Archiv der Kategorie 'Protest'

Istanbul: Meine Kleidung geht dich nichts an


Meine Kleidung geht dich nichts an!

Im Maçka-Park in Istanbul fand heute eine Kundgebung dagegen statt, dass ein Sicherheitsbediensteter versucht hatte, eine Frau aus dem Park zu werfen, weil sie nicht „anständig“ gekleidet sei. „Sie können hier nicht so herumlaufen, die anderen Menschen fühlen sich belästigt.“ hatte er behauptet. Und weiter: „Hier sind auch Familien. Und wenn Sie dann vergewaltigt werden, rufen Sie noch um Hilfe.“ Der Sicherheitsbeamte wurde laut Angaben der Stadtverwaltung Istanbul inzwischen vom Dienst suspendiert. Er arbeitete für eine Drittfirma. Wie man sieht, ist Leiharbeit auch beim türkischen Staat gang und gebe.

http://www.diken.com.tr/macka-parkinda-bir-kadini-taciz-eden-guvenlikci-aciga-alindi/
31/07/2017 16:30

Maçka Parkı’nda bir kadını taciz eden güvenlikçi açığa alındı

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Iran – Ahwas: 4000 Stahlarbeiter protestieren


Seit über einer Woche streiken rund 4000 Stahlarbeiter der Stahlfirma Goruhe Melliye Fulade San°atiye Ahwaz, weil sie seit über drei Monaten ihren Lohn nicht erhalten haben. Auch ihre Sozialversicherung wurde vom Arbeitgeber nicht bezahlt, so dass sie eine ärztliche Behandlung privat aus ihrer Tasche bezahlen müssen. Der Arbeitgeber ist derzeit die iranische Justizverwaltung, da der ursprüngliche Eigentümer wegen Unterschlagung im großen Stil inhaftiert wurde und die Firma daraufhin an die Justizverwaltung übertragen wurde. Wie man sieht, hält sich die Justizbehörde selbst nicht an die iranische Arbeitsgesetzgebung.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=81282
vom 7. Mordad 1396 (29. Juli 2017)
e°teraze 4000 nafare kargarane goruhe melliye fulade san°atiye ahwaz

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Türkei: Marsch für die Gerechtigkeit

Nach einem über 400 Kilometer langen Fußmarsch traf gestern der Führer der türkischen CHP in Maltepe ein, das in der Großregion Istanbul liegt und von einem CHP-Bürgermeister regiert wird. Dort forderte er im Beisein von anderthalb Millionen Anhängern Gerechtigkeit, eine weitere Million musste aus Platzmangel draußen warten. Der Fußmarsch und die gewaltige Kundgebung ist ein Symbol der nach wie vor starken Widerstände in der türkischen Gesellschaft gegen die Alleinherrschaftsansprüche von Staatspräsident Erdogan.
Oray Egin trifft aber in seinem Kommentar in der kritischen Internet-Zeitung diken (der Stachel) den wunden Punkt des Protests: Die Protestmarschierer entstammen im wesentlichen der Wählerbasis der CHP. Der Protest umfasste weder die Kurden, noch die Konservativen, noch Menschen aus dem religiösen Lager, die mit Erdogan unzufrieden sind – und das sind Millionen, wie wir beim Verfassungsreferendum sehen konnten. Oray Egin kritisiert auch, dass der CHP-Führer Kilicdaroglu in seinem 10-Punkte-Manifesto so etwas wie eine Petition verlesen hat. Ein Aktionsplan war es nicht. So mangelt es dem Protest nach wie vor am Willen und der Fähigkeit, Koalitionen mit anderen Unzufriedenen zu schmieden. Und so dürfte eintreffen, was Oray Egin in seiner Überschrift schreibt: Sollen morgen nur Wahlen sein und soll Kemal Kilicdaroglu Kandidat sein – gegen Erdogan wird er verlieren!

http://www.diken.com.tr/oray-egin-yarin-secim-olsun-kemal-kilicdaroglu-aday-olsun-erdogana-karsi-kaybeder/
vom 10/07/2017 09:29
Oray Eğin: Yarın seçim olsun, Kemal Kılıçdaroğlu aday olsun… Erdoğan’a karşı kaybeder

http://www.birgun.net/haber-detay/adalet-mitingi-icin-milyonlar-maltepe-ye-akin-etti-168933.html
vom 09.07.2017 11:08
Adalet Mitingi için milyonlar Maltepe‘ye akın etti

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Iran: Bankdirektor an Baum gefesselt

Gholam-Ali Dscha‘farsade Iman-Abadi, der Abgeordnete von Rascht im iranischen Parlament, berichtete kürzlich, dass die Politik der Zentralbank im Iran die Bevölkerung so erzürnt habe, dass diese ihre Wut am Bankpersonal vor Ort auslässt. So sei ein Bankdirektor kürzlich in seiner Stadt an einen Baum gefesselt worden.
Hintergrund ist die Tatsache, dass die Zentralbank allen möglichen Leuten aus dem Dunstkreis der Sicherheitsorgane oder anderen einflussreichen Personen ohne lange Prüfung erlaubt hat, Banken zu eröffnen. Dort hat die Bevölkerung dann Geld eingezahlt, worauf die Banken sang- und klanglos in Konkurs gingen und das eingezahlte Geld schluckten. Es ist gut möglich, dass der geschilderte Vorfall sich auf so eine Konkursbank bezog. Der Direktor der Bank muss an der Unterschlagung der Gelder nicht einmal Schuld sein, viel eher diejenigen im Hintergrund, die die Bank eröffnet haben.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=131735
vom 5. Tir 1396 (26. Juni 2017)
mardom ra‘ise bank-ra dar yeki az shahrha be deraxt bastand

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Iran: Weiß statt schwarz

Die Frauenbewegung im Iran sucht ständig neue Wege, um einen Ausweg aus dem Kleidergefängnis der Ajatollahs zu finden. Dazu ziehen sie jeden Mittwoch weiße Kopftücher an, um gegen das verordnete Schwarz zu protestieren. Der Ort ist beliebig.
https://www.radiofarda.com/a/b52-6th-hour-hijab-white-wednesdays/28575594.html
vom 2. Tir 1396 (23. Juni 2017)
chaharshanbehaye zanani ke sar baz mizanand

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Iran: Auszug aus der Moschee

In der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas hatten Arbeiter den Freitagsprediger (Emam-Dschom‘e) auf ihre Probleme angesprochen (Video siehe Link). Als sie von ihm nur die Antwort erhielten, damit habe er nichts zu tun, verließen sie aus Protest die Moschee. Man muss hierzu wissen, dass im Iran der Freitagsprediger vom Religiösen Führer (Ajatollah Chamene‘i) eingesetzt wird und er der Drahtzieher in vielen Dingen ist. Das weiß die Bevölkerung.
Auch dies ist eine Form der „Abstimmung mit den Füßen.“
http://news.gooya.com/2017/06/post-4188.php
vom 1. Juni 2017
kargaran dar e°teraz be emame jom°eye bandar °abbas namazra tark kardand
Thursday, Jun 1, 2017

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Iran: Bankenkrise der „Islamischen Alternative“


Proteste vor der Iranischen Zentralbank im Leichentuch

In ihren Anfängen waren die Islamisten im Iran mit einer Kritik am westlichen Zins- und Bankensystem an die Öffentlichkeit getreten und hatten diesem ihr eigenes, angeblich islamisches Modell gegenüber gestellt, dass ohne Zinsen auskomme. Zinsen sind in dieser Wahrnehmung eine Form von Wucher.
Dass ein Modell, dass grenzenloses Wachstum voraussetzt – und Zinsen gehören dazu, nicht unbedingt als langfristig stabil einzustufen ist, haben die Bankenkrisen der letzten zehn Jahre in den USA und Europa ausreichend bewiesen. Das Problem ist also nicht die Kritik und ihre Berechtigung, sondern die Ausführung der Alternativen.

Kein Ruhmesblatt
Was die Islamische Republik Iran hierzu aufzubieten hat, ist nicht überzeugend. Betrug am Sparer und Polizeiknüppel für die Opfer. So haben am Montag morgen Hunderte von betrogenen Sparern in Teheran vor der Zentralbank dagegen protestiert, dass sie die Geschäfte des Mo’assesseye Kaspiyen (Caspian Institute) nicht kontrolliert habe. Diese Privatbank hatte die Einlagen der Sparer mit dem Versprechen hoher Zinsen angelockt, dann waren die Verantwortlichen samt Geld untergetaucht und das Geld war futsch. Betroffen waren nicht die Reichen, sondern diejenigen, die für Notzeiten vorbeugen wollten. Deshalb sind sie heute im Leichentuch vor der Zentralbank erschienen und riefen „Marg bar Seyf“ (Tod für Seyf), worauf die Polizei mit Knüppeln gegen sie vorging. Waliollah Seyf ist der Direktor der Iranischen Zentralbank und wurde 2013 vom iranischen Präsidenten für sein Amt vorgeschlagen und anschließend ernannt. Proteste gegen den Betrug an den Sparern gab es in verschiedenen iranischen Städten, darunter auch in Chorram-Abad, Hauptstadt der Region Lurestan.

Die Zentralbank wäscht die Hände in Unschuld
Farschad Heydari, der stellvertretende Direktor der Iranischen Zentralbank, hatte im Vorfeld erklärt, dass auf der Webseite der Zentralbank eine Liste der zugelassenen Bankinstitute zu finden sei und die Bevölkerung darin aufgefordert werde, ihr Geld nicht bei nicht zugelassenen Instituten anzulegen. Die Betroffenen seien also selber schuld. Auch Abbas Kamara’i, der Generaldirektor für Bankaufsicht bei der Zentralbank, hatte am 21. Farwardin (im April 2017) in einem Interview mit dem iranischen Staatsfernsehen erklärt: „Das Kreditinstitut Kaspiyen besteht aus acht nicht zugelassenen Kooperativen, die dort tätig waren.“

Privatbanken – Pasdaran und Bassidschi im Hintergrund
Im Hintergrund der Einführung von Privatbanken im Iran, die meist auf die Zeit von Präsident Ahmadineschad zurückgeht, stehen oft die Revolutionswächter (Pasdaran) und paramilitärischen Bassidschi-Milizen. Sie machten sich die Tatsache zunutze, dass das Wirtschaftssystem im Iran zerschlagen ist, so dass Investitionen in bestehenden Firmen und in der Landwirtschaft sinnlos sind. Die Privatkreditinstitute boten den Anlegern beträchtliche Zinsen (bis 30% jährlich), zogen es dann aber vor, mit den angelegten Geldern unterzutauchen und so die Auszahlung der Zinsen zu umgehen. Da es keine Macht im Staate gibt, die sich mit den bewaffneten Organen anlegen will, bleiben die Täter in der Regel straflos. Einzelheiten wird man nicht so bald in Erfahrung bringen, da das Umfeld der Täter die Macht ausübt.

Quellen:
https://www.radiofarda.com/a/f14-protest-against-iran-central-bank/28516182.html
vom 8. Chordad 1396 (29. Mai 2017)
tajammo° wa sho°are mo°tarezane kafan-push dar moqabele saxtemane banke markazi

https://en.wikipedia.org/wiki/Central_Bank_of_the_Islamic_Republic_of_Iran#Governors_of_the_Central_Bank_of_Iran
mit dem Untertitel:
Failures to regulate Financial institutions and banks

abgerufen am 29.05.2017 um 18:45

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Iran: Chronik einer angekündigten Wahlfälschung


Ajatollah Chamene‘i und seine Waffenbrüder

Am 10. Mai 2017 sprach der Religiöse Führer des Irans, Ajatollah Chamene’i, an der Imam-Hossein-Universität zu einem Kreis von Pasdaran und Bassidschis, die ihre Offiziersausbildung abgeschlossen haben. Offensichtlich will er sie zur Niederschlagung der Proteste nach der kommenden Wahlfälschung motivieren. An die wenigen Kandidaten, die der Wächterrat überhaupt nur zugelassen hat, ergehen einige Ratschläge und Ermahnungen. Man darf annehmen, dass diejenigen, die sich in seinen Augen nicht daran halten, nicht besser enden werden als Mirhossein Mussawi und Co..

Wirtschaftsprobleme – eine Frage der Macht
Ajatollah Chamene’i: „Ich habe einige Empfehlungen für die geehrten Herren Kandidaten: Erstens sollten sie in ihren Programmen und Äußerungen deutlich sagen, dass die Wirtschaftsprobleme und die Unterhaltskosten der Bevölkerung für sie Priorität haben und dass sie sich anstrengen werden, um die Wirtschaftsprobleme zu lösen. (…)“
Mit anderen Worten, der Religiöse Führer schreibt den Kandidaten vor, was im Programm zu stehen hat und was sie zu sagen hat. Der Witz an der Sache: Er, sein Sohn und das Umfeld im Hintergrund sowie die bewaffneten Organe der Pasdaran und Bassidschi-Milizen sind das Haupthindernis für eine wirtschaftliche Entwicklung. Kein Problem lässt sich lösen, ohne diese Herrschaften zu entmachten. Genau das sollten die Kandidaten natürlich nicht sagen. Aber solange hier niemand ansetzt, wird die Arbeitslosigkeit und Armut im Iran weiter steigen.

Nieder mit Amerika und Israel – Parolen für Denkfaule
Wie üblich werden die alten Feinde wieder aus dem Kühlschrank geholt und aufgewärmt.
Ajatollah Chamene’i: „Die Herren Kandidaten müssen deutlich zeigen, dass sie gegenüber den grenzenlosen Forderungen Amerikas und der Gemeinheit der Zionisten (gemeint ist Israel) festen Widerstand leisten.“

Gibt es hier Minderheiten?
Im übrigen ist Ajatollah Chamene’i noch immer dem Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts verhaftet, der entschlossen die Rechte der Minderheiten ignoriert und verletzt. So fordert er die Kandidaten auf: „Meine zweite Empfehlung ist die, dass die Kandidaten in ihren Programmen und Reden das Thema der nationalen Unabhängigkeit, der Größe und des Stolzes der iranischen Nation hervorheben.“ Mehr noch: „Die Herren Kandidaten sollen aufpassen, dass sie die Glaubens-, die geographischen, die sprachlichen und ethnischen Differenzen im Land nicht aufheizen.“ Sprich, die Unterdrückungspolitik gegen Kurden, Araber, Balutschen, Aseris, gegen Sunniten und Bahais, soll unter den Tisch gekehrt werden und alles unter dem Begriff „iranische Nation“ zugedeckt werden.

Eine „heftige Ohrfeige“ – so kann man Massenverhaftungen und Folter auch beschönigen
Am wichtigsten aber ist folgende Äußerung des Religiösen Führers: „Falls jemand vorhat, in den Wahlen gegen die Sicherheit des Landes aktiv zu werden, wird er auf eine entschlossene Reaktion treffen und eine heftige Ohrfeige verpasst bekommen.“ Ajatollah Chamene’i kam dabei auch auf das Jahr 2009 zu sprechen, als die Proteste gegen die Wahlfälschung nach den Präsidentschaftswahlen im Juni einen Millionenaufstand auflösten, dessen Niederschlagung sich über ein Jahr hinzog.
Diese Äußerung wirft einen langen Schatten auf die Wahlen. Bedeutet sie doch nichts anderes, dass Chamene’i für das Wahlergebnis sorgen wird, das er möchte. Dass er jetzt schon Gewalt androht, weist darauf hin, dass er davon ausgeht, dass nicht sein Wunschergebnis herauskommen wird und deshalb erneut eine Fälschung wie 2009 erforderlich sein wird.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79852
vom 20. Ordibehescht 1396 (10. Mai 2017)
tahdidhaye ashkare xamene’i dar astaneye entexabat

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Iran: Die „Halbe Welt“ ist grün und violett


Die „Halbe Welt“ – nesfe dschahan, ist eine Anspielung auf eine iranische Redewendung:
Esfahan – nesfe dschahan. Isfahan ist die halbe Welt.
Grün ist im Iran seit 2009 die Farbe der Anhänger einer Reform. Damals, im Juni 2009, wurden die Wahlergebnisse zugunsten von Mahmud Ahmadineschad gefälscht und der eigentliche Wahlsieger Mirhossein Mussawi in Arrest genommen, die bis heute ohne Gerichtsverfahren anhält.
Violett ist die Farbe, mit der die Unterstützer von Hassan Rouhani an die Öffentlichkeit gehen.

Am Sonntag, den 14. Mai 2017, trat der amtierende Staatspräsident Hassan Rouhani, der für eine zweite Amtszeit kandidiert, auf dem Meydane Naqshe Dschahan auf, einem der größten Plätze der Stadt Isfahan. Es war für alle eine Überraschung, dort eine so riesige Menschenmenge versammelt zu sehen.
Die Stimmung war geladen, man hört deutlich die Wut auf die vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i angekündigte Wahlfälschung heraus. So rief die Menge:
https://youtu.be/G3iBi3wUah4
agar taqallob beshe iran qiyamat mishe
Wenn (die Wahl) gefälscht wird, ist im Iran die Hölle los.

Auf dem Plakat:
ma haman sabzim, ke ba batum banafsh o kabud shode’im.
Wir sind noch immer grün, aber durch die Knüppel sind wir violett und blau geworden.

Quelle:
http://news.gooya.com/2017/05/post-3684.php
vom 14. Mai 2017 (im Kopf der Meldung ist der 15. Mai 2017 angegeben)
nesfe jahan sabz o banafsh

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Iran: 1. Mai-Kundgebung am 28. April


Die iranische Regierung hält wenig von Arbeitern, Gewerkschaften und Internationaler Solidarität, wenn es um die Arbeiter geht. Deshalb hat sie dieses Jahr die traditionellen Kundgebungen auf den 28. April vorverlegt. Zumindest aus Sanandadsch ist dies bekannt geworden. Die freien Gewerkschaften hatten im Vorfeld eine Genehmigung zur Veranstaltung einer 1.-Mai-Demonstration beantragt, worauf ihr Leiter vom Geheimdienst vorgeladen wurde. Er wurde unter Druck gesetzt, auf eine Veranstaltung zu verzichten. Als er nicht nachgab, einigte man sich darauf, dass die Vertreter der freien Gewerkschaften an der offiziellen Kundgebung am 28. April in Sanandadsch teilnehmen. Zur Abhaltung der staatlichen Veranstaltung erschienen dann 20 Arbeiter, dahinter mit 100 m Abstand folgten 150 Arbeiter der freien Gewerkschaften.
Der Staat war vorbereitet, und als der Leiter der Arbeitsbehörde von Sanandadsch ausrief: „Die Gewerkschafter sind gekommen“, wurden sie von den Sicherheitskräften umzingelt. Diese ließen sich aber nicht einschüchtern, verteilten ihre Flugblätter und klatschten den Rednern Beifall.
Auch in Karadsch fand am 28. April eine Kundgebung der freien Gewerkschaften zum 1. Mai statt. Ihr schlossen sich später noch die „Bergsteiger“ an, dass sind diejenigen, die sich treffen, um in den Bergen zu wandern und dort frei von Überwachung zu reden. So kamen über 100 Menschen zusammen, um den Tag der Arbeit zu feiern.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79617
vom 9. Ordibehescht 1396 (29. April 2017)
rahpeyma’i wa hamayeshe kargaran dar sanandaj be monasebate awwale meh

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Iran: 6 kurdische Parteien boykottieren Wahl


Am 29. Ordibehescht (19. Mai) dieses Jahres finden im Iran Präsidentschaftswahlen statt. Die sechs größten kurdischen Parteien im Iran haben zu diesem Anlass eine gemeinsame Erklärung herausgegeben. Sie werden die Teilnahme an der Wahl boykottieren und rufen die kurdische Bevölkerung auf, nicht zur Wahl zu gehen. Bei den sechs Parteien handelt es sich um: Hezbe Demokrate Kordestan, Komeleye Zahmatkeshane Kordestan, Komele Kordestan Iran, Hezbe Demokrat Kordestan Iran, Sazemane Chebate Kordestane Iran und Komeleye Shaxeye Hezbe Komuniste Iran. Ihre Begründung für diesen ersten gemeinsamen Schritt ist, dass die Oppositionsparteien im Iran für illegal erklärt wurden und ihre Tätigkeit unterbunden wird, dass dem kurdischen Volk die elementarsten Grundrechte vorenthalten werden. Die Wahlen dienten nur dazu, die diktatorische Herrschaft fortzusetzen. Arash Saleh, Vertreter der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran in den USA erklärte gegenüber Radio Farda: „Es handelt sich um einen bislang einmaligen Schritt der wichtigsten Parteien des iranischen Kurdistans, nämlich dass sie eine gemeinsame politische Erklärung unterschreiben und eine gemeinsame Aktion verfolgen. (…) Die strukturellen Voraussetzungen, damit diese Wahlen oder auch nur die vorhandene Spaltung der politischen Flügel im Iran zu einer Einführung der Demokratie im Iran beitragen, sind im heutigen Iran unter keinen Umständen gegeben. Die Geschichte der letzten zwei Jahrzehnte der Islamischen Republik zeigt deutlich, dass trotz der hohen Beteiligung der Bevölkerung und trotz der Spaltung innerhalb der politischen Eliten, die Herrschenden es geschafft haben, die Konzentration der Macht in den Händen von Chamene’i, seinem Amt und den Pasdaran auszubauen.“
Die genannten kurdischen Parteien waren schon in den ersten Monaten nach der Revolution von 1979 von der Regierung der Islamischen Republik für illegal erklärt und ihre Tätigkeit verboten worden.

http://www.radiofarda.com/a/o2-kuridsh-parties-boycott-election/28455974.html
vom 8. Ordibehescht 1396 (28. April 2017)
shish hezbe siyasi kordestane iran: entexabat-ra tahrim mi konim

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Iran: Ein Ajatollah zeigt die Zähne – Ahmad Montaseri kommt frei


Ajatollah Schobiri Sandschani – er setzte dem Religiösen Führer ein Ultimatum


links auf dem Foto: Ajatollah Chamene‘i

Ahmad Montaseri, der Sohn des 2009 verstorbenen Ajatollahs Montaseri, war vom Sondergericht der Geistlichkeit (Dadsaraye vizheye rouhaniyat) zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er Tonbandaufnahmen mit den Worten seines Vaters veröffentlicht hatte, in denen dieser das Gefängnismassaker von 1988 verurteilte – in dem Gremium, das dafür verantwortlich war. Die herrschende Geistlichkeit sah darin einen Angriff auf das System und brachte Montaseri vor Gericht. Nach dem Urteil kam Ahmad Montaseri ins Gefängnis. Kaum hatte Ajatollah Schobiri Sandschani davon erfahren, ließ er Ajatollah Chamene’i eine Botschaft zukommen. Solange Ahmad Montaseri in Haft sei, habe niemand aus dem Haus des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i das Recht, ihn in Qom zu besuchen.
Nur einen Tag später war Ahmad Montaseri frei.
Ajatollah Schobiri Sandschani war einer der Lehrer von Chamene’i, als er noch in Qom studierte.
Das Sondergericht der Geistlichkeit veröffentlichte darauf eine Erklärung, dass Ahmad Montaseri sich verpflichtet habe, nichts zu tun, was die Sicherheit des Systems gefährde, sonst müsse er seine 6-jährige Gefängnisstrafe antreten.
Ahmad Montaseri ließ darauf über die noch weiter existierende Webseite von Ajatollah Montaseri ein Dementi verbreiten, dass er nie eine Verpflichtung eingegangen sei.

http://news.gooya.com/2017/03/post-1442.php
vom 6. März 2017
ta°alloqe hokme ahmade montazeri ba°d az etmame hojjat shobiri zanjani ba rahbari

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Iran – der wilde Osten: Hirten und Nomaden protestieren

Vor der Sicherheitsbehörde (Farmandari) der Stadt Gatsch-Saran (Provinz Kuhgiluye und Boyer Ahmad) haben sich rund 100 Hirten und Nomaden versammelt, um dagegen zu protestieren, dass ihnen das Vieh geraubt wird und sich die Behörden überhaupt nicht darum kümmern. So sollen die Nomaden allein im letzten Jahr 2000 Stück Vieh durch Viehdiebe verloren haben.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=125165
vom 2. Esfand 1395 (20.2.2017)
°ashayere gachsaran dar e°teraz be na-amni moqabele farmandariye in shahr tajammo° kardand

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Iran: Auspeitschung wegen Beleidigung des Führers

In der Region Kahkiluye, in der Ortschaft Dil (Gatsch-Saran) wurden drei Männer zu Auspeitschung, Haftstrafe, Geldstrafe und Verbot der Mitgliedschaft in einer Partei verurteilt. Das Revolutionsgericht von Gatsch-Saran (Region Kahkiluye) befand die drei politischen Aktivisten Seyyed Mohammad Miri, Qassem Qanbari und Hassan Bosorgsade der Beleididung des Religiösen Führers und des Imams bzw. der Beihilfe zu dieser Tat für schuldig, außerdem wurde ihnen Propaganda gegen das herrschende System zur Last gelegt. Um ihren Ruf zu schädigen, wurde ihnen außerdem der Vorwurf des Rauschgiftkonsums untergeschoben.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=124360
vom 18. Bahman 1395 (6. Februar 2017)
se fa°°al-e siyasiye gac-sarani be ettehame mo°awenat dar touhin be rahbari wa emam be shalaq, habs, mahrumiyat wa jarimeye naqdi mahkum shodand

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Iran: Mehdi Chas’ali auf der Zielscheibe


links Mehdi Chas‘ali

Mehdi Chas’ali wurde am 17. Bahman (5. Februar) vor seinem Büro verhaftet und ins Ewin-Gefängnis gebracht, wo er in Trakt 350 eingesperrt wurde. Mehdi Chas’ali, dessen inzwischen verstorbener Vater Ajatollah Chas’ali dem Expertenrat und dem Wächterrat angehörte und der das Vertrauen von Ajatollah Chamene’i genoss, ist auch nach dem Tod seines Vaters ein kritischer Geist geblieben, obwohl jetzt niemand mehr hinter ihm steht, der ihn schützen könnte. So veröffentlichte er ärztliche Informationen zum Tod von Ajatollah Rafsandschani, wonach sich in seiner Lunge Wasser befunden habe, er also ertrunken sei. Das ließ den Verdacht auf einen gewaltsamen Tod aufkommen. Auch hat er darauf hingewiesen, dass die Lichter im Schwimmbad ausgingen, in dem Ajatollah Rafsandschani schwamm, und dass sein Tod während der Dunkelheit eintrat.
Kürzlich hat er in der Öffentlichkeit dazu aufgerufen, die amtlichen Revolutionsfeiern zum 22. Bahman (10. Februar) zu boykottieren und zu Hause zu bleiben, damit diejenigen, die die Macht an sich gerissen haben, unter sich blieben.
Dies alles mag Anlass für seine erneute Verhaftung gewesen sein. Mehdi Chas’ali hat angekündigt, dass er im Fall der Verhaftung nichts essen und nichts trinken werde.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/a/f7-mehdi-khazali-arrested/28280472.html
vom 18. Bahman 1395 (6. Februar 2017)
mehdi xaz°ali, fa°°ale siyasiye montaqed, bazdasht shod

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