Archiv der Kategorie 'Protest'

Iran: Vor Erdölfirma: Sitzstreik bei 50°C


Mas‘ud Ken‘ani

Am 30. August meldete die iranische Webseite peykeiran.com, dass der 40-jährige Mas‘ud Ken‘ani in Ahwas vor dem Gebäude der staatlichen Erdölbohrfirma Sherkat-e Melli-ye Haffari-ye Iran (Nationale Bohrgesellschaft des Irans) sein Zelt aufgeschlagen hat, um im Namen der Arbeitslosen und Kranken der Stadt den iranischen Erdölminister zu sprechen, der nach Ahwas zu Besuch kommt. Ahwas ist ein Zentrum der iranischen Erdölproduktion.

Brot und Luft zum Atmen
Über dem Zelteingang hat Mas‘ud Ken‘ani ein Plakat aufgehängt: „Na:n o nafas“ – Brot und Luft zum Atmen, heißt die Forderung. Als er sein Zelt vor der Erdölfirma aufschlug, kamen die Verantwortlichen der Firma zu ihm und fragten: „Wer gibt dir das Recht, hier zu protestieren?“ Worauf er sie fragte: „Und wer gibt euch das Recht, die Bürger krank zu machen? Wer gibt euch das Recht, die Umwelt kaputt zu machen?“

Erdölförderung in einer Millionenstadt
Die staatliche Erdölbohrfirma fördert an mehreren Stellen in (!) der Millionenstadt Ahwas Erdöl. Die Folgen für die Qualität der Luft, mit Schäden an Pflanzen und Menschen, sind beachtlich. So berichtet Mas‘ud Ken‘ani, dass vier Mitglieder seiner Familie an Asthma leiden. Er steht zwar allein da, aber er sagt, dass andere, die von Arbeitslosigkeit und Gesundheitsschäden betroffen sind, ihn gebeten hätten, ihre Forderungen an den Erdölminister zu überreichen. Und die heißt: Das Ministerium soll für die Schäden Verantwortung tragen, die seine Produktion an der Umwelt und an der Gesundheit der Menschen anrichtet.

Auch die Dattelpalmen mögen keine Abgase
Mas‘ud Ken‘ani, ein Naturfreund, besucht regelmäßig die Gebiete in der Region Ahwas, wo Palmen wachsen. Was er dort sieht, ist beunruhigend. Auch die Palmen gehen ein. Wer übernimmt die Verwantwortung? fragt er.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=115378
vom 9. Schahriwar 1395 (30. August 2016)
e°tera:z-e shahrwand-e ahwa:zi be wazir-e naft / „naft: na:n o nafas-ra: gereft“

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Iran: Ausschreitungen um Bergsee Chaghakhur in Boldaji

In der Kleinstadt Boldaji (11.000 EinwohnerInnen) ist es heute, den 19.7.2016 zu heftigen Auschreitungen gekommen bei denen es Tote und Verletzte gab. Hintergrund ist ein Konflikt um die geplante Wasserentnahme aus einem naturnahen Bergsee namens Chaghakhur.

Der See hat eine Fläche von 2300 Hektar, besitzt aber nur eine geringe Wassertiefe (max. 3 Meter). Er liegt auf halber Berghöhe auf einer Alm und wird im Sommer von Nomaden frequentiert, die dort ihre Herden grasen lassen. Wie auf den Fotos zu sehen ist, liegt der See in einer idyllischen, naturnahen Landschaft ohne menschliche Ansiedlungen. Er ist bedeutend für die die Vogelmigration und einige seltene Pflanzenarten.

Aus diesem See soll Wasser für Städte in hunderten Kilometer Entfernung entnommen werden. Die lokale Bevölkerung ist natürlich dagegen und wehrt sich gegen die heute angelaufenen Baumaßnahmen. Nachdem juristische Interventionen erfolglos waren kam es zu Protesten und Schießereien sowohl in der Kleinstadt Boldaji und an den Baustellen.

In Boldaji konzentrierten sich die Proteste vor dem Gerichtsgebäude. Es kam zu Ausschreitungen seitens der lokalen Bevölkerung, die u.a. mit Steinen warf und zu Schüssen seitens der Polizei. Es gab mindestens einen Toten und ca. 30 Verletzte.

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Iran: Polizei erschiesst Zivilisten und die Menschen protestieren wütend

In dem kleinen Ort Nakhl Taghi in der Nähe der Hafenstadt Asaluyeh (Südiran) hat die Polizei vorgestern, am Mittwoch, den 6. Juli 2016 einen Menschen auf offener Straße erschossen. Er wurde fälschlicherweise des Schmuggelns verdächtigt. Noch am gleichen Tag kam es zu heftigen Ausschreitungen gegen die Polizei und den iranischen Staat.

Laut der Website gooya news wurde Chalil Bagheri, ein junger Mann aus Nakhl Taghi, erschossen, kurz nachdem er etwas von seinem Boot geholt hat und auf seinem Motorrad davon gefahren ist. Angeblich hat die Polizei hinter ihm hergerufen, dass er anhalten soll, was er nicht tat. Daraufhin hat sie geschossen und ihn getötet. Es ist nicht bekannt, was Nakhl Taghi transportiert hat, es könnte alles mögliche gewesen sein.

Obwohl die Polizei nicht wissen konnte, ob er ein Schmuggler ist, ist sie wie selbstverständlich davon ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft von Asaluyeh hat heute, Freitag, den 8.7.2016 erklärt, dass kein Schmuggel vorlag.

Bewohner von Nakhl Taghi lieferten sich noch am gleichen Tag heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es kam zu Straßenkämpfen bei der u.a. ein Polizeifahrzeug ausbrannte. Des weiteren wurde die Polizeistation in Brand gesetzt. Die Kämpfe dauerten bis in die Nacht. Die Polizei musste aus Nachbarorten zusätzliche Kräfte anfordern, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Die Menschen in Nakhl Taghi sind sehr arm und haben kaum eine Möglichkeit ihren Lebenunterhalt zu verdienen. Männer und Frauen schmuggeln oft Waren mit ihren kleinen Booten zwischen vorgelagerten Inseln und der Hafenstadt Asaluyeh. Es ist ihre einzige Verdienstmöglichkeit.

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Iran: Student kritisiert Religiösen Führer persönlich

Verfassungsfeindliche Justiz, Hausarrest und Korruption

Am 2. Juli 2016 kritisierte Mohammad-Ali Kam-Firusi, ein Doktorand der Universität Teheran, die iranische Justiz und den Hausarrest gegen die Präsidentschaftskandidaten von 2009 persönlich vor den Augen des Religiösen Führers. Er war zusammen mit über 1000 Studenten zum Empfang beim Religiösen Führer eingeladen worden.
Mohammad-Ali Kam-Firusi warf der Justiz vor, sie schwinge sich selbst zum Gesetzgeber auf und ignoriere das iranische Grundgesetz, wenn sie an der Universität die Zulassung diverser Gruppen verbiete, denen zu Unrecht bestimmte Etiketten angeheftet würden. Die Folge sei, dass das, was an solchen Empfängen zur Sprache komme, längst nicht das ganze Spektrum abdecke, was die Interessen der Studenten betreffe.

Mohammad-Ali Kam-Firusi

Er kritisierte auch, dass Versammlungen und Forderungen der Studenten, die ihre Studienbedingungen betreffen, kriminalisiert würden und die Sicherheitsorgane außerhalb der Uni die Studenten sogar bedrohten. Dabei sollten die Unis ein Hort der Freiheit und des freien Denkens sein.
Der Student wies auch auf den Widerspruch zwischen den Zielen der Revolution hin, die einen wirtschaftlichen Ausgleich anstrebte, und der Tatsache, dass heute eine ausufernde Korruption auf der einen Seite herrsche, während Arbeiter ausgepeitscht würden.
Verklausuliert sprach er auch den Hausarrest gegen Mirhossein Mussawi, Mehdi Karrubi und Sahra Rahnaward an, als er von illegalen Beschränkungen sprach, denen früher politische Persönlichkeiten ausgesetzt seien, die zudem in den Medien verleumdet würden, ohne dass sie sich dagegen wehren könnten.

Die Antwort des Führers

Nach den Worten der Studenten ging Ajatollah Chamene’i, der sehr wohl verstanden hatte, worauf der Student anspielt, auf den Hausarrest ein, aber nicht auf die anderen Kritikpunkte: „Meine Position bezüglich der Verschwörung von 2009 (gemeint sind die Millionenproteste gegen die Wahlfälschung auf Betreiben Chamene’is) ist klar. In diesem Punkt bin ich empfindlich, und das ist auch mein Maßstab. Es geht darum, nicht diejenigen zu verteidigen, die die Anführer der Verschwörung waren oder sie missbrauchten und bis heute kein bisschen Reue zeigten.“
Mit anderen Worten: Der Student hat die Opfer des Hausarrests verteidigt, also ist er ein Feind, also brauche ich auf die übrige Kritik auch nicht zu antworten. Was mit diesem neu gekürten „Feind“ passiert, wird die Zukunft weisen.

http://www.dw.com/fa-ir/%D8%A7%D9%86%D8%AA%D9%82%D8%A7%D8%AF-%DB%8C%DA%A9-%D8%AF%D8%A7%D9%86%D8%B4%D8%AC%D9%88-%D8%AF%D8%B1-%D8%AD%D8%B6%D9%88%D8%B1-%D8%AE%D8%A7%D9%85%D9%86%D9%87%D8%A7%DB%8C-%D8%A8%D9%87-%D8%AF%D8%B3%D8%AA%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D9%82%D8%B6%D8%A7-%D9%88-%D8%AD%D8%B5%D8%B1-%D8%AE%D8%A7%D9%86%DA%AF%DB%8C/a-19374862
Deutsche Welle vom 03.07.2016
enteqade yek daneshju dar hozure xamene’i be dastgahe qad.a wa hasre xanegi

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Iran – Maschhad: Nach „Telegram-Messenger“-Aktion 2 Jugendliche verhaftet

Vergangenen Donnerstag war es in Maschhad zu einer Versammlung in der „Proma“-Passage in Maschhad gekommen, zu der Jugendliche über Telegram-Messenger aufgerufen hatten. Eine Reihe Teilnehmer wurden festgenommen und wieder freigelassen, nachdem sie „Reue“ gezeigt hatten, ein 19-Jähriger und ein 20-Jähriger wurden als „Aufrufer“ in Haft genommen. Sie sollen erklärt haben, sie hätten den Teheranern nur zeigen wollen, dass man in Maschhad so was auch auf die Beine bekomme. In Teheran hatten Jugendliche unlängst in der Kurusch-Passage eine ähnliche Aktion gestartet.
Anmerkung: Soweit die Angaben über Telegram-Messenger bei wikipedia.de richtig sind, ist die Plattform Telegram-Messenger gegen polizeistaatliche Verfolgung anfällig:
„Die versendeten Nachrichten werden unverschlüsselt auf dem Speicher des Gerätes abgelegt und können daher von einem Angreifer mit Zugriff auf das Gerät ohne weiteres ausgelesen werden.“ Wie man sieht, reicht es, eine Reihe von Teilnehmern festzunehmen und deren Handys einzusammeln, dann muss man nur noch die Speicher auslesen…

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=111372
vom 6. Tir 1395 (26. Juni 2016)
dastgiriye da°wat-konandegane mitinge daheye haftadi-haye mashhad

https://de.wikipedia.org/wiki/Telegram_Messenger

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Iran: 200 Arbeiter vor der Sicherheitsbehörde von Mobareke

Mehr als 200 Arbeiter der Polyacryl-Werke von Isfahan haben sich am Sonntag vor der Sicherheitsbehörde (Farmandari) des Kreises Mobareke versammelt, um gegen die ausstehenden Löhne und Prämien für dieses Jahr und einen Teil des letzten Jahrs zu protestieren und um die Behörde um Unterstützung bei ihren Forderungen zu bitten. Von den ausstehenden Lohnzahlungen sind sowohl Arbeiter mit 1-Jahr-Arbeitsverträgen und Leiharbeiter betroffen, also ein Personenkreis, der sich besonders schlecht wehren kann. Umso beachtlicher, dass sich die Betroffenen trotzdem an die Öffentlichkeit wagten, denn eine Entlassung ist unter den herrschenden Bedingungen im Iran kein Problem.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=111344
vom 6. Tir 1395 (26. Juni 2016)
kargarane poli akril moqabele farmandariye mobareke tajammo° kardand

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Teheran: Flash-Mob zur Feier des Schuljahresendes


In der Kurusch-Passage in Teheran

Am Mittwoch vergangene Woche (8. Juni 2016) versammelten sich Jugendliche nach Verabredung über das soziale Netzwerk (Seiten wie telegram und instagram) in der Kurusch-Einkaufspassage in Teheran und im Wasser-und-Feuer-Park von Teheran, um das Ende des Schuljahrs zu feiern. Den Staatsorganen war dieses suspekt, sie sperrten zwei Eingänge der Kurusch-Passage und setzten Tränengas ein, um die friedliche Versammlung aufzulösen. Es waren vielleicht 3000 Jugendliche gekommen.

Von einer anderen angekündigten Versammlung im Bustan-Park im Süden Teherans erfuhren die sogenannten Sicherheitskräfte frühzeitig, so dass sie den ersten Aufrufer zum Verhör vorladen konnten und das Treffen abgeblasen wurde.

Solche spontanen Versammlungen wurden auch schon benutzt, um vor der Schulbehörde gegen zu schwere Prüfungen zu protestieren. Diese Proteste fanden allerdings nicht ihren Weg in die Medien.


vor der Kurusch-Passage

Wie man sieht, nutzt auch die iranische Jugend die neuen Technologien, und noch hat der Unterdrückungsapparat Mühe, damit Schritt zu halten. Die Volksrepublik China mit ihrem ausgefeilten Zensurapparat ist dem Iran da weit voraus…


Die Polizei – der treue Begleiter von Jugendprotesten…

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110260
vom 19. Chordad 1395 (08.06.2016)
°aks / mitinge jawanane daheye haftadiha wa hashtadiha dar pasazhe kurush

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/213473.php
vom 21. Chordad 1395 (10.06.2016)
tajammo°e jawanan dar parke ab wa atash tawassote mamuran be xoshunat keshide shod

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Iran: Karun-Fluss in Gefahr


Die Bevölkerung in Ahwas, einer der heißen Regionen im Westen Irans, ist darüber besorgt, dass Wasser aus dem Karun-Fluss in andere Regionen umgeleitet werden soll. Sie befürchten, dass der Karun dann ebenso austrocknet, wie dies bei einem anderen Umleitungsprojekt der Fall war, dem Sayande-Rud in Isfahan.

http://www.akhbar-rooz.com/news.jsp?essayId=73790
vom 3. Chordad 1395 (23.05.2016)
tajammo°e mojaddade shahrvandane ahvazi dar e°teraz be enteqale abe karun

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Iran: Das Geld der Heiligen stinkt

Am Donnerstag, den 12. Mai 2016, fand in Maschhad, einem religiösen Zentrum des Irans, eine Kundgebung statt. Mit dieser Demonstration brachten die Opfer finanzieller Machenschaften ihren Protest zum Ausdruck, die ihr Geld Finanzinstituten anvertraut hatten, die den Pasdaran, der Justizverwaltung und der Stiftung des Imam-Resa-Heiligtums gehören. Die Reaktion der sogenannten Sicherheitsorgane bestand darin, bestimmte Straßen zu sperren und Menschenansammlungen gewaltsam aufzulösen. Ein Video-Film vom Polizeieinsatz, der auf der Webseite von Peyke-Iran zu sehen war, ist nicht mehr abgreifbar.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=108539
sarkube shadide tazahorate emruz mashhad + film
Massive Niederschlagung der heutigen Demonstration in Maschhad
vom 23. Ordibehescht 1395 / 12. Mai 2016

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Iran: Umweltschutz heißt Schutz der Wasservorräte


Frau Ma’sume Ebtekar, Direktorin der iranischen Umweltschutzbehörde, spricht

Radio Farda berichtete am 10. Mai 2016 vom Besuch der Direktorin der iranischen Umweltschutzbehörde (Sazman-e Mohit-e Zist-e Iran), Frau Ma’sume Ebtekar in der Provinz Tschahar-Mahal und Bachtiyari (Chahar-Mahal und Bakhtiyari), die dort am Vortag einen Vortrag hielt.

Umweltschützer und Umweltschützerinnen aus der Region nutzten die Gelegenheit, um durch Hochhalten von Plakaten auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Sie protestierten gegen die Umleitung von Wasser von Behescht-Abad nach Kerman, Jasd und Isfahan und namentlich gegen die Tunnelbauten Sabs-Kuhe und Kuh-Rang, die Wasser in den Zentraliran ableiten und dadurch zu Wasserarmut im Einzugsbereich des Karun-Flusses führen. Im Falle von Kuh-Rang handelt es sich schon um den dritten Tunnel – zwei andere wurden schon früher fertiggestellt. Der Persische Wikipedia-Artikel zu den Tunnels von Kuhrang ignoriert Umweltthemen konsequent.


Die Trennung der Geschlechter gilt auch in der Umweltbewegung. Sonst wäre dies ein leichter Vorwand für die Machthaber, die Umweltbewegung zu verfolgen.

Quellen:
http://www.radiofarda.com/media/photogallery/f16--photogallery/27726209.html
(21. Ordibehescht 1395 / 10. Mai 2016: e°tera:ze ha:miya:ne mohite zist dar chaha:r-maha:l wa baxtiya:ri)
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%AA%D9%88%D9%86%D9%84_%DA%A9%D9%88%D9%87%D8%B1%D9%86%DA%AF
tunel-e kuhrang (15.05.2016)

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Minu Chaleqi aus Isfahan

Wie berichtet, hat die Abgeordnete Minu Chaleqi aus Isfahan mit einer der höchsten Stimmenzahlen den Einzug ins iranische Parlament geschafft – unter den Reformern landete sie nach der Stimmenzahl auf Platz 3. Der Wächterrat, der für die Zulassung der Kandidaten zuständig ist, erklärte darauf im Nachgang die Stimmen für die Abgeordnete für ungültig, obwohl er nach iranischer Gesetzgebung nach der Wahl kein Recht mehr hat, über die Eignung der Kandidaten zu befinden. Nach iranischem Recht kann das Parlament die Beglaubigung eines Abgeordneten ablehnen, wenn sich nachträglich Umstände herausstellen, die einen Abgeordneten als „ungeeignet“ qualifizieren. Die Siegerfraktion der diesjährigen Parlamentswahlen, die Reform-Liste Omid, betrachtet sie jedenfalls als gewählt, der Fraktionsvorsitzende Aref hat sie mit folgender SMS zur Sitzung eingeladen und auch ein Abendessen mit dem Präsidenten angekündigt.

Der Abgeordnete Ali Mottahari, der eine andere reformorientierte Liste anführt, hat die Bildung einer Kommission angeregt, die das Problem – wohl mit Vertretern des Wächterrats – „lösen“ soll. Für den Fall, dass sich die Kommission nicht einigen könne, schlug er vor, dass der Religiöse Führer entscheiden solle.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=108039
Peyk-e Iran, 5. Mai 2016
payamak-e aref be ‚minu xaleqi‘ baraye hosur dar siyafate shame rouhani / SMS von Aref (des Omid-Fraktionsvorsitzenden) an (die Abgeordnete) Minu Chaleqi zur Teilnahme am Abendessen mit (Präsident) Rouhani

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Iran: Offener Brief von 347 Professoren


Das sind die Stützen des Systems – aber es regt sich Widerspruch

347 iranische Professoren aus 72 Hochschulen und Lehreinrichtungen des Irans haben in einem offenen Brief die Politik der internationalen Verständigung und des Ausgleichs in der Innenpolitik unterstützt. Sie kritisieren in ihrem Brief die Einmischung der bewaffneten Organe in die Politik, die im Gegensatz zu den Anweisungen des verstorbenen Ajatollah Chomeini stehe. Mit ihrer Unterstützung der Regierungspolitik nehmen sie indirekt auch gegen den Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i Stellung, der seine Macht immer mehr auf die bewaffneten Organe stützt. Ihm, und nicht der Regierung, sind die Waffenträger des Landes untergeordnet. Insofern erfordert es Mut, eine solche Erklärung zu veröffentlichen.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/04/211323.php
vom 24.o4.2016

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Iran – Kuhdascht: Kleiner Erfolg im Protest gegen Wahlfälschung

Am 26. Februar 2016 fanden im Iran wieder Parlamentswahlen statt, nachdem der Wächterrat zahlreiche Reformkandidaten ausgesiebt hatte.
Für die Bevölkerung stand also nicht zur Wahl, wen sie vielleicht gerne gehabt hatte, sondern nur, wer von den Ausgesiebten der weniger Schlimme war. Aber selbst das war den Fundamentalisten schon zu viel.
In Kuhdascht in der Region Luristan (Südwestiran) hat der Verwaltungschef des Kreises Kuhdascht Mohammad Karam Mohammadi die Wahlergebnisse von Kuhdascht „bearbeitet“, so dass am Schluss nicht Mohammad Asadbacht (Azadbakht), der Kandidat der Dschebhe-ye Moscharekat (Beteiligungsfront, Partei der Reformisten), sondern Allahyar Malikschahi, der Kandidat der Fundamentalisten, zum Sieger erklärt wurde. Die abstimmende Bevölkerung merkte den Betrug und ging auf die Straße, wie dieses Foto zeigt.

Das nützte nichts. Der Wächterrat, der nicht nur für die fundamentalistische Aussiebung der Kandidaten, sondern auch für die Behandlung von Wahlbeschwerden zuständig ist, segnete trotz vorliegender Beweise für die Fälschung des Ergebnisses den Betrug ab. Für die Bevölkerung war die Sache damit nicht erledigt.
Wie die Webzeitung Peyke Iran am 6. April 2016 berichtete, hat jetzt die Regierung, die gegenüber dem Wächterrat und dem Religiösen Führer nichts zu vermelden hat, zumindest auf der symbolischen Ebene eingegriffen. Demnach hat der Provinzgouverneur von Luristan, Huschang Basumand“ (Hushang Bazumand) den bisherigen Kreisverwaltungschef von Kuhdascht, Mohammad Karam Mohammadi, seines Amts enthoben und ihn zum Amtsverweser der Provinzverwaltung für Kuhdascht ernannt.
Davon, dass gegen den Wahlfälscher und seine Helfershelfer nun ein Strafverfahren eingeleitet wurde, hört man allerdings nichts. So weit reicht der Mut oder die Macht der Regierung wohl nicht, denn auch die Justiz ist in der Hand der Fundamentalisten.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=106176

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Teheran: Festnahme von Tierschützerinnen

Hediye Tehrani, eine iranische Filmschauspielerin und Tierschutzaktivistin, wurde am 1. April 2016 zusammen mit 16 weiteren Aktiven für eine Stunde festgenommen, als sie zum Tag der Umwelt und der Tierrechte im Lale-Park in Teheran eine Gedenkveranstaltung abhielt. Die Festgenommenen wurden verhört und von den sogenannten Sicherheitsorganen unter Druck gesetzt, die Passwörter zum Inhalt ihres Handys zu geben. Die verfolgten Tier- und Umweltschützer sollen vor Gericht gestellt werden.

https://persian.iranhumanrights.org/1395/01/animal-rights-arrests/

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Wahlkampf im Iran mit Musik

Hier die Transkription des im Teheraner Umgangspersisch geschriebenen Liedtexts mit Übersetzung und Link.
Ein Lied, das es sich lohnt, anzuhören, zusammen mit den Begleitfotos aus dem iranischen Parlament.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/208256.php

Ali Sakariyayi und Resa Ehsanpur präsentieren:
Der Typ ist gekommen und will Abgeordneter werden
und der Macker von mir und dir und dem (den andern) werden

er sagt, er sei gekommen, um die Schmerzen zu heilen
ein Vorbild für die künftige Generation zu werden
(Strophe 2x)

die Freude, die der Typ euch wünscht,
der will nicht euch, der will eure Stimmen
warum sollen wir ihn zum Abgeordneten machen?
warum sollen wir ihn zum Verantwortlichen für die Zukunft machen?
als der Typ gekommen ist,
als der unverschämte Kerl gekommen ist,

gekommen ist, um zu genießen,
ach, um zu genießen,
ja, um zu genießen,
Bruder, um zu genießen,
mein Bester, um zu genießen,
um zu genießen und dann zu gehen
(Strophe 2x)

Schade um unsere Stimme, die wir ihm zu Füßen werfen
sind wir denn –
(fern von deiner Seele/deinem Leben =) ohne dich beleidigen zu wollen –
(so einer oder so was – gemeint zum Beispiel) sind wir ein Esel oder eine Kuh?
es gibt so viele Menschen, die besser sind als dieser Typ
gebe Gott, dass die einmal gewinnen

Korrekturlesen und Ordnen des Texts – von Amin

Ali Zakariyayi
wa Reza Ehsanpur
taqdim mikonand
yaru umade mixahad nemayande beshe
hame kareye to wa un bande beshe

mige umade dardaro darmun bokone
d.arb ol-mat_ale naslaye ayande beshe
(Strophe 2x)

del-xoshi ke in yaru shomaharo mixad
shomara nemixad yaru araro mixad
chera nemayandash konim?
mas’ule ayandash konim?
waqti ke yaru umade
un bache por-ru umade

umade halesho
ax halesho
are halesho
dadash halesho
aziz halesho
bebarad berawad
(Strophe 2x)

heyfe ra’ye maha ke be pahash berizim
mage ma dur az junet felanim o chizim
in hame adam hastan ke az yaru saran
inshallah haminha ham tahe kar mibaran

wirayesh wa tanzime matn – amin

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/208256.php

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