Archiv der Kategorie 'Ökonomie'

Iran: informelle Berufe


da:d-zan (Ausrufer) gesucht: eine Stellenanzeige…

In einem Land, in dem schon seit längerem ein großes Firmensterben um sich greift – und der Iran gehört zu der Sorte, ist es naturgemäß schwer, Arbeitsplätze oder Ausbildungsplätze zu finden. Das bedeutet nicht, dass es in solchen Gesellschaften nichts zu tun gibt, aber meistens ohne Fachausbildung, ohne Kontrollen, ohne Gewerkschaften. Alles geradezu ein kapitalistisches Wunderland, sollte man meinen.

Die Webseite peykeiran hat eine Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr über einige Berufe veröffentlicht, die in der Islamischen Republik Iran heutzutage ausgeübt werden. Manche Berufe sind schon älter, manche existieren in Abwandlung auch hierzulande, andere muten schon recht fremd an.
Wir führen hier die persischen Bezeichnungen und die deutschen Erklärungen auf:

sharr-xar – (sharr – Bandit, Verbrecher, Schurke, xar – von xaridan, kaufen)
Ein Gläubiger, der die Schulden nicht eintreiben kann, wendet sich an so eine Person, die mit Gewalt, Messer und anderen Formen der Erpressung (Kindesentführung etc.) den Schuldner dazu bringt, die Schulden zu begleichen. Ein solcher Schuldeneintreiber hat gewöhnlich keine Angst davor, ins Gefängnis zu kommen. Für seine „Mühen“ erhält er einen Teil des eingetriebenen Geldes. Im „zivilisierten“ Deutschland übernehmen zwielichtige Anwaltsfirmen diese Funktion, die z.B. windige Rechnungen von Internet-Anbietern unter Androhung von Prozessen eintreiben.

da:d-zan (Rufer, Schreier)
Wer seine Pizza oder seine Ware auf der Straße anpreisen will, mietet sich für einen Tag so einen Ausrufer.

tra:kt-paxsh-kon (Flyer-Verteiler)
Verteilt die Werbeflyer einer Firma, auch hier ein gängiger, aber nicht eben einträglicher Beruf, der meistens von Schülern ausgeübt wird.

pla:k-mahw-kon (Nummernschild-Auslöscher)
In der Hauptstadt Teheran gibt es diverse Bereiche, in die keine Autos fahren dürfen. Wer es trotzdem tut, wird geblitzt und muss dann eine Strafe zahlen. Um dies zu umgehen, warten an solchen Stellen Personen mit ausufernden Mänteln, die vor oder hinter dem Auto hergehen, je nachdem, wo die Kamera steht, und so dafür sorgen, dass zwar ein Foto vom Auto gemacht wird, aber das Nummernschild verdeckt ist.

ja:-ye pa:rk-gir (Parkplatz-Besetzer)
Leute, die Parkplätze mit irgendwas vollstellen und dann gegen Entgelt den (nicht ihnen gehörenden) Platz freigeben, wenn jemand einen Parkplatz sucht. Wäre sicher auch in Konstanz eine einträgliche Beschäftigung.

gerye-kon-e mara:sem tarh.im (Trauerfrau, Trauermann)
Leute, die auf Begräbnissen kräftig und laut weinen und klagen und die Verdienste des Verstorbenen preisen. Solche Personen werden gern auf Staatsbegräbnissen angeheuert.

dast-forush (Straßenverkäufer)
Wer seine Ware bei sich trägt und auf der Straße verkauft, heute in Teheran besonders häufig in der Metro und in den Metro-Stationen. Sind recht aufdringlich.

hamra:h-e bimar (Krankenbegleiter)
Wenn die Angehörigen arbeiten müssen und sich nicht um den im Krankenhaus liegenden Patienten kümmern können, heuern sie die Dienste eines Krankenbegleiters an. Er verrichtet auch nicht-medizinische Hilfleistungen, z.B. Begleitung zur Toilette u.ä. Angesichts der starken Einsparungen im öffentlichen Gesundheitswesen in Deutschland sollten wir uns nicht wundern, wenn der Beruf hier bald auch auftaucht. Man sieht, man kann von Entwicklungsländern lernen…

sha:hed-e da:dga:h (Gerichtszeuge)
Unfall, Überfall, Ehestreit? Sie suchen einen Zeugen? Alles zu kaufen.

do°a:-newis (Gebetsschreiber)
Ein alter Beruf. Diese Leute schreiben einen Koranspruch oder ein Gebet auf ein Stück Papier. Wer krank ist, wirft den Zettel in ein Glas Wasser und trinkt das Wasser aus, dann wird er wieder gesund. Es gibt Bücher, in denen diverse Gebete stehen, die helfen, dass man Arbeit findet, gesund wird, die Ernte reich ausfällt etc.

noubat-forushi (Schlangensteher)
Wer etwas bei der Deutschen Botschaft oder auf der Bank zu erledigen hat, muss warten. Es sei denn, er kauft sich den Platz in der Warteschlange bei einer entsprechenden Person.

ka:r-ra:h-benda:z (der die Sache auf den Weg bringt)
Eine Person, die als Vermittler tätig wird, wenn man zum Beispiel später zum Militärdienst will oder als Student eine Wohnung benötigt u.s.w.

rang-ka:r-e morakkaba:t (Zitrusfrüchte-Anmaler)
Mitunter sieht die Schale von Orangen oder Zitronen farblich nicht so attraktiv aus, wie man sich selbige vorstellt. Dafür gibt es diese Art von Malern, die die Schalen färben. Wenn die Früchte dann noch in einem Netz verkauft werden, merkt man das nicht gleich. Evtl. kann man es am Geruch feststellen, aber das benötigt Erfahrung. Wer es beim Einkaufen eilig hat, hat das Nachsehen.

Quelle

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=120423
vom 5. Adhar 1395 (25. November 2016)
ba ajibtarin mashaghele kadhebe iran ashna shawid

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Iran: ein Bild der Zerstörung

Der iranische Soziologe Madschid Mohammadi stellt in einem Interview mit Radio Farda seine Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung im Iran vor.
Seine Worte sind auf drei Grafiken dargestellt, die hier in den wichtigsten Punkten auf Deutsch wiedergegeben werden.


Ziegelproduktion mit Kinderarbeit im Iran

Die Wurzeln des sozialen Niedergangs im Iran
Armut: Zwei Drittel der Bevölkerung des Landes leben unter der relativen Armutsgrenze, 15 Millionen leben in absoluter Armut (Gesamtbevölkerung 80 Millionen Menschen).
Arbeitslosigkeit: 7-11 Millionen Menschen sind arbeitslos, rund 50% der Akademiker sind ebenfalls arbeitslos
Umweltkrise: Verschmutzung des Grundwassers, Austrocknen der Flüsse, Seen, Meere und Sümpfe. In der Folge sind 30.000 Dörfer menschenleer geworden

Formen der sozialen Krise im Iran
Bildung von Slumvierteln: über 20 Millionen Menschen leben in Slums an den Stadträndern
Drogensucht inkl. Alkoholismus: 4-7 Millionen, hinzu kommen 20 Millionen Nikotinsüchtige
Fehlernährung: betrifft zig Millionen
Prostitution: betrifft Hunderttausende, sie reicht inzwischen bis zur Altersgruppe der 10-Jährigen
Studienabbruch: betrifft jeden 4. Studierenden
Kinderarbeit: 1,5 bis 7 Millionen Kinder müssen arbeiten
Kinderehe: betrifft Hunderttausende von Kindern
Obdachlosigkeit: betrifft 150.000 Menschen, die im Freien auf Kartons übernachten

Mitschuld der Regierung

  • zu ungleiche Verteilung des Nationaleinkommens durch die Regierung (Erdöl)
  • Aufrechterhaltung der gespannten Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Iran und dem Westen
  • Staat fördert Bevölkerungswachstum, ohne entsprechend für Wohnraum, Arbeitsplätze, Bildungsmöglichkeiten etc. zu sorgen
  • Kein Interesse an der Einführung und Durchsetzung von Umweltnormen in der Industrie
  • nicht durchdachte Staudammprojekte
  • Abholzung der Wälder
  • Vergeudung von Milliarden US-Dollar für militärische Zwecke (Atombombenbau, Raketenbau)
  • Politik stützt sich auf Interessen der Pasdaran und der Geistlichen, ohne Fachleute zu berücksichtigen
  • institutionalisierte Korruption

http://www.radiofarda.com/a/f3-social-problems-iran/28126330.html
vom 1. Adhar 1395 (21. November 2016)
saxtare asibhaye ejtema°i dar iran dar se nemudar

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Iran: Erfolgreicher Streik


Heute vormittag haben 1500 Arbeiter der Firma Saypa, die zwischen Teheran und Karadsch liegt und Metallformen herstellt, vor dem Verwaltungsgebäude der Firma gestreikt, um ihre schon im Vorjahr versprochene Lohnerhöhung einzufordern.

Personalchef beim Betrug ertappt
Es erschien darauf der Personalchef, der ein Dokument vorlegte, wonach schon im Juli dieses Jahrs ein Brief bezüglich der Lohnerhöhung ans Arbeitsministerium geschickt worden sei. Die Arbeitervertreter schauten sich das Dokument genauer an und stellten fest, dass es nur die Unterschrift des Personalchefs trug. Auch hat das Arbeitsministerium mit der Lohnerhöhung nichts zu tun. Der Betrug flog auf und der Personalchef verschwand wieder im Verwaltungsgebäude.

Verhandlungen zwischen Management und Arbeitern
Als die Arbeiter nicht nachließen, kamen drei Vertreter der Firmenführung und setzten sich mit zehn Vertretern der Arbeiter an einen Tisch, wo sie bis 17 Uhr verhandelten. Sie kamen zu einem Ergebnis – es wird sich zeigen, ob die Firma diesmal ihr Versprechen hält. Immerhin wäre dies einer der seltenen Berichte über erfolgreiche organisierte Lohnverhandlungen im Iran.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=76494
vom 17. Aban 1395 (7. November 2016)
tajammo°e e°teraziye kargarane saypa dar karxane

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Iran: Die höchsten Diebe – Ajatollah Sadeq Laridschani


links Ajatollah Chamene‘i, rechts Ajatollah Sadeq Laridschani

Ajatollah Sadeq Laridschani ist Oberhaupt der iranischen Justiz. In dieses Amt wurde er vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i eingesetzt. Eine der ersten Handlungen von Ajatollah Sadeq Laridschani war die Ernennung von Sa’id Mortasawi zum Generalstaatsanwalt des Landes.

Sadiq Laridschani: 250 Millionen Euro auf 63 Kontos
Am 2. Aban 1395 (also am 23. Oktober 2016) berichtete laut einer Meldung von Sahham News der iranische Internet-Fernsehkanal Dorr TV (http://dorrtv.org/) von der Existenz von 63 Bankkonten, die unter dem Namen von Sadeq Laridschani, dem Oberhaupt der iranischen Justiz, bei der iranischen Nationalbank eröffnet wurden. Dorr TV berichtete, dass auf diesen Konten 1000 Milliarden Tuman lägen, das entspricht 250 Millionen Euro (Umrechung: 4000 Tuman entspricht einem Euro).

Wirtschaftsminister in Kenntnis gesetzt
Ein hoher Beamter der Justizorgane soll in einem Interview mit Amad-News die Existenz dieser 63 Bankkonten auf den Namen Sadeq Amoli Laridschani (das ist der vollständige Name) bestätigt haben und noch weitere Informationen über diese Konten gegeben haben. Jemand (nicht näher bezeichnet) soll die Direktoren der Nationalbank über die Existenz dieser Privatkonten in Kennntnis gesetzt haben, worauf zwei der Direktoren Informationen über diese Konten zusammenstellten und dem iranischen Wirtschaftsminister Tayeb-Niya zur Verfügung stellten.

62 Millionen Euro Zinsen im Jahr!
Amad-News soll auch gemeldet haben, dass Ajatollah Sadeq Laridschani für diese 1000 Milliarden Tuman jährlich 250 Milliarden Tuman (62,5 Millionen Euro) Zinsen erhält. Das entspricht einem Zinssatz von jährlich 25%, was selbst angesichts der amtlichen iranischen Inflationsrate von derzeit 12% beachtlich ist. Es sollen wohl auch Klagen iranischer Bürger wegen dieser Konten anhängig sein, näheres wurde bislang aber nicht bekannt.

Bericht an den Staatspräsidenten und den Führer
Auf der Grundlage des Berichts der beiden Bankdirektoren wurden die Direktoren der Landesweiten Kontrollorganisation (Sazemane Bazresiye Kolle Keschwar) eingeschaltet, der Wirtschaftsminister Tayeb-Niya brachte das Thema im Kabinett (Hey’ate Dowlat) zur Sprache und informierte den Staatspräsidenten Hassan Rouhani.
Staatspräsident Rouhani suchte den Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i auf und berichtete von der mutmaßlichen Veruntreuung.

Wer die schlechte Nachricht überbringt…
Ajatollah Sadeq Amoli Laridschani lud darauf den Wirtschaftsminister Ali Tayeb-Niya vor und beschwerte sich darüber, wieso der das Thema dem Kabinett vorgelegt und Hassan Rouhani informiert habe. Nach diesem Treffen wurden zwei Direktoren der Nationalbank sowie zwei Experten der Landesweiten Kontrollorganisation verhaftet und ins Gefängnis gebracht, weil sie die Korruption des Oberhaupts der Justiz in die Öffentlichkeit gebracht hätten.

Ausblick
Wenn man sieht, wie die Machthaber reagieren, wenn sie ihre Interessen gefährdet sehen – 2009 ließen sie den Leiter der Obersten Wahlbehörde ermorden, weil er den Wahlsieg von Mirhossein Mussawi bekannt gegeben hatte, 1999 hatten sie Said Emami, den stellvertretenden Minister des Geheimdienstes im Gefängnis ermordet, der über die Hintergründe der Serienmorde an Oppositionellen Bescheid wusste, so ist zu befürchten, dass sowohl die Direktoren wie die Ermittler nicht mehr lange leben und auch ihre Informanten in der Bank mit Verfolgung rechnen müssen. Das ändert aber nichts mehr daran, dass die Katze aus dem Sack ist und diese Nachricht sich in der Bevölkerung rasant verbreiten wird. Ob Sadiq Laridschani dann noch in seiner Position zu halten ist, wird sich zeigen.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=119371
vom 15. Aban 1395 (5. November 2016)
fesade maliye daste kam hezar milyard tumaniye ra’ise qowe qazaye + sud 250 milyard tumani salane

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Iran: 2000 Gewerkschafter vor dem Parlament


Versammlung der Gewerkschafter vor dem Parlament – das Gebäude ist nicht zu sehen

Am Sonntag, den 30. Oktober 2016, versammelten sich vor dem iranischen Parlament rund 2000 Gewerkschafter, die aus dem ganzen Land gekommen waren. Sie vertraten die Arbeitnehmer der ehemals staatlichen Fernmeldegesellschaft (Moxaberat), die dann scheinprivatisiert wurde, also in die Hände der Pasdaran (Revolutionswächter) überging. Die Gesellschaft ist in Untergesellschaften aufgesplittet, die aber der Zentrale unterstehen. Im Vorfeld hat die Zentrale die Einzelfirmen aufgefordert, für den 30. Oktober keinen Urlaub zu genehmigen und genehmigten Urlaub zu widerrufen. Dass trotzdem 2000 Arbeitnehmer gekommen sind, ist ein beachtlicher Erfolg. 10 Abgeordnete des Parlaments kamen raus, um mit den Gewerkschaftern zu sprechen. Sie bestätigten, dass die Fernmeldegesellschaft die staatlichen Gesetze über Lohnzahlungen verletze und sie der Sache nachgehen werden. Von der Seite des Arbeitgebers erschien niemand – warum auch, im Iran haben die Pasdaran das Sagen, nicht das Parlament.
Die Gewerkschafter erklärten, dass sie ohne konkrete Zusagen weiter in Teheran bleiben werden.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=76341
vom 9. Aban 1395 (30. Oktober 2016)
tajamo°e kargaran wa personele baxshe xosusiye moxaberat dar moqabele majles

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Iranischer Ölminister: 200 Mrd. Dollar an Investitionen erforderlich

Der iranische Erdölminister Bijan Zanganeh hat heute, den 18.10.2016, bekannt gegeben, dass die Erdölindustrie im Iran Investitionen in Höhe von 200 Mrd. Dollar benötigt. Der größere Teil dieser Summe, 134 Mrd. Dollar, wird allein für die Entdeckung und Förderung der iranischen Erdölvorkommen benötigt, 52 Mrd. Dollar werden für die Petrochemie, der Rest für sonstige Ausgaben im Erdölsektor.

Diese Summe entspricht laut Bijan Zanganeh 14 mal den Erdöleinnahmen aus den letzten 10 Monaten. Der Iran sei daher auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen. Laut dem Minister hat der Iran in den letzten 6 Monaten 3,8 Mio. Barrel Öl pro Tag gefördert. Bis Jahresende soll die Förderung auf 4,3 Mio. Barrel pro Tag steigen.

Ausländische Unternehmen werden aufgefordert, sich mit ihren Investitionswünschen vorzustellen. Ali Karder, ein hoher Vertreter der iranischen Erdölindustrie erklärte, dass heute Anzeigen in internationalen Zeitungen geschaltet wurden, mit der Aufforderung, sich zu bewerben. Die Unternehmen, die sich bewerben, würden vom Ministerium dahingehend geprüft, ob sie z.B. in der Lage sind, ihre Vorhaben auch durchzuführen und würden dann, wenn die Bedingungen zu den iranischen Interessen passen, eine Genehmigung erhalten.

Die Äußerungen stammen von einem Mitglied der iranischen Regierung Rouhani und entsprechen deren Politik, sich gegenüber dem Westen zu öffnen, verlässliche Vereinbarungen zu treffen und sich ein Stück auf Abhängigkeiten vom Ausland einzulassen. Die eigentlichen Machthaber, Anhänger von Chamene‘i, fundamentalistische Rechtsgelehrte, Bassidschi, Revolutionswächter und Geheimdienste haben daran keinerlei Interesse. Nach dem Verständnis einer Fraktion der Fundamentalisten ist es verboten, mit dem Ausland auch nur zu sprechen, geschweige denn Vereinbarungen zu treffen. In ihren Zeitungen und politischen Pamphleten weisen sie ständig darauf hin. Manche gehen so weit, dass sie geradezu das Erscheinen des 12. Imams herbeiführen wollen, der nach ihrer Vorstellung erst auftreten wird, wenn die Zustände in der Gesellschaft so katastrophal sind, dass alles den Bach herunter geht.

Die Bassidschi und Revolutionswächter haben einen großen Teil der iranischen Wirtschaft in ihren Händen und forcieren seit vielen Jahren eine rasante Deindustrialisierung im Iran. Ihre Geschäfte laufen dann am besten, wenn im Iran Mangel herrscht und wenn alle Waren aus dem Ausland importiert (bzw. geschmuggelt) werden müssen.

Wer kann also diese 200 Mrd. US Dollar in die Ölindustrie investieren? Der Iran selber kann es natürlich nicht. Ausländische Firmen haben Erfahrung mit dem Iran und sind mittlerweile mit ihren Investitionen sehr vorsichtig geworden. Direktinvestitionen erfordern ein hohes Maß an Vertrauen und nicht zuletzt Rechtssicherheit.

Vor über einem Jahr wurden die ausländischen Sanktionen gegenüber dem Iran gelockert und viele ausländische Wirtschaftsdelegationen kamen in den Iran um Geschäftsmöglichkeiten zu prüfen. Bislang gab es aber nur Versprechungen und von großen Abschlüssen war noch nicht viel zu hören. Auch die Probleme im Bankensektor sind weiterhin vorhanden.

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Irak: Kurden protestieren gegen kurdische Regierung


Bekanntlich hat die Regierung der Kurdischen Autonomie im Nordirak beschlossen, das in der Region geförderte Erdöl selbst auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Darauf hatte die Regierung in Baghdad beschlossen, die Löhne der staatlichen Bediensteten in der Region nicht mehr zu bezahlen. Es läge nahe, dass die kurdische Regierung diese Aufgabe übernimmt. Den jetzigen Protesten nach zu schließen, war dies nicht der Fall.


Die untere Zeile des Plakats lautet:
bese talani we dizi
Es reicht mit Plünderung und Diebstahl

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118295
vom 25. Mehr 1395 (16. Oktober 2016)
e°terazate xiyabani dar kordestane °eraq

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Iran: Vom Bündnis der Machthaber mit der Unterwelt

Im Mai dieses Jahres kam es in Teheran zu eigenartigen Szenen: Städtische Ordnungsbeamte (Ma’murane Sadde Ma°bar) erschienen gemeinsam mit grobschlächtigen Kerlen, um die fliegenden Händler von den Straßen zu vertreiben. Die Stadtverwaltung vertritt in solchen Fällen die Interessen der ansässigen Ladenbesitzer. Die Ordnungsbeamte forderten die fliegenden Händler auf, den Platz zu räumen, dann traten die Messerstecher und Schläger in Aktion, warfen die grünen Edelpflaumen und die grünen Mandeln der Handverkäufer auf die Straße, und prügelten mit Knüppeln auf sie ein. Begleitet waren diese Überfälle von vulgären Ausdrücken.

Schläger im Dienste der Stadtverwaltung
Eine spätere polizeiliche Untersuchung dieser Vorfälle ergab, dass die Stadtverwaltung selbst diese Schläger und Messer als Tagelöhner anheuert und zu den verschiedensten Zwecken einsetzt, sei es, um die Straßenhändler zu vertreiben, unliebsame Konzerte aufzulösen, Studenten oder Journalisten mit handfesten Argumenten einzuschüchtern oder mundtot zu machen, aber auch, um gegen die Frauenbewegung und andere gesellschaftliche Bewegungen vorzugehen.


Rechts: zwei der Leibwächter von Ajatollah Rafsandschani

Die Vorzüge der Messerstecher
Die iranischen Machthaber haben mehrere gute Gründe, solche Menschen, die meist arbeitslos sind und eine lange Karriere als Gewalttäter hinter sich haben, für ihre Zwecke einzuspannen:
Erstens sind viele Revolutionswächter und Angehörige der Bassidschi-Miliz selbst aus diesen Schichten hervorgegangen, man versteht sich und man kennt sich.
Viele derjenigen, die heute im Iran an der Macht sind, betrachten Gewalt als einziges Mittel, Probleme zu lösen. Sie kennen nichts anderes.
Die iranische Geistlichkeit ist mit dieser Unterschicht von Arbeitslosen traditionell eng verbündet. Wenn sie Predigten oder Reden halten, sorgen diese „Teilnehmer“ dafür, dass kein Protest und keine Kritik laut wird. Dafür erhalten diese Meister der Faust und der Klinge ein monatliches Gehalt (badsch – Tribut genannt, man nennt sie auch badsch-chor, diejenigen, die von solchen Tributen leben).


Schaban Bi-Moch oder auch Schaban Dschafari, einer der führenden Schläger der Schahzeit, 2015 im US-Exil verstorben

Und zu guter Letzt tragen sie keine Uniform. Wenn man die Polizei oder die Pasdaran schickt, dann sagt jeder, der Staat hat sie auf uns gehetzt, aber die Schläger kommen in Zivil, und die Regierung kann immer sagen: „Das waren nicht wir, das war die Reaktion des einfachen Volks.“ Sprich, man gibt die Schläger für’s Volk aus. Schon zu Schahzeiten war diese Methode sehr beliebt, und wie man sieht, daran hat auch die Revolution von 1979 nichts geändert.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=118063
modirane jomhuriye eslami dar che mawaredi be arazel wa oubash wa latha motewassel mi shawand?
vom 21. Mehr 1395 (12. Oktober 2016)

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Iran’s Schule: Schläge für die Armen


Auf der Tafel steht:
Was ist besser – Wissen oder Reichtum?

Laut einer Meldung von Radio Farda, die ihrerseits auf mehreren iranischen Quellen wie der Webseite von tabnak beruht, hat ein Schuldirektor in Mochtar-Abad, Kreis Rudbare Dschonub, in der zentraliranischen Provinz Kerman, Anfang Oktober mehrere Schülerinnen und Schüler mit schmerzlichen Stock- oder Rutenschlägen auf den Rücken dafür bestraft, dass ihre Eltern das monatliche Schulgeld nicht bezahlen konnten. Das Schulgeld (Schahriye) ist eigentlich illegal, denn laut iranischer Verfassung ist der Schulbesuch bis zum Abitur kostenlos. Das Erziehungsministerium pfeift darauf und erhebt trotzdem diverse Gebühren von den Eltern.

Wieso halten sich solche Praktiken?
Vor Gericht zu gehen ist ohnehin nur etwas für die Reichen, wer schon das Schulgeld nicht aufbringt, kann sich auch keinen Anwalt leisten. Hinzu kommt, dass die iranische Justiz in der Hand der Fundamentalisten ist, Recht wird da in der Regel nicht gesprochen. Bleibt die Möglichkeit, sich an den lokalen Parlamentsabgeordneten zu wenden. Bevor man dies tut, wägt man ab: Wer ist der Schuldirektor, mit wem arbeitet er zusammen, welche Macht haben diese Leute und welche Macht hat der Abgeordnete? Wenn der Schuldirektor eng mit dem örtlichen Freitagsimam zusammenarbeitet und dann noch den Bassidschis oder Pasdaran angehört, kann man nichts gegen ihn tun. Es kann höchstens passieren, dass dann die Eltern noch im Gefängnis landen, die diesen Amtsmissbrauch an die Öffentlichkeit bringen.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/a/f3-lashes-students-for-lack-money/28044193.html
shalaq xordane danesh-amuzane natawan az pardaxte shahriye dar kerman
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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Iran – Kurdistan: Männer dürfen keine Frauenkleider nähen

Was die Schaffung von Arbeitsplätzen für die jährlich über 1 Million junger Menschen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, angeht, ist der Iran gewiss kein Spitzenreiter. Das Land – genauer gesagt, die herrschende Elite – hat ganz andere Probleme. So verkündete jetzt der für Kurdistan zuständige Sekretär des Stabs zur Umsetzung der Einhaltung des (islamisch) Gebotenen und zur Unterbindung des (islamisch) Verbotenen (Setade Ahyaye Amr be Ma°ruf wa Nahy az Monker), Herr Mahmud Allahmoradi: „Im Schneidergewerbe haben wir Probleme. Denn manchmal nehmen Herren das Maß für Frauenkleider und nähen diese. In diesem Monat fand deshalb eine Sitzung mit den Berufsverbänden der Provinz Kurdistan unter Anwesenheit der Sicherheitskräfte der Provinz statt.“ Das Ergebnis ist das, was wir in der Überschrift lesen.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117956
mamnu°iyate duxte lebase zanane tawassote xayyatane mard dar kordestan
vom 19. Mehr 1395 (10. Oktober 2016)

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Iran und Siemens: Seite an Seite mit den Revolutionswächtern

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 3. Oktober 2016 hat der Siemens-Konzern in München den Auftrag erhalten, an die staatliche iranische Eisenbahngesellschaft RAI Teile zum Bau von 50 dieselelektrischen Lokomotiven zu liefern. Siemens arbeitet dabei mit der iranischen Mapna Group zusammen. Die Maschinen für die Lokomotiven sollen in Karadsch gebaut werden. Bislang arbeitet Siemens schon im Bereich Gasturbinen mit Mapna zusammen.

Diese Firma Mapna ist keine Unbekannte. Die schweizerische Webzeitung Audiatur schreibt dazu:
„Mapna ist ein iranisches Konglomerat für nachgelagerte Energie (sic!, im englischen Original steht: Iranian downstream energy conglomerate), dem über 30 Firmen angehören; darunter einige, wie die Mapna Europe GmbH (amtlich eingetragen in Düsseldorf), die 2011 von der britischen Regierung als „bedenkliche Unternehmen“ in Bezug auf Beschaffung von Massenvernichtungswaffen genannt wurden. Obwohl nicht sanktioniert, wird die Mapna beschuldigt, als Tarnung für Angehörige der iranischen Revolutionsgarden in Syrien fungiert zu haben; Bis vor kurzem war noch der Luftwaffenkommandant der Revolutionsgarden Mitglied des obersten Management.“ Im Kanton Zug in der Schweiz vertritt angeblich die Firma Zutec AG die Interessen der Mapna.
Die Beschreibung erweckt den Eindruck, dass Siemens mit einer Firma zusammenarbeitet, die unter der Kontrolle der Pasdaran (Revolutionsgarden/Revolutionswächter) steht. Das bedeutet eine finanzielle und technologische Unterstützung derjenigen im iranischen Staat, die für die gewaltsame Unterdrückung der Bevölkerung verantwortlich sind.

Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/neue-auftraege-siemens-baut-50-lokomotiven-fuer-den-iran-14464650.html
Neue Aufträge Siemens baut 50 Lokomotiven für den Iran
Große Bestellung bei Siemens: Die Münchener sollen viele Lokomotiven für die iranische Eisenbahn bauen. Wo, das steht auch schon fest.
03.10.2016

http://www.audiatur-online.ch/2014/04/03/die-schweiz-ist-offen-fuer-das-geschaeft-mit-dem-iran/
Die Schweiz ist offen für das Geschäft mit dem Iran
Von Redaktion Audiatur – 3. April 2014
Originalversion: Switzerland Is Open To Iranian Businessby Emanuele Ottolenghi and Benjamin Weinthal © Forbes Magazine, March 25, 2014.
dieses nimmt wiederum Bezug auf:
http://www.forbes.com/sites/realspin/2014/03/25/switzerland-is-open-to-iranian-business/#2a1518e41245
Mar 25, 2014 @ 06:00 AM

http://www.ifmat.org/2016/09/mapna-group-oversees-more-than-30-subsidiary-companies/

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Iran: Tödliches Erdöl


Protest der Kurden in Mariwan gegen Erdöltanklastwagen

Am Samstag, den 4. Oktober 2016, fand vor dem Sitz des Gouverneurs von Mariwan eine Protestkundgebung der einheimischen Bevölkerung, also der Kurden statt. Sie forderten ein Verbot für den Verkehr von Tanklastwagen auf der Straße zwischen Mariwan und Sanandadsch.


Es handelt sich dabei um eine kurvenreiche Gebirgsstraße, die stellenweise absackt und in die seit der iranischen Revolution anscheinend wenig Geld für den Unterhalt gesteckt wurde.

Auf der Straße wird Erdöl aus der Kurdischen Autonomie im Irak in den Iran exportiert, dort in Raffinerien verarbeitet und dann gewinnbringend von der iranischen Seite auf dem Weltmarkt verkauft.

Immer wieder stürzen solche Tanklastwagen um, geraten in Brand, so dass auch andere Autos in Flammen aufgehen und die Insassen verbrennen, oder aber das Öl läuft auf die Straße, wo es wie Schmierseife wirkt. Von den Umweltschäden, die das auslaufende Öl anrichtet, ganz zu schweigen.

Vermutlich profitiert im irakischen Kurdistan der Barsani-Clan vom Export in den Iran, und auf iranischer Seite die Pasdaran von der Weiterverarbeitung und dem Verkauf auf dem Weltmarkt. Das macht es unwahrscheinlich, dass die Proteste der Kurden auf offenes Gehör bei den Ämtern stoßen.

http://www.radiofarda.com/a/f3-mariwan-protest-roads-situation/28031910.html
tajammo°e e°tera:zi dar mariwa:n be °obur wa morure ta:nkerha:ye ha:mele suxt
Protestkundgebung in Mariwan gegen den Verkehr von Öltankwagen
vom 13. Mehr 1395 (4. Oktober 2016)

http://www.marivan.gov.ir/Default.aspx?TabId=50&nid=27163
ra:neshe ja:ddeye asliye mariwa:n sanandaj
Abrutschen der Hauptverbindungsstraße zwischen Mariwan und Sanandadsch
vom 21. Adhar 1392 (12. Dezember 2013)

http://kurdtoday.ir/news/7637/%D8%A7%D8%AC%D8%AA%D9%85%D8%A7%D8%B9%DB%8C/%D9%88%D8%A7%DA%98%DA%AF%D9%88%D9%86-%D8%B4%D8%AF%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%AF%D8%B3%D8%AA%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D8%AA%D8%A7%D9%86%DA%A9%D8%B1-%D9%86%D9%81%D8%AA-%DA%A9%D8%B4-%D8%AF%D8%B1-%D8%AC%D8%A7%D8%AF%D9%87-%D8%B3%D9%86%D9%86%D8%AF%D8%AC-%D9%85%D8%B1%DB%8C%D9%88%D8%A7%D9%86.html
wa:zhgun shodane yek dastga:he ta:nkere naft-kesh dar ja:deye sanandaj – mariwa:n
Umstürzen eines Tanklastwagens auf der Straße zwischen Sanandadsch und Mariwan
vom 9. Mordad 1394 (1. Juli 2015)

http://tnews.ir/news/5EEF31491696.html
ja:ne mohite zist wa mardoma:n dar ja:deye sanandaj-mariwa:n ba: ham gerefte mi shawad
Auf der Straße von Sanandadsch nach Mariwan verlieren Mensch und Umwelt ihr Leben
vom 16. Mehr 1393 (8. Oktober 2014)

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Iran – Deutschland: Wirtschaftsbeziehungen

Am 2. Oktober ist eine Delegation von Vertretern deutscher Unternehmen zusammen mit dem deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Teheran eingetroffen. Auf der Sitzung vom 3. Oktober nahmen über 100 Vertreter deutscher und iranischer Firmen und Handelsunternehmen teil. Seit 2015 haben zwanzig Wirtschaftsdelegationen aus Deutschland den Iran besucht, weitere zehn sind geplant.
Es sollen Abkommen zwischen folgenden Firmen geschlossen worden sein:
Espriyal (Iran) und die SMS-Gruppe (Deutschland), Munenku (Iran) und Mitsubishi Hitachi (Deutschland) sowie die Firma Kohler (?) und drei iranischen Firmen zur Herstellung von Ziegelsteinen.
In der persischen Meldung von Radio Farda ist davon die Rede, dass die Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zur Lösung der „verwickelten Probleme zwischen den beiden Staaten“ beitragen könne. Eine reichlich seltsame Formulierung, zumindest ist es beiden Seiten bislang erfolgreich gelungen, diese verwickelten Probleme für sich zu behalten. Außenpolitisch gibt es natürlich zu den Fragen Syrien, Israel und Palästina Differenzen, aber ob das hinter dieser Formulierung steht, ist zweifelhaft.
http://www.radiofarda.com/a/f8-iran-germany-economic-ties/28028875.html
vom 12. Mehr 1395 (3. Oktober 2016)

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Iran: Bezahlte Frauenarbeit im regionalen Vergleich

Iran-Emrooz gibt einen Artikel der iranischen Zeitung „Schahrwand“ (Bürger) wieder (ohne Datumsangabe), der auf eine nicht näher bezeichnete Veröffentlichung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hinweist, in der die relative Beschäftigungsquote der Frauen im Vergleich zur Beschäftigungsquote der Männer (auf Englisch: Ratio of female to male labor force participation rate) in den Ländern der Region aufgeführt wird.
Sie beträgt 22,6 Prozent im Iran, 29 Prozent in Saudi-Arabien, 21,5 Prozent im Irak, 41,4 Prozent in der Türkei, 74,6 Prozent in Armenien, 89,8 Prozent in der Republik Aserbaidschan, 60,9 Prozent in Turkmenistan, 20,1 Prozent in Afghanistan, 29,9 Prozent in Pakistan, 49,2 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie 26 Prozent in Qatar. Der durchschnittliche Lohn der Frauen im Iran beträgt 41 Prozent weniger als der Lohn der Männer.
Die exakte ILO-Quelle für diese Angaben konnten wir leider nicht ermitteln, auch nicht auf der ILO-Webseite, die Werte entsprechen aber in etwa denen der Weltbank, die sich ihrerseits auf die ILO beruft:
http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.CACT.FM.ZS
(Es müssten demnach die Zahlen für das Jahr 2014 sein).

Frauenbeschäftigungsquote in der iranischen Statistik
Laut Angaben des Statistischen Zentrums des Irans (Markaz-e Amar-e Iran) betrug die Beschäftigungsrate der Frauen Mitte der 1990-er weniger als 10 Prozent, stieg dann auf 17 Prozent (Regierungszeit von Staatspräsident Chatami) und fiel dann unter den beiden Regierungen von Ahmadineschad auf 7 Prozent. Jetzt soll sie sich wieder im Steigen befinden und bei 14,5 Prozent liegen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64554/
iran-emrooz.net | Fri, 16.09.2016, 22:10
bazare kare zanane iran moshabehe keshwarhaye jangzade ast

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Iran: Der Basar von Tabris

Der Basar von Tabris, einem Zentrum der iranischen Aseris, steht inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.


Es handelt sich um einen der größten überdachten Basare der Welt.


Tabris war früher ein wichtiger Knotenpunkte der Seidenstraße,


die den Handel zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa miteinander verknüpfte.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116024
vom 8. September 2016 (18. Schahriwar 1395)

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