Archiv der Kategorie 'Protest'

Ajatollah Sadeq Laridschani, Schutzpatron der Diebe

Vor dem iranischen Parlament fand heute eine Protestkundgebung von wütenden Sparern statt, die ihr Geld auf Banken angelegt hatten, die dann mit den Ersparnissen von der Bildfläche verschwanden. Die betrogenen Sparer machen dem Staat zu Vorwurf, dass die staatliche Zentralbank diesen Betrügerbanken die Tätigkeit erlaubt hat und ihnen sogar Kredite gewährt hat. Jetzt fordern sie vom Staat ihr Geld zurück. Ihre schlechten Erfahrungen mit den Staatsorganen haben dazu geführt, dass ihre Parolen immer schärfer werden.
larijani qaziye, ba dozdha hambaziye –
Laridschani (das Oberhaupt der Justiz) ist Richter, er spielt mit den Dieben zusammen (steckt mit ihnen unter einer Decke)
Normalerweise würde das zur Verhaftung und zur Anklage wegen Aktivitäten gegen das System führen, aber diese Leute fürchten die Verhaftung nicht mehr. Sie würden auch noch vor den Verhörbeamten gegen Laridschani und Co. wettern und die Verhörenden wissen nur zu gut, dass diese Leute Recht haben.
Es fällt auch auf, dass die Protestierenden nicht davonlaufen, als die Polizei anrückt, sondern ihr entgegen rufen: Los, verhaftet doch die Diebe!

Link zu einer Filmaufnahme des Protests
https://youtu.be/oloQxSyhGAM

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=139787
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
tajammo°e e°teraziye seporde-gozarane awwale abane 1396, majles, sho°are malbaxtegan:
larijani qaziye, ba dozdha hambaziye / polois borou dozdo begir / marg bar da°eshi

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Iran: Arbeiterproteste

An verschiedenen Orten des Irans sind Arbeiter auf die Straße gegangen. Ein Beispiel sind die 1200 Arbeitnehmer der sherkate haml-o-naqle beyn-ol-mellaliye xalije fars (Internationale Transportgesellschaft am Persischen Golf), die ihre Lohnrückstände einfordern. Es handelt sich um eine privatisierte Firma, was sich nicht nur darin äußert, dass die Arbeiter ihren Lohn nicht oder um Monate verspätet ausbezahlt bekommen, sondern auch darin, dass die Firma die Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlt, so dass die Arbeiter nicht mehr zum Arzt gehen können, weil der Versicherungsschutz nicht mehr gewährt wird.
Die Arbeitnehmer fordern jetzt, dass die Firma wieder verstaatlicht wird.
Laut Angaben der Firmenwebseite verfügt diese über eine „Flotte“ von 500 LKW und rund 100 Filialen und Vertretungen. Sie ist nach eigenen Angaben namentlich im Transport und der Lagerung von Getreide aktiv. Man darf annehmen, dass die Privatisierung auch hier in die Taschen der Revolutionswächter und ihres Umfelds erfolgte. Informationen hierüber gibt es leider nicht. In diesem Fall wäre es zumindest nicht verwunderlich, dass die Versicherungsbeiträge straflos „eingespart“ wurden.

https://www.radiofarda.com/a/iran_workers_wage_unpaid_strike_demonstration/28811014.html
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
tajammo°e kargarane chand karxane dar noqate moxtalefe iran

http://www.pgtco.ir/

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Urumije (Iran): Wütender Protest


In Urumije verbreitete sich das Gerücht, dass der Hausmeister einer Schule ein 12-jähriges Mädchen sexuell belästigt habe. Die Behörden dementierten und erklärten, der Vater des Mädchens habe seine Anzeige auch wieder zurückgezogen. Diese Erklärungen fruchteten nichts. Wütende Menschen versammelten sich in der Nähe der Schule, kippten das Auto des Hausmeisters um und schlugen die Scheiben der Schule ein.
Über den Wahrheitsgehalt des Gerüchts ist damit nichts gesagt. Die Reaktion der Bevölkerung zeigt aber, dass die Glaubwürdigkeit der Behörden in der Öffentlichkeit sehr gering ist und dass die Menschen sich immer mehr trauen, gewaltsam in der Öffentlichkeit aufzutreten, obwohl der Polizeiapparat im Iran massiv ausgebaut ist und zu allen Schandtaten fähig ist.
Das ist eine neue Entwicklung. Der Weg zur Lynchjustiz oder zu einem gewaltsamen Aufstand ist nicht mehr weit.

https://www.radiofarda.com/a/alleged-report-on-assault-to-schoolgirl-drive-Urmia-residence-angry/28811216.html
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
azare yek doxtare danesh-amuz

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Iran: Rentner gehen auf die Straße

In Teheran und mehreren anderen iranischen Großstädten wie Kermanschah oder Isfahan gingen vergangenen Samstag die Rentner auf die Straße, um gegen die Zerstörung des Rentensystems durch die korrupten Machthaber und gegen die niedrigen Renten zu protestieren. Eigentlich sollte eine amtliche Ehrung der Rentner vor dem „Einheitspalast“ (Talare Wahdat) im Zentrum Teherans stattfinden. Aber als die Machthaber von den geplanten Protesten erfuhr, verlegten sie eine Stunde vor der Veranstaltung den Ort der amtlichen Ehrung. Mehrere Tausend Rentnerinnen und Rentner, die zuvor im Schuldienst, im Krankenhaus und bei der Armee gearbeitet hatten, protestierten gemeinsam gegen die Bedingungen, unter denen Rentner heute im Iran leben müssen.
Auf den Plakaten waren u.a. folgende Sätze zu lesen:

hoquqe ma yek milyun, xatte faqr chahar milyun (unteres Foto)
- Unsere Rente beträgt eine Million (Rial), die Armutsgrenze liegt bei 4 Millionen.
ye extelas kam beshe, moshkele ma hal mishe
- Eine Veruntreuung weniger und unser Problem ist gelöst. (Spielt auf die Korruption an – die Kassen der Versicherungen wurden von den staatlich eingesetzten Direktoren geplündert, die Rentner haben das Nachsehen)
sofreye ma xaliye, zolm-o-setam jariye
- Unser Tisch ist leer, Unrecht und Unterdrückung sind verbreitet.
Hervorzuheben ist, dass Protestkundgebungen nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in einer Reihe anderer Städte stattfanden und dass die Rentner ganz verschiedener Berufsgruppen aus dem Staatsdienst zusammenarbeiten.

Quelle:
http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1906&Id=30&pgn=
vom 25. Schahriwar 1396 (16. September 2017)
gerde-ham-ayiye bozorge bazneshastegane farhangi, parastari wa arteshi wa digar zahmatkeshan dar 25 shahriwar 1396 dar tehran wa shahrestanha

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Iran: Nein zur Zwangsverschleierung

Im Iran gibt es derzeit eine Bewegung, aus Protest gegen die zwangsweise Verschleierung der Frauen jeden Mittwoch weiße Kopfbedeckungen zu tragen (die Ajatollahs haben ihren Kleiderterror nicht nur auf die Form, sondern auch auf die Farben ausgeweitet). Eine junge Frau, Schima Baba‘i, erhielt jetzt eine Vorladung von der Justiz. Ihr wurde mitgeteilt, dass die Kampagne gegen die Zwangsverschleierung illegal sei und ihr droht eine Verhaftung. Schima Baba‘i war trotzdem bereit, ein Interview zur Sache zu geben, in dem sie auch eine Kopie der Vorladung zeigt, die sie erhalten hat. Im Gebäude waren auch andere Frauen anwesend, gegen die in der selben Sache ermittelt wird. Schima Baba‘i sagt zum Schluss deutlich, dass die Verfolgung kein Grund für sie ist, von ihrem Kampf für ihre Rechte und gegen die Zwangsverschleierung abzulassen.
Das Video stammt schon vom Vormonat, wurde aber erst jetzt auf youtube veröffentlicht:
https://youtu.be/cJw35iRI8a4

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=136829
vom 19. Schahriwar 1396 (10. September 2017)
film / shima baba‘i be jorme e°teraz be hejabe ejbari bazdasht shod

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Iran: Hungerstreik im Gouhar-Dascht-Gefängnis


Im Gefängnis von Gouhar-Dascht, auch als Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Karadsch bekannt, befinden sich derzeit (Stand vom letzten Mittwoch) 11 politische Gefangene im Hungerstreik. Da nur einmal pro Woche, nämlich mittwochs, Gefangene in diesem Gefängnis besucht werden können, gibt es auch nur mittwochs neue Informationen über die Gefangenen. Die Häftlinge, die schon 44 Tage im Hungerstreik sind, fordern zum einen angemessene medizinische Behandlung, andererseits protestieren sie gegen die unhygienischen und ungesunden Haftbedingungen. So gibt es keine ausreichende Luftzirkulation in den Zellen, Wasser gibt es nur zwei Stunden am Tag, und nur kaltes Wasser, und „Duschen“ ist nur beim Hofgang mit einem Wasserschlauch möglich. Geschwächte und gehbehinderte Gefangene schaffen den Weg zum Hofgang nicht. Die Ernährung ist ebenfalls katastrophal. Die Wärter kassieren von den Gefangenen Geld dafür, bringen aber dafür verdorbene Lebensmittel. Auch der Gefängnisladen verkauft keine frische Ware.
Der Hungerstreik ist ein Hilferuf der Gefangenen, aber die Gefängnisleitung und der zuständige Haftrichter konstruieren daraus gleich wieder neue Vorwürfe: Beleidigung des religiösen Führers, Beleidigung der Behörden, Verletzung der Anstaltsordnung. Den 11 Hungerstreikenden drohen deshalb zusätzliche zwei bis zweieinhalb Jahre Gefängnis, dafür, dass sie ihre Rechte einfordern.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82036
vom 18. Schahriwar 1396 (9. September 2017)
waxamate hale zendaniyane raja‘i-shahr ba°d az 40 ruze e°tesabe ghad_a

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82081
vom 20. Schahriwar 1396 (11. September 2017)
axarin wad.°iyate zendaniyane e°tesabi

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Iran: Streik und Demonstration in Bane wg. tödlichen Schüssen auf zwei Lastenträger

Wir haben darüber berichtet, dass in Bane (Iranisch-Kurdistan) zwei Lastenträger durch Grenzpolizisten erschossen worden sind.

Nach Äußerungen eines Abgeordneten der Region im iranischen Parlament, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden müssten, kam es heute in Bane zu solidarischen Streiks, einer großen Demonstration und Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

Ein kurzes Video von ca. 40 Sekunden Dauer zeigt die explosive Atmosphäre auf den Straßen von Bane.

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Bane (Kurdistan/Iran): Grenzbataillon erschießt 2 Lastenträger


Wie iranische Medien berichten, haben heute Angehörige des iranischen Grenzbataillons zwei kurdische Lastenträger in Bane (Mantaqeye Bazare Bane – Marktgebiet Bane) erschossen. Die Medien sprechen von „tirandazi“ (Schusswechsel), es steht aber keineswegs fest, dass die Lastträger bewaffnet waren oder geschossen hätten. Der Vorfall wurde vom örtlichen Abgeordneten auch im iranischen Parlament zur Sprache gebracht. Die Lastenträger sind im iranisch-irakischen Grenzgebiet tätig und bringen Ware aus dem Irak auf dem Rücken (manche auch auf Reittieren) in den Iran. Schon die Naturgefahren machen den Weg lebensgefährlich, aber selbst wenn die Gefahren überstanden sind, lauert immer noch der Staat. Detaillierte Informationen über den Vorfall sind noch nicht zugänglich, die Angehörigen der beiden Erschossenen haben heute jedenfalls vor dem Amtssitz des Chefs der Sicherheitsorgane von Bane (Farmandari) demonstriert.

http://www.jamnews.ir/detail/News/827064
vom 13. Schahriwar 1396 (4. September 2017)
koshte shodane do kulebare bane‘i dar tirandaziye hange marzi

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=136432
vom 13. Schahriwar 1396 (4. September 2017)
tajammo°e xanewadehaye kulebaran motewaffiye bane‘i moqabele farmandari

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Iran: 60-tägiger Protestmarsch für das Recht auf die eigene Musik


Eine vierköpfige iranische Familie ist aus Protest gegen das von iranischen Islamisten durchgesetzte Verbot der Aufführung von Konzerten in der Region Maschhad, zuletzt das Konzert von Meister Shahram Naseri in Qutschan (Region Maschhad), zu einem 60-tägigen Protestmarsch aufgebrochen, in dessen Verlauf sie auch verschiedene bekannte Musiker besuchen. Ihr nächstes Ziel ist Sanandadsch im iranischen Kurdistan. Sie protestieren damit gegen die Unterdrückung der iranischen Musik durch die iranischen Machthaber. Vergessen wir nicht: Der „Islamische Staat“ ist keine Neuerfindung aus Syrien/Irak, sondern seit 1979 unter dem Namen „Islamische Republik Iran“ im Iran seit über 38 Jahren an der Macht. Und genauso lange geht der Kampf der Bevölkerung, ihre Rechte gegen die herrschenden Fundamentalisten durchzusetzen. An Verboten und Verfolgung fehlt es nicht, aber der Protest findet immer wieder neue Wege…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=136436
vom 13. Shahriwar 1396 (4. September 2017)
rahpeyma‘iye 60 ruze-ye yek xanewadeye mashhadi dar e°teraz be laghwe konsertha ba sho°are haqq darim awazhaye sarzamine madarira dar shahreman beshenawim

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=136410
vom 13. Shahriwar 1396 (4. September 2017)
rahpeyma‘iye 60 ruze-ye xanewadeye mashhadi dar e°teraz be laghwe konsertha

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Iran: Arbeiter verkaufen ihre Nieren


Die 300 Arbeiter der Kupferfabrik Tschahar Gonbad in Sirdschan haben am Eingangstor der Firma ein Plakat aufgehängt, in dem sie darauf hinweisen, dass sie aufgrund ihrer Armut gezwungen sind, ihre Niere zu verkaufen. Für Interessenten ist eine Handy-Nummer angegeben.
Während der Direktor der Arbeitsamts von Sirdschan dieses Plakat als „Satire“ bezeichnet, ist aus dem Mund von Ramadan Schahsawari anderes zu hören. Ramadan Schahsawari ist der Vorsitzende des Islamischen Rats dieser Firma. Der Islamische Rat ist eine staatliche gelenkte und keine freie Gewerkschaft. Deswegen lassen seine Worte erahnen, was da wirklich los ist. Er beschreibt, dass die Arbeiter ohnehin nur den staatlichen Mindestlohn erhalten, einen Hungerlohn. Und seit zwei Monaten wird auch der nicht mehr ausbezahlt. Außerdem wurden die Lohngruppen zusammengelegt, so dass die Arbeiter im Schnitt weniger verdienen. Ein Teil der Arbeiter wohnt zur Miete, sie müssen also Geld aufbringen. Da noch von „Satire“ zu reden, grenzt an Zynismus.

https://www.radiofarda.com/a/iran_sirjan_workers_wage_kidny_selling/28701041.html
vom 6. Schahriwar 1396 (28.08.2017)
300 kargare sirjani: nane shab nadarim, koliyehaye xodra miforushim

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Istanbul: Meine Kleidung geht dich nichts an


Meine Kleidung geht dich nichts an!

Im Maçka-Park in Istanbul fand heute eine Kundgebung dagegen statt, dass ein Sicherheitsbediensteter versucht hatte, eine Frau aus dem Park zu werfen, weil sie nicht „anständig“ gekleidet sei. „Sie können hier nicht so herumlaufen, die anderen Menschen fühlen sich belästigt.“ hatte er behauptet. Und weiter: „Hier sind auch Familien. Und wenn Sie dann vergewaltigt werden, rufen Sie noch um Hilfe.“ Der Sicherheitsbeamte wurde laut Angaben der Stadtverwaltung Istanbul inzwischen vom Dienst suspendiert. Er arbeitete für eine Drittfirma. Wie man sieht, ist Leiharbeit auch beim türkischen Staat gang und gebe.

http://www.diken.com.tr/macka-parkinda-bir-kadini-taciz-eden-guvenlikci-aciga-alindi/
31/07/2017 16:30

Maçka Parkı’nda bir kadını taciz eden güvenlikçi açığa alındı

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Iran – Ahwas: 4000 Stahlarbeiter protestieren


Seit über einer Woche streiken rund 4000 Stahlarbeiter der Stahlfirma Goruhe Melliye Fulade San°atiye Ahwaz, weil sie seit über drei Monaten ihren Lohn nicht erhalten haben. Auch ihre Sozialversicherung wurde vom Arbeitgeber nicht bezahlt, so dass sie eine ärztliche Behandlung privat aus ihrer Tasche bezahlen müssen. Der Arbeitgeber ist derzeit die iranische Justizverwaltung, da der ursprüngliche Eigentümer wegen Unterschlagung im großen Stil inhaftiert wurde und die Firma daraufhin an die Justizverwaltung übertragen wurde. Wie man sieht, hält sich die Justizbehörde selbst nicht an die iranische Arbeitsgesetzgebung.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=81282
vom 7. Mordad 1396 (29. Juli 2017)
e°teraze 4000 nafare kargarane goruhe melliye fulade san°atiye ahwaz

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Türkei: Marsch für die Gerechtigkeit

Nach einem über 400 Kilometer langen Fußmarsch traf gestern der Führer der türkischen CHP in Maltepe ein, das in der Großregion Istanbul liegt und von einem CHP-Bürgermeister regiert wird. Dort forderte er im Beisein von anderthalb Millionen Anhängern Gerechtigkeit, eine weitere Million musste aus Platzmangel draußen warten. Der Fußmarsch und die gewaltige Kundgebung ist ein Symbol der nach wie vor starken Widerstände in der türkischen Gesellschaft gegen die Alleinherrschaftsansprüche von Staatspräsident Erdogan.
Oray Egin trifft aber in seinem Kommentar in der kritischen Internet-Zeitung diken (der Stachel) den wunden Punkt des Protests: Die Protestmarschierer entstammen im wesentlichen der Wählerbasis der CHP. Der Protest umfasste weder die Kurden, noch die Konservativen, noch Menschen aus dem religiösen Lager, die mit Erdogan unzufrieden sind – und das sind Millionen, wie wir beim Verfassungsreferendum sehen konnten. Oray Egin kritisiert auch, dass der CHP-Führer Kilicdaroglu in seinem 10-Punkte-Manifesto so etwas wie eine Petition verlesen hat. Ein Aktionsplan war es nicht. So mangelt es dem Protest nach wie vor am Willen und der Fähigkeit, Koalitionen mit anderen Unzufriedenen zu schmieden. Und so dürfte eintreffen, was Oray Egin in seiner Überschrift schreibt: Sollen morgen nur Wahlen sein und soll Kemal Kilicdaroglu Kandidat sein – gegen Erdogan wird er verlieren!

http://www.diken.com.tr/oray-egin-yarin-secim-olsun-kemal-kilicdaroglu-aday-olsun-erdogana-karsi-kaybeder/
vom 10/07/2017 09:29
Oray Eğin: Yarın seçim olsun, Kemal Kılıçdaroğlu aday olsun… Erdoğan’a karşı kaybeder

http://www.birgun.net/haber-detay/adalet-mitingi-icin-milyonlar-maltepe-ye-akin-etti-168933.html
vom 09.07.2017 11:08
Adalet Mitingi için milyonlar Maltepe‘ye akın etti

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Iran: Bankdirektor an Baum gefesselt

Gholam-Ali Dscha‘farsade Iman-Abadi, der Abgeordnete von Rascht im iranischen Parlament, berichtete kürzlich, dass die Politik der Zentralbank im Iran die Bevölkerung so erzürnt habe, dass diese ihre Wut am Bankpersonal vor Ort auslässt. So sei ein Bankdirektor kürzlich in seiner Stadt an einen Baum gefesselt worden.
Hintergrund ist die Tatsache, dass die Zentralbank allen möglichen Leuten aus dem Dunstkreis der Sicherheitsorgane oder anderen einflussreichen Personen ohne lange Prüfung erlaubt hat, Banken zu eröffnen. Dort hat die Bevölkerung dann Geld eingezahlt, worauf die Banken sang- und klanglos in Konkurs gingen und das eingezahlte Geld schluckten. Es ist gut möglich, dass der geschilderte Vorfall sich auf so eine Konkursbank bezog. Der Direktor der Bank muss an der Unterschlagung der Gelder nicht einmal Schuld sein, viel eher diejenigen im Hintergrund, die die Bank eröffnet haben.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=131735
vom 5. Tir 1396 (26. Juni 2017)
mardom ra‘ise bank-ra dar yeki az shahrha be deraxt bastand

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Iran: Weiß statt schwarz

Die Frauenbewegung im Iran sucht ständig neue Wege, um einen Ausweg aus dem Kleidergefängnis der Ajatollahs zu finden. Dazu ziehen sie jeden Mittwoch weiße Kopftücher an, um gegen das verordnete Schwarz zu protestieren. Der Ort ist beliebig.
https://www.radiofarda.com/a/b52-6th-hour-hijab-white-wednesdays/28575594.html
vom 2. Tir 1396 (23. Juni 2017)
chaharshanbehaye zanani ke sar baz mizanand

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