Archiv der Kategorie 'Ökonomie'

Iran – Haft-Tape: Arbeiterführer gefoltert


ein altes Foto von Ismail Bachschi

Trotz gegenteiliger Behauptungen des Provinzgouverneurs von Chusestan, Gholamresa Shariati, der inhaftierte Gewerkschaftsaktivist Ismail Bachschi sei nicht gefoltert worden, sprechen die Indizien von etwas anderem. Am 22. Dezember 2018 wurde bekannt, dass es bis dahin nicht möglich war, mit Ismail Bachschi Kontakt aufzunehmen, obwohl der Inhaftierte zehn Tage zuvor gegen eine Kaution von 400 Millionen Tuman freigelassen worden war.
Einem iranischen Journalisten namens Shahed Alawi ist es gelungen, einen Angehörigen des Freigelassenen zu finden, der bereit war, Näheres zu dessen Lage zu berichten.
Demnach wies Ismail Bachschi blaue Flecken und Schwellungen am Kopf und im Gesicht auf, als er freigelassen wurde. In Haft wurde er mit dem Knüppel auf die Hoden geschlagen, und zu den schweren Körperverletzungen, die ihm die Beamten zufügten, kommt noch hinzu, dass sie ihm Psychopharmaka verabreichten, die u.a. halluzinogene Wirkung haben.
Die Schmerzen durch die Folterung wie auch die Wirkung oder Nebenwirkung dieser Substanzen halten auch nach der Freilassung noch an, so dass Ismail Bachschi nicht in der Verfassung ist, Kontakt nach Außen aufzunehmen. Außerdem wurde ihm mit erneuter Inhaftierung gedroht, falls er Interviews gebe. Auch auf die Gewerkschaftsaktivisten, die mit ihm zusammen den Streik bei der Zuckerfabrik von Haft-Tape durchführten, übten die Organe Druck aus. Sie drohten, wer mit ihm Kontakt aufnehme, werde gleichfalls inhaftiert. Das führt dazu, dass Ismail Bachschi ziemlich isoliert ist. Hinzu kommt, dass die Behörden ihn aus der Arbeit entlassen haben, so dass er keinen Lohn mehr erhält, und außerdem seine Konten gesperrt haben, so dass er weder an sein Geld kommt noch ihm Geld überwiesen werden kann. Dies hat zur Folge, dass er akut an Geldmangel leidet und auch nicht den Arzt oder Medikamente bezahlen kann, die er in dieser Lage benötigt. Aufgrund dieses Vorgehens der Behörden ist eine baldige Besserung nicht zu erwarten.
Die Behörden sind zwar rasch am Dementieren, wenn es um Foltervorwürfe geht, aber zugleich behindern sie aktiv jegliche Kontaktaufnahme von Journalisten, auch inländischen Journalisten, mit ihm. Das bedeutet, dass die Behörden selbst nicht die Möglichkeit zulassen, ihre Behauptungen zu bestätigen. Und das wiederum lässt den Schluss zu, dass sie selbst wissen, dass ihre Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=172449
vom 1. Dey 1397 (22. Dezember 2018)
shekanje-ye esma°il baxshi dar zendan, az batum zadan be beizeha ta xorandane qorshaye tawahhom-za

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Iran – Tschabahar: ein strategischer Hafen

Wie berichtet, wurde vergangenen Donnerstag (6.12.2018) ein Selbstmordanschlag vor dem Sitz der Polizei von Tschabahar verübt. Bislang hat noch keine Organisation die Verantwortung übernommen. Statt über die Urheber zu spekulieren, lohnt es sich, einen Blick auf die Rolle von Tschabahar für die Wirtschaft des Irans, Indiens, Afghanistans und Zentralasiens zu werfen.

Hafen für Schiffe mit Tiefgang
Tschabahar liegt ganz im Süden des Irans. Es ist der größte iranische Hafen, der direkt an den indischen Ozean angrenzt. Er kann direkt von den großen Frachtschiffen angefahren werden, die die Ozeane befahren. In Tschabahar gibt es auch eine Freihandelszone. Der Hafen von Tschabahar ist von dem neuesten US-Embargo ausgenommen, über ihn darf auch iranisches Erdöl weiter nach Afghanistan exportiert werden.

Warum unterliegt Tschabahar nicht den US-Sanktionen?
Indische Firmen haben in Tschabahar derzeit in mehrere Projekte im Wert von rund 500 Mio Dollar investiert. Ziel ist es, Lagerkapazitäten für Erdölprodukte und Erdgas zu schaffen und außerdem eine Bahnverbindung von Tschabahar nach Afghanistan zu bauen. Auf diesem Weg kann Indien den Transit durch Pakistan umgehen und den Markt in Afghanistan sowie von dort Zentralasien billiger und sicherer beliefern als via Pakistan. Die USA unterstützt mit ihrer Befreiung Tschabahars von den Sanktionen einerseits ihren regionalen Verbündeten Indien, andererseits auch die afghanische Regierung, die bislang massiv von Importen via Pakistan abhängig ist. Diese Abhängigkeit soll durch die Projekte in Tschabahar durchbrochen werden.
Für die Bevölkerung in Tschabahar sollen durch diese Investitionen neue Arbeitsplätze entstehen.

https://news.gooya.com/2018/12/post-21294.php
vom 7. Dezember 2018
chera chabahar mourede hamle qarar gereft?

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Iran – Haft-Tape: Bitterer Zucker

Wir haben wiederholt über den Streik der Zuckerrohrarbeiter in Haft-Tape berichtet. Ney-Shekar ist das persische Wort für Zuckerrohr. Aber in Wirklichkeit wurde der Zucker für diese Fabrik gar nicht aus Zuckerrohr gewonnen, sondern aus Zuckerrüben.
Die Fabrik wurde noch vor der Revolution von 1979 unter der Schahregierung mit staatlichen Geldern gebaut. Es waren zwei Fabriken: eine in Desful, die andere in Haft-Tape. Erbaut wurden die Fabriken von Arbeitern und Ingenieuren aus der damals noch existierenden Tschechoslowakei (CSSR). Zur Anfangszeit waren dort 580 Arbeiter beschäftigt. Auf 7000 Hektaren in der Umgebung der beiden Fabriken wurde Zuckerrohr angebaut, wodurch etwa 4000 bis 5000 Menschen in der Landwirtschaft mit Arbeit und Absatz gesichert waren. Nach der Revolution von 1979 wurde ein Revolutionswächter Chef der nach wie vor staatlichen Firma. Nunmehr zählte nicht mehr die Professionalität der Arbeitskräfte, sondern ihre Ergebenheit gegenüber der Moschee, das heißt den Geistlichen. Die Zahl der Arbeiter sank von 580 auf 300, aus festen Arbeitskräften wurden Saisonarbeiter. Dann kam die Privatisierungspolitik von Präsident Rafsandschani – nach dem Ende des irakisch-iranischen Krieges.
Zwei bekannte Geistliche aus Qom, Ajatollah Makarem-e Schirasi und Ajatollah Wa°ese Tabassi „kauften“ die Fabrik für 2 Milliarden Tuman (damals noch ca. 500 Mio Dollar!) – mit Hilfe von Geldern, die von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds stammten.
Natürlich schoben sie andere Namen vor, um nicht ins Gerede zu kommen. Zwei Direktoren – Yussefi und Aschtari – machten sich damals einen Namen, indem sie das Geld, das den Bauern, die die Zuckerrüben geliefert hatten, vorenthielten und unterschlugen. Das führte dazu, dass der Anbau von Zuckerrüben in der Region zusammenbrach. Als die Zuckerfabrik gegenüber den Bauern und Arbeitern eine Schuld von damals 8 Milliarden Tuman angehäuft hatte, gelang es den gut vernetzten Privatiers, von der Export-Bank in Schusch einen Kredit zu erhalten, um die Schulden zu bezahlen. Sie wussten besseres damit zu tun. Die Arbeiter und Bauern sahen in die Röhre, das Geld fand unter den weiten Talaren der Geistlichen andere Wege.
Um sich die Arbeiter vom Leibe zu halten, versuchten die Direktoren damals, arabisch-sprachige und persisch-sprachige Arbeiter gegeneinander auszuspielen, aber bald merkten beide, dass sie an der Nase herumgeführt wurden, und taten sich zusammen.
Die Privatisierung führte dazu, dass die Anlagen und Maschinen der Fabrik nach und nach verscherbelt wurden, so dass zweifelhaft ist, welche Kapazitäten die Fabrik in Haft-Tape heute noch besitzt. Die Fabrik in Desful musste aufgrund ähnlicher Machenschaften schon früher geschlossen werden. Während die neuen Eigentümer bei der „Privatisierung“ nur 2 Milliarden Tuman für die Fabrik bezahlt hatten, erzielten sie für den Verkauf der Maschinen und Anlagen ein Mehrfaches. Nicht nur das: Sie importierten Zucker aus dem Ausland für 11 Milliarden Dollar. Zwei Drittel davon ging als Gewinn in die Taschen der Geistlichkeit von Qom und der anderen Geistlichen, die hinter dieser Fabrik standen, beispielsweise Ajatollah Mesbah-e Yasdi.
So sieht „Privatisierung“ im Iran aus, und die Stahlfabrik in Ahwas erwartet ein ähnliches Schicksal.

http://www.pyknet.net/1397/04azar/08/page/shekar.htm
vom 8. Adhar 1397 (30. November 2018)
dar haft-tape: shekari ke ba xosusi-sazi az zahr-e halahel ham talx-tar shod

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Iran – Haft-Tape: Arbeiter fordern Enteignung


Protestzug der Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape im nahegelegenen Schusch

Die streikenden Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape fordern außer der Zahlung ihrer Löhne die Enteignung des jetzigen Eigentümers der Fabrik und einen Rücktransfer der Firma an den Staat. Außerdem verlangen sie die Entlassung eines noch immer inhaftierten Arbeitervertreters. Am gestrigen Sonntag zogen sie in einem langen Protestzug durch die Straßen von Schusch und suchten die Unterstützung der Bevölkerung:

Hamschahri be gusch basch, ma kargarim na oubasch.
Mitbürger, hör zu, wir sind Arbeiter, keine Banditen.

Wie inzwischen bekannt wurde, hat Sepide Qalyan, die wegen ihrer Solidarität mit dem Arbeiterstreik verhaftet wurde, am Sonntag ihrer Familie mitgeteilt, dass gegen sie für einen Monat Untersuchungshaft angeordnet wurde.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=90108
vom 4. Adhar 1397 (25. November 2018)
kargarane neyshekare haft-tape dar bist-o-yekomin ruze e°tesab

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Kundgebung vor dem Haus der Arbeiter in Teheran

Hunderte Demonstranten versammelten sich heute mit Plakaten vor dem Haus der Arbeiter in Teheran. Sie machten auf die horrende Inflation im Iran aufmerksam und forderten die Machthaber auf, sie nicht zu vergessen.

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Die Mutter der Korruption in Ahwas

Demonstration vor dem Gebäude der iranischen Nationalbank in Ahwas.

Video: https://www.youtube.com/watch?time_continue=35&v=wiUvPse32gY

Ein Teil der streikenden Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft Tape ist heute nicht mit den übrigen Arbeitern zur Demonstration in Schusch gefahren, sondern nach Ahwas. Sie versammelten sich zu lauten Sprechchören vor dem Gebäude der iranischen Nationalbank. Sie riefen Parolen wie „Ommol fessade Ahwas – Hamindschast! Hamindschast!“ („Mutter der Korruption in Ahwas – Hier bist du! Hier bist du!“)

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Iran – Ahwas: Stahlarbeiter fordern sofortige Freilassung der Gewerkschafter in Haft-Tape

Im Iran ist derzeit etwas im Entstehen, was an die Bildung der Gewerkschaft Solidarnosc in Polen erinnert, die das Ende des sogenannten Sozialistischen Staates einläutete. Die Inhaftierung der 16 Betriebsratsmitglieder der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape hat nicht nur zur Solidarisierung von Studenten in Teheran und Lehrern in Kermanschah geführt, die Stahlarbeiter von Ahwas sind heute vor den Sitz des Leiters der Sicherheitsbehörden der ganzen Provinz Chusestan gezogen und haben die sofortige Freilassung der inhaftierten Arbeiter gefordert.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170102
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
film / tajammo°e kargarane goruhe melliye fulade ahwaz moqabele farmandari ke xastare azadiye fouriye kargarane bazdashtshode neyshekare haft-tape hastand, doshanbe 28 aban 97

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Iran – Haft-Tape: Sitzstreik der Arbeiter vor dem Gericht in Schusch


Sitzstreik der Arbeiter vor dem Gericht in Schusch

Wir hatten berichtet, dass am Sonntag der Betriebsrat der Arbeiter der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape verhaftet wurde. Die Arbeiter haben darauf zusammen mit ihren Familien am heutigen Montag einen Protestzug zur nahegelegenen Stadt Schusch unternommen und einen Sitzstreik vor dem Gericht des Stadtkreises Schusch eröffnet, um die Freilassung der inhaftierten Arbeiter zu fordern.

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass die Behörden es abgelehnt haben, den Rechtsanwalt, der eine Vollmacht der inhaftierten Arbeiter besitzt, zum Verfahren zuzulassen. Als Begründung wurde angegeben, dass der Prozess „Fragen der Staatssicherheit“ betreffe. Die Behörden haben eine beschränkte Liste von Anwälten, die in solchen Verfahren zugelassen werden. Man darf davon ausgehen, dass die Behörden eine ihnen genehme Auswahl getroffen haben. Soweit zum Recht auf freie Wahl des Anwalts im Iran.


Die Demo in Schusch – keine kleine Sache

https://www.radiofarda.com/a/iran_shoosh_hafttapeh_sugar_factory_strike_demonstration/29608484.html
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
kargarane haft-tape baraye azadiye bazdashtshodegan bast neshastand

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89953
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
seyle kargaran dar barabare dadgahe shush

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Iran – Haft-Tape: Alle Betriebsratsmitglieder verhaftet


Während der für die Lohnunterschlagung und andere Delikte verantwortliche Eigentümer der Zuckerrohrfabrik in Haft-Tape laut Angaben eines Staatsanwalts flüchtig sein soll, während andere staatliche Stellen behaupteten, er sei festgenommen worden, wird deutlich, wogegen sich die Staatsmacht tatsächlich richtet. Der Betriebsrat der streikenden Arbeiter der Zuckerrohrfabrik wurde am Sonntag vollständig verhaftet, es soll sich um 16 Personen handeln. Es ist anzunehmen, dass der flüchtige Eigentümer aus dem Dunstkreis der Pasdaran stammt und seine Schäfchen schon längst ins Trockene gebracht haben – er soll auch gegen die staatlichen Devisenbestimmungen verstoßen haben – während die Opfer seiner Betrügereien nun auch noch ins Gefängnis wandern. Der Anwalt der Inhaftierten hat bislang noch keine Auskunft über die Vorwürfe erhalten, die gegen die Betriebsratsmitglieder erhoben werden.


Liste der verhafteten Betriebsratsmitglieder der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89933
vom 27. Aban 1397 (18. November 2018)
tamamiye a°zaye majma°e nemayandegane kargariye haft-tape bazdasht shodand

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Iran – Chusestan: Gemeinsame Streikaktionen


Protest in Ahwas

Am Samstag kam es zu gemeinsamen Streiks der Stahlarbeiter von Ahwas und der Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape. Beide liegen in der Region Chusestan, Ahwas ist die Provinzhauptstadt.
Während die Zuckerrohrarbeiter mit ihren Familien vor den Sitz der Sicherheitsorgane der Stadt Schusch zogen, versammelten sich die Stahlarbeiter von Ahwas vor dem Sitz des Gouverneurs, des Leiters der Sicherheitsorgane und der Justizbehörde von Ahwas. Beide Gruppen forderten die Auszahlung der ausstehenden Löhne.

https://www.radiofarda.com/a/hafttappeh-actory-workers-protest/29606183.html
vom 26. Aban 1397 (17. November 2018)
rahpeyma‘iye e°teraziye kargarane neyshekare haft-tape wa goruhe melliye fulade ahwaz

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Iran – Haft-Tape: Protestzug der Zuckerrohrarbeiter zum Freitagsgebet

Wir hatten schon von den Protesten der Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape berichtet. Letzten Freitag zogen sie zur Verwaltung des Chefs der Sicherheitsbehörden der Provinz und anschließend zu dem Platz in der nahe gelegenen Stadt Schusch, wo das Freitagsgebet stattfindet. Der Freitagsprediger wird im Iran in jedem Ort vom Religiösen Führer bestimmt und ist dessen Sprachrohr. In der Freitagsmoschee waren zwar Pasdaran in Zivilkleidung anwesend, aber es waren zu wenig, um die große Zahl der protestierenden Arbeiter am Betreten der Freitagsmoschee zu hindern. Der Prediger predigte, die Arbeiter riefen ihre Parolen, zugehört hat vermutlich niemand.
Der wirtschaftliche Protest richtet sich sichtbar immer mehr gegen die Verursacher des wirtschaftlichen Niedergangs, der ja schon viel früher begonnen hat als alle Sanktionen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169885
vom 25. Aban 1397 (16. November 2018)
film / sa°ati pish kargarane neyshekar dar haft tape dar hale harekat be samte darbe farmandari wa sepas mahalle namaz

https://news.gooya.com/2018/11/post-20639.php
vom 16. November 2018
e°teraze kargaran be namaz jom°eye shush keshid

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Iran: Ausufernder Streit zwischen Erdölarbeitern

Die US-Sanktionen gegen den Iran hatten dazu geführt, dass der wirtschaftliche Einfluss der Volksrepublik China im Iran massiv gewachsen war. Iranisches Erdöl wurde nach China exportiert, und da nicht in Geld bezahlt werden durfte, bezahlte China mit – oft drittklassigen – Waren und mit Dienstleistungen, zum Beispiel im Bausektor. Auch in der Petrochemie sind chinesische Arbeiter vertreten. In Masdschede Soleyman kam es gestern zu einem gewalttätigen Vorfall, als vier chinesische Arbeiter einen iranischen Schweißer verprügelten, so dass er eine Kopfverletzung erlitt und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Am nächsten Morgen um 4 Uhr sollen sich rund 2000 Einwohner von Masdsched Soleymaniye zusammengerottet und vermummt haben, um die Chinesen anzugreifen und ihre Fahrräder und andere Habseligkeiten zu verbrennen. Die sogenannten Sicherheitskräfte griffen nicht ein, möglicherweise weil sie Angst vor der Meute hatten. Viele Chinesen sind in ihrer Angst in die umliegenden Berge geflüchtet.
Die Petrochemische Industrie der Stadt ist deshalb zum Erliegen gekommen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170141
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
janjal dar petrushimiye masjede soleyman wa ta°tiliye petrushimi / dargiri ba chiniha

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170145
vom 28. Aban 1397 (19. November 2018)
°aks / dargiriye kargarane chini ba kargarane irani dar masjede soleyman
(Fotos / Auseinandersetzung zwischen iranischen und chinesischen Arbeitern in Masdschede Soleyman

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Iran – Haft-Tape: Zuckerarbeiter streiken auf dem Basar

Seit sechs Tagen schon (bezogen auf den 10. November) streiken die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape nun schon auf dem Basar der Stadt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169445
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
film / tajammo°e kargarane neyshekare haft tape dar shishomin ruze e°tesab dar bazare haft tape

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Iran – Ahwas: Erneute Proteste der Stahlarbeiter

Vor drei Tagen haben die Stahlarbeiter von Ahwas ihre nächste Protestrunde eröffnet. Erstes Ziel war der Sitz der Provinzverwaltung von Chusestan, wo die Arbeiter die Parole riefen: „Hossein, Hossein, ist ihre Parole, und Diebstahl zeichnet sie aus.“ Das spielt auf die Praxis der schiitischen Fundamentalisten an, sich mit dem Schlachtruf „Ya Hossein“ in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Jetzt sind die Pasdaran an der Reihe
Aber die Proteste der Arbeiter enden hier nicht, sie richten sich jetzt gegen die Gruppe, die ganz zentral das wirtschaftliche Geschehen im Iran kontrollieren, die Revolutionswächter (Pasdaran).
Die Pasdaran (Revolutionswächter) haben eine großen Teil der iranischen Unternehmen in ihrer Hand. Viele große Wirtschaftsprojekte gehen ohne gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibung an die Pasdaran-Unternehmen, die sie dann mit schlechter Qualität ausführen. Um an begehrte Aufträge zu gelangen, schrecken die Pasdar-Unternehmer auch nicht davor zurück, Dokumente zu fälschen, Mitbewerber zu bedrohen und Privatunternehmer aus dem Geschäft zu verdrängen.
Als Beispiele werden der Bau von Staudämmen und Wasserpipelines (Umleitung des Wassers aus großen Flüssen genannt), auch der Bau der Ring-Autobahn um Teheran liegt in den Händen der Pasdaran. Dieses Wissen ist im Iran inzwischen Allgemeingut, so dass die protestiertenden Arbeiter des Stahlunternehmens von Ahwas sich am heutigen Montag, dem dritten Tag ihrer neuerlichen Kundgebungen, direkt vor dem Sitz des Geheimdienstes der Pasdaran in Ahwas versammelt haben und die Parole „Marg bar Mafia“ (Tod der Mafia) riefen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169608
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
film / sewomin ruze tajammo°e kargarane goruhe melliye fulade ahwaz moqabele qarargahe ettela°ate sepah war sar dadane sho°are marg bar mafiya

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169573
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
film / sewomin ruze e°teraze kargarane goruhe melliye fulade ahwaz, 21 aban

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169444
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
film / doure jadide e°tesabe gostarde wa e°terazate kargarane goruhe melliye fulade ahwaz dar moqabele saxtemane ostandariye xuzestan ba sho°are hosein hosein sho°areshun, dozdiye eftexareshun; 19 Aban 97

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Iran: 985 Beschäftigte bestreiken kürzlich privatisierte Reifenfabrik


Beschäftigte der Reifenfabrik Mashad Wheel Mfg. CO. (MWM) im Streik

Die Beschäftigten der Reifenfabrik Mashad Wheel Mfg. CO. streiken seit dem heutigen Dienstag. Sie fordern den ausstehenden Lohn.

Nach der Privatisierung der Fabrik vor etwa einem Jahr ging es für die Arbeiter bergab. Anfangs wurden ihre Löhne und Überstundenzuschläge noch regelmäßig ausbezahlt, dann fielen erst die Überstundenzuschläge weg, wenig später gefolgt von einer Reduktion des Grundlohns. Seit 18 Tagen wurde auch der nicht mehr ausbezahlt. 985 Beschäftigte legten nun ihre Arbeit nieder und versammelten sich auf dem Fabrikgelände, um dagegen zu protestieren.

Kommentar:

Es gibt verschiedene „Geschäftsmodelle“, wie im Iran mittels Korruption und Betrug aus einer Privatisierung Profit geschlagen werden kann. Eine Möglichkeit ist, die staatlichen Subventionen, Preisnachlässe oder günstigen Kredite zu kassieren und die Fabrik dennoch nach kurzer Zeit eingehen zu lassen. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn die Fabrik über einigen Grundbesitz verfügt, der womöglich im Immobiliensektor gewinnbringender ist als die industrielle Produktion. Ein andere Möglichkeit ist, sich mit den Krediten ins Ausland abzusetzen und die Fabrik einfach sich selbst zu überlassen.

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