Archiv der Kategorie 'Soziales'

Iran – Kerman: Baghe zardalu – der Aprikosengarten

Kerman ist eine Stadt, die etwa 300 km von Bandar Abbas entfernt im Landesinnern liegt. Bandar Abbas ist eine wichtige Hafenstadt am Persischen Golf. Folgende Fotos, die von der iranischen Nachrichtenagentur IRNA veröffentlicht wurden, zeigen das Leben von zwanzig Familien, die aus der Region Hormosgan (Hauptort Bandar Abbas) in eine Gegend im Umkreis von Kerman gezogen sind. Die Gegend heißt Aprikosengarten, nach einem Obstgarten, der dort in der Nähe liegt. Die Familien selbst leben ohne Anschluss an Strom, Wasserleitung, sie haben keine Schule und die Kinder keine Ausweise. Ihre Zelte sind aus Stoff und Plastikresten zusammengeflickt. Aber sie leben!
Erwachsene Männer sind auf den Fotos nicht zu sehen, die verdienen in Kerman ihren Lohn als Tagelöhner.













https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=138595
vom 15. Mehr 1396 (7. Oktober 2017)
°aks / hashiye-neshinane baghe zardalu

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Iran: Rentner gehen auf die Straße

In Teheran und mehreren anderen iranischen Großstädten wie Kermanschah oder Isfahan gingen vergangenen Samstag die Rentner auf die Straße, um gegen die Zerstörung des Rentensystems durch die korrupten Machthaber und gegen die niedrigen Renten zu protestieren. Eigentlich sollte eine amtliche Ehrung der Rentner vor dem „Einheitspalast“ (Talare Wahdat) im Zentrum Teherans stattfinden. Aber als die Machthaber von den geplanten Protesten erfuhr, verlegten sie eine Stunde vor der Veranstaltung den Ort der amtlichen Ehrung. Mehrere Tausend Rentnerinnen und Rentner, die zuvor im Schuldienst, im Krankenhaus und bei der Armee gearbeitet hatten, protestierten gemeinsam gegen die Bedingungen, unter denen Rentner heute im Iran leben müssen.
Auf den Plakaten waren u.a. folgende Sätze zu lesen:

hoquqe ma yek milyun, xatte faqr chahar milyun (unteres Foto)
- Unsere Rente beträgt eine Million (Rial), die Armutsgrenze liegt bei 4 Millionen.
ye extelas kam beshe, moshkele ma hal mishe
- Eine Veruntreuung weniger und unser Problem ist gelöst. (Spielt auf die Korruption an – die Kassen der Versicherungen wurden von den staatlich eingesetzten Direktoren geplündert, die Rentner haben das Nachsehen)
sofreye ma xaliye, zolm-o-setam jariye
- Unser Tisch ist leer, Unrecht und Unterdrückung sind verbreitet.
Hervorzuheben ist, dass Protestkundgebungen nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in einer Reihe anderer Städte stattfanden und dass die Rentner ganz verschiedener Berufsgruppen aus dem Staatsdienst zusammenarbeiten.

Quelle:
http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1906&Id=30&pgn=
vom 25. Schahriwar 1396 (16. September 2017)
gerde-ham-ayiye bozorge bazneshastegane farhangi, parastari wa arteshi wa digar zahmatkeshan dar 25 shahriwar 1396 dar tehran wa shahrestanha

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Grubenunglück im Iran: Die Profiteure

Wir haben über das Grubenunglück in der Grube Yurt bei Asadschahr (Region Golestan) berichtet. Die amtliche Zahl der Todesopfer ist zwischenzeitlich auf 40 gestiegen. Auffällig war die rasche Reaktion des Arbeitsministers, der schnell die Schuld am Unglück den Arbeitenden zuwies, und damit die Arbeitgeber aus der Schusslinie holte, und auch seine eigene Behörde weiß zu waschen versuchte. Jetzt wird deutlich, warum die Eigentümer sich erstens so locker über die Gesetze hinweg setzen konnten und zweitens auch noch vom Minister verteidigt werden.

Revolutionswächter und Bassidschi-Milizen
So soll der Vize-Minister für Bergwerke und Industrie gegenüber der Zeitung Sharq erklärt haben (Name des Vize-Ministers und Datum der Zeitung sind nicht angegeben): „Das Steinkohlebergwerk Qeshlaq (das ist das persische Wort für yurt-zemestan, wie die Grube auch genannt wurde) wurde im Jahr 1382 (2003) privatisiert, das Datum der Übertragung dieser Mine wird in der Urkunde (der Aktiengesellschaft) mit 1.4.1382 angegeben.
Der größte Aktionär dieses Bergwerks ist mit rund 20 Prozent die Sanduq-e Mehr Iraniyan (Sparkasse Mehr Iraniyan) (gehört den Revolutionswächter = Pasdaran), rund 10 Prozent gehören der Firma Tekadu (den Bassidsch-Milizen und Pasdaran), ein weiterer Teil gehört der Firma Negine Tabas (die ebenfalls den Bassidschis und Pasdaran gehört), knapp 50 Prozent gehören pensionierten Angehörigen der Belegschaft sowie Privatpersonen.“
Mit anderen Worten: die drei anderen Eigentümer verfügen über etwas mehr als 50 Prozent der Aktien und haben somit die Entscheidungsgewalt. Wenn wie im deutschen Aktienrecht die Privatpersonen ihre Vollmacht zur Teilnahme an der Aktionärsversammlung an Banken übertragen, kann der Anteil in der Hand der Bassidschis und Pasdaran weiter steigen, weil diese auch im Banksektor vertreten sind, wie man an obiger Sparkasse sieht.

http://www.pyknet.net/1396/11ordibehesht/18/page/madan.php
vom 18. Ordibehescht 1396 (8. Mai 2017)
natayeje xosusi-sazi: ma°dane sepah wa basij bar sare ma°dankaran rixt

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Iran: Alle Macht dem Lügenpack

Wir hatten vom Grubenunglück im Kohlebergwerk Yurt (Semestan-Yurt oder Yurt-Tscheschme, je nach Quelle) bei Asadschahr in der iranischen Provinz Golestan berichtet. 33 (35?) Arbeiter waren bei der Explosion und dem anschließenden Hilfeversuch ums Leben gekommen.
Einer der Arbeiter der Grube berichtet dem Nachrichtenportal Akhbar-Rooz.com von den Hintergründen des Unglücks.

Kein Gasmessgerät, keine Luftversorgung, Gasgeruch
So sei der besagte Tunnel eine Sackgasse gewesen, in der sich der Sauerstoffvorrat nach 15-20 Minuten erschöpfte. (AdÜ: Dies führt zur Gasvergiftung, aber nicht zur Explosion, denn für diese ist eine Mindestkonzentration an Sauerstoff erforderlich. Methangas explodiert bei einem Methangehalt der Luft zwischen 4,4 bis 16,5 Volumen-% Methan.). Der Arbeiter berichtete weiter, dass am Vortag der Explosion ein starker Gasgerucht festgestellt und die Verantwortlichen informiert wurden. Es geschah nichts.
Im ganzen Bergwerk existiert kein Gerät, das den Methangasgehalt der Luft (und andere Gase) misst. Dies zeigt deutlich, dass die Erklärung des Arbeitsministers, noch eine halbe Stunde vor der Explosion sei das Werk von Arbeitsinspekteuren besucht worden, pure Irreführung ist. Denn eine echte Kontrolle hätte sofort aufgedeckt, dass keine Messgeräte existieren.
Arbeiter, die gegen die Arbeitsbedingungen protestiert hätten, seien entlassen worden.
Angesichts der Angabe, dass 21 der 33 (35?) Toten des Unglücks Arbeiter waren, die ihren Kollegen nach der Explosion zu Hilfe eilten, liegt der Verdacht nahe, dass sie erstickt sind. Eine Explosion verbraucht Sauerstoff.

Unterschlagung der Abgaben an die Sozialversicherung, Gehaltsrückstände, 16-Stunden-Schichten
Der Arbeiter berichtet weiter, dass die Grubenarbeiter in 16-Stunden-Schichten arbeiteten, dass ihnen seit 1392 (2013) der Lohn für jeweils drei bis vier Monate im Jahr nicht ausbezahlt wurde und dass der Arbeitgeber die Abgaben an die Sozialversicherung nicht wie gesetzlich vorgesehen das ganze Jahr über entrichtete, sondern nur für 3-4 Monate. Man fragt sich, was die Inspekteure des Arbeitsministers eigentlich geprüft haben. Auch der Einsatz von Leiharbeitern in der Grube sagt etwas über die dortigen Verhältnisse aus.

Behörden waren informiert
Wie der interviewte Arbeiter angibt, hatten die Arbeiter die für den Bergbau verantwortlichen Personen auf Landkreis- und Provinzebene über die gefährlichen Arbeitsbedingungen informiert.

Quellen:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79735
vom 14. Ordibehescht 1396 (4. Mai 2017)
ba imani sefr kar mi kardim
https://www.arbeitssicherheit.de/de/html/lexikon/114/Explosionsgrenze

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Iran: Friedhof zum Todestag eines Dichters gesperrt


Totengedenken vor versperrtem Friedhof

Man sollte meinen, dass in einem religiösen Staat wie der Islamischen Republik Iran das Totengedenken eine auch vom Staat akzeptierte Tradition ist. Dem ist nicht so: Ahmad Schamlou, einer der berühmtesten iranischen Dichter der Neuzeit, der am 24. Juli 2000 in Karadsch verstarb, wurde auf dem Friedhofsgelände des Heiligengrabs von Imam Taher in der Provinz Albors begraben. Ein Platz auf so einem Friedhof wird nur den Reichen und Berühmten zuteil. Dieses Jahr fanden die Behörden, dass sie die jährliche Gedenkfeier zu seinem Todestag nicht mehr tolerieren wollen und sperrten den Zugang zum Friedhof ab. Die Menge blieb darauf vor verschlossenen Toren stehen, was wiederum viele Passanten anlockte und die Menge wachsen ließ. So hatte die Maßnahme der Behörden, die es nicht gern sehen, wenn viele Menschen zusammenkommen, genau die gegenteilige Wirkung. Als dann aber die Polizei eingriff, löste sich die Menschenmenge auf.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113086
aks/maraseme salmarge shamlu poshte darhaye baste
vom 3. Mordad 1395 (24.07.2016)

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Iran: Gewalttätigkeit im Alltag

Ein Artikel von Mina Mehri in der Zeitung Schahrwand, der von der Webseite iran-emrooz verbreitet wird, befasst sich mit der ausufernden Kultur der Gewalt im iran.
Ohne nähere Details berichtet sie, dass der iranische Justizminister unlängst Statistiken vorgelegt habe, wonach allein im vergangenen (iranischen) Jahr 6 Millionen Verfahren wegen Tätlichkeiten (Körperverletzung) bei der iranischen Justiz eingeleitet wurden. Hinzu kommen 3 Millionen Beschwerden, die beim „Rat zur Schlichtung von Konflikten“ (Shouraye Halle Extelaf) wegen Gewalttätigkeiten eingegangen sind. Das sind 9 Millionen Fälle, bei einer Bevölkerung von 80 Millionen. Natürlich ist bei einer Gesellschaft mit einem hohen Anteil von Jugendlichen der Anteil solcher Delikte höher als bei einer Gesellschaft mit einer überalterten Bevölkerung, aber das Ausmaß der alltäglichen Gewalt scheint so groß, dass man in einer beliebigen iranischen Großstadt bei einem beliebigen Spaziergang Zeuge solcher Vorfälle wird. Auch verbale Auseinandersetzungen mit gegenseitigen Beleidigungen sind an der Tagesordnung, und sei es nur, wenn man ein Taxi benutzt.
Diese Erscheinung ist auch im modernen Gewand zu beobachten: Wenn irgendjemand auf der Welt sich den Zorn iranischer Jugendlicher zugezogen hat, kann es leicht passieren, dass er auf seinem Facebook-Account oder ähnlichen Seiten eine Flut von Beleidigungen vorfindet.
Über die Ursachen schreibt die Autorin nichts.
Sicher ist eins: In einem Staat, in dem das Recht nichts zählt und Korruption überall anzutreffen ist, ist Selbstjustiz eine übliche Reaktion. Es gilt das Recht des Stärkeren. Der Staat macht es vor.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/63169/
vom 13.07.2016
rawaje xoshunat dar beyne iranian

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Die Hoffnungslosigkeit iranischer StudentInnen

Die Situation der iranischen AbsolventInnen auf dem Arbeitsmarkt ist trist. StudentInnen und Studenten finden nach Abschluss ihres Studiums in viellen Fällen keinen Job.

Je länger ihr Studium dauert, desto hoffnungloser werden sie – besonders im letzten Semester drückt sich das aus.

Abulfasl Riazi, ein studentischer Arbeitsvermittler, hat gesagt, dass 65% der befragten StudentInnen diese Hoffnungslosigkeit verspüren. Und dieses Gefühl hat durchaus eine reale Grundlage.

Erst letztes Jahr hat der Parlamentspräsident Ali Laridschani letztes Jahr in einem Interview erklärt, dass der Iran zweit große Probleme habe: die Arbeitslosigkeit und die Inflation. Als Beispiel nannte er die Zahl von 42 % der iranischen StudetInnen nach ihrem Studium arbeitslos bleiben, das sind über 900.000 Personen.

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Zwei große Probleme im Iran

Im Iran gibt es zwei große Probleme, die mit diesem Foto symbolisiert werden: Schmuggel und Armut.

Man sieht hier zwei Lastenträger – sogenannte Kulbaran, die große Kühlschränke der Fa. Haier über die Grenze tragen. Die Menschen sind aufgrund ihrer Armut gezwungen, ihr Leben zu riskieren. Die Grenzpolizei hat das Recht auf diese Menschen zu schießen, was jedes Jahr viele Tote fordert.

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Bankrotterklärung für das islamische Modell Iran

Der iranische Innenminister, Abdolreza Rahmani Fazli, hat am Montag, den 5.6.2016 im iranischen Parlament eine Rede gehalten und dabei u.a. erschütternde Statistiken vorgestellt, die die Islamische Revolution im Iran als gescheitert erscheinen lassen.

Von den ca. 80 Millionen EinwohnerInnen des Irans sollen laut Innenminister 11 Millionen in Slums wohnen. Diese Slums verteilen sich auf Teheran und alle größeren Städte des Irans, insgesamt gibt es 2700 verschiedene Slums.

5,5 Mio. EinwohnerInnen sind mehr oder weniger abhängig von Drogen.

In manchen Gebieten beträgt die Arbeitslosenquote 60%.

Jedes Jahr landen 600.000 Iraninnen oder Iraner im Gefängnis. Von ihnen bleiben 200.000 dauerhaft an diesem Ort, während die Übrigen wieder herauskommen.

60% der Gefängnisinsassen haben direkt oder indirekt mit Drogen zu tun.

50% der geschiedenen Frauen und Männer haben ebenfalls Drogenprobleme.

Diese gesellschaftlichen Probleme zeigen laut Abdolreza Rahmani Fazli, welche Defizite im Bereich der Bildung, Kultur, Politik, Wirtschaft und der Sicherheit bestehen.

Der Innenminister sieht das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie, zw. Teheran und den übrigen Gebieten in einem Ungleichgewicht. Alles konzentriere sich auf Teheran, von dort gehe die Befehlsgewalt der Verwaltung und der Bürokratie aus und in den übrigen Landesteilen müsse man sich diesen unterordnen. Das sei nicht in Ordnung. Diese Zentralisieurng müsse geändert werden und jedes Gebiet solle seine eigenen, dezentralen Verwaltungsstrukturen bekommen.

Bemerkenswert war sein Hinweis darauf, dass allein in Teheran, Maschad und Ahwas über 3 Mio. SlumbewohnerInnen leben. Zwischen den Zeilen kann man darin eine Warnung vor der Gefahr lesen, die von so vielen unzufriedenen Menschen ausgehen kann, wenn sie sich gegen den Staat erheben.

Die Rede des Innenministers kann man indirekt als einen Versuch interpretieren, das neue Parlament aufzurütteln und ihm zu sagen, dass es so nicht weiter gehen kann, wenn man das islamische Modell retten möchte.

Die Zahlen des Innenministers sind in vielen Fällen noch untertrieben. Letztlich sind sie eine Bankrotterklärung für das islamische Modell Iran.

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Iran: Echter Wahlkampf im virtuellen Raum


Das „Zentrum für Meinungsumfragen der Studenten Irans“ (Markaze Afkarsanjiye Daneshjuyane Iran), kurz ISPA, das dem Dschahade Daneshgahi untergeordnet ist, einer Art Vermittlungsstelle für Studenten, die ihr Fachwissen unter der Landbevölkerung verbreiten sollen, hat kürzlich eine Umfrage veröffentlicht, wonach 53% der iranischen Bevölkerung mindestens in einem sozialen Netzwerk wie Facebook, Viber, Whatsapp oder Telegram Mitglied sind. Für die Altersgruppe der 18-29-Jährigen beträgt der Anteil 72%, für die Menschen im Alter von 30-49 53%, für die über 50-Jährigen 25%. Allein bei Telegram sind 20 Millionen iranische StaatsbürgerInnen Mitglied, also ein Viertel der Bevölkerung.

Dies bietet erstmals die Möglichkeit, Wahlplakate, die von den staatlichen Stellen nicht zugelassen werden, ohne deren Erlaubnis im Internet zu platzieren, wo sie die Wahlberechtigten sehen können. Dies bildet natürlich auch die Möglichkeit, Gerüchte zu verbreiten, um Kandidaten zu diskreditieren. So ist es kein Wunder, dass nicht nur die Reformer, sondern auch die Fundis diese neuen Möglichkeiten nutzen. Solange Räume wie Telegram aber noch nicht zensiert werden, ist zumindest ein deutlich größeres Angebot an Informationen, Filmen, Tonaufzeichnungen, Fotos etc. abrufbar als im öffentlichen Raum möglich wäre.
Der virtuelle Raum kann natürlich nichts daran ändern, wenn der Wächterrat die große Mehrheit der Reformkandidaten von vornherein von der Kandidatur ausschließt, aber wer dann noch im Rennen bleibt, hat jetzt mehr Möglichkeiten, die Wählenden zu erreichen als dies früher möglich war.

Quelle:
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/60224/

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Iran: Analphabetismus heute

In verschiedenen Webzeitungen wird darüber berichtet, dass in den südlichen iranischen Provinzen Sistan und Balutschistan sowie Chusistan die Zahl der Kinder, die die Schule nicht besuchen, steigt. Was die Analphabetenrate angeht, folgen die Regionen West-Aserbaidschan und Ost-Aserbaidschan. Zuverlässige Zahlenangaben fehlen. Bekannt sind nur amtliche Angaben, dass im ganzen Land 1,43 Millionen Kinder zwischen 6 und 18 (Schulpflichtalter) derzeit die Schule nicht besuchen, das sind ein Viertel der Kinder im schulpflichtigen Alter. Das iranische Kultusministerium behauptet, dass der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gering sei und die Jungen 51%, die Mädchen 49% der Schüler ausmachten. Dies scheint nicht der Wirklichkeit zu entsprechen. Denn aus den südlichen Provinzen wird berichtet, dass bevorzugt die Töchter zu Hause behalten werden, damit sie zu Hause arbeiten, und es nach Ansicht der Eltern auch nicht schlimm ist, wenn die Töchter nicht lesen und schreiben können. Die hohe Arbeitslosigkeit im Iran führt zudem dazu, dass die Eltern den Arbeitsmöglichkeiten hinterher ziehen, also nicht mehr unbedingt einen dauerhaften Wohnsitz haben, was den Schulbesuch der Kinder erschwert, wenn der Staat nicht darauf eingerichtet ist.
Auffällig ist allerdings, dass der Analphabetismus in den Regionen besonders hoch ist, in denen die Muttersprache der Kinder nicht persisch ist, sondern Balutschi, Arabisch oder Aseri (Aserbaidschanisch). Möglicherweise verstecken sich hinter dem mangelndem Schulbesuch auch noch andere Faktoren, etwa die schulische Vernachlässigung der sogenannten Minderheiten, die im Iran zusammengenommen sogar die Mehrheit bilden.

Quelle:
http://www.radiozamaneh.com/250438

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Iran: Menschenkette um die Sozialversicherung

Vergangenen Freitag, den 20. November 2015, fand vor der iranischen Sozialversicherung in Teheran eine Kundgebung von über 5000 Teilnehmern statt, die eine Menschenkette um das Gebäude bildeten. Die Teilnehmer protestierten gegen das Ausufern von befristeten Arbeitsverträgen, die die Menschen aus der Sozialversicherung ausschließen. Außerdem verlangten sie, dass die Verschmelzung der bankrotten Krankenversicherung mit der Arbeitslosenversicherung rückgängig gemacht werden soll. Ein Sprecher der Protestierenden erklärte, für diese Maßnahme gebe es überhaupt keine gesetzliche Grundlage.
Quelle:
http://www.kaleme.com/1394/08/29/klm-230051/

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Iran: Sozialversicherung wirft 100.000 TeppichweberInnen raus

Wie Sirus Nasiri, Technischer Direktor und Leiter der Abteilung für die Einkünfte der „Organisation der Sozialversicherung“ (Saazemaan-e Ta‘min-e Ejtemaa‘i) am Sonntag, den 18.10.2015, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Mehr erklärte, wurde 100.000 TeppichweberInnen und Personen, die Handarbeiten anfertigen, die Mitgliedschaft in der Sozialversicherung gestrichen. In 60.000 bis 70.000 Fällen sei dies wegen „fehlender Beschäftigung“ erfolgt, in den übrigen Fällen wegen „fehlender Einzahlung der Versicherungsbeiträge.
Insgesamt würden 65.000 Personen, die Handarbeiten anfertigen, und 429.000 TeppichweberInnen, von der Sozialversicherung erfasst. TeppichweberInnen zahlen 7% ihres Versicherungsbeitrags, der Staat zahlt 20% (und wer zahlt den Rest?).
Auch bei den Bauarbeitern sieht es mau aus: Wie Mohammad Hassan-Sada, Assistent der Sozialversicherung, am 14. Oktober erklärte, wurde die Versicherung von 14.000 Bauarbeitern, die „ein hohes Einkommen“ (??) hätten, gestrichen.
Die „Organisation der Sozialversicherung“ ist das größte Versicherungsunternehmen des Irans, von ihr wird fast die Hälfte der iranischen Bevölkerung erfasst.

Quelle:
http://www.etehadefedaian.org/%D8%A8%DB%8C%D9%85%D9%87-%DB%B1%DB%B0%DB%B0-%D9%87%D8%B2%D8%A7%D8%B1-%D9%82%D8%A7%D9%84%DB%8C%E2%80%8C%D8%A8%D8%A7%D9%81-%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86%DB%8C-%D9%82%D8%B7%D8%B9-%D8%B4%D8%AF

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Bilder aus dem iranischen Dorf Deras

Das Dorf Deras liegt im Landkreis Sabol, Region Sistan und Balutschistan, Iran.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=96472

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Teheran: 15.000 drogensüchtige Obdachlose

Der iranische Innenminister, der zugleich auch Generalsekretär des Stabs zur Bekämpfung der Drogensucht ist, hat kürzlich erklärt, dass allein in Teheran 15.000 Drogensüchtige auf der Straße leben, also obdachlos sind. Er wies in einer veröffentlichten Erklärung des Innenministeriums auch darauf hin, dass es in Teherans früher einmal Plätze zur Unterbringung und Behandlung von 400 Drogensüchtigen gab, jetzt sei die Zahl der Plätze auf 60.000 erhöht worden. Aus den Äußerungen gewinnt man den Eindruck, dass die 60.000 sich auf das gesamte Land bezieht. Denn in der Meldung heißt es weiter, dass derzeit 3000 Plätze in Behandlungszentren (marakez-e negahdari) (gemeint ist vermutlich: in Teheran) belegt seien, für weitere 3000 sei noch Platz, insgesamt würden die Plätze in Teheran auf 10.000 erhöht. Genaue Zeitangaben macht auch der Innenminister nicht.
Wie oberflächlich der Innenminister an die Sache herangeht, sieht man daran, dass er keine Angaben über die Arten der konsumierten Drogen noch über die Zahl der Abhängigen macht. Man vergleiche die dürftige Meldung mit folgendem Bericht auf EU-Ebene:
http://www.suchtmonitoring.ch/docs/library/europaische_beobachtungsstelle_fur_drogen_und_drogensucht_ebdd_9k1giovteohz.pdf

Quelle:
http://www.pyknet.net/1394/07shahrivar/23/page/motad.php

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