Archiv der Kategorie 'Ökonomie'

Türkei – Konya: Waffen für Iran, Libanon, Afghanistan…

Im einem ersten Beitrag über Konya, einer großen Provinz in der Türkei, haben wir das Abstimmungsergebnis zum Verfassungsreferendum analysiert und mit Wahlergebnissen von 2015 verglichen: Türkei: Das Geheimnis von Konya.

In diesem zweiten Beitrag übersetzen wir einen völlig unkritischen Artikel aus der Internetausgabe von Yenikonya, aus dem ersichtlich wird, welche Bedeutung die Rüstungsindustrie für diese Provinz hat.

Konya bereitet sich auf einen Gipfel der Verteidigungsindustrie vor

Konya, das mit einer starken Präsenz der Verteidigungsindustrie an vorderster Stelle steht, bereitet sich auf einen Gipfel der Verteidigungsindustrie vor, der führende Produzenten wie Aselsan, Havelsan, MKE und Roketsan mit in Konya ansässigen Unternehmern an einen Tisch bringt.
19.04.2017 12:09

Memiş Kütükcü, Mitglied des Vorstands der TOBB (Türkiye Odalar ve Borsalar Birliği – Vereinigung der Türkischen Handelskammern und Börsen) und Vorsitzender der Industriekammer von Konya, erklärte, dass die Kammer am 24.-25. April einen Gipfel der Verteidigungsindustrie und „Tage des Beschaffungswesens“ abhalten werde. Auf der Fläche der Ausstellung, die während des zweitägigen Gipfels abgehalten wird, würden die Firmen ihre Erzeugnisse vorstellen. Kütükcu teilte mit, dass die Unternehmer, die an dem Gipfel teilnehmen möchten, auf dem auch Gespräche über duale Systeme stattfinden sollen, sich unter der Adresse www.savunma.kso.org.tr anmelden können.

Unsere Wettbewerbsfähigkeit im Verteidigungssektor wird mit Ur-Ge steigen

Ur-Ge (Staatliches Programm zur Förderung der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit)

Kütükcü, der unterstrich, dass Konya eine der Städte ist, in der die Verteidigungsindustrie führend ist, hob hervor, dass man sich bemühe, Konya in diesem Sektor auf das Niveau der Zentren anzuheben.

Kütükcü sagte: „In diesem Moment sind unsere Waffenproduzenten in Beyşehir (einem Kreis der Provinz Konya) gemeinsam mit den Firmen, die in unserer Stadt diesem Sektor zuarbeiten, damit beschäftigt, das vom Wirtschaftsministerium unterstützte Ur-Ge-Projekt durchzuführen. Wenn wir dieses Projekt umsetzen, werden unsere Waffenproduzenten eine wettbewerbsfähigere Struktur erhalten.“

Volle Unterstützung für nationale Projekte

Kütükcü erklärte, dass die Schritte auf dem Weg zur Nationalisierung der Verteidigungsindustrie der Türkei allen Anlass zu Stolz gäben. „Auf dem Gebiet der Verteidigung waren wir vor 10 Jahren zu 80 Prozent vom Ausland abhängig. Dieser Anteil konnte jetzt auf Zahlen im Bereich von 40 Prozent reduziert werden. Als Land sind wir weltweit an 13. Stelle des Rüstungsexports. Konya hat einen beachtlichen Anteil an diesen Verteidigungsexporten unseres Landes und nimmt im Rüstungsexport den 5. Platz unter den Städten der Türkei ein. Diese Branche hat ihren Export 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 36,8% gesteigert und im Wert von 36 Millionen Dollar in 86 Länder exportiert. Im ersten Viertel dieses Jahres hat sich der Anstieg mit einem Zuwachs von 14% fortgesetzt. Im übrigen leisten unsere Industriellen in Konya einen wichtigen Beitrag zu den nationalen Projekten unseres Landes“, sagte er.

Von den 86 Staaten, in die die Verteidigungs- und Luftfahrindustrie von Konya im letzten Jahr exportiert hat, wurde in folgende 10 Staaten am meisten exportiert: USA, Australien, Afghanistan, Kanada, Iran, Libanon, Österreich, Frankreich, Ukraine und Tschechische Republik.

http://www.yenikonya.com.tr/ekonomi/konya_savunma_sanayi_zirvesine_hazirlaniyor-696427
vom 19.04.2017
Konya, savunma sanayi zirvesine hazırlanıyor

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Iran: Landesweite Aktion der Lehrkräfte


Protestaktion in Chusestan (an der iranisch-irakischen Grenze)

Am 9. März 2017 fanden im ganzen Iran Aktionen der Lehrkräfte statt, um ihren Forderungen an die Regierung Nachdruck zu verleihen. An den Aktionen nahmen mindestens 500 VertreterInnen der Lehrkräfte statt.
Ihre Forderungen:

  • Bessere Löhne für die Tagelöhner unter den Lehrenden, entsprechend den Löhnen anderer Staatsangestellter.
  • Die Sozialversicherung für Lehrende soll reformiert werden und die veruntreuten Versicherungsgelder vom Staat erstattet werden.
  • Die Löhne und Renten der Lehrenden sollen pünktlich gezahlt werden.
  • Aufhebung der Gerichtsurteile, mit denen die Gewerkschaftsaktivitäten von Lehrenden bestraft wurden. Freilassung des Führers der Lehrergewerkschaft Abdi, der zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Die Gewerkschaftsaktivisten hatten schon zehn Tage zuvor dem Parlament eine Petition mit 140.000 Unterschriften übergeben.

http://www.radiofarda.com/a/f6_iran_teachers/28359519.html
vom 19. Esfand 1395 (9. März 2017)
tajammo°e sarasariye mo°allemane shaghel wa bazneshaste

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Iran: 8. März – Internationaler Tag der Frau


Auch wenn die iranischen Machthaber von Frauenrechten nicht viel hören wollen, die Frauenbewegung im Iran ist aktiv. Nicht überall hat sie gleich viel Erfolg – so hat die Stadtverwaltung in Teheran keine öffentlichen Aktivitäten zum 8. März erlaubt, so dass die Frauen sich nur im privaten Rahmen treffen konnten. Aber in Rascht (Region Gilan, Nordiran) konnten die Frauen einen Raum mieten, einen Film über die Geschichte des 8. März zeigen und dies mit einer Vortragsreihe verknüpfen. Eine Rednerin sprach über die „ideale Stadt für Frauen“, eine andere über die Tätigkeit der Frauen auf dem Land in der Region Gilan.
Die Veranstalterinnen wiesen auch darauf hin, dass es schon Anfang des 14. Jahrhunderts persischer Zeitrechung, also vor knapp 100 Jahren (ca. 1920) in Rascht eine Frauenorganisation namens „Peyk-e Sa°adat-e Nesawan“ (Bote des Glücks der Frauen) gegeben habe, die schon damals Veranstaltungen zum 8. März abhielt.
Was die Lage der Frauen auf dem Land in der Region Gilan angeht, muss man wissen, dass das Gebiet an der Südküste des Kaspischen Meers traditionelles Reis- und Teeanbaugebiet ist. Beides sind dort typische Frauenarbeiten. Auch der Anbau von Auberginen, Gurken und Tomaten (s.eyfi-ka:ri) ist ihnen zu verdanken. Eine weitere Arbeit besteht darin, Strohmatten zu flechten, oder Tücher zu weben (cha:dor-shab), die dazu dienen die Bettwäsche einzwickeln, so dass man sie tagsüber als Stützkissen an der Wand platzieren kann. Dazu verwendet man einen ziemlich feinen Faden.
Es ist erfreulich, dass die Frauen trotz der widrigen Umstände so gut organisiert sind, dass solche Veranstaltungen möglich sind.

http://www.etehadefedaian.org/%da%af%d8%b2%d8%a7%d8%b1%d8%b4-%d9%85%d8%b1%d8%a7%d8%b3%d9%85-%d8%b1%d9%88%d8%b2-%d8%ac%d9%87%d8%a7%d9%86%db%8c-%d8%b2%d9%86-%d8%af%d8%b1-%d8%b1%d8%b4%d8%aa
vom 21. Esfand 1395 (11. März 2017)
gozareshe maraseme ruze jahaniye zan dar rasht

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Iran: Ministerium zahlt nicht – 400.000 Arbeiter ohne Lohn


Wir wollen nur unseren Lohn

In diesem Monat, direkt vor dem iranischen Neujahrsfest, das mit vielen Einkäufen verbunden ist, erhalten 400.000 iranische Arbeiter, die bei Subunternehmen in Projekten des Ministeriums für Straßen- und Städtebau gearbeitet haben, keinen Lohn. Dies bestätigte der Berater des Ministeriums Hassan Mir-Schafi°i öffentlicht. Er sagte, das Ministerium habe Schulden und könne die Rechnungen der Firmen nicht begleichen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78693
vom 16. Esfand 1395 (6. März 2017)
400 hezar kargare peymani-ye wezarate rahe iran hoquq dar-yaft nemikonand

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Iran: Behördenchefs verdienen 30-mal so viel wie ein Arbeiter

Das iranische Parlament hat vergangenen Mittwoch einen Beschluss gefasst, wonach Personen, die eine leitende Funktion in der Staatsverwaltung ausüben, bis zu 24 Millionen Tuman als Monatsgehalt bekommen. Die Busfahrer haben damit zu kämpfen, dass man ihnen höchstens 2 Millionen Tuman zahlen will, das liegt noch unter der Armutsgrenze von 2,7 Millionen Tuman, und viele einfache Arbeiter müssen mit 800.000 Tuman im Monat zurecht kommen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78638
vom 13. Esfand 1395 (3. März 2017)
hoquqe modirane eslami 30 barabare hoquqe kargaran

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Iran: Wenn die Justiz Stahl herstellt


Am 23. Februar begann schon die dritte Streikwoche von 4000 Arbeitern des Stahlwerks von Ahwas (San’ate Fulade Ahwas). Die Arbeiter fordern die Zahlung von 5 ausstehenden Monatslöhnen, des Neujahrsgeldes sowie die Bezahlung der Versicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber. Die hat er nämlich nicht entrichtet, so dass den Arbeitern Schwierigkeiten entstehen, wenn sie zum Arzt müssen.
Das Stahlwerk in Ahwas gehörte der Goruhe Melliye Fulade Ahwas, die von der Unternehmergruppe Amir Mansur-Arya geschaffen wurde. Nach der Veruntreuung von 3000 Milliarden Tuman und der Beschlagnahmung der Firmen, die dem Hauptangeklagten in diesem Prozess gehörten, wurde die Stahlfirma unter die Kontrolle der Justiz gestellt. Das Ergebnis: Die Arbeiter erhalten nicht einmal ihren Lohn, und die Gesetze über die Sozialversicherung werden mit Füßen getreten. An die Justiz können sich die Arbeiter auch nicht wenden, denn die hat ja jetzt das Unternehmen unter Kontrolle. Und Sadeq Laridschani, das Oberhaupt der Justiz, ist mit seinen 36 Konten bei der Nationalbank mit einer Gesamteinlage von 250 Millionen Euro gewiss nicht der Mann, der über Korruptionsverdacht erhaben ist.
So bleibt den Arbeitern nur noch die Möglichkeit zu streiken.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78487
vom 5. Esfand 1395 (23. Februar 2017)
e°tesabe 4 hezar kargar – san°ate fulade ahwaz wared sewomin hafte shod

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Iran: Sandstürme und Wasserknappheit

Madschid Mohammadi befasst sich in einem Artikel, der auf der Webseite von Radio Farda veröffentlicht wurde, mit den Hintergründen der Proteste gegen die Verschlechterung der Umwelt- und Lebensbedingungen im Iran.

Sandstürme – kommen aus dem Ausland

In den letzten Tagen waren besonders die Sandstürme in der Region Ahwas ein Thema, die teilweise zum Zusammenbruch der Stromversorgung und zur Schließung zahlreicher Schulen führten. Die Regierung ließ Demonstrationen verbieten, weil das „vom Feind ausgenutzt“ werden könne. Sie erklärte sich für nicht verantwortlich, der Staub komme aus Nordafrika, dafür könne sie nichts. Und der Klimawandel ist auch eine willkommene Erklärung für die Trockenheit, da muss man sich nicht selbst verantwortlich fühlen.

Qom – die geistige Wüste des Landes
Madschid Mohammadi weist aber darauf hin, dass das Umleiten von Flüssen zur Trockenlegung großer Sümpfe und Seen geführt hat, die nun auch im Iran Staublieferanten werden. Die Stadt Qom, die Wasservorräte für etwa 100.000 Einwohner habe, sei aufgrund ihrer Bedeutung als Zentrum der schiitischen Gelehrsamkeit auf 1 Million Einwohner aufgestockt worden, das Wasser müsse man nun aus anderen Gebieten wegnehmen. Dabei wird nicht berücksichtigt, was das dort für Folgen für Klima und Landwirtschaft hat.

250 Liter Wasser für 1 Melone
Auch die Landwirtschaftspolitik des Irans sei nicht vernünftig. Um eine Melone von 1kg Gewicht herzustellen, benötige man 250 Liter Wasser, im Jahr 2011 habe man etwa eine Million Tonnen Melonen exportiert. Das sei nicht vernünftig in einem Land, das an Wassermangel leide. Zum Teil werden hierfür Grundwasservorräte leergepumpt, mit der Folge, dass die Landwirtschaft dann auf dem Trockenen sitzt.
Die Regierung redet sich heraus, dass viele Pumpen illegal betrieben werden. Dabei sind Pumpen nicht unsichtbar, und wer Tausende von Internetzeitungen verfolgen und schließen kann, dürfte bei dem ausufernden Sicherheitsapparat auch keine Schwierigkeiten haben, illegale Pumpen zu konfiszieren. Aber wer weiß, vielleicht werden die ja von Freuden der Schmuggelbrüder, der Pasdaran, betrieben, da ist es besser, nicht so genau hinzusehen.

Dämme bauen – da ist nicht Meister Biber am Werk
Auch der Staudammbau im Iran sei nicht von Vernunft geleitet, sondern vom Gewinnstreben von Unternehmen, die in der Hand der Revolutionswächter seien. Die Bauunternehmen bekommen die Aufträge, die mit den Erdölgeldern finanziert werden, und stellen Dämme auf, wo sie nicht benötigt werden und mehr noch, sogar verhindern, dass stromabwärts noch Wasser zur Verfügung steht. Das ist den Unternehmern egal, Hauptsache, die staatlichen Aufträge werfen genügend Gewinne ab. Und der Staat, der mit diesen Unternehmern gemeinsame Sache macht, fragt auch nicht nach den Umweltfolgen…
Man sieht, so manches ist hausgemacht, aber wo es keine freien Parteien und keine freie Diskussion gibt, wird sich auch nichts bessern.

http://www.radiofarda.com/a/f35_iran_eco_proetsts_mohammadi/28319614.html
vom 2. Esfand 1395 (20.2.2017)
sardargomiye hokumate iran dar barabare e°terazate mohite zist
von Madschid Mohammadi

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Iran – der wilde Osten: Hirten und Nomaden protestieren

Vor der Sicherheitsbehörde (Farmandari) der Stadt Gatsch-Saran (Provinz Kuhgiluye und Boyer Ahmad) haben sich rund 100 Hirten und Nomaden versammelt, um dagegen zu protestieren, dass ihnen das Vieh geraubt wird und sich die Behörden überhaupt nicht darum kümmern. So sollen die Nomaden allein im letzten Jahr 2000 Stück Vieh durch Viehdiebe verloren haben.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=125165
vom 2. Esfand 1395 (20.2.2017)
°ashayere gachsaran dar e°teraz be na-amni moqabele farmandariye in shahr tajammo° kardand

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Iran: Revolutionäre – die Feinde der Arbeiter

Die Firma Sadra ist im Iran ein großer Industriebetrieb. Bau und Reparatur von Schiffen, Terminals von Erdölpipelines, und Bau von Anlagen für Erdöl- und Erdgas an der Küste gehört zu ihrem Aufgabenbereich. Kein Wunder, dass der Stützpunkt Chatamu l-Anbiya der Revolutionswächter (Pasdaran) des öfteren als Hauptaktionär der Firma auftaucht, denn auf den lukrativen Erdöl- und Erdgassektor hatten es die Revolutionäre stets abgesehen. Man sollte meinen, diese Firma schwimme im Geld, aber nach Medienberichten (s.u.) ist das Gegenteil der Fall, so dass Pläne aufkamen, zumindest den Schiffbaubereich auszugliedern, um die Verluste klein zu halten.
Durch den ständigen Besitzerwechsel ist für Außenstehende schwer zu überprüfen, wer derzeit tatsächlich die Firma kontrolliert. Faktum ist, dass die Firmenleitung derzeit jedenfalls bei den Arbeitern spart und seit Monaten die Löhne nicht ausbezahlt hat. Deshalb haben rund 2000 Arbeitnehmer von Sadra in Buschehr heute vor der Firma gestreikt, aber die Manager hatten es nicht nötig, auch nur mit den Arbeitern zu sprechen. Sie drohten aber damit, diejenigen zu entlassen, die den Streik organisiert hatten, und ließen heute in der Kantine kein Essen austeilen. Von einem „Dialog zwischen Tarifparteien“ weit entfernt, hier bestimmt noch die nackte Gewalt. Und falls die Pasdaran weiter hinter der Firma stecken, ist der Weg ins Gefängnis nicht weit.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=125182
vom 2. Esfand 1395 (20. Februar 2017)
nadadane ghad_a va tahdid be exraj, e°teraze do hezar kargare sadra-ye bushehr edame darad

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B4%D8%B1%DA%A9%D8%AA_%D8%B5%D9%86%D8%B9%D8%AA%DB%8C_%D8%AF%D8%B1%DB%8C%D8%A7%DB%8C%DB%8C_%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86
sherkate san°atiye darya’iye iran
vom 20.02.2017

http://www.dw.com/fa-ir/%D9%82%D8%B1%D8%A7%D8%B1%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D8%AE%D8%A7%D8%AA%D9%85%D8%A7%D9%84%D8%A7%D9%86%D8%A8%DB%8C%D8%A7-%DB%8C%DA%A9-%D8%B4%D8%B1%DA%A9%D8%AA-%D8%A8%D8%B2%D8%B1%DA%AF-%D8%AF%D8%B1%DB%8C%D8%A7%DB%8C%DB%8C-%D8%B1%D8%A7-%D9%88%D8%A7%DA%AF%D8%B0%D8%A7%D8%B1-%DA%A9%D8%B1%D8%AF/a-17030617
vom 19.08.2013
qarargahe xatam ol-anbiya yek sherkate bozorge darya’i-ra vagod_ar kard

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Iran – Irak: 16 Grenzgänger von Lawine verschüttet


Grenzhandel – zu Fuß durchs eisige Wasser

Das kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak ist auch Schauplatz des kleinen Grenzhandels, der den Schmuggelbrüdern – den Pasdaran und Co. – ein Dorn im Auge ist. Die Menschen, die sonst keine Arbeit finden, weil im Iran viele Fabriken stillgelegt wurden, transportieren Waren aus dem Irak in den Iran auf dem Rücken oder, wenn sie etwas mehr Geld haben, zu Pferde. Vor einem Monat, am 9. Dey 1395, wurden dabei 16 solcher Lastenträger von einer Lawine im Grenzgebiet verschüttet. Die Lokalbevölkerung versuchte, sie zu retten, aber 4 konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Der Leiter der Sicherheitsbehörden von Sardascht (Farmandar), Mir-Aschkan Mahdawi, war schnell dabei, die Opfer zu kriminalisieren und als Schmuggler zu bezeichnen. Auf diese Weise versuchen die staatlichen Machthaber, von ihrer eigenen Verantwortung für die hohe Arbeitslosigkeit abzulenken.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123972
vom 11. Bahman 1395 (30. Januar 2017)
farmandare sardasht: kulbaran motewafa donbale qachaq budand/ fa°alane kargari: agar gorosnegi wa faqr nabashad, kesi soraghe kulbari nemiraft

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Plasco – Teheran: Machtkampf endet in Flammen


Am 19. Januar 2017 brannte in Teheran an der Istanbul-Straße das Plasco-Hochhaus ab, ein markantes Kennzeichen der Stadt aus den 1960-er Jahren.

In dem 17-stöckigen Hochhaus waren Wohnungen, Geschäfte, Büros und Werkstätten zur Textilherstellung (Hemdennäherei) untergebracht.

Als bekannt wurde, dass in dem Gebäude ein Feuer ausgebrochen war, rückte die Feuerwehr an. Angeblich wurde das Gebäude evakuiert. Der Feuerwehr gelang es nicht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, und es waren noch nach amtlichen Angaben 25 Feuerwehrmänner im Gebäude, als dieses plötzlich kollabierte. Die Behörden – so Qalibaf, der Oberbürgermeister von Teheran, waren bemüht, die Zahlen für die Zahl der Opfer möglichst klein zu halten.


Bekannt ist aber, dass Leute in das Gebäude zurückgegangen waren, um ihr Eigentum zu retten, und inwieweit die Angaben zutreffen, dass das Gebäude tatsächlich evakuiert wurde, ist von hier nicht zu überprüfen. Es gibt keinen Anlass, die Angaben der iranischen Behörden für bare Münze zu nehmen. Viele Iraner sind sogar des Ansicht, dass der Einsturz Folge einer herbeigeführten Explosion gewesen sei, da mögen sie aber die Rasanz und die Zerstörungskraft des Feuers unterschätzen.

Rivalität zwischen Stiftung der Entrechteten und Pasdaran
Die Spekulationen über die Brandursache soll Sache der Teheraner bleiben. Keine Spekulation dagegen ist, dass das Plasco-Gebäude nach der Revolution 1979 zugunsten der Bonyade Mostas’afin (Stiftung der Entrechteten) enteignet wurde – der Eigentümer Habibollah Elqanian wurde hingerichtet. Diese Stiftung gehört zu den größten Wirtschaftskonzernen des Irans, ihr Manager wird vom Religiösen Führer – Ajatollah Chamene’i – persönlich eingesetzt. Das Büro- und Handelszentrum, das im Eingangsbereich auch eine florierende Handelspassage aufwies und mehrere Textilwerkstätten beherbergte, befand sich unweit eines anderen Gebäudes, das den Pasdaran (Revolutionswächtern) gehört. Letzteres steht zur Hälfte leer, weil das Plasco-Gebäude offensichtlich attraktiver war. Mit dem Brand ist die Konkurrenz gelöst. Jetzt werden sich die Überlebenden, die Geld genug haben, darum streiten, Räumlichkeiten in dem Gebäude der Pasdaran zu erhalten.

Brandschutz – was hat der Oberbürgermeister zu verbergen?
Nach dem zerstörerischen Brand kam natürlich auch die Frage auf, wie es um die Brandsicherheit bestellt war. Iranische Versicherungsgesellschaften sollen sich schon vor Jahren geweigert haben, das Gebäude zu versichern, weil es an entsprechenden Brandschutzeinrichtungen fehlte. Die Stiftung der Entrechteten wäre dafür zuständig gewesen, die nötigen Baumaßnahmen durchzuführen. Aber nach der Revolution entwickeln sich so manche Revolutionäre zu den schlimmsten Bürokraten, und ohne die Genehmigung der Stadtverwaltung von Teheran geht nichts. Die ließ auf sich warten. Über Jahre. Und so steht der Oberbürgermeister von Teheran, Qalibaf, auch ein Zögling von Ajatollah Chamene’i, heute im Zentrum der Kritik. Er war auch einer der ersten, die die Zahl der Opfer herunterzuspielen versuchte. Möglicherweise ist der Brand das Ende seiner weiteren Karriere, denn es heißt, dass er einmal die Nachfolge von Hassan Rouhani als Präsident des Staates antreten wollte – mit dem Religiösen Führer im Rücken.


Wasserwerfer statt Feuerlöscher
Kalame (Das Wort), eine Internet-Zeitung der iranischen Reformisten, sprach aus, was viele IranerInnen denken mögen. Zur Niederschlagung von Aufständen hat der iranische Staat angeschafft was nur ging, Wasserwerfer, die 70 Meter weit die Straße leerfegen von „bösen Demonstranten“, gepanzerte Fahrzeuge mit Geschütztürmen, zu allem bereit, um gegen das eigene Volk in den Krieg zu ziehen. Aber dafür, dass die Feuerwehr mit geeignetem Gerät ausgestattet wird, hat man kein Geld.

Innenminister warnt vor unerlaubten Versammlungen

Nach dem Tod von Ajatollah Rafsandschani, der im Schwimmbad ums Leben gekommen ist, wie inzwischen bekannt wurde und das in einem Moment, als dort das Licht ausging (!), haben die Machthaber Angst vor weiteren Anlässen, die dazu führen könnten, dass die Bevölkerung spontan auf die Straße geht. Deshalb hat der iranische Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli erklärt, dass keinerlei ungenehmigte Versammlungen zugunsten der Opfer des Brandunglücks stattfinden dürften, und zwar landesweit.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123415
vom 1. Bahman 1395 (20. Januar 2017)
tasawiri az diruz wa shabe god_ashte-ye plasku

http://saten.ir/126817/%D8%B5%D8%A7%D8%AD%D8%A8-%D9%88-%D8%B3%D8%A7%D8%B2%D9%86%D8%AF%D9%87-%D8%B3%D8%A7%D8%AE%D8%AA%D9%85%D8%A7%D9%86-%D9%BE%D9%84%D8%A7%D8%B3%DA%A9%D9%88-%DA%A9%DB%8C%D8%B3%D8%AA%D8%9F-%D8%B9%DA%A9%D8%B3/
saheb wa sazandeye saxtemane plasku kist?
vom 30. Dey 1395 (19. Januar 2017)

http://news.gooya.com/politics/archives/2017/01/222891.php
vom 2. Bahman 1395 (21. Januar 2017)
darde ma dastgahe atash-neshani ast ya abpashe zedde shuresh?

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123581
vom 4. Bahman 1395 (23. Januar 2017)
wazire keshwar: har tajammo°i baraye dar-god_ashtegane plasku bayad mojawwez dashte bashad

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Plasco – Teheran: Anfänge iranischer Judenfeindlichkeit


Plasco – eines der markanten Teheraner Hochhäuser aus den 1960-er Jahren

Anfang der 1960-er Jahre, in der Zeit, als der Schah von Persien begann, das Land zu modernisieren, wurde in Teheran an der Istanbul-Straße das Plasco-Hochhaus mit 17 Stockwerken gebaut.


Es war damals das höchste Gebäude von Teheran, der Sitz der Plastikfirma Plasco, zahlreicher Büros und exklusiver Einkaufsläden.


Photo von Habibollah Elqanian am Modell des Plasco-Hochhauses

Habibollah Elqanian
Der Eigentümer war Habibollah Elqanian, dem auch die Firma Plasco gehörte. Plasco war damals der größte Kunststoffhersteller des Irans. Habibollah Elqanian war damals Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Teherans. Da das Hochhaus mit seinen Einkaufsläden ein modernes Gegenstück zum traditionellen Basar darstellte, waren die Basarhändler der Umgebung gegen den Bau des Hochhaus, bedeutete es doch eine neue Art von Konkurrenz, die sie als existenzbedrohend wahrnahmen. Es heißt, dass sogar Ajatollah Taleqani sich gegen den Bau des Hochhauses ausgesprochen hatte, und er war in vielen Punkten wesentlich demokratischer gesinnt als Ajatollah Chomeini.


Habibollah Elqanian vor dem Revolutionsgericht

Das Ende des Erbauers
Mit dem Sieg der iranischen Revolution am 22. Bahman 1357 (Februar 1979) ging es Habibollah Elqanian an den Kragen. Denn die Ajatollahs, die sich an die Spitze der Revolution setzten und mit dem Basar in enger Verbindung standen, ließen ihn als angeblichen Spion für Israel nur fünf Tage später verhaften. Am 19. Ordibehescht 1358 – 9. Mai 1979 – wurde er im Qasr-Gefängnis vom als Henker berüchtigten Richter Sadeq Chalchali zusammen mit sieben weiteren Personen in nur 20 Minuten abgeurteilt, ohne einen Verteidiger zu haben. Er wurde zum Tode verurteilt. Schon am nächsten Morgen wurde er erschossen. Er war der erste Jude, der vom Regime der iranischen Mollas hingerichtet wurde.


Sadeq Chalchali, der Scharfrichter der iranischen Revolution

Die Arisierer
Zur Nazizeit wurde in Deutschland und dem annektierten Österreich die Judenverfolgung von den neuen Machthabern dazu genutzt, sich am Eigentum der Opfer zu bereichern. Eine parallele Entwicklung war auch im Iran zu beobachten. Das Plasco-Hochhaus, Symbol des modernen Teherans, wurde der Bonyade Mostas’afin, der „Stiftung der Entrechteten“ übergeben, einer der größten Konzerne des heutigen Irans, dem das Eigentum zahlreicher geflohener oder verhafteter Schah-Anhänger übergeben wurde. Die Stiftung war dafür gedacht, das Geld „unter den Armen“ zu verteilen. Die Führung dieser Stiftung wird von einer Person ausgeübt, die der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i in dieses Amt einsetzt.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=123492
vom 2. Bahman 1395 (21. Januar 2017)
saxtemane plasko dar bahmane 1342

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B3%D8%A7%D8%AE%D8%AA%D9%85%D8%A7%D9%86_%D9%BE%D9%84%D8%A7%D8%B3%DA%A9%D9%88
(zum Plasco-Hochhaus)

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%AD%D8%A8%DB%8C%D8%A8%E2%80%8C%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%87_%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D9%86%DB%8C%D8%A7%D9%86
(über Habibollah Elqanian)

http://www.farhangnews.ir/content/245454
Photo von Habibollah Elqanian am Modell des Plasco-Hochhauses

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Brombeer-Ernte im Iran


Brombeeren wachsen im Iran vor allem in den Wäldern der Region Gilan am Schwarzen Meer. Dort werden sie gepflückt (wilde Brombeeren, keine angepflanzten) und später auf dem Markt verkauft. Eine dornige Angelegenheit.

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Bauern protestieren bei Vortrag der Vizepräsidentin der Regierung Rouhani

Auf einer öffentlichen Veranstaltung von Masoumeh Ebtekar, Vizepräsidentin der Regierung Rouhani und Chefin der Umweltschutzorganisation des Irans, protestieren Bauern lautstark und verlangen Redezeit.


https://www.youtube.com/watch?v=X4MNzHYURm8

In dem oben verlinkten Video sieht man Szenen des mitgeschnittenen Vortrags von Masoumeh Ebtekar in Isfahan, in der sie mehrfach von protestierenden Bauern unterbrochen wird. Nachdem einer seine Stimme erhoben hat, melden sich auch noch andere Bauern zu Wort. Sie widersprechen den von Masoumeh Ebtekar vorgetragenen Statistiken und verlangen wenigstens 5 Minuten sprechen zu können, um ihre Fehler richtig zu stellen. Frau Masoumeh Ebtekar will sich darauf jedoch nicht einlassen und beharrt auf ihrem Rederecht. Verschiedene Organsiatoren versuchen die Bauern zu beruhigen, was aber eher die gegenteilige Wirkung erzielt.

Hintergrund des Ärgers der Bauern sind die niedrigen Lebensmittelpreise, die ihnen kein Auskommen mehr ermöglichen.

Quelle: http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/12/221568.php

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Proteste von Bauern in Hormozgan, Südiran

Seit Tagen protestieren Bauern aus Hormozgan gegen zu niedrige Preise für Gemüse.

Hormozgan ist eine Provinz ganz im Süden des Irans. Die Straße von Hormuz (pers. Hormoz) hat ihren Namen von dieser Gegend. Hier leben etwa 1,5 Mio. Menschen. Einer der Hauptwirtschaftszweige ist die Landwirtschaft. Es kann aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen ganzjährig Gemüse angebaut werden. Es wird in die benachbarten arabischen Länder und auch bis in den Norden des Irans geliefert.

Die Preise, die die Bauern mit ihren Produkten erzielen, können kaum ihr Überleben sichern. Im Vergleich zu den Einnahmen der Zwischenhändler, die die Ware weiter in andere Städte transportieren und dort mit Gewinn weiterverkaufen, sind ihre Einnahmen gering. Sie machen nur einen Bruchteil des Gesamtpreises auf den späteren Märkten aus. In Teheran z.B. kostet das Kilo Auberginen ca. 5000 Tooman und das Kilo Tomaten ca. 3000 Tooman. Die Zwischenhändler kaufen diese Waren für 200 Tooman bzw. 50 Tooman. Das lohnt sich für die Bauern nicht.

Die Landwirte aus Bidan, Minab, Roodan, … protestieren seit einer Woche vor den Gouverneursgebäuden von Minab und Bandar Abbas, der Provinzhauptstadt. Sie haben erklärt, dass sie für derart niedrige Preise die Ernte nicht mehr einbringen werden, sondern sie auf den Felder kaputt gehen lassen.

Da die Gouverneure sich nicht blicken lassen, haben die Bauern damit begonnen, ihre verderbliche Ware auf die Straßen zu kippen.

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