Archiv der Kategorie 'Ökonomie'

Iranischer Ölminister: 200 Mrd. Dollar an Investitionen erforderlich

Der iranische Erdölminister Bijan Zanganeh hat heute, den 18.10.2016, bekannt gegeben, dass die Erdölindustrie im Iran Investitionen in Höhe von 200 Mrd. Dollar benötigt. Der größere Teil dieser Summe, 134 Mrd. Dollar, wird allein für die Entdeckung und Förderung der iranischen Erdölvorkommen benötigt, 52 Mrd. Dollar werden für die Petrochemie, der Rest für sonstige Ausgaben im Erdölsektor.

Diese Summe entspricht laut Bijan Zanganeh 14 mal den Erdöleinnahmen aus den letzten 10 Monaten. Der Iran sei daher auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen. Laut dem Minister hat der Iran in den letzten 6 Monaten 3,8 Mio. Barrel Öl pro Tag gefördert. Bis Jahresende soll die Förderung auf 4,3 Mio. Barrel pro Tag steigen.

Ausländische Unternehmen werden aufgefordert, sich mit ihren Investitionswünschen vorzustellen. Ali Karder, ein hoher Vertreter der iranischen Erdölindustrie erklärte, dass heute Anzeigen in internationalen Zeitungen geschaltet wurden, mit der Aufforderung, sich zu bewerben. Die Unternehmen, die sich bewerben, würden vom Ministerium dahingehend geprüft, ob sie z.B. in der Lage sind, ihre Vorhaben auch durchzuführen und würden dann, wenn die Bedingungen zu den iranischen Interessen passen, eine Genehmigung erhalten.

Die Äußerungen stammen von einem Mitglied der iranischen Regierung Rouhani und entsprechen deren Politik, sich gegenüber dem Westen zu öffnen, verlässliche Vereinbarungen zu treffen und sich ein Stück auf Abhängigkeiten vom Ausland einzulassen. Die eigentlichen Machthaber, Anhänger von Chamene‘i, fundamentalistische Rechtsgelehrte, Bassidschi, Revolutionswächter und Geheimdienste haben daran keinerlei Interesse. Nach dem Verständnis einer Fraktion der Fundamentalisten ist es verboten, mit dem Ausland auch nur zu sprechen, geschweige denn Vereinbarungen zu treffen. In ihren Zeitungen und politischen Pamphleten weisen sie ständig darauf hin. Manche gehen so weit, dass sie geradezu das Erscheinen des 12. Imams herbeiführen wollen, der nach ihrer Vorstellung erst auftreten wird, wenn die Zustände in der Gesellschaft so katastrophal sind, dass alles den Bach herunter geht.

Die Bassidschi und Revolutionswächter haben einen großen Teil der iranischen Wirtschaft in ihren Händen und forcieren seit vielen Jahren eine rasante Deindustrialisierung im Iran. Ihre Geschäfte laufen dann am besten, wenn im Iran Mangel herrscht und wenn alle Waren aus dem Ausland importiert (bzw. geschmuggelt) werden müssen.

Wer kann also diese 200 Mrd. US Dollar in die Ölindustrie investieren? Der Iran selber kann es natürlich nicht. Ausländische Firmen haben Erfahrung mit dem Iran und sind mittlerweile mit ihren Investitionen sehr vorsichtig geworden. Direktinvestitionen erfordern ein hohes Maß an Vertrauen und nicht zuletzt Rechtssicherheit.

Vor über einem Jahr wurden die ausländischen Sanktionen gegenüber dem Iran gelockert und viele ausländische Wirtschaftsdelegationen kamen in den Iran um Geschäftsmöglichkeiten zu prüfen. Bislang gab es aber nur Versprechungen und von großen Abschlüssen war noch nicht viel zu hören. Auch die Probleme im Bankensektor sind weiterhin vorhanden.

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Irak: Kurden protestieren gegen kurdische Regierung


Bekanntlich hat die Regierung der Kurdischen Autonomie im Nordirak beschlossen, das in der Region geförderte Erdöl selbst auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Darauf hatte die Regierung in Baghdad beschlossen, die Löhne der staatlichen Bediensteten in der Region nicht mehr zu bezahlen. Es läge nahe, dass die kurdische Regierung diese Aufgabe übernimmt. Den jetzigen Protesten nach zu schließen, war dies nicht der Fall.


Die untere Zeile des Plakats lautet:
bese talani we dizi
Es reicht mit Plünderung und Diebstahl

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118295
vom 25. Mehr 1395 (16. Oktober 2016)
e°terazate xiyabani dar kordestane °eraq

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Iran: Vom Bündnis der Machthaber mit der Unterwelt

Im Mai dieses Jahres kam es in Teheran zu eigenartigen Szenen: Städtische Ordnungsbeamte (Ma’murane Sadde Ma°bar) erschienen gemeinsam mit grobschlächtigen Kerlen, um die fliegenden Händler von den Straßen zu vertreiben. Die Stadtverwaltung vertritt in solchen Fällen die Interessen der ansässigen Ladenbesitzer. Die Ordnungsbeamte forderten die fliegenden Händler auf, den Platz zu räumen, dann traten die Messerstecher und Schläger in Aktion, warfen die grünen Edelpflaumen und die grünen Mandeln der Handverkäufer auf die Straße, und prügelten mit Knüppeln auf sie ein. Begleitet waren diese Überfälle von vulgären Ausdrücken.

Schläger im Dienste der Stadtverwaltung
Eine spätere polizeiliche Untersuchung dieser Vorfälle ergab, dass die Stadtverwaltung selbst diese Schläger und Messer als Tagelöhner anheuert und zu den verschiedensten Zwecken einsetzt, sei es, um die Straßenhändler zu vertreiben, unliebsame Konzerte aufzulösen, Studenten oder Journalisten mit handfesten Argumenten einzuschüchtern oder mundtot zu machen, aber auch, um gegen die Frauenbewegung und andere gesellschaftliche Bewegungen vorzugehen.


Rechts: zwei der Leibwächter von Ajatollah Rafsandschani

Die Vorzüge der Messerstecher
Die iranischen Machthaber haben mehrere gute Gründe, solche Menschen, die meist arbeitslos sind und eine lange Karriere als Gewalttäter hinter sich haben, für ihre Zwecke einzuspannen:
Erstens sind viele Revolutionswächter und Angehörige der Bassidschi-Miliz selbst aus diesen Schichten hervorgegangen, man versteht sich und man kennt sich.
Viele derjenigen, die heute im Iran an der Macht sind, betrachten Gewalt als einziges Mittel, Probleme zu lösen. Sie kennen nichts anderes.
Die iranische Geistlichkeit ist mit dieser Unterschicht von Arbeitslosen traditionell eng verbündet. Wenn sie Predigten oder Reden halten, sorgen diese „Teilnehmer“ dafür, dass kein Protest und keine Kritik laut wird. Dafür erhalten diese Meister der Faust und der Klinge ein monatliches Gehalt (badsch – Tribut genannt, man nennt sie auch badsch-chor, diejenigen, die von solchen Tributen leben).


Schaban Bi-Moch oder auch Schaban Dschafari, einer der führenden Schläger der Schahzeit, 2015 im US-Exil verstorben

Und zu guter Letzt tragen sie keine Uniform. Wenn man die Polizei oder die Pasdaran schickt, dann sagt jeder, der Staat hat sie auf uns gehetzt, aber die Schläger kommen in Zivil, und die Regierung kann immer sagen: „Das waren nicht wir, das war die Reaktion des einfachen Volks.“ Sprich, man gibt die Schläger für’s Volk aus. Schon zu Schahzeiten war diese Methode sehr beliebt, und wie man sieht, daran hat auch die Revolution von 1979 nichts geändert.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118063
modirane jomhuriye eslami dar che mawaredi be arazel wa oubash wa latha motewassel mi shawand?
vom 21. Mehr 1395 (12. Oktober 2016)

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Iran’s Schule: Schläge für die Armen


Auf der Tafel steht:
Was ist besser – Wissen oder Reichtum?

Laut einer Meldung von Radio Farda, die ihrerseits auf mehreren iranischen Quellen wie der Webseite von tabnak beruht, hat ein Schuldirektor in Mochtar-Abad, Kreis Rudbare Dschonub, in der zentraliranischen Provinz Kerman, Anfang Oktober mehrere Schülerinnen und Schüler mit schmerzlichen Stock- oder Rutenschlägen auf den Rücken dafür bestraft, dass ihre Eltern das monatliche Schulgeld nicht bezahlen konnten. Das Schulgeld (Schahriye) ist eigentlich illegal, denn laut iranischer Verfassung ist der Schulbesuch bis zum Abitur kostenlos. Das Erziehungsministerium pfeift darauf und erhebt trotzdem diverse Gebühren von den Eltern.

Wieso halten sich solche Praktiken?
Vor Gericht zu gehen ist ohnehin nur etwas für die Reichen, wer schon das Schulgeld nicht aufbringt, kann sich auch keinen Anwalt leisten. Hinzu kommt, dass die iranische Justiz in der Hand der Fundamentalisten ist, Recht wird da in der Regel nicht gesprochen. Bleibt die Möglichkeit, sich an den lokalen Parlamentsabgeordneten zu wenden. Bevor man dies tut, wägt man ab: Wer ist der Schuldirektor, mit wem arbeitet er zusammen, welche Macht haben diese Leute und welche Macht hat der Abgeordnete? Wenn der Schuldirektor eng mit dem örtlichen Freitagsimam zusammenarbeitet und dann noch den Bassidschis oder Pasdaran angehört, kann man nichts gegen ihn tun. Es kann höchstens passieren, dass dann die Eltern noch im Gefängnis landen, die diesen Amtsmissbrauch an die Öffentlichkeit bringen.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/a/f3-lashes-students-for-lack-money/28044193.html
shalaq xordane danesh-amuzane natawan az pardaxte shahriye dar kerman
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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Iran – Kurdistan: Männer dürfen keine Frauenkleider nähen

Was die Schaffung von Arbeitsplätzen für die jährlich über 1 Million junger Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, angeht, ist der Iran gewiss kein Spitzenreiter. Das Land – genauer gesagt, die herrschende Elite – hat ganz andere Probleme. So verkündete jetzt der für Kurdistan zuständige Sekretär des Stabs zur Umsetzung der Einhaltung des (islamisch) Gebotenen und zur Unterbindung des (islamisch) Verbotenen (Setade Ahyaye Amr be Ma°ruf wa Nahy az Monker), Herr Mahmud Allahmoradi: „Im Schneidergewerbe haben wir Probleme. Denn manchmal nehmen Herren das Maß für Frauenkleider und nähen diese. In diesem Monat fand deshalb eine Sitzung mit den Berufsverbänden der Provinz Kurdistan unter Anwesenheit der Sicherheitskräfte der Provinz statt.“ Das Ergebnis ist das, was wir in der Überschrift lesen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117956
mamnu°iyate duxte lebase zanane tawassote xayyatane mard dar kordestan
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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Iran und Siemens: Seite an Seite mit den Revolutionswächtern

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 3. Oktober 2016 hat der Siemens-Konzern in München den Auftrag erhalten, an die staatliche iranische Eisenbahngesellschaft RAI Teile zum Bau von 50 dieselelektrischen Lokomotiven zu liefern. Siemens arbeitet dabei mit der iranischen Mapna Group zusammen. Die Maschinen für die Lokomotiven sollen in Karadsch gebaut werden. Bislang arbeitet Siemens schon im Bereich Gasturbinen mit Mapna zusammen.

Diese Firma Mapna ist keine Unbekannte. Die schweizerische Webzeitung Audiatur schreibt dazu:
„Mapna ist ein iranisches Konglomerat für nachgelagerte Energie (sic!, im englischen Original steht: Iranian downstream energy conglomerate), dem über 30 Firmen angehören; darunter einige, wie die Mapna Europe GmbH (amtlich eingetragen in Düsseldorf), die 2011 von der britischen Regierung als „bedenkliche Unternehmen“ in Bezug auf Beschaffung von Massenvernichtungswaffen genannt wurden. Obwohl nicht sanktioniert, wird die Mapna beschuldigt, als Tarnung für Angehörige der iranischen Revolutionsgarden in Syrien fungiert zu haben; Bis vor kurzem war noch der Luftwaffenkommandant der Revolutionsgarden Mitglied des obersten Management.“ Im Kanton Zug in der Schweiz vertritt angeblich die Firma Zutec AG die Interessen der Mapna.
Die Beschreibung erweckt den Eindruck, dass Siemens mit einer Firma zusammenarbeitet, die unter der Kontrolle der Pasdaran (Revolutionsgarden/Revolutionswächter) steht. Das bedeutet eine finanzielle und technologische Unterstützung derjenigen im iranischen Staat, die für die gewaltsame Unterdrückung der Bevölkerung verantwortlich sind.

Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/neue-auftraege-siemens-baut-50-lokomotiven-fuer-den-iran-14464650.html
Neue Aufträge Siemens baut 50 Lokomotiven für den Iran
Große Bestellung bei Siemens: Die Münchener sollen viele Lokomotiven für die iranische Eisenbahn bauen. Wo, das steht auch schon fest.
03.10.2016

http://www.audiatur-online.ch/2014/04/03/die-schweiz-ist-offen-fuer-das-geschaeft-mit-dem-iran/
Die Schweiz ist offen für das Geschäft mit dem Iran
Von Redaktion Audiatur – 3. April 2014
Originalversion: Switzerland Is Open To Iranian Businessby Emanuele Ottolenghi and Benjamin Weinthal © Forbes Magazine, March 25, 2014.
dieses nimmt wiederum Bezug auf:
http://www.forbes.com/sites/realspin/2014/03/25/switzerland-is-open-to-iranian-business/#2a1518e41245
Mar 25, 2014 @ 06:00 AM

http://www.ifmat.org/2016/09/mapna-group-oversees-more-than-30-subsidiary-companies/

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Iran: Tödliches Erdöl


Protest der Kurden in Mariwan gegen Erdöltanklastwagen

Am Samstag, den 4. Oktober 2016, fand vor dem Sitz des Gouverneurs von Mariwan eine Protestkundgebung der einheimischen Bevölkerung, also der Kurden statt. Sie forderten ein Verbot für den Verkehr von Tanklastwagen auf der Straße zwischen Mariwan und Sanandadsch.


Es handelt sich dabei um eine kurvenreiche Gebirgsstraße, die stellenweise absackt und in die seit der iranischen Revolution anscheinend wenig Geld für den Unterhalt gesteckt wurde.

Auf der Straße wird Erdöl aus der Kurdischen Autonomie im Irak in den Iran exportiert, dort in Raffinerien verarbeitet und dann gewinnbringend von der iranischen Seite auf dem Weltmarkt verkauft.

Immer wieder stürzen solche Tanklastwagen um, geraten in Brand, so dass auch andere Autos in Flammen aufgehen und die Insassen verbrennen, oder aber das Öl läuft auf die Straße, wo es wie Schmierseife wirkt. Von den Umweltschäden, die das auslaufende Öl anrichtet, ganz zu schweigen.

Vermutlich profitiert im irakischen Kurdistan der Barsani-Clan vom Export in den Iran, und auf iranischer Seite die Pasdaran von der Weiterverarbeitung und dem Verkauf auf dem Weltmarkt. Das macht es unwahrscheinlich, dass die Proteste der Kurden auf offenes Gehör bei den Ämtern stoßen.

http://www.radiofarda.com/a/f3-mariwan-protest-roads-situation/28031910.html
tajammo°e e°tera:zi dar mariwa:n be °obur wa morure ta:nkerha:ye ha:mele suxt
Protestkundgebung in Mariwan gegen den Verkehr von Öltankwagen
vom 13. Mehr 1395 (4. Oktober 2016)

http://www.marivan.gov.ir/Default.aspx?TabId=50&nid=27163
ra:neshe ja:ddeye asliye mariwa:n sanandaj
Abrutschen der Hauptverbindungsstraße zwischen Mariwan und Sanandadsch
vom 21. Adhar 1392 (12. Dezember 2013)

http://kurdtoday.ir/news/7637/%D8%A7%D8%AC%D8%AA%D9%85%D8%A7%D8%B9%DB%8C/%D9%88%D8%A7%DA%98%DA%AF%D9%88%D9%86-%D8%B4%D8%AF%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%AF%D8%B3%D8%AA%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D8%AA%D8%A7%D9%86%DA%A9%D8%B1-%D9%86%D9%81%D8%AA-%DA%A9%D8%B4-%D8%AF%D8%B1-%D8%AC%D8%A7%D8%AF%D9%87-%D8%B3%D9%86%D9%86%D8%AF%D8%AC-%D9%85%D8%B1%DB%8C%D9%88%D8%A7%D9%86.html
wa:zhgun shodane yek dastga:he ta:nkere naft-kesh dar ja:deye sanandaj – mariwa:n
Umstürzen eines Tanklastwagens auf der Straße zwischen Sanandadsch und Mariwan
vom 9. Mordad 1394 (1. Juli 2015)

http://tnews.ir/news/5EEF31491696.html
ja:ne mohite zist wa mardoma:n dar ja:deye sanandaj-mariwa:n ba: ham gerefte mi shawad
Auf der Straße von Sanandadsch nach Mariwan verlieren Mensch und Umwelt ihr Leben
vom 16. Mehr 1393 (8. Oktober 2014)

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Iran – Deutschland: Wirtschaftsbeziehungen

Am 2. Oktober ist eine Delegation von Vertretern deutscher Unternehmen zusammen mit dem deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Teheran eingetroffen. Auf der Sitzung vom 3. Oktober nahmen über 100 Vertreter deutscher und iranischer Firmen und Handelsunternehmen teil. Seit 2015 haben zwanzig Wirtschaftsdelegationen aus Deutschland den Iran besucht, weitere zehn sind geplant.
Es sollen Abkommen zwischen folgenden Firmen geschlossen worden sein:
Espriyal (Iran) und die SMS-Gruppe (Deutschland), Munenku (Iran) und Mitsubishi Hitachi (Deutschland) sowie die Firma Kohler (?) und drei iranischen Firmen zur Herstellung von Ziegelsteinen.
In der persischen Meldung von Radio Farda ist davon die Rede, dass die Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zur Lösung der „verwickelten Probleme zwischen den beiden Staaten“ beitragen könne. Eine reichlich seltsame Formulierung, zumindest ist es beiden Seiten bislang erfolgreich gelungen, diese verwickelten Probleme für sich zu behalten. Außenpolitisch gibt es natürlich zu den Fragen Syrien, Israel und Palästina Differenzen, aber ob das hinter dieser Formulierung steht, ist zweifelhaft.
http://www.radiofarda.com/a/f8-iran-germany-economic-ties/28028875.html
vom 12. Mehr 1395 (3. Oktober 2016)

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Iran: Bezahlte Frauenarbeit im regionalen Vergleich

Iran-Emrooz gibt einen Artikel der iranischen Zeitung „Schahrwand“ (Bürger) wieder (ohne Datumsangabe), der auf eine nicht näher bezeichnete Veröffentlichung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hinweist, in der die relative Beschäftigungsquote der Frauen im Vergleich zur Beschäftigungsquote der Männer (auf Englisch: Ratio of female to male labor force participation rate) in den Ländern der Region aufgeführt wird.
Sie beträgt 22,6 Prozent im Iran, 29 Prozent in Saudi-Arabien, 21,5 Prozent im Irak, 41,4 Prozent in der Türkei, 74,6 Prozent in Armenien, 89,8 Prozent in der Republik Aserbaidschan, 60,9 Prozent in Turkmenistan, 20,1 Prozent in Afghanistan, 29,9 Prozent in Pakistan, 49,2 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie 26 Prozent in Qatar. Der durchschnittliche Lohn der Frauen im Iran beträgt 41 Prozent weniger als der Lohn der Männer.
Die exakte ILO-Quelle für diese Angaben konnten wir leider nicht ermitteln, auch nicht auf der ILO-Webseite, die Werte entsprechen aber in etwa denen der Weltbank, die sich ihrerseits auf die ILO beruft:
http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.CACT.FM.ZS
(Es müssten demnach die Zahlen für das Jahr 2014 sein).

Frauenbeschäftigungsquote in der iranischen Statistik
Laut Angaben des Statistischen Zentrums des Irans (Markaz-e Amar-e Iran) betrug die Beschäftigungsrate der Frauen Mitte der 1990-er weniger als 10 Prozent, stieg dann auf 17 Prozent (Regierungszeit von Staatspräsident Chatami) und fiel dann unter den beiden Regierungen von Ahmadineschad auf 7 Prozent. Jetzt soll sie sich wieder im Steigen befinden und bei 14,5 Prozent liegen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64554/
iran-emrooz.net | Fri, 16.09.2016, 22:10
bazare kare zanane iran moshabehe keshwarhaye jangzade ast

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Iran: Der Basar von Tabris

Der Basar von Tabris, einem Zentrum der iranischen Aseris, steht inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.


Es handelt sich um einen der größten überdachten Basare der Welt.


Tabris war früher ein wichtiger Knotenpunkte der Seidenstraße,


die den Handel zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa miteinander verknüpfte.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116024
vom 8. September 2016 (18. Schahriwar 1395)

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Iran: Pistazien in Kerman


Vertrocknete Pistazienpflanzungen

Nach dem Erdöl gehören Pistazien noch immer zu den wichtigsten Exportprodukten im Iran. Im vergangenen Jahr wurden 250.000 Tonnen Pistazien exportiert. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die Pistazienhaine mit Wasser bewässert, dass über spezielle Kanäle aus den Bergen geholt wurde. Danach kamen immer mehr elektrische Pumpen zum Einsatz, die das Grundwasser hochpumpten. Das mag früher in 10 Metern Tiefe gelegen haben, jetzt ist es je nach Ort auf 150 Meter Tiefe abgesunken und zunehmend salziger. Die Erde sinkte dabei trichterförmig ein. Das Ergebnis ist, dass die Pistazien vertrocknen. Hinzu kommt, dass das lukrative Exportgut zu einer Konzentration der Anbaugebiete in der Hand der Reichen geführt hat, so dass die heimischen Bauern das Land verlassen haben und in die Städte umgesiedelt sind.

http://www.radiofarda.com/a/f8-iran-pistachio-trees-gone/27966307.html
vom 04.09.2016
peste-ye iran qorbani-ye digare bi-abi

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Iran: Maschhad – die Folgen des Angriffs aufs saudische Konsulat

Im vergangenen Jahr hatten sogenannte „Eigenmächtige“, also von den Fundamentalisten organisierte Täter, die Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran und das Konsulat des Landes in Maschhad angegriffen und versucht, die Gebäude in Brand zu setzen. Mohammad Qane’i, der Präsident des Hotelier-Verbands von Maschhad, hat jetzt gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärt, dass darauf die Zahl der ausländischen Touristen in Maschhad um 80% zurückgegangen sei. Vor dem Überfall auf das saudische Konsulat wurde Maschhad jährlich von anderthalb Millionen Arabern besucht. Die wenigen, die jetzt noch kommen, bleiben kürzer und geben weniger Geld für Einkäufe aus. Das hat zu einer spürbaren Rezession in Maschhad geführt.

Die Frage ist, ob die Fundamentalisten mit Ajatollah Chamene’i als Führer diesen Unmut auch zu spüren bekommen und in welcher Form. Händler sind im Iran einflussreiche Leute und gewöhnlich mit der Geistlichkeit verbunden. Vielleicht führt dies zur Zunahme von Anhänger für Ajatollah Rafsandschani.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/a/27965979.html
vom 4. September 2016 (14. Schahriwar 1395)
hamle be konsulgariye arabestan safare gardeschgarane xaredschi be maschhad-ra 80 dar sad kahesh dad

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Iran: Der Parlamentspräsident nennt Zahlen

Ali Laridschani, der iranische Parlamentspräsident, hat auf dem 12. Landeskongress der Islamischen Ingenieursvereinigung (des Irans) eine Rede gehalten, die sich im Gegensatz zum Titel des Artikels in Iran-emrooz.net „Warum ist die wirtschaftliche Lage des Landes nicht angemessen?“ nicht groß mit Ursachenforschung befasst, dafür aber deutlich macht, wie heruntergewirtschaftet der Iran nach 37 Jahren als Islamische Republik ist.
In seiner Rede sagte Ali Laridschani:

Inflationsrate: Platz 180 unter 188 Staaten

„Das Bruttosozialprodukt pro Kopf ist einer der Indikatoren für die Wirtschaftslage eines Landes. Unter 185 Staaten nehmen wir Platz 94 ein. Was die wirtschaftliche Freiheit angeht, belegen wir unter 178 Staaten Rang 171. Das bedeutet, dass der Wettbewerb in unserem Land sehr gering ist (…). Unter 104 Staaten nimmt unser Land hinsichtlich der Arbeitslosenquote Rang 82 ein. Es gibt nicht viele Staaten, in denen die Arbeitslosenrate zweistellig ist. Freilich gab es eine Zeit, in der sie sogar bei 40% lag. (…) In der Inflationsrate nimmt der Iran unter 188 Staaten Platz 180 ein. In den letzten 30 Jahren war sie meist zweistellig, nur gelegentlich einstellig. Und das waren keineswegs nur die Zeiten des Embargos. (…) Auch in Zeiten, in denen der Verkauf des Erdöls gut lief, hatten wir trotzdem eine zweistellige Inflationsrate. (…) Was den Anteil der Auslandsinvestitionen in der Wirtschaft angeht, nimmt der Iran unter 181 Staaten Platz 164 ein. Dies zeigt, dass wir Probleme damit haben, ausländische Investitionen anzuziehen. Dabei nimmt der Iran unter 187 Staaten Platz 167 ein, was den Schutz von Investitionen angeht. (…)“

Arbeitslosenrate: Unter 104 Staaten Rang 82

Was die Verstädterung angeht, nimmt der Iran unter 216 Staaten Platz 12 ein. Das ist kein Grund, sich zu rühmen, denn dies zeigt nur, dass die Lage auf dem Land so miserabel ist, dass die Menschen in Scharen das Land verlassen und in die Städte ziehen.

Landflucht: an der Spitze

Ursachenforschung mit Scheuklappen
Die Art der Ursachenforschung, die Ali Laridschani betreibt, zeigt sich deutlich bei der Diskussion über den fehlenden Beitrag der Hochschulen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Ali Laridschani führt das darauf zurück, dass Wirtschaft und Unis beide vom Staat Geld für die Forschung erhalten und deshalb nicht darauf angewiesen sind, selbst nach Geldquellen zu suchen. In anderen Ländern bekämen die Unis kein Geld vom Staat und seien deshalb darauf angewiesen, für die Wirtschaft nützliche Forschungsprojekte auszuarbeiten. Kein Wort von der Unterdrückung der Studenten 1999 und 2009, vom Terror der staatlichen Islamisten an den Hochschulen, von der Tatsache, dass Investitionen in die Produktion von der Ideologie der Geistlichen nie gefördert wurden und dass die Pasdaran, die beträchtliches Einkommen durch die Kontrolle der Import- und Schmuggelwege erzielen, gar kein Interesse daran haben, dass die einheimische Wirtschaft sich aufrappelt. Denn mit der Kontrolle des Handels lassen sich ohne wirtschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten horrende Einnahmen erzielen, wenn man eine Monopolstellung innehat, während man schlicht und einfach arbeiten muss, um ein Produktionsunternehmen am Laufen zu halten. Danach steht der Sinn der iranischen Machthaber nicht. So eine Analyse darf man von Ali Laridschani nicht erwarten. Er ist der Mann des Religiösen Führers an der Spitze des Parlaments und dafür zuständig, die Parlamentarier an den Zügeln zu halten, aber er würde nie etwas tun, was die Interessen seines Herrn schädigt.

Quelle:

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64064/
a:ma:r-e negara:n-konande-ye eqtes.a:di-ye °ali larija:ni
cera: wad.°iyat-e eqtes.a:di-ye keshwar mona:seb nist?
veröffentlicht am 26. August 2016

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Iran: Kampf dem Satellitenfernsehen


Plakate, die über die schädlichen Wirkungen des Satellitenfernsehens für Vater, Mutter, Tochter, Sohn und Kind aufklären (für jedes ein extra Plakat – Arbeitsplätze für die Familien der Bassidschis und Pasdaran)

Am Sonntag, den 24. Julil 2016, fand in Gegenwart des Leiters der Bassidschi-Milizen General Mohammad Resa Naqdi und einiger Mollas die feierliche Vernichtung von 100.000 Satelliten-Antennen statt. Nach eigener Darstellung der Bassidschis hat die Bevölkerung diese 100.000 Antennen freiwillig den Bassidschis übergeben.

Rechts vorne die Menschenmassen, die die Vernichtung der Satellitenantennen feiern

Zu solchen Meldungen sagen die Iraner, dass sich die Machthaber wenigstens ein bißchen mehr Mühe geben sollten, wenn sie schon lügen. Wieso sollte es jemandem einfallen, und in diesem Fall gleich 100.000 Menschen, eine Antenne, die sie für teures Geld gekauft und montiert haben, loszuwerden, indem sie die Bassidschis anrufen? Wenn die Menschen so begeistert bei der Sache waren, wieso sind dann bei der feierlichen Vernichtung gerade mal um die 50 Personen erschienen?

General Mohammad Resa Naqdi hält eine Ansprache

Das Geschäft mit den Antennen
Eine andere Sache ist, dass die Antennen meist importiert sind. Wer importiert sie denn? Die Schmuggelbrüder, die Pasdaran. Und dabei verdienen sie eine Menge Geld. Und dann kommen die Bassidschis und sammeln die Antennen wieder ein. So hält man das Geschäft am Leben…

Bulldozer am Werk – Plakat mit der Aufschrift „Programm zum freiwilligen Einsammeln der Satellitenantennen im ganzen Land“

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113107
vom 3. Mordad 1395 (24. Juli 2016)
wahshate abadiye jomhuriye eslami az dastresiye mardom be ettela’at / leh kardane mahware ba louder

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Zwei große Probleme im Iran

Im Iran gibt es zwei große Probleme, die mit diesem Foto symbolisiert werden: Schmuggel und Armut.

Man sieht hier zwei Lastenträger – sogenannte Kulbaran, die große Kühlschränke der Fa. Haier über die Grenze tragen. Die Menschen sind aufgrund ihrer Armut gezwungen, ihr Leben zu riskieren. Die Grenzpolizei hat das Recht auf diese Menschen zu schießen, was jedes Jahr viele Tote fordert.

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