Archiv der Kategorie 'Polizei'

Iran: 2 Motorradfahrerinnen verhaftet

Der Befehlshaber der Sicherheitskräfte von Desful, Oberst Ali Elhami, hat vergangenen Mittwoch im Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur IRNA verkündet, dass die Sicherheitskräfte zwei Motorradfahrerinnen verhaftet hätten, die im Park „Bustane Dschangaliye Lale“ an der Straße von Desful nach Sardascht Motorrad fuhren. Das verstoße gegen die islamischen Werte und gegen die Islamische Revolution. Die beiden jungen Frauen seien den Justizorganen übergeben worden. Besonders empört zeigte sich dieser Sittenapostel, dass die Frauen solche Aktionen auch im Internet veröffentlichten. Mit anderen Worten: Es handelt sich um einen bewussten Verstoß der Jugend gegen die erstickenden islamistischen Regeln. So ist selbst Motorradfahren eine Form des Kulturkampfs und der Auseinandersetzung mit dem Islamismus geworden. Man kann sicher sein, dass das Regime mit diesem Vorgehen gegen die Jugend keine Sympathien gewinnt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=122950
vom 23. Dey 1395 (12. Januar 2017)
dastgiriye 2 doxtare motor-sawar dar dezful

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Iran: Arbeiterproteste – ein neuer Wind

Vergangenen Donnerstag protestierten Arbeiter vor der Firma Hopkuy in Arak (Iran). Sie fordern die ausstehenden Löhne. Der Chef der Firma hat sich an einen anderen Ort abgesetzt, ohne dass die Behörden eingeschritten wären. Ein Teil der Arbeiter, die sich den anderen Protestierenden anschließen wollten, wurde von den Sicherheitskräften daran gehindert. An diese Beamten wendet sich der Arbeitervertreter Hamid-Resa Ahmadi. Er weist darauf hin, dass in Arak überall die Firmen dicht gemacht werden und die Arbeiter nichts mehr haben, um ihre Familie, ihre Kinder über Wasser zu halten. Die gewaltige Arbeitslosigkeit habe auch einen Anstieg der Unsicherheit zur Folge. Wenn die Polizei so stark sei, solle sie doch die Drogenhändler bekämpfen. Er kenne genügend Stadtteile in Arak, wo man in 2 Minuten an den Stoff komme. Hamid-Resa Ahmadi betont, er habe keine Angst vor den Polizeiknüppeln und vor dem Ewin-Gefängnis. Das sei besser, als wenn er jeden Tag mit leeren Händen nach Hause komme, jetzt, wo seine Frau ein Kind erwarte.
Der Arbeitervertreter wird in dieser Rede vom Beifall der umstehenden Arbeit bestärkt.
Neu ist, dass erstmals die Sicherheitskräfte selbst Adressat der Reden sind.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2017/01/222518.php
vom 23. Dey 1395 (12. Januar 2017)
didaniha: niruye entezami agar xeyli lati borou mawadde moxadder-ra jam° kon

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Isfahan: Polizei gegen Arbeiter der Polyacryl-Fabrik


Am Sonntag (im Iran Arbeitstag!), den 8. Januar 2017, versammelten sich die Arbeiter der Polyacryl-Fabrik von Isfahan vor der Regionalverwaltung, damit sich diese mit ihren Forderungen befasst. Es geht unter anderem darum, dass sie seit 6 Monaten ihren Lohn nicht erhalten haben. Als sie dort ignoriert wurden, zogen sie auf den zentralen Revolutionsplatz in Isfahan und wollten von dort weiter zum Geschäftsgebäude der Firma. In diesem Moment wurde die Polizei gegen sie eingesetzt, die den Protestmarsch mit Gewalt auseinandertrieb.

http://www.irankargar.com/index.php/news/iran-laborers-news/item/4633-iran-polyacrylamide-workers-protest-marches-and-clashes-with-security-forces-in-isfahan
vom 19. Dey 1395 (8. Januar 2017)
iran – rahpeyma’iye e°teraziye kargarane poli akril dar esfahan wa dargiri ba niruhaye intezami

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Ahwas (Iran): Mit Elektroschock gegen Straßenhändler


„Ordnungs“kräfte im Einsatz

Vergangene Woche, am 6. Dezember, ging eine Gruppe von 12 Vollzugsbeamten der Stadtverwaltung von Ahwas, die mit Elektroschockgeräten bewaffnet waren, gegen Straßenhändler vor. Sie attackierten auch eine 70-jährige Frau, die dabei zu Boden fiel. Die Frau verkaufte vor dem Laden ihres Sohns mit dessen Einwilligung Waren. Infolge des Angriffs muss der Sohn seine Mutter täglich zweimal ins Krankenhaus bringen.

http://www.radiofarda.com/a/f7-avaz-attack-to-paddler/28168741.html
vom 20. Adhar 1395 (10. Dezember 2016)

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Iran: Käfighaltung von Ausländern


Vergangene Woche hat die Polizei in Schiras eine Razzia gegen ausländische Staatsbürger durchgeführt und die Gefangenen wie Zootiere zur Schau gestellt.


Ein afghanischer Parlamentsabgeordneter aus Herat protestierte gegen diese entwürdigende Behandlung seiner Landsleute.

تو كز محنت ديگران بى غمى نشايد كه نامت نهند آدمى
Er schrieb: „Es heißt, dass in einer Stadt, von der (der berühmte persische Dichter) Saadi schrieb: „Wem das Elend der anderen egal ist, der verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden“, Menschen mit IS-Methoden in Käfigen ausgestellt werden.“

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116073
vom 19. Schahriwar 2016 (9. September 2016)
e°teraz be nemayeshe afghanha dar qafasi dar shiraz

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Türkei: Bewaffnete Überfälle von Polizei und PKK

Wir hatten berichtet, dass die Tageszeitung Özgür Gündem am 16. August 2016 auf Gerichtsbeschluss von Sondereinheiten der Polizei geschlossen wurde und die Journalisten unter Gewaltanwendung abgeführt wurden. Am Abend des 18.08.2016 berichtete die Zeitung Diken von der Freilassung von 22 der 25 Journalisten. Weiterhin in Haft sind Zana Kaya, İnan Kızılkaya und Aslı Erdoğan. Sie werden in der Anti-Terror-Abteilung der Staatssicherheit der Provinz Istanbul festgehalten.


Aslı Erdoğan

Nach einer Meldung von Diken von 14:15 war die Schriftstellerin Aslı Erdoğan wegen einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands kurz in ein Krankenhaus gebracht worden, wurde danach aber wieder zur Staatssicherheit von Istanbul zurückgebracht. Es soll ihr gut gehen, aber bis zu diesem Zeitpunkt wurde ihr noch nicht erlaubt, mir einem Anwalt oder einer Anwältin zu sprechen.


Naci Adıyaman

Militärköpfe in der PKK in der Überhand?
Die Zeitung Diken berichtete am 13. August davon, dass die PKK den Leiter der AKP-Jugendorganisation des Landkreises Beytüşşebap (Provinz Şırnak) Naci Adıyaman und seinen Bruder Fikret Adıyaman auf der Straße angehalten hätten und sie aus dem Auto aussteigen ließen. Die Leiche von Naci Adıyaman sei 1 km von diesem Ort entfernt gefunden worden. Nach dem Verbleib von Fikret Adıyaman forschen die Sicherheitsorgane noch. Naci und Fikret Adıyaman sind die Neffen von Tahir Adıyaman, des Oberhaupts des Jirki-Familienverbands, und zugleich Anführer von sogenannten „Dorfschützer“-Einheiten.

Angriffe in Elazığ und Van
Am 18.08.2016 wurden zwei bewaffnete Angriffe verübt: einer auf die Staatssicherheit von Elazığ (Name einer kurdischen Provinz und ihrer Hauptstadt) und einer auf die Polizeikommandantur von Van. Vor der Staatssicherheit in Elazığ explodierte ein mit Bomben beladenes Fahrzeug, worauf laut Ministerpräsident Yildirim 3 Polizisten ums Leben gekommen und 217 Menschen verletzt worden seien. Als CNN Türk einen Augenzeugen befragte, und dieser von einer großen Zahl von Toten in der Staatssicherheit sprach, fuhr der Moderator des Programms dazwischen und forderte den Zeugen auf, nicht auf die Zahl der Toten einzugehen. Der Augenzeuge sagte später zum Moderator, dass man ihn (den Moderator) falsch informiert habe, es gebe eine große Zahl von Toten.“
Während Zeitungen wie Milliyet sofort die PKK für die Anschläge verantwortlich machte, schreibt die Zeitung Özgür Gündem nichts über die möglichen Urheber. Sollte die PKK tatsächlich für die Angriffe verantwortlich sein, spräche dies für einen Sieg der Militaristen in der Organisation. Aus militärischer Sicht ist die Schwächung der türkischen Armee durch die Säuberungen der jüngsten Wochen ein Vorteil, aus politischer Sicht ist jeder Terrorakt ein propagandistischer Trumpf in der Hand der Machthaber, die Kurden noch intensiver zu verfolgen. Dies beweist auch die jüngste Razzia gegen die Zeitung Özgür Gündem.

Quellen
http://www.diken.com.tr/akp-ilce-genclik-kollari-baskani-sirnakta-pkklilarca-olduruldu/
AKP ilçe gençlik kolları başkanı Şırnak’ta ölü bulundu
13/08/2016 17:53

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundem-yazari-asli-erdogan-gozaltinda-rahatsizlanarak-hastaneye-kaldirildi/
Özgür Gündem yazarı Aslı Erdoğan gözaltında rahatsızlanarak hastaneye kaldırıldı
18/08/2016 14:15

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundemde-gozaltina-alinan-25-gazeteciden-22si-serbest-birakildi/
Özgür Gündem’de gözaltına alınan 25 gazeteciden 22’si serbest bırakıldı
18/08/2016 19:18

http://ozgurgundem1.com/haber/175799/2-ayri-noktada-polise-saldiri-olu-ve-yaralilar-var
2 ayrı noktada polise saldırı; ölü ve yaralılar var
18 Ağustos 2016 14:00

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Türkei: Staatsterrorismus gegen Journalismus


Demokratie? – Zeichnung des brasilianischen Karikaturisten Carlos Latuff

Am 16. August 2016 ordnete das 8. Amtsgericht von Istanbul (İstanbul 8’inci Sulh Ceza Hakimliği) die Schließung der türkisch-kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem (Freie Tagesordnung) an. Als Begründung wurde „Propaganda für die Terrororganisation PKK“ angegeben.


Gerichtsbeschluss zur Schließung von Özgür Gündem

100 Prozesse seit Januar 2016
Wie massiv die staatliche Verfolgung dieser Tageszeitung ist, zeigt schon die Zahl der Prozesse, die allein dieses Jahr gegen die Zeitung Özgür Gündem eingeleitet wurden: Es sind über 100. So startete die Zeitung am 3. Mai 2016, dem Internationalen Tag der Presse, eine Aktion unter dem Namen „Diensthabender Chefredakteur“. Die Idee war, dass abwechselnd verschiedene Schriftsteller, Journalisten und Künstler kurzzeitig das Amt des Chefredakteurs der Zeitung ausüben. 56 Menschen nahmen an der Aktion teil, gegen 50 wurden Ermittlungen eingeleitet, 16 davon mündeten in ein Gerichtsverfahren.


IMC TV berichtet live

Razzia gegen Redaktion
Am Nachmittag des 16. August 2016 fand ein Polizeieinsatz gegen die Zeitung statt. Die Polizei wollte dadurch das Erscheinen der Zeitung am Folgetag verhindern. Die Polizei nahm allen Zeitungsmitarbeitern den Ausweis weg, auch den Mitarbeitern des Fernsehsenders IMC TV, die gerade Aufnahmen bei der Zeitung machten. Die Kameras des Fernsehsenders wurden beschlagnahmt. 14 JournalistInnen wurden in Gewahrsam genommen: Der Chefredakteur, die Redakteure, die Korrespondentin von IMC TV Gülfem Karatas, die vom Vorgefallenen berichtete, der Kameramann des IMC TV Gökhan Çetin und der Korrespondent der Nachrichtenagentur DIHA Mesut Karnak. Bei der Festnahme wurden einige Journalisten geschlagen.


Der Karikaturist Halil İncesu zeichnet die Szene der Festnahme von Doğan Güzel nach, der dabei geprügelt wurde, des Hemd zerrissen wurde und dem von hinten Handschellen angelegt wurden.


Titelseite der geschlossenen Zeitung Özgür Gündem vom 17. August 2016:
Boyun Eğmeyeceğiz – Wir werden uns dem Druck nicht beugen
Die Zeitung veröffentlicht darin die Fotos ihrer Mitarbeitenden, die Opfer der Polizeigewalt wurden, und schreibt weiter:
„Genauso wenig wie die Folterer werden auch eure Bosse es nicht schaffen, uns zum Schweigen zu bringen. Wir haben den Putsch vom 28. Februar (1997), den die islamistischen Medien totgeschwiegen haben, als 28. Februar-Putsch beim Namen genannnt und haben uns auch dem Militärputsch-Versuch von gestern entgegengestellt. Diese Haltung legen wir auch heute ohne Wenn und Aber an den Tag. Wir werden uns auch dem AKP-Putsch entgegen stellen. Wir haben nicht geschwiegen, und ihr werdet uns auch nicht zum Schweigen bringen können.“

So sehen die heldenhaften Putschisten von heute aus

Welche Zeitung hat seit 1992 89 ermordete Journalisten zu verzeichnen?
Die Journalistin Mehves, Evin schreibt in ihrem Kommentar zu den Ereignissen, dass Özgür Gündem eine wichtige Zeitung der kurdischen Bewegung ist. Laut einer Erklärung der Gewerkschaft DİSK Basın-İş sind seit 1992 89 MitarbeiterInnen der Zeitung während ihrer Arbeit ermordet worden. In das Gebäude der Zeitung wurden Bomben gelegt, die Mitarbeiter und Chefs wurden wegen ihrer politischen Ansichten ins Gefängnis geworfen.

Rechtlosigkeit
Der Gerichtsbeschluss für die Schließung der Zeitung führt keine konkreten Artikel oder Fotos an, die für die Begründung „PKK-Proganda“ herangezogen wurden. Die Webseite der Özgür Gündem wurde allein im vergangenen Monat zweimal ohne Begründung blockiert. Zur Durchsetzung des Schließungsbefehls wurden maskierte Spezialeinheiten der Polizei eingesetzt. (Die Maskierung sichert die Straflosigkeit der amtlichen Täter). Die verhafteten Journalisten wurden verprügelt und mit Handschellen auf dem Rücken abgeführt. Selbst die Journalistin Gülfem Karatas, , die für IMC TV von der Polizeirazzia berichtete, war der Polizeigewalt ausgesetzt. Der Schriftstellerin Asli Erdogan, die nach einer Razzia in ihrer Privatwohnung festgenommen wurde ein Gespräch mit einem Rechtsanwalt verweigert. Die Behörden beriefen sich dabei auf die Bestimmungen des Ausnahmezustands, der nach Behauptung von Ministerpräsident Binali Yildirim nur auf die angeblichen Putschisten angewandt werden sollte. Noch um 12 Uhr des Folgetages (17. August) war nicht bekannt, wo Asli Erdogan festgehalten wurde.

Plünderung statt Beweissicherung
Mehves, Evin schreibt, dass das Vorgehen der Staatsgewalt gegen die Zeitung und ihre MitarbeiterInnen mehr an eine Plünderung als an eine Beweissicherung erinnert. So wurden die Computer mutwillig beschädigt, deren Hard disk herausgenommen wurde, selbst Exemplare alter Zeitungen, die an der Wand hingen, wurden abgerissen und in Säcke gestopft. Alle Bücher wurden ebenfalls in Säcke gestopft. Begleitet war das Vorgehen der Polizisten mit Flüchen und Beschimpfungen. Bei der Verhaftung von Dschihadisten oder Gewalttätern gegen Frauen legt die türkische Polizei wesentlich mehr Anstand und Zurückhaltung an den Tag als wenn es gegen Kurden und Linke geht. Dies sieht man auch bei den Razzien gegen Büros der prokurdischen HDP. Keine andere im Parlament vertretene Oppositionspartei musste so etwas je erleben.

Quellen:

http://www.diken.com.tr/ozgur-gundem-teror-orgutu-propagandasi-yapmak-iddiasiyla-kapatildi/
‘Terör örgütü propagandası’ iddiasıyla kapatılan Özgür Gündem’e polis baskını
16/08/2016 17:35
http://www.diken.com.tr/kapatilan-ozgur-gundemin-manseti-boyun-egmeyecegiz/
Kapatılan Özgür Gündem’in manşeti: ‘Boyun Eğmeyeceğiz’
17/08/2016 10:08
http://www.diken.com.tr/darp-edilerek-gozaltina-alinan-ozgur-gundem-karikaturistini-incesu-ve-latuff-cizdi/
Darp edilerek gözaltına alınan Özgür Gündem karikatüristini İncesu ve Latuff çizdi
17/08/2016 14:48
http://ozgurgundem1.com/haber/175770/asli-erdoganin-nereye-goturuldugu-ogrenildi
Aslı Erdoğan‘ın nereye götürüldüğü öğrenildi
17 Ağustos 2016 14:20
http://www.diken.com.tr/ozgur-gundem-baskini-ve-talan-kulturu/
Özgür Gündem baskını ve talan kültürü
17/08/2016 21:35
http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/schriftstellerin-asli-erdogan-verhaftet-zu-nah-am-feuer-ld.111479
Schriftstellerin Asli Erdogan verhaftet
Zu nah am Feuer
von Angela Schader 17.8.2016, 14:32 Uhr

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Iran – Kurdistan: Überfall auf Polizeiwache

In Sardascht, das auf iranischer Seite an der Grenze zur „Autonomen Region Kurdistan“ des Nordiraks liegt und zur iranische Provinz West-Aserbaidschan gehört, wurde am vergangenen Montag, den 8. August 2016, ein bewaffneter Angriff auf eine Polizeiwache verübt. Die Täter warfen vom Motorrad aus drei Blendgranaten in Richtung der Wache. Dabei gingen mehrere Fensterscheiben in der Umgebung in Bruch. Anschließend soll es einen zehnminütigen Schusswechsel zwischen Angreifern und Sicherheitskräften gegeben haben. Die Täter sind bislang noch unbekannt.
In den jüngsten Tagen wurden 20 kurdische Gefangene sunnitischen Glaubensbekenntnisses im Iran hingerichtet.

http://www.radiofarda.com/a/f4_gunmen_attack_sardasht_police_office_iran/27910958.html
vom 19. Mordad 1395 (9. August 2016)
hamleye afrade mosallah be yek kalantari dar shahre sardasht

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Iran: Friedhof zum Todestag eines Dichters gesperrt


Totengedenken vor versperrtem Friedhof

Man sollte meinen, dass in einem religiösen Staat wie der Islamischen Republik Iran das Totengedenken eine auch vom Staat akzeptierte Tradition ist. Dem ist nicht so: Ahmad Schamlou, einer der berühmtesten iranischen Dichter der Neuzeit, der am 24. Juli 2000 in Karadsch verstarb, wurde auf dem Friedhofsgelände des Heiligengrabs von Imam Taher in der Provinz Albors begraben. Ein Platz auf so einem Friedhof wird nur den Reichen und Berühmten zuteil. Dieses Jahr fanden die Behörden, dass sie die jährliche Gedenkfeier zu seinem Todestag nicht mehr tolerieren wollen und sperrten den Zugang zum Friedhof ab. Die Menge blieb darauf vor verschlossenen Toren stehen, was wiederum viele Passanten anlockte und die Menge wachsen ließ. So hatte die Maßnahme der Behörden, die es nicht gern sehen, wenn viele Menschen zusammenkommen, genau die gegenteilige Wirkung. Als dann aber die Polizei eingriff, löste sich die Menschenmenge auf.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113086
aks/maraseme salmarge shamlu poshte darhaye baste
vom 3. Mordad 1395 (24.07.2016)

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Iran: Nix mit Party

Auch im Iran lieben es die Jugendlichen, Parties zu feiern. Aber da gibt es ein Problem: Sie müssten nach Geschlechtern getrennt gefeiert werden, und ohne Alkohol. Das hindert junge Iranerinnen und Iraner nicht daran, trotzdem zu feiern. Der Staat kann zwar für die Millionen Jugendliche keine Arbeitsplätze schaffen und versinkt in Korruption, aber zumindest in diesem Punkt zeigt er Flagge. So berichtet der Leiter der Justizbehörde von Damawand vergangenen Freitag, dass 50 Jungen und Mädchen verhaftet wurden, als sie in der Stadt Abesard eine Party abhielten. Die Beamten hätte durch „Beobachtung des virtuellen Raums“ davon Kenntnis erhalten. Bei der Razzia seien auch 25 Liter alkoholische Getränke beschlagnahmt worden. Wie es weiter geht, ist noch nicht bekannt, aber so etwas kann mit Auspeitschung der Verhafteten enden.
Am heutigen Montag berichtet der Befehlshaber der Polizeikräfte des Westteils der Provinz Teheran, dass 150 Jungen und Mädchen an einer nächtlichen Party in einem Garten auf dem Stadtgebiet von Islamschahr verhaftet worden seien. Sie hätten beabsichtigt, mit Hilfe eines nahe gelegenen Studios einen Musik-Clip herzustellen und diesen im Internet zu lancieren.
Auch hier hat die Polizei einen Strich durch die Rechnung gemacht und droht mit intensiven Kontrollen in den Gärten, wo zu dieser Jahreszeit auch viele Familienfeste stattfinden.
Was in den Meldungen von Radiofarda nicht zu lesen ist: In der Regel „mieten“ Personen, die Feste feiern wollen, Polizeibeamte – sie verdienen nicht so viel und freuen sich über Zuverdienste, damit sie Wache stehen und andere Polizeistreifen davon abhalten, die Party zu stören. Möglicherweise hatten die Betroffenen nicht genug Geld, um solche „Polizeidienste“ zu bezahlen.

http://www.radiofarda.com/a/f8-150-arrested-in-party/27879119.html
vom 4. Mordad 1395 (25.07.2016)
dastgiriye 150 doxtar wa pesar dar partiye shabane

http://www.radiofarda.com/a/f9-iran-police-arrests-50-young-men-women-attended-party/27873168.html
vom 1. Mordad 1395 (22.07.2016)
maqame qad.a’iye iran: bazdashte 50 doxtar wa pesar be jorme sherkat dar mehmani

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Iran: Ausschreitungen um Bergsee Chaghakhur in Boldaji

In der Kleinstadt Boldaji (11.000 EinwohnerInnen) ist es heute, den 19.7.2016 zu heftigen Auschreitungen gekommen bei denen es Tote und Verletzte gab. Hintergrund ist ein Konflikt um die geplante Wasserentnahme aus einem naturnahen Bergsee namens Chaghakhur.

Der See hat eine Fläche von 2300 Hektar, besitzt aber nur eine geringe Wassertiefe (max. 3 Meter). Er liegt auf halber Berghöhe auf einer Alm und wird im Sommer von Nomaden frequentiert, die dort ihre Herden grasen lassen. Wie auf den Fotos zu sehen ist, liegt der See in einer idyllischen, naturnahen Landschaft ohne menschliche Ansiedlungen. Er ist bedeutend für die die Vogelmigration und einige seltene Pflanzenarten.

Aus diesem See soll Wasser für Städte in hunderten Kilometer Entfernung entnommen werden. Die lokale Bevölkerung ist natürlich dagegen und wehrt sich gegen die heute angelaufenen Baumaßnahmen. Nachdem juristische Interventionen erfolglos waren kam es zu Protesten und Schießereien sowohl in der Kleinstadt Boldaji und an den Baustellen.

In Boldaji konzentrierten sich die Proteste vor dem Gerichtsgebäude. Es kam zu Ausschreitungen seitens der lokalen Bevölkerung, die u.a. mit Steinen warf und zu Schüssen seitens der Polizei. Es gab mindestens einen Toten und ca. 30 Verletzte.

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Iran: Polizei erschiesst Zivilisten und die Menschen protestieren wütend

In dem kleinen Ort Nakhl Taghi in der Nähe der Hafenstadt Asaluyeh (Südiran) hat die Polizei vorgestern, am Mittwoch, den 6. Juli 2016 einen Menschen auf offener Straße erschossen. Er wurde fälschlicherweise des Schmuggelns verdächtigt. Noch am gleichen Tag kam es zu heftigen Ausschreitungen gegen die Polizei und den iranischen Staat.

Laut der Website gooya news wurde Chalil Bagheri, ein junger Mann aus Nakhl Taghi, erschossen, kurz nachdem er etwas von seinem Boot geholt hat und auf seinem Motorrad davon gefahren ist. Angeblich hat die Polizei hinter ihm hergerufen, dass er anhalten soll, was er nicht tat. Daraufhin hat sie geschossen und ihn getötet. Es ist nicht bekannt, was Nakhl Taghi transportiert hat, es könnte alles mögliche gewesen sein.

Obwohl die Polizei nicht wissen konnte, ob er ein Schmuggler ist, ist sie wie selbstverständlich davon ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft von Asaluyeh hat heute, Freitag, den 8.7.2016 erklärt, dass kein Schmuggel vorlag.

Bewohner von Nakhl Taghi lieferten sich noch am gleichen Tag heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es kam zu Straßenkämpfen bei der u.a. ein Polizeifahrzeug ausbrannte. Des weiteren wurde die Polizeistation in Brand gesetzt. Die Kämpfe dauerten bis in die Nacht. Die Polizei musste aus Nachbarorten zusätzliche Kräfte anfordern, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Die Menschen in Nakhl Taghi sind sehr arm und haben kaum eine Möglichkeit ihren Lebenunterhalt zu verdienen. Männer und Frauen schmuggeln oft Waren mit ihren kleinen Booten zwischen vorgelagerten Inseln und der Hafenstadt Asaluyeh. Es ist ihre einzige Verdienstmöglichkeit.

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Teheran: Flash-Mob zur Feier des Schuljahresendes


In der Kurusch-Passage in Teheran

Am Mittwoch vergangene Woche (8. Juni 2016) versammelten sich Jugendliche nach Verabredung über das soziale Netzwerk (Seiten wie telegram und instagram) in der Kurusch-Einkaufspassage in Teheran und im Wasser-und-Feuer-Park von Teheran, um das Ende des Schuljahrs zu feiern. Den Staatsorganen war dieses suspekt, sie sperrten zwei Eingänge der Kurusch-Passage und setzten Tränengas ein, um die friedliche Versammlung aufzulösen. Es waren vielleicht 3000 Jugendliche gekommen.

Von einer anderen angekündigten Versammlung im Bustan-Park im Süden Teherans erfuhren die sogenannten Sicherheitskräfte frühzeitig, so dass sie den ersten Aufrufer zum Verhör vorladen konnten und das Treffen abgeblasen wurde.

Solche spontanen Versammlungen wurden auch schon benutzt, um vor der Schulbehörde gegen zu schwere Prüfungen zu protestieren. Diese Proteste fanden allerdings nicht ihren Weg in die Medien.


vor der Kurusch-Passage

Wie man sieht, nutzt auch die iranische Jugend die neuen Technologien, und noch hat der Unterdrückungsapparat Mühe, damit Schritt zu halten. Die Volksrepublik China mit ihrem ausgefeilten Zensurapparat ist dem Iran da weit voraus…


Die Polizei – der treue Begleiter von Jugendprotesten…

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110260
vom 19. Chordad 1395 (08.06.2016)
°aks / mitinge jawanane daheye haftadiha wa hashtadiha dar pasazhe kurush

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/213473.php
vom 21. Chordad 1395 (10.06.2016)
tajammo°e jawanan dar parke ab wa atash tawassote mamuran be xoshunat keshide shod

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Iran: Sittenpolizei undercover


Hossein Sadschedi-Niya (Sajedi-Niya), Polizeidirektor der iranischen Hauptstadt Teheran

General Hossein Sadschedi-Niya (Sajedi-Niya), Polizeidirektor der iranischen Hauptstadt Teheran, hat laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur ISNA in Gegenwart des stellvertretenden Oberstaatsanwalts von Teheran erklärt, dass die Polizei seit zwei Jahren den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit vor allem auf folgende Bereiche verlegt habe: Bekämpfung von Lärmverschmutzung, Bekämpfung von riskanten und angeberischen Fahrweisen auf den Hauptstraßen, Bekämpfung von Verletzungen der Ehre (damit können sexuelle Belästigungen gemeint sein) und Bekämpfung des Enthüllens der Kopfbedeckung (der Frauen) in Autos.
Der Polizeidirektor führte weiter aus: „Ab Beginn dieser Woche tritt ein neues Projekt für moralische Sicherheit in Kraft, das spürbar und großräumig auf öffentlichen Plätzen, in Einkaufszentren und auf den zentralen Straßen der Hauptstadt umgesetzt wird. Außerdem wird ab heute eine zivil gekleidete Polizei für moralische Sicherheit auf den Bürgersteigen ihre Tätigkeit aufnehmen. Über 7000 Männer und Frauen werden auf den Bürgersteigen damit beschäftigt sein, solche Fälle zu beobachten und die Sicherheitspolizei zu benachrichtigen.“ Die Benachrichtigung der Sicherheitspolizei erfolgt übrigens per SMS.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=106893
April 2016 „Hokumate eslamiye Iran sarkubhara tashdid mikonad. Aghaze fa°aliyate 7000 polise gashte ershade na-mahsus“

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Teheran: Festnahme von Tierschützerinnen

Hediye Tehrani, eine iranische Filmschauspielerin und Tierschutzaktivistin, wurde am 1. April 2016 zusammen mit 16 weiteren Aktiven für eine Stunde festgenommen, als sie zum Tag der Umwelt und der Tierrechte im Lale-Park in Teheran eine Gedenkveranstaltung abhielt. Die Festgenommenen wurden verhört und von den sogenannten Sicherheitsorganen unter Druck gesetzt, die Passwörter zum Inhalt ihres Handys zu geben. Die verfolgten Tier- und Umweltschützer sollen vor Gericht gestellt werden.

https://persian.iranhumanrights.org/1395/01/animal-rights-arrests/

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