Archiv der Kategorie 'Minderheiten'

Iran – Kurdistan: Geschlossene Grenze für den kleinen Handel


Grenzhandel auf dem Rücken

Im Dezember 2017 hatte der iranische Innenminister bekannt gegeben, dass der kleine Grenzhandel zwischen Iran und Irak, verboten ist. Die Ware wurde von vielen kurdischen Grenzgängern auf dem Rücken oder auf Reittieren vom Irak in den Iran getragen. Der Weg über die Berge ist lebensgefährlich. Der Parlamentsabgeordnete von Sardascht hat jetzt bekannt gegeben, dass durch das Verbot, das noch vor Ende des iranischen Jahres (also spätestens Anfang März 2018) vom iranischen Parlament als Gesetz verabschiedet wurde, 70.000 bis 80.000 Kurden auf der iranischen Seite (z.B. in Piranschahr) ihr Einkommen verloren.
Auch die Händler, die die Waren dieser Grenzgänger abkauften, sind arbeitslos geworden.
Aus diesem Grund kam es in der letzten Zeit in verschiedenen iranischen Orten an der irakischen Grenze zu Protesten der Grenzgänger und der Händler. Der Parlamentsabgeordnete von Sardascht bezeichnete diese Situation als Zeitbombe.

https://www.radiofarda.com/a/iran-iraq-border-closed-workers-lost-jobs/29175511.html
vom 30. Farwardin 1397
nemayandeye majlese iran: 80 hezar kulebar dar gharbe keshvar bi kar shodeand

http://www.pishkhaan.net/news/60447/?t=
vom 28.09.1396
ruznameye ebtekar: „ebtekar“ tasmime dowlat mabna bar mamnu°iyate kulebari-ra barresi kad – payane yek trazhedi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Kurdistan: Protest der Basarhändler von Bane und Dschawanrud


leeres Tischtuch…

Aus Protest gegen die Schließung der iranisch-irakischen Grenze und gegen die Erhöhung der Zölle haben die Basarhändler von Bane und Dschawanrud vergangenen Samstag ihre Läden geschlossen und ein leeres Tischtuch auf der Straße ausgebreitet. Der Protestzug der Händler wurde von Sicherheitskräften auseinander getrieben. Die Staatskräfte gaben dabei Schüsse in die Luft ab. Die Proteste gingen am Montag weiter: diesmal versammelten sich die Händler vor dem Sitz des Verwaltungschefs von Bane.

http://news.gooya.com/2018/04/post-13852.php
vom 15. April 2018
e°tesabe bazaryane bane wa jawanrud w pahn kardane sofreye xali dar xiyaban

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Ahwas: 500 Verhaftungen – der Protest geht weiter

Nach den Protesten der arabischsprachigen Bevölkerung in Ahwas gegen eine staatliche Fernsehsendung haben die Staatsorgane rund 500 Menschen verhaftet. Heute haben Angehörige der Verhafteten vor der Provinzverwaltung vor der Provinzverwaltung der Provinz Chusestan und vor dem Sitz zweier Parlamentsabgeordneter aus Ahwas im Parlament in Teheran protestiert. Die Angehörigen weisen darauf hin, dass die Verhaftung wegen friedlicher Kundgebungen im Rahmen der Gesetze jeglicher Grundlage entbehrt. Ihr Versuch, mit dem zuständigen Richter der 12. Kammer des Revolutionstribunals Kontakt aufzunehmen, scheiterten an der Verweigerungshaltung des Gerichts.
Die arabische Bevölkerung von Ahwas protestiert gegen die Leugnung ihrer Identität durch den iranischen Staat und fordert auch das Recht auf Unterricht in der Muttersprache, also auf Arabisch.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=86052
vom 27. Farwardin 1397 (16. April 2018)
tajammo°e xanewadehaye bazdashtshodegane ahwaz dar moqabele nehadhaye hokumati

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Über 400 Verhaftete in Ahwas und Umgebung

Wie berichtet, hat die arabischsprachige Bevölkerung in Ahwas gegen die Missachtung ihrer Minderheitsrechte protestiert. Seit Beginn der Proteste wurden über 400 Menschen verhaftet und auf die Gefängnisse verschiedener Institutionen wie Geheimdienst, Militär und Pasdaran verteilt. Die Verhaftungswelle nahm größere Ausmaße an, nachdem im Cafe Al-Nawares in Kiyan-Schahr in Ahwas ein Feuer ausgebrochen war, bei dem 11 Menschen ums Leben kamen. Zu den Todesopfern gehörten auch Menschen, die nach der Verhaftung gegen Kaution auf freien Fuß gekommen waren. Die Tatsache, dass dieser Brand an einem Treffpunkt der Araber zum Vorwand genommen wird, um die arabische Minderheit in großer Zahl in zahlreichen Orten um Ahwas zu verhaften, deutet darauf hin, dass der Brandanschlag möglicherweise im Auftrag der sogenannten Sicherheitsorgane erfolgte, die so einen Vorwand für die Verhaftungswelle schaffen wollte. Auch dieses Gerücht lässt sich nicht überprüfen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=85912
vom 19. Farwardin 1397 ( 8. April 2018)
te°dade bazdashshodegan dar ahwaz be bish az 400 nafar resid

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Ahwas: Proteste der arabischen Minderheit halten an


In Ahwas protestiert die arabischsprachige Bevölkerung schon den siebten Tag gegen die Leugnung der arabischen Identität durch den iranischen Staat. Am 1. April 2018 gingen die Proteste bis in die Nachtstunden. Wie die Menschenrechtsorganisation von Ahwas berichtet, wurden in Ahwas an verschiedenen Stellen Kontrollposten eingerichtet. Die Polizeibeamten zwangen Araber, aus dem Auto auszusteigen und nahmen ihnen die Tschafiya ab (als Kufiya oder auch als Palästinensertuch im Deutschen bekannt). In der arabischen Kultur gilt dies als entehrend.
Ein solches Vorgehen ist geeignet, den Konflikt weiter anzuheizen. Es ist anzunehmen, dass die Behörden dies bewusst tun. Ist es das Ziel der Machthaber, auf diesem Weg einen Krieg mit arabischen Staaten wie Saudiarabien anzuzetteln, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken, die Wirtschaft in Gang zu bringen?
Dass es den iranischen Machthabern nach wie vor gelingt, die Bevölkerung mit nationalistischen Parolen anzuheizen, zeigt die Berichterstattung von Medien wie iran-emrooz, denen diese Meldung entnommen ist. Dort wird der Vorwurf des „Rassismus“ und der „Araberfeindlichkeit“, den die iranischen Araber erheben, nur in Anführungszeichen zitiert, wobei Anführungszeichen in iranischen Zeitungen selten sind und nicht verwendet werden, um Zitate zu markieren.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/74063/
iran-emrooz.net | Mon, 02.04.2018, 15:35
e°terazate shahrwandane °arabe ahwaz wared ruze haftom shod

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Proteste in Ahwas

Am 29. März 2018 haben rund 5000 iranische Staatsbürger arabischer Volkszugehörigkeit in Ahwas gegen eine Fernsehsendung des staatlichen Senders Seda wa Sima (Ton und Bild) protestiert. In der Kindersendung „Kolahe qermezi“ (Rotkäppchen) waren am 2. Farwardin (22. März 2018) verschiedene Orte im Iran vorgestellt worden, wobei die Orte mit Puppen in den lokalen Trachten markiert waren. Ahwas, wo die arabische Minderheit am stärksten ist, wurde aber nicht durch eine Puppe in arabischer Tracht gekennzeichnet, sondern durch eine andere Tracht. Die arabische Minderheit, die ohnehin massiv verfolgt wird, betrachtete dies als Leugnung der arabischen Identität und ging deshalb auf die Straße. Der friedliche Protest wurde mit Tränengas und Schüssen von den Sicherheitskräften aufgelöst. 12 Aktivisten, darunter 3 Frauen, wurden verhaftet.

http://news.gooya.com/2018/03/post-13359.php
vom 29. März 2018
tir-andazi be tarafe tajammo°e mosalemat-amiz dar ahwaz wa bazdashte 12 nafar dar beyne anha se fa°°ale zan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Die Revolutionäre hüten das Erbe des Schahs

Dehloran liegt westlich der Linie, die die Städte Ahwas, Desful und Chorramschahr verbindet. Die Stadt liegt nahe der irakischen Grenze. Dschelisi (Jelizi) ist eine Ortschaft im Kreis Dehloran. Dort kam es vergangene Woche (am 7. Dezember) zu einer Auseinandersetzung zwischen den „Sicherheitsorganen“ und der Dorfbevölkerung, etwa 800 Menschen, wie Oberst Manutschehr Maki, der stellvertretende Direktor der Polizei der Provinz Ilam, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärte.

Streit ums Land
Worum geht es? Zur Schahzeit wurde zur Unterstützung der Militärs eine Geschäftskette namens Etteka geschaffen, deren Aufgabe es war, die Soldaten mit günstigen Nahrungsmitteln und Kleidung, später auch mit Wohnraum und landwirtschaftlich nutzbarem Land zu versorgen. Der Schah kannte keine Skrupel. Das Land nahm er den Bauern weg. Dann kam die Revolution. Die Revolutionäre enteigneten Etteka, genauer, sie übernahmen das Unternehmen. Nun hatte es die Aufgabe, die bewaffneten Organe des Islamischen Staates zu versorgen. Dass das Land geklaut war, interessierte niemand. Auch die Revolutionswächter und Co. kennen da keine Skrupel. Aber angesichts der Wirtschaftskrise hat die Bevölkerung von Dschelisi beschlossen, sich das Land wieder zurück zu holen. Die sogenannten Ordnungskräfte griffen gegen sie ein, verprügelten Frauen, verhafteten mindestens 15 Dorfbewohner als angebliche Unruhestifter und beschlagnahmten Traktoren und andere „Tatwerkzeuge“. Oberst Manutschehr Maki versäumte auch nicht zu erwähnen, dass man die Bevölkerung aufgefordert habe, ihre Forderungen auf dem gesetzlichen Weg zu stellen. Damit hat die Bevölkerung nun schon fast 40 Jahre Erfahrung…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=143057
vom 16. Adhar 1396 (7. Dezember 2017)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Sanandadsch (Kurdistan – Iran): Kurdischer Aktivist schwer gefoltert

Der politische und Umwelt-Aktivist Afschin Hossein Panahi wurde vor einigen Monaten verhaftet und in der Filiale des iranischen Geheimdienstes in Sanandadsch schwer gefoltert. Ihm wurden sämtliche Fußnägel ausgerissen. Auch wurde er mit Elektroschocks gefoltert. Das Regime wollte ihn dazu zwingen, am Fernsehen seine Familie zu verurteilen. Ein Bruder des Gefangenen wurde vom Regime ermordet, ein anderer Bruder sitzt im Gefängnis. Afschin Hossein Panahi ist jetzt im Zentralgefängnis von Sanandadsch in Haft. Ihm wird trotz seiner miserablen gesundheitlichen Verfassung eine ärztliche Behandlung verweigert. Das Revolutionstribunal von Sanandadsch verurteilte Afschin Hossein Panahi vor wenigen Wochen wegen „Propaganda gegen das System“
zu 8,5 Jahren Gefängnis. Als Propaganda gegen das System wurde gewertet, dass er über die Ermordung seines Bruders gesprochen hatte.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83424
vom 12. Adhar 1396 (3. Dezember 2017)
shekanjeye shadide afshin hossein panahi dar edareye ettela°ate sanandaj

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Starkes Erdbeben im Westen

Laut den jüngsten Meldungen in den Abendstunden (nach 18 Uhr) sind bei einem heftigen Erdbeben in der Nacht vom Sonntag auf Montag im Westen des Iran mindestens 7100 Menschen verletzt worden und 445 ums Leben gekommen. Zu den einstürzenden Bauten gehörten auch solche, die vom vorigen Präsidenten Ahmadineschad als Wohnbauprogramm errichtet wurden. Ein Geistlicher, der im staatlichen Fernsehen sprach, meinte, die Opfer des Erdbebens sollten vom Staat keine Hilfe erwarten. Damit ist gemeint, dass im Westen, wo bevorzugt Kurden, Aseris und Araber leben, eh Staatsgegner leben, denen brauche der Staat deshalb auch nicht zu helfen.

http://news.gooya.com/2017/11/post-9235.php

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Stellvertretender Parlamentspräsident kritisiert Wächterrat

Doktor Peseschkian (Pezeshkiyan) ist Abgeordenter für die Region Tabris im iranischen Parlament. Er kritisierte am Vortag in einer Rede im Parlament die Korruption unter dem vorigen Präsidenten Ahmadineschad und die Rolle des Wächterrats, der Ahmadineschad den Rücken stärkte.
Ein Auszug aus seiner Rede:
„Unsere Gerechtigkeit beschränkt sich auf die Kürze der Ärmel, mit denen Jugendliche auf die Straße gehen, und auf die Haare der Frauen, die unter dem Tschador hervorschauen. Hätten wir die 10 Milliarden Dollar, die wir unter der Amtszeit von Ahmadineschad wohl zu viel hatten, richtig ausgegeben, wären jetzt alle Städte mit Zügen verbunden. Es ist nicht bekannt, wie und wohin dieser Betrag gewandert ist.
Jetzt mühen wir uns ab, ausländisches Kapital anzulocken. Aber wir lassen nicht zu, dass ein gewählter Abgeordneter seine Wähler im Stadtrat vertritt. Wir lassen nicht zu, dass ein Anhänger des zoroastrischen Glaubens Mitglied des Stadtrats wird. (…)
Dr. Peseschkian spricht den Fall eine Stadtrats an, der vom Volk gewählt wurde und sogar eine Zeitlang im Stadtrat saß, dann aber durch Intervention des Wächterrats nachträglich seinen Hut nehmen musste, weil er kein Muslim, sondern Zoroastrier ist.

http://www.pyknet.net/1396/05aban/15/page/edalat.php
vom 15. Aban 1396 (6. November 2017)
nayeb ra‘ise majles dar tabriz: °edalate ma xolase shode dar muye zanan wa astine kutahe jawanan

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D9%85%D8%B3%D8%B9%D9%88%D8%AF_%D9%BE%D8%B2%D8%B4%DA%A9%DB%8C%D8%A7%D9%86
abgerufen am 6. November 2017
Über den Parlamentsabgeordneten Mas°ud Pezeshkiyan (Massud Peseschkian)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Wahlkampf im Iran


Wahlkampfrede von Präsident Hassan Rouhani in Urumije am 7. Mai 2017

Am 19. Mai findet im Iran die erste Runde der Präsidentschaftswahlen statt. Nur sechs Kandidaten wurden vom Wächterrat zugelassen – darunter der amtierende Präsident Hassan Rouhani sowie zwei Gestalten, deren Verbrechen Bücher füllen würden.

Ebrahim Ra‘issi
Der eine ist Ebrahim Ra’issi, einer der Mitglieder der Todeskommission, die aufgrund einer Fatwa von Ajatollah Chomeini im Jahr 1988 festlegten, welche politischen Gefangenen umgebracht werden soll. Es ging als großes Gefängnismassaker in die iranische Geschichte ein. Tausende von Gefangenen, die ihre Haft schon abgesessen hatten, wurden damals standrechtlich im Gefängnishof erschossen. Für dieses Verbrechen wurde Ebrahim Ra’issi nie vor Gericht gestellt, denn die Täter sind ja noch an der Macht.

Bagher Qalibaf
Der andere heißt Bagher Qalibaf. Er war früher General der Revolutionswächter. In dieser Eigenschaft war er dann für die Sicherheitskräfte in Teheran zuständig. 1999, noch zur Amtszeit von Präsident Chatami, waren die Proteste der Studenten Tagesthema. Es fand eine Sitzung statt, an der verantwortliche Politker, der Innenminister, der Rektor der Uni Teheran und eben auch General Bagher Qalibaf teilnahmen. Qalibaf schilderte später selbst, dass er den Innenminister, der keinen Schießbefehl erteilen wollte, damals mit den übelsten Ausdrücken beschimpfte, die er heute nicht wiederholen möchte, um zu erreichen, dass er auf die „konterrevolutionären Studenten“ schießen darf. Qalibaf setzte sich durch. Das Ergebnis: Die Studentenwohnheime wurden von den „Sicherheitskräften“ gestürmt, die Studenten aus den Fenstern geworfen und andere verhaftet. Diese Brutalität ist ein Verdienst von Bagher Qalibaf. Das war der Startpunkt für seine Karriere. Jetzt ist er Oberbürgermeister von Teheran, und spielte auch hier eine unrühmliche Rolle bei der Inhaftierung eines Bloggers, der die Korruption beim Verkauf städtischer Grundstücke angeprangert hatte. Das ist der Hintergrund, vor dem man folgende Worte Rouhanis verstehen kann.

die anderen die Zunge abgeschnitten haben…
Er erklärte auf einer Rede in Urumije (West-Aserbaidschan): „Die reden von freier Meinungsäußerung und von Kritikfreiheit. Unglaublich! Die, die anderen die Zunge abgeschnitten und den Mund zugenäht haben! Das, was in den vergangenen Jahren von Euch ausgegangen ist, war das Wort „Verbot“. Verbot zu schreiben. Verbot abzubilden. Bitte reden Sie nicht von Freiheit. Da muss sich die Freiheit ja schämen. Und reden Sie nicht von Kritik. Sie arbeiten in Institutionen, an denen sich keiner traut, Kritik zu üben.“

An die Schmuggelbrüder
Er spielt auch darauf an, dass die Pasdaran und das Umfeld des Religiösen Führers zur Zeit des Embargos gut an den Sanktionen verdient haben, weil sie auf dem Schwarzmarkt horrende Gewinne erzielten. Seine Worte: „Ihr, die ihr am Embargo tüchtig verdient habt, ist euer Einkommen jetzt in den Keller gegangen? Wollt ihr uns jetzt wieder vier Jahre zurück versetzen?“

An die Steuerflüchtigen
Keine Steuern zu zahlen ist ein Privileg der iranischen Machthaber. Dazu gehören auch die religiösen Stiftung, z.B. die mächtige Astane-Qods-Rasawi-Stiftung in Maschhad, die von Ebrahim Ra’issi geführt wird. Sie ist einer der größten Wirtschaftskonzerne des Irans und zahlt keine Steuern. Rouhani hierzu: „Da reden sie von Steuern und keiner fragt – habt ihr denn da Steuern bezahlt, wo ihr bis jetzt die Leitung inne hattet?“ Hinter dieser Steuerbefreiung steht übrigens direkt Ajatollah Chamene’i, das weiß auch Hassan Rouhani.

An die Wähler

An die Wähler in der Region um Urumije, an die Kurden und Aseris gerichtet, gehen Rouhanis Worte, dass er nicht möchte, dass sie davon leben müssen, unter beschwerlichen und gefährlichen Umständen Waren auf dem Rücken über die Grenze zu tragen. Sein Ziel sei es, die Grenzregionen zu Exportregionen des Irans zu machen. Er weist auch darauf hin, dass der Urumije-See in seiner Amtszeit nicht weiter eingetrocknet sei, was sein Wahlversprechen gewesen sei.

Rouhani – gewiefter Prediger
Rouhani weiß, was das Publikum hören will und er trifft den richtigen Ton. Aber das ändert nichts daran, dass er kein Programm – und auch nicht die Macht – hat, eine Wirtschaftsentwicklung in Gang zu setzen, die der Bevölkerung Arbeit gibt. Denn dazu müsste er die Pasdaran und die Leute um Chamene’i entmachten. Davon kann nicht die Rede sein. Insofern wecken seine Worte Hoffnungen, die er nie erfüllen kann. Und das weiß auch er.

Quellen:
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/69186/
vom 7. Mai 2017
kesani ke dahanhara duxtand dam az azadi mizanand

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Sistan und Balutschistan (Iran): Tote an der Grenze

Laut eines Berichts des Öffentlichkeitsreferats der Generalstaatsanwaltschaft des Irans hat Hodschatoleslam Mouhedi-Rad, der allgemeine und Revolutionsstaatsanwalt von Sahedan (Zahedan) bestätigt, dass bei einem Angriff der „Armee der Gerechtigkeit“ (Jaysh ol-Adl) in der Region Mirdschawe (Mirjave) 10 Grenzsoldaten ums Leben gekommen seien. Der Angriff sei am 26. April um 20 Uhr im Grenzgebiet von Mirdschawe erfolgt. Mirdschawe liegt 75 km südöstlich der Provinzhauptstadt Sahedan. Das Grenzgebiet dort ist bewaldet. Mouhedi-Rad fügte hinzu, 11 Grenzsoldaten seien beim Schichtwechsel überfallen worden. Drei von ihnen seien fest angestellte Grenzwächter gewesen, acht seien Wehrpflichtige gewesen.
Bei dem Angriff seien acht Soldaten an Ort und Stelle gestorben, zwei seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, ein Verletzter befinde sich in kritischer Verfassung im Krankenhaus. Ali Mouhedi-Rad erklärte, die Angreifer seien danach in der Deckung des Waldes nach Pakistan geflohen.
Die Gruppe Jaysh ol-Adl schreibt in einer Erklärung, der Angriff habe um 19 Uhr stattgefunden, es seien 12 Angehörige der Regierungskräfte ums Leben gekommen und weitere Personen verletzt worden. Die Wafen und Ausrüstung der Regierungskräfte seien erbeutet worden. Die Gruppe bezeichnete die Angreifer als Märtyrer-Ne‘matollah-Bataillon und die erschossenen Soldaten als Angehörige des Regiments von Tschahendu. Die Gruppe rechtfertigte ihren Angriff damit, dass die Regierung ihre „religiöse und ethnische Identität“ und ihre Rechte verletze, sie zu vernichten suche und Tausende von Menschen grundlos ins Gefängnis werfe. Jaysh ol-Adl behauptet von sich, für die Rechte der Balutschen zu kämpfen. Die Gruppe hatte Anfang 2014 acht iranische Grenzsoldaten als Geiseln genommen und fünf von ihnen umgebracht. Die iranischen Organe haben schon öfters bekannt gegeben, sie habe die Gruppe zerschlagen, aber die Kämpfe gehen weiter.

Quelle:

http://news.gooya.com/2017/04/post-3146.php
Thursday, Apr 27, 2017
joz‘iyate koshte shodane 10 nafar az mamurane marzbani dar sistan wa baluchestan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Die Unterdrückung der Araber geht weiter

In den letzten Tagen sind in der Gegend um Ahwas eine Reihe von Bürgerrechtlern vom Geheimdienst und den Sicherheitskräften abgeholt und an unbekannte Orte verbracht worden. Vom 13. auf den 14. April verhaftete der Geheimdienst 5 Aktivisten in Kuye Alawi, die meisten von ihnen waren zwischen 30 und 40 Jahren alt. In Malaschiye erfolgte die Verhaftung zweier arabischer Aktivisten nachts unter Einsatz von Gewalt, ohne Rücksicht auf die Anwesenheit kleiner Kinder. Es geht dabei nicht um die Bekämpfung irgendwelcher Gewalttäter, sondern darum, dass die Araber der Region Ahwas jedes Jahr das Gedenken an die Proteste der arabischen Minderheit von 2005 (1384) am Leben erhalten. Diese Proteste wurden damals gewaltsam niedergeschlagen. Das iranische Regime ist offensichtlich bemüht, die Erinnerung an seine Verbrechen zu unterdrücken.
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79392
von 27. Farwardin 1396 (16. April 2017)
bazdasht-e °edde’i az fa°alane ahwazi dar salgarde e°terazate sale 1384

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Straßensperre in Balutschistan


Am 14. Farwardin (3. April 2017) war der sunnitische Freitagsprediger von Paschamag, Faslollah ar-Rahman Kuhi, dem Sondergericht für Geistliche vorgeführt und nach dem Verhör verhaftet worden. Am Tag darauf versammelten sich Hunderte von Einheimischen vor dem Chef der Sicherheitsorgane des Landkreises Sarbaz, zu dem Paschamag gehört, und forderten die Freilassung des Geistlichen. 200 sunnitische Geistliche versammelten sich vor dem Sondergericht für Geistliche in Maschhad und forderten ebenfalls die Freilassung von Faslollah ar-Rahman Kuhi.
Am 16. Farwardin sollen zwei Militärposten in der Region angegriffen worden sein. Außerdem sperrte die empörte Bevölkerung die Straßen zwischen Sarbaz und Iranschahr sowie zwischen Iranschahr und Tschabahar. Soweit ersichtlich, regierten die iranischen Sicherheitsorgane unter Anwendung von Gewalt auf die Proteste. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.
Der Geistliche Faslollah ar-Rahman Kuhi hatte die Hinrichtung von politischen Gefangenen sunnitischer Glaubenszugehörigkeit verurteilt und die Massenhinrichtung als „typisch für Pharaonen“ und als „Verrat am Volk“ gebrandmarkt.

http://news.gooya.com/2017/04/post-2451.php
vom 16. Farwardin 1396 (5. April 2017)
mo°tared.ane baluch jaddeye iranshahr be chabahar-ra masdud kardand

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Keine Reisefreiheit für Sunnitenführer


links: Moulawi Abdol-Hamid

Man hört immer wieder, wie nicht-islamische Minderheiten (Christen, Baha’is) im Iran verfolgt werden. Aber nicht besser geht es den Sunniten, die genauso Muslime sind wie die Schiiten. Besonders im Süden, in der Region Sistan und Balutschistan, aber auch im Westen, z.B. in der Region Ahwas, leben starke sunnitische Minderheiten. Moulawi Abdol-Hamid gehört zu den bekanntesten sunnitischen Geistlichen im Iran und ist der sunnitische Freitagsprediger in Sahedan, der Hauptstadt von Sistan und Balutschistan. Wie jetzt bekannt wurde, verhindern „Engstirnige“, wie er selbst sich diplomatisch ausdrückt, dass er im Iran andere Orte bereisen darf als Teheran und Sahedan. Umgekehrt wird anderen sunnitischen Geistlichen verboten, nach Sahedan zu reisen. Auslandsreisen von Moulawi Abdol-Hamid sind auch nicht erwünscht und werden wohl von den selben Institutionen verhindert. Bislang hütet sich Moulawi Abdol-Hamid aber, die Schuldigen beim Namen zu nennen. Von der Sache her ist klar, dass es sich um die sogenannten Sicherheitsorgane handelt.

http://www.radiofarda.com/a/f7-limitations-on-molavi-abdolhamid-trips-inside-and-outside-iran/28318685.html
vom 1. Esfand 1395 (19.02.2017)
a°male mahdudiyathaye safar baraye rouhaniye sarshenase ahle sonnate zahedan

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email