Archiv der Kategorie 'Kurdistan'

Irak: Kurden protestieren gegen kurdische Regierung


Bekanntlich hat die Regierung der Kurdischen Autonomie im Nordirak beschlossen, das in der Region geförderte Erdöl selbst auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Darauf hatte die Regierung in Baghdad beschlossen, die Löhne der staatlichen Bediensteten in der Region nicht mehr zu bezahlen. Es läge nahe, dass die kurdische Regierung diese Aufgabe übernimmt. Den jetzigen Protesten nach zu schließen, war dies nicht der Fall.


Die untere Zeile des Plakats lautet:
bese talani we dizi
Es reicht mit Plünderung und Diebstahl

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118295
vom 25. Mehr 1395 (16. Oktober 2016)
e°terazate xiyabani dar kordestane °eraq

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Iran: Tödliches Erdöl


Protest der Kurden in Mariwan gegen Erdöltanklastwagen

Am Samstag, den 4. Oktober 2016, fand vor dem Sitz des Gouverneurs von Mariwan eine Protestkundgebung der einheimischen Bevölkerung, also der Kurden statt. Sie forderten ein Verbot für den Verkehr von Tanklastwagen auf der Straße zwischen Mariwan und Sanandadsch.


Es handelt sich dabei um eine kurvenreiche Gebirgsstraße, die stellenweise absackt und in die seit der iranischen Revolution anscheinend wenig Geld für den Unterhalt gesteckt wurde.

Auf der Straße wird Erdöl aus der Kurdischen Autonomie im Irak in den Iran exportiert, dort in Raffinerien verarbeitet und dann gewinnbringend von der iranischen Seite auf dem Weltmarkt verkauft.

Immer wieder stürzen solche Tanklastwagen um, geraten in Brand, so dass auch andere Autos in Flammen aufgehen und die Insassen verbrennen, oder aber das Öl läuft auf die Straße, wo es wie Schmierseife wirkt. Von den Umweltschäden, die das auslaufende Öl anrichtet, ganz zu schweigen.

Vermutlich profitiert im irakischen Kurdistan der Barsani-Clan vom Export in den Iran, und auf iranischer Seite die Pasdaran von der Weiterverarbeitung und dem Verkauf auf dem Weltmarkt. Das macht es unwahrscheinlich, dass die Proteste der Kurden auf offenes Gehör bei den Ämtern stoßen.

http://www.radiofarda.com/a/f3-mariwan-protest-roads-situation/28031910.html
tajammo°e e°tera:zi dar mariwa:n be °obur wa morure ta:nkerha:ye ha:mele suxt
Protestkundgebung in Mariwan gegen den Verkehr von Öltankwagen
vom 13. Mehr 1395 (4. Oktober 2016)

http://www.marivan.gov.ir/Default.aspx?TabId=50&nid=27163
ra:neshe ja:ddeye asliye mariwa:n sanandaj
Abrutschen der Hauptverbindungsstraße zwischen Mariwan und Sanandadsch
vom 21. Adhar 1392 (12. Dezember 2013)

http://kurdtoday.ir/news/7637/%D8%A7%D8%AC%D8%AA%D9%85%D8%A7%D8%B9%DB%8C/%D9%88%D8%A7%DA%98%DA%AF%D9%88%D9%86-%D8%B4%D8%AF%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%AF%D8%B3%D8%AA%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D8%AA%D8%A7%D9%86%DA%A9%D8%B1-%D9%86%D9%81%D8%AA-%DA%A9%D8%B4-%D8%AF%D8%B1-%D8%AC%D8%A7%D8%AF%D9%87-%D8%B3%D9%86%D9%86%D8%AF%D8%AC-%D9%85%D8%B1%DB%8C%D9%88%D8%A7%D9%86.html
wa:zhgun shodane yek dastga:he ta:nkere naft-kesh dar ja:deye sanandaj – mariwa:n
Umstürzen eines Tanklastwagens auf der Straße zwischen Sanandadsch und Mariwan
vom 9. Mordad 1394 (1. Juli 2015)

http://tnews.ir/news/5EEF31491696.html
ja:ne mohite zist wa mardoma:n dar ja:deye sanandaj-mariwa:n ba: ham gerefte mi shawad
Auf der Straße von Sanandadsch nach Mariwan verlieren Mensch und Umwelt ihr Leben
vom 16. Mehr 1393 (8. Oktober 2014)

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Iran: Zusammenstöße zwischen Kurden und Pasdaran

An der iranisch-irakischen Grenze bei Sardascht kam es vergangenen Dienstag (am 6. September) zu einem Gefecht zwischen Kämpfern der Demokratischen Partei Kurdistans /Iran und den Pasdaran. Regierungsvertreter sprachen von 6 Toten unter den Kurden, die Kurdenpartei spricht von zwei. Die Zusammenstöße stehen in Zusammenhang mit einer militärischen Aktivierung der kurdischen Partei unter ihrem derzeitigen Führer Mostafa Hedschri. Vertreter der Kurdischen Autonomieverwaltung im Nordirak sollen in einem kürzlichen Treffen mit Vertretern der iranischen Regierung bestätigt haben, dass sie keinen kurdischen Oppositionsparteien gestatten, von ihrem Gebiet aus die Islamische Republik Iran zu bedrohen.
Derzeit scheinen sich die türkischen, syrischen und iranischen Kurden in einem Mehrfrontenkrieg zu bewegen. Die kurdische Verwaltung im Nordirak unter dem Barsani-Clan scheint bemüht, sowohl mit der türkischen wie mit der iranischen Regierung freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Angriffe des türkischen Militärs wie auch der iranischen Pasdaran auf Oppositionsgruppen in ihrem Gebiet duldet sie in der Regel.

http://www.radiofarda.com/a/f4_democratic_party_kurd_clashes_iran_revolutionary_guards/27973581.html
vom 22. Schahriwar 1395 (12. September 2016)
niruhaye hezbe demokrate kordestan wa sepahe pasdaran dar sardasht ba ham dargir shodand

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Türkei – Syrien – Rojava: Einigung über Pufferzone?


braun: die kurdisch kontrollierten Gebiete, gelb die angeblich vereinbarte türkische Pufferzone, grau: IS, blaugrau: die syrische Armee (von Baschar al-Assad), blassrot: diverse Oppositionsgruppen

Wie die türkische Zeitung diken unter Berufung aus Quellen aus dem syrisch-kurdischen Verwaltungsgebiet Rojava berichtet, sollen sich nach Protesten der USA die türkische Regierung und die kurdischen Kämpfer in Syrien auf eine türkische Pufferzone und eine kurdische Verbindung zwischen den drei kurdischen Gebieten Afrin, Kobani und Cezire (Dschesire) geeinigt haben. Demnach soll die Türkei eine Pufferzone von Cerablus (Dscherablus, Jarablus) bis Ases (Azez) zugestanden bekommen und somit die eigene Grenze in diesem Abschnitt unter Kontrolle haben, während die Kurden den IS aus el-Bab vertreiben sollen und dann südlich der türkischen Pufferzone ihre Gebiete zusammenschließen sollen. Quellen aus dem türkischen Außenministerium sollen solche Meldungen dementiert haben. Es ist anzunehmen, dass die syrische Regierung nicht damit einverstanden sein wird, auf ihrem Gebiet eine türkische Pufferzone einzurichten.

Quelle:
http://www.diken.com.tr/rojavali-kaynaklar-turkiye-ypg-anlasti-tampon-bolge-de-kantonlar-da-olacak/
Rojavalı kaynaklar: Türkiye-YPG anlaştı, ‘tampon bölge’ de kantonlar da olacak
30/08/2016 19:15

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Türkei – Syrien – USA: Beim Lügen ertappt

Wir hatten vor zwei Tagen davon berichtet, dass der türkische Einmarsch in die syrische Grenzstadt Cerablus auch mit Unterstützung von US-Flugzeugen erfolgte. Dies soll sowohl der US-Vizepräsident Joe Biden wie das US-Verteidigungsministerium bestätigt haben. Nun hat der türkische Journalist Tolga Tanış diese Behauptung als Lüge entlarvt.
So schreibt er in der dem Militär nahestehenden Zeitung Hürriyet, dass die USA den türkischen Einmarsch in Cerablus keineswegs aus der Luft unterstütze. Dies gehe auch deutlich aus den Berichten des US-Zentralkommandos hervor, die am 24., 25. und 26. August 2016 veröffentlicht wurden. Sie decken jeweils den Vortag ab und erwähnen in keinem einzigen Fall Cerablus (oder Jarablus), sondern als nächsten Ort Manbij, das sich in der Hand kurdischer Kämpfer befindet. Tolga Tanış schreibt weiter, dass die US-Luftwaffe die Kämpfer in Cerablus auch gar nicht unterstützen könnte, selbst wenn sie wollte. Denn in Cerablus seien Organisationen aktiv, die nach Title 50 des Nationalen Sicherheitsgesetzes der USA vom CIA unterstützt würden, sie könnten damit nicht nach Title 10 desselben Gesetzes vom US-Verteidigungsministerium unterstützt werden. Ob das so stimmt, ist allerdings fraglich, wie ein Aufsatz von Andru E. Wall im Harvard National Security Journal von 2011 ausführlich erklärt. Die Auslegung sei den US-Juristen überlassen, Faktum ist jedenfalls, dass das US-Centcom keine Luftwaffeneinsätze aus dem fraglichen Zeitraum in Cerablus/Jarablus veröffentlicht hat.
Tolga Tanış schreibt auch, es sei fraglich, ob der militärische Einmarsch der Türkei vor allem dem IS gelte oder nicht viel mehr den Kurden. Die Tatsache, dass die IS-Kämpfer sehr plötzlich aus Cerablus verschwunden seien, sei keineswegs beruhigend für die Türkei.

Quellen:
http://www.diken.com.tr/cerablus-operasyonu-tsk-sivillerin-zarar-gormemesi-icin-gerekli-tedbir-aliniyor/
Cerablus operasyonu | TSK: Sivillerin zarar görmemesi için gerekli tedbir alınıyor
28/08/2016 14:00

http://sosyal.hurriyet.com.tr/yazar/tolga-tanis_322/cerablus-problemleri_40209854
Cerablus problemleri – Tolga Tanış
28.08.2016 Pazar

http://www.centcom.mil/news/press-release/august-26-military-strikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-ir
August 26: Military Strikes Continue Against ISIL Terrorists in Syria and Iraq
8.26.16
August 26, 2016
Release # 20160826-01
http://www.centcom.mil/news/press-release/august-25-military-airtrikes-continue-against-isil-terrorists

August 25: Military airtrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq
8.25.16
August 25, 2016
Release # 20160825-01

http://www.centcom.mil/news/press-release/august-24-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and
August 24: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq
8.24.16
August 24, 2016
Release # 20160824-01

http://harvardnsj.org/wp-content/uploads/2012/01/Vol-3-Wall.pdf
Demystifying the Title 10-Title 50 Debate:
Distinguishing Military Operations, Intelligence Activities & Covert Action, Harvard National Security Journal, 2011 von Andru E. Wall*

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Syrien – Türkei: Krieg und Propaganda

Der Sender CNN Türk berichtet aus Ankara (!), dass die türkischen Streitkräfte in Cerablus (Syrien, nahe der türkischen Grenze) 12-mal IS-Ziele bombardiert habe, und außerdem auch den Norden von Menbiç (Manbij) beschossen habe, aus dem kürzlich kurdische Kämpfer mit US-Unterstützung die IS vertrieben. Durch den Beschuss solle ein „Korridor“ eröffnet werden.
Özgür Gündem berichtete dagegen schon am 19. August, dass Cerablus seit zwei Tagen von der türkischen Armee beschossen werde, allerdings nicht IS-Ziele, sondern leere Flächen, während die IS-Kämpfer samt ihren Familien nach el-Bab abzögen. An ihrer Stelle werde aus der türkischen Nachbarstadt Karkamış eine von der Türkei unterstützte Gruppe namens Ceyş El-Fetih (Armee des Eroberers) nach Cerablus verlegt.
CNN nährt damit die Propaganda Präsident Erdogans, IS und PKK/YPG seien beides Terrorgruppen und der türkische Staat verfolge beide, während die Meldung von Özgür Gündem nahelegt, dass die IS noch immer geschützt wird.

http://www.diken.com.tr/turkiye-pyd-ve-isidi-vurdu/
22/08/2016 20:17

http://ozgurgundem1.com/haber/175853/dais-sehba-sinirini-turkiye-destekli-gruplara-birakiyor
DAİŞ Şehba sınırını Türkiye destekli gruplara bırakıyor
19 Ağustos 2016 13:42

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Syrien: Kampf den Kurden

Kämpfe in Haseke
Die türkische Tageszeitung Diken („Der Stachel“) berichtet am 20.08.2016, dass die im Norden Syriens gelegene kurdische Stadt Haseke (unweit des Dreiländerecks Syrien-Irak-Türkei) seit Donnerstag, den 18.08.2016, vom Militär der syrischen Regierung bombardiert wird. Dies sei das erste Mal im fünf Jahre dauernden syrischen Krieg, dass die Regierungstruppen einen Luftangriff gegen die Kurden vorgenommen habe. Laut einer Meldung von Rudaw.net hatten die kurdischen Kräfte zuvor gemeinsam mit der syrischen Armee einen koordinierten Angriff auf Haseke gestartet, um den „Islamischen Staat“ aus der Stadt zu vertreiben.
Der Sprecher der syrisch-kurdischen YPG (Volks-Verteidigungs-Einheiten)Redur Halil erklärte, dass beim Angriff Stellungen der kurdischen Polizeikräfte „Asayisch“ getroffen worden seien und es dabei Tote und Verletzte gegeben habe.
Die irakisch-kurdische Webseite Rudaw.net berichtet am 18.08., dass Kampfflugzeuge der der syrischen Armee Angriffe auf die Stadt Haseke im kurdischen Gebiet Rojava geflogen hätten. Auch hätten Artillerie-Einheiten der Armee die Stadt unter Beschuss genommen.
Laut einer Meldung des YPG-Sprechers Redur Halil gegenüber Reuters seien 3 Stellungen bombardiert worden. 5 YPG-Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen. Rudaw meldet weiter, dass die Kämpfe schon am 15. August begonnen hätten und „mit leichten Waffen“ fortgeführt würden.
Die kurdischen Sicherheitskräfte „Asayisch“ hätten bekannt gegeben, dass bei den Kämpfen 14 syrische Soldaten gestorben und 8 Zivilisten verletzt worden seien. Ein zwischenzeitlich ausgehandelter Waffenstillstand sei wieder gebrochen worden.
Die türkisch-kurdische Webseite Özgür Gündem meldet am 20.08.2016, dass die Kämpfe zwischen den kurdischen Kräften und den syrischen Regierungstruppen sowie paramilitärischen Kräften (welche?) noch anhalten. Laut YPG-Quellen hätten die Regierungskräfte auch Gasbomben eingesetzt. Das Kommando der YPG-Kräfte erklärt den Regierungsangriff mit dem Vorrücken der Kurden in Minbic (Menbiç, Manbij) und Schedade.

US-Militär greift ein
Laut dem türkischen Dienst von BBC habe der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Jeff Davis erklärt, dass Kriegsflugzeuge nach Haseke geschickt worden seien, um die eigenen Streitkräfte zu schützen. Die syrischen Flugzeuge hätten sich darauf aus dem Gebiet entfernt. Auch habe die USA die syrische Regierung unter Vermittlung Russlands gewarnt, dass sie ihre Koalitionskräfte im Gebiet schützen werde, falls sie bedroht würden.
Laut Özgür Gündem kreisen die syrischen Kampfflugzeuge weiter über Haseke, würfen aber keine Bomben ab.


Cebel ekrad, Kürt dagi

Angriff auf Cebel ekrad – „Kurdenberg“
Wie Rudaw.net am 20. August meldet, hat die syrische Armee ganz im Westen des Landes, im ländlichen Gebiet der Region Latakiya, einen von Kampfflugzeugen unterstützten Artillerie-Angriff auf die Orte Kibbani und Kale-Dagi und Umgebung gestartet. Sie liegen im Gebiet von Cebel ekrad / Kürt Dagi / Kurdenberg. Schon früher, im Mai 2016, habe die syrische Armee drei Tage lang versucht, dieses unter kurdischer Kontrolle stehende Gebiet zu erobern. Der „Kurdenberg“ erstreckt sich bis zu einem Gebiet, wo die syrische Minderheit der Aleviten lebt – zu denen auch die Assad-Familie gehört.
In der Region „Kurdenberg“ leben 80.000 bis 90.000 Kurden, die 4 kurdischen Familienverbänden angehören. Sie sollen unter dem kurdischstämmigen Führer Saldin (Selahaddin Eyyubi) dort angesiedelt worden sein.

Und Cerablus?
Cerablus (Jarabulus auf der Landkarte, gesprochen Dscherablus) liegt ebenso wie Manbij auf der anderen (westlichen) Seite des Euphrat, den der türkische Außenminister Davutoglu in seiner Amtszeit als Ministerpräsident als „rote Linie“ bezeichnet hatte“, die die Kurden nicht (nach Westen) überschreiten dürften. Er hatte damals auch eingeräumt, dass die türkischen Streitkräfte zwei Angriffe gegen die syrischen YPG-Einheiten geführt hätten. Damals hatte ihn der HDP-Vorsitzende Demirtas gefragt, wieso die Armee denn nicht gegen die IS-Stellung in Cerablus direkt an der türkischen Grenze vorgehe? Im Gegensatz zur YPG bezeichne die Regierung diese auch nicht als Terroristen. Am 12. August 2016, als bekannt wurde, dass Manbij von den Kurden erobert und der IS dort vertrieben wurde, erinnerte Demirtas Davutoglu an seine damaligen Worte. Nun, die türkische Regierung scheint ihre Antwort nicht schuldig geblieben zu sein. Özgür Gündem berichtet am 19. August 2016, dass die türkische Armee zwei Tage lang Cerablus bombardiert habe und die Kämpfer des IS samt ihren Familien nach Bab abgezogen seien. Dafür seien aus der türkischen Nachbarstadt Karkamış Kämpfer der Ceyş El-Fetih (Dschejsch el-Fetih, Armee des Eroberers) nach Cerablus verlegt worden, einer von der türkischen Regierung unterstützten bewaffneten Gruppe, die nun die Nachfolge des IS in Cerablus antritt. Özgür Gündem berichtet auch, dass das Artilleriefeuer der türkischen Armee auf leere Flächen gerichtet gewesen sei, also wohl nicht in der Absicht erfolgt sei, die abrückenden oder anziehenden Kräfte zu treffen.

Nächster Seitenwechsel?
Die Vorgänge könnten ein Indiz dafür sein, dass der türkische Staatspräsident Erdogan seine Außenpolitik neu ausrichtet. Nach der Aussöhnung mit Russland, zu dem die Beziehungen wegen des Flugzeugabschusses im November 2015 stark abgekühlt waren, könnte die gemeinsame Sache gegen die Kurden auf eine Annäherung an die Regierung von Baschar al-Assad hinweisen. Die türkische Regierung und das Militär hatten schon immer einen PKK/YPG-freien Streifen entlang der türkischen Grenze (auf syrischem Gebiet) gefordert, die syrische Luftwaffe hat jetzt an zwei Punkten (Region Latakiya und Haseke) damit begonnen. Sie ist mit der russischen Luftwaffe verbündet, die jetzt nicht nur in Chmeimim (Syrien) sondern auch von Hamedan (Iran) aus operiert. Eine Koalition Türkei-Syrien-Iran-Russland erscheint aus türkischer Sicht durchaus sinnvoll, da das Verhältnis zu den USA und Westeuropa nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 stark abgekühlt ist. Der USA wird letztlich vorgeworfen, hinter dem Putschversuch zu stehen, der dem in Pensylvania lebenden Fethullah Gülen angelastet wird. Und der EU wird Scheinheiligkeit vorgeworfen. Wenn in einem EU-Land eine Terrorgruppe aktiv sei, würden die Menschenrechte auch ausgesetzt, und Deutschland habe nach der Vereinigung mit der DDR auch Hunderttausende aus dem Staatsdienst entlassen, das sei sogar im Einigungsvertrag gestanden. Da brauche man sich dort nicht über die Entlassungswelle in der Türkei zu beschweren.

Quellen:
http://www.diken.com.tr/esad-ile-kurtler-arasindaki-catismaya-abd-de-dahil-oldu-haseke-icin-jetler-havalandi/
20/08/2016 10:00
http://rudaw.net/turkish/kurdistan/180820164
Kürdistan: HASEKE – Esad‘dan YPG‘ye bombalar! vom 18.08.2016
http://rudaw.net/turkish/kurdistan/200820166
Kürdistan: Kürt Dağı‘nda bombardıman (20.08.2016)
http://ozgurgundem1.com/haber/175895/hesek-de-rejime-agir-darbe
vom 20 Ağustos 2016 17:03
http://ozgurgundem1.com/haber/175853/dais-sehba-sinirini-turkiye-destekli-gruplara-birakiyor
vom 19 Ağustos 2016 13:42
http://www.diken.com.tr/demirtas-pyd-firatin-batisina-gecemeyecek-diyen-davutoglunu-tiye-aldi-o-zaman-dans/
12/08/2016 18:33

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Türkei: Bewaffnete Überfälle von Polizei und PKK

Wir hatten berichtet, dass die Tageszeitung Özgür Gündem am 16. August 2016 auf Gerichtsbeschluss von Sondereinheiten der Polizei geschlossen wurde und die Journalisten unter Gewaltanwendung abgeführt wurden. Am Abend des 18.08.2016 berichtete die Zeitung Diken von der Freilassung von 22 der 25 Journalisten. Weiterhin in Haft sind Zana Kaya, İnan Kızılkaya und Aslı Erdoğan. Sie werden in der Anti-Terror-Abteilung der Staatssicherheit der Provinz Istanbul festgehalten.


Aslı Erdoğan

Nach einer Meldung von Diken von 14:15 war die Schriftstellerin Aslı Erdoğan wegen einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands kurz in ein Krankenhaus gebracht worden, wurde danach aber wieder zur Staatssicherheit von Istanbul zurückgebracht. Es soll ihr gut gehen, aber bis zu diesem Zeitpunkt wurde ihr noch nicht erlaubt, mir einem Anwalt oder einer Anwältin zu sprechen.


Naci Adıyaman

Militärköpfe in der PKK in der Überhand?
Die Zeitung Diken berichtete am 13. August davon, dass die PKK den Leiter der AKP-Jugendorganisation des Landkreises Beytüşşebap (Provinz Şırnak) Naci Adıyaman und seinen Bruder Fikret Adıyaman auf der Straße angehalten hätten und sie aus dem Auto aussteigen ließen. Die Leiche von Naci Adıyaman sei 1 km von diesem Ort entfernt gefunden worden. Nach dem Verbleib von Fikret Adıyaman forschen die Sicherheitsorgane noch. Naci und Fikret Adıyaman sind die Neffen von Tahir Adıyaman, des Oberhaupts des Jirki-Familienverbands, und zugleich Anführer von sogenannten „Dorfschützer“-Einheiten.

Angriffe in Elazığ und Van
Am 18.08.2016 wurden zwei bewaffnete Angriffe verübt: einer auf die Staatssicherheit von Elazığ (Name einer kurdischen Provinz und ihrer Hauptstadt) und einer auf die Polizeikommandantur von Van. Vor der Staatssicherheit in Elazığ explodierte ein mit Bomben beladenes Fahrzeug, worauf laut Ministerpräsident Yildirim 3 Polizisten ums Leben gekommen und 217 Menschen verletzt worden seien. Als CNN Türk einen Augenzeugen befragte, und dieser von einer großen Zahl von Toten in der Staatssicherheit sprach, fuhr der Moderator des Programms dazwischen und forderte den Zeugen auf, nicht auf die Zahl der Toten einzugehen. Der Augenzeuge sagte später zum Moderator, dass man ihn (den Moderator) falsch informiert habe, es gebe eine große Zahl von Toten.“
Während Zeitungen wie Milliyet sofort die PKK für die Anschläge verantwortlich machte, schreibt die Zeitung Özgür Gündem nichts über die möglichen Urheber. Sollte die PKK tatsächlich für die Angriffe verantwortlich sein, spräche dies für einen Sieg der Militaristen in der Organisation. Aus militärischer Sicht ist die Schwächung der türkischen Armee durch die Säuberungen der jüngsten Wochen ein Vorteil, aus politischer Sicht ist jeder Terrorakt ein propagandistischer Trumpf in der Hand der Machthaber, die Kurden noch intensiver zu verfolgen. Dies beweist auch die jüngste Razzia gegen die Zeitung Özgür Gündem.

Quellen
http://www.diken.com.tr/akp-ilce-genclik-kollari-baskani-sirnakta-pkklilarca-olduruldu/
AKP ilçe gençlik kolları başkanı Şırnak’ta ölü bulundu
13/08/2016 17:53

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundem-yazari-asli-erdogan-gozaltinda-rahatsizlanarak-hastaneye-kaldirildi/
Özgür Gündem yazarı Aslı Erdoğan gözaltında rahatsızlanarak hastaneye kaldırıldı
18/08/2016 14:15

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundemde-gozaltina-alinan-25-gazeteciden-22si-serbest-birakildi/
Özgür Gündem’de gözaltına alınan 25 gazeteciden 22’si serbest bırakıldı
18/08/2016 19:18

http://ozgurgundem1.com/haber/175799/2-ayri-noktada-polise-saldiri-olu-ve-yaralilar-var
2 ayrı noktada polise saldırı; ölü ve yaralılar var
18 Ağustos 2016 14:00

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Irak – Iran: Pasdaran beschießen kurdisches Gebiet im Irak


beschossene kurdische Gebiete im Nordirak

Vergangenen Donnerstag wurde berichtet, dass die Artillerie der iranischen Revolutionswächter kurdisches Gebiet im Irak an der Grenze zum Iran unter heftigen Beschuss genommen hat und dabei ein 19-Jähriger ums Leben gekommen sei.
Dies ist ein weiteres Indiz für die Ausweitung des Kampfs des iranischen Regimes gegen die Kurden.

Und Jagd auf die Kurden in der Türkei
Dies erfolgt parallel zur Verschärfung der Lage der Kurden in der Türkei, wo der stellvertretende AKP-Generalsekretär und Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu erklärt hat, dass die Putschisten mit der PKK zusammengehen werden. Es gebe zwar keine Beweise, aber die würden noch kommen…

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=75104
vom 21. Mordad 1395 (11. August 2016)
sepahe pasdaran manateqi dar kordestane °eraq-ra golulebaran kard

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Erdogan statt Christo: Enthüllungskünstler statt Verpackungskünstler


Hakkari – an der iranisch-irakischen Grenze

Am 2. August 2016 wurde bekannt gegeben, dass die türkischen Provinzen (mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit) Hakkari und Şırnak ihren Status als Provinz (il) verlieren und zum Landkreis (ilçe) herabgestuft werden sollen.


Şırnak – unweit der syrisch-irakischen Grenze

Hakkari soll dann in Çölemerik (entsprechend der kurdischen Bezeichnung) umbenannt werden, Şırnak soll dann Nuh (Noah) heißen – so heißt die Stadt auch auf Kurdisch nicht. Die Umbenennungen sind somit wohl ein weiteres Zeichen des Sieges. Nicht nur die Städte wurden durch den Krieg seit 2015 der Erdoberfläche gleich gemacht, nun soll auch ihr Name aus der Erinnerung getilgt werden. Und während die Arche Noah ein Symbol der Rettung ist, sind die Trümmer Şırnaks ein Mahnmal der Zerstörung durch die türkische Armee und die Politik Erdogans (sowie des Städtekriegs der PKK).
Statt Hakkari soll der Landkreis Yüksekova zur Provinz aufgewertet werden, statt Şırnak der Landkreis Cizre. Während Şırnak erst seit 1990 unter Turgut Özal als Provinz geschaffen wurde – wohl aus militärischen Gründen, war Hakkari 1926 das erste Mal und seit 1936 dauerhaft eine eigene Provinz. Entsprechend droht die Bevölkerung mit Auswanderung in den Irak, falls das Gesetz verabschiedet werden sollte.
Häufig dienen Veränderungen von Verwaltungsgrenzen dazu, bestimmte Wählergruppen zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Im konkreten Fall liegt das Motiv allerdings nicht auf der Hand, denn Erdogan hat die beiden künftigen Provinzzentren Yüksekova und Cizre so gründliche zerbomben lassen, dass man ihn geradezu als das krasse Gegenstück zum Verpackungskünstler Christo bezeichnen kann.
Hier Fotos aus Yüksekova von diesem Jahr:

Und hier Fotos aus Cizre von diesem Jahr:

Das einzige, was von diesen Orten bleibt, sind die Menschen, und es bleibt zu hoffen, dass sie Erdogan überleben.

http://www.birgun.net/haber-detay/hakkarililerden-ilce-tepkisi-irak-a-goc-ederiz-123977.html

12.08.2016 17:04 GÜNCEL

http://www.diken.com.tr/cizre-ve-yuksekova-il-olacak-hakkari-ve-sirnakin-isimleri-degistirilecek/
02/08/2016 10:45

https://www.evrensel.net/haber/286618/hakkari-ve-sirnak-il-olmaktan-cikariliyor

02 Ağustos 2016 10:24

http://www.agos.com.tr/tr/yazi/16069/hakkari-ve-sirnak-il-olmaktan-cikarilacak

Haber Merkezi 02.08.2016 GÜNCEL

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Iran – Kurdistan: Überfall auf Polizeiwache

In Sardascht, das auf iranischer Seite an der Grenze zur „Autonomen Region Kurdistan“ des Nordiraks liegt und zur iranische Provinz West-Aserbaidschan gehört, wurde am vergangenen Montag, den 8. August 2016, ein bewaffneter Angriff auf eine Polizeiwache verübt. Die Täter warfen vom Motorrad aus drei Blendgranaten in Richtung der Wache. Dabei gingen mehrere Fensterscheiben in der Umgebung in Bruch. Anschließend soll es einen zehnminütigen Schusswechsel zwischen Angreifern und Sicherheitskräften gegeben haben. Die Täter sind bislang noch unbekannt.
In den jüngsten Tagen wurden 20 kurdische Gefangene sunnitischen Glaubensbekenntnisses im Iran hingerichtet.

http://www.radiofarda.com/a/f4_gunmen_attack_sardasht_police_office_iran/27910958.html
vom 19. Mordad 1395 (9. August 2016)
hamleye afrade mosallah be yek kalantari dar shahre sardasht

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Türkei: Erdogans Lügengebäude wankt

Wir hatten berichtet, dass der Generalstabschef Hulusi Akar erklärt hat, während seiner Geiselnahme durch die Putschisten von einem der Putschisten den Vorschlag erhalten zu haben, er solle mit Fethullah Gülen in Verbindung treten. Dies war der erste direkte „Beweis“ für eine angebliche Beteiligung des in den USA lebenden Vordenkers der islamischen Fethullah-Gülen-Bewegung. Schon zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens dieser Aussage waren Zweifel an der Freiwilligkeit der Aussage von Generalstabschef Hulusi Akar angebracht. Heute sind Einzelheiten der Aussage des inhaftierten Brigadegenerals Hakan Evrim bekannt geworden, dem Hulusi Akar diese Aufforderung in den Mund gelegt hatte.
Hakan Evrim gibt an, selbst gleichermaßen von den Putschisten inhaftiert worden zu sein. Somit wäre schon die organisatorische Zuordnung zur Putschbewegung falsch. Er sagt weiter aus, dass er mit der Fethullah-Gülen-Bewegung nie etwas zu tun gehabt habe und dass er Fethullah Gülen auch nicht kenne. Dies widerspricht der Behauptung von Hulusi Akar, Hakan Evrim habe einen Gesprächskontakt zu Fethullah Gülen vermitteln wollen.
Somit steht Aussage gegen Aussage.

Wer hat die Spur gelegt?
Brigadegeneral Hakan Evrim hat darüber hinaus erklärt, dass ihm die Bewegungen der Luftwaffe mit einer Operation gegen die PKK begründet worden seien. Deshalb würden nachts Flugzeuge aus Diyarbakir eintreffen. Da solche Operationen Routine seien, habe er nichts anderes dahinter vermutet. Mit diesem Detail wird eine Spur sichtbar, wieso so viele am Krieg gegen die Kurden beteiligte Einheiten von den Verhaftungen betroffen sind.
Die nächste Frage lautet: Wer hat die Spur gelegt?

http://www.diken.com.tr/akarin-gulenle-gorusturecekti-dedigi-evrim-guleni-tanimam-darbeden-habersizdim/
Akar’ın ‘Gülen’le görüştürecekti’ dediği Evrim: Tanımam, darbeden habersizdim

28/07/2016 21:42

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Türkei: Geburtsstunde der Militärdienstverweigerung?


Angehörige warten auf Nachricht von den nach dem 15. Juli 2016 inhaftierten Rekruten

Wer seinen Sohn nicht zum Militär schickt, ist ein Vaterlandsverräter
Vor dem Gefängnis Silivri (in der Region Istanbul) warten die Angehörigen der rund 1600 Rekruten, die in Zusammenhang mit dem Putschversuch inhaftiert wurden. Hier einige Äußerungen von Angehörigen, die der türkische Journalist Erk Acarer zusammengestellt hat.
„Außer Ridvan habe ich noch einen Sohn. In unserer Tradition heißt es, wer seinen Sohn nicht zum Militär schickt, ist ein Vaterlandsverräter. Wir haben unseren Sohn zum Militär geschickt, und gelten jetzt trotzdem als Vaterlandsverräter. Aus diesem Grund will ich meinen anderen Sohn nicht (zum Militär) schicken. Wir kommen aus Van, seit Tagen sind wir hier. Wir wollen nur wissen, was los ist. Mein Sohn hätte aus dem Militärdienst entlassen werden sollen. Seitdem sind schon 4 Tage vergangen. Wir warten in Sorgen. Gestern sind hier zwei Soldatenmütter ohnmächtig geworden. Mein Sohn leistete seinen Militärdienst in Hasdal (AdÜ: Hasdal-Kaserne in Istanbul). Man hatte ihnen gesagt: Wir holen euch zu einem Manöver. Jeder weiß, dass ein sogar ein Gefreiter einem einfachen Rekruten befehlen kann, stundenlang einem Baum den militärischen Gruß zu erweisen. Unsere Kinder haben nicht aufs Volk geschossen. Aber man konnte auch nicht erwarten, dass sie den Kommandanten, die sie zum Manöver holten, Widerstand leisten und sagen: Wir gehen nicht mit. Unsere Kinder sind alle unschuldig!“
Vater Murat Cengiz sagt: „Wir verlangen, dass die Soldaten der unteren Rangstufen geschützt werden und die Offiziere, die die Befehle erteilen, bestraft werden.“ Er fährt fort: „Zum Glück haben die Verräter ihr Ziel nicht erreicht, aber die Rechnung dürfen unsere Kinder bezahlen. Jetzt müssen wir uns auch noch mit dem Vorwurf herumschlagen, ehrlose Kerle zu sein. Wir wollen unsere Kinder wieder in die Arme schließen. Dieses Leid soll endlich ein Ende finden.“ (…)

Wir haben unseren Sohn zum Militär geschickt, und gelten jetzt trotzdem als Vaterlandsverräter.
Eine andere, die vor Silivri weiterhin auf ihren zum Militärdienst eingezogenen Sohn wartet, ist Ayse Abay. „Mein Sohn Mikail ist seit anderthalb Monaten beim Militär. Er hat noch nicht einmal verstanden, was Militärdienst ist“, sagt sie und empört sich: „Wir haben ihnen unsere Kinder anvertraut. Was wussten wir, dass uns das blühte! Wir kommen aus Ankara. Seit Tagen warten wir hier in einem Zustand der Rechtlosigkeit. Ich konnte mit meinem Sohn nach dem Putschversuch nur einmal sprechen. Er fragte mich: „Mamma, in Ankara hat es eine Explosion gegeben, seid ihr gesund?“. Unsere Kinder haben von der ganzen Sache so wenig Ahnung. Wir wollen vor allem informiert werden. Und sie sollen unseren Kindern auch ausrichten, dass wir hier warten.“

Seit Tagen warten wir hier in einem Zustand der Rechtlosigkeit
Unter Türken (weniger unter Kurden) war die Verrichtung des Militärdienstes Ehrensache. Die Ausgestoßen und Misshandelten waren bis jetzt immer die Verweigerer, die nach jeder Haftzeit erneut eingezogen und verurteilt wurden und in Haft zusammengeschlagen wurden. Jetzt scheint den einfachen Menschen zu dämmern, dass sie sich ein falsches Bild von „Vater Staat“ gemacht haben. 1600 Inhaftierte sind zwar nicht viele, wenn man bedenkt, dass die Türkei 75 Millionen Einwohner hat, aber so wie diese Menschen denken zig Millionen. Und das wird Folgen haben.

http://www.birgun.net/haber-detay/cocuklarimiza-yapilanlar-hepimizi-incitiyor-121850.html
“Çocuklarımıza yapılanlar hepimizi incitiyor”
28.07.2016 07:51 GÜNCEL
ERK ACARER erkacarer@birgun.net @eacarer
Fotoğraflar: Recep Yılmaz

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Autonome Region Kurdistan (Irak): USA finanziert das Militär

Am 12. Juli 2016 hat die USA ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit mit der Kurdischen Autonomie im Nordirak abgeschlossen. Die US-Regierung wurde bei der Unterschrift von Elissa Slotkin vertreten, der Acting Assistant Secretary of Defense, die kurdische Regierung des Nordiraks vom Innenminister der Kurdischen Autonomie Karim Sandschari. Bei der Unterzeichnung war Mas°ud Barsani, der Präsident der Autonomie, zugegen. Die US-Regierung verpflichtet sich in diesem Abkommen, die kurdischen Peschmerga mit 450 Mio. Dollar für den Kampf gegen den „IS“ (sogenannter Islamischer Staat) zu unterstützen. Das Geld dient vor allem dazu, die Löhne der kurdischen Peschmerga-Soldaten zu zahlen. Die Kurdische Autonomie verpflichtet sich ihrerseits, ihre Kräfte an der Front gegen den IS zum Einsatz zu bringen.

Abkommen gegen den IS oder gegen die Zentralregierung in Baghdad?
Auf den ersten Blick dient das Abkommen dazu, die Region Niniwe dem Einflussbereich des IS zu entziehen, der nach wie vor die Provinz Mossul beherrscht. Auffallend ist allerdings, dass bei der Vertragsunterzeichnung kein Vertreter der Zentralregierung aus Baghdad anwesend war. Ibrahim Dscha°fari (Ja°fari), der irakische Verteidigungsminister, soll in einem Interview mit dem Sender „al-Hurra“ geäußert haben, das Abkommen sei ohne das Wissen der Zentralregierung abgeschlossen worden und verletze die nationale Souveränität des Iraks. Der US-Botschafter in Baghdad äußerte hingegen, die Zentralregierung sei vom Abkommen informiert worden.
Angesichts der Äußerungen von Präsident Barsani, auf eine Unabhängigkeit der Kurdischen Autonomie hinzuarbeiten, hatte die Zentralregierung die Zahlungen für die Kurdische Autonomie aus dem Zentralbudget empfindlich gekürzt. Das jetzige Abkommen mit den USA macht die Kurdische Autonomie von diesen Zahlungen unabhängiger und unterstützt somit die Unabhängigkeitsbestrebungen. Während Umid Salah, der Sprecher der Kurdischen Autonomieregierung, erklärte, das Abkommen sei auf ca. 2 Jahre geplant und es sei nicht vorgesehen, militärische Stützpunkte der Koalition (gegen den IS) zu schaffen, zitiert die Webseite a:fa:q (Horizonte) das Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans (so heißt Barsanis Regierungspartei im Norirak) Rinas Jano Mohammad, der davon sprach, dass aufgrund des Abkommens 5 US-Stützpunkte in Halabtsche, Atrusch, Arbil, Dohuk und Sandschar eingerichtet würden, die der Ausbildung der Peschmerga-Soldaten dienten. Nach seinen Worten soll das Abkommen die Gehälter der Peschmerga für 10 Jahre sichern, außerdem sollen sie mit modernen Waffen ausgerüstet werden.

Deutschland im Kontakt
Rinas Jano Mohammad besuchte als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Iraks am 15. Februar 2015 die deutsche Botschaft in Baghdad, um Deutschland für die militärische Unterstützung der irakischen Streitkräfte zu danken und von der Einrichtung eines deutsch-irakischen Freundschaftskomitees im Rahmen des Auswärtigen Ausschusses zu berichten. Rinas Jano Mohammad wurde zum Vorsitzenden des Freundschaftskomitees ernannt. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass der CDU-Fraktionschef Volker Kauder laut Medienberichten vom 16. Oktober 2014 Waffenlieferungen an die Kurden forderte.

Faktum ist, dass dieses Vorgehen das autoritäre und korrupte Barsani-Regime stützt und einer demokratischen Entwicklung des Nordiraks nicht förderlich ist. Denn Barsani arbeitet schon seit längerem daran, alle anderen kurdischen Parteien der Kurdischen Autonomie zu entmachten.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113287
vom 6. Mordad 1395 (27. Juli 2016)
amrika doulate markaziye °eraqra dur zad : naxostin mowafeqatnameye nezamiye amrika wa eqlime kordestan

http://www.parliament.iq/details.aspx?id=3135&AlwType=ComH
vom 22. Februar (Shubat) 2015
عضو لجنة الخارجية النائب ريناس جانو محمد تزور السفارة الالمانية
°ad.wu lajnati l-xa:rijiya an-na:‘ibu ri:na:s ja:nuaazu:ru as-safa:rata l-alma:niyata

http://www.defense.gov/About-DoD/Biographies/Biography-View/Article/602768/elissa-slotkin
(ein lesenswerter Lebenslauf)
abgerufen am 28.07.2016

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Iran: Anschlag in den Bergen von Kermanschah

Am Sonntag, den 10. Juli 2016, wurde im Kreis Ridschab (Provinz Kermanschah) in der Region Dalahu ein Überfall auf ein Auto verübt, in dem unter anderem Heschmatollah Falahat-Pische, der Parlamentsabgeordnete für den Wahlkreis Eslam-Abade Gharb, sowie Faramars Asghari, der Leiter der Sicherheitsbehörde des Kreises Eslam-Abade Gharb, saßen. Das Fahrzeug wurde von vier bewaffneten Personen in Beschuss genommen, die in einem anderen Auto saßen. Beim Überfall kam der Fahrer des Wagens sowie einer der Verantwortlichen der Veterinärmedizin der Provinz Kermanschah ums Leben. Der Leiter der Sicherheitsbehörde wurde von den Schüssen schwer verletzt.
Nach einer Meldung vom Folgetag, in der auch der überlebende Parlamentsabgeordnete Falahat-Pische zitiert wird, heißt der verwundete Leiter der Sicherheitsbehörde Akbari mit Nachnamen, nicht Asghari. Akbari soll sich nach einer Operation nicht mehr in Lebensgefahr befinden.
Über die Urheber gibt es keine Erkenntnisse, höchstens Schuldzuweisungen, so an die kurdische Gruppe Pezhwak oder allgemein an „Täter aus dem Ausland“.

http://www.radiofarda.com/a/f7-gunmen-attack-mp-car-in-kermanshah/27850317.html
vom 20. Tir 1395 (10. Juli 2016)
do koshte dar hamleye mosallahane be xodrouye hamele yek nemayandeye majles dar kermanshah

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=112261
vom 21. Tir 1395 (11. Juli 2016)
axarin xabar dar bareye hamleye mosallahane dar dalahu az zabane falahat-pishe, haft daqiqe xodrouye ma wa jam°i az modirane kermanshah be ragbar baste shod

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