab be samte rezhime sahyunisti / dah-ha hezar mushake borde boland az noqate moxtalefe jahane eslam amadeye nabudiye esra’il / hoshdare sepah be mas’ulane shomale eraq

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Iran: Pasdaran gegen Kurden


Gespräche zwischen Türkei und Syrien über die Kurden – Iran im Hintergrund?

Laut Meldungen der iranischen Nachrichtenagentur IRNA kam es vergangenen Freitag und Samstag (24./25. Juni 2016) in der Region Mahabad zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den iranischen Pasdaran und Kämpfern der Demokratischen Partei Kurdistans im Iran DPK/I. Laut Darstellung der staatlichen IRNA seien die Kurden „zur Durchführung propagandistischer und terroristischer Aktivitäten“ in die Dörfer gegangen und dabei von den Pasdaran enttarnt worden. Darauf sei es zu einem Gefecht zwischen den bewaffneten Kräften gekommen.
Anmerkung: Der Hergang wird von den iranischen Amtsstellen ähnlich dargestellt wie in der Vorwoche in Oschnawije. Demnach sind die Vertreter der DPK/I in die Dörfer gegangen, wurden entdeckt und von den Pasdaran angegriffen. Sollte die amtliche Darstellung in diesem Punkt zutreffen, würde das für ein ausgebautes Spitzelsystem des iranischen Staats sprechen, was nach 37 Jahren an der Macht freilich auch kein großes Kunstwerk wäre. Beachtlich ist vielmehr, dass der Staat die Kurden in den 37 Jahren nicht klein gekriegt hat, obwohl es an Brutalität und Massakern nicht fehlte.
Die bewaffneten Angriffe gingen nach amtlicher Darstellung in beiden Fällen von den Pasdaran aus. Dies könnte ein weiteres Indiz auf ein koordiniertes Vorgehen zwischen den Regierungen der Türkei, Syriens und des Irans gegen die Kurden sein. So berichtet die kurdische Webseite kurdpress am 25.06.2016 von geheimen Treffen zwischen Türkei und Syrien in Algerien, unter der Aufsicht des Irans.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/214090.php
vom 5. Tir 1395 (25. Juni 2016)
dar-giriye mosallahane beyne sepah wa hezbe demokrat dar kordestan edame darad

http://www.kurdpress.ir/En/NSite/FullStory/News/?Id=13548#Title=%0A%09%09%09%09%09%09%09%09Syria%20and%20Turkey%20have%20been%20in%20talks%20in%20Algeria%0A%09%09%09%09%09%09%09
vom 25.06.2016
Syria and Turkey have been in talks in Algeria

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Iran: Bewaffneter Konflikt zwischen Pasdaran und Demokratischer Partei Kurdistans/Iran

Der Sprecher des Militärrats der Demokratischen Partei Kurdistans/Iran wie auch der Befehlshaber der Landstreitkräfte der Revolutionswächter haben davon gesprochen, dass es am Mittwoch, den 26. Chordad 1395 (15. Juni 2016) im ländlichen Bereich der Region Oschnawije (südlich von Urumije) zu einer bewaffneten Auseinandersetzung gekommen ist.
Nach einer Meldung des Medienbüros erklärte der Befehlshaber der Landstreitkräfte der Revolutionswächter Mohammad Pakpur: „Zwei terroristische Banden, die einer konterrevolutionären Gruppierung angehörgen, hatten vor, Sabotageakten und terroristische Aktionen durchzuführen, das Grenzgebiet um Oschnawije zu durchqueren und ins Landesinnere zu gelangen. Sie wurden von den mutigen Kämpfern der geheimdienstlich und operativ tätigen Kräfte der Basis „Hamze“ der Landstreitkräfte der Revolutionswächter enttarnt.“
Mohammad Pakpur fuhr fort: „Nach einer mehrstündigen Auseinandersetzung erschossen die Kräfte der Revolutionswächter eine Reihe von bewaffneten Individuen.“
Auch eine informierte Person aus der Demokratischen Partei Kurdistans / Iran hat im Interview mit Radio Farda bestätigt, dass es in der Region Oschnawije zu einem bewaffneten Zusammenstoß kam.
Laut „Kurdistan Media“ hat auch der Sprecher des Militärrats der Demokratischen Partei Kurdistans / Iran bestätigt, dass eine Gruppe vom Peschmerga der Demokratischen Partei Kurdistans / Iran in der Region Oschnawije zwischen den Ortschaften Sargiz und Qara-Saqal politische Aktivitäten unter der Bevölkerung durchführte, als sie von den Streitkräften der Pasdaran angegriffen wurden. Es sei zu einem heftigen Gefecht zwischen den beiden gekommen. Der Sprecher erklärte weiter, bei den Pasdaran habe es eine Reihe von Verlusten gegeben, die Toten und Verletzten dieser Auseinandersetzung seien ins Krankenhaus von Oschnawije verlegt worden. Die Staatsbehörden hätten der Bevölkerung untersagt, das Krankenhaus in dieser Zeit aufzusuchen.“ Offensichtlich soll auf diesem Weg verhindert werden, dass unzensierte Einzelheiten über den Vorfall an die Öffentlichkeit gelangen.“
Auf der Landkarte ist ersichtlich, dass Oschnawije nicht weit vom Länderdreieck Iran-Irak-Türkei liegt. In den letzten Wochen war die türkische Grenzprovinz Hakkari, vor allem die Gebiete Yüksekova und S,emdinli Ziel fast täglicher Bombenangriffe der türkischen Luftwaffe. Es fällt auf, dass jetzt auch die iranische Seite kriegerische Handlungen vornimmt. Die Aussagen der iranischen Pasdaran wie der Kurdenpartei deuten darauf hin, dass die Pasdaran die Demokratische Partei Kurdistans bei ihrer politischen Tätigkeit in den Dörfern überrascht hat und die Gelegenheit nutzen wollte, zuzuschlagen. Dabei haben die Pasdaran wohl die Kräfteverhältnisse falsch eingeschätzt.

http://www.radiofarda.com/content/o2-irgc-kurdistan--attacked/27801025.html
vom 31. Chordad 1395 (20. Juni 2016)
dargiriye niruhaye sepah wa pishmargehaye hezbe demokrate kurdestan dar oshnawiye

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Türkei: Erdowie ErdoWo Erdogan

Für Kritik von Menschenrechtsorganisationen sind die meisten Machthaber der Welt in der Regel taub. Das können sie sich auch leisten, denn Politik und Wirtschaft interessieren sich für Menschenrechte höchstens dann, wenn es ihnen ins Geschäft passt. Saddam Hussein bombardiert den Iran? Kein Problem, kriegt die Waffen. Immerhin hat die iranische Revolution ja den Schah gestürzt, mit dem man so gut konnte. Saddam Hussein besetzt Kuwait? Oho, Kindermörder und so weiter, die Panzer und Flugzeuge rollen an. Weg vom Fenster.
Danach kommen die von den iranischen Ajatollahs finanzierten schiitischen Milizen unter Moqtada Sadr und terrorisieren die Bevölkerung Iraks. Kein Problem, Augen zu und durch, die Bomben fallen ja nicht bei uns. Dann kommt der IS (Islamische Staat) und massakriert die Christen, Jesiden und Schiiten im Irak und u.a. die Alawiten in Syrien? Böse, böse. Da müssen die Flugzeuge wieder anrollen. Die deutschen Flugzeuge zum Beispiel aus Incirlik in der Türkei.
Ja, so selektiv wird das mit den Menschenrechten präsentiert, da können amnesty international oder Human Rights Watch tonnenweise Berichte verfassen. Aber es geht auch anders. Bei der Satire-Sendung von extra 3 (NDR) wurde ein Satire-Video auf Erdogan veröffentlicht, das die Kritik knapp und treffend in zwei Minuten zusammenfasst und schon jetzt über 5 Millionen Zuschauer auf youtube erreicht hat.
Hier der link
https://www.youtube.com/watch?v=he6zbv5S6Zg
Es lohnt sich, das anzuschauen… Selbst Erdogan hat sich das nicht entgehen lassen, und gleich den deutschen Botschafter einbestellt. Wahrscheinlich findet er es lustiger, wenn sie den Film gemeinsam anschauen.

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Iran – Sanandadsch : 4 Kinder vor Hinrichtung


Iran idam Cumhuriyeti – Iranische Hinrichtungsrepublik

Die türkische Webseite Özgür Gündem (Freie Tagesordnung) berichtet heute unter Berufung auf die Iranische Menschenrechtsorganisation, dass im Gefängnis von Sanandadsch (iranisches Kurdistan) vier kurdische Kinder (unter 18) in die Zelle für Hinzurichtende verlegt wurden, wobei in 3 der 4 Fälle der Fall noch vor dem obersten Gerichtshof anhängig ist. Da die Justiz ganz in der Hand der Fundamentalisten ist, gehen die Gefängnisbehörden offensichtlich davon aus, dass diese Instanz nichts ändern wird. Die vier verurteilten Kinder heißen Yusif Mihemedî, Siyaweş Mihemedî, Amanc Ewîsî und Hêmin Hewramînijad. Laut Amnesty International wurden von 2005-2015 im Iran 73 Kinder (unter 18-Jährige) hingerichtet.

Quelle:
http://www.ozgur-gundem.com/haber/162051/iran-idam-cumhuriyeti-4-kurt-cocugunu-daha-idam-edecek

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Türkei: Im Osten nichts Neues

Mit Nevroz oder ohne Nevroz, der Krieg gegen die Kurden in der Türkei geht weiter.
Die Webseite des türkischen Generalstabs hält auf dem Laufenden, und auch wenn es nur die staatliche Version ist, spricht sie für sich:
http://www.tsk.tr/4_olaylar/4_2_onemli_yurtici_olaylar/onemliyurticiolaylar.html

Totenbilanz
Zum 30. März 2016 meldete das Militär mit Bezug auf den 29. März:
Militäroperation in Mardin/Nusaybin – vom 13.3.2016 bis jetzt 137 unschädlich Gemachte (in der Regel Tote)
Militäroperation in Şırnak (Zentrum) – vom 13.3.2016 bis jetzt 118 Tote
Militäroperation in Hakkari/Yüksekova – vom 12.3.2016 bis jetzt 92 Tote
Luftangriffe im Nordirak – allein am 11.3.2016 67 Tote (unter der Rubrik – wichtige Vorfälle im Inland (!) veröffentlicht)
Hinzu kommen die inzwischen abgeschlossenen Militäroperationen in
Şırnak / Cizre Mitte Dezember 2015 bis 26.02.2016 666 Tote
Şırnak / Silopie Mitte Dezember 2015 bis 23.01.2016 145 unschädlich Gemachte, davon 86 Verhaftete, also 59 Tote
Şırnak / Idil – 18.2.-10.3.2016 125 Tote
Diyarbakır / Sur Mitte Dezember 2015 bis 10.03.2016 286 Tote.
Zählt man die Zahlen zusammen, kommt man auf 1550 tote „Terroristen“ laut Meldungen des Militärs. Die Zivilisten sind dabei nicht berücksichtigt, die Vertriebenen auch nicht, und die Opfer des Militärs werden anderenorts veröffentlicht.

Erdogans Ziel
Das Ziel von Staatspräsident Erdogan bei diesem Krieg ist klar – der türkisch-nationalistischen MHP die Wähler abzuziehen. Zahlenmäßig sind das etwa so viele wie die prokurdische HDP erhalten hat, allerdings unter wesentlich schlechteren Voraussetzungen (Überfälle und gerichtliche Verfolgung gegen zahlreiche Aktivisten der Partei).

Und das Ziel der PKK?
Die Frage ist, was die PKK damit gewinnen wollte, als sie sich auf diesen Krieg einließ. Hat sie ihren politischen Spielraum überschätzt? Sie mag in Syrien mit ihrer kurdischen Schwesterpartei zwar erfolgreich gegen den „Islamischen Staat“ kämpfen und deshalb die Sympathien westlicher Machthaber genießen, aber weder die USA noch die EU haben bis jetzt auch nur die Einstufung der PKK als „terroristische Vereinigung“ aufgehoben.

Westliche Heuchelei von den Menschenrechten
Darauf weist Erdogan zu Recht hin, wenn er den Westen als doppelzüngig bezeichnet. Wie kann es sein, fragt er, dass man ihn nach Brüssel einlädt und die „Terroristen“ vor dem Ort des Treffens ein Zelt aufbauen dürfen? Auch in einem zweiten Punkt hat Erdogen nicht Unrecht: Der Kuhhandel der EU mit der Türkei, Geld zu geben, wenn die Türkei syrische Flüchtlinge zurücknimmt, sowie Visafreiheit für die Türken zu gewähren, ist ein Offenbarungseid in Sachen Menschenrechten. Syrische Flüchtlinge sind in der EU nur genehm, wenn sie von der Wirtschaft gesuchte Berufe ausüben. Erdogan meint dazu: Wir nehmen die Menschen nicht wegen der EU-Gelder zurück, sondern damit sie nicht vor verschlossenen Türen betteln müssen (sinngemäß für rezil olmasınlar). Was den Schutz syrischer Flüchtlinge in der Türkei angeht, verschweigt er zwar, dass der IS auch in der Türkei problemlos seine Kritiker ermorden kann und tödliche Terrorakte gegen türkische Linke verübte hat, aber inzwischen hat die Türkei wohl 3 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen – und welches EU-Mitglied könnte das von sich behaupten?

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