Archiv der Kategorie 'Minderheiten'

Iran: Unruhen in Balutschistan


Rask, Ortschaft nahe der Grenze zu Pakistan (der rote Marker weist auf die Lage des Orts hin)

Nachdem in der Stadt Rask in Balutschistan (Südiran) der Sohn von Mulawi Naqschbandi, des Freitagspredigers der dortigen Moschee, verhaftet worden war, kam es am Montag, den 14. Mai 2012 zu massiven Unruhen in der Stadt. Dabei soll eine Person ums Leben gekommen sein, weitere Personen wurden verhaftet. Die Busverbindung zwischen Sahedan und Iranschahr wurde am Nachmittag eingestellt, die Krankenhäuser in der Umgebung in Alarmbereitschaft versetzt.
Gerade der letztgenannte Umstand und die großräumige Absperrung der Region weisen darauf hin, dass die Bevölkerung in Rask in großer Zahl protestiert hat. Leider sind bis jetzt noch keine zusätzlichen Details über das Geschehen bekannt geworden.

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Iran: Ausländerhetze statt Arbeitsplätze

Aus der am kaspischen Meer gelegenen Region Masandaran sind ausländerfeindliche Töne aus amtlichem Munde zu hören.
Der für Sicherheits- und Politikfragen verantwortliche Vertreter der Regionalverwaltung Hadi Ebrahimi erklärte gegenüber der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA, dass der Aufenthalt von Afghanen in dieser Region ab dem 1. des iranischen Monats Tir (also dem 21. Juni 2012) verboten sind. Eigentlich gibt es schon seit fünf Jahren diesbezügliche Einschränkungen, aber die wurden anscheinend nicht konsequent umgesetzt.

Arbeitsverbot, Heiratsverbot
Ab dem 1. Tir (21. Juni) ist es iranischen Frauen in Masandaran verboten, afghanische Männer zu heiraten, Arbeitgeber dürfen keine Afghanen mehr beschäftigen.
Hadi Ebrahimi gab keinerlei Gründe für diese ausländerfeindliche Maßnahme an, aber man kann vermuten, dass die iranischen Behörden auf diesem Weg von ihrer katastrophalen Wirtschaftspolitik ablenken wollen und einen Sündenbock für die massiv steigende Arbeitslosigkeit suchen.
Wie man sieht, sind die im Iran herrschenden Mollas und Pasdaran treue Kinder westlicher Politiker, die ähnliche Rezepte anbieten, wenn es um die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit geht.

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Iran: Todesschuss und Verhaftungen in Ahwas

Am 13. April 2012 fanden in Ahwas, im Südwesten des Irans nahe der arabischen Grenze, Protestkundgebungen der mehrheitlich arabisch sprechenden Bevölkerung statt. Die Bevölkerung erinnerte damit an den Aufstand der iranischen Araber, der vor sieben Jahren begonnen hatte. Die iranischen Staatskräfte setzten gegen die Demonstranten Schusswaffen ein und erschossen den 25-jährigen Schahab Hayawi, einem Angehörigen der arabischen Minderheit aus der Nähe von Ayadan (in der Nähe von Ahwas). Es soll zu zahlreichen Verhaftungen gekommen sein. Die Inhaftierten werden in Kasernen der Militärs in der Umgebung von Ahwas festgehalten. Bei den Protesten soll es auch drei Verletzte unter den Polizeikräften gegeben haben.

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Iran: Staatlicher Rassismus in Esfahan

Die iranische Stadt Esfahan ist nicht nur ein beliebter Besuchsort für ausländische Touristen, in der Region arbeiten auch viele Afghanen, vor allem in der Landwirtschaft und als Täger auf den Basaren, wo sie für geringen Lohn die härtesten Arbeiten verrichten. Auch an den Baustellen werden sie oft eingesetzt.
Im Vorfeld des iranischen Neujahrsfests hat nun die Stadtverwaltung von Esfahan den Afghanen amtlich verboten, am 13. Farwardin, also am Sonntag, den 1. April, dem letzten Tag des iranischen Neujahrsfest, an dem alle ins Grüne gehen und feiern, einen beliebten Park der Stadt zu betreten (Park-e kuhestani-ye safeh). Als Begründung wurde angegeben, die Afghanen würden Unruhe stiften.
Auch sonst haben Afghanen im Iran mit zahlreichen Diskriminierungen zu kämpfen. Ihren Kindern wird zum Teil der Schulbesuch verwehrt, sie finden keinen Einlass in diverse öffentliche Bäder u.a.


Afghanen sind in diesem Schwimmbad nicht erwünscht…

Dass ausgerechnet die Behörden in Esfahan ihren Rassismus so öffentlich kundtun, mag damit zusammenhängen, dass in dieser Stadt eine konservative religiöse Grundstimmung herrscht, mit entsprechend geringer Toleranz gegenüber Menschen, die sich anders benehmen (so lange es keine reichen Touristen sind, da gilt dann: Erst kommt das Fressen und dann die Moral).

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Iran: Brahui-Führer in Balutschistan ermordet


Sardar Haydar Barahui

Sardar (hier ein Ehrentitel) Haydar Barahui wurde laut einer Meldung des Journalistenclubs, der von der staatlichen iranischen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Seda wa Sima betrieben wird, in Chasch ermordet. Chasch liegt 180 Kilometer südlich von Sahedan am Fuße des Taftan, des vierthöchsten Berges im Iran. Die Stadt liegt im Zentrum der iranischen Provinz Sistan und Balutschistan im Süden des Landes. Wie Ali-Resa Schahraki, der Leiter der Sicherheitsorgane von Chasch, gegenüber dem Journalistenclub erklärte, war Haydar Barahui eine einflussreiche Lokalgröße und zählte zu den Stützen der Staatsorgane, im Südosten des Landes für Sicherheit zu sorgen.
Barahui kam im Kugelhagel ums Leben, er war auf der Stelle tot. Der oder die Täter sind bislang unbekannt. Der Leiter der Sicherheitsorgane warnte deshalb vor voreiligen Schlüssen, den Mord auf Gegensätze unter den regionalen Clans zurückzuführen.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=46425

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Wahied Wahdat-Hagh: Die islamische Republik Iran

Wahdat-Hagh, Wahied: Die islamische Republik Iran. Die Herrschaft des politischen Islam als eine Spielart des Totalitarismus.
LIT Verlag, Münster 2003, ISBN 3825867811, Kartoniert, 516 Seiten


Dr. Wahied Wahdat-Hagh

Der Autor des Buchs Dr. Wahied Wahdat-Hagh ist Diplomsoziologe und Diplompolitologe und promovierte in der Politikwissenschaft. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der European Foundation for Democracy (EFD).
Das Buch „Die islamische Republik Iran“ setzt zum Zeitpunkt der Modernisierung des Irans ein. Es schildert die Entstehung und Ausbreitung der Baha‘i-Religion und die Angriffe der schiitischen Geistlichen gegen diese neue Religion und die Folgen, die dies für die Anhänger hat. Die nächste Etappe ist die Revolution im Iran von 1979 und die Rückkehr von Ajatollah Chomeini, die Übernahme der Staatsorgane durch den Religionsführer und die Einführung einer totalitären Version des Islams. Das Buch analysiert die inneren Gegensätze und Konflikte des Systems und zeigt auf, wie die neuen Machthaber ihre alten Mitstreiter liquidieren. Am Beispiel der Baha‘i wird gezeigt, wie das Regime Andersdenkende und Andersgläubige verfolgt, verhaftet und hinrichtet, so dass viele aus dem Land fliehen müssen. Das Buch geht auch auf die Rolle des 12. Imams, des „verschwundenen Mahdis“ ein, und legt die Ideologie der Islamisten offen, die die ganze Welt islamisieren wollen. Der Autor hat für sein Buch auf einen umfangreichen Schatz von Quellen zurückgegriffen, die allen einen Einblick in die Denkweisen geben, die an der Basis eines neuen Antisemitismus stehen.

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Unterdrückung eines sunnitischen Freitagsimams im Iran

Zwei Schwiegersöhne von Moulavi Abdolhamid Esmail-Zahi, dem Freitagsimam der sunnitischen Makki-Moschee in Zahedan, wurden letztes Jahr verhaftet. Die Regierung klagte beide wegen angeblicher Spionage an, um den Kritiker Abdolhamid zum Schweigen zu bringen. Vor kurzem äußerte er wieder scharfe Kritik an der Regierung und Chamenei. Deswegen wurde nun sein Sohn am Zahedan-Flughafen festgenommen.

In Belutschistan besteht die Bevölkerung überwiegend aus Sunniten. In der ganzen Region herrscht Armut und Arbeitslosigkeit. Schiiten haben hier ihre eigenen Moscheen und genießen eine Reihe von Privilegien. Die gesamte Verwaltung liegt in der Hand der schiitischen Pasdaran oder schiitischen Bassidschi.

Vgl. Zahedan (Balutschistan): Freitagsprediger kritisiert Hinrichtungen

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Luristan: Bassidschis als Waffenhändler

Die Region Luristan im Süden des Irans ist bekannt für die dort lebenden Nomadenstämme, für die der Besitz einer Waffe wichtig ist und die für Staatsgrenzen wenig übrig haben. Die ständige Verschlechterung der politischen Lage im Iran führt auch dazu, dass die Menschen sich unsicher fühlen und für die unsichere Zukunft gerüstet sein wollen. Da schlägt die Stunde der Waffenhändler. Das ist freilich nicht so einfach, es sei denn man wird Bassidschi. Wer eine Mitgliedskarte der Bassidschi besitzt, hat nicht nur einen leichteren Zugang zu Jobs im staatlichen Sektor, er bekommt einen höheren Lohn und hat das Recht G3-Gewehre und Kalaschnikoff-Gewehre zu kaufen. Natürlich wird dann auch weiter verkauft. So ist ein Bassidschi unter den Luren nicht unbedingt ein Vertreter des Regimes, sondern jemand, der die Bevölkerung gegen Möchtegern-Herrscher aller Art aufrüstet. Ob sich dann allerdings unter diesen Aufgerüsteten wiederum Möchtegern-Herrscher finden, wird die Zukunft weisen.

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Iran: Verhaftungswelle in Chusestan


Ahwas – das Zentrum der Araber im Iran und Erdölregion

Ebenfalls im Westen des Irans, aber viel weiter im Süden, in den von Arabern besiedelten Gebieten, haben vor zwei Wochen ebenfalls umfangreiche Verhaftungen begonnen. Sie richteten sich gegen Personen, die im Zusammenhang mit den bevorstehenden Parlamentswahlen Parolen zum Boykott der Wahlen an die Wände schrieben. Die ersten Verhaftungen begannen in der Stadt Schusch.
Nach Angaben von Hamed Kanani, einem Mitglied der Menschenrechtsorganisation von Ahwas, wurden in den letzten zwei Wochen in Schusch, Hamidije und Ahwas mindestens 49 Aktivisten verhaftet, drei von ihnen wurden in der Haft zu Tode gefoltert. Die Opfer: Nasser Albuschuke Darafschan, Mohammad Ka‘bi und Resa Maghamessi.
Resa Maghamessi wurde im Gefängnis von Desful zu Tode gefoltert. Die Angehörigen des 20-jährigen Nasser Albuschuke Darafschan, der in der Naderi-Strasse in Ahwas verhaftet worden war, erfuhren zwei Tage später von den „Sicherheitsorganen“, dass Nasser im Gefängnis ums Leben gekommen sei.
Im Fall von Mohammad Ka‘bi weigerten sich die Behörden, den Angehörigen den Leichnam auszuhändigen, sie sagten nur: „Behaltet es für Euch, Ihr Kind haben wir selber begraben, die Sache ist damit erledigt.“
Zu den Verhafteten gehören auch Schuldirektoren sowie ein Pasdar-Offizier im Ruhestand.
Die ganze Region ist inzwischen militarisiert, es herrscht ein nicht verkündeter Ausnahmezustand.

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Iran: Verhaftungswelle gegen aserbaidschanische Gewerkschafter, Umweltschützer, Künstler und Studenten


Zentralgefängnis von Tabris

In den nordwestlichen Provinzen des Irans wurden in den letzten Tagen zahlreiche Vertreter der aserbaidschanischen Kulturbewegung verhaftet. Betroffen sind Studentinnen und Studenten, JournalistInnen, Gewerkschaftsmitglieder und KünstlerInnen. Ein Teil der Verhafteten wurde zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Inhaftierung des Journalisten und Webloggers Ebrahim Raschidi

Der Verein zur Verteidigung der aserbaidschanischen politischen Gefangenen im Iran berichtete über die Inhaftierung des Journalisten und Webloggers Ebrahim Raschidi, sowie einer Reihe von Studenten der Hochschule von Tabris.
Dschalal Ebrahim, der Bruder von Ebrahim Raschidi, erklärte in einem Interview gegenüber dem Sender Radio Farda, dass sein Bruder seit 13 Tagen im Hungerstreik steht. Er protestiert damit gegen seine Inhaftierung, für die bis heute keine Begründung gegeben wurde. Die Anklage gegen ihn ist ihm unbekannt. Als Dschalal Ebrahim und ein älterer Bruder sich wegen einer Besuchserlaubnis an das Revolutionstribunal von Tabris wandten, wurden sie dort mit groben Worten abgewiesen.

23,5 Jahre Gefängnis gegen Gewerkschafter
Laut einer weiteren Meldung wurden Sasan Wahebiwasch, Mohammad Dscharrahi, Schahroch Samani und Nima Purya‘qub, die im Nordwestiran in der Arbeiterbewegung aktiv sind, von der 1. Kammer des Revolutionstribunals Tabris zu 23,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr Anwalt Naqi Mahmudi, der vor ein paar Monaten in die Türkei fliehen konnte, erklärte, dass die Verurteilten nichts anderes wollten als eine Gewerkschaft zu gründen. Sie wurden verhaftet, bevor sie überhaupt die Gründung durchführen konnten. Der Vorwurf: Delikte gegen die Sicherheit des Landes, Propaganda gegen das herrschende System und Mitgliedschaft in Gruppierungen, die die Sicherheit des Landes beeinträchtigen wollen.

Komponisten für den austrocknenden Urmiasee vor Gericht
Vier Künstler, darunter Meister Hassan Demirtschi, wurden unter dem Vorwurf, eine Hymne über den austrocknenden Urmiasee verfasst und die Musik dazu geschrieben zu haben, vom Revolutionstribunal Tabris verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Der geflohene Anwalt Naqi Mahmudi erklärte, dass sowohl die Umstände der Verhaftung wie auch die Gefängnisse, in denen die Künstler untergebracht seien, unter jeder Würde seien.
Weitere Aktivisten wurden zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie gegen die Verhaftungen vom September 2011 im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen das Austrocknen des Urmiasees protestiert und Poster dazu verbreitet hatten.

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Iran: Verfolgung der arabischen Minderheit


Die Manabi-Brüder

Ghaleb Manabi Salehi (37 Jahre alt) sowie sein jüngerer Bruder Hassan Manabi Salehi, ein Geschichtsstudent, wurden am 28. November 2011 in Ahwas (Südwestiran) von iranischen Geheimdienst- und Polizeiorganen verhaftet und verschleppt. Die Angehörigen wissen bis heute nicht, wo sich die beiden befinden.
Die beiden Brüder sind im Volk bekannt für die arabischen Lieder, die sie selbst verfassen und vortragen. Aufgrund ihrer früheren „Bekanntschaft“ mit den Staatsorganen hatten sie es vorgezogen, in einen anderen Stadtteil von Ahwas umzuziehen, um ihre staatlichen Verfolger abzuschütteln.
Offensichtlich vergebens. Wie man sieht, nimmt der iranische Staat keinerlei Rücksicht auf ethnische und religiöse Minderheiten, so dass selbst die Verwendung der Muttersprache riskant ist.
Die Intoleranz trifft nicht nur Turkmenen, Aseris und Kurden, sondern auch kleinere Volksgruppen wie die Balutschen und Araber.
Wenn das Regime dann davon redet, die Amerikaner würden Unzufriedenheit unter den Volksgruppen anstacheln, lenkt das nur von seinem eigenen Verhalten ab.
Langfristig gefährdet so ein Vorgehen den Bestand des Irans in seinen heutigen Grenzen.

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Iran – Irak: Pasdaran bombardieren weiter kurdische Dörfer

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat laut verschiedenen Meldungen am Montag darauf hingewiesen, dass die anhaltende Bombardierung des irakisch-kurdischen Grenzgebietes durch die iranischen Pasdaran Hunderte von kurdischen Familien vertrieben hat. IOM weiß von 884 kurdischen Familien, die Opfer dieser Politik sind. Die IOM zeigte sich besorgt, dass sich in den provisorischen Flüchtlingslagern ansteckende Krankheiten ausbreiten. Da die Flüchtlinge das Wasser umliegender Flüsse benutzen, das stark verschmutzt ist, leiden schon heute zahlreiche Kinder unter akutem Durchfall. Da die kurdischen Familien bislang von der Landwirtschaft lebten, haben sie durch die Bombardierung ihres Landes auch ihre einzige Einkommensquelle verloren.
Quelle: http://www.kurdsat.tv/news.php?id=236&type=kurdistan

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Tabris – Teheran: Prügel statt Sport


Uniformierte in Tabris – Wer sind hier die Rowdys?

In Teheran fand vor kurzem ein Fußballspiel statt, bei dem die Mannschaft von „Traktorsazi-ye Tabriz“ auftrat, einer Traktorfabrik aus Tabris, einem Zentrum der aserbaidschanischen Kultur. Rund 20.000 Fans waren nach Teheran angereist, um das Fußballspiel anzuschauen. Die meisten wurden nicht ins Stadion gelassen, obwohl genügend Platz im Stadion war. Als die Mannschaft aus Tabris das Spiel auch noch gewann, kam es in Tabris, Urumije und anderen aserbaidschanischen Städten zu Freudenkundgebungen. Wie üblich war die Polizei zur Stelle. Und ihr Eingreifen bot keinen Anlass zur Freude…

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Geheimdienst: Raus aufs Land


Versammlung der Täter

Der Sicherheitsbeauftragte des Geheimdienstministeriums, Herr Rasawi, hat kürzlich gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur „Schabestan“ davor gewarnt, dass es ein Fehler sei, sich nur auf die Niederschlagung von Unruhen in der Hauptstadt Teheran zu konzentrieren. Es könne auch zu zahlreichen lokalen Unruhen, z.B. in Gebieten nationaler Minderheiten, kommen. Sein Rezept lautet: Die Bildung von Spezialkräften zur Niederschlagung solcher lokalen Proteste.

Drohung gegen die Minderheiten
Die Drohung erfolgt übrigens rechtzeitig vor den anstehenden Parlamenstwahlen. Die Kurden, Aserbaidschaner, Balutschen, Turkmenen und auch die Sunniten als religiöse Minderheit können sich also auf ungemütliche Zeiten gefasst machen. Was Herr Rasawi unerwähnt ließ, ist die Tatsache, dass die Regierung angesichts der Millionenproteste in Teheran gar nicht die Macht hatte, die bewaffneten Kräfte gleichzeitig auch noch im ganzen Land eingreifen zu lassen.

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