Archiv der Kategorie 'Parlament'

Auf Befehl von Religionsführer Chamene‘i wird Minu Chaleqi endgültig vom iranischen Parlament ausgeschlossen.


Der Abgeordneten Minu Chaleqi bleibt der Sitz im iranischen Parlament versagt

Wir haben berichtet, wie die frisch gewählte Paralementsabgeordnete von Isfahan, Minu Chaleqi, durch den Wächterrat vom Parlament ausgeschlossen werden sollte. Für diesen nachträglichen Ausschluss bestand keine gesetzliche Grundlage. Höchstens das Parlament selbst hätte Minu Chaleqi nach den Wahlen noch ausschließen können, keinesfalls aber der Wächterrat.

Nun kam es zu Vermittlungsbemühungen seitens der Regierung Rouhani und des Wächterrates. Der Wächterrat blieb bei seiner ablehnenden Position. Diesen Beschluss hat der Religionsführer Chamene‘i nun endgültig bestätigt. In einem offiziellen Schreiben ans Parlament teilte er mit, dass Minu Chaleqi vom Parlament ausgeschlossen bleibt.

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Iran: Vom Schlusslicht an die Spitze


Ahmad Dschannati, Vorsitzender des Wächterrats, nun auch des Expertenrats

Wir hatten berichtet: Am 26. Februar 2016 fanden im Iran Wahlen zum Parlament und zum Expertenrat statt. Bei den Parlamentswahlen setzten sich die sogenannten Reformer durch, bei den Wahlen zum Expertenrat wurden zentrale Figuren des islamistischen Regimes von den Wählern nicht wiedergewählt. Zu diesen Personen gehörte auch Ahmad Dschannati, der zugleich auch Vorsitzender des Wächterrats ist. Es bedurfte erst einiger Aktivitäten hinter den Kulissen – so dem „freiwilligen“ Verzicht gewählter Kandidaten zum Expertenrat und dem nirgends erklärten Fehlen von 36 Millionen Stimmen (72 Millionen Stimmen waren in Teheran zu vergeben), dass Ahmad Dschannati mit Ach und Krach als Schlusslicht in den Expertenrat einzog. Am 4. Chordad 2016 (24. Mai 2016) fanden nun die Wahlen des neuen Vorsitzenden des Expertenrats statt. Stolzer Sieger: Ahmad Dschannati mit 51 der 88 möglichen Stimmen. Wir hatten damals geschrieben, dass von den 88 Mitgliedern des Expertenrats 51 geblieben sind, und dass unter den neuen gerade mal 12 Personen waren, die den Reformern oder den Gemäßigten nahe stehen. Insofern bräuchte das Ergebnis nicht zu verwundern.


Schuss in den Nationalfarben

Ein Schuss aus der Signalpistole
Aber so einfach ist die Sache nicht. Immerhin hatte Ajatollah Rafsandschani bei den Wahlen zum Expertenrat die höchste Stimmenzahl erhalten, und erreichte ohne Wahlfälschung den ersten Platz unter den gewählten. Das würde normal als Eintrittskarte zum Amt des Vorsitzenden genügen. Die Rechnung sieht anders aus: Wenn derjenige, der vom Volk abgewählt wurde, nun an die Spitze eines Gremiums gewählt wird, das über die Nachfolge des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i entscheidet, ist das ein Signal ans Volk: Schaut her, euer Protest hat euch nichts gebracht. Wir sind immer noch da und wir haben das Sagen.


vorne rechts sieht aus wie Kopfsalat, in der Mitte sieht aus wie Laridschani

Der zweite Schuss fällt im Parlament
Nein, diesmal sind es symbolische Schüsse, im Parlament hat keiner geschossen. Am Sonntag, den 29. Mai 2016, fanden im neu gewählten Parlament Wahlen ins provisorische Präsidium des Parlaments und die Wahl des Parlamentssekretärs statt. Im Parlament hatte die Reformliste Omid 121 Sitze gewonnen, die Liste des Kritikers Ali Mottahari bekam weitere 11 Abgeordnete, für die Fundamentalisten zogen 83 Abgeordnete ein, von insgesamt 290. Die sogenannten Unabhängigen gewannen 65 Sitze. Bei diesen Verhältnissen sollte man erwarten, dass derjenige, der mit der höchsten Stimmenzahl (1,6 Millionen) von der Bevölkerung gewählt wurde, nämlich Mohammad-Resa Aref, auch zum (vorerst provisorischen) Parlamentspräsidenten gewählt wird. Es kam anders. Zum neuen Parlamentspräsidenten wurde der bisherige gewählt, nämlich Ali Laridschani, mit 173 Stimmen. Erster Stellvertreter wurde Mas’ud Peseschkian mit 154 Stimmen, zweiter Stellvertreter Mohammad Dehqan mit 136 Stimmen. Mohammad-Resa Aref erhielt nur 103 Stimmen. Das bedeutet, dass nicht einmal die Abgeordneten der Liste Omid geschlossen für ihren Kandidaten gestimmt haben. Auch hier die klare Botschaft ans Volk: Egal, wen ihr wählt, Ihr habt nichts zu entscheiden.

Was ist los im Parlament?
Natürlich wetterten die den Reformern nahestehenden Medien gleich vom Verrat. Immerhin ist deutlich, dass unter den gewählten Abgeordneten der Liste Omid nicht für ihren Parteikollegen gestimmt haben. Aber dieser Protest klingt nicht sehr glaubwürdig. Die Wähler können die Abgeordneten, die ihnen auf einer Liste vorgeschlagen werden, nur durch Mundpropaganda und eventuellen Zugang zum zensierten Internet beurteilen. Aber die Parteikollegen kennen in der Regel die Vorgeschichte der Kandidaten in ihrem Wahlkreis. Das bedeutet, dass sie eigentlich keinen Grund dazu haben, von „Verrat“ zu jammern.

Gründe, für den Gegner zu stimmen
Ein Kritiker des Systems, Sadeq Siba-Kalam (Ziba-Kalam), hat das treffend ausgedrückt. Nehmen wir an, Aref wird gewählt. Mit wem will er denn reden? Der Religiöse Führer wird ihn vermutlich ignorieren, die Pasdaran ebenfalls, und über Geldmittel hat er auch nicht zu entscheiden, denn die Laufen über die dunklen Kanäle des Pasdaran-Schattenstaats, einschließlich der Erdöleinnahmen. Da ist es doch besser, Laridschani zu wählen. Der hat einen einflussreichen Bruder, nämlich den obersten Vorsitzenden der Justiz, einen engen Verbündeten von Ajatollah Chamene’i. Und nicht zu vergessen die Besucher, die sich in letzter Zeit im Parlament einfanden, um den Abgeordneten „ihre Ehre zu erweisen“. Das war die geballte Macht der Waffenträger, mit entsprechend viel Sternchen auf den Schultern. Egal ob von den Streitkräften, den Revolutionswächtern oder den Bassidschi-Milizen. Die mögen auch auf den Ausgang der Abstimmung eingewirkt haben.

Die verborgene Koalition
Der eigentliche Grund für diese auf den ersten Blick überraschenden Wahlergebnisse dürfte aber ganz woanders liegen. Es geht nicht nur darum, den Wählern eine lange Nase zu drehen und Ätschi-Bätschi zu sagen, sondern vor allem um eine Entscheidung der Gewählten, auf welcher Seite sie stehen wollen. Natürlich hätten sie anders abstimmen können, aber was passiert, wenn die Bevölkerung daraus den Schluss zieht, dass ihre Stimme zählt? Was passiert, wenn sie plötzlich wieder zu Millionen auf die Straßen kommt und weitere Reformen fordert? Wer gibt die Garantie, dass man sie wieder nach Hause schicken kann, selbst wenn man ein Blutbad anrichtet? Auch die sogenannten Reformer sind in der Regel Anhänger des islamistischen Regimes und wollen es erhalten, weil sie davon ausgehen, dass nach einer Revolution das letzte Stündlein für alle geschlagen hat, die auf der Seite der Turbanträger stehen. Denn nach 37 Jahren „Islamische Republik“ wissen die Iraner besser, was ein „islamischer Staat“ ist, als die Mehrheit der Iraker oder Syrer, die erst am Anfang der Leidensgeschichte stehen.
Vor diesem Hintergrund ist die Wahl von Laridschani und Dschannati eine Richtungsentscheidung der Gewählten.

Der Joker
Und dass keiner auf die Idee kommt, die Mollas für dumm zu halten. Denn dass sie die Wirtschaftskrise nicht in den Griff bekommen, wissen sie auch, und so haben sie in der Schublade noch den Plan B. Wenn trotz bester Bemühungen das Volk schließlich doch auf die Straßen strömt, gibt es ja da noch die scharfen Kritiker des Regimes, Ali Mottahari und Fa’ese Rafsandschani. Die können sich dann immer noch an die Spitze der Mengen stellen und sie dazu ermutigen, Fernsehstation und Behörden zu stürmen. Sie sind beliebt, und es ist absehbar, dass die Bevölkerung dann diese zum Führer ihrer Forderungen machen wird. Ali Mottaharis Schwester ist mit Ali Laridschani verheiratet, dem Parlamentspräsidenten, und Fa’ese Rafsandschani ist immerhin die Tochter von Ajatollah Akbar Haschemi Rafsandschani. Dann bleibt die Macht immer noch in der Familie!

Quellen:
http://www.radiofarda.com/content/f8-janati/27754808.html
vom 10. Chordad 1395 (30. Mai 2016)
ma°naye entexabe ahmade jannati dar xobregan chist?
(Was für eine Bedeutung hat die Wahl von Ahmad Dschannati im Expertenrat?)

http://www.radiofarda.com/content/f7-pkg-over-iran-parliament-temporary-presidium/27764027.html
vom 10. Chordad 1395 (30. Mai 2016)
entexabe hey’ate ra’iseye mowaqqate majlese dahom che payami ba xod dasht?
(Welche Botschaft verbirgt sich hinter der Wahl des provisorischen Parlamentspräsidiums?)

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Iran: Nach den Wahlen


Minu Chaleqi, die Abgeordnete von Isfahan. Auch sie nahm auf der Fraktionssitzung vom Samstag teil

Vergangenen Samstag, den 7. Mai 2016, hatten sowohl die Prinizipialisten (Ossulgerayan), wie sich die Fundamentalisten im Iran nennen, als auch die Reformisten der Liste „Omid“ (Hoffnung) ihre Fraktionssitzungen. Die Fundamentalisten hatten bei diesen Wahlen (trotz des praktizierten Wahlbetrugs) nur 105 Sitze erhalten, die Reformisten 156. Unter den Fundamentalisten hatte sich schon ein neuer Senkrechtstarter profiliert, ein gewisser Herr Hosseinsade, der sich das Recht herausnahm, führende Politiker der Reformkräfte mit vulgärsten Worten zu beleidigen, weil er den Religiösen Führer hinter sich wusste. Sozusagen der neue Wadenbeißer des Herrn. Der Mann scheint in seiner Persönlichkeit eine gewisse Ähnlichkeit mit Herrn Haider besessen zu haben. Wie dieser beförderte er sich mit seinem eigenen Fahrzeug ins Jenseits, so dass er an der Fraktionssitzung nicht mehr teilnehmen konnte.
Insgesamt wurden bei den diesjährigen Parlamentswahlen 75% der Abgeordneten nicht wiedergewählt. In der Fraktion der Fundamentalisten waren 30 der 105 Abgeordneten im vorigen Parlament, bei der Reformisten 30 von den 156.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/61713/
vom 9. Mai 2016, Nakamiye osulgerayan wa rounaqe jalaseye omid
Erfolglosigkeit der Prinizipialisten und Auftrieb auf der Sitzung der „Hoffnung“

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Isfahan – Freiburg: Partnerschaft mit wem?


Minu Chaleghi, Isfahan

In Isfahan, der Partnerstadt von Freiburg, wurde in der ersten Runde der iranischen Parlamentswahlen in diesem Jahr Minoo Khaleghi (gesprochen Minu Chaleghi) von der Liste Hoffnung (Liste der Reformer) mit 193.000 Stimmen (28,8% der abgegegebenen Stimmen) direket ins Parlament gewählt. Sie wurde 1985 in Isfahan geboren, ihr Onkel Nasser Khaleghi , war im Kabinett des vorletzten Präsidenten Mohammad Chatami. Minu Chaleghi hat an der Universität von Isfahan sowie an der Allameh-Tabataba‘i-Universität studiert und einen Jura-Abschluss. Sie ist auf öffentliches Recht und Kommunikationsrecht spezialisiert. Sie ist im Bereich Umweltschutz und Frauenrechte als Journalistin tätig und auch Mitglied eines Ausschusses für „natürliche Ressourcen und Klimawandel“ bei der Industrie- und Handelskammer von Isfahan. Am 20. März 2016 bezeichnete der iranische Wächterrat ohne Begründung die für sie abgegebenen Stimmen als „null und nichtig“ und entschied, dass sie ihren Sitz nicht antreten dürfe.
Das verstößt zwar gegen die iranische Verfassung, aber deren Auslegung obliegt auch dem Wächterrat…
Am 26. April erklärte der iranische Innenminister in einer Fernsehsendung, dass die nachträgliche Aberkennung der Wahl von Minu Chaleghi durch den Wächterrat illegal sei und ihr das Beglaubigungsschreiben ausgehändigt werden sollte. Am 30. April forderte der Abgeordnete Ali Mottahari den iranischen Präsidenten auf, den Innenminister anzuweisen, Minu Chaleghi das Beglaubigungsschreiben auszustellen.


Minu Chaleghi

Es stellt sich die Frage, was die Städtepartnerschaft in so einer Situation bedeutet: Sitzt Freiburg stumm auf der Zuschauertribüne? Wem nützt es, wenn man protestiert? Wie protestiert man am besten, um denjenigen, die im Iran Frauenrechte und Umweltschutz vorantreiben, zu nützen?
Mit diesen Fragen sollte sich der Gemeinderat von Freiburg befassen.

Quellen:
http://iran-pooyesh.ir/?page_id=1456
https://en.wikipedia.org/wiki/Minoo_Khaleghi
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D9%85%DB%8C%D9%86%D9%88_%D8%AE%D8%A7%D9%84%D9%82%DB%8C

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Iran: Frauen auf dem Vormarsch

Zugegeben, viel ist es nicht, wenn unter 290 Abgeordneten 17 oder 18 Frauen ins Parlament einziehen, das ist noch weit entfernt von einer bescheidenen 10-Prozentmarke. Aber es ist deutlich mehr als die üblichen 3 Prozent, die bislang im Parlament zu finden waren (wohl gerundet, denn Komma-Frauen gibt es auch im Iran nicht).
In der ersten Wahlrunde wurden 14 Frauen gewählt, in der zweiten 4, so dass man bei klarem Kopf mit 18 Frauen rauskommt.


Die gewählten Frauen der ersten Runde

Aber klare Köpfe herrschen beim Wächterrat, der sich wie üblich das letzte Wort rausnimmt, wohl selten, wenn es um Machtdemonstration geht.
Laut Verfassung prüft der Wächterrat die charakterliche (= islamistische) Eignung von Kandidaten vor der Wahl. Danach kann er noch prüfen, ob die Wahl legal verlaufen ist, aber die Eignung kann er nachträglich nicht aberkennen. Er hat es trotzdem getan, und zwar bei der Abgeordneten von Isfahan, Frau Minu Chaleqi. Da das illegal war, kann die Regierung von Präsident Hassan Rouhani das Vorgehen einfach ignorieren und Frau Minu Chaleqi trotzdem die Bestätigung der Wahl zur Abgeordneten aushändigen. Ob sie dann geeignet ist oder nicht, kann dann immer noch das Parlament entscheiden. Aber dazu gehört Mut. Und ob es dem Präsidenten das wert ist, sich wegen einer Frau mit dem Religiösen Führer anzulegen?
Jetzt kann er zeigen, ob ihm die Frauen mehr bedeuten als bloß Stimmvieh im Wahlkampf.


Die gewählten Frauen der zweiten Runde

http://www.radiofarda.com/content/f7-women-in-10th-parliament/27708915.html

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Iran – rausgeflogen

Die iranischen Wahlberechtigten, die bei den jüngsten Parlamentswahlen mehrheitlich den Reformisten die Stimme gegeben haben, machen sich wenig Illusionen. Durch die Einmischung des Wächterrats, der viele unliebsame Kandidaten ausgesiebt hat, auch wenn er nachträglich etwas nachgeben musste, ist die Auswahl sehr eingeschränkt. Das Motto heißt: Wir geben den Schlechten die Stimme, damit die noch Schlechteren nicht siegen.
Zu denjenigen, die nach diesem Motto durchgefallen sind, gehört auch der Abgeordnete Mohammadhassan Asafari aus Arak. Vielleicht heißt er auch Asfari und kämpfte mit den Schwierigkeiten eines fremden Alphabets, als er seine eigene Webseite gestaltete:
www.asafari.ir
Und die schauen wir uns mal an:
Bildschirmkopie 1:

Man sieht sein Foto, die Farbe grün ist hier weder Symbol der Umweltschützer noch der iranischen Reform-Bewegung, sondern direkte Berufung auf die Farbe des Propheten (was die Reformer natürlich auch tun), und links oben die Formel bismillah etc. – also im Namen Gottes.
Darunter seine Selbstdarstellung:
Mohammadhassan Asafari
Abgeordneter des geschätzten Volks von Arak, Kamidschan und Chandab
Erster Sekretär der Kommission für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments
und darunter die Möglichkeit, seine Selbstdarstellung in sieben Sprachen anzuklicken.
Englisch – Französisch – Spanisch – Deutsch – Arabisch – Urdu – Persisch.
Ein Mann von Welt, könnte man denken, passt zum Ausschuss für Außenpolitik.
Aber wehe, man klickt etwas anderes an als das Persische: alles Attrappe.
Persisch kann er, und das in scharfen Tönen, denn er galt als ein energischer Vertreter der Fundamentalisten.
Dass aber schon bei Arabisch Fehlanzeige zu verzeichnen ist, zeigt deutlich, wie es um die Arabisch-Kenntnisse dieser Islamisten bestellt ist.
Die Seite, die sich öffnet, wenn man „Persisch“ anklickt, trägt im Kopf dieses Bild:
Bildschirmkopie 2

Rechts Herr Asafari in Denker-Pose, links die beiden „Religiösen Führer“, die der Iran bislang erlebt hat:
Der hintere ist Ajatollah Chomeini, der längst das Zeitliche gesegnet hat,
der vordere sein Nachfolger, Ajatollah Chamene‘i.
Dieses Bild sagt mehr als alle Worte: Mohammadhassan Asafari ist ein Zögling von Ajatollah Chamene‘i, in der Kommission für Nationale Sicherheit und Außenpolitik hat er seine Linie vertreten. Offensichtlich ist dies im Volk nicht gut angekommen – jetzt ist er rausgeflogen.
In Gottes Namen, sollten wir vielleicht hinzufügen.

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Iran – zweite Wahlrunde

Die zweite Runde der Parlamentswahlen im Iran fand vergangenen Freitag statt, also am 29.4.2016. In dieser Runde wurden die noch offenen Sitze des 290-köpfigen Parlaments vergeben.
Die Reformisten traten mit der „Liste Omid“ – (Liste der Hoffnung) auf. Sie konnten in der zweiten Wahlrunde 38 Sitze hinzugewinnen und verfügen im neuen Parlament über 121 Abgeordnete.
Die Liste Hesbe Sedaye Mellat (Liste der Partei der Volksstimme), die von Ali Mottahari angeführt wird, gewann 10 Sitze hinzu und hat jetzt 11 Sitze. Ali Mottahari ist Sohn eines bekannten Ajatollahs und ein bekannter Kritiker des Regimes.
Die Liste Mostaqellha (Liste der Unabhängigen) gewann 11 Sitze hinzu und hat jetzt 65 Sitze.
Die Fraktion der religiösen Minderheiten besitzt im neuen Parlament 6 Sitze.
Auf der Gegenseite, also bei den vom Religiösen Führer, dem Wächterrat und den bewaffneten Organen unterstützten Vertretern der Fundamentalisten kamen in der zweiten Runde 19 Sitze dazu, so dass sie insgesamt über 83 Abgeordnete im neuen Parlament verfügen.


Grün: die religiösen Minderheiten, Türkis: die Reformisten, Lila: Mottaharis Liste, Grau: Unabhängige und ähnliche Listen, Gelb „Prinzipialisten“ (= Fundamentalisten), Schwarz:??
Bildquelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Iranian_legislative_election,_2016

Zählt man die Sitze der Liste Omid (Liste der Hoffnung) und der Liste Hesbe Sedaye Mellat (Liste der Partei der Volksstimme) zusammen, die sich beide am nächsten stehen, kommt man auf 45,5% der Sitze. Angesichts der Zahlenverhältnisse sollte das möglich sein, was Fayese Haschemi, die Tochter von Ajatollah Haschemi Rafsandschani, empfohlen hatte. Das neue Parlament könnte nämlich ein Gesetz verabschieden, durch das eine Aufsichtsinstanz über den Wächterrat geschaffen wird, um diese Gesetzeslücke zu schließen. Der Wächterrat würde das natürlich blockieren, und wenn dann das Parlament nicht nachgibt, wird der Rat zur Wahrung der Interessen des Systems angerufen, dessen Vorsitzender Ajatollah Haschemi Rafsandschani ist. Das wäre erstmals eine Chance, die diktatorische Struktur der iranischen Verfassung auf legalem Weg aufzuweichen. Es wird sich zeigen, ob das Parlament wirklich etwas ändern will oder nur dazu dient, dem Volk Veränderung zu suggerieren, ohne sie zu wollen…

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/04/211654.php
http://www.pyknet.net/1395/ordibehesht/12/page/majles.php

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Iran: Das Volk ist Gottes Stellvertreter auf Erden

Mahdi Karubi, Präsidentschaftskandidat der Reformisten bei den Wahlen von 2005 und 2009, hat mit Datum vom 21. Farwardin 1395 (Samstag, den 9. April 2016) aus dem Arrest (sog. Hausarrest) einen öffentlichen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani gerichtet.
Zu Beginn bedankt er sich für die Hilfe des Gesundheitsministers.

Einmischung der Pasdaran, Bassidschis und des Geheimdienstministeriums
Dann fasst er kurz seinen eigenen Lebenslauf zusammen:
„Wie Sie wissen, war ich vier Wahlperioden lang Abgeordneter im iranischen Parlament und in der dritten und sechsten Periode auch Parlamentsvorsitzender.“
Unter seinen aufgeführten Tätigkeiten erwähnt er auch die des Vertreters des Imams (Religiösen Führers) für die Provinz Luristan.
„In den Jahren 2005 und 2009 ließ ich mich auf Vorschlag einer Reihe von reformorientierten Freunden und aufgrund meiner eigenen Wünsche zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen aufstellen. Leider wurden bei beiden Wahlen die Rechte des stolzen iranischen Volkes sowie meine eigenen Rechte durch Einmischung eines Teils der bewaffneten Kräfte der Revolutionswächter (Pasdaran), der Bassidschi-Milizen und des Geheimdienstministeriums verletzt.“
Es ist das erste Mal, dass ein iranischer Geistlicher die Herrschaften beim Namen nennt – meist werden diese Institutionen nur in Anspielungen kritisiert.

Die korrupteste Regierung seit der konstitutionellen Revolution
Er fährt fort: „Und eine Person, die ein Betrüger und Lügner war (gemeint ist Ahmadineschad) und sich gegenüber den heiligsten Dingen und dem Schiitentum völlig unangemessen verhielt, wurde dem Volk und dem Land aufgezwungen, so dass im Namen der islamischen Revolution die korrupteste Regierung seit der konstitutionellen Revolution 1905 zustande kam.“
Die Formulierung tahmil shod (wurde aufgezwungen, aufgebürdet) ist im Persischen Singular. Das Passiv wird häufig durch die dritte Person des Plurals Aktiv ausgedrückt, dann sind die Täter nicht näher bestimmt. Das Passiv hier zeigt mit dem Finger auf einen Mann: Ajatollah Chamene’i.

Vergeudung von 700 Milliarden Dollar Erdöl- und Steuereinnahmen
„In dieser unheilvollen Phase (Amtszeit) wurden dem Volk und dem Land schwere Verluste zugefügt. Und selbst wenn es möglich wäre, die Spuren der schweren materiellen Schäden – dazu gehört die Plünderung des öffentlichen Eigentums, die Vergeudung von 700 Milliarden Dollar Erdöl- und Steuereinnahmen, das Verschenken oder Verkaufen von Grundstücken in Erholungsgebieten und Freihandelszonen, angefangen vom Park-e Pardistan bis zu den Inseln Kisch und Qeschm, die Verschiebung von 22 Milliarden Dollar nach Dubai und in die Türkei, das spurlose Verschwinden von Erdölfördertürmen und Schiffen – innerhalb der kommenden Jahrzehnte wiedergutzumachen, so lässt sich eins gewiss nicht mehr so leicht ausgleichen: die schädlichen Folgen des Zusammenbruchs der ethischen Normen, der tiefe Spalt in der Gesellschaft und das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Staatsgewalt und der Geistlichkeit, und mehr noch, die Schäden, die dem schiitischen Glauben (…) zugefügt wurden.“
Mahdi Karubi spielt hier auf die messianischen Erklärungen von Ahmadineschad an, der behauptete, mit dem 12. Imam in Verbindung zu stehen.

Ajatollah Chamene‘i – Ehrgeiz, Machtstreben und Größenwahn

Karubi wirft Ajatollah Chamene’i vor, aus persönlichem Ehrgeiz, Machtstreben und in einer Form von Selbstüberschätzung und Größenwahn, im Glauben, über die Muslime der ganzen Region entscheiden zu können, das Volk in die Armut gestoßen und das Land an den Rand des Abgrunds gedrängt zu haben. Er erwähnt hier namentlich die „abenteuerliche Atompolitik“.
„Zum Glück hat die Beharrlichkeit und der Widerstand verschiedener Bevölkerungsschichten, insbesondere der Studenten, der politischen Aktivisten und der Menschenrechtskämpfer während der Ereignisse von 2009 sowie die aufgeklärte Haltung eines Teils der freien Medien denjenigen eine Lektion erteilt, die im Gegensatz zu den Zielen der Märtyrer der Revolution und des Krieges, und im Gegensatz zur Meinung des Imams die Stimme des Volks nur für eine Verzierung hielten, während sie im Namen des Volkes den Ausgang der Wahlen nach eigenem Gutdünken verändern wollten.“

Abrechnung mit dem Wächterrat
Nachdem Mahdi Karubi Schritt um Schritt die Stützen des Regimes durchgegangen ist – den Religiösen Führer, die Pasdaran, die Bassidschi-Milizen, das Geheimdienstministerium, der vorige Präsident Ahmadineschad, kommt nun der Wächterrat an die Reihe:
„Leider ist der Wächterrat, der sich von seinen eigentlichen Aufgaben entfernt hat und eine Aufsicht ausübt, die sich keiner der Verfasser des Grundgesetzes vorstellen konnte, zu einem Instrument in der Hand der Herrschaftsgewalt geworden.“ Mahdi Karubi war selbst Mitglied des Rats zur Verfassungsrevision.
Er bezeichnet die willkürliche Zulassung von Kandidaten zu den Wahlen als Verletzung der Rechte des Volks und schreibt, sie diene „der Herrschaft einer bestimmten Strömung und der Auslöschung einer anderen.“ Mit der einen Strömung sind die Fundamentalisten gemeint, mit der Auslöschung der anderen die Reformisten.

Die Wahlen 2009


Protestveranstaltung von Mussawi und Karubi-Anhängern in Teheran am 18. Juni 2009

Mahdi Karubi schildert dann, dass er nach der Verkündung der lächerlichen Wahlergebnisse von 2009 (gemeint sind die gefälschten Ergebnisse) beschlossen habe, auf der Seite des Volkes zu bleiben. Er betrachtete den Widerstand gegen die Fälschung als „jaha:d fi sabili Allah“ – Anstrengung, Bemühung, religiöser Kampf auf dem Weg Gottes. Das heißt umgedreht, dass die Wahlfälscher nicht auf Gottes Wegen wandelten. Er ist der Ansicht, dass das Ziel dieser Fälschung, die schon 2005 begonnen habe, darin bestand, den republikanischen und islamischen Charakter des Systems zu zerstören. Er musste seine Entscheidung teuer bezahlen. Nicht nur er, auch sein Umfeld wurde verfolgt, sein Sohn wurde verhaftet und in Haft so geschlagen, dass er dabei fast umgekommen wäre.

Ausnahmezustand unter dem Schah – Alltag der islamischen Republik
„Wenn das korrupte Regime der Vergangenheit (gemeint ist das Schah-Regime) zweimal – am 28. Mordad 1332 (beim Sturz von Mossadegh 1953) und am 15. Chordad 1342 (1963, zur Niederschlagung von Volksprotesten gegen den Schah) – einen Scha’ban Dscha’fari eingesetzt hat (den Chef eines „Sportclubs“, der sich die Schläger und Messerstecher der kriminellen Unterwelt im Sinne des Schahs mit entsprechenden Geldzahlungen zu Diensten machte), so werden solche Banditen unter der heutigen Herrschaft Tag für Tag im ganzen Land eingesetzt, um im Namen der (islamischen) Werte die Wohnungen der höchsten religiösen Autoritäten, von religiösen und politischen Kritikern zu überfallen, Botschaften anzugreifen, Zentren der Wissenschaft und der Kunst zu attackieren. Für ihre politischen Ziele zerstören sie sogar die Unverletzlichkeit der Moscheen, in ihrem sinnlosen und kopflosen Verhalten gibt es weder Anstand noch Grenze. Das führt so weit, dass einigen der höchsten religiösen Autoritäten eine Selbstzensur aufgezwungen wurde. Eine dieser angesehenen Autoritäten (Mardscha’e Taqlid auf persisch) hat bezüglich der Nichtverbreitung seiner Ansichten erklärt: „Ich habe keine Lust, dass man mir die Scheiben in meinem Haus einschlägt.“

Haft ohne Gesetz für Karubi
Mahdi Karubi weist in seinem Brief an Hassan Rouhani darauf hin, dass er von Bahman 1389 (Januar 2011) bis Bahman 1392 (Januar 2014) an verschiedenen Orten festgehalten wurde und schließlich, im Monat Bahman 1392 (Januar 2014) in sein Haus verlegt wurde und seitdem dort unter Arrest steht. Bis heute hatte er keinen Prozess und keine Möglichkeit, sich gegen die verschiedenen Angriffe in den Medien zu wehren, die aus höchstem Munde kommen. So beschuldigte ihn Ajatollah Chamene’i, der Religiöse Führer, ein Nan-jib zu sein, jemand, der nur auf seinen persönlichen Vorteil achtet. Karubi bezeichnet es als absurd, dass gerade diejenigen, die den Staat in einem unvergleichlichen Ausmaß geplündert haben, sich nun als die Moralischen und Aufrechten präsentieren und die Gegner der Korruption beschuldigen.

Forderung nach öffentlicher Verhandlung
Zum Schluss schreibt Mahdi Karubi: „Ich bitte Sie weder um die Aufhebung des Hausarrests noch bin ich der Auffassung, dass dies überhaupt in Ihrer Macht steht. Aber ich bitte Sie, auf der Basis der Aufgaben, die Ihnen das Grundgesetz und das Volk übertragen hat, von der diktatorischen Herrschaft zu fordern, dass ich gemäß Artikel 168 des Grundgesetzes eine öffentliche Gerichtsverhandlung erhalte, und wenn das Gericht auch in der Zusammensetzung tagt, die den Herren der Macht genehm ist. So will ich mit Gottes Beistand und zusammen mit meinen Anwälten eine Verlesung der Anklageschrift und ich will und der Öffentlichkeit meine Beweise für die Fälschung der Präsidentschaftswahlen von 2005 und für die Manipulierung der Präsidentschaftswahlen von 2009 kundtun und darlegen, was den Söhnen und Töchtern dieses Landes in den legalen und illegalen Haftorten angetan wurde.“

Das Volk ist Gottes Stellvertreter auf Erden

Unter Anspielung auf die jüngsten öffentlichen Attacken des Religionsführers Ajatollah Chamene’i auf die Reformisten schreibt Mahdi Karubi in seinem Brief:
„Der Ausgang dieser Gerichtsverhandlung wird deutlich machen, welche von beiden Prozessparteien des Streits um die Wahlen von 2009 sich auf der Seite derer befindet, die sich von der Revolution abgewandt haben und nur an ihre vollen Taschen denken, und wer den Weg der Revolution und der Aufrechten fortsetzt. (…) Ich betone, dass ich das ergehende Urteil dieses Gerichts von ganzem Herzen annehmen werde, ohne eine Revision ins Auge zu fassen. Denn Gott weiß alles und sein Stellvertreter auf Erden ist das Volk.“ Es gibt keinen besseren Schiedsrichter als Gott und das Volk.

فاتحه ولایت فقیه
Hier läuten die Totenglocken der Herrschaft des Rechtsgelehrten. Denn die zentrale Doktrin für die Herrschaft Ajatollah Chomeinis und seines Nachfolgers ist die Auffassung, dass das Volk zu blöd ist, selbst zu regieren, und dass nur die hochgelehrten Herren Theologen die Einsicht besitzen, um Gottes Interessen auf Erden zu vertreten. Noch nie war ein iranischer Amtsträger – und Karubi war einer! – so klar und deutlich in seiner Aussage. Dieser Brief, der dem Bewusstseinsstand der absoluten Mehrheit der Iranerinnen und Iraner entspricht, macht deutlich, dass der Iran die Zeit des religiösen Totalitarismus geistig überwunden hat. Der Rest ist eine Frage der Zeit. Hoffen wir, dass die westlichen Regierungen dieses Regime nicht noch künstlich am Leben erhalten.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/04/210746.php

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Iran – Kuhdascht: Kleiner Erfolg im Protest gegen Wahlfälschung

Am 26. Februar 2016 fanden im Iran wieder Parlamentswahlen statt, nachdem der Wächterrat zahlreiche Reformkandidaten ausgesiebt hatte.
Für die Bevölkerung stand also nicht zur Wahl, wen sie vielleicht gerne gehabt hatte, sondern nur, wer von den Ausgesiebten der weniger Schlimme war. Aber selbst das war den Fundamentalisten schon zu viel.
In Kuhdascht in der Region Luristan (Südwestiran) hat der Verwaltungschef des Kreises Kuhdascht Mohammad Karam Mohammadi die Wahlergebnisse von Kuhdascht „bearbeitet“, so dass am Schluss nicht Mohammad Asadbacht (Azadbakht), der Kandidat der Dschebhe-ye Moscharekat (Beteiligungsfront, Partei der Reformisten), sondern Allahyar Malikschahi, der Kandidat der Fundamentalisten, zum Sieger erklärt wurde. Die abstimmende Bevölkerung merkte den Betrug und ging auf die Straße, wie dieses Foto zeigt.

Das nützte nichts. Der Wächterrat, der nicht nur für die fundamentalistische Aussiebung der Kandidaten, sondern auch für die Behandlung von Wahlbeschwerden zuständig ist, segnete trotz vorliegender Beweise für die Fälschung des Ergebnisses den Betrug ab. Für die Bevölkerung war die Sache damit nicht erledigt.
Wie die Webzeitung Peyke Iran am 6. April 2016 berichtete, hat jetzt die Regierung, die gegenüber dem Wächterrat und dem Religiösen Führer nichts zu vermelden hat, zumindest auf der symbolischen Ebene eingegriffen. Demnach hat der Provinzgouverneur von Luristan, Huschang Basumand“ (Hushang Bazumand) den bisherigen Kreisverwaltungschef von Kuhdascht, Mohammad Karam Mohammadi, seines Amts enthoben und ihn zum Amtsverweser der Provinzverwaltung für Kuhdascht ernannt.
Davon, dass gegen den Wahlfälscher und seine Helfershelfer nun ein Strafverfahren eingeleitet wurde, hört man allerdings nichts. So weit reicht der Mut oder die Macht der Regierung wohl nicht, denn auch die Justiz ist in der Hand der Fundamentalisten.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=106176

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Irans Pasdaran: Der Staat sind wir


General Mohammad Ali Dscha‘fari, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Revolutionswächter

General Mohammad Ali Dscha‘fari, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Revolutionswächter (Pasdaran) im Iran, hat auf der ersten Sitzung des Obersten Rats der Armeebefehlshaber im neuen Persischen Jahr (das am 20. März 2016 begann), deutlich gemacht, wie die Generäle ihre Rolle in der Islamischen Republik Iran sehen. Hier einige Auszüge aus seiner Rede:

Parlament, Regierung und Justiz müssen die Diktatur des Religiösen Führers schützen

Nein, mit diesen Worten hat er es nicht ausgedrückt. Er mag zwar bewaffnet sein, aber General Dscha‘afari drückt sich gewählter aus:
„Das System der Islamischen Republik besitzt einen rechtlichen und amtlichen Aufbau, und es ist die Pflicht des Parlaments, der Regierung und der Justiz sowie der anderen Institutionen, diesen amtlichen Aufbau zu bewahren. Aber das ist nicht genug. Im Herzen dieses rechtlichen Aufbaus befindet sich die innere und wahre Struktur, und auch diese muss gewahrt werden.“

Wir legen die Grenzen fest
Und damit klar ist, wo die Grenzen der Meinungs- und Glaubensfreiheit liegen, machen die Pasdaran diese Grenzen jeweils deutlich. Na ja, nicht mit Wegmarkierungen und Hinweistafeln, man hat da ja seine Bassidschi-Milizen, und für’s Grobe gibt es dann noch die „eigenmächtigen“ Elemente, die sich nicht scheuen, auch mal den Innenminister oder den Außenminister oder die britische Botschaft anzugreifen, sie genießen den Schutz aus der obersten Führeretage. In der verklausulierten Sprache des Generals klingt das dann so:
„Vielleicht ist diese innere Struktur sogar wichtiger, durch (erg.) die die Ziele der Islamischen Republik, also Gerechtigkeit, Unabhängigkeit, Freiheit, menschliche Großzügigkeit, Bewahrung der Werte der Revolution, Widerstand gegenüber dem Einfluss des Feindes, Verteidigung der Entrechteten der Welt, namentlich der islamischen Welt, und Bekämpfung der Arroganz definiert und zum Ausdruck gebracht wurden.“
„Die Streitkräfte der Pasdaran haben ihren Anteil an der Behütung und Bewachung dieser Ziele in der Form von geistigen, politischen und Glaubensgrenzen und sind ständig damit beschäftigt, diese Grenzen entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Zeit deutlich zu machen.“

Der Kreis der Revolution schließt sich
Im Iran regierte einmal ein Schah, de facto ein Offizier, der sich an die Spitze putschte und sich dann mit dem Weihrauch einer „Schahdynastie“ feiern ließ. Das Land war in der Hand der Militärs. Dann kam die Revolution 1979, die Kasernen wurden gestürmt, die Armee entmachtet, die Militärspitze floh ins Ausland. Und als Saddam Hussein die Gunst der Stunde nutzte, um iranische Erdölgebiete zu besetzen, nutzte der Religiöse Führer – damals noch Ajatollah Chomeini – die Gunst der Stunde, um eine eigene Streitkraft aufzubauen, die Revolutionswächter (Pasdaran). Nach dem Krieg mussten diese Bewaffneten bei der Stange gehalten werden und erhielten Pöstchen in der Wirtschaft. Das Ansehen der iranischen Geistlichkeit sank im Laufe der Jahrzehnte, das der Pasdaran stieg zwar nicht, dafür aber ihr Einfluss auf Wirtschaft und Politik. Heute verdankt Ajatollah Chamene‘i und Konsorten seine Macht diesen Bewaffneten, denn sonst hätte der Volksaufstand von 2009 das ganze Regime weggeputzt. Und so kommt es, dass es heute wieder die Bewaffneten sind, die sich das Recht einräumen, zu definieren, was die Grenzen sind. Das Parlament, die Regierung und die Justiz sind nur Staffage, die die von ihnen definierten Ziele ausführen sollen. Mit anderen Worten: Der Iran ist wieder in einer Militärdiktatur angekommen. Willkommen zu Hause!

Rennaissance der Militärherrschaft
Diese Entwicklung beschränkt sich aber keineswegs nur auf den Iran. Wir erinnern uns, dass es in Ägypten eine Revolution gegeben hat, die Präsident Mubarak entmachtete. Auch dort regieren jetzt wieder die Militärs, worüber eine Reihe westlicher Regierungen nicht unglücklich sind, um es vorsichtig zu sagen. Im Irak wurde Saddam Hussein von den US-Militärs gestürzt und seine Armee aufgelöst. Das Fazit: Schiitische Milizen, die mit iranischer Hilfe aufgebaut wurden, machten das Land unsicher, und so brauchte es nicht viel, dass die irakischen Militärs unter der neuen Flagge des „Islamischen Staates“ wieder zu Rang und Ehren fanden. Der viel gelobte „ruhige“ kurdische Staat (die Autonomie) im Nordirak ist zu einer Diktatur des Barsani-Clans verkommen, der Oppositionspolitiker sogar daran hindert, zu den Parlamentssitzungen zu kommen, und die Waffenlieferungen aus dem Westen – für den Kampf gegen den IS – vor allem dazu nutzt, die eigene Position gegenüber anderen politischen Gruppen im irakischen Kurdistan militärisch abzusichern. Die militärischen Erfolge der syrischen Kurden entlang der türkischen Grenze haben wiederum dazu geführt, dass der türkische Staatspräsident Erdogan im Bemühen, der nationalisten MHP Wähler abzuziehen, nun wieder dem türkischen Militär freie Hand gegeben hat, im Osten der Türkei und im Nordirak Bomben abzuwerfen. Erdogan kam in den 1990-ern noch auf Druck des türkischen Militärs ins Gefängnis, weil er ein Gedicht eines bekannten türkischen Nationalisten vom Anfang des 20. Jahrhunderts zitiert hatte. Erdogan hatte es geschafft, das Militär so weit zu entmachten, dass er sogar den Putschisten-General Kenan Evren vor Gericht stellen konnte – wenn auch nicht für die Verbrechen, die er begangen hatte. Und dieser Erdogan hat jetzt das Rad wieder zurückgedreht und den Militärs das Recht eingeräumt, den Krieg so lange auszudehnen, wie sie es für sinnvoll halten, und ihnen Straffreiheit zugesichert.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/04/210542.php
farma:ndehe kolle sepa:he pa:sda:ra:n : barja:m ce natije‘i da:shte ke barja:mha:ye digarra: bepad_irim?
17. Farwardin 1395 (5. April 2016)

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Iran: Volk gegen Führer


Ajatollah Chamene‘i und rechts Ajatollah Mohammad Yasdi (bisheriger Vorsitzender des Expertenrats, nun abgewählt)

Wie berichtet, hat Ajatollah Chamene‘i, der Religiöse Führer der Islamischen Republik Iran, im Vorfeld massiv Einfluss auf die Wahlen zum Expertenrat genommen. Er bezeichnete Ajatollah Rafsandschani und einige andere Kandidaten für den Expertenrat als Werkzeug der Einflussnahme durch die Engländer. Chamene‘i erklärte weiter, wenn man wisse, was der Feind – England, vertreten durch den BBC – nicht wolle, wisse man, welche Kandidaten es wert seien, gewählt zu werden. Das Volk wusste offenkundig, wer sein Feind ist, und wählte die Kandidaten nicht, die Ajatollah Chamene‘i gerne wieder im Expertenrat gesehen hätte. Vergangenen Donnerstag (10.03.2013) beklagte er, dass Ajatollah Mesbah Yasdi und Ajatollah Mohammad Yasdi nicht wieder gewählt wurden und dass dies ein Verlust für den Expertenrat sei. Er erklärte, wer die Entscheidungen des Wächterrats in Zweifel ziehe, der im Vorfeld viele Reformkandidaten ausgesiebt hatte, der handle unislamisch, ungesetzlich und verstoße gegen die Scharia. Mit diesen Worten des Religiösen Führers könnte man Ajatollah Rafsandschani direkt vor Gericht stellen – sofern die Macht der Fundamentalisten ausreicht.

http://www.bbc.com/persian/iran/2016/03/160310_l45_khamenei_assembly_experts

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Iran: Überfall auf Journalisten

Hamid Ata‘i ist ein iranischer Journalist aus Urumijeh. Er musste jetzt am eigenen Leib erfahren, was für Kriminelle im iranischen Parlament sitzen. So ist Nader Ghasipur (Ghazipour) erneut als Abgeordneter von Urumijeh ins Parlament eingezogen. Er gehört zu der Sorte von Männern, die finden, dass Frauen im Parlament nichts verloren haben (auch keine Islamistinnen) und macht sich ansonsten durch vulgäre Ausdrücke und durch wilde Beschuldigungen gegen andere Abgeordnete bemerkbar, die ihm in jedem anderen Staat ein Gerichtsverfahren wegen Beleidigung, übler Nachrede etc. einbrächten. Nicht so im Iran, wo Ajatollah Chamene‘i seine Hand als Schutzpatron über Menschen dieses Schlages hält. Nachdem er wegen seiner jüngsten Äußerungen im ganzen Iran zum Politikum wurde, behauptete er schlicht, er habe solche Äußerungen nicht gemacht. Das war gelogen, und Hamid Ata‘i, der von der Rede dieses Nader Ghasipur eine Filmaufnahme hatte, setzte sie ins Internet. Das bekam ihm nicht. Er wurde vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder brutal zusammengeschlagen, sein Gehör hat er vermutlich verloren. Die Täter überfielen ihn in aller Öffentlichkeit vor der Kamera einer Bank. Sie sind sich wohl sicher, dass ihnen nichts passieren wird. Der Schutzpatron wird’s schon richten.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/03/209413.php

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Zwischenstand der Parlaments- und Expertenratswahlen im Iran

62% der Stimmberechtigten aus dem ganzen Iran haben ihre Stimme abgegeben. Das Ergebnis für den Expertenrat steht fest. Für das Parlament gibt es nur einen Zwischenstand, weil hier noch eine 2. Wahlrunde durchgeführt wird.


Offenbar sollten bei dieser Wahl die Sittenwächterinnen nicht allzustreng die islamischen Vorschriften für die Kleiderordnung kontrollieren.

Parlamentswahlen

Das iranische Parlament wird auf die Dauer von vier Jahren gewählt. Nach dem letzten Bericht des Innenministeriums stehen 226 der 290 Sitze im Parlament nach der ersten Runde bereits fest. Die Verteilung der übrigen 64 Sitze wird sich erst in der zweiten Runde der Wahlen im nächsten Monat herauskristallisieren.

Nur 67 der 290 Parlamentarier, die im bisherigen Parlament saßen, haben es schon ins neue Parlament geschafft.

Bis jetzt wurden erst 14 Frauen ausgewählt. Von ihnen stammen 12 von Listen der Reformisten oder gemäßigten Parteien und Gruppen, 2 von ihnen gelten als Unabhängige. Die jüngste Frau, eine Reformistin, ist 30 Jahre alt. Weitere 8 Kandidatinnen werden noch in der zweiten Runde ausgewählt.

Die Sitze (Männer und Frauen) haben sich wie folgt verteilt:

  • Radikale Gruppen und Parteien: 78 Sitze
  • Reformisten und Anhänger der Regierung Rouhani: 83 Sitze
  • Religiöse Minderheiten: 5 Sitze
  • Unabhängige: 60 Sitze

Weitere 64 Sitze werden erst im nächsten Monat bestimmt.

Bei der Liste der Reformisten hat Mohammad Reza Aref die Spitze erklommen, Ali Motahari, ein Kritiker, wurde die Nummer 2. Allein Teheran stellt 30 Sitze für das Parlament. Von ihnen gingen alle Sitze an die „Liste der Hoffnung“ sprich der Reformisten oder Gemäßigten; kein Sitz ging an die Fundamentalisten und Prinzipialisten. Selbst der Vertreter aus dem engeren Kreis von Chamene’i, Haddad Adel, ehemaliger Parlamentspräsident und Schwiegervater eines Sohnes von Chamene’i und zudem wichtiger Berater von Chamene’i, konnte es nicht ins Parlament schaffen.

Es bleibt abzuwarten, für welche Inhalte die bislang gewählten Vertreterinnen und Vertreter stehen. Allein aus der Listenzugehörigkeit lässt sich deren Einstellung und zukünftige Politik nicht ohne weiteres ablesen.

Expertenrat

Der Expertenrat hat insgesamt 88 Sitze und wird für die Dauer von 8 Jahren gewählt. Der Expertenrat wird in einer Runde per Mehrheitswahlrecht gewählt.

Die Sitze haben sich wie folgt verteilt:

  • Radikale Gruppen und Parteien: 27 Sitze
  • Reformisten: 20 Sitze
  • Vertreter, die auf den beiden obigen Listen waren: 35 Sitze
  • Unabhängige: 6 Sitze

Von diesen 88 Sitzen werden 87 Sitze mit Mullahs besetzt, nur ein Sitz ging an einen Kandidaten, der kein Geistlicher ist. Kein einziger dieser 88 Sitze ging an eine Frau.

Bei den Kandidaten aus Teheran haben zwei einflussreiche Personen aus der „Liste der Hoffnung“ die Spitze der Wählerstimmen besetzt: Ajatollah Hashemi Rafsandschani und Staatspräsident Hasan Rouhani.

In Teheran hatten die radikalen Gruppen und Parteien keinen Erfolg. Ihre beiden wichtigen Vertreter Ajatollah Mohammad Jasdi, der bisherige Vorsitzende des Expertenrats und Ajatollah Taqi Mesbah Yasdi haben es nicht in den Expertenrat geschafft.

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Iran: Wahlfälschung und Kolonialismus in Balutschistan

Abdos-Sattar Doshoki ist ein bekannter Gegner des islamistischen Regimes im Iran, der in London lebt und dort eine Oppositionspartei der Balutschen gegründet hat.
Er berichtet über die Methoden der Wahlfälschung in der Stadt Sahedan, der Hauptstadt der iranischen Region Sistan und Balutschistan. Im Verlauf der Wahlen hatte sich herauskristallisiert, dass der Anführer der Fundamentalisten, ein Herr namens Hossein-Ali Schahriyari, abgeschlagen hinter zwei anderen Kandidaten erst an dritter Stelle der ausgezählten Stimmen zu finden war. Den ersten Platz hielten zwei in der Region beliebte Personen, namentlich Gholamresa Asisiyan (Schiit aus Sistan) Alim Yarmohammadi (Rigi) (Sunnit aus Balutschistan).
Plötzlich geschah ein Wunder. Nachdem die Frist der Ablieferung der Wahlurnen schon längst abgelaufen war, tauchte in der Wahlbehörde des Vertreters des Innenministeriums (die Vertretung wird Farmandari genannt) 35 noch nicht geöffnete Urnen auf. Keiner hat gesehen, woher sie kamen. Aber es traute sich auch keiner, dieses „Geschenk“ der Polizei zu übergeben, um ein Verfahren gegen Wahlfälschung einzuleiten. So kam es, dass der berüchtigte Hossein-Ali Schahriyari die anderen Kandidaten auf einmal überholte. Das war freilich nicht seine einzige Methode. Wie Herr Doshoki berichtet, hat er 20.000 Personalausweise zur Verfügung, die er bei den Wahlen einsetzen kann (Wähler finden sich immer, im Notfall auch aus den bewaffneten Organen des Staats).


Eine Busladung voll Bassidschis

Und wie folgender Film zeigt, gibt es noch einen dritten Weg. Während in Deutschland die Stimme an den gemeldeten Wohnort gebunden ist, kann man im Iran auch als im Inland Reisender anderswo die Stimme abgeben. Das nützt Hossein-Ali Schahriyari weidlich aus und lässt Busladungen von Bassidschis (paramilitärische Miliz) ankarren, um die Wahlen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. In diesem Film sieht man, wie die Wähler gegen diese Form des Wahlbetrugs protestieren. Ein Mann bittet den Heiligen (Imamsade), dessen Wallfahrtsort hier ist, den Bus zu vernichten.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/209154.php
Autor: Abdos-Sattar Doshoki
عبدالستار دوشوکی
مرکز مطالعات بلوچستان
دوشنبه ١٠ اسفند ١٣٩٤
doshoki@gmail.com

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Iran: Wozu wählen?


Die iranische Nachrichten-Webseite gooya.com hat am Wahltag, also am 26. Februar 2016, ein Interview mit dem Filmschauspieler Hamid Faroch-Neschad geführt, als er in der Wähler-Warteschlange stand.
Er erklärt darin seine Motive und die anderer Wähler, warum sie wählen gehen.
Das erste ist, dass sie verhindern wollen, dass die schlechtesten Charaktere sich bei den Wahlen durchsetzen. Ich wähle, damit die nicht siegen.
Große Hoffnungen darauf, dass aus den Wahlen ein Reformparlament hervorgeht hat er nicht. Er weist daraufhin, dass im Vorfeld viele Reformkandidaten zusammengestrichen wurden. „Wir versuchen, mit dem bißchen Sauerstoff zu atmen, das man uns lässt,“ sagt er.
Er ist auch der Auffassung, dass den Herrschenden herzlich egal ist, wie es dem Volk geht. Er sieht die Zukunft der Menschen in den Nachbarländern, wo die Regierung keine Basis im Volk hat, auch als Zukunft der Iraner – auf der Flucht im Meer zu ertrinken…

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/209125.php

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