Archiv der Kategorie 'Minderheiten'

Iran: Proteste in Ahwas

Am 29. März 2018 haben rund 5000 iranische Staatsbürger arabischer Volkszugehörigkeit in Ahwas gegen eine Fernsehsendung des staatlichen Senders Seda wa Sima (Ton und Bild) protestiert. In der Kindersendung „Kolahe qermezi“ (Rotkäppchen) waren am 2. Farwardin (22. März 2018) verschiedene Orte im Iran vorgestellt worden, wobei die Orte mit Puppen in den lokalen Trachten markiert waren. Ahwas, wo die arabische Minderheit am stärksten ist, wurde aber nicht durch eine Puppe in arabischer Tracht gekennzeichnet, sondern durch eine andere Tracht. Die arabische Minderheit, die ohnehin massiv verfolgt wird, betrachtete dies als Leugnung der arabischen Identität und ging deshalb auf die Straße. Der friedliche Protest wurde mit Tränengas und Schüssen von den Sicherheitskräften aufgelöst. 12 Aktivisten, darunter 3 Frauen, wurden verhaftet.

http://news.gooya.com/2018/03/post-13359.php
vom 29. März 2018
tir-andazi be tarafe tajammo°e mosalemat-amiz dar ahwaz wa bazdashte 12 nafar dar beyne anha se fa°°ale zan

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Iran: Die Revolutionäre hüten das Erbe des Schahs

Dehloran liegt westlich der Linie, die die Städte Ahwas, Desful und Chorramschahr verbindet. Die Stadt liegt nahe der irakischen Grenze. Dschelisi (Jelizi) ist eine Ortschaft im Kreis Dehloran. Dort kam es vergangene Woche (am 7. Dezember) zu einer Auseinandersetzung zwischen den „Sicherheitsorganen“ und der Dorfbevölkerung, etwa 800 Menschen, wie Oberst Manutschehr Maki, der stellvertretende Direktor der Polizei der Provinz Ilam, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärte.

Streit ums Land
Worum geht es? Zur Schahzeit wurde zur Unterstützung der Militärs eine Geschäftskette namens Etteka geschaffen, deren Aufgabe es war, die Soldaten mit günstigen Nahrungsmitteln und Kleidung, später auch mit Wohnraum und landwirtschaftlich nutzbarem Land zu versorgen. Der Schah kannte keine Skrupel. Das Land nahm er den Bauern weg. Dann kam die Revolution. Die Revolutionäre enteigneten Etteka, genauer, sie übernahmen das Unternehmen. Nun hatte es die Aufgabe, die bewaffneten Organe des Islamischen Staates zu versorgen. Dass das Land geklaut war, interessierte niemand. Auch die Revolutionswächter und Co. kennen da keine Skrupel. Aber angesichts der Wirtschaftskrise hat die Bevölkerung von Dschelisi beschlossen, sich das Land wieder zurück zu holen. Die sogenannten Ordnungskräfte griffen gegen sie ein, verprügelten Frauen, verhafteten mindestens 15 Dorfbewohner als angebliche Unruhestifter und beschlagnahmten Traktoren und andere „Tatwerkzeuge“. Oberst Manutschehr Maki versäumte auch nicht zu erwähnen, dass man die Bevölkerung aufgefordert habe, ihre Forderungen auf dem gesetzlichen Weg zu stellen. Damit hat die Bevölkerung nun schon fast 40 Jahre Erfahrung…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=143057
vom 16. Adhar 1396 (7. Dezember 2017)

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Sanandadsch (Kurdistan – Iran): Kurdischer Aktivist schwer gefoltert

Der politische und Umwelt-Aktivist Afschin Hossein Panahi wurde vor einigen Monaten verhaftet und in der Filiale des iranischen Geheimdienstes in Sanandadsch schwer gefoltert. Ihm wurden sämtliche Fußnägel ausgerissen. Auch wurde er mit Elektroschocks gefoltert. Das Regime wollte ihn dazu zwingen, am Fernsehen seine Familie zu verurteilen. Ein Bruder des Gefangenen wurde vom Regime ermordet, ein anderer Bruder sitzt im Gefängnis. Afschin Hossein Panahi ist jetzt im Zentralgefängnis von Sanandadsch in Haft. Ihm wird trotz seiner miserablen gesundheitlichen Verfassung eine ärztliche Behandlung verweigert. Das Revolutionstribunal von Sanandadsch verurteilte Afschin Hossein Panahi vor wenigen Wochen wegen „Propaganda gegen das System“
zu 8,5 Jahren Gefängnis. Als Propaganda gegen das System wurde gewertet, dass er über die Ermordung seines Bruders gesprochen hatte.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83424
vom 12. Adhar 1396 (3. Dezember 2017)
shekanjeye shadide afshin hossein panahi dar edareye ettela°ate sanandaj

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Iran: Starkes Erdbeben im Westen

Laut den jüngsten Meldungen in den Abendstunden (nach 18 Uhr) sind bei einem heftigen Erdbeben in der Nacht vom Sonntag auf Montag im Westen des Iran mindestens 7100 Menschen verletzt worden und 445 ums Leben gekommen. Zu den einstürzenden Bauten gehörten auch solche, die vom vorigen Präsidenten Ahmadineschad als Wohnbauprogramm errichtet wurden. Ein Geistlicher, der im staatlichen Fernsehen sprach, meinte, die Opfer des Erdbebens sollten vom Staat keine Hilfe erwarten. Damit ist gemeint, dass im Westen, wo bevorzugt Kurden, Aseris und Araber leben, eh Staatsgegner leben, denen brauche der Staat deshalb auch nicht zu helfen.

http://news.gooya.com/2017/11/post-9235.php

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Iran: Stellvertretender Parlamentspräsident kritisiert Wächterrat

Doktor Peseschkian (Pezeshkiyan) ist Abgeordenter für die Region Tabris im iranischen Parlament. Er kritisierte am Vortag in einer Rede im Parlament die Korruption unter dem vorigen Präsidenten Ahmadineschad und die Rolle des Wächterrats, der Ahmadineschad den Rücken stärkte.
Ein Auszug aus seiner Rede:
„Unsere Gerechtigkeit beschränkt sich auf die Kürze der Ärmel, mit denen Jugendliche auf die Straße gehen, und auf die Haare der Frauen, die unter dem Tschador hervorschauen. Hätten wir die 10 Milliarden Dollar, die wir unter der Amtszeit von Ahmadineschad wohl zu viel hatten, richtig ausgegeben, wären jetzt alle Städte mit Zügen verbunden. Es ist nicht bekannt, wie und wohin dieser Betrag gewandert ist.
Jetzt mühen wir uns ab, ausländisches Kapital anzulocken. Aber wir lassen nicht zu, dass ein gewählter Abgeordneter seine Wähler im Stadtrat vertritt. Wir lassen nicht zu, dass ein Anhänger des zoroastrischen Glaubens Mitglied des Stadtrats wird. (…)
Dr. Peseschkian spricht den Fall eine Stadtrats an, der vom Volk gewählt wurde und sogar eine Zeitlang im Stadtrat saß, dann aber durch Intervention des Wächterrats nachträglich seinen Hut nehmen musste, weil er kein Muslim, sondern Zoroastrier ist.

http://www.pyknet.net/1396/05aban/15/page/edalat.php
vom 15. Aban 1396 (6. November 2017)
nayeb ra‘ise majles dar tabriz: °edalate ma xolase shode dar muye zanan wa astine kutahe jawanan

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D9%85%D8%B3%D8%B9%D9%88%D8%AF_%D9%BE%D8%B2%D8%B4%DA%A9%DB%8C%D8%A7%D9%86
abgerufen am 6. November 2017
Über den Parlamentsabgeordneten Mas°ud Pezeshkiyan (Massud Peseschkian)

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Wahlkampf im Iran


Wahlkampfrede von Präsident Hassan Rouhani in Urumije am 7. Mai 2017

Am 19. Mai findet im Iran die erste Runde der Präsidentschaftswahlen statt. Nur sechs Kandidaten wurden vom Wächterrat zugelassen – darunter der amtierende Präsident Hassan Rouhani sowie zwei Gestalten, deren Verbrechen Bücher füllen würden.

Ebrahim Ra‘issi
Der eine ist Ebrahim Ra’issi, einer der Mitglieder der Todeskommission, die aufgrund einer Fatwa von Ajatollah Chomeini im Jahr 1988 festlegten, welche politischen Gefangenen umgebracht werden soll. Es ging als großes Gefängnismassaker in die iranische Geschichte ein. Tausende von Gefangenen, die ihre Haft schon abgesessen hatten, wurden damals standrechtlich im Gefängnishof erschossen. Für dieses Verbrechen wurde Ebrahim Ra’issi nie vor Gericht gestellt, denn die Täter sind ja noch an der Macht.

Bagher Qalibaf
Der andere heißt Bagher Qalibaf. Er war früher General der Revolutionswächter. In dieser Eigenschaft war er dann für die Sicherheitskräfte in Teheran zuständig. 1999, noch zur Amtszeit von Präsident Chatami, waren die Proteste der Studenten Tagesthema. Es fand eine Sitzung statt, an der verantwortliche Politker, der Innenminister, der Rektor der Uni Teheran und eben auch General Bagher Qalibaf teilnahmen. Qalibaf schilderte später selbst, dass er den Innenminister, der keinen Schießbefehl erteilen wollte, damals mit den übelsten Ausdrücken beschimpfte, die er heute nicht wiederholen möchte, um zu erreichen, dass er auf die „konterrevolutionären Studenten“ schießen darf. Qalibaf setzte sich durch. Das Ergebnis: Die Studentenwohnheime wurden von den „Sicherheitskräften“ gestürmt, die Studenten aus den Fenstern geworfen und andere verhaftet. Diese Brutalität ist ein Verdienst von Bagher Qalibaf. Das war der Startpunkt für seine Karriere. Jetzt ist er Oberbürgermeister von Teheran, und spielte auch hier eine unrühmliche Rolle bei der Inhaftierung eines Bloggers, der die Korruption beim Verkauf städtischer Grundstücke angeprangert hatte. Das ist der Hintergrund, vor dem man folgende Worte Rouhanis verstehen kann.

die anderen die Zunge abgeschnitten haben…
Er erklärte auf einer Rede in Urumije (West-Aserbaidschan): „Die reden von freier Meinungsäußerung und von Kritikfreiheit. Unglaublich! Die, die anderen die Zunge abgeschnitten und den Mund zugenäht haben! Das, was in den vergangenen Jahren von Euch ausgegangen ist, war das Wort „Verbot“. Verbot zu schreiben. Verbot abzubilden. Bitte reden Sie nicht von Freiheit. Da muss sich die Freiheit ja schämen. Und reden Sie nicht von Kritik. Sie arbeiten in Institutionen, an denen sich keiner traut, Kritik zu üben.“

An die Schmuggelbrüder
Er spielt auch darauf an, dass die Pasdaran und das Umfeld des Religiösen Führers zur Zeit des Embargos gut an den Sanktionen verdient haben, weil sie auf dem Schwarzmarkt horrende Gewinne erzielten. Seine Worte: „Ihr, die ihr am Embargo tüchtig verdient habt, ist euer Einkommen jetzt in den Keller gegangen? Wollt ihr uns jetzt wieder vier Jahre zurück versetzen?“

An die Steuerflüchtigen
Keine Steuern zu zahlen ist ein Privileg der iranischen Machthaber. Dazu gehören auch die religiösen Stiftung, z.B. die mächtige Astane-Qods-Rasawi-Stiftung in Maschhad, die von Ebrahim Ra’issi geführt wird. Sie ist einer der größten Wirtschaftskonzerne des Irans und zahlt keine Steuern. Rouhani hierzu: „Da reden sie von Steuern und keiner fragt – habt ihr denn da Steuern bezahlt, wo ihr bis jetzt die Leitung inne hattet?“ Hinter dieser Steuerbefreiung steht übrigens direkt Ajatollah Chamene’i, das weiß auch Hassan Rouhani.

An die Wähler

An die Wähler in der Region um Urumije, an die Kurden und Aseris gerichtet, gehen Rouhanis Worte, dass er nicht möchte, dass sie davon leben müssen, unter beschwerlichen und gefährlichen Umständen Waren auf dem Rücken über die Grenze zu tragen. Sein Ziel sei es, die Grenzregionen zu Exportregionen des Irans zu machen. Er weist auch darauf hin, dass der Urumije-See in seiner Amtszeit nicht weiter eingetrocknet sei, was sein Wahlversprechen gewesen sei.

Rouhani – gewiefter Prediger
Rouhani weiß, was das Publikum hören will und er trifft den richtigen Ton. Aber das ändert nichts daran, dass er kein Programm – und auch nicht die Macht – hat, eine Wirtschaftsentwicklung in Gang zu setzen, die der Bevölkerung Arbeit gibt. Denn dazu müsste er die Pasdaran und die Leute um Chamene’i entmachten. Davon kann nicht die Rede sein. Insofern wecken seine Worte Hoffnungen, die er nie erfüllen kann. Und das weiß auch er.

Quellen:
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/69186/
vom 7. Mai 2017
kesani ke dahanhara duxtand dam az azadi mizanand

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Sistan und Balutschistan (Iran): Tote an der Grenze

Laut eines Berichts des Öffentlichkeitsreferats der Generalstaatsanwaltschaft des Irans hat Hodschatoleslam Mouhedi-Rad, der allgemeine und Revolutionsstaatsanwalt von Sahedan (Zahedan) bestätigt, dass bei einem Angriff der „Armee der Gerechtigkeit“ (Jaysh ol-Adl) in der Region Mirdschawe (Mirjave) 10 Grenzsoldaten ums Leben gekommen seien. Der Angriff sei am 26. April um 20 Uhr im Grenzgebiet von Mirdschawe erfolgt. Mirdschawe liegt 75 km südöstlich der Provinzhauptstadt Sahedan. Das Grenzgebiet dort ist bewaldet. Mouhedi-Rad fügte hinzu, 11 Grenzsoldaten seien beim Schichtwechsel überfallen worden. Drei von ihnen seien fest angestellte Grenzwächter gewesen, acht seien Wehrpflichtige gewesen.
Bei dem Angriff seien acht Soldaten an Ort und Stelle gestorben, zwei seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, ein Verletzter befinde sich in kritischer Verfassung im Krankenhaus. Ali Mouhedi-Rad erklärte, die Angreifer seien danach in der Deckung des Waldes nach Pakistan geflohen.
Die Gruppe Jaysh ol-Adl schreibt in einer Erklärung, der Angriff habe um 19 Uhr stattgefunden, es seien 12 Angehörige der Regierungskräfte ums Leben gekommen und weitere Personen verletzt worden. Die Wafen und Ausrüstung der Regierungskräfte seien erbeutet worden. Die Gruppe bezeichnete die Angreifer als Märtyrer-Ne‘matollah-Bataillon und die erschossenen Soldaten als Angehörige des Regiments von Tschahendu. Die Gruppe rechtfertigte ihren Angriff damit, dass die Regierung ihre „religiöse und ethnische Identität“ und ihre Rechte verletze, sie zu vernichten suche und Tausende von Menschen grundlos ins Gefängnis werfe. Jaysh ol-Adl behauptet von sich, für die Rechte der Balutschen zu kämpfen. Die Gruppe hatte Anfang 2014 acht iranische Grenzsoldaten als Geiseln genommen und fünf von ihnen umgebracht. Die iranischen Organe haben schon öfters bekannt gegeben, sie habe die Gruppe zerschlagen, aber die Kämpfe gehen weiter.

Quelle:

http://news.gooya.com/2017/04/post-3146.php
Thursday, Apr 27, 2017
joz‘iyate koshte shodane 10 nafar az mamurane marzbani dar sistan wa baluchestan

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Iran: Die Unterdrückung der Araber geht weiter

In den letzten Tagen sind in der Gegend um Ahwas eine Reihe von Bürgerrechtlern vom Geheimdienst und den Sicherheitskräften abgeholt und an unbekannte Orte verbracht worden. Vom 13. auf den 14. April verhaftete der Geheimdienst 5 Aktivisten in Kuye Alawi, die meisten von ihnen waren zwischen 30 und 40 Jahren alt. In Malaschiye erfolgte die Verhaftung zweier arabischer Aktivisten nachts unter Einsatz von Gewalt, ohne Rücksicht auf die Anwesenheit kleiner Kinder. Es geht dabei nicht um die Bekämpfung irgendwelcher Gewalttäter, sondern darum, dass die Araber der Region Ahwas jedes Jahr das Gedenken an die Proteste der arabischen Minderheit von 2005 (1384) am Leben erhalten. Diese Proteste wurden damals gewaltsam niedergeschlagen. Das iranische Regime ist offensichtlich bemüht, die Erinnerung an seine Verbrechen zu unterdrücken.
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79392
von 27. Farwardin 1396 (16. April 2017)
bazdasht-e °edde’i az fa°alane ahwazi dar salgarde e°terazate sale 1384

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Iran: Straßensperre in Balutschistan


Am 14. Farwardin (3. April 2017) war der sunnitische Freitagsprediger von Paschamag, Faslollah ar-Rahman Kuhi, dem Sondergericht für Geistliche vorgeführt und nach dem Verhör verhaftet worden. Am Tag darauf versammelten sich Hunderte von Einheimischen vor dem Chef der Sicherheitsorgane des Landkreises Sarbaz, zu dem Paschamag gehört, und forderten die Freilassung des Geistlichen. 200 sunnitische Geistliche versammelten sich vor dem Sondergericht für Geistliche in Maschhad und forderten ebenfalls die Freilassung von Faslollah ar-Rahman Kuhi.
Am 16. Farwardin sollen zwei Militärposten in der Region angegriffen worden sein. Außerdem sperrte die empörte Bevölkerung die Straßen zwischen Sarbaz und Iranschahr sowie zwischen Iranschahr und Tschabahar. Soweit ersichtlich, regierten die iranischen Sicherheitsorgane unter Anwendung von Gewalt auf die Proteste. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.
Der Geistliche Faslollah ar-Rahman Kuhi hatte die Hinrichtung von politischen Gefangenen sunnitischer Glaubenszugehörigkeit verurteilt und die Massenhinrichtung als „typisch für Pharaonen“ und als „Verrat am Volk“ gebrandmarkt.

http://news.gooya.com/2017/04/post-2451.php
vom 16. Farwardin 1396 (5. April 2017)
mo°tared.ane baluch jaddeye iranshahr be chabahar-ra masdud kardand

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Iran: Keine Reisefreiheit für Sunnitenführer


links: Moulawi Abdol-Hamid

Man hört immer wieder, wie nicht-islamische Minderheiten (Christen, Baha’is) im Iran verfolgt werden. Aber nicht besser geht es den Sunniten, die genauso Muslime sind wie die Schiiten. Besonders im Süden, in der Region Sistan und Balutschistan, aber auch im Westen, z.B. in der Region Ahwas, leben starke sunnitische Minderheiten. Moulawi Abdol-Hamid gehört zu den bekanntesten sunnitischen Geistlichen im Iran und ist der sunnitische Freitagsprediger in Sahedan, der Hauptstadt von Sistan und Balutschistan. Wie jetzt bekannt wurde, verhindern „Engstirnige“, wie er selbst sich diplomatisch ausdrückt, dass er im Iran andere Orte bereisen darf als Teheran und Sahedan. Umgekehrt wird anderen sunnitischen Geistlichen verboten, nach Sahedan zu reisen. Auslandsreisen von Moulawi Abdol-Hamid sind auch nicht erwünscht und werden wohl von den selben Institutionen verhindert. Bislang hütet sich Moulawi Abdol-Hamid aber, die Schuldigen beim Namen zu nennen. Von der Sache her ist klar, dass es sich um die sogenannten Sicherheitsorgane handelt.

http://www.radiofarda.com/a/f7-limitations-on-molavi-abdolhamid-trips-inside-and-outside-iran/28318685.html
vom 1. Esfand 1395 (19.02.2017)
a°male mahdudiyathaye safar baraye rouhaniye sarshenase ahle sonnate zahedan

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Plasco – Teheran: Anfänge iranischer Judenfeindlichkeit


Plasco – eines der markanten Teheraner Hochhäuser aus den 1960-er Jahren

Anfang der 1960-er Jahre, in der Zeit, als der Schah von Persien begann, das Land zu modernisieren, wurde in Teheran an der Istanbul-Straße das Plasco-Hochhaus mit 17 Stockwerken gebaut.


Es war damals das höchste Gebäude von Teheran, der Sitz der Plastikfirma Plasco, zahlreicher Büros und exklusiver Einkaufsläden.


Photo von Habibollah Elqanian am Modell des Plasco-Hochhauses

Habibollah Elqanian
Der Eigentümer war Habibollah Elqanian, dem auch die Firma Plasco gehörte. Plasco war damals der größte Kunststoffhersteller des Irans. Habibollah Elqanian war damals Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Teherans. Da das Hochhaus mit seinen Einkaufsläden ein modernes Gegenstück zum traditionellen Basar darstellte, waren die Basarhändler der Umgebung gegen den Bau des Hochhaus, bedeutete es doch eine neue Art von Konkurrenz, die sie als existenzbedrohend wahrnahmen. Es heißt, dass sogar Ajatollah Taleqani sich gegen den Bau des Hochhauses ausgesprochen hatte, und er war in vielen Punkten wesentlich demokratischer gesinnt als Ajatollah Chomeini.


Habibollah Elqanian vor dem Revolutionsgericht

Das Ende des Erbauers
Mit dem Sieg der iranischen Revolution am 22. Bahman 1357 (Februar 1979) ging es Habibollah Elqanian an den Kragen. Denn die Ajatollahs, die sich an die Spitze der Revolution setzten und mit dem Basar in enger Verbindung standen, ließen ihn als angeblichen Spion für Israel nur fünf Tage später verhaften. Am 19. Ordibehescht 1358 – 9. Mai 1979 – wurde er im Qasr-Gefängnis vom als Henker berüchtigten Richter Sadeq Chalchali zusammen mit sieben weiteren Personen in nur 20 Minuten abgeurteilt, ohne einen Verteidiger zu haben. Er wurde zum Tode verurteilt. Schon am nächsten Morgen wurde er erschossen. Er war der erste Jude, der vom Regime der iranischen Mollas hingerichtet wurde.


Sadeq Chalchali, der Scharfrichter der iranischen Revolution

Die Arisierer
Zur Nazizeit wurde in Deutschland und dem annektierten Österreich die Judenverfolgung von den neuen Machthabern dazu genutzt, sich am Eigentum der Opfer zu bereichern. Eine parallele Entwicklung war auch im Iran zu beobachten. Das Plasco-Hochhaus, Symbol des modernen Teherans, wurde der Bonyade Mostas’afin, der „Stiftung der Entrechteten“ übergeben, einer der größten Konzerne des heutigen Irans, dem das Eigentum zahlreicher geflohener oder verhafteter Schah-Anhänger übergeben wurde. Die Stiftung war dafür gedacht, das Geld „unter den Armen“ zu verteilen. Die Führung dieser Stiftung wird von einer Person ausgeübt, die der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i in dieses Amt einsetzt.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123492
vom 2. Bahman 1395 (21. Januar 2017)
saxtemane plasko dar bahmane 1342

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B3%D8%A7%D8%AE%D8%AA%D9%85%D8%A7%D9%86_%D9%BE%D9%84%D8%A7%D8%B3%DA%A9%D9%88
(zum Plasco-Hochhaus)

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%AD%D8%A8%DB%8C%D8%A8%E2%80%8C%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%87_%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D9%86%DB%8C%D8%A7%D9%86
(über Habibollah Elqanian)

http://www.farhangnews.ir/content/245454
Photo von Habibollah Elqanian am Modell des Plasco-Hochhauses

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Iran: Verteidigung des Lächelns

Der aus der kurdischen Stadt Sanandadsch (Iran) stammende Fotograf Aris Ghaderi hat dieses Jahr den ersten Preis von UNICEF-Deutschland für folgendes Foto erhalten:


Das Foto zeigt ein Balutschi-Mädchen, dessen Eltern bei Torbate Heydariye südlich von Maschhad bei der Safran-Ernte helfen. Um etwas für den Unterhalt der Familie beizutragen, sucht das Kind auf der Müllhalde nach brauchbaren Gegenständen.
Wie UNICEF schreibt, hat die Jury vor allem das „Trotzdem“ beeindruckt. Trotz aller Armut lächelt das Kind.
Weitere Fotos von Aris Ghaderi unter folgendem Link: http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=121858

Quellen:
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2016/unicef-foto-des-jahres-2016/132018
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=121858
vom 2. Dey 1395 (22. Dezember 2016
°akkase irani barandeye jayezeye °akse sale yunisefe alman

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Rassistische Justiz im Iran

In Bidchun, Kreis Oslawije, Provinz Buschehr, einem Zentrum der iranischen Erdölindustrie, leben auch zahlreiche Arbeiter aus dem iranischen Balutschistan. Die Justizbehörde von Bidchun hat jetzt ein Plakat drucken und verteilen lassen, in dem die Bevölkerung davor gewarnt wird, den Balutschen eine Wohnung zu vermieten. In diesem Plakat werden die Balutschen sogar als Mohadscher, als Auswanderer, bezeichnet, eine Bezeichnung, die man sonst für Ausländer benutzt. Als „Begründung“ für dieses Verbot, iranischen Staatsbürgern in ihrem eigenen Land eine Wohnung zu vermieten, gibt die Justizbehörde an, die Balutschen seien in den Drogenhandel verwickelt. So betreibt die Behörde nebenbei noch Rufmord an einer ganzen Volksgruppe. Die Justizbehörde warnt, dass jeder, der trotzdem eine Wohnung an Balutschen vermietet, deshalb selbst vor Gericht gestellt wird.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/12/221061.php
vom 18. Adhar 1395 (8. Dezember 2016)
baluch-ha be °onvane ajnabi az haqq-e ejare-ye manzel dar bidxun-e °oslaviye mahrum shodand

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Iranische Baha‘i-Geschäfte werden mit Plomben versigelt

Der heutige 1. November ist ein wichtiger Tag für die Baha‘i . Zahlreiche Geschäfte im ganzen Iran, deren Besitzer Baha‘i sind, wurden heute von den iranischen Behörden geschlossen und versigelt.


Ein iranisches Baha‘i-Geschäft wird am 1.11.2016 mit Plomben versigelt

Die Besitzer müssen sich bei den Behödern melden und es ist unklar, ob sie ihre Geschäfte weiter betreiben können. In Teheran, Karadsch, Saari, Noshahr, traf es viele Geschäfte, allein in Ghaemshar, einer Stadt im Nordiran, waren es 20 Stück.

Die Baha‘i sind eine religiöse Minderheit im Iran, die seit der Islamischen Revolution unterdrückt wird. Viele Baha‘i-Anhänger wurden hingerichtet oder kamen ins Gefängnis und viele mussten fliehen. Gestern haben wir berichtet, dass vor etwa einem Monat ein Baha‘i auf offener Straße ermordet wurde. (Vgl.: Iran: Hassmord an Baha’i)

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Iran: Hassmord an Baha’i


Farhang Amiri, wegen seines Glaubens in Jasd ermordet

Farhang Amiri, ein Angehöriger der Glaubensgemeinschaft der Baha’i, wurde vor etwa einem Monat in Jasd (Zentraliran) von zwei Männern vor seinem Haus ermordet. Die Männer, zwei Brüder, hatten unter einem Vorwand das Gespräch gesucht, der eine hielt ihm dann den Mund zu, während der andere ihn mit dem Messer tödlich verwundete. Farhang Amiri erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Die Mörder, die verhaftet wurden, beriefen sich für ihr Tun auf den Koran, ohne auch nur sagen zu können, auf welchen Koranvers sie sich dabei beziehen. Wie die Eltern der Mörder berichteten, hatten sie bemerkt, dass die Söhne in fundamentalistisches Fahrwasser gerieten und auch den Geheimdienst informiert, er solle ein Auge auf sie haben.
Das einzige, was der iranische Staat im Vorfeld geleistet hat, waren Hausdurchsuchungen beim Opfer. Nach der Ideologie der iranischen Mollas sind Baha’is unrein und rechtlos, seit dem Sieg der iranischen Revolution sind schon eine ganze Reihe Baha’is umgebracht worden.
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/65526/
vom 26.10.2016, 23:19
joz’iyati az qatle farhange amiri, shahrwande baha’i dar yazd

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