Archiv der Kategorie 'Revolutionswächter'

Flugzeugunglück im Iran: Fleisch mit Sternen

Am 14. Januar 2019 ist im Iran bei Karadsch ein Flugzeug des Typs Boeing 707 abgestürzt. Flugzeugabstürze sind im Iran nicht so selten, angeblich, weil die Ersatzteile für Flugzeuge durch die Sanktionen schwer zu erhalten waren und sind. Diese Erklärung überzeugt nicht so sehr, weil die Teile, die man zum Bau von Ultrazentrifugen für die Uran-Anreicherung benötigt, oder die Teile, die man zum Bau von Langstrecken-Raketen benötigt, trotz der Sanktionen besorgt wurden. Es ist wohl eher so, dass Unfallverhütung nicht zu den Prioritäten der iranischen Ajatollahs und der Pasdaran-Generäle gehört.
Das Besondere an diesem unglückseligen Flug ist ganz woanders zu finden. Angeblich transportierte das Flugzeug tiefgekühltes Schafsfleisch aus Kirgisistan in den Iran. Seltsam ist nur, dass es sich um ein Flugzeug der iranischen Luftwaffe handelte, wie bald bekannt wurde. Noch seltsamer ist das, was über die Passagiere des Flugzeugs bekannt wurde. Neben der Besatzung waren dies 16 Personen, und zwar zum Teil hochrangige Offiziere der Luftwaffe. Was haben die mit tiefgekühltem Schafsfleisch zu tun? Unter den Umgekommenen waren mindestens drei Offiziere des Geheimdienstes der Armee. Das Flugzeug ist auf dem Fath-Flughafen in Karadsch abgestürzt, es sollte angeblich den Peyam-Flughafen von Karadsch anfliegen. Beide Flughäfen unterstehen den Pasdaran (Revolutionswächtern), und nicht den Luftstreitkräften. Ein Luftwaffen-Stützpunkt wäre der Mehrabad-Flughafen in Teheran. Es sieht also so aus, als hätte das Flugzeug ganz andere Ware geladen gehabt als Fleisch, denn Schmuggel steht im Iran unter der Obhut der Revolutionswächter. Diese Ware sollte wohl auf einem Pasdaran-Flughafen entladen werden.

http://www.pyknet.net/1397/03dey/26/page/gozaresh.htm
vom 26. Dey 1397 (16.01.2019)
gozareshi dar bareye hawapeymaye 707 –
6 nezami qorbaniye sanehe dar hawapeymaye hamele gusht che mikardand

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Iran: Pasdar-General unter zwielichtigen Umständen umgekommen

Der Befehlshaber des Pasdaran-Stützpunkts Samen ol-A‘eme General Qodratollah Mansuri ist durch einen Schuss ums Leben gekommen. Wie es in einer Mitteilung der Landstreitkräfte der Revolutionswächter (Pasdaran) heißt, ist der Pasdar-General Qodratollah Mansuri, Oberbefehlshaber des Stützpunkts Samen ol-A‘eme „bei der Kontrolle und Reinigung seiner persönlichen Waffe durch einen Unfall im Kopfbereich“ ums Leben gekommen.
Man stelle sich vor: Ein Mann, der viele Jahre militärisch aktiv war und namentlich auch in Syrien, ist beim Waffenputzen ums Leben gekommen. Wenn jemand weiß, wie man mit einer Waffe umgeht, dann so jemand. Dass die Pasdaran keine bessere Erklärung für seinen Tod gefunden haben als so eine stupide Behauptung bedeutet, dass die Wahrheit noch wesentlich unangenehmer für sie ist.
General Qodratollah Mansuri war einer der Generäle, die das Vertrauen des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i genoss. Dieses Vertrauen soll in der letzten Zeit stark gelitten haben, laut Gerüchten soll General Mansuri sich sogar zuletzt geweigert haben, wieder nach Syrien zu gehen. Angeblich wurde ein passende Gelegenheit gesucht, wie man ihn loswird.
Die scheinen die interessierten Kreise nun gefunden zu haben…

https://news.gooya.com/2018/12/post-21591.php
vom 17. Dezember 2018
farmandehe qarargahe thamen ol-a‘eme dar daftaresh koshte shod

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Iranisch-Kurdistan: Lastenträger erschossen

Der Lastenträger Hadi Salimi wurde von Grenzpolizisten erschossen, zwei weitere Personen erlitten Verletzungen. Das geschah am letzten Donnerstag in der Nähe der iranisch-kurdischen Stadt Bane.


Lastenträger im iranisch-irakischen Grenzgebiet (Kulbaran)

Hadi Salimi war ein junger Mann, gerade mal 30 Jahre alt. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er hatte keine Arbeit und musste sich seinen Lebensunterhalt mit dem Transport von Lasten im iranisch-irakischen Grenzgebiet verdienen.

Als er erschossen wurde, befand er sich mit seinen Freunden auf dem Weg in den Irak um 12 Autoreifen abzuholen, die für den Iran bestimmt waren. Noch bevor sie die Ware erhalten hatten, kam es zur Erschießung. Die Leiche befindet sich nun im Krankenhaus von Bane. Geheimdienst und Revolutionswächter haben alle Wege zum Krankenhaus abgeriegelt – sie befürchten Proteste aus der Bevölkerung.

Das kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak ist Schauplatz eines kleinen Grenzhandels, der den Schmuggelbrüdern – den Pasdaran und Co. – ein Dorn im Auge ist. Die Menschen, die sonst keine Arbeit finden, weil im Iran viele Fabriken stillgelegt wurden, transportieren Waren aus dem Irak in den Iran auf dem Rücken oder, wenn sie etwas mehr Geld haben, zu Pferde.

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Iran – Haft-Tape: Bitterer Zucker

Wir haben wiederholt über den Streik der Zuckerrohrarbeiter in Haft-Tape berichtet. Ney-Shekar ist das persische Wort für Zuckerrohr. Aber in Wirklichkeit wurde der Zucker für diese Fabrik gar nicht aus Zuckerrohr gewonnen, sondern aus Zuckerrüben.
Die Fabrik wurde noch vor der Revolution von 1979 unter der Schahregierung mit staatlichen Geldern gebaut. Es waren zwei Fabriken: eine in Desful, die andere in Haft-Tape. Erbaut wurden die Fabriken von Arbeitern und Ingenieuren aus der damals noch existierenden Tschechoslowakei (CSSR). Zur Anfangszeit waren dort 580 Arbeiter beschäftigt. Auf 7000 Hektaren in der Umgebung der beiden Fabriken wurde Zuckerrohr angebaut, wodurch etwa 4000 bis 5000 Menschen in der Landwirtschaft mit Arbeit und Absatz gesichert waren. Nach der Revolution von 1979 wurde ein Revolutionswächter Chef der nach wie vor staatlichen Firma. Nunmehr zählte nicht mehr die Professionalität der Arbeitskräfte, sondern ihre Ergebenheit gegenüber der Moschee, das heißt den Geistlichen. Die Zahl der Arbeiter sank von 580 auf 300, aus festen Arbeitskräften wurden Saisonarbeiter. Dann kam die Privatisierungspolitik von Präsident Rafsandschani – nach dem Ende des irakisch-iranischen Krieges.
Zwei bekannte Geistliche aus Qom, Ajatollah Makarem-e Schirasi und Ajatollah Wa°ese Tabassi „kauften“ die Fabrik für 2 Milliarden Tuman (damals noch ca. 500 Mio Dollar!) – mit Hilfe von Geldern, die von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds stammten.
Natürlich schoben sie andere Namen vor, um nicht ins Gerede zu kommen. Zwei Direktoren – Yussefi und Aschtari – machten sich damals einen Namen, indem sie das Geld, das den Bauern, die die Zuckerrüben geliefert hatten, vorenthielten und unterschlugen. Das führte dazu, dass der Anbau von Zuckerrüben in der Region zusammenbrach. Als die Zuckerfabrik gegenüber den Bauern und Arbeitern eine Schuld von damals 8 Milliarden Tuman angehäuft hatte, gelang es den gut vernetzten Privatiers, von der Export-Bank in Schusch einen Kredit zu erhalten, um die Schulden zu bezahlen. Sie wussten besseres damit zu tun. Die Arbeiter und Bauern sahen in die Röhre, das Geld fand unter den weiten Talaren der Geistlichen andere Wege.
Um sich die Arbeiter vom Leibe zu halten, versuchten die Direktoren damals, arabisch-sprachige und persisch-sprachige Arbeiter gegeneinander auszuspielen, aber bald merkten beide, dass sie an der Nase herumgeführt wurden, und taten sich zusammen.
Die Privatisierung führte dazu, dass die Anlagen und Maschinen der Fabrik nach und nach verscherbelt wurden, so dass zweifelhaft ist, welche Kapazitäten die Fabrik in Haft-Tape heute noch besitzt. Die Fabrik in Desful musste aufgrund ähnlicher Machenschaften schon früher geschlossen werden. Während die neuen Eigentümer bei der „Privatisierung“ nur 2 Milliarden Tuman für die Fabrik bezahlt hatten, erzielten sie für den Verkauf der Maschinen und Anlagen ein Mehrfaches. Nicht nur das: Sie importierten Zucker aus dem Ausland für 11 Milliarden Dollar. Zwei Drittel davon ging als Gewinn in die Taschen der Geistlichkeit von Qom und der anderen Geistlichen, die hinter dieser Fabrik standen, beispielsweise Ajatollah Mesbah-e Yasdi.
So sieht „Privatisierung“ im Iran aus, und die Stahlfabrik in Ahwas erwartet ein ähnliches Schicksal.

http://www.pyknet.net/1397/04azar/08/page/shekar.htm
vom 8. Adhar 1397 (30. November 2018)
dar haft-tape: shekari ke ba xosusi-sazi az zahr-e halahel ham talx-tar shod

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Iran – Haft-Tape: Sepide Qalyan wegen Solidarität mit Arbeitern verhaftet


Sepide Qalyan

Die bürgerrechtlich aktive Sepide Qalyan war am Sonntag, den 18. November 2018, von einer Sondereinheit zusammen mit mehreren Arbeitern verhaftet worden. Ihre „Straftat“ bestand darin, den Streik der Arbeiter von Haft-Tape unterstützt zu haben. Sie wurde aus dem Bus heraus verhaftet und erst einen Tag in Schusch in Haft gehalten, dann wurde sie in das Gefängnis des Geheimdienstes der Pasdaran nach Ahwas verlegt. Aufgrund der Proteste der Arbeiter wurden einige Arbeitervertreter nach ein paar Tagen freigelassen, Sepide Qalyan und der Arbeitervertreter Esma°il Bachschi sind aber weiterhin in Haft, obwohl den Arbeitern von den Behörden zugesichert worden war, alle würden freigelassen. Der Geheimdienst hat vergangenen Montag auch die Wohnung von Sepide Qalyan durchsucht und einige Privatgegenstände von ihr beschlagnahmt. Bislang durfte sie nur kurz Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=170440
vom 2. Adhar 1397 (23. November 2018)
gozareshi az bazdashte sepide qalyan

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Iran – Haft-Tape: Protestzug der Zuckerrohrarbeiter zum Freitagsgebet

Wir hatten schon von den Protesten der Zuckerrohrarbeiter von Haft-Tape berichtet. Letzten Freitag zogen sie zur Verwaltung des Chefs der Sicherheitsbehörden der Provinz und anschließend zu dem Platz in der nahe gelegenen Stadt Schusch, wo das Freitagsgebet stattfindet. Der Freitagsprediger wird im Iran in jedem Ort vom Religiösen Führer bestimmt und ist dessen Sprachrohr. In der Freitagsmoschee waren zwar Pasdaran in Zivilkleidung anwesend, aber es waren zu wenig, um die große Zahl der protestierenden Arbeiter am Betreten der Freitagsmoschee zu hindern. Der Prediger predigte, die Arbeiter riefen ihre Parolen, zugehört hat vermutlich niemand.
Der wirtschaftliche Protest richtet sich sichtbar immer mehr gegen die Verursacher des wirtschaftlichen Niedergangs, der ja schon viel früher begonnen hat als alle Sanktionen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169885
vom 25. Aban 1397 (16. November 2018)
film / sa°ati pish kargarane neyshekar dar haft tape dar hale harekat be samte darbe farmandari wa sepas mahalle namaz

https://news.gooya.com/2018/11/post-20639.php
vom 16. November 2018
e°teraze kargaran be namaz jom°eye shush keshid

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Iran: Außenminister Zarif zum Scheitern des Beitritts des Irans zum Abkommen über Bekämpfung der Terrorfinanzierung

Der iranische Außenminister Zarif (Sarif) hat mit Hinweis auf die Intervention des Wächterrats, der den Beschluss des iranischen Parlaments über den Beitritt zum Internationalen Abkommen über Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus aufgehoben hat, folgendes geäußert. Es gebe einflussreiche Institutionen im Iran (gemeint sind hier das Amt des Religiösen Führers und die Revolutionswächter, ohne sie beim Namen zu nennen), deren Budget für Werbeaktivitäten größer sei als das Jahresbudget des iranischen Außenministeriums.

https://www.radiofarda.com/a/iran-fm-minister-reacts-to-resistance-against-fatf/29596099.html
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
zarif: manafe°e dahha hezar milyardi dalile faza-sazi °aleyhe lawayehe pul-shuyi ast

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Iran – Ahwas: Erneute Proteste der Stahlarbeiter

Vor drei Tagen haben die Stahlarbeiter von Ahwas ihre nächste Protestrunde eröffnet. Erstes Ziel war der Sitz der Provinzverwaltung von Chusestan, wo die Arbeiter die Parole riefen: „Hossein, Hossein, ist ihre Parole, und Diebstahl zeichnet sie aus.“ Das spielt auf die Praxis der schiitischen Fundamentalisten an, sich mit dem Schlachtruf „Ya Hossein“ in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Jetzt sind die Pasdaran an der Reihe
Aber die Proteste der Arbeiter enden hier nicht, sie richten sich jetzt gegen die Gruppe, die ganz zentral das wirtschaftliche Geschehen im Iran kontrollieren, die Revolutionswächter (Pasdaran).
Die Pasdaran (Revolutionswächter) haben eine großen Teil der iranischen Unternehmen in ihrer Hand. Viele große Wirtschaftsprojekte gehen ohne gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibung an die Pasdaran-Unternehmen, die sie dann mit schlechter Qualität ausführen. Um an begehrte Aufträge zu gelangen, schrecken die Pasdar-Unternehmer auch nicht davor zurück, Dokumente zu fälschen, Mitbewerber zu bedrohen und Privatunternehmer aus dem Geschäft zu verdrängen.
Als Beispiele werden der Bau von Staudämmen und Wasserpipelines (Umleitung des Wassers aus großen Flüssen genannt), auch der Bau der Ring-Autobahn um Teheran liegt in den Händen der Pasdaran. Dieses Wissen ist im Iran inzwischen Allgemeingut, so dass die protestiertenden Arbeiter des Stahlunternehmens von Ahwas sich am heutigen Montag, dem dritten Tag ihrer neuerlichen Kundgebungen, direkt vor dem Sitz des Geheimdienstes der Pasdaran in Ahwas versammelt haben und die Parole „Marg bar Mafia“ (Tod der Mafia) riefen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169608
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
film / sewomin ruze tajammo°e kargarane goruhe melliye fulade ahwaz moqabele qarargahe ettela°ate sepah war sar dadane sho°are marg bar mafiya

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169573
vom 21. Aban 1397 (12. November 2018)
film / sewomin ruze e°teraze kargarane goruhe melliye fulade ahwaz, 21 aban

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=169444
vom 19. Aban 1397 (10. November 2018)
film / doure jadide e°tesabe gostarde wa e°terazate kargarane goruhe melliye fulade ahwaz dar moqabele saxtemane ostandariye xuzestan ba sho°are hosein hosein sho°areshun, dozdiye eftexareshun; 19 Aban 97

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Iran: Militärische und politische Spaltung des Landes


In der Mitte Ebrahim Ra‘issi, Vorsitzender der Stiftung des Resa-Heiligtums in Maschhad, Ex-Präsidentschaftskandidat und Ex-Generalstaatsanwalt, links der Pasdar-General Ali Akbar Afrasyabi, der neu gekürte Chef der „Einheit zum Schutz der Heiligen Schwelle des Resa-Heiligtums“

Bislang hatten wir immer wieder davon berichtet, wie die Unterdrückung sprachlicher und religiöser Minderheiten im Iran – gegen Kurden, Araber, Balutschen, Aseris und Turkmenen – dazu führt, einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung des Landes von der Zentralregierung zu entfremden. Die Antwort der Regierung war bislang immer die: Militär und Verhaftungen.
Jetzt sitzt der Spaltpilz im Herzen des Regimes: Vor wenigen Tagen wurde im Iran die Bildung einer „Einheit zum Schutz der Heiligen Schwelle des Resa-Heiligtums“ (Yegane Hefasate Astane Qodse Rasawi) bekannt gegeben. Laut Berichten verfügt die Einheit über 6000 geschulte Bassidschis – einer den Pasdaran unterstellten bewaffneten Miliz, angeblich, um die Sicherheit in Maschhad zu gewährleisten.

Das Imperium von Ebrahim Ra‘issi
Der Vorsitzenden der iranischen Parlamentskommission für Nationale Sicherheit meldete in diesem Zusammenhang Zweifel an, dass die Lage in Maschhad so unsicher sei, dass dies die Bildung einer speziellen Einheit erforderlich mache. Die Bildung Einheit wurde auch nicht vom Parlament oder auf zentraler Ebene beschlossen, sondern in der Region von Maschhad.
Der Hintergrund ist der, dass Ende 2017 zwei einflussreiche Personen in Maschhad, Ebrahim Ra‘issi, der Vorsitzende der Stiftung des Resa-Heiligtums in Maschhad, eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes, zusammen mit Ahmad Alam al-Hoda, dem Freitagsprediger von Maschhad und zugleich dem Schwiegervater von Ebrahim Ra‘issi, in Maschhad eine Kundgebung gegen Präsident Hassan Rouhani angezettelt hatten, in der Hoffnung, ihn aufgrund solcher „Volksproteste“ zum Rücktritt zu bewegen und dann selbst an die Macht zu kommen. Ra‘issi war in den letzten Wahlen Konkurrent um das Präsidentschaftsamt.

Schaffung einer regionalen Militärmacht
Damals kam es anders. Die unzufriedene Bevölkerung nutzte die von Ra‘issi angezettelten Kundgebungen und es kamen viel mehr Menschen aus ganz anderen Motiven auf die Straße als Ra‘issi und Co sich das gedacht hatten. Um die Jahreswende 2017/2018 kam es in über 100 Städten im ganzen Iran zu Protesten gegen die Islamische Regierung und das marode Wirtschaftssystem.
Ra‘issi wurde nach Teheran beordert und musste sich dort für seine Aktionen rechtfertigen. Aber das war nicht das Ende. Die Stiftung des Resa-Heiligtums, an deren Spitze er steht, verfügt über so viel Geld, dass sie zielstrebig damit beginnen konnte, Pasdaran zu beschenken und sich geneigt zu machen, um auf diesem Weg einen Teil der Machthaber, auf die sich auch der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i stützt, auf auf ihre Seite zu ziehen. Die Schaffung einer regionalen militärischen Einheit – angeblich zur Wahrung der Sicherheit in Maschhad – stellt de facto eine Militärkraft dar, die sich auch gegen das Zentralkommando der Pasdaran in Teheran zur Wehr setzen kann.

Schachzug gegen die Allianz Rouhani-Laridschani-Brüder
Es gehen Gerüchte, dass Präsident Hassan Rouhani und die Laridschani-Brüder (der eine ist Chef der Justiz, der andere Parlamentspräsident) sich geeinigt haben, dass im Falle des Todes von Ajatollah Chamene‘i der Präsident Rouhani in das Amt des Religiösen Führers gehoben wird, während einer der Laridschanis dann das Präsidentenamt erbt. In diesem Fall hätten Ra‘issi Alam al-Hoda eine schlagkräftige Antwort zu bieten. Und die ist viel kritischer für das Weiterbestehen des Irans in den heutigen Grenzen als die Protestbewegungen der Kurden, Araber oder Balutschen. So könnte die künftige Grenze des Irans eines Tages zwischen Teheran und Chorassan verlaufen, dem östlichen Teil des Irans, dessen Zentrum Maschhad ist.

http://www.pyknet.net/1397/05aban/14/page/titre.htm
vom 14. Aban 1397 (5. November 2018)
hokumate eslamiye mashhad dar barabare jomhuriye eslamiye tehran

https://en.wikipedia.org/wiki/Ebrahim_Raisi

https://en.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Alamolhoda

https://www.dw.com/fa-ir/iran/a-46119018
vom 1. November 2018
„yegane hefazate astane qodse razawi“ ta’sis mishawad

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Iranische Sicherheitskräfte nach Pakistan verschleppt

Im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet Mirjaveh, Ostiran, kam es es heute früh zwischen vier und fünf Uhr Ortszeit zu einem Überfall auf eine Grenzpolizeistation. 14 Sicherheitskräfte, darunter 7 Bassiji, 5 Grenzpolizisten und 2 Pasdaran wurden dabei festgenommen und nach Pakistan verschleppt.

Die bewaffnete Gruppe Dscheischoladl, die in der Region bekannt ist, hat sich zu dem Angriff bekannt.

Auch die Pasdaran haben den Zwischenfall bestätigt. Nach ihrer Darstellung muss es in der Polizeistation Verräter gegeben haben, die den Überfall erst durch Informationsweitergabe oder dergleichen ermöglicht haben. Auch über eine Vergiftung der Lebensmittel wird gemunkelt. Es ist ein Video bei Youtube aufgetaucht, dass angeblich den Angriff zeigt.

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Iran – Kurdistan: Heftiges Gefecht zwischen Pasdaran und kurdischen Peschmarge


Ort des Gefechts in Bidmiri bei Pawe

Im Erholungsort Bidmiri bei Pawe (Region Kermanschah, im Westen des Irans) kam es vergangenen Freitag zu einem heftigen Schusswechsel zwischen Pasdaran und kurdischen Guerrilla-Kämpfern (Peschmarge) der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran (DPKI). Das Versteck der Kämpfer war offensichtlich von den staatlichen Organen entdeckt und eingezingelt worden. Die Kämpfer leisteten heftigen Widerstand. Auf beiden Seiten gab es Tote. Es wird auch von zahlreichen Verletzten berichtet, wobei man annehmen muss, dass nur die staatlichen Angreifer ins Krankenhaus eingeliefert wurden, denn für die kämpfenden Kurden wäre eine Einlieferung ins Krankenhaus der sicherste Weg zur Verhaftung.
Zuerst berichtete die DPKI von diesen Kämpfen, die sechs Stunden andauerten, dann der staatliche Geheimdienst, der von einer separatistischen Terrorgruppe sprach. Auch in diesem Punkt ist kein Unterschied zur staatlichen Wortwahl in der Türkei zu merken.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=89357
vom 21. Mehr 1397 (13. Oktober 2018)
dargiriye niruhaye hezbe demokrate kordestane iran wa sepah dar pawe

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Iran: Revolutionswächter stecken Wälder in Kurdistan in Brand

In der Gebirgsregion Schahu im iranischen Kurdistan fand ein einwöchiges Manöver statt, das am vergangenen Sonntag endete. Das Gebiet sei laut Angaben des Befehlshabers der Landstreitkräfte der Pasdaran Mohammad Pakpur ein Aufmarschgebiet bewaffneter regimefeindlicher Gruppen – so werden die kurdischen Widerstandsgruppen staatlich bezeichnet. Laut Angaben diverser Webseiten sollen die Pasdaran, die bei diesem Manöver rund 20.000 Mann eingesetzt haben sollen, auch Wälder in Brand gesetzt haben, um der Guerrilla ein Untertauchen in den Wäldern zu verunmöglichen. Mohammad-Hossein Rajabi, Befehlshaber der Pasdaran in der Region Kurdistan, behauptete gar, in der Gegend gebe es keine Pflanzendecke, nur Steine und Felsen…“

https://www.radiofarda.com/a/military-drill-in-kurdistan-iran/29530301.html
vom 15. Mehr 1397 (7. Oktober 2018)
atash-suzi dar kuhestane shahu kordestan dar jarayane manowre sepahe pasdaran

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Iran: Beitritt zum Abkommen gegen die Finanzierung des Terrorismus vor dem Parlament

Am Sonntag, den 7. Oktober 2018, hat das iranische Parlament beschlossen, dem internationalen Abkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus beizutreten. Dieser Beschluss kann vom Wächterrat wieder aufgehoben werden.
Am Freitag, den 5. Oktober, fanden im Vorfeld der Abstimmung Proteste aus dem Umfeld der Pasdaran (Revolutionswächter) und Bassidschis (Paramilitärische Milizen) Demonstrationen gegen den Betritt des Irans zu diesem Abkommen statt. Die Demonstranten sprachen Drohungen gegen die Parlamentsabgeordneten aus, falls sie für den Beitritt zum Abkommen stimmten. Sie kritisierten weiterhin, dass der Beitritt die Handlungsfreiheit des Iran massiv einschränke. Auch die Freitagsimame kritisierten den geplanten Beitritt in ihren Predigten.

Kommentar
Da die Freitagsimame vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i eingesetzt werden, bedeuten solche Predigten eine verborgene Stellungnahme des Führers an die Adresse der Pasdaran. Auch der Vertreter des Religiösen Führers bei der Niruye Qods – einer Einheit der Pasdaran, die unter anderem in Syrien und Libanon aktiv ist, hat davor gewarnt, das Abkommen zu unterzeichnen, und den Wächterrat am Montag aufgefordert, den Beschluss aufzuheben.
Die Tatsache, dass er das Parlament trotzdem den Gesetzesentwurf verabschieden lässt, deutet auf ein politisches Spiel hin. Wenn dann der Wächterrat das Gesetz aufhebt, kann der Staatspräsident dem Ausland gegenüber zeigen: „Schaut her, wir haben alles versucht, aber die Hände sind uns gebunden.“ Er kann sich dann weiterhin als aufgeklärt und westlich orientiert präsentieren, ohne dass er irgendein konkretes Zugeständnis machen muss. Das ist iranische Politik.

https://www.radiofarda.com/a/Protests-in-Iran-against-FATF/29527608.html
vom 13. Mehr 1397 (5. Oktober 2018)
hamle dar namaz jom°e be layeheye peywastane iran be konwansyune moqabele ba ta‘mine terurism

https://www.radiofarda.com/a/iran-approves-fatf/29529930.html
vom 15. Mehr 1397 (7. Oktober 2018)
majles ba peywastene iran be konwansyune moqabele ba ta‘mine maliye terurism mowafeqat kard

https://www.radiofarda.com/a/revoloutionary-guards-againest-approves-fatf/29532184.html
vom 16. Mehr 1397 (8. Oktober 2018)
darxast-e nemayandeye xamene‘i baraye radde layeheye konwansyune moqabele ba ta‘mine maliye terurism

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Iran: Bankenopfer fordern Todesstrafe

Im Iran wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Banken in betrügerischer Absicht gegründet. Die Banken versprachen hohe Zinsen und tauchten dann samt dem Geld der Anleger unter. Die iranische Zentralbank, die diesen Betrüger-Banken Kredite gab, war in dieser Hinsicht ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Mehr noch, sie stattete die Betreiber solcher Banken mit wissentlich unwahren Dokumenten aus. Das geschah nicht ohne Grund: Die Betreiber dieser Banken stammten aus dem Dunstkreis der Revolutionswächter (Pasdaran) und waren dank ihrer Beziehungen in der Lage, an diese Kredite und Dokumente zu kommen.
Viele Iraner, die ihr einziges Vermögen solchen Banken anvertrauten, sind nun äußerst empört und demonstrieren seit längerem vor verschiedenen Institutionen, um eine Bestrafung derer zu verlangen, die in ihren Augen schuldig sind, und um ihr Geld zurück zu bekommen.
Das Auftreten dieser Protestteilnehmer wird zunehmend radikaler. Auf einem Video dieses Protests sieht man eine Person symbolisch am Galgen hängen. Gemeint ist der ehemalige Präsident der iranischen Zentralbank.
Auf dieser Kundgebung vor der iranischen Zentralbank in Teheran wurden folgende Parolen klar vernehmlich gerufen und mehrfach wiederholt:

  • mofsede eqtesadi e°dam bayad gardad – Wirtschaftsverbrecher gehören hingerichtet
  • marg bar seyf – Tod für Seyf

Wali-ollah Seyf war der Präsident der Iranischen Zentralbank. Er wurde nach verschiedenen Protesten abgesetzt, aber wie eine Demonstrantin auf dieser Kundgebung erklärte, hat ihn Staatspräsident Hassan Rouhani jetzt zu einem seiner Wirtschaftsberater gemacht.
Neben der Radikalisierung in der Bevölkerung zeigt dieser Film auch, dass populistische Forderungen nach der Todesstrafe, wie wir sie nicht nur aus den USA kennen, auch im Iran zu Hause sind.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=165321
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
film: 26 shariwar, tajammo°e gharat-shodegane kaspiyen wa be dar awixtane sembolike wali ollah seyf

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Iran – Irak: Mit Drohnen und Bomben gegen kurdische Parteien


Am Morgen des vergangenen Samstag haben die iranischen Revolutionswächter mit Drohnen die Sitze zweier kurdischer Parteien im Nordirak ausgekundschaftet und dann vom Iran aus Raketen auf diese Ziele abgefeuert. In der Folge sind mehrere Mitglieder kurdischer Parteien ums Leben gekommen, es ist von 14 Toten die Rede, mindestens 30 weitere Mitglieder seien ums Leben gekommen, wie Radio Farda auf seiner Webseite schreibt.


Wie Asu Hassanzade, der Pressesprecher der Demokratischen Partei Kurdistan – Iran (DPK-I) in einem Interview gegenüber der Deutschen Welle erklärte, attackierten die Pasdaran vergangenen Samstag vom Iran aus die gemeinsame Tagung der beiden kurdischen Parteien DKP-I und HaDaK (Demokratische Partei Kurdistans, eine Abspaltung der ersten) in Kuye Sandschaq, einer Ortschaft im Nordirak, die 70 km von Arbil entfernt liegt. Asu Hassanzade spricht von mindestens 15 Toten und 30-40 Verletzten. Es sollen mindestens 10 hochrangige Funktionäre der DPK-I bei diesem Raketenangriff ums Leben gekommen sein.
Kommentar:
Wie wir berichteten, hatte das Unabhängigkeitsreferendum im kurdischen Nordirak vergangenes Jahr dazu geführt, dass sich die Regime der Türkei und des Irans auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Kurden im Nordirak einigen konnten. Der Iran nutzte seither wiederholt die Gelegenheit, um kurdische Aktivisten aus dem Iran im Nordirak zu ermorden. Es verwundert sehr, dass zwei iranische kurdische Parteien unter solchen Umständen bekannt machen, wann sie wo eine Vollversammlung abhalten wollen. Dass die Regierung der kurdischen Autonomie im Nordirak und die Regierung in Baghdad nichts gegen die Pasdaran unternehmen können oder wollen, kann ihnen nicht entgangen sein. Da riecht etwas faul…

https://www.radiofarda.com/a/f4_iraq_foreign_ministry_statment_attack_iran_kurds/29480190.html
vom 18. Schahriwar 1397 (9. September 2018)
baghdad: golule-barane maqarrhaye do hezbe kord tawassote sepah naqze hakemiyate °eraq ast

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88747
vom 18. Schahriwar 1397 (9. September 2018)
pish az 10 kadre hezbe demukrate kordestan dar hamleye sepah koshte shodand

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