Archiv der Kategorie 'Landwirtschaft'

Iran: ein Dorf im Nordiran

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran:Garme in der zentralen Wüste von Iran


Garme in Isfahan Provinz Nain und Khoor und befindet sich in der zentralen Wüste von Iran entfernt. Das Dorf liegt 750 Meter Höhe über dem Meeresspiegel und das Klima ist trocken und heiß Wüste in der Nähe.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Bauern protestieren bei Vortrag der Vizepräsidentin der Regierung Rouhani

Auf einer öffentlichen Veranstaltung von Masoumeh Ebtekar, Vizepräsidentin der Regierung Rouhani und Chefin der Umweltschutzorganisation des Irans, protestieren Bauern lautstark und verlangen Redezeit.


https://www.youtube.com/watch?v=X4MNzHYURm8

In dem oben verlinkten Video sieht man Szenen des mitgeschnittenen Vortrags von Masoumeh Ebtekar in Isfahan, in der sie mehrfach von protestierenden Bauern unterbrochen wird. Nachdem einer seine Stimme erhoben hat, melden sich auch noch andere Bauern zu Wort. Sie widersprechen den von Masoumeh Ebtekar vorgetragenen Statistiken und verlangen wenigstens 5 Minuten sprechen zu können, um ihre Fehler richtig zu stellen. Frau Masoumeh Ebtekar will sich darauf jedoch nicht einlassen und beharrt auf ihrem Rederecht. Verschiedene Organsiatoren versuchen die Bauern zu beruhigen, was aber eher die gegenteilige Wirkung erzielt.

Hintergrund des Ärgers der Bauern sind die niedrigen Lebensmittelpreise, die ihnen kein Auskommen mehr ermöglichen.

Quelle: http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/12/221568.php

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Proteste von Bauern in Hormozgan, Südiran

Seit Tagen protestieren Bauern aus Hormozgan gegen zu niedrige Preise für Gemüse.

Hormozgan ist eine Provinz ganz im Süden des Irans. Die Straße von Hormuz (pers. Hormoz) hat ihren Namen von dieser Gegend. Hier leben etwa 1,5 Mio. Menschen. Einer der Hauptwirtschaftszweige ist die Landwirtschaft. Es kann aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen ganzjährig Gemüse angebaut werden. Es wird in die benachbarten arabischen Länder und auch bis in den Norden des Irans geliefert.

Die Preise, die die Bauern mit ihren Produkten erzielen, können kaum ihr Überleben sichern. Im Vergleich zu den Einnahmen der Zwischenhändler, die die Ware weiter in andere Städte transportieren und dort mit Gewinn weiterverkaufen, sind ihre Einnahmen gering. Sie machen nur einen Bruchteil des Gesamtpreises auf den späteren Märkten aus. In Teheran z.B. kostet das Kilo Auberginen ca. 5000 Tooman und das Kilo Tomaten ca. 3000 Tooman. Die Zwischenhändler kaufen diese Waren für 200 Tooman bzw. 50 Tooman. Das lohnt sich für die Bauern nicht.

Die Landwirte aus Bidan, Minab, Roodan, … protestieren seit einer Woche vor den Gouverneursgebäuden von Minab und Bandar Abbas, der Provinzhauptstadt. Sie haben erklärt, dass sie für derart niedrige Preise die Ernte nicht mehr einbringen werden, sondern sie auf den Felder kaputt gehen lassen.

Da die Gouverneure sich nicht blicken lassen, haben die Bauern damit begonnen, ihre verderbliche Ware auf die Straßen zu kippen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Pistazien in Kerman


Vertrocknete Pistazienpflanzungen

Nach dem Erdöl gehören Pistazien noch immer zu den wichtigsten Exportprodukten im Iran. Im vergangenen Jahr wurden 250.000 Tonnen Pistazien exportiert. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die Pistazienhaine mit Wasser bewässert, dass über spezielle Kanäle aus den Bergen geholt wurde. Danach kamen immer mehr elektrische Pumpen zum Einsatz, die das Grundwasser hochpumpten. Das mag früher in 10 Metern Tiefe gelegen haben, jetzt ist es je nach Ort auf 150 Meter Tiefe abgesunken und zunehmend salziger. Die Erde sinkte dabei trichterförmig ein. Das Ergebnis ist, dass die Pistazien vertrocknen. Hinzu kommt, dass das lukrative Exportgut zu einer Konzentration der Anbaugebiete in der Hand der Reichen geführt hat, so dass die heimischen Bauern das Land verlassen haben und in die Städte umgesiedelt sind.

http://www.radiofarda.com/a/f8-iran-pistachio-trees-gone/27966307.html
vom 04.09.2016
peste-ye iran qorbani-ye digare bi-abi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Hochwasser in Dezful


Hochwasser in Dezful

Dezful (Desful) ist eine Stadt mit über 400.000 Einwohnern. Sie liegt in der iranischen Provinz Chusistan, am Fuße des Zagros-Gebirges.


Der Dez-Fluss

Durch die Stadt fließt der Dez (Des), nach dem die Stadt auch benannt ist. Der Name soll ursprünglich Dezhpol gelautet haben, also Festungsbrücke. Dezful soll die arabisierte Form des Namens sein. 32 km stromaufwärts liegt die Dez-Talsperre, die 1963 erbaut wurde und die Stadt mit Strom und Wasser versorgt.

Nach anhaltenden 3-tägigen Regenfällen ist der Dez über die Ufer getreten und hat nicht nur landwirtschaftliche Flächen überflutet, sondern wohl auch einige Menschen mitgerissen, wie peykeiran am 16. April 2016 berichtete.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=106741
vom 16. April 2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Dezful

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Atom-Macht Iran in den Kartoffelfeldern

Folgende Fotos stammen von der staatlichen iranischen Presseagentur ISNA. Sie zeigen die Kartoffel- und die Knoblauchernte im heutigen Iran. Während auf Manövern die neuesten Raketen präsentiert werden und die vorige Regierung ständig von der Entwicklung der iranischen Atombombe schwärmte, sehen wir hier, dass die Regierung nicht nur ein Heer von Arbeitslosen geschaffen hat, sondern dass sie die Bevölkerung in einer derart verelendeten Lage hinterlassen hat, dass trotz der hohen Arbeitslosenzahl auf den Feldern sogar Kinder arbeiten! Nicht, dass die Erwachsenen nicht arbeiten könnten, ganz im Gegenteil, die Armut ist so groß, dass auch die Kinder arbeiten müssen, damit die Familie überlebt.


Bis hier Bilder aus der Kartoffelernte, hier unten wird Knoblauch geerntet:

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Rudbar (Südiran): Bauern blockieren die Straße


Rudbar, Stadt im Süden des Irans, in der Provinz Kerman

Im Süden des Irans ist jetzt Erntezeit: Tomaten und Gurken, Honig- und Wassermelonen werden jetzt geerntet und auf den Markt gebracht. Das iranische Wirtschaftssystem zeigt sich den Bauern gegenüber schon seit Jahren von seiner rücksichtslosen Seite. Da wird einerseits ausländische Ware zu Dumpingpreisen ins Land geholt und die lokalen Bauern ruiniert, und jetzt, wo die einheimischen Bauern mit dieser Ernte im eigenen Land Geld verdienen könnte, kommt die Stadtverwaltung und limitiert die Preise.


Tomaten auf der Straße

Von Markt kann da nicht mehr die Rede sein. Die vom Staat festgelegten Preise sind so niedrig, dass sich für die Bauern die Ernte nicht lohnt, und so haben sie in der südiranischen Stadt Rudbar als Zeichen des Protests eine wichtige Zugangsstraße blockiert und Tomaten wie Melonen auf die Straße geworfen.


und Melonen

Die bewaffneten Kräfte des Staats hielten sich drei Stunden zurück, dann griffen sie ein und jagten die Bauern auseinander.


Protest der Bauern

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Wo das Wasser Funken schlägt


Brennende Busse der staatlichen Einsatzkräfte in der Region Isfahan

Wie schon berichtet, kam es am Freitag, den 22. Februar 2013, in der Region Isfahan zu Protesten von rund 5000 Bauern, die dagegen protestierten, dass Wasser aus dem Fluss Sajande-Rud nach Jasd geleitet wird, während sie selbst kein Wasser für die Landwirtschaft haben. Die Bauern zerstörten dabei einige Rohre der Wasserleitung. Am nächsten Tag rückten staatliche Kräfte an, um die Leitung wieder herzustellen, sie stießen aber auf den erbitterten Widerstand der Bauern. Damit die Regierung die Leitung nicht so bald reparieren könne, gingen die Bauern mit einem Bulldozer ans Werk und setzten die Pumpstation außer Gefecht. Darauf schickte die Regierung Verstärkungskräfte nach Isfahan, was die Demonstranten noch wütender machte. 3 Autobusse, mit denen diese Kräfte an den Ort des Geschehens schickte, wurden in Brand gesteckt, wie diese beiden Filme zeigen:

Im ersten Film ist deutlich zu hören, wie die Leute „hamle“ (Attacke!) rufen.
Auch ein Schilderhäuschen der Verkehrspolizei sowie ein Gebäude der Bassidschi-Milizen sollen in Flammen aufgegangen sein.

Zum Zeichen des Protests stellten die Bauern ihre Traktoren an den trockenen Wasserkanal, aus dem sie früher immer ihr Wasser für die Bewässerung entnahmen.
Die staatlichen Kräfte setzten Tränengas und Streumunition gegen die Bauern ein, konnten sie aber nicht zurückdrängen. Es soll vier Tote und 50 Verletzte unter den Bauern gegeben haben.

Pasdaran-Webseite beschuldigt Regierung
Interessanterweise hat die regionale Webseite der Revolutionswächter (Pasdaran) in diesem Fall von Versäumnissen der Regierung gesprochen. Normalerweise sind das die ersten, die von Unruhestiftern reden und drauf los schlagen und schießen. Aber auch die Pasdaran wissen, womit sie es zu tun haben.
Diese Bauern sind genauso informiert wie der Rest der Bevölkerung, sie wissen, was ihnen blüht, wenn sie sich gegen die Staatsmacht wehren, Folter und Hinrichtung sind für sie kein Fremdwort. Warum trauen sie sich trotzdem auf die Straße, warum rufen sie zum „Angriff“ auf? Der Grund ist einfach: Jetzt beginnt der Frühling, wenn sie jetzt kein Wasser haben, um die Felder zu bestellen, werden sie dieses Jahr nichts zu ernten haben. Das haben sie schon im letzten Jahr erlebt, aber damals wurden ihre friedlichen Proteste vor dem Parlament ignoriert. Wenn sie sich jetzt wehren, können sie ihre Familie nicht mehr über Wasser halten. Dann müssen sie abwandern, aber wohin? Es ist die Not der Verzweiflung, die sie zu diesem Aufstand treibt.

Die Botschaft ist angekommen
So wie diesen Bauern geht es vielen im Iran. Erst funkt es hier, dann explodiert es im ganzen Land. Die Regierung scheint begriffen zu haben, dass sie nachgeben muss, wenn sie überleben will. So ist davon die Rede, dass die Revolutionswächter Verhandlungen mit den Bauern aufgenommen haben, dass den Familien der Verletzten Entschädigungen versprochen wurde, und dass die Bauern ihr Wasser nun bekommen sollen. In Jasd, wo das aus Isfahan abgezweigte Wasser dafür fehlt, kam es ebenfalls zu Protesten der Bevölkerung. Dort versuchen die Behörden die Bevölkerung damit zu beschwichtigen, dass sie Trinkwasser in Flaschen verteilen lassen und versprechen, einen Brunnen zu bohren.

rationiertes Trinkwasser in Jasd

Die Besitzer der Teehäuser waren die ersten
Es ist der zweite Fall so entschlossenen Widerstands aus der Bevölkerung. Der erste ging von den Teehausbesitzern aus. Die Regierung hatte nach der Niederschlagung der Proteste von 2009 beschlossen, dass in den Teehäusern niemand mehr Recht habe, Wasserpfeife zu rauchen. Das war vor allem unter den Jugendlichen beliebt, Jungen wie Mädchen kamen bei dieser Gelegenheit gern zusammen. Und eine Regierung, die die Bevölkerung unterdrücken möchte, hat natürlich Angst vor jeglicher Art von Zusammenkünften. Daher das Verbot. Die Folge: Niemand mehr ging ins Teehaus, denn Tee trinken konnte man auch zu Hause. Darauf versammelten sich landesweit die Teehausbesitzer mit ihren Familien vor den Provinzgouverneuren und vor dem Parlament, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Die Regierung merkte, wenn sie darauf keine zufriedenstellende Antwort gab, konnte es im ganzen Land losgehen. Also wurde das Wasserpfeifenrauchen wieder erlaubt. Nur dürfen Jungen und Mädchen jetzt nicht mehr gleichzeitig zusammen die Pfeife rauchen.

Diese Ereignisse sind es, die die weitere politische Entwicklung im Lande bestimmen werden, nicht die Wahlen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Persischer Teppich: Politik – Wirtschaft – Kultur

Was sagt Ihnen der Begriff „Persischer Teppich“ in wirtschaftlicher, sozialer, historischer und politischer Hinsicht?
Alle diese Punkte, die Sie aufgezählt haben, spielen beim Teppich eine Rolle.
Nach der Sprache und der Dichtkunst ist der Teppich eine der prägendsten Merkmale der persischen Kultur.
Architektur, Malerei, Farbe und Musik – alle sind in der persischen Teppichkunst vertreten.
Musik? Ja, ich habe mit Musikern gesprochen, die meinten, sie spürten die Musik, die in die Teppiche eingewoben ist. Die Struktur, die Knoten finden ihr Echo im Rhythmus der Musik und in den Noten.
Auch die Rohstoffe, aus denen die Teppiche hergestellt werden, spiegeln die wirtschaftliche Struktur und die Natur des Irans wieder. Schafwolle, Kamel- und Ziegenhaar, die Baumwolle, die mitunter für bestimmte Stellen des Teppichs eingesetzt wurde, die Pflanzen, aus denen die Teppichfarben gewonnen wurden, das Holz der Webrahmen, alles ist Teil der iranischen Landschaft und Lebensweise. Auch die Themen, die auf dem Teppich dargestellt werden, drücken die Eigenheiten des Landes aus.


Teppichreparatur

Der Teppich ist der Ausweis der verschiedenen Regionalkulturen und Völker im Iran. In ihm kommen die Geschichte und die verschiedenen Traditionen zum Ausdruck. So können Sie einen Teppich aus Bidschar problemlos von einem Teppich aus Kerman unterscheiden.

Die wirtschaftliche Bedeutung des iranischen Teppichs
Die wirtschaftliche Bedeutung des iranischen Teppichs kann man nicht unterschätzen. Viele Menschen haben mit dem Teppichweben ihr Auskommen verdient, sie tun es noch heute und werden es auch in Zukunft tun. So wichtig war der Teppich für das Überleben, dass in Zeiten des Krieges, wenn der Iran zum Beispiel von den Mongolen oder Arabern überfallen wurde, wenn die Städte und Dörfer zerstört wurden, das Teppichweben eine der Künste war, die das Weiterleben sicherten. Man baute an sicheren Orten Webstühle auf, mit dem Holz aus den Bäumen, die man zur Verfügung hatte, und fing wieder an Teppiche zu weben oder zu knüpfen und zu verkaufen. Der Teppich war der Ausdruck des Überlebenswillens. Der Rhythmus des Webens hatte auch etwas Beruhigendes an sich, ein Gegengewicht zur Unsicherheit und den Schrecken der Zeit.

Die politische Bedeutung des Teppichs
Was die politische Bedeutung des Teppichs angeht, liegt sie heute auf der Hand. Denn mit der Revolution von 1979 hat der Staat die Kontrolle über die Teppichherstellung übernommen. So hat der Staat Genossenschaften gegründet – ich bin nicht gegen Genossenschaften, aber in der Form, wie der islamische Staat dies durchgeführt hat, waren die Folgen ruinös. Statt die kleinen, unabhängigen Teppichwebern und die größeren privaten Teppichmanufakturen zu fördern, die entweder eigene Webstühle hatten oder im Verlagssystem Wolle und Farben an verschiedene Weber verteilten und dann die Teppiche einsammelten, trat der Staat als weiterer Konkurrent im System auf, der seine eigenen Interessen verfolgte und eine staatliche Produktion aufbaute. Der Staat versuchte, alles unter seine eigene Kontrolle zu bringen. So weigerte sich der islamische Staat, die Teppichweber gesetzlich als „Arbeiter“ zu definieren, mit der Folge, dass sie weder Versicherung noch Rechte hatten, sie konnten jederzeit entlassen werden und durften nicht einmal eine amtliche Gewerkschaft unter dem Namen eines „Andschoman-e Eslami“ (Islamischer Verein) der Teppichweber gründen. Denn das hätte die Position der Teppichweber gegenüber dem Staat gestärkt, der nun selbst als Arbeitgeber in diesem System auftrat. Solange die Arbeiter gegenüber den großen Fabrikanten und dem Staat rechtlich und materiell nicht abgesichert waren, war die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie sich gewerkschaftlich organisierten und zu einer politischen Kraft wurden.

Was für Teppiche gibt es im Iran, wie unterscheiden sie sich?
Nun, diese Frage ist reichlich allgemein gestellt. Jedenfalls will ich vorausschicken, dass der persische Teppich heute nicht mehr die frühere wirtschaftliche Bedeutung hat und in einer tiefen Krise steckt. Früher wirkten im Iran etwa 20.000 Dörfer an der Teppichherstellung mit, man kann also von 20.000 verschiedenen Arten von Teppichen sprechen. Wenn wir die Teppichmuster noch geschichtlich zurückverfolgen, kommen wir gut und gern auf eine Million verschiedener Muster. Nehmen wir ein Beispiel: Das Fischmuster ist allgemein bekannt. Man kann es groß oder klein weben, auf große oder kleine Teppiche aufbringen, in verschiedenen Farben färben, man kann daraus den Mahi-ye zanburi (den „Bienenfisch“), den Fisch von Aras machen… Ich habe einmal einen Teppich gesehen, den die Mutter angefangen und die Tochter, die bei ihrer Mutter gelernt hat, fertig gestellt hat. Obwohl Muster und Material identisch war, waren die beiden Teile trotzdem verschieden, für einen Fachmann, nicht für den Laien.

Vom Fisch zum Blatt
Solche Unterschiede beobachtet man freilich nur in den Dörfern und bei den Nomandenstämmen, in der Stadt, in den Fabriken, bekommt der Arbeiter ein bestimmtes Muster vorgeschrieben, da sind die Teppiche dann alle gleich.
Wenn man in der Geschichte zurückgeht, stellt man fest, dass die Sonne und links und rechts davon zwei Fische ein altes Motiv in Steinreliefs und Gemälden sind, das auf die Gottheit Mithra hinweist. Später wurde dieses Motiv (von der Religion) aus der Malerei verdrängt, alles, was „Seele besitzt“ (dhi ruh), wurde in der bildlichen Darstellung verboten, aber in den Teppichen lebte es weiter, teilweise jedoch nicht mehr als „Fisch“, sondern unter der Bezeichnung „gekrümmtes Blatt“. Wenn man genau hinschaut, sieht man aber, dass ein Fisch dargestellt ist.

Der arme Verwandte vom Dorf
Was die Frage nach der Verschiedenheit der Teppiche angeht, muss man auch eins sehen. Wenn man im Iran von Teppichen spricht, hat die Bezeichnung „Farsch-e dehati“, „Dorf-Teppich“, oft eine abwertende Bedeutung, er gilt als geringwertiger Teppich, obwohl gerade darin die kulturelle Vielfalt des Landes zum Ausdruck kommt. Was als wertvoll galt, waren zum Beispiel die fein gewobenen Teppiche aus Isfahan. Das waren die teuren Teppiche, die auf dem Basar geschätzt wurden. Erst allmählich dämmert es manchen, dass der größere Reichtum des Landes in den Dorf-Teppichen versteckt ist. Wieviele Besonderheiten kann man zum Beispiel aus den Teppichen der Nomadenstämme herauslesen! Und wenn Sie diese groben Dorf-Teppiche nehmen und fünfzig Jahre darauf herumtrampeln, dann merken sie auf einmal, dass er weicher geworden ist. Dieser Teppich lebt und verändert sich ständig. Der Teppich aus Isfahan ist zwar ein Luxusgut, ein Schmuckgegenstand, aber nicht mehr.

Rolle von Mann und Frau bei der Herstellung von Teppichen
Wie steht es um die Verteilung der Geschlechter, um die Rolle von Mann und Frau, bei der Herstellung von Teppichen?
Bei der Herstellung von Teppichen gibt es nicht nur die Tätigkeit des Webens oder Knüpfens, sondern 32 weitere Tätigkeiten, die damit in Zusammenhang stehen. Wenn man nur das Weben und Knüpfen anschaut, so werden die feinen, festen Teppiche, namentlich die aus Tabris, vorwiegend von Männern hergestellt. Die „Dorf-Teppiche“ dagegen sind meist das Werk von Frauen. Allerdings hat die Bevorzugung der feinen, städtischen Teppiche durch die Käufer allmählich die Vorstellungen und Normen verändert, so dass diese Trennung heute nicht mehr so deutlich ist. Wenn aber die Frauen beim Weben und Knüpfen überwiegen, so sind die Männer in den 32 anderen Berufen, die damit zu tun haben, klar in der Mehrheit.

Kinderarbeit
An dieser Stelle will ich auch auf die Kinderarbeit eingehen. Erstens können Kinder keine guten Teppiche herstellen, denn das Weben erfordert eine gewisse Einsicht und Verständnis, das Kinder noch nicht haben. Kinderarbeit ist auch nicht speziell mit der Teppichherstellung verbunden, sie hängt von der Entscheidung der Familie ab. Kinder sind genauso auch in Ziegelbrennereien oder in der Gerberei beschäftigt. Die fehlende staatliche Kontrolle der hygienischen und Sicherheitsbedingungen hat dazu geführt, dass Kinder ausgebeutet wurden. Heute ist das aber nicht mehr so üblich, die Kinder selbst zeigen kein Interesse an dieser Arbeit und die Eltern schicken sie auch nicht mehr zu solchen Arbeiten.


Handwebstuhl

Frauenarbeit, Männerarbeit?
Um auf die Geschlechterverteilung zurückzukommen: Noch sind es mehrheitlich Frauen, die in Heimarbeit Teppiche weben. Jetzt geht der Staat hin, stellt eine Fabrik mit Arbeiterwohnungen auf und holt die Familien aus ihren Dörfern, aus ihrer Umgebung, und trennt sie so auch von ihren lokalen Traditionen. Früher war es üblich, dass die Frau mit ihrem Mann auf dem Feld arbeitete und zu Hause am Webstuhl arbeitete, im Familienkreis, alles war noch beisammen. Dadurch hat der Staat viel kaputt gemacht, aber die Heimarbeit bestimmt auch heute noch das Bild.
Welche anderen Berufe sind denn noch am Herstellungsprozess beteiligt?
Dazu gehört der Spinner (Nachriiss), der den Faden spinnt, der Tschellekesch, der die Kette (also den senkrechten Faden) am Webrahmen festknüpft, der Färber (Rangras), der Rofukar oder Maremadkar, der beschädigte Teppiche repariert, der Ostadkar, der die Teppichmuster kennt und die Einzelschritte der Weberinnen anleitet, der Tarrah, der Teppichmuster entwirft, der Pardachtgar, der den gewebten Teppich schert, um ihm den abstehenden Flaum und die Flusen zu nehmen, Zimmerleute (Nadschar), die den Webrahmen herstellen, neuerdings sind auch einige zusätzliche Berufe hinzugekommen, einer, der darin besteht, nur die Ränder des Teppichs fertigzustellen, ein anderer, die fertigen Teppiche zu färben, und der gleichen unnötigen Dinge. Solche Neuerungen haben sich nicht zum Besten auf die Tradition des Teppichknüpfens ausgewirkt. So wird der fertige Teppich heute mit großen Waschmaschinen gewaschen, die eigentlich für das Waschen von Kleidung gedacht sind. Den Teppich macht man so kaputt…

Die Armut erzeugt schlechte Teppiche, und schlechte Teppiche erzeugen Armut
Vor Eintritt der Krise waren im Iran zwei Millionen Menschen an der Herstellung von Teppichen beteiligt. Jetzt sind es vielleicht nur noch die Hälfte, die aktuell damit beschäftigt sind, aber die anderen sind bereit, wieder einzusteigen, wenn sich die Lage bessert. Wenn man berücksichtigt, dass diese Menschen mit der Arbeit für den Unterhalt der Familie sorgen, sind geschätzte 10 Millionen Menschen von der Teppichherstellung abhängig.

Wer verdient am meisten im Teppichgeschäft?
Die Löhne der Teppichweber waren nicht so schlecht, wie es gewöhnlich heißt, zumindest bei denen, die gute Teppiche herstellten. In der Vergangenheit waren es vor allem die Designer (Tarrah), die die Muster entwarfen, die bezogen das beste Einkommen. Der Tarrah hatte die Stellung eines Künstlers und wurde für seine Arbeit gut bezahlt. Sie waren so spezialisiert, dass sie praktisch ein Monopol auf diese Arbeit hatten und keiner sie ersetzen konnte. Das ist leider zu Ende, denn jetzt hat das Entwerfen von Mustern mit Hilfe des Computers im Teppich-Design Einzug gehalten, und damit sind auch die Löhne drastisch gefallen. Das war das Ende für ein ganzes Künstlergewerbe.
Am meisten am Teppich verdient natürlich der Exporteur, aber mir ging es darum, zu zeigen, wie es den mit den Löhnen im Herstellungsprozess aussieht. Wenn man sich die Löhne der WeberInnen anschaut, waren die vor der Krise nicht schlecht, aber das hing natürlich auch von der Qualität ab. Im Nordosten des Irans, in Chorassan, wurden zum Beispiel viele gefälschte Teppiche oder solche schlampiger Qualität hergestellt, da verdienten auch die Weber wenig. In Isfahan, Qom oder Tabris verdienten die Weber gut, aber dort haben viele für ein besseres Einkommen ihre Augen ruiniert, weil sie zu viel an dem feinen Gewebe arbeiteten.
Heute muss man sagen: Die Armut erzeugt schlechte Teppiche, und schlechte Teppiche erzeugen Armut.
Auch heute noch bekommt man für einen guten Teppich gutes Geld, aber generell muss man sagen, dass die rechtliche Stellung der Weber miserabel ist. In der Politik wurde zwar immer wieder Mitleid mit ihrer miserablen Stellung geäußert, da sie nicht einmal krankenversichert sind, aber in der Praxis hat weder das Arbeitsministerium, noch die Sozialversicherung selbst etwas unternommen, um die Arbeiter zu versichern. Der Basar war sowieso schon immer dagegen. Es wurden zwar ein paar Gesetze verabschiedet, aber die beziehen sich nur auf dauerhaft angestellte Arbeitskräfte, und die sind in diesem Sektor nicht zu finden.


Über 100 Jahre alter Teppich aus Kashan

Heimarbeit und industrielle Fertigung
Mit Hilfe von Maschinen hergestellte Teppiche sind vergleichbar mit Textilien. Es sind Güter für den schnellen Verbrauch. Ein handgefertigter Teppich kann auch 500 Jahre halten, wir haben heute noch Teppiche aus der Zeit der Safawiden-Dynastie. Ein Industrieteppich bleibt im besten Fall ein Jahr gut erhalten, danach beginnen Mängel aufzutreten. Man macht zwar Werbung für die Industrieteppiche, sie seien gut und billig, aber das stimmt nicht.
Die iranischen Maschinenteppiche werden zum Teil auch nach Dubai exportiert, der Iran importiert seinerseits welche aus der Volksrepublik China und Pakistan. Der handgertigte Teppich nahm früher den zweiten Platz im Wert der iranischen Exportgüter ein, direkt nach dem Erdöl. Heute, mit den Wirtschaftssanktionen, ist das freilich nicht mehr der Fall. Heute stellen vor allem Teppiche aus China und Pakistan eine Konkurrenz auf dem Weltmarkt dar, freilich, indem diese persische Muster nachahmen. Die Gründe für deren Erfolg liegen nicht nur in den niedrigeren Löhnen dort, sondern in den Fehlern der politischen Führung im Iran. Es wurde zu wenig Wert auf gute Qualität der handgefertigten Exportteppiche gelegt, es wurden Fälschungen toleriert – so haben wir unsere Stellung auf dem Weltmarkt verloren, die früher konkurrenzlos war. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, beim Teppichkauf einen Fachmann dabei zu haben, um schlechte Ware von guter unterscheiden zu können. Der Hauptgrund, warum wir auf dem Teppichmarkt abgesunken sind, ist weder bei den Sanktionen noch bei der Konkurrenz zu suchen. Es ist unsere politsche Führung mit ihrer falschen Qualitätspolitik und den fehlenden Investitionen in diesem Sektor. Aus einem Kunstwerk haben sie ein seelenloses Handelsgut gemacht.

Teppich-Fachhochschulen: die Ideologen bleiben nicht auf dem Teppich
Der Staat hat zum Beispiel eine Reihe von Teppich-Fachhochschulen geschaffen. Aber die Studierenden, die sich dort einschreiben, bekommen wenig über die Teppichkultur zu hören und werden vor allem auf islamisch-theologische Kenntnisse geprüft. Themen wie Ästhetik oder die Kenntnis von den verschiedenen Volkskulturen bleiben außen vor. Welches Fachwissen kann ein Absolvent einer solchen Fachhochschule später bei der Teppichherstellung einbringen? Hinzu kommt auch die falsche Auswahlpolitik für die Zulassung an den Hochschulen. Die Studierenden werden nicht nach ihren Interessen und Fähigkeiten ausgewählt, sondern danach, ob sie dem Regime ideologisch nahe stehen. Dadurch, dass die Hochschule kein Fachwissen vermittelt, bleiben die männlichen Studenten aus, die feststellen, dass sie mit dem Abschluss keine Arbeit im Teppichsektor finden, während die Studentinnen, die in dieser – außerhalb der Webarbeiten – von Männern besetzten Sparte sowieso keine Aussicht auf Arbeit haben, das Fach nur studieren, um am Ende einen Abschluss in der Hand zu haben, damit sie irgendwo als Sekretärin oder Angestellte eine Arbeit finden. Auf der anderen Seite haben auch die Lehrkräfte häufig keine Erfahrung, wie sie das Thema unterrichten sollen, weil dieses Fach Neuland ist, und wenn man bedenkt, dass einige von ihnen bis zu zwei Jahre ihren Lohn nicht erhalten, kann man sich leicht vorstellen, dass es mit der Vermittlung von Wissen auch auf dieser Seite nicht zum Besten steht.
Während in anderen Fachbereichen am Abschluss des Studiums eine Abschlussarbeit erforderlich ist, wurde diese Bedingung an den Teppich-Fachhochschulen abgeschafft. Denn dazu hätten die Studentinnen in die Dörfer reisen und eigene Nachforschungen anstellen müssen, und das ist staatlich nicht erwünscht. Die Abschlussnote der Studierenden ist daher nur ein Durchschnitt aus den verschiedenen Fächern (z.B. Theologie), eine extra Abschlussarbeit gibt es nicht. Entsprechend gering ist der Wert des Abschlusses, und so ist es eine der ersten Fragen, die die Studenten ihren Lehrkräften stellen: „Was für eine Arbeit kann ich denn mit meinem Abschluss später finden?“ Eine Frage, auf die es keine Antwort gibt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Aprikosenernte in Pir-Balaye Marand

Folgende Bilder zeigen die Aprikosenernte in Pir-Balaye Marand im Iran, genauer, was nach der Ernte geschieht.


Der Ort, wo diese Aprikosen gewachsen sind: Pir-Balaye Marand


Erst werden die Aprikosen entsteint


dann die schlechten aussortiert


die Früchte auf dem Tablett angeordnet


dann zum Trocknen in die Sonne gestellt


und das in großen Mengen.

Aprikosen heißen auf Persisch qeyssi, im Türkischen kaysi, ein Wort übrigens, das aus dem Ungarischen kommt.
Dort heißt die Aprikose kajszibarack, der Frühsommer-Pfirsich, so wie auch unser Wort Aprikose aus dem lateinischen malum praecocum – frühreifer Apfel /oder Pfirsich kommt (Pfirsich kommt von malum persicum, der persische Apfel), denn die Aprikose wird früher reif als der Pfirsich.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Entlassungen in der Industrie

Im Zusammenhang mit den Wirtschaftssanktionen, die gegen den Iran verhängt wurden, interessiert die Frage, wer davon betroffen ist. Zahlen zur Zahl der Entlassungen werden von staatlichen iranischen Medien leider nur bruchstückhaft veröffentlicht, ebenso Informationen zu den Eigentumsverhältnissen.

  • Shahab-Xodrou, Autofabrik in Teheran – Eigentümer: Der Staat
  • Qand-e Manush, Zuckerfabrik in Sarqes – Eigentümer: Pasdaran
  • Karxane-haye Ard wa Golukoz, Mehl- und Glukosefabriken in Yasuj – Eigentümer: Privat
  • Karxane-ye Zagros Chodrou, Autofabrik in Borujerd – Eigentümer: Der Staat

In diesen Firmen sind seit Frühlingsbeginn dieses Jahre 3000 Personen entlassen worden.

  • Große Firmen der Automobilindustrie insgesamt – Eigentümer: Der Staat
  • Große Firmen der Ersatzteilindustrie insgesamt – Eigentümer: Der Staat

450.000 Personen in diesen beiden Industriezweigen sind vom Staat beschäftigt. Innerhalb eines Jahres sind 30% der Arbeitenden entlassen worden, davon:

  • Firma Saypa, Automobilhersteller in Teheran – Eigentümer: Der Staat – 40% der Arbeiter sind nicht ausgelastet.
  • 2000 Firmen der Textilindustrie in der Region Isfahan – Eigentümer: Privat – von Schließung bedroht, 100.000 Entlassungen drohen.

Generell muss man bei der Deutung der Daten vorsichtig sein, selbst wenn die Zahlen stimmen.
Denn nicht nur die Sanktionen führen zum Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch die Art, wie die iranischen Herrscher die Wirtschaft organisieren. Für die Pasdaran ist es viel lukrativer, mit China Handelsverträge über Billigimporte abzuschließen, bei denen auch für die beteiligten Pasdaran etwas abspringt, als irgendeine Fabrik aufzubauen oder zu managen.
Die Lizenzen für den Import von Waren am Zoll vorbei bringt den Pasdaran ebenfalls gewaltige Einnahmen, die nirgends im staatlichen Haushalt erscheinen, und auch diese Form des „privaten“ Imports schädigt die einheimische Industrie.
Diese Entwicklung hat schon wesentlich früher eingesetzt als der Rückgang der Produktion durch die Sanktionen, und er betrifft nicht nur die Industrie, sondern auch die Landwirtschaft.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Umweltschützer kann man verhaften, Salzstürme nicht


Salzsturm vom austrocknenden Urumije-See

Wie schon berichtet, haben in Tabris und vor Ort in Urumije und anderen Orten, die am Urumije-See liegen, schon mehrfach Demonstrationen stattgefunden, um die Behörden aufzufordern, etwas gegen das Austrocknen des Urumije-Sees zu unternehmen. Es ging namentlich darum, dass das Wasser, das in Staudämmen zurückgehalten wird, freigelassen wird, damit der See nicht austrocknet. Außer Verhaftungen unternahmen die Behörden weiter nichts.

Jetzt tritt das ein, wovor die Bevölkerung sich gefürchtet und gewarnt hatte. Die ausgetrockneten Flächen des stark salzhaltigen Urumije-Sees bilden die Grundlage für Salzstürme. Salzstürme hinterlassen auf weiten Flächen solche Salzmengen, dass ein landwirtschaftlicher Anbau vielerorts unmöglich wird. Eine regionale Zeitung aus dem iranischen Westaserbaidschan hat einige Fotos vom ersten Salzsturm veröffentlicht. Wenn es so weiter geht, wird selbst Teheran von diesen Salzstürmen nicht verschont bleiben.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Regierung ermordet Araber

Sa‘id Krushat, im Karun-Gefängnis zu Tode gefoltert
Am 27. Juni 2012 starb Sa‘id Krushat an den Folgen seiner Folter. Er stammt aus Seid-Karim (südlich von Ahwas) und ist ein Angehöriger der arabischen Minderheit im Iran. Er wurde vor sechs Monaten verhaftet. In Gefängnis von Schiras, im Sepidar-Gefängnis von Ahwas und zuletzt im Karun-Gefängnis in Ahwas wurde er schwer gefoltert, so dass er daran gestorben ist. Dieser Tod ist ein weiterer Hinweis auf die Brutalität, mit der das iranische Regime gegen die Minderheiten vorgeht, nachdem erst kürzlich vier arabische Jugendlichen, die gegen die Unterdrückung der arabischen Minderheit protestiert hatten, aus dem Karun-Gefängnis geholt und an unbekanntem Ort vom Staat hingerichtet worden waren.

Polizei erschießt zwei Bauern auf dem Feld
Derzeit läuft eine Kampagne der iranischen Regierung zur Enteignung der arabischen Minderheit in der Region Ahwas. Auf diese Weise soll die Minderheit aus der Region verdrängt werden. So wollte die Regierung den beiden Brüdern Seyyed Mussa Faseli (41 Jahre) und Seyyed Ali Faseli (34 Jahre), die in Abdolchan, 30 km südlich von Schusch (Region Ahwas), ihre Felder bestellten, das Land wegnehmen, das ihre Familie schon seit Generationen bebaut. Die Bauern protestierten gegen die geplante Enteignung, weil sie ihre Familie mit dem ernähren, was auf ihrem Land wächst. Die Regierung ignorierte die Proteste, ließ einen Gerichtsbeschluss nach ihrem Wunsch ausfertigen und forderte die Bauern auf, das Land zu verlassen. Als die Bauern das nicht taten, setzte die Regierung Polizei ein, die die beiden Bauern erschoss. Dies geschah am 29. Juni 2012.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Getreideernte in Ilam

Diese Fotos der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA zeigen eine Getreideernte in der Provinz Ilam (Südwestiran). Die Felder (deym) bekommen nur das spärlich fallende Regenwasser, entsprechend niedrig sind die Halme, die Ernte ist unsicher und der Einsatz von Maschinen ist teuer.
Das ist der Staat, der gerade drei Tage lang Raketen abschießt, die Atomsprengköpfe tragen können…













Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email